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	<title>Grafschaft Hanau - Versionsgeschichte</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{| border=&amp;quot;0&amp;quot; cellspacing=&amp;quot;0&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;4&amp;quot; class=&amp;quot;infobox float-right hintergrundfarbe2&amp;quot; style=&amp;quot;margin: 0 0 0.5em 1em; width: 250px; border-collapse: collapse; border: 3px solid #900; font-size: smaller; line-height: 1.5em;&amp;quot; summary=&amp;quot;Angaben über: Grafschaft Hanau&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;color:#000; background:#FF6; font-size:larger;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Territorium im&amp;lt;br /&amp;gt;[[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich]]&amp;lt;br /&amp;gt;Deutscher Nation&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Übersicht&lt;br /&gt;
| [[Liste der Territorien im Heiligen Römischen Reich]]&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top; background:#FFC;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Wappen]]&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wappen Grafschaft Hanau mit Helmzier.svg|150px]]&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Bezeichnung&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grafschaft Hanau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Hauptstädte/&amp;lt;br /&amp;gt;Residenzen&lt;br /&gt;
| [[Windecken]], [[Hanau]]&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top; background:#FFC;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Hervorgegangen aus&lt;br /&gt;
| [[Herrschaft Hanau]]&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;background:#FFC;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Rang&lt;br /&gt;
| [[Grafschaft]]&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top; &amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Dynastie#Heiliges Römisches Reich|Herrscherhaus]]&lt;br /&gt;
| [[Hanau (Adelsgeschlecht)|Grafen von Hanau]]&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;background:#FFC;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Religion]]/[[Konfession]]&lt;br /&gt;
| zunächst [[römisch-katholisch]], seit dem 16. Jh. [[Luthertum|lutherisch]] und [[Calvinismus|reformiert]]&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Im [[Reichstag (Heiliges Römisches Reich)|Reichstag]] vertreten mit&lt;br /&gt;
| Kuriatstimme durch [[Wetterauer Grafenverein|Wetterauisches Reichsgrafenkollegium]]&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;background:#FFC;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Reichstagsbank&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Reichsheeresverfassung#Erste Reichsmatrikel|Heeresmatrikel 1422]]&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;background:#FFC;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Reichsheeresverfassung#Reichsmatrikel von 1521|Reichsmatrikel 1521]]&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top; &amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Reichsheeresverfassung#Matrikel in der Reichsdefensionalordnung von 1681|Reichsmatrikel 1663]]&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;background:#FFC;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Reichskreis]]&lt;br /&gt;
| [[Oberrheinischer Reichskreis]]&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Untergegangen&lt;br /&gt;
| 1458 geteilt in: [[Grafschaft Hanau-Münzenberg]] u. [[Grafschaft Hanau-Lichtenberg]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grafschaft Hanau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein Territorium im [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich]]. Sie ging aus der [[Herrschaft Hanau]] hervor und war lange Zeit in die Grafschaften [[Grafschaft Hanau-Münzenberg|Hanau-Münzenberg]] und [[Grafschaft Hanau-Lichtenberg|Hanau-Lichtenberg]] geteilt. Nach dem Aussterben der [[Hanau (Adelsgeschlecht)|Grafen von Hanau]] fiel der Hanau-Münzenberger Landesteil an die [[Landgrafschaft Hessen-Kassel]], der Hanau-Lichtenberger an die [[Landgrafschaft Hessen-Darmstadt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erhebung zur Grafschaft ==&lt;br /&gt;
