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	<title>Grabenwahlsystem - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T03:25:09Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Grabenwahlsystem&amp;diff=632415&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Notname87: /* Anwendung */ Grabenwahl in Ungarn bereits ab 1990</title>
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		<updated>2026-04-17T19:59:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Anwendung: &lt;/span&gt; Grabenwahl in Ungarn bereits ab 1990&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grabenwahlsystem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Wahlsystem]], bei dem mehrere Wahlverfahren nebeneinander und ohne Verrechnung miteinander angewandt werden (Parallelwahl ohne Ausgleich, daher im Englischen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;parallel voting&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt). Meistens wird beim Grabenwahlsystem ein Teil der Sitze per [[Mehrheitswahl]] in [[Wahlkreis#Typologie|Einpersonenwahlkreisen]] vergeben und der andere nach dem Prinzip des [[Verhältniswahl]]rechts. Dabei müssen nicht notwendigerweise zwei Stimmen abgegeben werden, entscheidend ist lediglich, dass es zwei völlig getrennte [[Sitzzuteilungsverfahren]] gibt, wo die endgültige Anzahl der Sitze nicht proportional zu Stimmen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff kommt daher, dass beim Grabenwahlsystem (anders als beim heutigen deutschen Wahlsystem) die [[Direktmandat]]e nicht auf die [[Listenmandat]]e angerechnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Christoph Seils]] |url=http://www.bpb.de/politik/wahlen/bundestagswahlen/163311/das-neue-wahlrecht?p=all |titel=Das neue Wahlrecht und die Krux mit den Überhangmandaten |werk=[[Bundeszentrale für politische Bildung|bpb.de]] 207 |datum=2013-06-18 |abruf=2016-09-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwischen beiden Arten, ins Parlament zu kommen, besteht so gesehen ein Graben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1956 legte die CDU/CSU unter Bundeskanzler [[Konrad Adenauer|Adenauer]] einen Gesetzentwurf zu einem Grabenwahlsystem vor, das ihren damaligen Koalitionspartner [[Freie Demokratische Partei|FDP]] viele Mandate gekostet hätte. Die FDP im nordrhein-westfälischen Landtag wechselte daher „aus Notwehr“ aus der Koalition mit der CDU zur [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]], womit Adenauer seine [[Bundesrat (Deutschland)|Bundesratsmehrheit]] verlor. Der Vorgang führte zu einer Spaltung der FDP und ihrem Austritt aus der Regierung Adenauer sowie der Gründung der [[Freie Volkspartei|Freien Volkspartei]]. Langfristig führte die prinzipielle Koalitionsmöglichkeit mit der SPD zur ersten sozialliberalen [[Kabinett Brandt I|Bundesregierung 1969]].&amp;lt;ref&amp;gt;Heino Kaack: &amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte und Programmatik der Freien Demokratischen Partei.&amp;#039;&amp;#039; Hain, Meisenheim am Glan 1976.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Udo Leuschner]] |url=https://www.udo-leuschner.de/liberalismus/fdp4.htm |titel=Der Coup der „Jungtürken“: Adenauer mißlingt der Plan, die FDP durch Manipulierung des Wahlrechts in den „Graben“ fallen lassen |werk=udo-leuschner.de |abruf=2022-01-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 2019 schlug der [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]-Politiker [[Günter Krings]] ein Grabenwahlsystem vor, um einen immer größer werdenden [[Deutscher Bundestag|Deutschen Bundestag]] zu vermeiden. Ende 2019 griffen 24&amp;amp;nbsp;[[Mitglied des Deutschen Bundestages|Mitglieder des Bundestages]] der [[CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag|CDU/CSU-Fraktion]] die Idee erneut auf. Die anderen Parteien wiesen den Vorschlag zurück. FDP-Chef [[Christian Lindner]] erinnerte daran, dass schon Adenauer mit der Idee gescheitert sei.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.tagesschau.de/inland/wahlrechtsreform-bundestag-101.html |titel= Debatte über neues Wahlrecht: Union kämpft für Grabenwahlsystem |werk=[[Tagesschau.de]] |datum=2019-12-27 |abruf=2020-05-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Effekt am Beispiel der Bundestagswahl 2025 ==&lt;br /&gt;
