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	<title>Glockenturm Bechtolsheim - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T06:38:14Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Glockenturm_Bechtolsheim&amp;diff=1424281&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Z thomas: HC: Entferne Kategorie:Kulturdenkmal im Landkreis Alzey-Worms; Ergänze Kategorie:Kulturdenkmal in Bechtolsheim</title>
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		<updated>2026-04-16T13:18:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:HC&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:HC (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;HC&lt;/a&gt;: Entferne &lt;a href=&quot;/index.php/Kategorie:Kulturdenkmal_im_Landkreis_Alzey-Worms&quot; title=&quot;Kategorie:Kulturdenkmal im Landkreis Alzey-Worms&quot;&gt;Kategorie:Kulturdenkmal im Landkreis Alzey-Worms&lt;/a&gt;; Ergänze &lt;a href=&quot;/index.php?title=Kategorie:Kulturdenkmal_in_Bechtolsheim&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Kategorie:Kulturdenkmal in Bechtolsheim (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Kategorie:Kulturdenkmal in Bechtolsheim&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bechtolsheim-Glockenturm-2.JPG|miniatur|hochkant=1.2|Glockenturm von der Langgasse bzw. Treppenaufgang zum Kirchenvorplatz gesehen (Nordwestseite)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Glockenturm Bechtolsheim&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; befindet sich neben der [[Simultankirche Bechtolsheim|Simultankirche St.&amp;amp;nbsp;Maria und St.&amp;amp;nbsp;Christopherus]] in der [[Rheinhessen|rheinhessischen]] Ortsgemeinde [[Bechtolsheim]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Glockenturm]] wurde in seiner heutigen Form 1907 errichtet. Er ist kein [[Kirchturm]], sondern gehört, ebenso wie die Glocken und Uhr, der Ortsgemeinde. Die Konfessionsgemeinden haben das Nutznießungsrecht. Der Gemeindeturm hat deswegen auch keine direkte Verbindung zum [[Sakralbau]]werk, die [[Sakristei]] liegt dem Turm am nächsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. September 2012 wurde das „Museum im Glockenturm“ eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Baugeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Glockenturm-Bechtolsheim.JPG|miniatur|hochkant|Glockenturm vom Kirchenvorplatz aus gesehen (Westseite)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorgängerbauten ===&lt;br /&gt;
==== Wehrturm ====&lt;br /&gt;
Der Glockenturm wurde zwischen 1726 und 1729 auf dem mittelalterlichen [[Wehrturm]], der älter als die zwischen 1482 und 1492 erbaute benachbarte Simultankirche ist, errichtet. Hierzu wurde dem Wehrturm, der bereits seit dem Dorfbrand 1695 ohne [[Helm (Architektur)|Helm]] als Ruine dastand, eine [[Glockenstube]] aufgesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Josef Rick: &amp;#039;&amp;#039;Heimatjahrbuch&amp;#039;&amp;#039; 2007, S. 160 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=… Fenster als Schalllöcher mit gotischen Spitzbogen in Eselsrückenform gestaltet waren. Daher auch die auffallende Höhe, nämlich um ein Stockwerk mehr als heute. Dafür war der Helm niedriger, so dass die Gesamthöhe früher und heute ziemlich gleich ist.&lt;br /&gt;
 |Autor=Karl Diel&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Diel; in: &amp;#039;&amp;#039;Heimatjahrbuch&amp;#039;&amp;#039; 2007, S. 161&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits zu diesem Zeitpunkt war die Zivilgemeinde Eigentümerin des Glockenturms, wie es der damalige katholische Pfarrer in der Anlage der Ortschronik von 1857 beschrieb:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Der Thurm an der Kirche ist Eigenthum der Civilgemeinde und befinden sich in demselben drei schwere Glocken, welche ein harmonisches Geläute ([[F-Dur]] [[Septime|Septim]]) bilden.&lt;br /&gt;
