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	<title>Glossator - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T01:57:06Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Glossator&amp;diff=138557&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Stephan Klage: /* Glossatoren des weltlichen Rechts */ Volltitel des Aufsatzes in der SZ</title>
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		<updated>2026-03-21T09:03:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Glossatoren des weltlichen Rechts: &lt;/span&gt; Volltitel des Aufsatzes in der SZ&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Decretals glossa.jpg|mini|[[Dekretale]] mit Glossa ordinaria]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Glossator&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man den Verfasser einer [[Glosse (Erläuterung)|Glosse]], das heißt einer erklärenden Anmerkung zu einem Text, oder eines Kommentars, der aus mehreren solchen Anmerkungen besteht. In der engeren Bedeutung bezeichnet man als Glossatoren die Rechtsgelehrten, die im 12. und 13. Jahrhundert in Italien die Quellen des weltlichen römischen Rechts mit Glossen versahen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeine Worterklärung ==&lt;br /&gt;
Das [[mittellatein]]ische Wort &amp;#039;&amp;#039;glos(s)ator&amp;#039;&amp;#039; entstand als Wortbildung zum gleichfalls mittellateinischen [[Verb]] &amp;#039;&amp;#039;glos(s)are&amp;#039;&amp;#039; („mit einer Glosse versehen“). Seit dem Ausgang des Mittelalters wurde es als fachsprachliche Bezeichnung in das Deutsche und in mehrere andere europäische Volkssprachen entlehnt: u.&amp;amp;nbsp;a. [[Französische Sprache|franz.]] &amp;#039;&amp;#039;glossateur&amp;#039;&amp;#039;, [[Italienische Sprache|ital.]] meist &amp;#039;&amp;#039;glossatore&amp;#039;&amp;#039; (neben &amp;#039;&amp;#039;chiosatore&amp;#039;&amp;#039;, das von &amp;#039;&amp;#039;chiosa&amp;#039;&amp;#039; und somit von &amp;#039;&amp;#039;glossa&amp;#039;&amp;#039; abgeleitet ist), [[Spanische Sprache|span.]] &amp;#039;&amp;#039;glosador&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Glossator&amp;#039;&amp;#039; wird heute vornehmlich von Philologen, Historikern und [[Kodikologie|Kodikologen]] verwendet. Es bezieht sich in der Regel auf den Verfasser einer antiken oder mittelalterlichen Glosse zu einem biblischen, antiken oder mittelalterlichen Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glossatoren des weltlichen Rechts ==&lt;br /&gt;
In einer engeren, von der lateinischen Fachsprache mittelalterlicher [[Jurist]]en geprägten Bedeutung, die auch von modernen Rechtshistorikern beibehalten wurde, bezeichnet man als Glossatoren speziell die Lehrer des weltlichen Rechts, die im [[12. Jahrhundert|12.]] und der 1. Hälfte des [[13. Jahrhundert]]s in Italien, vornehmlich in [[Rechtsgeschichte Italiens#Rechtsschule von Bologna|Bologna]], die Texte des [[Corpus Iuris Civilis|&amp;#039;&amp;#039;Corpus iuris&amp;#039;&amp;#039;]] (einer Sammlung von Quellen des antiken [[Römisches Recht|römischen Rechts]]) interpretierten und rationalisierten. Im Mittelpunkt der Arbeiten standen die vormals nahezu unbekannten [[Pandekten|&amp;#039;&amp;#039;Digesten&amp;#039;&amp;#039;]], die kurz zuvor in einer vollständigen Handschrift aufgefunden worden waren (&amp;#039;&amp;#039;litera bononiensis&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hermann Kantorowicz]]: &amp;#039;&amp;#039;Über die Entstehung der Digestenvulgata&amp;#039;&amp;#039; (1910) = &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039;, Die &amp;#039;&amp;#039;Romanistische Abteilung&amp;#039;&amp;#039; (RA, {{ISSN|0323-4096}}). 