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	<title>Goldene Aktie - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Goldene_Aktie&amp;diff=751299&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;O0TsRVi7: /* Europäisches Recht */ Zwischenüberschriften als solche formatiert</title>
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		<updated>2025-08-21T06:23:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Europäisches Recht: &lt;/span&gt; Zwischenüberschriften als solche formatiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Goldene Aktien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|golden shares}}) sind auf dem [[Kapitalmarkt]] [[Aktie]]n, die einem [[Aktionär]] [[Privileg|Sonderrechte]] wie ein [[Mehrstimmrecht]] oder ein [[Vetorecht]] einräumen und die überproportional im Verhältnis zu seiner [[Kapitalbeteiligung]] ausfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Im [[Gesellschaftsrecht]] gilt allgemein der Grundsatz der Proportionalität von [[Stimmrecht]] und Kapitalanteil („eine Aktie – eine Stimme“; {{enS|one share – one vote}}). Der Einfluss der [[Gesellschafter]] auf die [[Aktiengesellschaft]] soll sich nach der Größe ihrer Kapitalbeteiligung richten. Disproportionale Ausgestaltungen des Stimmrechts ([[Mehrfachstimmrecht]], Höchststimmrecht, [[Vorzugsaktie|stimmrechtslose Aktien]]) sind gesetzlich die Ausnahme (Mehrstimmrecht: {{§|43|geng|juris}} Abs. 3 [[Genossenschaftsgesetz (Deutschland)|GenG]]; Vorzugsaktie: {{§|139|aktg|juris}} Abs. 1 [[Aktiengesetz (Deutschland)|AktG]]) oder sogar unzulässig ([[Stammaktie]]n: {{§|12|aktg|juris}} Abs. 2 AktG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sonderrechte aus goldenen Aktien werden häufig bei der [[Privatisierung]] von [[Staatsunternehmen]] dem [[Staat]] eingeräumt, um auf diese Weise den Staatseinfluss auch nach der Privatisierung zu gewährleisten,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Lexikon_Corporate_Finance/gBodBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=goldene+aktie+lexikon&amp;amp;pg=PA217&amp;amp;printsec=frontcover Wolfgang Breuer/Thilo Schweizer/Claudia Breuer (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Gabler Lexikon Corporate Finance&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S. 217]&amp;lt;/ref&amp;gt; selbst wenn lediglich eine geringfügige oder gar keine staatliche Beteiligung vorhanden ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Grundstrukturen_des_Rechts_%C3%B6ffentlicher/GrYlBAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=%22goldene+aktie%22&amp;amp;pg=PA359&amp;amp;printsec=frontcover Markus Krajewski, &amp;#039;&amp;#039;Grundstrukturen des Rechts öffentlicher Dienstleistungen&amp;#039;&amp;#039;, 2011, S. 359]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonderrechte ==&lt;br /&gt;
Allgemein lassen sich drei Gruppen von Sonderrechten unterscheiden:&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Grundmann/Florian Möslein, &amp;#039;&amp;#039;Die Goldene Aktie und der Markt für Unternehmenskontrolle im Rechtsvergleich&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Zeitschrift für Vergleichende Rechtswissenschaft]], 2003, S. 301 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gesellschaftsanteile mit besonderen Privilegien wie Mehrstimmrechte oder Vetorechte,&lt;br /&gt;
* Entsenderechte für [[Organmitglied]]er, beispielsweise unabhängig von der Kapitalbeteiligung eine bestimmte Anzahl von [[Aufsichtsrat]]smitgliedern festzulegen;&lt;br /&gt;