 |Autor=Augustin Schilling&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Katholischer Pfarrer, in der Ortschronik von 1857&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Brand durch Blitzschlag 1904 ====&lt;br /&gt;
Durch einen Blitzschlag in der Nacht zum 1. August 1904 geriet das Dach und die Glockenstube in Brand. Durch die große Hitze schmolzen die Glocken und die Bronze tropfte herunter, auch das erst 1894 beschaffte moderne Uhrwerk wurde zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Pfarrer dokumentierten zur damaligen Zeit die Geschehnisse. Der Blitz muss danach zwischen 3:30 und 3:40 Uhr eingeschlagen haben. Da es keinen [[Blitzableiter]] gab, fing die Helmspitze an zu brennen. Nach Meinung des katholischen Pfarrers wäre es zu diesem Zeitpunkt noch möglich gewesen, das Feuer mit wenig Wasser zu löschen, hätte es zu diesem Zeitpunkt im Ort schon eine Wasserleitung und einen Hochbehälter für ausreichenden Wasserdruck gegeben. So breitete sich das Feuer aus. Herabfallende brennende Holzbalken durchschlugen das Sakristeidach, so dass auch die benachbarte Simultankirche in große Gefahr geriet. Um 4:30 Uhr läuteten die 1880 in Kaiserslautern gegossenen Glocken mit einem Gesamtgewicht von 50&amp;amp;nbsp;[[Zentner]]n zum letzten Mal, bevor sie durch die starke Hitzeentwicklung anfingen zu schmelzen und der brennende Turmhelm in sich zusammenstürzte. Dabei wurde auch die erst 1893/94 angeschaffte [[Turmuhr]] zerstört.&amp;lt;ref&amp;gt;Pfarrer Neurath: &amp;#039;&amp;#039;Ortschronik&amp;#039;&amp;#039;, S. 85, Evangelisches Pfarramt&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Stück des &amp;#039;&amp;#039;Glockenschmolzes&amp;#039;&amp;#039; wurde in den Akten zum dauernden Andenken aufbewahrt.&amp;lt;ref&amp;gt;Pfarrer Schmitt: &amp;#039;&amp;#039;Ortschronik&amp;#039;&amp;#039;, S. 75, Katholisches Pfarramt&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Turm war gut versichert, so dass er 1907 wiedererrichtet werden konnte. Im selben Jahr wurden auch die Wasserleitung hergestellt und der Hochbehälter gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glockenturm von 1907 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Glockenturm+Kreuz.jpg|miniatur|hochkant|Spätbarockes Friedhofskreuz mit Korpus um 1755, das vor dem Glockenturm steht.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der alte Glockenturm in der Nacht zum 1. August 1904 durch Blitzschlag abgebrannt und eingestürzt war, beschloss der Gemeinderat am 22. Dezember desselben Jahres den Wiederaufbau. Der erste Spatenstich erfolgte am 29. April 1907 auf dem Fundament der alten Turmstelle. Die Baukosten betrugen 16.927 [[Mark (1871)|Mark]] (entspräche heute ungefähr {{Inflation|DE|16927|1907|r=2}} Euro).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Turm ist blockhaft geschlossen und hat eine rechteckige Form mit einer Grundfläche von 5&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;7 Metern. Das Steinmauerwerk ist nicht verputzt. Die Glockenstube befindet sich auf 11,7&amp;amp;nbsp;Meter Höhe, besteht wie die Turmspitze aus Holz und ist mit dem gleichen Schiefer wie die Simultankirche gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Turmknauf wurde eine Urkunde als [[Zeitkapsel]] mit folgendem Text hinterlegt:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Der in der Nacht vom 1. August 1904 durch Blitzstrahl zerstörte, an dieser Stelle erbaute Gemeindeglockenturm wurde im Laufe des Sommers 1907 wieder errichtet. Heute wurde das alte Kreuz nebst neuem Knauf und altem Hahn aufgezogen und somit als Wahrzeichen der Gemeinde Bechtolsheim wieder aufgestellt. SO GESCHEHEN AM 30. AUGUST 1907.&lt;br /&gt;
