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	<title>Goldener Brief - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;TaxonBot: Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Goldene Brief&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein handschriftliches Dokument aus [[Gold]]blech in [[Birmanische Sprache|birmanischer Sprache]], das der [[Birma|birmanische]] König [[Alaungphaya]] am 7. Mai 1756 aufsetzen ließ und an den britischen König [[Georg II. (Großbritannien)|Georg II.]] nach [[London]] sandte. Das Schreiben wird heute in der [[Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek]] (GWLB) in [[Hannover]] verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LeiderKing7&amp;quot;&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Oktober 2015 wurde der Goldene Brief in das [[UNESCO]]-[[Weltdokumentenerbe in Deutschland]] aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.unesco.de/kommunikation/2015/weltdokumentenerbe-2015.html &amp;#039;&amp;#039;Fünf deutsche Neueinträge im „Memory of the World“-Register&amp;#039;&amp;#039;] auf unesco.de.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Brief gilt als gemeinsames Erbe von Deutschland, Myanmar und dem Vereinigten Königreich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.unesco.org/new/en/communication-and-information/memory-of-the-world/register/full-list-of-registered-heritage/registered-heritage-page-8/the-golden-letter-of-the-burmese-king-alaungphaya-to-king-george-ii-of-great-britain/ |titel=The Golden Letter of the Burmese King Alaungphaya to King George II of Great Britain |hrsg=UNESCO Memory of the World |sprache=en |abruf=2017-08-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Goldener Brief Gesamt Vorderseite (Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek).jpg|mini|hochkant=3|Der Goldene Brief: Links der [[Mythos|mythische]] Vogel [[Hamsa (mythischer Vogel)|Hamsa]], links und rechts die beiden Reihen mit Rubinen. Ebenfalls gut erkennbar rechts unten die Beschädigungen aus dem Jahr 1768.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pyinoolwin -- DSA Alaungpaya.JPG|mini|Absender des Goldenen Briefes:&amp;lt;br /&amp;gt;König [[Alaungpaya|Alaungphaya]] von Birma]]&lt;br /&gt;
[[Datei:George II 1755-1767.jpg|mini|Empfänger des Goldenen Briefes:&amp;lt;br /&amp;gt;[[Georg II. (Großbritannien)|König Georg II. von Großbritannien]]]]&lt;br /&gt;
König Alaungphaya von Birma war einer der einflussreichsten Herrscher seiner Zeit in Südostasien.&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Ruppelt, Jacques Leider: &amp;#039;&amp;#039;The Golden Letter from King Alaungphaya …&amp;#039;&amp;#039;, S. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;RuppeltLeider11&amp;quot;&amp;gt;Georg Ruppelt, Jacques Leider: &amp;#039;&amp;#039;The Golden Letter from King Alaungphaya …&amp;#039;&amp;#039;, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einer Zeit, als sich die im Jahre 1600 gegründete [[Britische Ostindien-Kompanie]] (&amp;#039;&amp;#039;East India Company&amp;#039;&amp;#039;, EIC) bereits über Indien hinaus etabliert hatte und ihren wirtschaftlichen und politischen Einfluss kontinuierlich ausbaute, ließ König Alaungphaya am „zehnten Tag des zunehmenden Mondes des [birmanischen] Monats Kason des [[Chula Sakarat#Birma|Sakkaraj]]-Jahres 1118“, das war der 7. Mai 1756 [[Gregorianischer Kalender|gregorianischer Zeitrechnung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 76.&amp;lt;/ref&amp;gt;, vier Briefe von seiner [[Kanzlei]] verfassen. Ein Brief – der goldene und damit wichtigste – war an den britischen König Georg II. gerichtet. Ein zweiter wandte sich an die Direktoren der Ostindien-Kompanie, der dritte an den britischen Präsidenten von [[Madras (Präsidentschaft)|Madras]] und der vierte an den Vorsteher auf der Insel [[Negrais]] im [[Flussdelta]] des [[Irrawaddy]].&amp;lt;ref&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 58–61.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Missverständnisse oder Fehlinterpretationen des Inhalts der Briefe zu vermeiden,&amp;lt;ref&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 99.