30 (1909) 183 f.; 31 (1910) 14 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie versahen diese Texte mit Glossen (&amp;#039;&amp;#039;glossae&amp;#039;&amp;#039;), die in der Regel an den Rand ([[Marginalie|Marginalglosse]]) oder zwischen die Zeilen (Interlinearglosse) des Gesetzestextes geschrieben wurden. Aus dieser Tätigkeit leitet sich die Bezeichnung der Glossatoren ab. Daneben beschrieben sie einzelne Rechtsprobleme (&amp;#039;&amp;#039;summae&amp;#039;&amp;#039;) und versuchten mit den methodischen Mitteln der [[Scholastik]] Widersprüche einzelner Textpassagen im Verhältnis untereinander (&amp;#039;&amp;#039;distinctiones&amp;#039;&amp;#039;) aufzulösen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Giaro&amp;quot;&amp;gt;[[Tomasz Giaro]]: &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht, Romanistik und Rechtsraum Europa&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Ius Commune (Zeitschrift)|Ius Commune]]&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. von [[Dieter Simon (Rechtswissenschaftler)|Dieter Simon]] und [[Michael Stolleis]], Band 22. Vittorio Klostermann Frankfurt a. M. 1995. S. 1–16 (7).&amp;lt;/ref&amp;gt; Empirisch-kritische Methoden zur Analyse und Erläuterung von Regelungszusammenhängen der Rechtsvorschriften war ihnen hingegen weitgehend fremd. Die Denkgewohnheiten des Mittelalters waren insoweit noch autoritätshörig, was sich auch im Bereich der Theologie widerspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Koschaker]]: &amp;#039;&amp;#039;Europa und das Römische Recht&amp;#039;&amp;#039;. 4. Auflage, C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung. München, Berlin 1966. S. 62.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl aber fruchteten die Arbeiten, denn das [[Gemeines Recht|Gemeine Recht]] – grundsätzlich nur [[Subsidiarität|subsidiär]] anwendbar – behauptete gegenüber den regelmäßig ungeschriebenen [[Partikularrecht|lokalen]] [[Gewohnheitsrecht]]en dadurch seinen Führungsanspruch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Giaro&amp;quot; /&amp;gt; Deutlich übergreifender arbeiteten später die Postglossatoren in den Rechtsmaterien. Sie wurden als [[Kommentatoren]] bezeichnet, als „Praktiker“ oder auch Konsiliatoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bedeutendsten Glossatoren waren [[Irnerius]], [[Azo]] und [[Accursius]] (Zusammenfassung der bisherigen Glossen zur &amp;#039;&amp;#039;Glossa ordinaria&amp;#039;&amp;#039; 1250). Ihr Werk wurde am Ende des 13. und im [[14. Jahrhundert]] von den Postglossatoren (besonders [[Cino da Pistoia|Cinus de Pistoia]], [[Bartolus de Saxoferrato]] und [[Baldus de Ubaldis]]) fortgesetzt. Durch die modernisierende [[Rezeption des römischen Rechts]] bei den Glossatoren und Postglossatoren wurde dieses zur Grundlage für das kontinentaleuropäische [[Privatrecht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Glossatoren kam im Verfassungs- und Rechtsleben ihrer Zeit die Funktion als Lehrer, Gutachter und Urkundenredaktoren zu. Vornehmlich galten sie als Theoretiker, die zwar für das öffentliche Leben ausbildeten, dabei allerdings kaum Einfluss auf die praktische Rechtsanwendung nahmen. Ihre Erläuterungen zum Corpus iuris waren insoweit Dienstleistungen, die keine unmittelbare Rechtswirkung entfalteten, was daran lag, dass die an der Gegenwart ausgerichteten klerikalen Quellen der [[Kanonistik|Kanonisten]] Vorrang genossen.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Koschaker: &amp;#039;&amp;#039;Europa und das Römische Recht&amp;#039;&amp;#039;. 4. Auflage, C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung. München, Berlin 1966. S. 55 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch persönliche und lokale Rechte genossen Vorrang im Rechtsalltag. Die Glossatoren hingegen, die der Auffassung waren, dass das Corpus iuris unmittelbar geltendes Recht sei, konnten keine Durchgriffswirkung entfalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wieacker&amp;quot;&amp;gt;[[Franz Wieacker]]: &amp;#039;&amp;#039;Privatrechtsgeschichte der Neuzeit. Unter Berücksichtigung der deutschen Entwicklung.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, 1967. S. 80 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kernländer, die das Corpus iuris rezipierten, also Italien und Frankreich, erlebten eine Ausbildungsarbeit der Glossatoren, die sich auf eine methodengebundene „juristische Grammatik“ beschränken musste und dem juristischen Alltag damit bestenfalls mittelbar diente.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Kunkel]]: &amp;#039;&amp;#039;Franz Wieacker, Privatrechtsgeschichte der Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Entwicklung. Gerhard Wesenberg, Neuere deutsche Privatrechtsgeschichte im Rahmen der europäischen Rechtsentwicklung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039; (Romanistische Abteilung) (RA, {{ISSN|0323-4096}}) Band 71. Heft 1 (1954), S.