Als Kaiser [[Sigismund (HRR)|Sigismund]] 1429 [[Reinhard II. (Hanau)|Reinhard II.]] von Hanau durch eine in [[Pressburg]] ausgestellte Urkunde in den [[Graf|Reichsgrafenstand]] erhob, wurde aus der [[Herrschaft Hanau]] die Grafschaft Hanau.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich, S. 16.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab diesem Zeitpunkt kann man tatsächlich von einer „Grafschaft Hanau“ sprechen, auch wenn der Begriff in der Literatur manchmal unscharf auch auf die Zeit angewandt wird, als das [[Territorium]] noch Herrschaft war. Der Grafentitel war ein äußeres Zeichen für einen Aufschwung, den die Grafschaft in der Regierungszeit Reinhards II. insgesamt nahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilung der Grafschaft ==&lt;br /&gt;
Mit dem Tod des Grafen Reinhard II. 1451 ergaben sich schnell dynastische Probleme. Bereits 1452 starb nach nur einjähriger Regierungszeit [[Reinhard III. (Hanau)|Reinhard III.]] Erbe war sein erst vier Jahre alter Sohn [[Philipp I. (Hanau-Münzenberg)|Philipp I., der Jüngere]]. Aus Angst um den Fortbestand der Familie einigten sich die Verwandten und andere wichtige Entscheidungsträger der Grafschaft, das [[Primogenitur]]statut der Familie von 1375, eines der ältesten in Deutschland&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich, S. 54–58.&amp;lt;/ref&amp;gt;, nicht anzuwenden und dem Onkel des Erben und Bruder des verstorbenen Reinhard III., [[Philipp I. (Hanau-Lichtenberg)|Philipp I., dem Älteren]], das [[Amt Babenhausen]] aus dem Bestand der Grafschaft als eigene Grafschaft zukommen zu lassen. Diese Landesteilung 1458 und die damit verbundene Ausstattung von Philipp I., dem Älteren&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich, S. 125f.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ermöglichte ihm eine standesgemäße Heirat, das Zeugen erbberechtigter Nachkommen und erhöhte so die Sicherheit für den weiteren Bestand des Grafenhauses. Philipp d.&amp;amp;nbsp;Ä. heiratete 1458 [[Anna von Lichtenberg]], Erbtochter [[Ludwig V. von Lichtenberg|Ludwigs V. von Lichtenberg]]. Nach dessen Tod 1473 erbten Anna und Philipp d.&amp;amp;nbsp;Ä. die Herrschaft Lichtenberg im unteren [[Elsass]] mit der Hauptstadt [[Bouxwiller (Bas-Rhin)|Buchsweiler]]. Hieraus entstand die Linie und Grafschaft [[Grafschaft Hanau-Lichtenberg|Hanau-Lichtenberg]]. Philipp I. (der Jüngere) von Hanau und seine Nachkommen nannten sich in Unterscheidung dazu künftig „von [[Grafschaft Hanau-Münzenberg|Hanau-Münzenberg]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich, S. 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wiedervereinigung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hanau Stadtschloss Merian.jpg|mini|300px|Das [[Stadtschloss Hanau]] (1632)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im 17. Jahrhundert wurden die beiden Territorien wieder zu einer Grafschaft Hanau vereint. 1642 starb mit [[Johann Ernst (Hanau-Münzenberg)|Johann Ernst]] der letzte Graf aus dem Haus Hanau-Münzenberg. Er stammte bereits aus der Seitenlinie Hanau-Münzenberg-Schwarzenfels. Damit war das Haus Hanau-Münzenberg erloschen. Gemäß einem Erbvertrag von 1610 zwischen [[Philipp Ludwig II. (Hanau-Münzenberg)|Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg]] und [[Johann Reinhard I. (Hanau-Lichtenberg)|Johann Reinhard I. von Hanau-Lichtenberg]] trat Hanau-Lichtenberg in die Erbfolge ein. Dort regierte zu dieser Zeit der erst neunzehnjährige [[Friedrich Casimir (Hanau)|Friedrich Casimir]]. Noch herrschte der [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährige Krieg]], die Verwandtschaftsbeziehung zu dem verstorbenen letzten Hanau-Münzenberger war sehr weitläufig und der Herrschaftsantritt keineswegs gesichert. Auf Schleichwegen und inkognito wurde Friedrich Casimir von seinem Vormund, Freiherr [[Georg II. von Fleckenstein-Dagstuhl]], nach Hanau gebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ferdinand Hahnzog]]: &amp;#039;&amp;#039;Georg II. von Fleckenstein, Freiherr zu Dachstuhl. Ein Hanauer Administrator in der Endphase des Dreißigjährigen Krieges.&amp;#039;&amp;#039; In: Hanauer Geschichtsblätter 18, 1962 S.&amp;amp;nbsp;223–242.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort musste er sich zunächst gegenüber dem Patriziat der Neustadt Hanau verpflichten und diesem eine Reihe von Rechten zugestehen. Dazu zählte vor allem die Religionsfreiheit für die reformierte Konfession, die „Staatsreligion“ in Hanau-Münzenberg, denn Hanau-Lichtenberg war lutherisch geblieben und Graf Friedrich Casimir war Lutheraner.