&amp;lt;/ref&amp;gt; hatte der birmanische König alle Schreiben, die, je nach Empfänger, sowohl inhaltlich als auch in [[Stil]] und [[Diktion]] voneinander abwichen,&amp;lt;ref&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 98.&amp;lt;/ref&amp;gt; bereits in [[Rangun]] [[Übersetzung (Linguistik)|übersetzen]] lassen und diese Übersetzungen zusammen mit den Originalen abgeschickt. Am Hauptsitz der Ostindien-Kompanie in London war deren Eingang protokolliert worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 84.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Goldenen Brief bot Alaungphaya Georg II. an, die bereits seit langem existierenden Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern auszuweiten. Dies sollte unter anderem dadurch geschehen, dass die Ostindien-Kompanie in der an der Südwestküste Birmas gelegenen Hafenstadt [[Pathein]] einen befestigten Handelsstützpunkt errichten könne. Zum Zeitpunkt des Verfassens verfügte die EIC lediglich über einen unbedeutenden Stützpunkt auf der kleinen Insel Negrais. Dieser befand sich fernab der damaligen Handelsrouten, verfügte über keinerlei [[Infrastruktur]] und lag in einer klimatisch ungesunden Zone.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RuppeltLeider9&amp;quot;&amp;gt;Georg Ruppelt, Jacques Leider: &amp;#039;&amp;#039;The Golden Letter from King Alaungphaya …&amp;#039;&amp;#039;, S. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass sich der eine König direkt an den anderen wandte und ihm ein derartiges Angebot in Form eines kostbaren, kunstvoll hergestellten und verzierten Briefes aus Gold machte, zeugt von der Wertschätzung und der Bedeutung des Angebotes einerseits, aber auch von der Großzügigkeit der Geste andererseits;&amp;lt;ref&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 92.&amp;lt;/ref&amp;gt; denn beide Seiten hätten davon profitiert: Der Schreiber hätte seine [[Reputation]] nach außen und seine Macht nach innen stärken können, der Empfänger hätte eine Niederlassung von wirtschaftsstrategischer Bedeutung gegen die Konkurrenz der [[Französische Ostindienkompanie|Französischen Ostindienkompanie]] (&amp;#039;&amp;#039;Compagnie française des Indes orientales&amp;#039;&amp;#039;) erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Adressat des Briefes war der in Hannover geborene und aus dem [[Welfen]]haus stammende Georg II., der in [[Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover|Personalunion]] sowohl [[Königreich Großbritannien|König von Großbritannien]] als auch [[Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg|Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg]] war. Der Brief wurde zunächst nach Madras gesandt, von wo aus er allerdings aufgrund verschiedener Verzögerungen beim Weitertransport erst im März 1758, also fast zwei Jahre nachdem er geschrieben und abgesandt worden war, in London ankam.&amp;lt;ref&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 59.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Erklärung für diese fast zweijährige Verzögerung dürfte der [[Siebenjähriger Krieg|Siebenjährige Krieg]] gewesen sein, der 1756, in dem Jahr, in dem der Brief geschrieben wurde, ausbrach und in den Großbritannien unmittelbar verwickelt war. König Alaungphaya hatte den Goldenen Brief an Georg II. zusammen mit einem weiteren Brief an die Direktoren der Ostindien-Kompanie geschickt. Beide Adressaten verstanden aber wohl weder Inhalt noch Bedeutung der Schreiben und sahen deshalb keine Notwendigkeit, auf diese Briefe in [[Diplomatie|diplomatisch]] angemessener Weise zu reagieren. Vielmehr betrachtete man die Initiative des birmanischen Herrschers als [[Kuriosum]] und nicht als eine politisch ernst zu nehmende Initiative eines als nachrangig betrachteten Staatsoberhauptes. So erhielt der Absender nicht nur keine Antwort auf sein Angebot, sondern nicht einmal eine Benachrichtigung, dass sein Schreiben überhaupt angekommen war. Es ist bekannt, dass König Alaungphaya diese Missachtung seiner Person als schwere Beleidigung empfand.