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	<title>Gnadenstreit - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T01:49:16Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gnadenstreit&amp;diff=336926&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Perennis: /* Theologische und philosophische Bedeutung */ Links</title>
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		<updated>2022-03-12T09:32:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Theologische und philosophische Bedeutung: &lt;/span&gt; Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Unter dem &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gnadenstreit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; versteht man die sogenannte Kontroverse „de auxiliis“: Verschiedene [[Theologie|Theologenschulen]] stritten in der [[Frühe Neuzeit|Frühen Neuzeit]] um das Verständnis des Miteinanders von göttlicher [[Gnade (Theologie)|Gnade]] und menschlicher [[Freiheit]]. Voraussetzungen waren die Lehre des [[Tridentinisches Konzil|Tridentinischen Konzils]] über die [[Rechtfertigung (Theologie)|Rechtfertigung]] und der aufkommende [[Humanismus]], sowie der traditionelle Gegensatz der theologischen Schulen des Dominikaner- und Jesuitenordens:&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{LThK|[[Leo Scheffczyk]]|Gnadenstreit|3|4|797–798}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die [[Dominikaner]] betonten unter dem Einfluss des [[Thomismus|Thomisten]] [[Domingo Báñez]] die Gnadenwirksamkeit.&lt;br /&gt;
* Die [[Jesuiten]], vor allem [[Luis de Molina]], stellten die menschliche Freiheit in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlauf ==&lt;br /&gt;
Der Streit begann 1582 mit internen Auseinandersetzungen in [[Salamanca]], die mit der Veröffentlichung des Werks von Luis de Molina &amp;#039;&amp;#039;Concordia liberi arbitrii et gratiae donis&amp;#039;&amp;#039; im Jahr 1588 eine neue Dimension erhielten. Beide Seiten zeigten einander bei der [[Inquisition]] an, die daraufhin tätig wurde. Eine Disputation in [[Valladolid]] stellte 1594 Öffentlichkeit her. Sowohl der päpstliche [[Nuntius]] als auch die spanische Inquisition überwiesen 1597 die Streitsache nach Rom. Ein Schweigegebot des Nuntius wurde von beiden Seiten missachtet und von der römischen Inquisition wieder aufgehoben. Die Literatur zum Thema wuchs durch Stellungnahmen weiterer Theologen kontinuierlich an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Rom wurde unter dem Pontifikat [[Clemens VIII. (Papst)|Clemens’ VIII.]] eine Kommission aus Kardinälen, Bischöfen und Theologen gebildet, die dem Papst am 13. März 1598 vorschlug, de Molinas &amp;#039;&amp;#039;Concordia liberi arbitrii et gratiae donis&amp;#039;&amp;#039; sowie dessen Kommentar zur [[Summa theologica]] und eine Thesenreihe zu verurteilen. Die Kommission hielt bis Jahresende an ihrem Votum fest, trotz Bitten des Papstes, dieses zu überprüfen. Daraufhin intervenierte König [[Philipp III. (Spanien)|Philipp III.]] und erreichte, dass die beiden Ordensgeneräle ihre Position mündlich und schriftlich präsentieren konnten; hierbei erzielten die jesuitischen Theologen den Teilerfolg, dass auch die Lehre von [[Domingo Báñez|Báñez]] thematisiert wurde. Die mittlerweile erweiterte Theologenkommission empfahl am 5. Dezember 1601 aber wieder eine Verurteilung de Molinas. Papst Clemens VIII. übernahm diese Empfehlung nicht, sondern ernannte eine neue Theologenkommission (&amp;#039;&amp;#039;Congregatio de auxiliis&amp;#039;&amp;#039;), die unter seinem Vorsitz eine Entscheidung finden sollte. Die Ordensgeneräle legten unterstützt von je einem Theologen ihre Positionen dar. Der Theologe [[Gregor von Valencia]] (1549–1603) verteidigte 1602, in einer feierlichen Disputation vor Papst Clemens VIII., die Positionen Molinas.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ingolstadt.de/stadtmuseum/scheuerer/personen/valencia.htm Stadtmuseum Ingolstadt: &amp;#039;&amp;#039;Doctor Doctorum – Zum 400. Todestag des Gregor von Valencia&amp;#039;&amp;#039; (von Gerd Treffer)]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Tod des Papstes am 4. März 1605 brachten dieses Verfahren zum Stillstand; am 14. September 1605 wurden die Beratungen unter Papst [[Paul V.]] wieder aufgenommen. Obwohl mehrere Kommissionsmitglieder die jesuitische Position verurteilten, war auch Paul V. nicht bereit, ihrer Empfehlung folgend de Molina zu verurteilen, sondern stellte nur fest:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die dominikanische Lehre sei nicht [[calvinistisch]].&lt;br /&gt;
