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	<title>Gonorrhoe - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gonorrhoe&amp;diff=1700565&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sugarmaster: Therapie ergänzt</title>
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		<updated>2026-04-03T22:26:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Therapie ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| 01-CODE = A54.0&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Gonokokkeninfektion des unteren Urogenitaltraktes&lt;br /&gt;
| 02-CODE = A54.1&lt;br /&gt;
| 02-BEZEICHNUNG = – mit Abszessbildung&lt;br /&gt;
| 03-CODE = A54.2&lt;br /&gt;
| 03-BEZEICHNUNG = Gonokokkeninfektion sonstiger Urogenitalorgane&lt;br /&gt;
| 04-CODE = A54.3&lt;br /&gt;
| 04-BEZEICHNUNG = Gonokokkeninfektion des Auges&lt;br /&gt;
| 05-CODE = A54.4&lt;br /&gt;
| 05-BEZEICHNUNG = Gonokokkeninfektion des Muskel-Skelett-Systems&lt;br /&gt;
| 06-CODE = A54.5&lt;br /&gt;
| 06-BEZEICHNUNG = Gonokokkenpharyngitis&lt;br /&gt;
| 07-CODE = A54.6&lt;br /&gt;
| 07-BEZEICHNUNG = Gonokokkeninfektion des Anus und des Rektums&lt;br /&gt;
| 08-CODE = A54.8&lt;br /&gt;
| 08-BEZEICHNUNG = sonstige Gonokokkeninfektion&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gonorrhoe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gonorrhö&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gonorrhöe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, von {{grcS|γονόῤῥοια|gonórrhoia}}, wörtlich „Samenfluss“) ist eine der häufigsten [[Sexuell übertragbare Erkrankung|sexuell übertragbaren Erkrankungen]]. Diese [[Bakterien|bakterielle]] [[Infektionskrankheit]] befällt die [[Schleimhaut|Schleimhäute]] von Harn- und [[Geschlechtsorgan]]en. Ausgelöst wird sie durch 1879 erstmals mikroskopisch nachgewiesene [[Neisseria gonorrhoeae|Gonokokken]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Neisseria gonorrhoeae]]&amp;#039;&amp;#039;), [[aerob]]e (sauerstoffabhängige), [[gramnegativ]]e, bewegliche [[Bakterien]], die als sogenannte [[Diplokokken]] paarweise auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die umgangssprachliche Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tripper&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Lehnwort|entlehnt]] aus [[Niederländische Sprache|niederländisch]] &amp;#039;&amp;#039;druiper&amp;#039;&amp;#039;, zu [[Niederdeutsche Sprache|niederdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;druipen&amp;#039;&amp;#039; „tropfen“) ist seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts belegt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Deutsches Wörterbuch |Lemma=Tripper |Band=22 |Sp=650 |lemid=T11516}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Deutsches Wörterbuch |Lemma=trippen |Band=22 |Sp=649 |lemid=T11511}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Lippert: &amp;#039;&amp;#039;Die Pathologie und Therapie der venerischen Krankheiten. Nach Philippe Ricord’s neuesten Vorträgen und Bemerkungen bearbeitet.&amp;#039;&amp;#039; B. S. Berendsohn, Hamburg 1846, S. 147 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Syphilis]], dem [[Ulcus molle|weichen Schanker]] und der venerischen Lymphknotenentzündung zählt der Tripper zu den klassischen Geschlechtskrankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die Strafe der Venus. Eine Kulturgeschichte der Geschlechtskrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; Orbis, München 2001, ISBN 3-572-01268-6, S. 14–17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Epidemiologie und Meldepflicht ==&lt;br /&gt;
Bei der Gonorrhoe handelt es sich um eine weltweit vorkommende, ausschließlich beim Menschen auftretende sexuell übertragbare Erkrankung. Von einer an Gonorrhoe erkrankten [[Schwangerschaft|schwangeren]] Frau kann der Erreger während der [[Geburt]] auf ihr Kind übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2000 war die Erkrankung in Deutschland [[Meldepflichtige Krankheit|meldepflichtig]]. Die Meldepflicht wurde aufgehoben mit Einführung des [[Infektionsschutzgesetz]]es, welches das Bundes-Seuchengesetz und das [[Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten (1953)|Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten]] ablöste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem österreichischen Geschlechtskrankheitengesetz ist &amp;#039;&amp;#039;Tripper&amp;#039;&amp;#039; [[Meldepflichtige Krankheit#Beschränkt meldepflichtige Krankheiten nach dem Geschlechtskrankheitengesetz|beschränkt meldepflichtig]] ({{§|4|Geschlechtskrankheitengesetz|RIS-B|DokNr=NOR12129671}} in Verbindung mit {{§|1|Geschlechtskrankheitengesetz|RIS-B|DokNr=NOR12129668}} Geschlechtskrankheitengesetz).