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	<title>Glutinleim - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-21T23:25:18Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Glutinleim&amp;diff=372187&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-17512-91: /* Geschichtliche Hinweise zur Leimherstellung und -verwendung */</title>
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		<updated>2026-03-20T13:48:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichtliche Hinweise zur Leimherstellung und -verwendung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Glutinleim&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein in Wasser löslicher natürlicher [[Klebstoff]], der aus tierischen Abfällen (leimgebende Körper) durch Auskochen gewonnen wird. Dabei entsteht eine [[Gel|Gallerte]], die als Leim bezeichnet wird. Der Hauptbestandteil [[Glutin]] ist ein ähnliches Stoffgemisch wie [[Gelatine]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;roempp&amp;quot;&amp;gt;{{RömppOnline |ID=RD-07-01456 |Name=Glutin |Abruf=2014-05-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Ausgangsmaterial zur Herstellung unterscheidet man Glutinleime als Knochenleim, Hautleim (Lederleim), Hasenleim, Fischleim und Hausenblasenleim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders gereinigter Glutinleim ist unter dem Sammelbegriff Gelatine bekannt und findet bei der Ver- und Bearbeitung von Lebensmitteln Verwendung sowie in der Pharmazie, als Zusatz zu Getränken, zur Klärung von Wein und in vielen technischen Anwendungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glutinleim ist nicht mit Leim zu verwechseln, der aus [[Knorpel]]n hergestellt wird. Obwohl dieser äußerlich kaum von Glutinleim zu unterscheiden ist, handelt es sich hierbei um Leim auf Basis von [[Chondrozyt|Chondrin]], einem chemisch verschiedenen Stoff, der eine geringere Klebkraft als Glutin aufweist. Der aus Knorpeln hergestellte Stoff wird als Nahrungsergänzung oder Arzneimittel zur Vorbeugung oder Besserung bei [[Arthrose]]n verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung der einzelnen Leimarten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Knochenleim Granulat.jpg|mini|Knochenleim, Granulat]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Animal glue liquid.jpg|mini|Flüssiger Knochenleim]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rabbit-skin glue top view.jpeg|300px|mini|Hasenleim, links in Perlen, rechts in Wasser teilweise gelöst.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war Glutinleim der verbreitetste Klebstoff für Holz, Papier, Leder und viele weitere Materialien. Durch die Entwicklung synthetischer Produkte, deren Verarbeitung wesentlich einfacher ist, verlor er vor allem ab den 1950er Jahren zunehmend an Bedeutung. Im Bereich von [[Restaurierung]]en und traditionellem Kunsthandwerk blieb er jedoch weiterhin im Gebrauch und hat in den letzten Jahren sogar wieder an Bedeutung gewonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Knochenleim ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Knochenleim&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird vorwiegend als [[Holzleim]] eingesetzt. Er trocknet glashart und die Leimfuge hat in der Regel eine größere Festigkeit als die zu verleimenden Teile. Im Musikinstrumentenbau wird Knochenleim bis heute bevorzugt verwendet, weil die Leimung jederzeit problemlos wieder geöffnet werden kann ([[Reversibilität (Denkmalpflege)|Reversibilität]]). Knochenleim überträgt Schallwellen durch seine große Härte besser über die Leimfugen der bei Musikinstrumenten verwendeten Hölzer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Herstellung von [[Eisblumenglas]] wird Knochenleim aufgrund seiner hohen Haftfähigkeit und Sprödheit verwendet, beim Trocknen reißt dieser charakteristisch geformte Glasschollen von der mattierten Glasoberfläche ab und lässt dadurch eine seit Jahrhunderten