&amp;lt;ref&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Georg II. sandte den als kurios erachteten Brief umgehend an die Bibliothek in seiner Heimatstadt Hannover, wo er drei Wochen später ankam – allerdings mit einer falschen Beschreibung versehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die falsche Beschreibung stammte von [[Gerlach Adolph von Münchhausen]], dem damaligen [[Privy Council|Privy Counsellor]] des Königs.&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek: Historische Akten der Bibliothek V15, f 29, nach: N. N.: &amp;#039;&amp;#039;Nomination form: International Memory of the World Register. The Golden Letter of the Burmese1 King Alaungphaya to King George II of Great Britain.&amp;#039;&amp;#039; S. 3, FN 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Münchhausen beschrieb den Goldenen Brief in einer ministeriellen Zuweisung an den Hannoverschen Bibliothekar [[Christian Ludwig Scheidt]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://der-goldene-brief.gwlb.de/uploads/pics/V15_S29r_frei.jpg |wayback=20150927134715 |text=Ministerielle Zuweisung vom 28. März 1758 von Münchhausen an Scheidt |archiv-bot=2025-05-21 14:07:36 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; als eine in „Indianisch“ (für [[Sanskrit]]) verfasste [[Diplomatische Note|Freundschaftsnote]] eines indischen Prinzen von der [[Koromandelküste]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;LeiderKing7&amp;quot; /&amp;gt;, dessen Religion es ihm verbiete, etwas Lebendiges zu verzehren und der Feuer anbete.&amp;lt;ref&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit wurde das Schreiben [[archiv]]iert. Dies führte schließlich dazu, dass der Goldene Brief in den kommenden 248 Jahren – bis auf ein Ereignis im Jahre 1768 – keinerlei Beachtung mehr fand. Am 11. Juni 1768&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://der-goldene-brief.gwlb.de/typo3temp/pics/Bodemann_Eintrag_GoldenerBrief1-2_4a9fac0939.jpg |wayback=20150927151333 |text=Eintrag im Bodemann-Katalog unter der Nr. 571a, S. 98f. |archiv-bot=2025-05-21 14:07:36 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; besuchte der [[Dänemark|dänische]] Prinz und spätere König [[Christian VII. (Dänemark und Norwegen)|Christian VII.]] auf seiner [[Grand Tour|Kavalierstour]] Hannover, wo ihm der Brief gezeigt wurde. Durch Unachtsamkeit beschädigte er ihn jedoch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LeiderKing7&amp;quot;&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Beschädigungen sind noch heute sichtbar. Danach geriet das Schreiben schließlich in Vergessenheit. 1867 übernahm [[Eduard Bodemann]] diese fehlerhafte Beschreibung wiederum ungeprüft für den von ihm erstellten [[Bibliothekskatalog]] der „Königlichen Bibliothek zu Hannover“ (heute Teil der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek) unter der Signatur „IV 571 a“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Goldene Brief der Forschung immer bekannt gewesen war und sich [[Abschrift]]en in verschiedenen Archiven befanden, war bis zu seiner „Wiederentdeckung“ im Jahre 2006 unbekannt, wo sich das Original befand, bzw. ob es überhaupt noch existierte. Erst nach dieser Entdeckung wurde das Schreiben übersetzt und seine wahre Bedeutung dadurch erst erkannt. Im Februar 2013 wurde der Goldene Brief auf Grundlage des [[Gesetz zum Schutz deutschen Kulturgutes gegen Abwanderung|Gesetzes zum Schutz deutschen Kulturgutes gegen Abwanderung]] deshalb in das [[Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes]] aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;N. N.: &amp;#039;&amp;#039;Nomination form: International Memory of the World Register. The Golden Letter of the Burmese1 King Alaungphaya to King George II of Great Britain.&amp;#039;&amp;#039; S. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beschreibung ===&lt;br /&gt;
==== Material ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Goldener Brief Hamsa Rubine (Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek).jpg|mini|Der mythische Vogel [[Hamsa (mythischer Vogel)|Hamsa]], Signet König Alaungphayas.]]&lt;br /&gt;