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz ist &amp;#039;&amp;#039;Gonorrhoe&amp;#039;&amp;#039; ebenfalls für Ärzte, Spitäler usw. eine [[Meldepflichtige Krankheit#Schweiz|meldepflichtige Krankheit]] und zwar nach dem [[Epidemiengesetz]] (EpG) in Verbindung mit der &amp;#039;&amp;#039;Epidemienverordnung&amp;#039;&amp;#039; und {{§§|URL|2=https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20151622/index.html#app1ahref0|3=Anhang 1}} der &amp;#039;&amp;#039;Verordnung des [[Eidgenössisches Departement des Innern|EDI]] über die Meldung von Beobachtungen übertragbarer Krankheiten des Menschen&amp;#039;&amp;#039;. Meldepflichtig ist ein positiver laboranalytischer Befund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkrankungszahlen sind seit Ende der 1970er Jahre rückläufig, in den 1990er Jahren gingen die Trends in Europa jedoch auseinander. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre meldeten Belgien, Großbritannien und Frankreich eine Zunahme der Erkrankungen, in anderen Ländern blieb die [[Inzidenz (Epidemiologie)|Inzidenz]] dagegen gleich oder war rückläufig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltweit stellt die Gonorrhoe ein großes gesundheitliches Problem dar. Nach Schätzungen der [[Weltgesundheitsorganisation]] liegt die Zahl der Neuerkrankungen jedes Jahr bei 60 Millionen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;WHO_Epi&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.kindergynaekologie.de/html/kora22.html |text=Homepage der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendgynäkologie |wayback=20070802103623}} abgerufen am 1. Mai 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt; das ist ungefähr ein Prozent der Weltbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
Es gibt in Deutschland etwa 11 bis 25 Erkrankte je 100.000 Einwohner beziehungsweise ungefähr 10.000 bis 20.000 Fälle pro Jahr. Im Jahr 2000 gab es 2.000 gemeldete Fälle.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eurosurveillance_germany&amp;quot;&amp;gt;U. Marcus, O. Hamouda, W. Kiehl: [http://www.eurosurveillance.org/ViewArticle.aspx?ArticleId=2042 &amp;#039;&amp;#039;Reported incidence of gonorrhoea and syphilis in East and West Germany 1990–2000 – effects of reunification and behaviour change&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Eurosurveillance]].&amp;#039;&amp;#039; 10, Nr.&amp;amp;nbsp;43, 25. Oktober 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Sachsen stieg die Zahl der Infektionen je 100.000 Einwohner von 6,8 im Jahr 2003 auf 14,3 im Jahr 2010 an.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/gesundheit/article106423730/WHO-Experten-warnen-vor-unheilbarem-Tripper.html &amp;#039;&amp;#039;WHO-Experten warnen vor unheilbarem Tripper&amp;#039;&amp;#039;.] [[Die Welt|Welt Online]], 6. Juni 2012; abgerufen am 10. Juli 2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Robert Koch-Institut]] schätzt eine Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle in den 1990er Jahren von 85 Prozent.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RKI_Epi&amp;quot;&amp;gt;[http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2001/Ausgabenlinks/38_01.pdf?__blob=publicationFile Epidemiologie der Gonorrhoe.] (PDF) In: &amp;#039;&amp;#039;Bulletin&amp;#039;&amp;#039;, [[Robert Koch-Institut]]; abgerufen am 24. September 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vereinigte Staaten von Amerika ===&lt;br /&gt;
In den Vereinigten Staaten gab es im Jahr 2007 115,6 Erkrankte je 100.000 Einwohner. Im Vergleich zu 2004 (112,4 Erkrankte je 100.000 Einwohner) ist das ein leichter Anstieg, nachdem die Anzahl der Erkrankten in den Vereinigten Staaten zwischen 1997 und 2004 annähernd gleich geblieben war und zwischen 1975 und 1997 auf Grund staatlicher Kontrollprogramme um 74 Prozent zurückgegangen war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cdc_epidem&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.cdc.gov/STD/stats/gonorrhea.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;STD-Surveillance 2005 on Gonorrhea&amp;#039;&amp;#039;. |wayback=20071005040425}} [[Centers for Disease Control and Prevention|CDC]] (englisch); abgerufen am 18. Mai 2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pathogenese ==&lt;br /&gt;
[[Datei:SOA-gonorroe-female.jpg|mini|Vaginaler Ausfluss bei Gonorrhoe]]&lt;br /&gt;