Ein Grabenwahl- und ein Mehrheitswahlsystem hätten bei der [[Bundestagswahl 2025]] zu einer [[Sitzverteilung]] mit einem höheren Anteil für die großen Parteien ([[Duvergers Gesetz]]) im Vergleich zur [[Personalisiertes Verhältniswahlrecht|personalisierten Verhältniswahl]] geführt. Die Sitzverteilung würde stärker vom Anteil der Parteien an den abgegebenen Stimmen abweichen. Dem steht eine kleinere [[Parteienvielfalt]] und geringere Zersplitterung des Parlaments entgegen. Wie bei der [[Fünf-Prozent-Hürde in Deutschland|Fünf-Prozent-Hürde]] würde eine gewisse Abweichung der Mandatsverteilung zur Stimmenverteilung in Kauf genommen, um die Fähigkeit zur Regierungsbildung und -führung zu erleichtern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Joachim Behnke |url=https://www.bundestag.de/resource/blob/899578/7665b903a45372224e9dd2e9e96bfe1e/K-Drs-024-Prof-Dr-Behnke-Stellungnahm-Grabenwahlsystem-data.pdf |titel=Stellungnahme zur Vergrößerung des Bundestags, zur Sitzung am 23. Juni der Kommission zur Reform des Wahlrechts und zur Modernisierung der Parlamentsarbeit |werk=Deutscher Bundestag |datum=2022-06-17 |sprache=de |abruf=2023-01-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Wahlgleichheit]] kann mit dem [[Gallagher-Index]] gemessen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Bundestagswahl 2025 mit Grabenwahlsystem&amp;lt;ref&amp;gt;Angenommen wird gleiches Wählerverhalten. Bei der Mehrheitswahl wird der Wahlkreissieger-Anteil benutzt. Bei der Grabenwahl werden die tatsächlich errungenen 299 Wahlkreissiege und der tatsächliche Zweitstimmenanteil für die 299 Listenmandate benutzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;(630 Sitze: SSW 0,2 %, Linke 10,2 %, Grüne 13,5 %, SPD 19,0 %, AfD 24,1 %, Union 33,0 % /&amp;lt;br&amp;gt;&amp;amp;nbsp; 598 Sitze: (SSW n.&amp;amp;nbsp;v.) Linke 5,4 %, Grüne 8,0 %, SPD 18,4 %, AfD 18,9 %, Union 49,3 % /&amp;lt;br&amp;gt;&amp;amp;nbsp; 299 Sitze: (SSW n.&amp;amp;nbsp;v.) Linke 2,0 %, Grüne 4,0 %, SPD 15,1 %, AfD 15,4 %, Union 63,5 %)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Sitzverteilung&lt;br /&gt;
| Überschrift = Verhältniswahl (Ist-Zustand)&lt;br /&gt;
| Land = DE&lt;br /&gt;
| float = right&lt;br /&gt;
| LINKE|SPD|GRÜNE|SSW|UNION|AfD| SSW = 1&lt;br /&gt;
| LINKE = 64&lt;br /&gt;
| GRÜNE = 85&lt;br /&gt;
| SPD = 120&lt;br /&gt;
| AfD = 152&lt;br /&gt;
| UNION = 208&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
|{{Sitzverteilung&lt;br /&gt;
| Überschrift = Grabenwahl (50:50)&lt;br /&gt;
| Land = DE&lt;br /&gt;
| float = right&lt;br /&gt;
| LINKE|SPD|GRÜNE|UNION|AfD| LINKE = 32&lt;br /&gt;
| GRÜNE = 48&lt;br /&gt;
| SPD = 110&lt;br /&gt;
| AfD = 113&lt;br /&gt;
| UNION = 295&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
|{{Sitzverteilung&lt;br /&gt;
| Überschrift = Mehrheitswahl&lt;br /&gt;
| Land = DE&lt;br /&gt;
| float = right&lt;br /&gt;
| LINKE|SPD|GRÜNE|UNION|AfD| LINKE = 6&lt;br /&gt;
| GRÜNE = 12&lt;br /&gt;
| SPD = 45&lt;br /&gt;
| AfD = 46&lt;br /&gt;
| UNION = 190&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendung ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- [[Datei:Supplementary member parallel voting countries.png|mini|hochkant=1.6|Staaten, in denen zum Stichtag 4. Februar 2009 ein Grabenwahlsystem auf nationaler Ebene zur Anwendung kam.]] Karte ist veraltet und wenig hilfreich (u. a. Russland und Italien fehlen)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das System findet in einer Reihe von Ländern Anwendung (wo nicht anders vermerkt in einer Kombination aus Mehrheitswahl in Einpersonenwahlkreisen und Verhältniswahl).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Europa ===&lt;br /&gt;
* 1990 und 2009 in [[Bulgarien]]&lt;br /&gt;
* 1992 und 1995 in [[Kroatien]] für die Wahl des [[Sabor|Abgeordnetenhauses]]&lt;br /&gt;
* in [[Litauen]] bei der Wahl des [[Seimas|Parlaments]] (Mehrheitswahl mit Stichwahl und Verhältniswahl)&lt;br /&gt;
