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	<title>Gleichgewicht des Schreckens - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T01:27:16Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gleichgewicht_des_Schreckens&amp;diff=119171&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-10787-21: /* Gleichgewicht des Schreckens im Kalten Krieg */ streiche: Dissuasion (=Abmahnung), setze: Deterrence (=Abschreckung)</title>
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		<updated>2026-02-18T06:31:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Gleichgewicht des Schreckens im Kalten Krieg: &lt;/span&gt; streiche: Dissuasion (=Abmahnung), setze: Deterrence (=Abschreckung)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt eine Strategiedoktrin des Kalten Krieges. Für das gleichnamige Brettspiel siehe [[Gleichgewicht des Schreckens (Spiel)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Alaskan Air Defense and Early Warning Systems - Clear Air Force Station, Ballistic Missile Early Warning System Site II, One mile west of mile marker 293.5 on Parks HAER AK-30-A (sheet 3 of 9).tif|miniatur|Wesentliche Elemente der MAD-Doktrin: Karte von [[Radar]]-Frühwarn- und [[Flugabwehr|Luftabwehr]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;stationen in [[Alaska]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gleichgewicht des Schreckens&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;MAD-Doktrin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder einfach &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;MAD&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, von [[Englische Sprache|engl.]] &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|mutual assured destruction}}&amp;#039;&amp;#039;, „gegenseitige gesicherte Zerstörung“, wobei MAD übersetzt zugleich „verrückt“ oder „wahnsinnig“ bedeutet; im Deutschen auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Atompatt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist ein im [[Kalter Krieg|Kalten Krieg]] zwischen den [[USA]] und der [[Sowjetunion]] geprägter Begriff und bezeichnet eine Situation, in der eine [[Atommacht|Nuklearmacht]] vom [[Verzicht auf den Ersteinsatz|Ersteinsatz]] von [[Kernwaffe|Nuklearwaffen]] dadurch abgehalten wird, dass der Angegriffene selbst nach einem nuklearen [[Erstschlag]] noch vernichtend [[Zweitschlag|zurückschlagen]] könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Keir A. Lieber, Daryl G. Press |url=http://www.foreignaffairs.org/20060301faessay85204/keir-a-lieber-daryl-g-press/the-rise-of-u-s-nuclear-primacy.html |titel=The Rise of U.S. Nuclear Primacy |werk=Foreign Affairs |datum=2006 |sprache=en |archiv-url=https://web.archive.org/web/20090215092426/http://www.foreignaffairs.org/20060301faessay85204/keir-a-lieber-daryl-g-press/the-rise-of-u-s-nuclear-primacy.html |archiv-datum=2009-02-15 |abruf=2025-12-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Spieltheorie|Spieltheoretisch]] wird das Gleichgewicht des Schreckens auch als [[Nash-Gleichgewicht]] aufgefasst, bei dem, wenn einmal bewaffnet, keine Seite einen Anreiz hat, den Konflikt zu lösen oder sich zu entwaffnen. Mit dem Gleichgewicht des Schreckens ist kein statisches Gleichgewicht gemeint, in dem das Wettrüsten zu einem Stillstand gekommen wäre. Vielmehr bezeichnet der Begriff ein dynamisches Gleichgewicht, in dem die wechselseitigen Drohungen durch atomares Wettrüsten die Eskalation zu einem „heißen“ Krieg, also zu einer direkten bewaffneten Auseinandersetzung zwischen den Supermächten, verhinderte. Es wird auch häufig der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nukleare Abschreckung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt wenn diese Abschreckung von einem Staat ausgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