Die Bakterien heften sich an die [[Schleimhaut]]zellen der [[Harnröhre]] beziehungsweise des [[Cervix uteri|Gebärmutterhalses]] an. Dazu dienen spezielle [[Pilus|Pili]], aus [[Protein]]en bestehende fadenförmige Fortsätze an der Bakterienwand. Dabei spielt das [[Adhäsin]] Pilin eine große Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Stämme regen die Schleimhautzellen dazu an, sie aufzunehmen ([[Phagocytose|Phagozytose]]) und auf der anderen Lumen-abgewandten Seite wieder auszuwerfen. Dieser Prozess wird als [[Transzytose]] bezeichnet. Die Phagozytose wird durch &amp;#039;&amp;#039;Opa-Proteine&amp;#039;&amp;#039; (für &amp;#039;&amp;#039;opacity&amp;#039;&amp;#039; „Trübung“, da sie die Kolonien trübe erscheinen lassen) induziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gonokokken werden von [[Granulozyt]]en (Zellen des [[Immunsystem]]s) [[Phagocytose|phagozytiert]] und können daher vom Körper meist auch abgetötet werden. Nur ein Teil überlebt in den Zellen. Die Gewebeschädigung erfolgt durch Auslösen einer eitrigen [[Entzündung]] mit [[Komplementsystem|Komplementaktivierung]] und dadurch bedingter Zerstörung der befallenen [[Epithel|Deckzellen]]. Dafür scheint vor allem das [[Lipopolysaccharid]] der Bakterienzellwand eine große Rolle zu spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klinisches Bild ==&lt;br /&gt;
[[Datei:SOA-gonorroe-male.jpg|mini|hochkant|Der sogenannte „Bonjour-Tropfen“]]&lt;br /&gt;
Die [[Inkubationszeit]] beträgt zumeist zwei bis drei Tage, mitunter können aber bis zu sieben Tage vergehen. Bei etwa fünf Prozent der Betroffenen treten trotz Infektion keinerlei Symptome auf. Diese asymptomatischen Infizierten haben selbst zwar keine Krankheitserscheinungen, können jedoch andere Personen anstecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Mann kommt es zur [[Harnröhre]]nentzündung ([[Urethritis]]) mit Juckreiz, eitrigem Ausfluss (oft morgens als sogenannter „Bonjour-Tropfen“, nicht zu verwechseln mit dem [[Lusttropfen]]) und Schmerzen beim [[Miktion|Wasserlassen]] ([[Algurie]]). Vor Einführung von Antibiotika hielten die Symptome der Urethritis etwa acht Wochen an. Seltene Komplikationen sind Entzündungen der [[Nebenhoden]] ([[Epididymitis]]) und der [[Prostata]] ([[Prostatitis]]), als Folge kann sich [[Unfruchtbarkeit]] entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Frauen lässt sich die Inkubationszeit nicht genau festlegen, die Symptome treten aber zumeist nach etwa zehn Tagen auf. Hier kann zusätzlich eine Entzündung des [[Gebärmutterhals]]es mit eitrigem Ausfluss (&amp;#039;&amp;#039;mukopurulente Cervicitis&amp;#039;&amp;#039;) hinzukommen. Entzündungen der [[Vagina des Menschen|Vaginalschleimhaut]] treten nur in sehr seltenen Fällen auf, ebenso Entzündungen der [[Glandula vestibularis major|Bartholinschen Drüsen]]. Befallene Gebärmutterschleimhaut und die [[Eileiter]] können verkleben, was zur Sterilität führen kann. Im schlimmsten Fall kann sich die Gonokokkeninfektion auf das [[Bauchfell]] ausbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gonokokken können auch durch [[Oralverkehr|Oral-]] oder [[Analverkehr]] über die [[Rachen]]- oder [[Mastdarm]]schleimhaut übertragen werden. Eine Übertragung vom Rachen zu anderen Sexualkontakten ist selten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Conjunctivitis 5174.jpg|mini|Okulare Gonorrhoe]]&lt;br /&gt;
Eine Gonokokkeninfektion der Augen (&amp;#039;&amp;#039;Okulare Gonorrhoe&amp;#039;&amp;#039;, „Augentripper“) wird bei Erwachsenen zumeist durch Selbstinokulation, also durch Reiben der Augen nach dem Berühren infizierter Genitalien verursacht. Die Infektion kann schwerwiegend verlaufen, aber auch milde und asymptomatische Verläufe sind möglich. Symptome sind stark geschwollene Augenlider, starke [[Hyperämie]] (erhöhte Durchblutung) und starke Eiterbildung. Lytische [[Enzym]]e von infiltrierenden [[Granulozyt]]en der [[Immunantwort]] können gelegentlich Geschwürbildung an der [[Hornhaut|Cornea]] verursachen, in ernsten Fällen sogar Perforationen. Hier sind eine schnellstmögliche Diagnose und Behandlung erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gonococcal ophthalmia neonatorum.