* Die jesuitische Lehre sei nicht [[Semipelagianismus|semipelagianisch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er löste 1607 die &amp;#039;&amp;#039;Congregatio de auxiliis&amp;#039;&amp;#039; auf, verbunden mit einer die gegenseitigen Verurteilungen verbietenden Erklärung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; Seither hielten sämtliche Päpste und Konzilien diese Frage offen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theologische und philosophische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Die streitenden Parteien, Molinisten und [[Domingo Báñez|Banezianisten]], hatten unterschiedliche Konzepte entwickelt, wie die Unfehlbarkeit des Gnadenwirkens Gottes und die menschliche Freiheit zusammengedacht werden konnten. Dabei gelang es nur den Molinisten, mit Hilfe des Entlastungskonzeptes der sogenannten &amp;#039;&amp;#039;[[scientia media]]&amp;#039;&amp;#039; Gottes die menschliche Freiheit zu bewahren, während die Gegenpartei ein der menschlichen Freiheit innerliches Wirken Gottes behauptete. Molina lehrte, dass sich menschliches Handeln in einem Dreischritt vollzog:&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!Gott&lt;br /&gt;
!Mensch &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|I.&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;concursus oblatus indifferens&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|Gott eröffnet dem Menschen die Wahl- und [[Handlungsfreiheit]] (&amp;#039;&amp;#039;concursus generalis&amp;#039;&amp;#039;). &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|II.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|Gott sieht das Entscheiden des Menschen voraus.&lt;br /&gt;
|Der Mensch übt seine Wahlfreiheit aus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|III.&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;concursus collatus&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|Gott wirkt beim Handeln des Menschen mit (&amp;#039;&amp;#039;speciale auxilium&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
|Der Mensch handelt [[Freier Wille|frei]].&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Gott erscheint wie ein Schachmeister, der die Züge seines Gegenübers antizipieren und in seine Strategie aufnehmen kann. Er reagiert auf menschliches Handeln, macht sich aber nicht davon abhängig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;[[Reinhold Bernhardt]]: &amp;#039;&amp;#039;Was heißt „Handeln Gottes“?: eine Rekonstruktion der Lehre von der Vorsehung&amp;#039;&amp;#039;. LIT Verlag, 2. Auflage Berlin 2008, S. 131f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Molinas Überlegungen führen weiter zum Gedanken der „[[Mögliche Welt|möglichen Welten]]“, den [[Gottfried Wilhelm Leibniz]] 1710 in seiner [[Theodizee]] entfaltete.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Emerich Coreth]], [[Harald Schöndorf]]: &amp;#039;&amp;#039;Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Grundkurs Philosophie&amp;#039;&amp;#039;. Band 8). Kohlhammer, 4. Auflage 2008, S. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{LThK|[[Leo Scheffczyk]]|Gnadenstreit|3|4|797–798}}&lt;br /&gt;
* Jordan J. Ballor, Matthew T. Gaetano, David S. Sytsma (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Beyond Dordt and De Auxiliis: the dynamics of protestant and catholic soteriology in the sixteenth and seventeenth centuries&amp;#039;&amp;#039;. Brill, Leiden / Boston 2019. ISBN 978-90-04-37711-0.&lt;br /&gt;
* Luis de Molina: &amp;#039;&amp;#039;On Divine Foreknowledge&amp;#039;&amp;#039; (Part IV of the Concordia). Translated, with an Introduction and Notes, by Alfred J. Freddoso. Cornell University Press, Ithaca / London 1988.&lt;br /&gt;
* Luis de Molina: &amp;#039;&amp;#039;Göttlicher Plan und menschliche Freiheit. Concordia, Disputation 52&amp;#039;&amp;#039;. Lateinisch–Deutsch. Eingeleitet, übersetzt und kommentiert von [[Christoph Jäger]], [[Hans Kraml]] und [[Gerhard Leibold]] (= [[Philosophische Bibliothek]]. Band 695). Meiner, Hamburg 2018, ISBN 978-3-7873-3023-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Katholische Theologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theologische Kontroverse]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Perennis</name></author>
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