genutzte Dekorglasform entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Knochenleim wird auch als Teil des [[Inhibitor]]-Systems bei der Raffination von Kupfer verwendet, um die Dichte des kathodisch abgeschiedenen Kupfers zu optimieren und eine glatte Oberfläche zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Franz Pawlek |Titel=Metallhüttenkunde |Verlag=de Gruyter |Datum=1983 |ISBN=3-11-007458-3}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hautleim ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hautleim&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hasenleim&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; haben eine hellere Farbe als Knochenleim und die Leimfuge ist elastischer. In der [[Streichholz#Herstellung|Streichholzherstellung]] wird ausschließlich Hautleim hoher Qualität als [[Bindemittel]] und Brennstoff für Zündköpfe eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander P. Hardt: &amp;#039;&amp;#039;Pyrotechnics&amp;#039;&amp;#039;, Pyrotechnica Publications, Post Falls Idaho USA 2001, ISBN 0-929388-06-2, S. 74 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Haut- und Hasenleim werden in der Papierverarbeitung, insbesondere beim handwerklichen [[Buchbinden]] und der Restaurierung alter Bücher verwendet. Hautleim, meist mit [[Zucker]] versetzt, war lange Zeit als Gummierung von z.&amp;amp;nbsp;B. [[Briefmarken]] im Einsatz. Der getrocknete Hautleim ermöglichte mit [[Speichel]] benetzt das Aufkleben der Marken (Mundleim). Die [[Elastizität (Physik)|Elastizität]] macht Haut- und Hasenleim für das Grundieren flexibler Malgründe (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Leinwand]]) ebenso wie bei der Vergoldung für Kreidegründe, Poliment und Drückmassen geeignet. Stark verdünnter Hautleim dient im Musikinstrumentenbau als Grundierung für auf Holz aufzutragende Lacke. Beim Bau eines [[Kompositbogen]]s wurde in vielen Teilen der Welt Hautleim verwendet, um auf der dem Schützen abgewandten Seite des Bogens den so genannten [[Sehnenbelag]] aufzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fischleim ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fischleim wird aus Haut und Gräten von Fischen hergestellt und kann ebenso als Bindemittel für verschiedene Farben dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Fischproteine auch bei niedriger Temperatur nicht fest werden, ist dieser Leim bis ca. 4&amp;amp;nbsp;°C flüssig und gut zu verarbeiten. Daher ist kein Erwärmen für die Verarbeitung notwendig. Dieser Leim wird aufgrund seiner Reversibilität und kalten Verarbeitbarkeit zur Restaurierung von Möbeln und anderem Kulturgut verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für besonders anspruchsvolle Arbeiten wird &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hausenblasenleim&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; eingesetzt, ein spezieller Fischleim aus der [[Hausenblase]] (der [[Schwimmblase]] des [[Europäischer Hausen|Beluga-Störs]]). Seine Klebkraft ist besonders hoch. Er dient auch bei Glanzvergoldungen hinter Glas als Haftvermittler.&amp;lt;ref&amp;gt;Sponsel, Wallenfang, Waldau: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Anstrichtechnik 1.&amp;#039;&amp;#039; 8. Auflage. Callwey, München 1987, ISBN 3-7667-0853-8, S. 394.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Verwendung ===&lt;br /&gt;