Der rechteckige Brief misst 54,7 × 8,5&amp;amp;nbsp;cm und ist 0,2&amp;amp;nbsp;mm dick. Das Gesamtgewicht, inklusive der 24 [[Rubin]]e, beträgt 100&amp;amp;nbsp;g.&amp;lt;ref&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine vom [[Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege|Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege]] durchgeführte [[Spektroskopie]] ergab einen [[Karat (Feingehalt)|Goldgehalt]] von 95,25 bis 98,69 %.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LeiderKing103&amp;quot; /&amp;gt; Die 24 leicht eiförmigen Rubine stammen aus einer Mine im Gebiet der birmanischen Stadt [[Mogok]]. Jeder von ihnen wird durch eine sechseckige, 6 × 6&amp;amp;nbsp;mm große Fassung aus Gold gehalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LeiderKing103&amp;quot;&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 103.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verzierungen ====&lt;br /&gt;
Das dünne Goldblech wird auf der Textseite rechts und links von je einer Reihe mit zwölf senkrecht angeordneten Rubinen begrenzt. Am linken Rand befindet sich, links neben der Rubinreihe mittig angebracht, der kunstvoll [[Treiben|getriebene]] [[Mythos|mythische]] Vogel [[Hamsa (mythischer Vogel)|Hamsa]] als königliches [[Signet]] in einem achteckigen, reich verzierten Feld.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LeiderKing7&amp;quot; /&amp;gt; Das Signet wurde auf den Brief aufgepresst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LeiderKing103&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Text ====&lt;br /&gt;
Der Brief auf Goldblech ist von links nach rechts laufend mit feinen [[Birmanische Schrift|birmanischen Schriftzeichen]] [[Gravur|graviert]] und umfasst zehn gleich lange Zeilen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://der-goldene-brief.gwlb.de/fileadmin/Dokumente/GoldenerBrief/Birmanische_Fassung.pdf |wayback=20120106024323 |text=Birmanisches Original |archiv-bot=2025-05-21 14:07:36 InternetArchiveBot }} und {{Webarchiv|url=http://der-goldene-brief.gwlb.de/index.php?id=291Deutsche |wayback=20150927144448 |text=deutsche Übersetzung |archiv-bot=2025-05-21 14:07:36 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Behältnisse ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Goldener Brief Stosszahn (Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek).jpg|mini|Das einzige erhaltene Transportbehältnis: Der ausgehöhlte und verzierte Stoßzahn eines Elefanten.]]&lt;br /&gt;
Die (Transport-)Verpackung des wertvollen Dokumentes war sowohl künstlerisch aufwendig und kostbar als auch robust für die lange Reise gewählt. Der Goldene Brief war ursprünglich aufgerollt in rotes Papier gewickelt und wurde dann in das zylindrische Elfenbeinbehältnis gesteckt. Dieses Deckelgefäß wurde aus einem extra dafür ausgehöhlten und verzierten [[Stoßzahn]] eines birmanischen Elefanten (&amp;#039;&amp;#039;[[Indischer Elefant|Elephas maximus indicus]]&amp;#039;&amp;#039;) gefertigt. Von den Verzierungen ist heute nur noch wenig zu erkennen. Die Deckeldose wiederum steckte in einer Art Tasche aus [[Brokatstoff|Brokat]]. Dieses Behältnis befand sich seinerseits in einer [[Schatulle]] aus poliertem Holz, das mit rotem [[Harz (Material)|Harz]] bedeckt und mit Gold verziert war. Auf der Schatulle war ein Blatt Papier mit einem Text in [[Englische Sprache|Englisch]] befestigt. Schließlich wurden alle diese Behältnisse zum Schutz in eine weitere, robuste rote Tasche gesteckt und auf die Reise nach London geschickt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LeiderKing103&amp;quot; /&amp;gt; Außer dem Zylinder aus [[Elfenbein]] ist heute nichts mehr von den anderen Verpackungen erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== „Vergessen“ und Wiederentdeckung ===&lt;br /&gt;