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich, S. 191f.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1643 gelang es dann mit der Hilfe der Landgräfin [[Amalie Elisabeth von Hanau-Münzenberg|Amalie Elisabeth von Hessen-Kassel]], einer geborenen Gräfin von Hanau-Münzenberg, die Ansprüche Friedrich Casimirs auch gegenüber dem Erzbischof von [[Kurmainz|Mainz]] durchzusetzen. Im Gegenzug schloss Friedrich Casimir mit der Landgräfin einen Erbvertrag, der regelte, dass Hessen-Kassel bei einem Aussterben des Hauses Hanau die Grafschaft Hanau-Münzenberg erben sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich, S. 192ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1647 heiratete Friedrich Casimir die zwanzig Jahre ältere Witwe seines Vorgängers in der Regierung der Grafschaft Hanau-Münzenberg, des Grafen [[Philipp Moritz (Hanau-Münzenberg)|Philipp Moritz]], [[Sibylle Christine von Anhalt-Dessau]]. Der Schritt war zum einen der prekären Finanzlage der Grafschaft zuzuschreiben: Das sparte die Dotation für die Gräfin-Witwe. Zum anderen beruhigte eine Ehe zwischen dem lutherischen Grafen und der reformierten Gräfin-Witwe zusätzlich die Untertanen in der Konfessionsfrage. Allerdings blieb die Ehe kinderlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Casimir ließ für sich und seinen Hofstaat zunächst in der Schlosskapelle lutherische Gottesdienste abhalten. 1658–1662 wurde in Hanau eine eigene Kirche für die lutherische Gemeinde errichtet (heute: [[Johanneskirche (Hanau)|Alte Johanneskirche]]), die auch Begräbnisstätte des Grafenhauses wurde. Im Laufe der Zeit nahm die Zahl der Lutheraner zu und die Grafschaft wurde bikonfessionell. Lange Zeit standen sich die beiden konfessionellen Lager feindselig gegenüber, versuchten z.&amp;amp;nbsp;B. [[interkonfessionelle Ehe]]n zu verhindern oder den Partner anderer Konfession für die eigene zu gewinnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu im Einzelnen: Peter Gbiorczyk: &amp;#039;&amp;#039;Wirken und Wirkung des reformierten Theologen Friedrich Grimm (1672–1748). Religiöse Traditionen in der Familiengeschichte bis zu den Brüder Grimm.&amp;#039;&amp;#039; Shaker, Aachen 2013, ISBN 978-3-8440-2226-1, S. 98–105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen formal-rechtlichen Ausgleich schuf 1670 der „Religionsrezess“.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu: [[Alexander Jendorff]]: &amp;#039;&amp;#039;„zu desto mehrer beruhigung Land und Leüte“: Der Hanauer Religionsrezess von 1670 und die Etablierung protestantischer Bikonfessionalität&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Holger Th. Gräf]] und Markus Laufs (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Geplante Vielfalt? Kulturelle Verflechtungen in der Neustadt Hanau im 17. und 18. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039; = Veröffentlichungen der [[Historische Kommission für Hessen|Historischen Kommission für Hessen]] 96 = Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte 33. Marburg 2025. ISBN 978-3-942225-61-8, S. 81–108.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde das Gegeneinander der beiden protestantischen Konfessionen zu einem Nebeneinander und endete am Anfang des 19. Jahrhunderts in der [[Hanauer Union]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Situation ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Comitatus hanau.jpg|mini|300px|Karte der Grafschaft Hanau von [[Friedrich Zollmann]] 1728]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Versuchen des Grafen in Sachen Früh[[merkantilismus]] war nur gemischter Erfolg beschieden. 1661 wurde die erste deutsche [[Fayence]]-Manufaktur in Hanau gegründet, die erfolgreich produzierte. Andererseits beauftragte er den damals bekannten Ökonomen [[Johann Joachim Becher]], Kontakt mit der [[Niederländische Westindien-Kompanie|Niederländischen Westindischen Kompanie]] aufzunehmen, mit dem Ziel, einen Landstrich in [[Niederländisch-Guayana]] (zwischen [[Orinoco]] und [[Amazonas]]) zu erwerben. 