Glutinleim verzögert das [[Erstarren (Baustoff)|Abbinden]] von [[Gips]], was eine längere Verarbeitungszeit ermöglicht. Diese Eigenschaft sowie eine erhöhte Festigkeit des abgebundenen Gipses macht man sich bei [[Stuck]]arbeiten zunutze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Borstenpinsel, mit Leim durchtränkt und dann getrocknet, können mit Schleifpapier in eine gewünschte Form geschliffen werden. Zum Gebrauch lässt sich der Leim mit heißem Wasser lösen und auswaschen. Die Farbe des Leims hat nach Erfahrung der Anwender keinen Einfluss auf die Klebkraft. Generell werden helle Leime (wohl auch aus ästhetischen Gründen) den dunkleren Sorten gegenüber bevorzugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellung der Leime ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Gelatine#Herstellung|titel1=„Herstellung“ im Artikel Gelatine}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Knochenleim wird aus den Knochen unterschiedlichster Tiere gewonnen. Dabei überwiegen die Knochen von Nutztieren, wie z.&amp;amp;nbsp;B. Schweinen, Rindern, Schafen und Pferden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Hautleim werden Häute unterschiedlicher Tiere, für Hasenleim vorrangig Häute von [[Hasen]], [[Kaninchen]] und verwandten Kleintieren verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fischleim wird aus Fischabfällen hergestellt, Hausenblasenleim aus den [[Schwimmblase]]n von [[Europäischer Hausen|Hausen]]. Hausenblasenleim ist aufgrund der limitierten [[Fangquote]]n für diese Tiere sehr teuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rohmaterial wird entfettet und entmineralisiert. Durch anhaltendes Kochen werden die im Rohmaterial vorhandenen [[Kollagen]]e gelöst und gehen unter Wasseraufnahme in [[Glutin]] über. Die Ausbeute ist relativ gering. Der Rohleim wird eingedampft und getrocknet. In den Handel gelangt der Leim in Form von Platten, Blättern, Perlen oder als grobkörniges Pulver. Der in Platten gegossene &amp;#039;&amp;#039;Tafelleim&amp;#039;&amp;#039; wird heute kaum noch verwendet, da er vor Gebrauch relativ lange eingeweicht werden muss, während sich Perlen oder Flocken leichter auflösen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verarbeitung ==&lt;br /&gt;
Der trockene Leim wird mit etwa der gleichen Menge Wasser übergossen. Er nimmt das Wasser binnen einiger Stunden auf und quillt. Der gequollene Leim wird dann im Wasserbad auf eine Temperatur von 50–65&amp;amp;nbsp;°C gebracht und ggf. durch Zufügen von Wasser auf seine gewünschte [[Viskosität]] eingestellt. Angestrebt wird eine Viskosität, die der von [[Sirup]] oder dünnflüssigem [[Honig]] entspricht. Abgekühlter Leim kann wieder erwärmt und später erneut verwendet werden. Kühl und trocken aufbewahrt ist trockener Leim nahezu unbegrenzt haltbar und verwendbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgekühlte Leimreste sollten kühl aufbewahrt (z. B. im [[Kühlschrank]]), aber nicht gefroren werden. Das Schimmeln und andere Zersetzung kann so hinausgezögert werden. Auch ein geringer Zusatz von [[Ascorbinsäure]] oder [[Salizylsäure]], ein paar Tropfen [[Nelkenöl]] oder [[Spiköl|Spik-Lavendelöl]] wirken konservierend. Ein Zusatz von [[Kaliumdichromat]] macht Glutinleim nach längerer Lichteinwirkung wasserfest. Zugabe von [[Formaldehyd]] oder anderen gerbend wirkenden Stoffen wie 10 % [[Alaun]] auf das Trockengewicht bezogen macht Knochenleim nach der Aushärtung wasserfest. Zusätze von [[Alkohole#Wertigkeit der Alkohole|mehrwertigen Alkoholen]], [[Zucker]]n und [[Glycerin]] modifizieren die Elastizität.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.kremer-pigmente.de/63000.htm |text=Knochenleim, klassischer Glutin-Warmleim |wayback=20110706071702 |archiv-bot=}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Zusatz von 5 % konzentrierter [[Essigsäure]] macht den Leim auch bei niedrigerer Temperatur länger verarbeitbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturen von über 65&amp;amp;nbsp;°C zerstören den Leim durch Zersetzung des Glutins. Zu niedrige Verarbeitungstemperaturen setzen die Leimkraft durch Verlust der Haftfähigkeit herab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geräte und Geräteteile aus [[Eisen]] und [[Buntmetall]]en können Leim verfärben und negativen Einfluss auf die Klebkraft haben. Gefäße sollten deshalb aus [[Glas]], [[Porzellan]] oder [[Edelstahl]] bestehen. Leimpinsel sollen Zwingen aus Edelstahl oder Aluminium haben oder metallfrei