* staatliche Genehmigungs- und Zustimmungsvorbehalte unabhängig vom Aktienbesitz.&lt;br /&gt;
In der [[Fachliteratur]] werden diese Sonderrechte vereinfacht als „goldene Aktien“ bezeichnet, auch wenn es sich nicht in allen Fällen um aktienrechtliche Sonderrechte handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Markus Krajewski, &amp;#039;&amp;#039;Grundstrukturen des Rechts öffentlicher Dienstleistungen&amp;#039;&amp;#039;, 2011, S. 359&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kommt die Schaffung einer Vorrangstellung zu Gunsten einzelner Anteilseigner durch Stimmrechtsumgewichtungen (Höchst- und Mehrstimmrechte) – hier ist ebenfalls eine den &amp;#039;&amp;#039;Goldenen Aktien im weiteren Sinne&amp;#039;&amp;#039; vergleichbare Rechtswirkung möglich. Mehrfachstimmrechte und Höchststimmrechte sind wegen in ihrer rechtlichen Wirkung (einzelne Anteilseigner werden gegenüber der Mehrheit bevorzugt) zwar zu den &amp;#039;&amp;#039;goldenen Aktien&amp;#039;&amp;#039; im weiteren Sinne zu rechnen, die typischen Merkmale (Koppelung besonderer Rechte an einen einzigen Anteil) weisen sie jedoch nicht auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Beispiele für „goldene“ Sonderbefugnisse sind Zustimmungs-, Widerspruchs- und Vetorechte bei unternehmerischen [[Konstitutive Entscheidung|Grundsatzentscheidungen]] (insbesondere Satzungsänderungen), z.&amp;amp;nbsp;B. Umwandlung oder Sitzverlegung, sowie beim Eintritt neuer Aktionäre. Auch das Recht zur Ernennung von Organmitgliedern außerhalb des regulären Wahlverfahrens stellt ein „goldenes“ Sonderrecht dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Europäisches Recht ==&lt;br /&gt;
=== Europäische Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Bei der [[Europäische Gesellschaft|Europäischen Gesellschaft]] (SE) sind Mehrstimmrechtsaktien zulässig, wenn die SE ihren [[Geschäftssitz]] in anderen [[EU-Mitgliedstaaten]] außerhalb Deutschlands hat. Dort sind sie teilweise weit verbreitet und tief in den gesellschaftsrechtlichen Strukturen verwurzelt, insbesondere in [[Skandinavien]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Die_Satzung_der_Europ%C3%A4ischen_Aktiengese/Ihji07yPZ-EC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Mehrstimmrecht+ausland&amp;amp;pg=PA352&amp;amp;printsec=frontcover Ulrich Gössl, &amp;#039;&amp;#039;Die Satzung der Europäischen Aktiengesellschaft (SE) mit Sitz in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 295]&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Schweden]] und [[Dänemark]] ist ein Verhältnis von 1:10, in [[Finnland]] sogar 1:20 statthaft. Für SE mit Geschäftssitz in Deutschland gilt das Verbot von Mehrstimmrechten aus {{§|12|aktg|juris}} Abs. 2 AktG.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Europäischer Gerichtshof ===&lt;br /&gt;
Der [[Europäischer Gerichtshof|EuGH]] sieht in „goldenen Aktien“ in [[ständige Rechtsprechung|ständiger Rechtsprechung]] eine Verletzung der [[Kapitalverkehrsfreiheit]] nach {{Art.|63|AEUV|dejure}} ff. [[AEUV]] und [[Niederlassungsfreiheit]] nach {{Art.|49|AEUV|dejure}} AEUV.