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	<title>Gnawa - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T00:11:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gnawa&amp;diff=244307&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: Leerzeichen nach Komma, ISBN-Format</title>
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		<updated>2024-01-04T21:26:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen nach Komma, ISBN-Format&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:AncientGnawa.jpg|mini|Gnawa-Musiker spielen die mit magischen Zeichen bemalte Trommel &amp;#039;&amp;#039;[[T&amp;#039;bol|tbal]]&amp;#039;&amp;#039; und die Klappern &amp;#039;&amp;#039;[[Qarqaba|qaraqib]]&amp;#039;&amp;#039;. Postkarte um 1920]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gnawa&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Französische Sprache|französische]] Schreibung: &amp;#039;&amp;#039;Gnaoua&amp;#039;&amp;#039;, {{arS|غناوة|d=ġnāwa}} in maghrebinischer Aussprache) sind eine ethnische Minderheit in [[Marokko]] und gelten als Nachfahren von [[Sklaven]] aus dem westlichen [[Subsahara-Afrika|Afrika südlich der Sahara]], wo das mittelalterliche [[Reich von Ghana|Reich von Gana]] lag. Die Gnawa tragen bestimmte Züge einer [[Sufismus|Sufi]]-Bruderschaft &amp;#039;&amp;#039;([[Tariqa]])&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glaubensvorstellungen ==&lt;br /&gt;
Entsprechend ihrer Herkunft verbinden die Gnawa Glaubensinhalte des [[Islam]]s mit vorislamischen Praktiken des subsaharischen Afrika, besonders aus dem alten [[Malireich|Reich Mali]]. Die Geistmächte in ihrer besonderen [[Islam in Afrika#Afrikanischer Volksislam|volksislamischen]] Tradition heißen &amp;#039;&amp;#039;al-mluk&amp;#039;&amp;#039; („die Besitzenden“), da sie von den Menschen [[Besessenheit|Besitz ergreifen]] können. Zu den mächtigen Geistern gehören die im islamischen Glauben weit verbreiteten [[Dschinn]] (Plural &amp;#039;&amp;#039;ǧnūn&amp;#039;&amp;#039;, Singular männlich &amp;#039;&amp;#039;ǧinn&amp;#039;&amp;#039;, weiblich &amp;#039;&amp;#039;ǧinnīa&amp;#039;&amp;#039;). Dschinn sind im Allgemeinen nicht genügend individualisiert, um eigene Namen zu tragen. In Marokko gibt es den Glauben an benannte Geister nur bei den Gnawa und als Ausnahme beim Sufi-Orden der Hamadscha, bei denen das weibliche Geistwesen [[Aisha Qandisha]] verehrt wird. Die Gnawa geben ihren Dschinn eine besondere Rangordnung und ordnen sie bestimmten Farben, Räuchersubstanzen, Tanz- und Melodieformen zu. Bei den Tänzen lässt sich eine symbolische Bedeutung ausmachen, die als rituelle Wiederholung einer [[Afrikanische Kosmogonie|afrikanischen Kosmogonie]] verstanden werden kann. In der Wiederholung der kosmischen Ereignisse vom Uranfang wird der Welt eine Ordnung gegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Vincent Crapanzano]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Ḥamadša. Eine ethnopsychiatrische Untersuchung in Marokko.&amp;#039;&amp;#039; Klett-Cotta, Stuttgart 1981, S. 171. ISBN 978-3-12-931610-8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Musik und Ritual ==&lt;br /&gt;
Bekannt geworden sind die Gnawa insbesondere aufgrund ihrer rhythmusbetonten Musik. Die drei Hauptinstrumente sind &amp;#039;&amp;#039;[[T&amp;#039;bol|tbal]]&amp;#039;&amp;#039; (mit Stöckchen geschlagene Fasstrommel), &amp;#039;&amp;#039;sintir&amp;#039;&amp;#039; (Langhalslaute, Resonanzkörper kann ein Schildkrötenpanzer sein) und &amp;#039;&amp;#039;[[gimbri]]&amp;#039;&amp;#039; (dreisaitige Langhalslaute mit rechteckigem Resonanzkörper aus Holz), dazu kommt die metallene Gefäßklapper &amp;#039;&amp;#039;[[qarqaba]]&amp;#039;&amp;#039; (Plural &amp;#039;&amp;#039;qaraqib&amp;#039;&amp;#039;). Die Musik hat ihre ursprüngliche Funktion beim nächtlichen &amp;#039;&amp;#039;Lila-&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Derdeba]]-&amp;#039;&amp;#039;Ritual. In dieser wichtigsten Zeremonie, die aus Musik, Tänzen, ritualisierten Tabubrüchen und einem Tieropfer besteht und zwölf Stunden dauern kann, werden böse Geister vertrieben und andere angerufen. Sie erfüllt auf der individuellen Ebene den therapeutischen Zweck der [[Selbstheilung]] für die Teilnehmer, die in [[Trance]] fallen, mit der Erinnerung an ihre schwarzafrikanischen Wurzeln. Für die Gemeinschaft gilt diese Zeremonie als symbolische Wiederholung der [[Afrikanische Kosmogonie|Weltschöpfung]].&lt;br /&gt;