gebunden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Erhitzung des Leims im Wasserbad wurden früher meist zweiteilige Töpfe verwendet, der äußere bestand dabei meist aus Eisen und wurde mit Wasser gefüllt, den Inneren mit dem Leim hängte man hinein. Diese Leimtöpfe wurden auf einem Ofen erhitzt, der mit Holzabfällen befeuert auch zum Erwärmen der zu verleimenden Teile und zur Beheizung der Werkstatt diente. Heute sind spezielle Leimtöpfe mit elektrischer Heizung erhältlich, die an die Steckdose angeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei allen Verleimungen ist auf guten Formschluss der zu verleimenden Werkstücke zu achten. Eine Pressung ist erfahrungsgemäß nur über ca. 30 Minuten erforderlich. Danach sollten die Leimfugen nicht vor Ablauf von 24 Stunden stärker beansprucht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Knochenleimherstellung nach Seltsam’schen Verfahren ==&lt;br /&gt;
Die Herstellung des sogenannten „Forchheimer Leim&amp;#039;s“ in der Firma „Seltsam“ in Forchheim (nach dem patentierten Verfahren von [[Friedrich Seltsam]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die [[Knochen]] mit [[Testbenzin|Benzin]] entfettet und poliert wurden, kommen sie in mit [[Wasser]] gefüllte, hohe Behälter. Dort wird von unten stundenlang [[Schwefeldioxid|SO₂]] eingeleitet. Über Transportbänder gelangen sie dann in senkrecht stehende [[Autoklav]]en. In diesen wird mit überhitztem Dampf der Leim diskontinuierlich stufenweise herausgelöst. Mit Dampf wird die Lösung in große Behälter gedrückt, wo sich große und kleine Splitter absetzen. Die Lösung mit 12 bis 13 Prozent Leim fließt in Vakuumverdampfer, um sie je nach Qualität auf 35 bis 45 Prozent einzudicken. Auf einer sich drehenden und mit [[Sole]] gekühlten Stahltrommel wird der Leim durch eine Vielzahl von Öffnungen gedrückt, wobei endlose Bänder entstehen, die dann durch einen langen Luftkanal vorgetrocknet werden, um am Ende von einem rotierenden Messer in Plättchen geschnitten zu werden. Ein Gebläse transportiert die noch gallertigen Plättchen 7 × 7 mm auf Darren. Dort durchströmt sie von unten warme Luft, bis ein Endwassergehalt von 12 bis 13 Prozent zum Versand erreicht ist.&amp;lt;ref&amp;gt;von E. Konstanty; Ehemaliger langjähriger Mitarbeiter bei Firma [[Friedrich Seltsam|F. Seltsam]] in 91301 [[Forchheim]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warmleim oder Heißleim? ==&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung Heißleim ist für Glutinleim irreführend und kommt dabei von der Verarbeitung durch das Erhitzen in einem Wasserbad. Als Heißleime oder treffender Heißkleber werden synthetische Klebstoffe auf Kunststoffbasis (Thermoplaste, [[Schmelzklebstoff]]e) mit einem Schmelzpunkt zwischen 80 und 200&amp;amp;nbsp;°C bezeichnet. Als [[Kaltleim]] wird ein weißfarbiger Dispersionsleim [[Holzleim|Weißleim]] auf Basis von [[Polyvinylacetat]] mit Wasser als Lösungsmittel bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vor- und Nachteile von Glutinleimen ==&lt;br /&gt;
Die Klebkraft von Glutinleimen ist außerordentlich hoch. Die Leimung ist reversibel, d.&amp;amp;nbsp;h., unter Zuführung von Wärme und Feuchtigkeit kann diese wieder geöffnet werden, ohne dass Schäden an den Werkstücken entstehen. Gealterte Verleimungen können meist sehr schnell durch Benetzung mit Alkohol gelöst werden, dieser versprödet die Verleimung und führt zur Lösung. Dies ist beim Bau und der Restaurierung von Musikinstrumenten wichtig. Gleiches gilt für die Restaurierung von Möbeln oder anderen historischen Holzobjekten, wo Reversibilität ebenfalls gefordert wird, um die Verbindung für weitere Restaurierungen wieder zu lösen; darüber hinaus ist Glutinleim auch das meist auch ursprünglich verwendete und daher passende Material. Verdünnter Glutinleim kann auch zum Tränken und damit Stabilisieren von Holzteilen verwendet werden, die durch [[Gemeiner Nagekäfer|Holzwurmbefall]] brüchig