 |Quelle=Urkundentext}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 25. November 1907 wurden Turm und Glocken eingeweiht. Die [[Turmuhr]] und das [[Uhrwerk]] mit einer [[Hemmung (Uhr)#Grahamhemmung|Grahamhemmung]] wurde von [[J. F. Weule]] aus [[Bockenem]] im Harz gefertigt und kostete 2000 Mark&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Oberle: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte von Bechtolsheim&amp;#039;&amp;#039;, S. 80&amp;lt;/ref&amp;gt; (entspräche heute ungefähr {{Inflation|DE|2000|1907|r=2}} Euro). Ein Schreinermeister aus Alzey hat, um das Uhrwerk vor Schmutz und Staub zu schützen, einen Schrank um das Uhrwerk gebaut. Auf den Schranktüren steht: „Dreifach ist der Schritt der Zeit, zögernd kommt die Zukunft angezogen.“ und „Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen, Ewig still steht die Vergangenheit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen September 1974 und Mai 1975 wurde der Turm umfassend renoviert. Dabei wurde auch der Knauf mit der 1907 geschriebenen Urkunde herabgeholt und nach Abschluss der Renovierung neben der alten Turmurkunde eine neue Urkunde aus [[Japanpapier]] in dem Knauf hinterlegt. Auf dieser wurde handschriftlich die bisherige Geschichte des Gemeindeglockenturms und der Geläute sowie die Rechtsverhältnisse zwischen der politischen Gemeinde und den beiden Kirchengemeinden festgehalten, unterzeichnet vom Bürgermeister, den Beigeordneten, den Ratsmitgliedern, dem evangelischen Pfarrer und dem katholischen Pfarrgemeinderatsvorsitzenden, der zugleich Vorsitzender des Bauausschusses der Simultankirche war. In der Schatulle wurden auch die Festschrift von 1972 &amp;#039;&amp;#039;100 Jahre Feuerwehr, 10 Jahre Musikzug&amp;#039;&amp;#039; und alle zum damaligen Zeitpunkt gültigen [[Kursmünze]]n beigefügt und zusätzlich die [[Liste der Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland (DM)|Gedenkmünzen]] [[Albrecht Dürer]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.gesetze-im-internet.de/m_nz5dmbek_1972/BJNR020830972.html Bekanntmachung über die Ausprägung von Bundesmünzen im Nennwert von 5&amp;amp;nbsp;Deutschen Mark (Dürer-Gedenkmünze)]&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Nikolaus Kopernikus]],&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.gesetze-im-internet.de/m_nz5dmbek_1973-04/BJNR003060973.html Bekanntmachung über die Ausprägung von Bundesmünzen im Nennwert von 5&amp;amp;nbsp;Deutschen Mark (Kopernikus-Gedenkmünze)]&amp;lt;/ref&amp;gt; in deren Lebenszeit der Bau der benachbarten Simultankirche fiel.&amp;lt;ref&amp;gt;Josef Rick: &amp;#039;&amp;#039;Heimatjahrbuch&amp;#039;&amp;#039; 2007, S. 163 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glocken ==&lt;br /&gt;
=== Erster Glockensatz (1765) ===&lt;br /&gt;
Nach einer Aufstellung von Pfarrer Schilling vom 28. Oktober 1854 trug die große Glocke, gegossen von [[Georg Friedrich Schrader]] aus Frankenthal 1787 auf der einen Seite ein Kruzifix, auf der anderen ein Muttergottesbild und war geweiht zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit.&lt;br /&gt;
Die mittlere Glocke war bereits 1765 von [[Michael Caspar Schrader]] in Worms gegossen worden und trug ein Muttergottesbild mit dem Jesuskind. Die kleinere Glocke mit einem Kruzifix goss 1791 Georg Friedrich Schrader.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Karl Oberle (Priester)|Karl Oberle]] fand heraus, dass die mittlere Glocke beim Siegesläuten nach dem [[Deutsch-Französischer Krieg|Deutsch-Französischen Krieg]] zersprang. Der Frankenthaler Glockengießer Andreas Hamm goss sie um. Im Vertrag mit der politischen Gemeinde und den beiden Konfessionsgemeinden vom 22. Mai 1872 verpflichteten sich die drei Parteien, die Kosten zu je einem Drittel zu übernehmen, was 67&amp;amp;nbsp;[[Rheinischer Gulden|fl.]]&amp;amp;nbsp;23&amp;amp;nbsp;kr. ausmachte.&lt;br /&gt;
Beim Trauergeläut für [[Ludwig III. (Hessen-Darmstadt)|Großherzog Ludwig&amp;amp;nbsp;III.]] zersprang ebenfalls eine Glocke, bei einer anderen war der [[Kirchenglocke#Klöppel|Klöppel]] unbrauchbar geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Glockensatz (1880) ===&lt;br /&gt;