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Ophthalmia neonatorum&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Gonokokkeninfektionen während der Schwangerschaft können ernsthafte Komplikationen zur Folge haben. Im ersten [[Schwangerschaft#Schwangerschaftsverlauf|Trimester]] können Entzündungen von Bauchfell und Eileiter den Verlust des [[Fötus]] zur Folge haben, im zweiten und dritten Trimester sind aufsteigende Infektionen eher selten, da ein Schleimpfropf die Gebärmutter verschließt. Die häufigste Art der Erkrankung von Neugeborenen nach einer Ansteckung durch die Mutter ist die [[Gonoblennorrhoe]] (auch &amp;#039;&amp;#039;Ophthalmia neonatorum&amp;#039;&amp;#039;), eine Infektion der Augen, resultierend aus dem Kontakt mit Krankheitserregern in den Sekreten der Gebärmutter. [[Blindheit]] kann die Folge sein. Um dies zu vermeiden, wird direkt nach der Geburt eine [[Credé-Prophylaxe]] („Augentripperprophylaxe“&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Hans Sasse: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Augenheilkunde in kurzer Zusammenfassung mit mehreren Abbildungen und einer Geschichtstabelle&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bücherei des Augenarztes.&amp;#039;&amp;#039; Heft 18). Ferdinand Enke, Stuttgart 1947, S. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;) durchgeführt, bei der Augentropfen verabreicht werden, die eine antibakterielle Wirkung haben. Andere, seltenere Manifestationen bei Neugeborenen sind Entzündungen der Schleimhäute in Nase, Vagina und After, und sind häufig asymptomatisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gonococcal lesion on the skin PHIL 2038 lores.jpg|mini|Hautläsionen bei körperweiter Ausbreitung der Gonorrhoe]]&lt;br /&gt;
In seltenen Fällen können die Gonokokken über den [[Blutkreislauf]] im ganzen Körper verteilt werden ([[Bakteriämie]]). Daraufhin kommt es zu Infektionen der Haut, die sich als hämorrhagische Pusteln zeigen. Weiterhin kann es zur Infektion von [[Gelenk (Anatomie)|Gelenken]] (purulente [[Arthritis]]) kommen. Diese tritt vor allem in den Gelenken der Extremitäten auf und äußert sich durch Schmerzen in mehreren Gelenken (&amp;#039;&amp;#039;Polyarthralgie&amp;#039;&amp;#039;) und Eiterbildung. Eine körperweite Gonokokken-[[Sepsis]] stellt ein schweres und lebensbedrohliches Krankheitsbild dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere, seit Einführung von Antibiotika aber selten gewordene Komplikationen sind [[Meningitis|Entzündungen der Hirnhäute]] (&amp;#039;&amp;#039;Meningitis&amp;#039;&amp;#039;) und des [[Endokarditis|Herzens]] (&amp;#039;&amp;#039;Endokarditis&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Extragenitale Formen ==&lt;br /&gt;
Auch bei Ärzten wenig bekannt sind Gonorrhoe-Infektionen fernab der Geschlechtsorgane. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind diese jedoch möglicherweise sogar häufiger als die genitalen Formen. Recht häufig ist eine Infektion im Bereich des Afters und des Rachens. Da Infektionen des Afters nur gelegentlich Beschwerden verursachen, Infektionen des Rachens fast nie, bleiben diese Infektionen meist unentdeckt. Daher empfehlen verschiedene Fachgesellschaften ein gezieltes Screening durch Abstrichuntersuchungen der Rachen-, After- &amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039; Harnröhrenschleimhaut, da nur so derartige Infektionen einigermaßen zuverlässig erkannt werden können. Symptomlose Infektionen heilen nach einigen Wochen meistens von selbst komplikationslos aus, stellen bis dahin aber ein Infektionsrisiko dar.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=RKI |Titel=Gonorrhö und Chlamydien bei Männern, die Sex mit Männern haben |Sammelwerk=[[Epidemiologisches Bulletin|Epid. Bull.]] |Nummer=9 |Datum=2006-03 |Online=[http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2006/Ausgabenlinks/09_06.pdf?__blob=publicationFile rki.de]  |Format=PDF |KBytes=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagnostik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gonococcal urethritis PHIL 4085 lores.jpg|mini|Gram-gefärbte &amp;#039;&amp;#039;Neisseria gonorrhoeae&amp;#039;&amp;#039; aus einem Harnröhrenabstrich]]&lt;br /&gt;
Aus dem Harnröhrensekret oder dem Sekret des [[Gebärmutter]]halses kann ein [[Abstrich (Medizin)|Abstrich]] entnommen werden und der Erreger mikroskopisch mit Hilfe der [[Gram-Färbung]] oder in der [[Bakterienkultur|Kultur]] nachgewiesen werden. Während dieser Nachweis bei symptomatischen Männern sehr genau ist, ist er bei [[Zervizitis]] nur in etwa 50 % der Fälle positiv. Ein anderes Verfahren ist der Nachweis von für &amp;#039;&amp;#039;Neisseria gonorrhoeae&amp;#039;&amp;#039; spezifischen [[Nukleinsäuren]]. Die Sensitivität dieses Tests ist vergleichbar mit derjenigen herkömmlicher Kulturen, er ist aber preiswerter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei angelegten Kulturen wird üblicherweise gleichzeitig ein [[Antibiogramm]] zur Überprüfung auf eventuelle Resistenz gegen [[Antibiotikum|Antibiotika]] angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Therapie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:PenicillinPSAedit.jpg|mini|Werbung für Penicillin aus dem Jahre 1944]]&lt;br /&gt;