Der Begriff der „garantierten Vernichtung“ wurde vom amerikanischen [[Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten|Verteidigungsminister]] [[Robert McNamara]] geprägt und in der Doktrin der &amp;#039;&amp;#039;guaranteed mutual destruction&amp;#039;&amp;#039; („garantierte gegenseitige Zerstörung“) wiederverwendet. Nach der Doktrin der „mutual assured destruction“ war es nicht ausschlaggebend, ob die USA mehr oder weniger strategische Atomwaffen besitzen als die Sowjetunion. Maßstab war nicht die Zahl, sondern die Fähigkeit, einen Erstschlag zu überstehen und danach noch genug Atomwaffen zu haben, um in einem Gegenschlag eine theoretisch kalkulierte Verwüstung in der Sowjetunion anrichten zu können, nämlich die &amp;#039;&amp;#039;guaranteed destruction&amp;#039;&amp;#039;. Als &amp;#039;&amp;#039;guaranteed destruction&amp;#039;&amp;#039; definierte McNamara 1965 die Kapazität an nuklearen Waffen, die notwendig wäre, ein Viertel bis ein Drittel der sowjetischen Bevölkerung und zwei Drittel der sowjetischen Industrie zu vernichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Sprachgebrauch wird heute oft der Begriff „nukleare Abschreckung“ (&amp;#039;&amp;#039;nuclear deterrence&amp;#039;&amp;#039;) verwendet, bis zum Ende des Kalten Krieges aber überwiegend „Gleichgewicht des Schreckens“. Umgangssprachlich steht hierfür auch die Formulierung „Wer zuerst schießt, stirbt als Zweiter“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wörtlich sprach [[John F. Kennedy]] in seiner [[Amtsantrittsrede von John F. Kennedy|Antrittsrede]] vom &amp;#039;&amp;#039;Gleichgewicht des Schreckens&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Sprache=en&lt;br /&gt;
 |Text=But neither can two great and powerful groups of nations take comfort from our present course--both sides overburdened by the cost of modern weapons, both rightly alarmed by the steady spread of the deadly atom, yet both racing to alter that uncertain &amp;#039;&amp;#039;balance of terror&amp;#039;&amp;#039; that stays the hand of mankind&amp;#039;s final war.&lt;br /&gt;
 |Übersetzung=Allerdings kann keine der beiden großen und mächtigen Nationengruppen aus unserer derzeitigen Politik Trost schöpfen – beide sind von den Kosten moderner Waffen überlastet, beide sind zu Recht tief beunruhigt über die stetige Ausbreitung des todbringenden Atoms, und dennoch wetteifern beide darum, das fragile &amp;#039;&amp;#039;Gleichgewicht des Schreckens&amp;#039;&amp;#039; zu verschieben, das uns vor jenem unwiderruflich letzten Krieg der Menschheit bewahrt.&lt;br /&gt;
 |Autor=John F. Kennedy&lt;br /&gt;
 |Quelle=inaugural address, 1961&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kennedy-en&amp;quot;&amp;gt;[https://www.jfklibrary.org/Research/Research-Aids/Ready-Reference/JFK-Quotations/Inaugural-Address.aspx Antrittsrede von John F. Kennedy] im [[John F. Kennedy Presidential Library and Museum]], englisch&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kennedy-dt&amp;quot;&amp;gt;[https://www.jfklibrary.org/JFK/Historic-Speeches/Multilingual-Inaugural-Address/Multilingual-Inaugural-Address-in-German.aspx deutsche Übersetzung der Antrittsrede von John F. Kennedy] im John F. Kennedy Presidential Library and Museum.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theorie ==&lt;br /&gt;
Die Grundannahme der MAD-Doktrin besteht darin, dass keine Seite so irrational ist, für die Vernichtung des Gegners auch die Vernichtung des eigenen Landes in Kauf zu nehmen. Deswegen nimmt man an, dass die Kontrahenten auf einen [[Erstschlag|atomaren Erstschlag]] verzichten werden, wenn der Gegner danach noch die Möglichkeit eines Gegenschlages hat. Dies führt zu einem zwar spannungsgeladenen, aber dennoch stabilen Frieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die [[Doktrin]] umsetzen zu können, müssen alle potenziellen Kontrahenten eine [[Overkill]]-Kapazität aufrechterhalten, so dass auch nach der Zerstörung eines großen Teiles der eigenen Atomwaffen der verbleibende kleinere Rest noch zur völligen Zerstörung des Angreifers ausreichen