&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 4. Juni 2002, Rs. C-367/98 – Kommission/Portugal („Golden Share I“), Slg. 2002, I-4809, Rn 27 = {{Rspr|EuZW 2002, 437}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Ansicht des Gerichtshofs beschränken die Sonderrechte jene Grundfreiheiten, da sie entweder den Erwerb von Anteilen von einer staatlichen Mitwirkung abhängig machen („direkte Erwerbsbeschränkung“) oder die Mitsprache im Unternehmen staatlichem Einfluss unterwerfen („indirekte Erwerbsbeschränkung“). In beiden Fällen kann nach Ansicht des EuGH der Anteilserwerb für Investoren in seiner Attraktivität sinken, was nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs eine Beschränkungswirkung entfaltet (siehe [[Dassonville-Entscheidung]]).&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 11. Juli 1974, Slg. 1974, 837 = {{Rspr|NJW 1975, 515}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der EuGH hält sie nur dann für zulässig, wenn die staatliche Einflussnahme auf gesetzlichen [[Rechtfertigungsgrund|Rechtfertigungsgründen]] ({{Art.|65|AEUV|dejure}} AEUV) oder ungeschriebenen Gründen ([[Allgemeininteresse]]) liegt wie im Falle [[Spanien]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 13. Mai 2003, Rs. C-463/00, Slg. 2003, S. I-4581 Kommission/Spanien = {{Rspr|NJW 2003, 2663}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Legitime Ziele sind die Sicherstellung der [[Energieversorgung]]&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 4. Juni 2002, Rs C-483/99 – Kommission/Frankreich (Golden Share II), Slg. 2002, I-4781, Rn. 47 = {{Rspr|EuZW 2002, 433}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Telekommunikation]]sversorgung im [[Krise]]nfall&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 4. Juni 2002, Rs C-503/99 – Kommission/Belgien, Slg. 2002, I-4809, Rn. 46 = {{Rspr|EuZW 2002, 429}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder postalischer [[Universaldienst]].&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 28. September 2006, Rs C-282/04+ C-283/04, Kommission//Niederlande, Slg. 2006, I-9141, Rn. 38 = {{Rspr|EuZW 2006, 722}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ausnahmen kommen insbesondere bei [[Energieversorgungsunternehmen|Energieversorgungs-]], [[Telekommunikationsunternehmen|Telekommunikations-]], [[Rüstungsunternehmen|Rüstungs-]] oder [[Infrastrukturunternehmen]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Flughafenbetreiber]]n) in Betracht. Auch hier ist jedoch das [[Verhältnismäßigkeitsprinzip]] zu wahren, d.&amp;amp;nbsp;h. die Sonderrechte dürfen nicht über das hinausgehen, was zur Erreichung des Ziels zwingend erforderlich ist. Auch auf eine transparente Ausgestaltung und [[Effektiver Rechtsschutz|effektiven Rechtsschutz]] ist zu achten. Die bisher ergangenen Urteile betrafen [[Frankreich]], [[Portugal]], Spanien, [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]] und [[Italien]], die allesamt den obigen Erfordernissen nicht gerecht wurden. Mit dem damaligen [[EG-Vertrag]] vereinbar waren allein die Sonderrechte [[Belgien]]s bei Strom- und Gasversorgern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
Das [[VW-Gesetz]] beschränkte die Stimmrechte des Aktionärs gemäß § 2 Abs. 1 VW-Gesetz a. F. auf 20 % aller Aktien (&amp;#039;&amp;#039;Höchststimmrecht&amp;#039;&amp;#039;), auch wenn er mehr Anteile besitzt. Dadurch behielt [[Niedersachsen]] mit fast 20 % Beteiligung überproportionalen Einfluss.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Wirtschafts_Lexikon/ABojBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=goldene+aktie+lexikon&amp;amp;pg=PA1274&amp;amp;printsec=frontcover Verlag Th. Gabler (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Gabler Wirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, 2004, S. 1274]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Höchststimmrecht verstieß nach Ansicht des EuGH gegen den freien Kapitalverkehr und wurde für [[Unwirksamkeit|nichtig]] erklärt.