geworden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachteilig ist die kurze Verarbeitungszeit der Warmleime außerhalb des Wasserbades. Auf die zu verleimenden Werkstücke aufgetragen, kühlt der Leim sehr schnell ab, beginnt zu gelieren und es lässt sich keine haltbare Leimverbindung herstellen. Voraussetzung für einwandfreie Verleimungen ist deshalb zügiges Arbeiten und insbesondere eine gleichmäßige durchgängige Erwärmung der Werkstücke. In Schreinerwerkstätten gehörte bis Anfang des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts in aller Regel ein großflächiger Leimofen zur Ausstattung; auf diesem wurden alle zu verleimenden Holzteile so stark erwärmt, dass bei der Verleimung ein Gelieren des Leims nicht vor der Verpressung der Werkstücke erfolgte. Auf diesen Öfen erhitzte Zinkplatten verflüssigten beim Furnieren großflächiger Möbelteile den zuvor aufgebrachten Glutinleim wieder und ermöglichten so einwandfreie Verleimungen. Die gleichmäßige Erwärmung von zu verleimenden Flächen gelingt heute am besten auf elektrisch beheizten Wärmplatten, weniger gleichmäßig durch [[Heißluftgebläse]] (oder [[Haartrockner|Haarföhn]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Verleimung von Filz oder Leder auf Holz wie beispielsweise im Klavier- und Orgelbau ist die kurze Verarbeitungszeit und schnelle Abbindung jedoch von Vorteil für zügiges Arbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fischleim kann auch kalt verarbeitet werden. Die offene Zeit ist mehrere Minuten lang, die Werkstücke sollten jedoch am besten 24 Stunden mit Zwingen zusammengepresst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glutinleime sind ursprünglich nicht wasser- und wetterfest und folglich vor allem für Anwendungen in Innenräumen geeignet. Durch die Beifügung von [[Kasein]] können Glutinleime jedoch auch wasserfest gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In feucht-warmer Umgebung kann Glutinleim schimmeln und wird dann auch von Schädlingen befallen und zersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtliche Hinweise zur Leimherstellung und -verwendung ==&lt;br /&gt;
Hinweise auf die Verwendung von Leim existieren bereits im [[Geschichte des Alten Ägypten|Alten Ägypten]]. Man fand dort nicht nur verleimte Möbelstücke, sondern auch Inschriften und erhaltene Leimreste. Auch haben sich Wandgemälde erhalten, die die Verwendung von Leim in Schreinerwerkstätten zeigen, so z.&amp;amp;nbsp;B. im Grab des Präfekten Rekhmara von [[Theben (Ägypten)|Theben]] (ca. 1475 v.&amp;amp;nbsp;Chr.) oder im Grab des Nebanon und des Ipuki (Oberaufseher der Bildhauer Thebens).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Antikes Griechenland|Griechen]] nutzten bereits in der Frühzeit Leim. Es ist unklar, ob diese die Verfahren der Leimherstellung selbst entwickelt hatten oder von den Ägyptern übernommen haben. Bereits [[Homer]] erwähnt die Nutzung von Leim in seinen Dichtungen. Später schreibt der griechische Philosoph [[Theophrastos von Eresos|Theophrast]] (371–286&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.) in seiner &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Gewächse&amp;#039;&amp;#039; von der Holzverleimung. Natürlich zeugen auch die vielen Vasenbilder von der Kunstfertigkeit der griechischen Schreiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Römisches Reich|Römer]] nutzten die gleichen Arten von Leim wie die Griechen, dies war wohl auch eine Folge der römischen Eroberung Griechenlands. So spricht [[Plinius der Ältere]] in seiner &amp;#039;&amp;#039;[[Naturalis historia|Naturgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039; von verschiedenen Leimarten und deren Herstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem [[Mittelalter]] gibt es Werke, die von der Leimherstellung berichten, so zum Beispiel eine Handschrift des Benediktinermönchs [[Theophilus Presbyter]] aus dem 11./12.