Der Kaiserslauterer Glockengießer [[Max Faber]] goss daraufhin das Geläut um. Mit der politischen Gemeinde wurden am 20. Juni 1880 die Töne &amp;#039;&amp;#039;e&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;fis&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;gis&amp;#039;&amp;#039; vereinbart. In einer Nachschrift erklärten sich die beiden Kirchenvorstände &amp;#039;&amp;#039;bereit zu einem Betrag, wie früher, nämlich ein Drittel der ganzen Summe&amp;#039;&amp;#039; zu zahlen. Der Anteil betrug 967,73 Mark. Diese Glocken trugen die Inschriften:&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;Eintracht soll dein Name sein&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;Freude diesem Dorf bedeute&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;Friede sei dein erst Geläute&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
Sie erinnern an [[Das Lied von der Glocke]] von [[Friedrich Schiller]]. Dieser Glockensatz wurde nach 24 Jahren durch einen Brand nach Blitzeinschlag vernichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dritter Glockensatz (1907) ===&lt;br /&gt;
Nach dem Brand 1904 goss [[Glockengießerei in Apolda|Franz Schilling in Apolda]] 1907 für 6145 Mark (entspräche heute ungefähr {{Inflation|DE|6145|1907|r=2}} Euro) drei neue Glocken. Zwei davon wurden am 22. Mai 1918 für Rüstungszwecke eingezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Josef Rick: &amp;#039;&amp;#039;Heimatjahrbuch&amp;#039;&amp;#039; 2007, S. 162&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vierter Glockensatz (1924) ===&lt;br /&gt;
1924 wurden die Glocken &amp;#039;&amp;#039;Glaube&amp;#039;&amp;#039; (Ton&amp;amp;nbsp;e) mit 22&amp;amp;nbsp;Zentnern (1100&amp;amp;nbsp;kg) und &amp;#039;&amp;#039;Liebe&amp;#039;&amp;#039; (Ton&amp;amp;nbsp;g) mit 13,5 Zentnern (675&amp;amp;nbsp;kg) beschafft, letztere war dem Andenken an die Gefallenen des [[Erster Weltkrieg|Weltkrieges]] gewidmet. Beide trugen den Eigentumsvermerk &amp;#039;&amp;#039;Gemeinde Bechtolsheim&amp;#039;&amp;#039;, das Wappen der Gemeinde und „Schilling Apolda goß mich“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der 1918 verbliebenen Glocke &amp;#039;&amp;#039;Hoffnung&amp;#039;&amp;#039; (Ton&amp;amp;nbsp;a) bildeten sie ein [[Te Deum|Te-Deum]]-Geläut, das am 27. April 1924 geweiht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kosten beliefen sich auf 7032 [[Reichsmark]] (RM) (dies entspräche heute ungefähr {{Inflation|DE|7032|1924|r=2}} Euro). Die beiden Kirchengemeinden versprachen diesmal ohne vertragliche Vereinbarung 20 Jahresraten zu je 50&amp;amp;nbsp;RM an die politische Gemeinde zu entrichten. Die Herforder Elektrizitätswerke installierten im selben Jahr ein elektrisches Läutwerk für 2647&amp;amp;nbsp;RM (dies entspräche heute ungefähr {{Inflation|DE|2647|1924|r=2}} Euro).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Glocken &amp;#039;&amp;#039;Glaube&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Liebe&amp;#039;&amp;#039; wurden während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wiederum für die Rüstung eingezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fünfter Glockensatz (1954) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bechtolsheim-Gelaeut1954.jpg|miniatur|Geläut von 1954: &amp;#039;&amp;#039;Hoffnung – Glaube – Liebe&amp;#039;&amp;#039; (von links nach rechts)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der aktuelle Glockensatz besteht aus drei unterschiedlich großen Glocken, die aus Spenden der Einwohner in Höhe von 15.000&amp;amp;nbsp;[[Deutsche Mark|DM]] finanziert werden konnten. Weder die Ortsgemeinde noch die beiden Kirchengemeinden mussten sich beteiligen. Die Glocken stellte die Gießerei [[Friedrich Wilhelm Schilling|F.&amp;amp;nbsp;W. Schilling]] in Heidelberg nach dem Muster des vierten Glockensatzes am 20. Oktober 1954 her. Sie tragen die gleichen Namen und den Eigentumsvermerk &amp;#039;&amp;#039;Gemeinde Bechtolsheim&amp;#039;&amp;#039; mit Wappen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 27. November 1954 wurden die Glocken mit der [[Bahnstrecke Alzey–Bodenheim|Bahn]] angeliefert und anschließend in einem feierlichen Festzug durchs Dorf geleitet und geweiht. Bei der Glockenweihe sprachen der Hauptlehrer (als Festredner), Landrat [[Heinz-Eberhard Andres]] und Bürgermeister Franz Mann.&lt;br /&gt;