&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 23. Oktober 2007, Rs C-112/05 – Kommission/Deutschland (VW-Gesetz), Slg. 2007, I-8995 = {{Rspr|EuZW 2007, 697}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in Deutschland gebräuchlichen Mehrfach- und Höchststimmrechte sind seit 1998 bei [[börsennotiertes Unternehmen|börsennotierten Unternehmen]] unzulässig. Prinzipiell gilt hier: „Eine Aktie, eine Stimme“. Die bekannteste Ausnahme regelt das VW-Gesetz vom Juli 1960. Hiernach kann kein [[Volkswagen]]-Aktionär mehr als 20 Prozent der Stimmrechte ausüben, auch wenn er mehr Anteile besitzt. Zusätzlich ist die Stimmrechtsvertretung in [[Hauptversammlung]]en beschränkt, und das Land Niedersachsen kann eine bestimmte Zahl von Aufsichtsräten außerhalb des regulären Wahlverfahrens ernennen. Das VW-Gesetz gibt damit dem Land als viertgrößtem Anteilseigner des Automobilkonzerns (11,8 %)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.volkswagenag.com/de/InvestorRelations/shares/shareholder-structure.html |titel=Aktionärsstruktur |datum=2017-12-31 |zugriff=2018-08-19 |sprache=de }}&amp;lt;/ref&amp;gt; weit überproportionalen Einfluss auf die [[Unternehmenspolitik]]. Der größte Einzelaktionär, die [[Porsche]] Automobil [[Holding]] SE ([[Zuffenhausen]]), hat in den letzten Jahren heftige Kritik an dieser staatlichen Vorrangstellung geübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland wurde mit Urteil vom 23. Oktober 2007 abgeschlossen. Generalanwalt [[Dámaso Ruiz-Jarabo Colomer]] hatte dem EuGH bereits in seinen Schlussanträgen vom 13. Februar 2007 vorgeschlagen, das VW-Gesetz als Eingriff in die Freiheit des Kapitalverkehrs zu bewerten und die Bundesrepublik wegen dieser [[Vertragsverletzung]] zu verurteilen. Das Gericht folgte diesen Anträgen und gab der Klage der EU-Kommission – was die Verletzung des Art. 56 EG (Kapitalverkehrsfreiheit) betraf – statt. Eine Verletzung der Niederlassungsfreiheit (Art 49 AEUV, ex-Art. 43 EG) wurde hingegen nicht festgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Portugal ===&lt;br /&gt;
In Portugal gibt es noch zahlreiche „golden shares“-Regelungen.&amp;lt;ref&amp;gt;José Engrácia Antunes, &amp;#039;&amp;#039;‚Law &amp;amp; Economics’: Perspectives of Portuguese Corporation Law – System and Current Developments&amp;#039;&amp;#039;, in: European Company and Financial Law Review 2 (3), 2005, S. 349&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch auch hier ist ihr Status gefährdet. So entschied der EuGH im Juli 2010, dass goldene Aktien (konkret Vorzugsaktien; {{ptS|ações preferenciais}}) des Staates an der [[Altice Portugal]] eine Einflussnahme auf die Entscheidungen des Unternehmens darstellen, die andere [[Wirtschaftssubjekt]]e aus anderen EU-Mitgliedstaaten von [[Direktinvestition]]en abhalten kann und damit die Kapitalverkehrsfreiheit einschränkt.&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 8. Juli 2010 - Az.: C-171/08, Kommission/Portugal = {{Rspr|ZIP 2010, 2199}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Staaten ===&lt;br /&gt;