Aufgrund der Eintragung im Bodemann-Katalog ist die Existenz des Briefes unter der [[Signatur (Dokumentation)|Signatur]] „Ms IV 571a“ zwar innerhalb der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek und der Forschung immer bekannt gewesen, nicht zuletzt auch wegen einiger Abschriften in verschiedenen Archiven, aber aufgrund der falschen Beschreibung fand das Original selbst fast 250 Jahre lang keine Beachtung. Erst im Juli 2006 wandte sich Friedrich Hülsmann, Leiter der Abteilung Buch- und Bibliothekswesen der GWLB, an [[Jacques Leider]], einen aus [[Luxemburg]] stammenden [[Historiker]] und [[Südostasien]]-Experten der [[Paris]]er [[École française d’Extrême-Orient]], mit der Bitte, bei der Identifizierung des Schreibens behilflich zu sein. Bis zur Kontaktaufnahme war man in der Bibliothek aufgrund der falschen Katalogbeschreibung von einem Text in Sanskrit ausgegangen. Bereits bei der ersten Untersuchung stellte Leider fest, dass es sich um ein birmanisches Dokument handelte, dessen Bedeutung bis dahin vollkommen verkannt worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Forschungsobjekt ===&lt;br /&gt;
Jacques Leider erhielt 2007 von der GWLB den Auftrag, die Geschichte des Goldenen Briefes zu erforschen. Neben der Erforschung der Entstehungsgeschichte des Briefes sowie dessen „Schicksal“ in London und danach übersetzte Leider den Text auch neu und verglich dabei das Original des Briefes mit den Fassungen, die als Abschriften in Archiven, z. B. in [[Myanmar]] (dem früheren Birma), existieren. Seine Erkenntnisse veröffentlichte er 2009 in einem umfassenden Bericht (siehe unter „Literatur“).&amp;lt;ref&amp;gt;Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II …&amp;#039;&amp;#039;, S. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahre 2013 förderte das [[Auswärtiges Amt|Auswärtige Amt]] im Rahmen seines Kulturerhalt-Programms die [[3D|3-D]]-[[Digitalisierung]] des Goldenen Briefes.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/KulturDialog/Kulturerhalt/Myanmar-GoldenerBrief_node.html Der Goldene Brief als 3-D-Digitalscan]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung ===&lt;br /&gt;
Die Wahl edler Materialien und deren kunstvolle handwerkliche Verarbeitung sind [[Indiz]]ien für die Bedeutung, die der Schreiber sowohl dem Inhalt des Goldenen Briefes als auch der politischen Position des Empfängers beimaß – wie auch seiner eigenen. Der Brief dürfte heute das weltweit einzig erhaltene Exemplar seiner Art sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LeiderKing7&amp;quot; /&amp;gt; Dass England, in Person Georgs II., so desinteressiert an einer Zusammenarbeit mit Birma war, war auf die [[Geopolitik|geopolitische]] Situation jener Zeit zurückzuführen: Seit 1756 befand sich England zusammen mit anderen europäischen Staaten in einer Allianz im [[Siebenjähriger Krieg|Siebenjährigen Krieg]] und kämpfte wiederum auf verschiedenen Kontinenten gegen mehrere andere europäische Staaten, unter anderem auch in [[Nordamerika]]. Auch das Kurfürstentum Hannover war auf britischer Seite in diesen Konflikt verwickelt. Aufgrund der jahrelangen Auseinandersetzungen zog sich die East India Company gänzlich aus Birma zurück und zeigte keinerlei Interesse an einem Ausbau des Engagements dort. Dies führte schließlich, in Verbindung mit mehreren unbedachten politisch-militärischen Aktionen seitens der Engländer vor Ort, dazu, dass König Alaungphaya die Niederlassung auf der Insel Negrais im Irrawaddy-Delta zerstören ließ, was wiederum die Beziehungen zwischen beiden Ländern auf Jahrzehnte zerstörte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RuppeltLeider11&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ermöglichte das Schreiben eine Neubewertung des Wirkens des birmanischen Königs, der bis dahin überwiegend auf sein Leben als Krieger reduziert worden war, nicht aber als Geopolitiker und geschickter [[Diplomat]] von internationalem Format angesehen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund ist der Goldene Brief Alaungphayas nicht nur als [[Unikat]] aus [[Kunstgeschichte|kunsthistorischer]], sondern vor allem auch aus Sicht damaliger geopolitischer Beziehungen zwischen Großbritannien im Allgemeinen und der Ostindien-Kompanie im Besonderen auf der einen Seite und dem wiedererstarkenden Königreich Birma auf der anderen Seite von außerordentlicher Bedeutung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LeiderKing7&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== UNESCO-Weltdokumentenerbe ===&lt;br /&gt;