* Die große Glocke trägt den Namen &amp;#039;&amp;#039;Glaube&amp;#039;&amp;#039; und die Inschrift &amp;#039;&amp;#039;Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden&amp;#039;&amp;#039;. Sie wiegt 927&amp;amp;nbsp;kg, ertönt in&amp;amp;nbsp;e und kostete 7200&amp;amp;nbsp;DM (dies entspräche heute inflationsbereinigt rund {{Inflation|DE|7200|1954}} Euro).&lt;br /&gt;
* Die mittlere Glocke trägt den Namen &amp;#039;&amp;#039;Liebe&amp;#039;&amp;#039; und die Inschrift: &amp;#039;&amp;#039;Den fürs Vaterland Gefallenen. Ich gab mein Erz – sie gaben ihr Herz&amp;#039;&amp;#039;. Sie wiegt 523&amp;amp;nbsp;kg, ertönt in&amp;amp;nbsp;g und kostete 3240&amp;amp;nbsp;[[Deutsche Mark|DM]] (dies entspräche heute inflationsbereinigt rund {{Inflation|DE|3240|1954}} Euro).&lt;br /&gt;
* Die kleine Glocke trägt den Namen &amp;#039;&amp;#039;Hoffnung&amp;#039;&amp;#039; sowie die Inschrift: &amp;#039;&amp;#039;Läute Glocke, läute Ruh in jedes Herz, läute du mich heimwärts&amp;#039;&amp;#039;. Ein zusätzlicher Glockenhammer dient zum Anschlagen jeder Viertel-, halben, Dreiviertel- und vollen Stunde. Die kleine Glocke wiegt 358&amp;amp;nbsp;kg, ertönt in&amp;amp;nbsp;a und wurde gegen die alte Glocke eingetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Bechtolsheimer Glockenstreit von 1954 bis 1964 ==&lt;br /&gt;
Ein sieben Jahre anhaltender Rechtsstreit, der so genannte &amp;#039;&amp;#039;Bechtolsheimer Glockenstreit&amp;#039;&amp;#039; um das Läuterecht für verstorbene Bürger die einer anderen oder keiner Konfession angehören, wurde erst 1964/65 vom [[Bundesverwaltungsgericht (Deutschland)|Bundesverwaltungsgericht]] in Berlin zugunsten der bürgerlichen Gemeinde, mit der Begründung:&lt;br /&gt;
: „In Bechtolsheim bedeute das Grabgeläut […] nach der allgemeinen Auffassung der Bewohner eine weltliche Ehrung des Verstorbenen und keine Stück gottesdienstlicher Ordnung“&lt;br /&gt;
entschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel|ID=46175340|Titel=Glocken und Klagen|Jahr=1964|Nr=38|Seiten=72}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Streit um den Glockenturm ist längst Geschichte – Der Wein spielt in der Gemeinde Bechtolsheim eine zentrale Rolle. Viele historische Gebäude und der Ortskern sind heute saniert.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Zeitung&amp;#039;&amp;#039;, 24. Februar 2004&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auslöser war der 1954 erst zwei Jahre im Amt befindliche evangelische Pfarrer Hans Hörr, der Einspruch erhob, als der Gemeindediener für einen [[Freiprotestanten|freiprotestantischen]] verstorbenen Bürger die Glocken läuten ließ. Pfarrer Horr forderte, die Glocken dürften nicht länger nach Anweisung der Gemeinde geläutet werden, sondern nur nach seiner oder seines katholischen Kollegen Entscheidung. Dem Gemeinderat wollte Hörr lediglich das Recht zum sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Polizeigeläute&amp;#039;&amp;#039; zugestehen, also nur bei Feuer, Sturm und sonstiger Gefahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Vorschlag lehnten der Gemeinderat und selbst der evangelische Kirchenvorstand und schließlich auch der Rechtsausschuss des Kreistages ab. Die vorgesetzte Behörde aber, die in Darmstadt residierende [[Evangelische Kirche in Hessen und