Frankreich besitzt goldene Aktien des Energiekonzerns [[Électricité de France]]. In [[Schweden]] hält die von der [[Familie Wallenberg|Wallenberg-Familie]] kontrollierte Holding [[Investor AB]] diese speziellen Anteilsscheine unter anderem am Telekom-Ausrüster [[Ericsson]]. In den [[Mitteleuropa|mittel-]] und [[Osteuropa|osteuropäischen]] Beitrittsstaaten sind &amp;#039;&amp;#039;Goldene Aktien&amp;#039;&amp;#039; ebenfalls gebräuchlich, der Druck der [[Europäische Union|Europäischen Union]] zeigt allerdings erste Wirkung: Im Jahr 2006 leitete die [[EU-Kommission]] ein [[Vertragsverletzungsverfahren]] gegen [[Ungarn]] ein, das sein innerstaatliches Recht daraufhin – mit einiger Verzögerung – zum 21. April 2007 geändert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hinblick auf die europäische Welle der [[Mergers &amp;amp; Acquisitions|Fusionen und Akquisitionen]] stießen in den vergangenen Jahren vor allem die Chefs europäischer Telekom-Unternehmen an &amp;#039;&amp;#039;Goldenen Aktien&amp;#039;&amp;#039; auf Widerstand. An ihnen scheiterte etwa im Mai 2000 die Fusion der niederländischen Telefongesellschaft [[KPN (Unternehmen)|KPN]] mit der spanischen Konkurrentin [[Telefónica]]. Madrid hatte seine Zustimmung davon abhängig gemacht, dass sich der niederländische Staat aus KPN – an der dieser ebenfalls eine Sonderaktie hielt – zurückzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Telekom-Chef [[Ron Sommer]] musste im Jahr 2003 immer wieder bei der italienischen Regierung für einen Einstieg bei [[Telecom Italia]] werben, der der Regierung in Rom wegen des hohen Bundesanteils an dem Bonner [[Konzern]] nicht geheuer war. Dass Sommers Projekt schließlich scheiterte, lag allerdings am [[Olivetti]]-Konzern, der im Übernahmekampf mit der Deutschen Telekom die besseren Karten hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Urteile des EuGH ==&lt;br /&gt;
Der EuGH stellte unter anderem mit Urteil vom 3. Dezember 2007 fest,&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 26. Mai 2005, C-132/03, Rs. „Federconsumatori u.&amp;amp;nbsp;a.“ = {{Rspr|EuZW 2008, 51}}&amp;lt;/ref&amp;gt; dass das [[Öffentliche Einrichtung|öffentlichen Einrichtungen]] vorbehaltene Recht, in einer AG eine gemessen an ihrer Beteiligung unverhältnismäßige Kontrolle auszuüben, gegen das [[Gemeinschaftsrecht]] verstoße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere einschlägige Entscheidungen des EuGH:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;EuGH&amp;#039;&amp;#039;, Urteil vom {{0}}4. Juni 2002 (Rs. C-367/98) – &amp;#039;&amp;#039;Goldene Aktien Portugal&amp;#039;&amp;#039; –, Slg. 2002, S. I-4731: {{Rspr|EuZW 2002, 437}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;EuGH&amp;#039;&amp;#039;, Urteil vom {{0}}4. Juni 2002 (Rs. C-483/99) – &amp;#039;&amp;#039;Goldene Aktien Frankreich&amp;#039;&amp;#039; –, Slg. 2002, S. I-4781: {{Rspr|EuZW 2002, 433}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;EuGH&amp;#039;&amp;#039;, Urteil vom {{0}}4. Juni 2002 (Rs. C-503/99) – &amp;#039;&amp;#039;Goldene Aktien Belgien&amp;#039;&amp;#039; –, Slg. 2002, S. I-4809: {{Rspr|EuZW 2002, 429}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;EuGH&amp;#039;&amp;#039;, Urteil vom 13. Mai 2003 (Rs. C-463/00) – &amp;#039;&amp;#039;Goldene Aktien Spanien&amp;#039;&amp;#039; –, Slg. 2003, S. I-4581: {{Rspr|EuZW 2003, 529}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;EuGH&amp;#039;&amp;#039;, Urteil vom 13. Mai 2003 (Rs. C-98/01) – &amp;#039;&amp;#039;Goldene Aktien Großbritannien&amp;#039;&amp;#039; –, Slg. 2003, S. I-4641: {{Rspr|EuZW 2003, 529}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;EuGH&amp;#039;&amp;#039;, Urteil