würde. Von Bedeutung ist auch der Aufbau eines schwierig zu ortenden und zu zerstörenden, redundanten Systems von interkontinentalen Kernwaffenträgern. Man spricht von der „nuklearen Triade“ aus [[Strategischer Bomber|strategischen Bombern]], [[Interkontinentalrakete|land-]] und [[U-Boot-gestützte ballistische Rakete|seegestützten Interkontinentalraketen]]. Letztere sind sehr schwer zu orten und eignen sich daher besonders als [[Zweitschlag]]swaffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage für das Gleichgewicht des Schreckens ist eine von allen Kontrahenten geführte Abschreckungspolitik. Sie ist eine politische Strategie zur Verringerung der Wahrscheinlichkeit eines großen Kriegs, die allerdings mit einem hohen Eskalations- und Vernichtungsrisiko zusammenfällt. Wegen ihrer Anwendung zur Abschreckung werden Nuklearwaffen oft auch als politische Waffen bezeichnet, denn ihr Zweck ist der Nichteinsatz. Bei symmetrischen Machtverhältnissen (also wenn alle Gegner über dieselben militärischen Mittel verfügen) geht die Drohung mit dem Einsatz der Nuklearwaffe mit einem Selbstvernichtungsrisiko einher.&amp;lt;ref&amp;gt;Für den Absatz: Dieter Senghaas: &amp;#039;&amp;#039;Rückblick und Ausblick auf Abschreckungspolitik.&amp;#039;&amp;#039; In: Franz Böckle, [[Gert Krell]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Politik und Ethik der Abschreckung.&amp;#039;&amp;#039; München 1984, S. 98–132, hier S. 100&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Anfang 1940 erkannten die nach Großbritannien ausgewanderten Physiker [[Rudolf Peierls]] und [[Otto Frisch]], dass der Bau einer Atombombe im Bereich des Möglichen lag. In [[Frisch-Peierls-Memorandum|ihrem geheimen Memorandum]] schlussfolgerten sie, dass der beste Schutz vor einem nuklear bewaffneten Deutschland in der Herstellung eigener Nuklearwaffen lag:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=If one works on the assumption that Germany is, or will be, in the possession of this weapon, it must be realized that no shelters are available that would be effective and that could be used on a large scale. The most effective reply would be a counter-threat with a similar bomb. Therefore it seems to us important to start production as soon and as rapidly as possible, even if it is not intended to use the bomb as a means of attack.&lt;br /&gt;
 |Autor=Otto Frisch, Rudolf Peierls&lt;br /&gt;
 |Quelle=Frisch-Peierls-Memorandum, 1940&lt;br /&gt;
 |Übersetzung=Geht man davon aus, dass Deutschland im Besitz dieser Waffe ist oder sein wird, muss man sich darüber im Klaren sein, dass keine wirksamen Schutzräume zur Verfügung stehen, die in großem Umfang genutzt werden könnten. Die wirksamste Antwort wäre eine Gegendrohung mit einer ähnlichen Bombe. Daher erscheint es uns wichtig, die Produktion so schnell wie möglich aufzunehmen, selbst wenn die Bombe nicht als Angriffsmittel eingesetzt werden soll.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.atomicarchive.com/resources/documents/beginnings/frisch-peierls-2.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gleichgewicht des Schreckens im Kalten Krieg ==&lt;br /&gt;
Das Konzept der Friedenserhaltung durch gegenseitige [[Abschreckung]] (&amp;#039;&amp;#039;Deterrence&amp;#039;&amp;#039;) bildete sich allmählich heraus, als nach 1945 die umfassende Vernichtungskraft der Kernwaffen ins Bewusstsein der politisch Verantwortlichen drang. In der offiziellen Militärdoktrin der USA fand der Begriff erstmals im Jahr 1961 Verwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Doktrin fand ihre hauptsächliche Anwendung in der Zeit des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] zwischen den [[Supermacht|Supermächten]] [[Vereinigte Staaten|USA]] und [[Sowjetunion]]. Die MAD-Doktrin wurde als Garant dafür gesehen, dass es zu keinen direkten Zusammenstößen zwischen den Supermächten kommen konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Rudolf, „Abschreckung“ in: [[Dieter Nohlen]], [[Rainer-Olaf Schultze]], &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Politikwissenschaft, Theorien, Methoden, Begriffe&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage 2004.