* von 1993 bis 2003 und wieder seit 2016&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Gesine Dornblüth]] |url=https://www.deutschlandfunk.de/duma-wahl-in-russland-kleine-verluste-fuer-demokratischen.795.de.html?dram:article_id=352310 |titel=Duma-Wahl in Russland: Kleine Verluste für demokratischen Anstrich |werk=[[Deutschlandfunk]]-Sendung „Europa heute“ |datum=2016-04-24 |abruf=2019-11-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in der [[Russische Föderation|Russischen Föderation]] bei den Wahlen zur [[Duma#Duma im postsowjetischen Russland|Duma]]&lt;br /&gt;
* von 2012 bis 2020 in der [[Ukraine]] bei der [[Werchowna Rada#Wahlsystem|Parlamentswahl]] (Mehrheitswahl ohne Stichwahl und Verhältniswahl)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://en.interfax.com.ua/news/general/633561.html Electoral Code becomes effective in Ukraine]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* seit 1990 in [[Ungarn]]&lt;br /&gt;
* seit 2017 in [[Italien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Afrika ===&lt;br /&gt;
* in [[Guinea]] bei der Wahl der [[Nationalversammlung (Guinea)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* seit 2014 in [[Libyen]] bei der Wahl des [[Abgeordnetenrat]]s&lt;br /&gt;
* in [[Niger]] bei der Wahl der [[Nationalversammlung (Niger)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* auf den [[Seychellen]] bei der Wahl der [[Nationalversammlung (Seychellen)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Amerika ===&lt;br /&gt;
* in [[Guatemala]] bei der Wahl des [[Kongress der Republik Guatemala|Kongresses]]&lt;br /&gt;
* in [[Mexiko]] bei der Wahl der beiden Kammern des [[Kongress der Union Mexiko|Kongresses]]&lt;br /&gt;
* In [[Panama]] bei der Wahl der [[Nationalversammlung (Panama)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Asien ===&lt;br /&gt;
* in [[Armenien]] bei der Wahl der [[Nationalversammlung (Armenien)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* in [[Aserbaidschan]] bei der Wahl der [[Nationalversammlung (Aserbaidschan)|Nationalversammlung]] (Mehrheitswahl mit Stichwahl und Verhältniswahl)&lt;br /&gt;
* in [[Republik China (Taiwan)|Taiwan]] bei der Wahl des [[Legislativ-Yuan]]s (bis 2004: [[Einfache nicht-übertragbare Stimme|nicht übertragbare Einzelstimmgebung]] und Verhältniswahl)&lt;br /&gt;
* in [[Georgien]] bei der Wahl des [[Parlament (Georgien)|Parlaments]]&lt;br /&gt;
* in [[Hongkong|Hong Kong]] bei der Wahl des [[Legislativrat (Hongkong)|Legislative Council]]&lt;br /&gt;
* in [[Japan]] bei der Wahl von [[Shūgiin|Unterhaus]] und [[Sangiin|Oberhaus]] ([[Einfache nicht-übertragbare Stimme|nicht übertragbare Einzelstimmgebung]] und Verhältniswahl)&lt;br /&gt;
* in [[Macau]] bei der Wahl der [[Gesetzgebende Versammlung von Macau|Gesetzgebenden Versammlung]]&lt;br /&gt;
* In [[Nepal]] kam ein Grabenwahlsystem erstmals bei der [[Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung Nepals 2008|Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung 2008]] zur Anwendung.&amp;lt;ref&amp;gt;Fida Nasrallah: &amp;#039;&amp;#039;How the electoral system works&amp;#039;&amp;#039;. In: {{Internetquelle |offline=ja |zugriff=2016-09-18 | url=http://www.unmin.org.np/downloads/publications/PATRA_5_ENG.pdf |titel=UNMIN Newspaper: Issue 5 Feb/March 2008 |seiten=3 |format=PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in [[Staat Palästina|Palästina]] bei der Wahl des [[Palästinensischer Legislativrat|Palästinensischen Legislativrats]] (zuletzt 2006)&lt;br /&gt;
* auf den [[Philippinen]] bei der Wahl des [[Repräsentantenhaus (Philippinen)|Repräsentantenhauses]]&lt;br /&gt;
* in [[Südkorea]] bei der Wahl der [[Gukhoe|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* seit 2007 in [[Thailand]] bei der Wahl zum [[Repräsentantenhaus (Thailand)|Repräsentantenhaus]] (375 Sitze per Mehrheitswahl; 125 Sitze per Verhältniswahl)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Michael Schmid: &amp;#039;&amp;#039;Wahlsysteme und Wahltypen&amp;#039;&amp;#039;, VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006, ISBN 978-3-531-14890-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wahlverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
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