vom {{0}}2. Juni 2005 (Rs. C-174/04) – &amp;#039;&amp;#039;Goldene Aktien Italien&amp;#039;&amp;#039; –, Slg. 2005, S. I-4933: {{Rspr|EuZW 2005, 438}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;EuGH&amp;#039;&amp;#039;, Urteil vom 28. September 2006 (Rs. C-282/04, C-283/04) – &amp;#039;&amp;#039;Goldene Aktien Niederlande&amp;#039;&amp;#039; –, Slg. 2006, S. I-9141: {{Rspr|EuZW 2006, 722}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;EuGH&amp;#039;&amp;#039;, Urteil vom {{0}}8. Juli 2010 (Rs. C-171/08) – &amp;#039;&amp;#039;Goldene Aktien Portugal II&amp;#039;&amp;#039; –, Slg. 2010, S. I-06817: {{Rspr|EuZW 2010, 701}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;EuGH&amp;#039;&amp;#039;, Urteil vom 11. November 2010 (Rs. C-543/08) – &amp;#039;&amp;#039;Goldene Aktien Portugal III&amp;#039;&amp;#039; –, Slg. 2010, S. I-11241: {{Rspr|EuZW 2011, 17}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;EuGH&amp;#039;&amp;#039;, Urteil vom 10. November 2011 (Rs. C-212/09) – &amp;#039;&amp;#039;Goldene Aktien Portugal IV&amp;#039;&amp;#039;: {{Rspr|ZIP 2012, 221}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;EuGH&amp;#039;&amp;#039;, Urteil vom {{0}}8. November 2012 (Rs. C-244/11) – &amp;#039;&amp;#039;Goldene Aktien Griechenland&amp;#039;&amp;#039;: {{Rspr|EuZW 2013, 29}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;EuGH&amp;#039;&amp;#039;, Urteil vom 22. Oktober 2013 (Rs. C-95/12) – &amp;#039;&amp;#039;Volkswagen-Gesetz II (Kommission/Deutschland)&amp;#039;&amp;#039;: {{Rspr|EuZW 2013, 946}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Disproportionale Stimmrechte gibt es in Deutschland nur durch die Vorzugsaktie und bei Genossenschaftsanteilen. International gehören auch die goldenen Aktien zu dieser Kategorie, bei der vom Proportionalitätsprinzip abgewichen wird. In der neueren Fachliteratur wird die Frage untersucht, welche Auswirkungen disproportional verteilte Stimmrechte bei einer so genannten [[Sperrminorität]] ({{enS|controlling–minority structure}}) haben können. Untersucht werden Konstellationen, bei denen Minderheitsaktionäre die Mehrheit der Stimmrechte halten, weil beispielsweise eine Aktiengesellschaft zwei Aktiengattungen mit unterschiedlich ausgestalteten Stimmrechten ausgegeben hat ({{enS|dual class stock}}).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Das_Aktiendarlehen/vVA4nXO5fjEC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Disproportionale+Stimmrechte&amp;amp;pg=PA78&amp;amp;printsec=frontcover Martin Zimmermann, &amp;#039;&amp;#039;Das Aktiendarlehen&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S. 78]&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass der Verstoß gegen das Proportionalitätsprinzip zu einer Verzerrung der [[Anreiz]]funktion führe, weil die dadurch verursachten [[Agenturkosten]] in dem Maße zunähmen, in dem sich die wirtschaftliche Beteiligung der kontrollierenden Aktionäre verringere.&amp;lt;ref&amp;gt;Lucian A. Bebchuk/Reinier Kraakman/George G. Triantis, S&amp;#039;&amp;#039;tock Pyramides, Cross Ownership, And Dual Class Equity: The Mechanisms and Agency Costs of Seperating Control from Cashflow-Rights&amp;#039;&amp;#039;, in: Randall K. Morck (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Concentrated Corporate Ownership&amp;#039;&amp;#039;, 2000, S. 295 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Christian Armbrüster, &amp;#039;&amp;#039;„Golden Shares“ und die Grundfreiheiten des EG-Vertrages&amp;#039;&amp;#039;, in: [[JuS]], 2003, S. 224 ff.&lt;br /&gt;