1669 schloss Graf Friedrich Casimir einen entsprechenden Vertrag, nach dem ein Königreich [[Hanauisch-Indien]] als hanauische Kolonie zwischen Orinoco und Amazonas in Niederländisch-Guayana gegründet werden sollte. Der Vertrag beinhaltete den Kauf eines Gebietes von über 3000 Quadratmeilen – die Grafschaft Hanau umfasste damals 44 Quadratmeilen. Das Unternehmen „Hanauisch-Indien“ scheiterte sofort an den zunächst erforderlichen Anfangsinvestitionen, die die Grafschaft nicht aufbringen konnte, und dem [[Niederländisch-Französischer Krieg|Niederländisch-Französischen Krieg]]. Es hat in der Geschichte sonst keine Spuren hinterlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ferdinand Hahnzog: &amp;#039;&amp;#039;Hanauisch-Indien einst und jetzt.&amp;#039;&amp;#039; Verlag W. Dausien, Hanau 1959.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grafschaft Hanau war in der Folge finanziell so angeschlagen, dass Verwandte des Grafen beim Hofrat in Wien beantragten, Graf und Grafschaft unter [[Kuratel]], eine Form der [[Zwangsverwaltung]], zu stellen. [[Leopold I. (HRR)|Kaiser Leopold I.]] gab dem statt und ordnete die erbetene Kuratel an. [[1670]] unterwarf sich Friedrich Casimir diesem Spruch und regierte fortan wesentlich sparsamer.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich, S. 133ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er starb 1685.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1680 wurde, verursacht durch die französischen Expansionskriege, ein militärisches „Haunauisches Reichs- und Kreiskontingent“ aufgestellt, das – entgegen bisheriger Praxis – auch nicht mehr aufgelöst wurde. Beim Übergang der Grafschaft Hanau-Münzenberg an die [[Landgrafschaft Hessen-Kassel]] wurde es in „Hanauisches Bataillon“ umbezeichnet und wurde erst in [[Kassel]], später in [[Eschwege]] stationiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Löwenstein, S. 220.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die letzten Grafen von Hanau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hanau Stadtschloss Frank.jpg|miniatur|300px|Das barocke [[Stadtschloss Hanau]] (um 1870)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Erbe des kinderlos verstorbenen Grafen Friedrich Kasimir traten die beiden Söhne seines Bruders [[Johann Reinhard II. von Hanau-Lichtenberg]], die Grafen [[Philipp Reinhard (Hanau-Münzenberg)|Philipp Reinhard]] in Hanau-Münzenberg und [[Johann Reinhard III. (Hanau)|Johann Reinhard III.]] in Hanau-Lichtenberg an. Die Grafschaft Hanau war damit wieder geteilt. Allerdings verstarb Philipp Reinhard bereits 1712, so dass Johann Reinhard III. dann auch den Hanau-Münzenberger Landesteil erbte und die Grafschaft wieder vereinigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Zeit nahm die Grafschaft wirtschaftlich Aufschwung. Die Residenzstadt Hanau wurde [[barock]] ausgebaut, das [[Stadtschloss Hanau|Stadtschloss]] erweitert, ein Sommerschloss, [[Schloss Philippsruhe]], errichtet, ebenso der [[Stadtschloss Hanau#Marstall|Marstall]], das [[Neustädter Rathaus (Hanau)|Neustädter Rathaus]] und das [[Stadtbefestigung Hanau#Frankfurter Tor|Frankfurter Tor]]. Auch auf dem Land machte sich der Aufschwung bemerkbar: In vielen Dörfern der Grafschaft wurden nun – bedingt durch die konfessionelle Spaltung zwischen Lutheranern und Reformierten – je zwei Kirchen, zwei Schulen, zwei Friedhöfe etc. unterhalten. Dieses bikonfessionelle System wurde erst Anfang des 19. Jahrhunderts mit der „[[Hanauer Union]]“ aufgegeben, als nach den [[Koalitionskriege|napoleonischen Kriegen]] nicht mehr genug Geld da war, es zu unterhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Erbe ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hanau-Kesselstadt Schloss Philippsruhe 20101209.jpg|mini|300px|[[Schloss Philippsruhe]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1736 starb mit Johann Reinhard III. siebzigjährig der letzte männliche Vertreter des Grafenhauses.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich, S. 202f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund des Erbvertrags von 1643 fiel der Hanau-Münzenberger Landesteil an [[Landgrafschaft Hessen-Kassel|Hessen-Kassel]], aufgrund der Ehe der einzigen Tochter des letzten Hanauer Grafen, [[Charlotte Christine Magdalene Johanna von Hanau-Lichtenberg|Charlotte]], mit dem Erbprinzen [[Ludwig VIII. (Hessen-Darmstadt)|Ludwig (VIII.)]] von [[Landgrafschaft Hessen-Darmstadt|Hessen-Darmstadt]] der Hanau-Lichtenberger Anteil nach dort. Jahrzehntelang umstritten blieb zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt die Zugehörigkeit des [[Amt Babenhausen|Amtes Babenhausen]] zum Münzenberger oder Lichtenberger Erbteil. Dieser Streit wurde erst nach 40 Jahren durch eine Realteilung beigelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich, S. 206ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden Teile der ehemaligen Grafschaft Hanau, Hanau-Münzenberg und Hanau-Lichtenberg folgten nun getrennten Entwicklungen (siehe dort).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitat ==&lt;br /&gt;