Es ist eine [[Antibiotikum|antibiotische Behandlung]] notwendig. Dies waren ursprünglich ab 1897 das Silberpräparat [[Protargol]], entdeckt von dem deutschen Chemiker [[Arthur Eichengrün]], ab 1935 [[Sulfonamide]] von [[Gerhard Domagk|Domagk]], und ab 1944 war [[Penicillin]] als Behandlung ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende der 1960er Jahre wurden in [[Bangkok]] erste Resistenzen des Erregers &amp;#039;&amp;#039;Gonococcus&amp;#039;&amp;#039; gegen Penicilline festgestellt, diese stehen womöglich in Verbindung mit den örtlichen [[Bordell]]straßen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alice Reyn |Titel=Antibiotic sensitivity of gonococcal strains isolated in the South-East Asia and Western Pacific regions in 1961-68 |Sammelwerk=Bulletin of the World Health Organization |Band=40 |Nummer=2 |Datum=1969 |ISSN=0042-9686 |Seiten=257–262 |PMC=2554611 |PMID=4979392}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf Grund der zunehmenden [[Antibiotikaresistenz|Resistenzentwicklung]] der Gonokokken wird die Gabe anderer Antibiotika, beispielsweise [[Cephalosporine]] oder [[Gyrasehemmer]] (hier besonders [[Fluorchinolone]]) empfohlen. Doch auch gegen die Fluorchinolone wird eine zunehmende Resistenz verzeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cipro&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.phac-aspc.gc.ca/sti-its-surv-epi/ciprofloxacin_e.html |text=Public Health Agency of Canada |wayback=20080602111023}} (englisch) abgerufen am 3. Mai 2007&amp;lt;/ref&amp;gt; So empfiehlt das [[Robert Koch-Institut]] nur noch Cephalosporine der Gruppe&amp;amp;nbsp;3 in hoher Dosis, zum Beispiel [[Ceftriaxon]] oder [[Cefixim]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=RKI |Titel=Zum Auftreten von Resistenzen bei Neisseria gonorrhoeae im Rhein-Main-Gebiet |Sammelwerk=Epid. Bull. |Nummer=13 |Datum=2009-03 |Online=[http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2009/Ausgaben/13_09.pdf?__blob=publicationFile rki.de]  |Format=PDF |KBytes=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Alternativen sind unter anderem Gaben von [[Cefotaxim]] oder [[Spectinomycin]]. Bei der Ophthalmia neonatorum kommt vor allem Ceftriaxon zum Einsatz.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Marianne Abele-Horn]]: &amp;#039;&amp;#039;Antimikrobielle Therapie. Entscheidungshilfen zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionskrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Peter Wiehl, Marburg 2009, ISBN 978-3-927219-14-4, S. 200.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Japan wurde im Mai 2011 erstmals ein Stamm beschrieben, der gegen alle Cephalosporine Resistenzen entwickelt hat.&amp;lt;ref&amp;gt;M. Ohnishi, D. Golparian, K. Shimuta, T. Saika, S. Hoshina u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Is Neisseria gonorrhoeae initiating a future era of untreatable gonorrhea?: detailed characterization of the first strain with high-level resistance to ceftriaxone.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Antimicrob Agents Chemother]]&amp;#039;&amp;#039;, Juli 2011, 55(7), S. 3538–3545. PMID 21576437&amp;lt;/ref&amp;gt; Inzwischen sind resistente Stämme auch in Australien, Frankreich, Norwegen, Schweden und Kanada&amp;lt;ref&amp;gt;[http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1556149 &amp;#039;&amp;#039;Neisseria gonorrhoeae Treatment Failure and Susceptibility to Cefixime in Toronto, Canada.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the American Medical Association&amp;#039;&amp;#039; (englisch); abgerufen am 9. Januar 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; aufgetaucht. Die WHO warnte 2012, dass es in absehbarer Zeit für Millionen Infizierte keine Heilung mehr geben könne.