Im Jahre 2014 hatte die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek zusammen mit dem Kultusministerium von Myanmar und der [[British Library]] bei der [[UNESCO]] die Unterlagen für eine Nominierung des Goldenen Briefes als [[Weltdokumentenerbe]] eingereicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.unesco.org/new/fileadmin/MULTIMEDIA/HQ/CI/CI/pdf/mow/nomination_forms/germany_uk_germany_golden_letter_eng.pdf Nominierungsdokument] auf unesco.org (pdf in Englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diesem Antrag wurde im Oktober 2015 stattgegeben. Seither gehört der Goldene Brief zum [[Weltdokumentenerbe in Deutschland]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;{{Toter Link |datum=2018-04 |url=https://3c.web.de/mail/client/dereferrer?redirectUrl=http%3A%2F%2Fwww.auswaertiges-amt.de%2FDE%2FAussenpolitik%2FKulturDialog%2FKulturerhalt%2FMyanmar_GoldenerBrief_Unesco.html |text=Der Goldene Brief des Königs Alaungphaya von Myanmar an Georg II. gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe}}&amp;#039;&amp;#039; auf auswaertiges-amt.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des langjährigen Umbaus des Bibliothekgebäudes wurde die UNESCO-Urkunde erst anlässlich eines Festaktes am 29. März 2017 durch Verena Metze-Mangold, Präsidentin der deutschen UNESCO-Kommission an die Bibliotheksdirektorin [[Anne May]] übergeben. Dabei anwesend waren ebenfalls: Yin Yin Myint, Botschafterin Myanmars, Annabel Gallop, Vorsitzende der Südostasien-Sammlung der British Library, [[Heinrich Prinz von Hannover]] als Vertreter des Welfenhauses sowie [[Gabriele Heinen-Kljajić]], damalige niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur.&amp;lt;ref&amp;gt;Mario Moers: &amp;#039;&amp;#039;Verbrieftes Weltkulturerbe / Festakt zur Aufnahme des „Goldenen Briefs“ in das Unesco-Weltdokumentenerbe in der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Hannoversche Allgemeine Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; vom 30. März 2017, S. 21&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Jacques Leider|Jacques P. Leider]]: &amp;#039;&amp;#039;[http://der-goldene-brief.gwlb.de/fileadmin/images/GoldenerBrief/Forschung/Leider_Golden_Letter.pdf King Alaungmintaya’s Golden Letter to King George II (7 May 1756). The story of an exceptional manuscript and the failure of a diplomatic overture.]&amp;#039;&amp;#039; Hannover, Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek 2009.&lt;br /&gt;
* Jacques P. Leider: &amp;#039;&amp;#039;La lettre du roi birman Alaungmintaya au roi de Grande-Bretagne George II (7 mai&amp;lt;!--sic--&amp;gt; 1756): la re-découverte du manuscrit en or et son contexte historique.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Comptes Rendus de l’Académie des Inscriptions et Belles Lettres.&amp;#039;&amp;#039; 2011, I (janvier–mars), S. 155–173.&lt;br /&gt;
* [[Georg Ruppelt]], Jacques Leider: &amp;#039;&amp;#039;[https://digitale-sammlungen.gwlb.de/gwlb/docs/PU/GoldBrief2.pdf The Treasure of the Gottfried Wilhelm Leibniz Library in Hanover, Germany. The Golden Letter from King Alaungphaya of Myanmar to King Georg II of Great Britain.]&amp;#039;&amp;#039; Hannover, ISBN 978-3-943922-05-9.&lt;br /&gt;
* [http://der-goldene-brief.gwlb.de/index.php?id=284 umfangreiche Literaturliste in verschiedenen Sprachen] auf der-goldene-brief.gwlb.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Golden Letter of King Alaungmintaya to King George II|Goldener Brief}}&lt;br /&gt;
* [http://der-goldene-brief.gwlb.de/ Offizielle Website des Goldenen Briefes]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=oqcEeh33poU 30-Minuten-Video mit Jacques Leider zum Goldenen Brief und seinem historischen Hintergrund] auf youtube.com&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=OfwU8ZgqcDs Der Goldene Brief aus Myanmar] Video von AuswaertigesAmtDE&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
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