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Abriss verschiedener Künste&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herstellungsweisen des Leims verfeinerten sich im Laufe der Zeit (so z.&amp;amp;nbsp;B. die Erfindung des Leimtiegels im temperaturregulierenden Wasserbad oder die Verbesserung der Rezepte und Herstellungsverfahren ([[Friedrich Seltsam]])) und werden bis in die Gegenwart genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim [[Buchbinden]] wurde bis weit in das 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert hinein Glutinleim verwendet; seine Aufbewahrung in einem warmen Wasserbad führte zu einem charakteristischen Geruch in Buchbindereien. Inzwischen wurde dieser durch verschiedene schnell trocknende Leime (Kunststoff-Dispersionsleime) abgelöst.&lt;br /&gt;
Im Musikinstrumentenbau (Saiteninstrumenten-, Klavier- und Orgelbau) ist Glutinleim immer noch von großer Bedeutung, im [[Geigenbau]] wird bis heute nahezu ausschließlich Knochenleim verwendet. Im Bereich der Restaurierung wird Knochenleim ebenfalls heute (wieder) eingesetzt, da hier einerseits möglichst originale Materialien verwendet werden sollen, andererseits auch Reversibilität, d.&amp;amp;nbsp;h. die Möglichkeit, eine Maßnahme notfalls wieder rückgängig machen zu können, wichtige Bedingung ist. Da sich Knochenleim unter Einwirkung von Wärme und ggf. auch Feuchtigkeit wieder lösen lasst, ist dies ohne Beschädigungen am Objekt möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachliches ==&lt;br /&gt;
Dass die Herstellung von Leim eine langwierige Arbeit war, erkennt man an der Redensart „Er arbeitet wie ein Leimsieder“ für jemanden, der sich für seine Arbeit übermäßig viel Zeit nimmt. Im südlichen [[Deutsche Sprache|deutschen Sprachraum]] ([[Bayern]], Südtirol und [[Österreich]]) bezeichnet die Schmähung Leimsieder (Loamsiada) einen langweiligen oder geistig langsamen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Leimleder]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikibooks|Buchbinden}}&lt;br /&gt;
{{Wikibooks|Bogenbau/ Materialien/ Glutinleime}}&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=B6tKoUVvjVc youtube.com: Haut-, Knochen-, Hasen-, Fischleim, Gelatine im Möbelbau, Holz leimen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Steve Allely u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Die Bibel des Traditionellen Bogenbaus.&amp;#039;&amp;#039; 4 Bände. Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2003–2008, ISBN 3-9808743-2-X (Band 1), ISBN 3-9808743-5-4 (Band 2), ISBN 3-9808743-9-7 (Band 3), ISBN 978-3-938921-07-4 (Band 4).&lt;br /&gt;
* Uwe Baufeldt u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Informationen übertragen und drucken. Lehr- und Arbeitsbuch für das Berufsfeld Drucktechnik.&amp;#039;&amp;#039; 13., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. Verlag Beruf + Schule, Itzehoe 1998, ISBN 3-88013-560-6.&lt;br /&gt;
* G. A. Buchheister, Georg Ottersbach: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Drogistenpraxis. Ein Lehr- und Nachschlagebuch für Drogisten, Farbwarenhändler usw.&amp;#039;&amp;#039; 1. Band. 15., neubearbeitete und vermehrte Auflage. Springer, Berlin 1928.&lt;br /&gt;
* Otto Lueger (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Band 6: &amp;#039;&amp;#039;Kupplungen bis Papierfabrikation.&amp;#039;&amp;#039; 2., vollständig neu bearbeitete Auflage. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart u. a. 1908, S. 127–131.&lt;br /&gt;
* Fritz Wiese: &amp;#039;&amp;#039;Der Bucheinband. Eine Arbeitskunde mit Werkzeichnungen.&amp;#039;&amp;#039; 7. Auflage. Schlütersche Verlagsanstalt, Hannover 2005, ISBN 3-87706-680-1. (Nachdruck der 6. ergänzten Auflage 1983)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klebstoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ware aus tierischen Produkten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buntpapier]]&lt;/div&gt;</summary>
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