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/gesundheit/article106423730/WHO-Experten-warnen-vor-unheilbarem-Tripper.html &amp;#039;&amp;#039;WHO-Experten warnen vor unheilbarem Tripper&amp;#039;&amp;#039;.] [[Die Welt|Welt Online]], 6. Juni 2012; abgerufen am 10. Juli 2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen der besorgniserregenden Resistenzentwicklung wurden in den USA im Dezember 2025 zwei neue Antibiotika für die orale Behandlung der unkomplizierten Gonorrhoe zugelassen : Zoliflodacin and Gepotidacin&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.fda.gov/news-events/press-announcements/fda-approves-two-oral-therapies-treat-gonorrhea |titel=FDA Approves Two Oral Therapies to Treat Gonorrhea |hrsg=US Food and Drug Administration |datum=2025-12-12 |sprache=en |abruf=2026-04-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Letzteres zeichnet sich durch einen dualen Wirkmechanismus aus, der Resistenzentwicklungen wesentlich schwieriger macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2019 gibt es eine aktualisierte [[S2k-Leitlinie|S2K-Leitlinie]] zur „Diagnostik und Therapie der Gonorrhoe“. Demnach wird für die Behandlung der unkomplizierten Gonorrhö eine Kombination der Antibiotika Ceftriaxon und Azithromycin empfohlen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Gonorrhoe.html?nn=16777040 |titel=Gonorrhö (Tripper) |werk=RKI-Ratgeber |hrsg=[[Robert Koch-Institut]] |datum=2024-12-23 |sprache=de |abruf=2025-02-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/059-004 |titel=AWMF Leitlinienregister |abruf=2025-02-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer komplizierten Gonorrhoe werden die gleichen Antibiotika über einen längeren Zeitraum (sieben Tage bis einen Monat) angewendet. Neugeborenen-Infektionen können durch Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangeren heute weitestgehend vermieden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Gonorrhoe häufig von einer [[Chlamydien]]infektion begleitet wird, werden zu deren Bekämpfung manchmal noch eine Woche lang zusätzlich andere Antibiotika, sogenannte orale [[Tetracyclin]]e, gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist auch die Behandlung der Sexualpartner, da es sonst zu einer immer wiederkehrenden wechselseitigen Ansteckung kommen kann ([[Ping-Pong-Effekt (Medizin)|Ping-Pong-Effekt]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbeugung (Prophylaxe) ==&lt;br /&gt;
Die korrekte Benutzung eines [[Kondom]]s bzw. eines [[Lecktuch]]s schützt vor einer [[Infektion|Übertragung]].&amp;lt;!-- Beleg?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Impfung ==&lt;br /&gt;
Seit einigen Jahren mehren sich Studien, die zeigen, dass der 4-Komponenten-Impfstoff gegen Meningokokken der Serogruppe B (&amp;#039;&amp;#039;MenB-4C&amp;#039;&amp;#039;) als Nebeneffekt einen etwa 30- bis 40-prozentigen Schutz vor einer Infektion mit Gonokokken bietet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Winston E. Abara, Kyle T. Bernstein, Felicia M. T. Lewis, Julia A. Schillinger, Kristen Feemster, Preeti Pathela, Susan Hariri, Aras Islam, Michael Eberhart, Iris Cheng, Alexandra Ternier, Jennifer Sanderson Slutsker, Sarah Mbaeyi, Robbie Madera, Robert D. Kirkcaldy |Titel=Effectiveness of a serogroup B outer membrane vesicle meningococcal vaccine against gonorrhoea: a retrospective observational study |Sammelwerk=The Lancet. Infectious Diseases |Band=22 |Nummer=7 |Datum=2022-07 |Seiten=1021–1029 |DOI=10.1016/S1473-3099(21)00812-4 |PMID=35427490}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies wird der genetischen bzw. oberflächlichen Ähnlichkeit von &amp;#039;&amp;#039;Neisseria meningitidis&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Neisseria gonorrhoeae&amp;#039;&amp;#039; zugeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
England führt als erstes Land eine Impfung gegen Gonorrhoe ein, die ab August 2025 gezielt Risikogruppen wie homosexuellen und bisexuellen Männern angeboten werden soll.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bbc.com/news/articles/cded26z16leo |titel=Gonorrhoea vaccine to be rolled out in England from August |datum=2025-05-21 |sprache=en-GB |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Impfstoff basiert auf dem Meningitis-B-Vakzin und senkt Infektionen um etwa 30–40 %.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Trotz begrenzter Wirksamkeit erhofft sich der NHS damit eine spürbare Verringerung der stark gestiegenen Fallzahlen und der wachsenden Antibiotikaresistenzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Modellrechnungen zeigen, dass so bis zu 100.000 Infektionen und rund 8 Millionen Pfund Gesundheitskosten eingespart werden könnten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Fachleute werten die Maßnahme als wichtigen Schritt für die sexuelle Gesundheitsvorsorge.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neugeborenenprophylaxe ==&lt;br /&gt;