* Stefan Grundmann/Florian Möslein, &amp;#039;&amp;#039;Die Golden Shares Grundsatzentscheidungen des Europäischen Gerichtshofs&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Zeitschrift für Bank- und Kapitalmarktrecht]], 2002, S. 758 ff.&lt;br /&gt;
* Stefan Grundmann/Florian Möslein, &amp;#039;&amp;#039;Die Goldene Aktie&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Zeitschrift für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht]], 2003, S. 317 ff.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Johannes Adolff |Titel=Turn of the Tide?: The “Golden Share” Judgements of the European Court of Justice and the Liberalization of the European Capital Markets |Hrsg= |Sammelwerk=[[German Law Journal]] |Band=3 |Nummer=8 |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum=2002 |ISBN= |DOI=10.1017/S2071832200015273 |Seiten=}}&lt;br /&gt;
* Alexander Karpf, &amp;#039;&amp;#039;Die EU-rechtliche (Un-)Zulässigkeit von „Golden Shares“&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Zeitschrift für Finanzmarktrecht]], 2007/8, S. 145 ff.&lt;br /&gt;
* Stefan Korte/Kurt Seidel, &amp;#039;&amp;#039;CureVac und die KfW: Auf Tauchgang in Richtung Unionsrechtswidrigkeit&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Betriebs-Berater]], 2021, S. 2691–2699.&lt;br /&gt;
* Michael Pießkalla, &amp;#039;&amp;#039;Goldene Aktien aus EG-rechtlicher Sicht&amp;#039;&amp;#039;, 2006, ISBN 978-3-8300-2307-4.&lt;br /&gt;
* Michael Pießkalla, &amp;#039;&amp;#039;Anmerkung zu EuGH, Urteil vom 28. September 2006 (verb. Rs. C-282/04 und 283/04 – „Golden shares Niederlande“)&amp;#039;&amp;#039;, in: EuZW 2006, S. 724 f.&lt;br /&gt;
* Florian Sander, &amp;#039;&amp;#039;Volkswagen vor dem EuGH – Der Schutzbereich der Kapitalverkehrsfreiheit am Scheideweg&amp;#039;&amp;#039;, in: Europäische Zeitschrift für Wirtschaftsrecht (EuZW), 2005, S. 106–109.&lt;br /&gt;
* Florian Sander, &amp;#039;&amp;#039;Höchststimmrechte und Kapitalverkehrsfreiheit nach der VW-Gesetz-Entscheidung – Psychologisiert der EuGH den Schutzbereich des Art. 56 EG?&amp;#039;&amp;#039;, in: Europäische Zeitschrift für Wirtschaftsrecht (EuZW), 2008, S. 33.&lt;br /&gt;
* Gerald Spindler, &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Gesellschaftsrecht in der Zange zwischen Inspire Art und Golden Shares?&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Recht der Internationalen Wirtschaft]], 2003, S. 850 ff.&lt;br /&gt;
* Johanna Wolff, &amp;#039;&amp;#039;Ausländische Staatsfonds und staatliche Sonderrechte: Zum Phänomen &amp;quot;Sovereign Wealth Funds&amp;quot; und zur Vereinbarkeit der Beschränkung von Unternehmensbeteiligungen mit Europarecht&amp;#039;&amp;#039;, Berliner Wissenschaftsverlag, 2009, ISBN 3-8305-1688-6.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Peer Zumbansen/Daniel Saam |Titel=The ECJ, Volkswagen and European Corporate Law: Reshaping the European Varieties of Capitalism |Hrsg= |Sammelwerk=German Law Journal |Band=8 |Nummer=11 |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum=2007-11-01 |Sprache=en |ISBN= |DOI=10.1017/S2071832200006167 |Seiten=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=7527903-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aktie]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Kapitalgesellschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
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