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	<title>Gottfried Martin - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gottfried_Martin&amp;diff=2010359&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Tohma: Kat nach Text</title>
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		<updated>2026-01-05T11:54:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kat nach Text&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gottfried Martin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[19. Juni]] [[1901]] in [[Gera]], Thüringen; † [[20. Oktober]] [[1972]] in [[Bonn]]) war ein deutscher [[Philosoph]], der vor allem als [[Wilhelm von Ockham|Ockham]]-, [[Immanuel Kant|Kant]]- und [[Leibniz]]forscher bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Der Vater Wilhelm Martin war Pfarrer. Martin wuchs in [[Heringen (Werra)|Heringen an der Werra]] in Hessen auf und besuchte seit seinem dreizehnten Lebensjahr das [[Friedrichsgymnasium (Kassel)|Friedrichsgymnasium]] in Kassel. Nach der [[Matura]]-Prüfung war er von Mai 1919 bis zum Frühjahr 1920 bei einem [[Freikorps]] in Schlesien.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Tilitzki, Die deutsche Universitätsphilosophie, Band 1, S. 877. [https://www.zeit.de/2002/24/Von_der_Einfuehlung_des_Gedankens Rezension]&amp;lt;/ref&amp;gt; Danach arbeitete er in Kasseler Fabriken als Vorbereitung seines naturwissenschaftlichen Studiums, das er 1921 begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin studierte zunächst [[Chemiestudium|Chemie]] bei [[Karl Friedrich von Auwers]], [[Physikstudium|Physik]] bei Clemens Schäfer,&amp;lt;!--WP hat nur den Kommunalpolitiker--&amp;gt; Mathematik bei [[Kurt Hensel]] und [[Ernst Zermelo]]. Später, unter dem Einfluss von [[Paul Natorp]], nahm er auch das Studium der [[Philosophie]] auf. Bedeutende Lehrer waren [[Nicolai Hartmann]], [[Edmund Husserl]] und [[Martin Heidegger]]. Nach zwischenzeitlicher Arbeit in der Industrie &amp;lt;!--in einem Verlag/nach anderen Quellen--&amp;gt; erfolgte 1934 seine Promotion bei Heidegger in [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg|Freiburg]] mit dem Thema &amp;#039;&amp;#039;Arithmetik und Kombinatorik bei Kant&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin beantragte am 5. Juni 1937 die Aufnahme in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.708.632).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/27721535&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Frühjahr 1939 wurde er Betriebsleiter und Teilhaber einer chemischen Fabrik in [[Eisenach]]. 1939 eingezogen, wurde er im März 1940 [[UK-Stellung|unabkömmlich gestellt]] und 1943 aus der [[Wehrmacht]] entlassen. Martin hatte eine Arbeit über [[Wilhelm von Ockham]] fertiggestellt und reichte sie 1940 in Freiburg zur Habilitation ein, dann aber, auf Anraten Heideggers, in Köln. Die Arbeit wurde von [[Heinz Heimsoeth]], der die Habilitation betreute, [[Artur Schneider (Philosoph)|Artur Schneider]], [[Herbert Schöffel]] und [[Fritz Schalk]] einmütig und positiv beurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin lehrte von 1943 bis 1946 an der [[Universität Jena]] in Thüringen, wonach [[Flucht aus der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR|er nach Westdeutschland floh]]. Von 1948 bis 1952 war er apl. Professor an der [[Universität Köln]] und von 1953 bis 1954 ao. bzw. von 1954 bis 1958 o. Professor an der [[Universität Mainz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1951 erschien im Kölner Universitätsverlag seine Arbeit &amp;#039;&amp;#039;Immanuel Kant&amp;#039;&amp;#039;, in der er die &amp;#039;&amp;#039;[[Kritik der reinen Vernunft]]&amp;#039;&amp;#039; [[Ontologie|ontologisch]] interpretierte. Seine Überlegungen zur [[Philosophie der Mathematik]], die sich insbesondere mit Begriffs- und Theoriegeschichte befassen, veröffentlichte er 1956 in der Arbeit &amp;#039;&amp;#039;Klassische [[Ontologie]] der Zahl&amp;#039;&amp;#039;, die die Spanne vom antiken Griechenland bis hin zu Husserls Begriff der [[Mannigfaltigkeit]] umfasst. Der nächste Schritt war eine Untersuchung der [[Logik]] und [[Metaphysik]] bei Leibniz (1960). Als Hauptwerk Martins gilt das Buch &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Metaphysik&amp;#039;&amp;#039; aus dem Jahr 1965. Das vom [[Positivismus]] behauptete Ende der Metaphysik bestritt Martin: „Die Metaphysik war immer gleich möglich und gleich unmöglich“ (S. 6). Es komme auf die Art des Fragens und der Antworten an. Metaphysik habe vor allem die Aufgabe, „jede neu erreichte Einsicht wieder aufzulösen, zu jeder neu erreichten Einsicht wiederum neue [[Aporie]]n zu finden.“ (S. 332) Metaphysik im Sinne Martins ist [[Aporetik|aporetische]] [[Dialektik]]. Mit diesem Ansatz stand Martin in der Tradition [[Nicolai Hartmann]]s, den er in Marburg hörte, und seines Freiburger Doktorvaters Martin Heidegger. Dabei vollzog er Heideggers Rede von einer Differenz von [[Sein (Philosophie)|Sein]] und Seiendem nicht mit. Seine Frage ist nicht, ob es das Sein gibt, sondern wie das Sein gegeben ist. Bei [[Platon]] ist [[Allgemeines und Einzelnes|das Allgemeine]] die [[Idee]], bei [[Aristoteles]] das [[Physikalisches Gesetz|Naturgesetz]] und bei Kant die [[Handeln|Handlung]] des [[Denken]]s. Philosophische Forschung bedeutet zu fragen, „was jeder der Grundlagen-Standpunkte eigentlich behauptet und was er leistet, was er leistet für das Verständnis der Logik und der Mathematik und was er leistet in dem Verständnis des Denkens überhaupt“ (S. 328). Mit [[Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Hegel]] verstand Martin allgemeine Metaphysik als Problemfeld und Methode, die Vielheit divergierender Standpunkte zu verstehen und als notwendig dialektisch zu begreifen. So verstandene Philosophie ist niemals abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin lehnte Rufe nach Tübingen (1954), Hamburg (1956), München (1957) ab; er ging 1958 als Nachfolger [[Erich Rothacker]]s nach [[Universität Bonn|Bonn]]. Er war dort ordentlicher Professor bis zu seiner Emeritierung 1969. Auch danach blieb er bis zu seinem Tod in der Lehre tätig. Er starb auf dem Nachhauseweg von einer Besprechung bei der [[Deutsche Forschungsgemeinschaft|Deutschen Forschungsgemeinschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1953 bis 1965 war Martin Herausgeber der &amp;#039;&amp;#039;[[Kant-Studien]]&amp;#039;&amp;#039;, die er mit [[Paul Menzer]] wieder begründet hatte, und von 1969 bis 1972 Erster Vorsitzender der Kant-Gesellschaft. Die erste Hauptversammlung der Kant-Gesellschaft nach 1934 fand 1960 in Bonn statt. Er war zudem Herausgeber des Kant-Indexes (von 1960 &amp;lt;!