Bei der [[Credé-Prophylaxe]] wurde Säuglingen unmittelbar [[Postpartal|nach der Geburt]] früher [[Silbernitrat]]-, heute meist [[Tetracyclin]]- oder [[Erythromycin]]-haltige [[Augentropfen]] in den [[Bindehautsack]] eingeträufelt, um einer [[Gonoblennorrhoe|Neugeborenenblennorrhoe]] bei mütterlicher Gonokokken-Infektion vorzubeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Eine sehr frühe Beschreibung der Gonorrhoe mit Hinweisen zur Behandlung findet sich in den Schriften des [[Aretaios]] (ca. 80–138 n. Chr.), eines griechischen Arztes der [[Hippokrates von Kos|hippokratischen Schule]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Aretaios&amp;quot;&amp;gt;A. Mann (Übersetzer): &amp;#039;&amp;#039;Die auf uns gekommenen Schriften des Kappadociers Aretaeus.&amp;#039;&amp;#039; Halle 1858.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei [[Aulus Cornelius Celsus|Celsus]] heißt die Erkrankung „Nimia profusio seminis“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Julius Rosenbaum (Mediziner)|Julius Rosenbaum]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Lustseuche im Altertume nebst ausführlichen Untersuchungen über den Venus- und Phalluskultus, Bordelle, Νοῦσος ϑήλεια der Skythen, Paederastie und andere geschlechtliche Ausschweifungen der Alten als &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur richtigen Erklärung ihrer Schriften&amp;#039;&amp;#039; dargestellt.&amp;#039;&amp;#039; [1839]. 7. Auflage. H. Barsdorf, Berlin 1904, S. 375–387.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine noch ältere Erwähnung findet die Gonorrhoe mit eitrigem Ausfluss als Hauptsymptom um 1200 v. Chr. in der [[Thora]].&amp;lt;ref&amp;gt;Werner E. Gerabek: &amp;#039;&amp;#039;Gonorrhö (Tripper).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; 2005, S. 502 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Unterschied zwischen Harnröhrenausfluss und [[Spermatorrhoe|Samenfluss]] war bereits dem persischen Arzt [[ʿAli ibn al-ʿAbbas al-Madschūsi|Haly Abbas]] im 10. Jahrhundert bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Birgit Adam]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Strafe der Venus. Eine Kulturgeschichte der Geschlechtskrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; Orbis, München 2001, ISBN 3-572-01268-6, S. 91.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1837&amp;lt;ref&amp;gt;Ricord: &amp;#039;&amp;#039;Traité pratique des maladies vénériennes.&amp;#039;&amp;#039; 1838, S. 104–105.&amp;lt;/ref&amp;gt; konnte erstmals durch den französischen Arzt [[Philippe Ricord]] der Nachweis erbracht werden, dass es sich, wie schon 1774 [[Johann Clemes Tode]] und andere vor diesem vermuteten,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin / Göttingen / Heidelberg 1960, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt; bei Gonorrhoe um eine eigenständige, von der [[Syphilis]] zu unterscheidende Krankheit handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hendrik Christian Voß: &amp;#039;&amp;#039;Die Darstellung der Syphilis in literarischen Werken um 1900. Auswirkung wissenschaftlicher Konzepte und sozialer Ideen.&amp;#039;&amp;#039; Medizinische Dissertation, Lübeck 2004, S. 9; [https://www.zhb.uni-luebeck.de/epubs/ediss115.pdf uni-luebeck.de] (PDF; 1,1&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis 1838 wurden zuvor beide Erkrankungen als &amp;#039;&amp;#039;morbus venereus&amp;#039;&amp;#039; (bzw. „Lustseuche“&amp;lt;ref&amp;gt;Julius Rosenbaum: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Lustseuche im Altertume […]&amp;#039;&amp;#039;. Halle 1839; 7. Auflage, H. Barsdorf, Berlin 1904&amp;lt;/ref&amp;gt;) zusammengefasst.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin / Göttingen / Heidelberg 1960, S. 40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Philippe Ricord |Titel=Lexikon der Naturwissenschaftler |Verlag=Spektrum |Ort=Heidelberg |Datum=2000}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1872 beschrieb [[Emil Noeggerath]] die gonorrhoischen Adnexerkrankungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Diepgen, Heinz Goerke: &amp;#039;&amp;#039;Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 1960, S. 44.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Albert Neisser]] entdeckte im Jahre 1879 erstmals die Gonokokken im Urethralabstrich bei seinem Patienten und Freund [[Stanislaw Kindermann]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefan Winkle |Titel=Kulturgeschichte der Seuchen |Verlag=Komet |Ort=Düsseldorf / Zürich |Datum=1997 |ISBN=3-933366-54-2}}&amp;lt;/ref&amp;gt; aus diesem Grunde wurde die gesamte Gruppe der &amp;#039;&amp;#039;[[Neisseria]]&amp;#039;&amp;#039; nach ihm benannt. [[Carl Siegmund Franz Credé]] führte 1881 die nach ihm benannte [[Credé-Prophylaxe|Augen-Prophylaxe]] ein.&lt;br /&gt;
