<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Gleichwahrscheinlichkeitsmodell</id>
	<title>Gleichwahrscheinlichkeitsmodell - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Gleichwahrscheinlichkeitsmodell"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gleichwahrscheinlichkeitsmodell&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-08T01:22:14Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gleichwahrscheinlichkeitsmodell&amp;diff=812001&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Beegies: doppelte Namens-, Werks- oder Zitatauszeichnungen korrigiert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gleichwahrscheinlichkeitsmodell&amp;diff=812001&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2023-11-06T15:12:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;doppelte Namens-, Werks- oder Zitatauszeichnungen korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Bei dem &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gleichwahrscheinlichkeitsmodell&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; von [[John Harsanyi|J. C. Harsanyi]] handelt es sich um ein [[Gedankenexperiment]] zur Modellierung einer hypothetischen Ausgangssituation für eine rationale und ethisch begründbare Entscheidung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
John Harsanyi spricht sich in seiner Theorie für eine [[Moralphilosophie]] aus, die sich nicht auf die Fundamente von Institutionen stützt, sondern die Handlungen an einem nachweisbaren gesellschaftlichen Nutzen misst. Dabei versucht Harsanyi, die moralischen Entscheidungssituationen, in denen sich die Menschen befinden, [[Konsequentialismus|konsequentialistischen]] Rationalitätspostulaten zu unterwerfen und entwickelt so seine moderne Fassung eines klassischen [[Utilitarismus]]. Harsanyi sieht dabei die Ethik als Teiltheorie einer allgemeinen Theorie des Rationalen Handelns.&amp;lt;ref&amp;gt;HARSANYI, JOHN C. (1977): Morality and the Theory of Rational Behavior, in: Social Research 44, S. 625&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;HOMANN, KARL (1988): Rationalität und Demokratie (Die Einheit der Gesellschaftswissenschaften 57), Tübingen: Mohr (Siebeck), S. 220&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung der Theorie ==&lt;br /&gt;
Die Theorie Harsanyis zählt zu einer [[Utilitarismus|utilitaristischen]] [[Ethik]] und lässt sich somit der normativen Ethik zuschreiben. Harsanyi selbst spricht sich für den [[Präferenzutilitarismus]] aus. In Bezug auf die Debatte zwischen [[Regelutilitarismus|Regel-]] und [[Handlungsutilitarismus|Handlungsutilitaristen]] hält er den Regelutilitarismus für geeigneter, um Kooperation und verlässliche Verhaltenserwartungen unter mehreren Akteuren sicherzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Basis des Modells ==&lt;br /&gt;
Die Basis der Theorie Harsanyis bilden mehrere Säulen.&amp;lt;ref&amp;gt;HARSANYI, JOHN C. (1977): Morality and the Theory of Rational Behavior, in: Social Research 44, S. 623–630.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum einen ist die moderne&lt;br /&gt;
[[Entscheidungstheorie]] aufzuführen. Sie ist ein Zweig der [[Wahrscheinlichkeitstheorie]]&lt;br /&gt;
und dient dazu, die Folgen von Handlungen zu evaluieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als zweite Säule nennt Harsanyi die [[Spieltheorie]]. Ihr geht es um die Modellierung von Situationen in Interaktionssystemen, die aus mindestens zwei Individuen bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Grundlage stellen die Überlegungen von [[Adam Smith]] dar. Er hat die Figur eines objektiven und mitfühlenden Beobachters (der Gesellschaft) entworfen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. SMITH, ADAM (1790): Theorie der ethischen Gefühle, Felix Meiner Verlag, Hamburg 2004&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Harsanyi ist jeder Entscheider ein Beobachter. Jedoch – im Unterschied zu Smith – „wohnt“ Harsanyis Beobachter in der Gesellschaft und ist von seinen Entscheidungen selbst betroffen, was natürlich eine Ausblendung persönlicher Interessen während des (moralischen) Entscheidungsprozesses erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch auf [[Immanuel Kant]] lässt Harsanyi seine Theorie basieren. Bei Harsanyi spielt ebenfalls die kantsche Universalisierbarkeit eine wichtige Rolle. Eine nicht universalisierbare Entscheidung kann keine moralische sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich stellt der Utilitarismus – wie bereits gesehen – das moralphilosophische Fundament.&lt;br /&gt;
Wie der Utilitarismus nimmt auch Harsanyi die Maximierung des gesellschaftlichen Nutzens (hier: [[Durchschnittsnutzenprinzip|Durchschnittsnutzen]]) als Basisprinzip.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Modell des Durchschnittsnutzenprinzip ==&lt;br /&gt;