Nassau|Kirchenleitung von Hessen-Nassau]], machte sich zum Anwalt der Pfarrerswünsche und erhob 1957 Klage vor dem [[Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße]]. Es folgte der siebenjährige Rechtsstreit der für die bürgerliche Gemeinde entschieden wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stempel ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bechtolsheim-Glockenturm-Stempel.jpg|miniatur|Sonderstempel der Post: 100 Jahre Glockenturm, von 2007]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgerstempel-Bechtolsheim.jpg|miniatur|links|Bechtolsheimer Pilgerstempel vom [[Rheinhessischer Jakobsweg|Rheinhessischen Jakobsweg]], seit 2009]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 23. Juni 2007 wurde zum 100-jährigen Bestehen des Glockenturms ein Sonderstempel der Post, welcher gleichzeitig auf das in Bechtolsheim stattfindende Verbandsgemeinde Weinfest hinwies, ausgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2009 gibt es einen Pilgerstempel des [[Rheinhessischer Jakobsweg|Rheinhessischen Jakobsweges]], welcher durch Bechtolsheim verläuft und auf dem der Glockenturm abgebildet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Museum ==&lt;br /&gt;
Am 22. September 2012 wurde, nach über fünfjähriger Planungszeit und zweijähriger Sanierung, das „Museum im Glockenturm“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://simultankirche-bechtolsheim.de/20-glockenturm-und-museum/ Simultankirche Bechtolsheim - Glockenturm und Museum]&amp;lt;/ref&amp;gt; mit einem Festakt eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen des Glockenturms gab es Bestrebungen des örtlichen Heimatvereins&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.heimatverein-bechtolsheim.de/ Heimatverein Bechtolsheim]&amp;lt;/ref&amp;gt;, im Erdgeschoss und in den beiden Obergeschossen ein Turmmuseum einzurichten. Hierfür wurden im Dezember 2009 aus dem Dorferneuerungsprogramm des Landesinnenministeriums 28.900 Euro für die Sanierung und den Umbau des denkmalgeschützten Glockenturms zur Verfügung gestellt. Dies entspricht rund 50&amp;amp;nbsp;Prozent der Gesamtkosten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |text=Ortsgemeinde Bechtolsheim erhält Zuschuss |url=http://www.bechtolsheim-rheinhessen.de/a_Ortsgemeinde-Bechtolsheim-erhaelt-Zuschu_1085.html |archive-today=20120722035603}} vom 16. Dezember 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.allgemeine-zeitung.de/region/alzey/vg-alzey-land/bechtolsheim/8571645.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;Museum im Glockenturm – Finanzierung des Projektes in Bechtolsheim steht&amp;#039;&amp;#039;. |archive-today=20120718092139 }} In: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Zeitung&amp;#039;&amp;#039; [[Rhein Main Presse]], 10. März 2010&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 9. April 2010 erfolgte der so genannte „erste Hammerschlag“ als Beginn der Umbaumaßnahme. Den ersten Hammerschlag vollzogen neben dem Vorsitzenden des Heimatvereins, der Landtagsvizepräsident [[Heinz-Hermann Schnabel]], der Landtagsabgeordnete [[Heiko Sippel]], der Bürgermeister der [[Verbandsgemeinde Alzey-Land]] [[Steffen Unger]], ein Kreisbeigeordneter und der Ortsbürgermeister von Bechtolsheim.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Bürkle: [http://www.allgemeine-zeitung.de/region/alzey/vg-alzey-land/bechtolsheim/8745426.htm &amp;#039;&amp;#039;Tiefer Blick in die Geschichte – Bechtolsheimer Gemäuer soll zum Museum umgebaut werden&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Rhein Main Presse]]&amp;#039;&amp;#039;, 13. April 2010&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Museum sollte ursprünglich im Frühjahr 2011 seine Pforten öffnen, nun wurde es am 22. September 2012 um 14 Uhr mit einem Festakt eingeweiht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.heimatverein-bechtolsheim.de/index.php/site-administrator/details/1-Er%C3%B6ffnung