[[Ernst Bumm]] gelang 1885 erstmals die Anzucht von Gonokokken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten von Amerika]] war Gonorrhoe –&amp;amp;nbsp;ebenso wie andere sexuell übertragbare Krankheiten&amp;amp;nbsp;– in den 1970er Jahren besonders unter männlichen Homosexuellen außerordentlich stark verbreitet. Die Schwulenrechtsorganisationen, die in dieser Zeit in großer Zahl entstanden, beklagten die Versäumnisse der Gesundheitsbehörden, die keinerlei Aufklärung darüber leisteten, dass Gonorrhoe auch durch Oral- und Analverkehr übertragen werden konnte. Diese Sexualpraktiken waren damals in den meisten amerikanischen Bundesstaaten strafbar. Auch Ärzte waren in der Regel nicht in der Lage, orale und rektale Formen von Gonorrhoe zu diagnostizieren, da die Patienten aus Furcht vor Strafverfolgung weder über ihre sexuellen Gewohnheiten noch über ihre Beschwerden sprachen. In vielen amerikanischen Städten richteten homosexuelle Organisationen daher eigene Kliniken ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Mark Thompson (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Long Road to Freedom. The Advocate History of the Gay and Lesbian Movement.&amp;#039;&amp;#039; St. Martin’s Press, New York 1994, ISBN 0-312-09536-8, S.&amp;amp;nbsp;138.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Marianne Abele-Horn]]: &amp;#039;&amp;#039;Antimikrobielle Therapie. Entscheidungshilfen zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionskrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; Unter Mitarbeit von Werner Heinz, Hartwig Klinker, Johann Schurz und August Stich. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Peter Wiehl, Marburg 2009, ISBN 978-3-927219-14-4, S. 200 f.&lt;br /&gt;
* [[Birgit Adam]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Strafe der Venus. Eine Kulturgeschichte der Geschlechtskrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; Orbis, München 2001, ISBN 3-572-01268-6, passim.&lt;br /&gt;
* Tinsley R. Harrison u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Harrison’s Principles of Internal Medicine.&amp;#039;&amp;#039; 17. Auflage. Mcgraw-Hill, New York 2008, ISBN 978-0-07-007272-5.&lt;br /&gt;
* Enno Christophers, Markward Ständer, Kathleen Wüste: &amp;#039;&amp;#039;Haut- und Geschlechtskrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; 7. Auflage. Urban &amp;amp; Fischer, München 2003, ISBN 3-437-26710-8.&lt;br /&gt;
* [[Werner E. Gerabek]]: &amp;#039;&amp;#039;Gonorrhö (Tripper).&amp;#039;&amp;#039; In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 502 f.&lt;br /&gt;
* Dominique Puenzieux, Brigitte Ruckstuhl: &amp;#039;&amp;#039;Sexualität, Medizin und Moral. Die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten Syphilis und Gonorrhö.&amp;#039;&amp;#039; Zürich 1994.&lt;br /&gt;
* [[Walther Schönfeld (Mediziner)|Walther Schönfeld]]: &amp;#039;&amp;#039;Medizinische Fachausdrücke für den „Tripper der Harnröhre des Mannes“ in geschichtlicher Beleuchtung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Sudhoffs Archiv]]&amp;#039;&amp;#039;, 34, 1941, S. 169–178.&lt;br /&gt;
* Walther Schönfeld: &amp;#039;&amp;#039;Von der örtlichen Behandlung des Trippers beim Manne mit Einspritzungen bis zur Entdeckung des Gonokokkus und den dabei verwendeten Spritzenformen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Sudhoffs Archiv&amp;#039;&amp;#039;, 35, 1942, S. 43–67.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Gonorrhea|Gonorrhoe}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Tripper}}&lt;br /&gt;
* {{RobKochInst|http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/G/Gonorrhoe/Gonorrhoe.html}}&lt;br /&gt;
* [http://www.urologielehrbuch.de/gonorrhoe.html Kapitel Gonorrhoe.] urologielehrbuch.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesenswert|23. Mai 2007|32206153}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4138035-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sexuell übertragbare Erkrankung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bakterielle Infektionskrankheit des Menschen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meldepflichtige Krankheit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sugarmaster</name></author>
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