{{Zitat|Hanau ist eine derer wichtigsten Grafschafften in Teutschland, welche in zwey Theile getheilet ward, die Münzenbergische und die Lichtenbergische. Die Münzenbergische Lande ligen bey Franckfurt um den Mayn herum; die Lichtenbergische aber ohnfern Straßburg diseits und jenseits Rheins.&lt;br /&gt;
| Quelle = [[Johann Jakob Moser]]: &amp;#039;&amp;#039;Neues Teutsches Staatsrecht.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1766&amp;amp;nbsp;ff.&lt;br /&gt;
| ref = &amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Jakob Moser]]: &amp;#039;&amp;#039;Neues Teutsches Staatsrecht.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1766&amp;amp;nbsp;ff., Bd. 3.2, S. 845.&amp;lt;/ref&amp;gt; }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
=== Fortsetzung ===&lt;br /&gt;
* [[Grafschaft Hanau-Münzenberg]]&lt;br /&gt;
* [[Grafschaft Hanau-Lichtenberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Artikel mit verwandten Themen ===&lt;br /&gt;
* [[Hanau (Adelsgeschlecht)]]&lt;br /&gt;
* [[Stammliste der Herren und Grafen von Hanau]]&lt;br /&gt;
* [[Wappen der Grafschaft Hanau]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Grafschaften Deutschlands]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [http://www.hgv1844.de/grafschaft-hanau-muenzenberg.html Erhard Bus: &amp;#039;&amp;#039;Zur Territorialgeschichte der Grafschaft Hanau-Münzenberg&amp;#039;&amp;#039;]. In: Homepage des [[Hanauer Geschichtsverein 1844|Hanauer Geschichtsverein]]s e.&amp;amp;nbsp;V.&lt;br /&gt;
* [[Karl Ernst Demandt]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Landes Hessen&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, [[Bärenreiter-Verlag]], Kassel und Basel 1972, ISBN 3-7618-0404-0, S.&amp;amp;nbsp;288–299.&lt;br /&gt;
* [[Reinhard Dietrich (Jurist)|Reinhard Dietrich]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Landesverfassung in dem Hanauischen. Die Stellung der Herren und Grafen in Hanau-Münzenberg aufgrund der archivalischen Quellen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Hanauer Geschichtsblätter]]&amp;#039;&amp;#039; 34). Selbstverlag des Hanauer Geschichtsvereins, Hanau 1996, ISBN 3-9801933-6-5.&lt;br /&gt;
* [[Peter Gbiorczyk]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Entwicklung des Landschulwesens in der Grafschaft Hanau von der Reformation bis 1736. Die Ämter Büchertal und Windecken.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände. Shaker Verlag, Aachen 2011, ISBN 978-3-8440-0331-4.&lt;br /&gt;
* Uta Löwenstein: &amp;#039;&amp;#039;Grafschaft Hanau&amp;#039;&amp;#039;. In: Ritter, Grafen und Fürsten – weltliche Herrschaften im hessischen Raum ca. 900–1806 = Handbuch der hessischen Geschichte 3 = Veröffentlichungen der [[Historische Kommission für Hessen|Historischen Kommission für Hessen]] 63. Marburg 2014. ISBN 978-3-942225-17-5, S. 196–230.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Julius Zimmermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Hanau, Stadt und Land. Kulturgeschichte und Chronik einer fränkisch-wetterauischen Stadt und ehemaligen Grafschaft. Mit besonderer Berücksichtigung der älteren Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Vermehrte Ausgabe. Selbstverlag, Hanau 1919 (Unveränderter Nachdruck. Peters, Hanau 1978, ISBN 3-87627-243-2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4023202-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grafschaft Hanau| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichsgrafschaft|Hanau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Territorium (Hessen)|Hanau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Main-Kinzig-Kreis)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Wetteraukreis)|Hanau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsgründung in den 1420er Jahren|Hanau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1452]]&lt;/div&gt;</summary>
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