&amp;amp;nbsp;509–539, hier S.&amp;amp;nbsp;517 Anm. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit festigten sie jedoch ihren Status als wichtige Rechtsinterpreten, denn ohne Rücksicht auf die örtlichen Verhältnisse, vermochten sie die universelle Geltung und die zeitlose Richtigkeit des römischen Rechts durchzusetzen. Ihre epochale Bedeutung für ganz Europa sollte sich im Rückblick ergeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wieacker&amp;quot; /&amp;gt; Der Begründer der [[Historische Rechtsschule|Historischen Rechtsschule]], [[Friedrich Carl von Savigny]], sollte die Glossatoren später als die „buchgelehrten Reformatoren (des Rechtslebens)“ bezeichnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Franz Wieacker: &amp;#039;&amp;#039;Privatrechtsgeschichte der Neuzeit. Unter Berücksichtigung der deutschen Entwicklung.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, 1967. S. 70.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Anschluss an die Glossatoren sollten die bereits erwähnten Kommentatoren die immer offensichtlicher klaffende Lücke zwischen reiner Rechtslehre und praktisch gelebtem Recht zu schließen helfen. Sie begannen das Corpus iuris im Lichte der Gewohnheiten und des Statuarrechts der italienischen Städte, später auch der Bräuche in Nordfrankreich sowie anderer romanisch geprägter Stadt- und Landrechte, auszulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kommentatoren des Kirchenrechts ==&lt;br /&gt;
Auch bei den Kanonisten, den Fachleuten des mittelalterlichen [[Kirchenrecht]]s, gab es faktisch Glossatoren, auch wenn sie typischerweise anders genannt werden. [[Dekretist]]en widmeten sich der Kommentierung des [[Decretum Gratiani]]; hier sind besonders [[Huguccio von Pisa|Hugutius von Pisa]], [[Laurentius Hispanus]] und [[Johannes Teutonicus Zemeke|Johannes Teutonicus]] zu nennen. [[Dekretalistik|Dekretalisten]] kommentierten die päpstlichen [[Dekretale]]n; zu ihnen zählen [[Bernardus von Pavia]], [[Tankred von Bologna]], [[Raimund von Penyafort]] und [[Johannes Andreae (Rechtsgelehrter)|Johannes Andreae]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Glossar]]&lt;br /&gt;
* [[Mischna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hermann Lange (Jurist)|Hermann Lange]]: &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Die Glossatoren.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 1997, ISBN 3-406-41904-6.&lt;br /&gt;
* Gerhard Otte: &amp;#039;&amp;#039;Dialektik und Jurisprudenz. Untersuchungen zur Methode der Glossatoren&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Ius commune. Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Europäische Rechtsgeschichte. Sonderhefte, Texte und Monographien.&amp;#039;&amp;#039; 1, {{ZDB|120695-3}}). Klostermann, Frankfurt am Main 1971, (Zugleich: Münster, Universität, Habilitations-Schrift, 1969).&lt;br /&gt;
* [[Johann Friedrich von Schulte]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der Quellen und Literatur des canonischen Rechts.&amp;#039;&amp;#039; Band 1–2. Enke, Stuttgart 1875–1877;&lt;br /&gt;
** Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Von Gratian bis auf Papst Gregor IX.&amp;#039;&amp;#039; 1875, [https://archive.org/details/DieGeschichteDerQuellenSchulteV1 Digitalisat];&lt;br /&gt;
** Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Von Papst Gregor IX. bis zum Concil von Trient.&amp;#039;&amp;#039; 1877, [https://archive.org/details/DieGeschichteDerQuellenSchulteV2 Digitalisat].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [[Jacques Paul Migne]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Glossa ordinaria.&amp;#039;&amp;#039; (Google Books Faksimile: [https://books.google.de/books?id=YfwQAAAAYAAJ&amp;amp;hl=de Band 1], [https://books.google.de/books?id=s_wQAAAAYAAJ&amp;amp;hl=de Band 2]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsgeschichte (Italien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Privatrechtsgeschichte des Mittelalters]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Stephan Klage</name></author>
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