Das Gedankenexperiment beruht auf der Tatsache, dass eine moralische Entscheidung – um überhaupt als solche qualifiziert zu sein – nicht von persönlichen Präferenzen des Entscheiders abhängen darf. Da solche persönlichen Präferenzen nur schwerlich zu unterdrücken sind, konstruiert Harsanyi das &amp;#039;&amp;#039;Gleichwahrscheinlichkeitsmodell&amp;#039;&amp;#039; („equiprobability model“). Dabei handelt es sich um folgende Entscheidungssituation: Eine Gesellschaft besteht aus &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Mitgliedern. Es soll nun zwischen mehreren Alternativen entschieden werden. Dabei hat keines der &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Individuen Kenntnis davon, in welcher Position es sich später, wenn man sich für eine Alternative entschieden hat, befinden wird. Es könnte sowohl den besten Platz (Platz 1), als auch den schlechtesten Platz (Platz &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;) einnehmen. Das Individuum muss damit rechnen, jede der &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Positionen in der späteren Gesellschaft mit derselben Wahrscheinlichkeit zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Individuum muss sich in seiner Entscheidung nach seinem erwarteten Nutzen (&amp;lt;math&amp;gt;U&amp;lt;/math&amp;gt;), dem Erwartungsnutzen &amp;lt;math&amp;gt;\operatorname E(U)&amp;lt;/math&amp;gt;, richten. Der Erwartungsnutzen (&amp;lt;math&amp;gt;\operatorname E(U(s))&amp;lt;/math&amp;gt;), der aus den Umweltzuständen &amp;lt;math&amp;gt;s_i&amp;lt;/math&amp;gt; mit den Eintrittswahrscheinlichkeiten &amp;lt;math&amp;gt;\pi_i&amp;lt;/math&amp;gt; (mit &amp;lt;math&amp;gt;i \in \mathbf{N}&amp;lt;/math&amp;gt;, &amp;lt;math&amp;gt;0 \leq \pi_i \leq 1&amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;\sum \pi_i = 1&amp;lt;/math&amp;gt;) resultiert, ist definiert durch &amp;lt;math&amp;gt;\operatorname E(U(s)) = \sum_{i=1}^{n} \pi_i U(s_i)&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harsanyi geht es jedoch nicht um die Maximierung des Nutzens einer einzelnen Person, sondern darum, dass ein unparteilicher Entscheider (das Individuum &amp;lt;math&amp;gt;i&amp;lt;/math&amp;gt;) die gesamte gesellschaftliche Wohlfahrt (&amp;lt;math&amp;gt;W_i&amp;lt;/math&amp;gt;) maximiert. Die Gesellschaft besteht dabei aus &amp;lt;math&amp;gt;j&amp;lt;/math&amp;gt; Individuen, deren Präferenzen alle gleich gewichtet werden müssen. Wie bereits oben genannt, „wohnt“ der Entscheider &amp;lt;math&amp;gt;i&amp;lt;/math&amp;gt; in der Gesellschaft, ist also ein Teil von &amp;lt;math&amp;gt;j&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Gleichwahrscheinlichkeit aller Positionen, also bei &amp;lt;math&amp;gt;\pi_1 = \pi_2 = \cdots = \pi_n&amp;lt;/math&amp;gt; und bei der Gleichgewichtung aller Präferenzen, ergibt sich als gesamtgesellschaftliche Wohlfahrtsfunktion einer Alternative: &amp;lt;math&amp;gt;W_i = \frac{1}{n} \sum_{j=1}^n U_j&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Gleichung stellt die gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt als arithmetisches Mittel aller individuellen Nutzenfunktionen dar. Da ein Mittelmaß auch als Durchschnitt bezeichnet werden&lt;br /&gt;
kann, wird die Gleichung als &amp;#039;&amp;#039;Durchschnittsnutzenprinzip&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Sind alle Umweltzustände gleich wahrscheinlich, ist der Betrag des Erwartungsnutzens eines individuellen Akteurs im Gleichwahrscheinlichkeitsmodell gleich dem Durchschnittsnutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Maximierung des Durchschnittsnutzens als Entscheidungsregel ==&lt;br /&gt;
Für alle zur Verfügung stehenden Alternativen werden zunächst die Nutzenausprägungen in jeder möglichen Situation bestimmt, jede Ausprägung erhält dabei dieselbe Wahrscheinlichkeit.&lt;br /&gt;
Danach wird für alle erreichbaren Alternativen jeweils der resultierende Durchschnittsnutzen berechnet. Im Anschluss wird die Alternative mit dem maximalen [[Durchschnittsnutzenprinzip|Durchschnittsnutzen]] gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Harsanyi Durchschnittsnutzenmaximierung.PNG|mini|200px|rechts|Maximierung des Durchschnittsnutzens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harsanyi sieht in der Maximierung des Durchschnittsnutzens die einzige Entscheidungsregel, deren Anwendung in der Situation des Gleichwahrscheinlichkeitsmodells zulässig ist. In dem verwandten Konzept des „[[Schleier des Nichtwissens|Schleiers des Nichtwissens]]“ von [[John Rawls]] wird eine Entscheidung nach der Maximin-Regel gefordert. Gegen ein solches Vorgehen wehrt sich Harsanyi entschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;HARSANYI, JOHN C. (1975): Can the Maximin Principle Serve as a Basis for Morality? A Critique of John Rawls’s Theory, in: American Political Science Review 69, S. 594–606&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Unterschied zu Rawls ist, dass Harsanyi jeder Stimme ein Gewicht von &amp;lt;math&amp;gt;\frac{1}{n}&amp;lt;/math&amp;gt; zuordnet, während Rawls jeder Stimme ein unendliches Gewicht gibt. Bei Harsanyi sind somit Mehrheitsentscheidungen möglich. Bei Rawls hingegen kann jedes Individuum durch ein Veto die Entscheidung verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethische Theorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Beegies</name></author>
	</entry>
</feed>