Einladung zur Eröffnung des „Museums im Glockenturm“ auf dem Kirchenvorplatz am Samstag, 22. September 2012; Beginn 14.00 Uhr] auf den Seiten des Heimatvereins; 28. Juli 2012&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Anita Pleic: [http://www.allgemeine-zeitung.de/region/alzey/vg-alzey-land/bechtolsheim/12313939.htm &amp;#039;&amp;#039;Museum im Bechtolsheimer Glockenturm öffnet im September. Arbeiten im Bechtolsheimer Glockenturm schreiten voran / Festakt zur Eröffnung am 22. September&amp;#039;&amp;#039;.] auf allgemeine-zeitung.de ([[Rhein Main Presse]]), 16. August 2012&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Dauerexponat, dem restaurierten Uhrwerk, fanden auf den drei Etagen Wechselausstellungen statt.&lt;br /&gt;
# Bilder vom Glockenturm: damals und heute (2012 bis 2013)&lt;br /&gt;
# „Postuniformen von 1800 bis 2000“ (2013 bis September 2014)&lt;br /&gt;
# „Bechtolsheimer Straßengeschichten“ (Ausstellungseröffnung am 21. Mai 2016)&lt;br /&gt;
Die [[Glockenstube]] kann nicht besichtigt werden. Aufgrund der Bauweise des Glockenturmes ist das Museum nicht barrierefrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Karl Oberle (Priester)|Karl Oberle]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte von Bechtolsheim&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
** Rheinhessische Druck-Werkstätte Alzey, 1. Auflage 1951&lt;br /&gt;
** Verlag der Rheinhessischen Druckwerkstätte Alzey, 2. erweiterte Auflage 1995, ISBN 3-87854-111-2&lt;br /&gt;
* Regine Dölling: &amp;#039;&amp;#039;Die Simultankirche in Bechtolsheim (Rheinhessen)&amp;#039;&amp;#039;. Rheinische Kunststätten, 1. Auflage 1980, ISBN 3-88094-316-8&lt;br /&gt;
* Gerhard Fillinger: &amp;#039;&amp;#039;100 Jahre Glockenturm&amp;#039;&amp;#039; – Fotokalender 2007. Heimatverein Bechtolsheim, MF Druck-Service, Ober-Ramstadt, 2006&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Heimatjahrbuch Landkreis Alzey-Worms&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** 2007: Josef Rick: &amp;#039;&amp;#039;Vor 100 Jahren neu errichtet – Der Bechtolsheimer Glockenturm&amp;#039;&amp;#039;. S. 159–164&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Zeitung Alzey, [[Rhein Main Presse]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Der Streit um den Glockenturm ist längst Geschichte – Der Wein spielt in der Gemeinde Bechtolsheim eine zentrale Rolle. Viele historische Gebäude und der Ortskern sind heute saniert&amp;#039;&amp;#039;. 24. Februar 2004&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Jahrelanger Streit ums Geläut – Bechtolsheimer Heimatverein recherchiert Geschichte des Glockenturms&amp;#039;&amp;#039;. 14. Oktober 2006&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=kgM4-sPvfAY Videoaufnahme des Geläutes] (3:48 Minuten) auf [[Youtube]]; Veröffentlicht am 12. Mai 2013&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=Et9IYWCvrk0 Videoaufnahme des Geläutes und der Stumm-Orgel] (Gesamtlaufzeit: 49:16 Minuten); Veröffentlicht am 3. Juli 2015&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=49.8021 |EW=08.1922 |type=landmark |region=DE-RP}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Bechtolsheim, Glockenturm}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk im Landkreis Alzey-Worms]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut 1907]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturdenkmal in Bechtolsheim]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glockenturm]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum in Bechtolsheim|Glockenturm]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Turm in Rheinland-Pfalz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Turm in Europa]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Z thomas</name></author>
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