Diese Musik, Rituale und Gebräuche der Gnawa sind seit 2019 Bestandteil der [[Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit|UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ich.unesco.org/en/RL/01170 &amp;#039;&amp;#039;Gnawa.&amp;#039;&amp;#039;] UNESCO Intangible Cultural Heritage, 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in derartigen Zusammenhängen entstandene Musik wird insbesondere in der marokkanischen Küstenstadt [[Essaouira]] und ihrem Umland gepflegt, wo auch das jährliche Gnawa-Festival stattfindet. In mittlerweile konzertanter Form und abgetrennt von ihrem rituellen Kontext wurde sie zum Anziehungspunkt für Musiker wie z. B. [[Jimi Hendrix]], [[Peter Gabriel]] oder [[Joe Zawinul]]. In der Band [[Gnawa Diffusion]] aus [[Grenoble]] vermischen [[maghreb]]stämmige Franzosen Gnawaeinflüsse mit Rock und [[Reggae]]. Auf der Basis der Gnawa-Musik entstand auch eine Praxis der Malerei und Skulptur, die von magisch-fantastischen Vorstellungen bestimmt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Jazz wurde die Gnawa-Musik breit rezipiert. So haben etwa der Pianist [[Randy Weston]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.randyweston.info/randy-weston-discography-pages/1992splendidmastergnawa.html &amp;#039;&amp;#039;The Splendid Master Gnawa Musicians Of Morocco&amp;#039;&amp;#039;.] (CD, Verve 521 587-2, 1994) In: &amp;#039;&amp;#039;randyweston.info&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie die Saxophonisten [[Pharoah Sanders]]&amp;lt;ref&amp;gt;Ben Sisario: [https://www.nytimes.com/2002/08/11/arts/music-marrying-a-moroccan-sound-to-the-world-s-music.html?searchResultPosition=3 &amp;#039;&amp;#039;Marrying a Moroccan Sound to the World&amp;#039;s Music.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;New York Times&amp;#039;&amp;#039;, 11. August 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Willard Jenkins: [http://www.nytimes.com/2002/09/01/arts/l-gnawa-music-a-true-interaction-599026.html &amp;#039;&amp;#039;Gnawa Music. A True Interaction.&amp;#039;&amp;#039;] Leserbrief in: &amp;#039;&amp;#039;New York Times&amp;#039;&amp;#039;, 1. September 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Archie Shepp]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.archieshepp.net/manage_content.php?cat_id=2&amp;amp;item_id=14 |wayback=20110817004448 |text=&amp;#039;&amp;#039;Kindred Spirits Vol. 1&amp;#039;&amp;#039;.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufnahmen mit [[Mahmoud Ghania]] und anderen Gnawa-Musikern gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Tournee durch Marokko im Jahr 2005 nahmen [[Klaus Doldinger]] und seine Gruppe &amp;#039;&amp;#039;[[Passport (Band)|Passport]]&amp;#039;&amp;#039; einheimische Musiker wie den Gimbri-Spieler und Sänger  [[Majid Bekkas]] mit auf die Bühne. Die dabei entstandene Fusion aus marokkanischer Gnawa-Musik und Doldingers Jazzvariationen erschienen auf der 2006 veröffentlichten CD &amp;#039;&amp;#039;Passport to Morocco.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
Der Name des [[Bab Agnaou]] in Marrakesch wird ebenfalls auf das Wort &amp;#039;&amp;#039;gnaoua&amp;#039;&amp;#039; zurückgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Deborah Kapchan: &amp;#039;&amp;#039;Traveling spirit masters: Moroccan Gnawa trance and music in the global marketplace.&amp;#039;&amp;#039; Wesleyan University Press, Middletown 2007, ISBN 978-0-8195-6852-6.&lt;br /&gt;
* Tony Langlois: &amp;#039;&amp;#039;The Gnawa of Oujda: Music at the Margins in Morocco.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The World of Music,&amp;#039;&amp;#039; Band 40, Nr. 1 (&amp;#039;&amp;#039;Music, the Arts and Ritual&amp;#039;&amp;#039;) 1998, S. 135–156&lt;br /&gt;
* Frank Maurice Welte: &amp;#039;&amp;#039;Der Gnāwa-Kult. Trancespiele, Geisterbeschwörung und Besessenheit in Marokko&amp;#039;&amp;#039;. Lang, Frankfurt/M. 1990, ISBN 3-631-42273-3 (zugl. Dissertation Universität Tübingen, 1989)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Andreas Kirchgäßner: [https://de.qantara.de/inhalt/die-bruderschaft-der-gnawa-in-marokko-alltagsbewaltigung-mit-ventilfunktion &amp;#039;&amp;#039;Die Bruderschaft der Gnawa in Marokko. Alltagsbewältigung mit Ventilfunktion.&amp;#039;&amp;#039;] Qantara, 17. April 2007&lt;br /&gt;
* Christopher James Witulski: [http://etd.fcla.edu/UF/UFE0021206/witulski_c.pdf &amp;#039;&amp;#039;Defining and revising the Gnawa and their music through commodification in local, national and global contexts.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 2,1&amp;amp;nbsp;MB) Thesis for the degree of Master of Music. University of Florida, 2009&lt;br /&gt;
* Deborah Kapchan: [http://www.penn.museum/documents/publications/expedition/PDFs/46-1/Moroccan%20Gnawa.pdf &amp;#039;&amp;#039;Moroccan Gnawa and Transglobal Trance. The Medium is the Music.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 397&amp;amp;nbsp;kB) Penn Museum, Bd. 40, Nr. 1, Frühjahr 2004, S. 30–37&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4375988-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Marokko]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Marokko)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sufimusik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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