--1964?--&amp;gt; an), des Leibniz-Indexes von 1968 und Mitherausgeber der [[Studia Leibnitiana]] ab 1969. Außerdem war er Gründungsmitglied der Leibniz-Gesellschaft und von 1966 bis 1972 deren Vizepräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1970 organisierte er gemeinsam mit dem amerikanischen Philosophen [[Lewis White Beck]] den ersten Internationalen Kant-Kongress, der in den Vereinigten Staaten von Amerika an der [[University of Rochester]] stattfand.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.jstor.org/stable/2106957?seq=1 &amp;quot;Proceedings of the Third International Kant Congress&amp;quot; Beck, Lewis White.&amp;#039;&amp;#039;Philosophy and Phenomenological Research&amp;#039;&amp;#039; Vol. 33, No. 3 (Mar., 1973), ss. 429-431 Lewis White Beck North American Kant Society on Google (englisch)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Arithmetik und Kombinatorik bei Kant&amp;#039;&amp;#039;. 1938 (Dissertation 1934). Neuauflage 1972.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm von Ockham. Untersuchungen zur Ontologie der Ordnungen.&amp;#039;&amp;#039; de Gruyter, Berlin 1949.  (Habilitationsschrift 1939).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Immanuel Kant: Ontologie und Wissenschaftstheorie&amp;#039;&amp;#039;. Kölner Universitätsverlag, Köln 1951. 4. durchgesehene und um einen 3. Teil vermehrte Auflage: de Gruyter, Berlin 1969.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Neuzeit und Gegenwart in der Entwicklung des mathematischen Denkens&amp;#039;&amp;#039;. Kölner Universitätsverlag, Köln 1953/54.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Klassische Ontologie der Zahl&amp;#039;&amp;#039;. Kölner Universitätsverlag, Köln 1956&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Einleitung in die allgemeine Metaphysik&amp;#039;&amp;#039;. Kölner Universitätsverlag, Köln 1957. (Nachdr. Reclam, Stuttgart 1965, 1984)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Leibniz: Logik und Metaphysik&amp;#039;&amp;#039;. Kölner Universitätsverlag, Köln 1960.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Abhandlungen&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, Köln 1961. &amp;lt;!--S.19-34: &amp;#039;&amp;#039;Ist Ockhams Relationstheorie Nominalismus?&amp;#039;&amp;#039;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Metaphysik: Ihre Probleme und ihre Methode&amp;#039;&amp;#039;. de Gruyter, Berlin 1965.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Idee und Wirklichkeit der deutschen Universität&amp;#039;&amp;#039;. Bouvier, Bonn 1967.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;In memoriam Professor Erich Rothacker&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Alma mater&amp;#039;&amp;#039;, Bonn 1967, S. 5–12.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Sachindex zu Kants Kritik der reinen Vernunft&amp;#039;&amp;#039;. de Gruyter, Berlin 1967.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Sokrates in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten&amp;#039;&amp;#039;. Rowohlt, Reinbek 1967. (18. Aufl. 1994)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Plato in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten&amp;#039;&amp;#039;. Rowohlt, Reinbek 1969. (19. Aufl. 1995)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Platons Ideenlehre&amp;#039;&amp;#039;. Walter de Gruyter, Berlin 1973.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{NDB|16|286|287|Martin, Gottfried|[[Jan Peter Beckmann|Jan P. Beckmann]]|118731351}}&lt;br /&gt;
* Gerhard Schmidt, Ingeborg Heidemann: &amp;#039;&amp;#039;In Memoriam Gottfried Martin&amp;#039;&amp;#039;. Hanstein, Köln-Bonn 1973&lt;br /&gt;
* [[Christian Tilitzki]]: &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Universitätsphilosophie in der Weimarer Republik und im Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, Akademie Verlag, 2002, S. 877f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118731351}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118731351|VIAF=41856293|LCCN=n/83/314910|NDL=00448980}}&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Martin, Gottfried}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität zu Köln)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freikorps-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DDR-Flüchtling]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1901]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1972]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Martin, Gottfried&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Philosoph&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=19. Juni 1901&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Gera]], Thüringen&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=20. Oktober 1972&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bonn]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Tohma</name></author>
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