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie gerieten stattdessen in so genannten [[Stellvertreterkrieg]]en indirekt und vermittelt aneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Kalten Kriegs wandten sich die Supermächte zu Gunsten vertrauensbildender Maßnahmen zusehends vom MAD-Konzept ab, blieben jedoch auch nach 1989 [[Geopolitik|geopolitische]] Antagonisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In begrenztem Ausmaß besteht zwischen den beiden verfeindeten Staaten [[Indien]] und [[Pakistan]] seit ihrem Aufstieg zu Atommächten eine MAD-Situation. Aufgrund des vergleichsweise kleinen nuklearen Arsenals würde ein nuklearer Schlagabtausch zwischen diesen Mächten jedoch nicht zu der für MAD-typischen weitreichenden Vernichtung führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abkehr von der MAD-Doktrin ==&lt;br /&gt;
Am 25. Juli 1980 sprach US-Präsident [[Jimmy Carter]] in der Presidential Directive 59 von einer „Ausgleichsstrategie“ (&amp;#039;&amp;#039;countervailing strategy&amp;#039;&amp;#039;). Ziel der US-Planer war fortan, einen Nuklearkrieg gewinnen zu können. Deklariertes Ziel der Nuklearsprengköpfe waren nicht die sowjetische Bevölkerung, sondern an erster Stelle die Führungszentren, dann militärische Ziele. Damit verband sich die Spekulation, die Sowjetunion würde aufgeben, bevor es zu einer totalen Zerstörung der UdSSR und der USA käme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
US-Präsident [[Ronald Reagan]] setzte auf diese Richtung und plante mit seiner &amp;#039;&amp;#039;[[Strategic Defense Initiative]]&amp;#039;&amp;#039; (SDI), das Gleichgewicht der MAD durch eine neue Strategie der amerikanischen Überlegenheit zu ersetzen. Durch den Aufbau einer umfassenden Raketenabwehr sollten die USA vor Angriffen oder Gegenschlägen aus der Sowjetunion geschützt werden, ihre eigene Erstschlagskapazität aber behalten. Anhänger dieser Vorstellungen sprachen dabei auch von &amp;#039;&amp;#039;mutual assured security&amp;#039;&amp;#039;. Doch letztlich scheiterte das SDI-Projekt und damit die Unterminierung der Übereinkunft von der gegenseitigen gesicherten Zerstörung an technischen und finanziellen Hürden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um der versehentlichen Auslösung eines Atomkriegs entgegenzuwirken, wurden Kommunikationsmechanismen installiert (z. B. das „[[Heißer Draht|rote Telefon]]“ nach der [[Kubakrise|Kuba-Krise]]). Spätestens mit den 1980er Jahren wurde das Konzept des „Gleichgewichts des Schreckens“ in der öffentlichen Debatte immer stärker hinterfragt. So wurde im Zusammenhang mit dem [[NATO-Doppelbeschluss]] in der Bundesrepublik von der Gefahr einer Destabilisierung des globalen strategischen Gleichgewichts durch die Aufstellung ‚eurostrategischer‘ Mittelstreckenraketen gesprochen. Man befürchtete einen „[[Atomarer Holocaust|atomaren Holocaust]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Auflösung der Sowjetunion]] reduzierten sich die Spannungen zwischen Russland und den USA und zwischen den USA und China deutlich. In beiden Fällen wurde MAD als Modell für Stabilität zwischen den Atommächten eigentlich abgelöst, dennoch halten diese Länder gegeneinander weiterhin ein sofort einsetzbares Arsenal an Kernwaffen mit mehrfacher [[Overkill]]-Kapazität vor – insofern gilt das Prinzip von MAD stillschweigend bis heute. Obwohl die Regierung unter [[George W. Bush]] vom [[ABM-Vertrag]] zurücktrat, betonte sie, dass das von ihr geplante [[National Missile Defense|Raketenabwehrsystem]] gegen nukleare [[Erpressung]] durch Staaten mit geringer nuklearer Kapazität (wie etwa [[Nordkoreanisches Kernwaffenprogramm|Nordkorea]]) aufgebaut werde. Dieses Prinzip der [[Asymmetrische Kriegführung|asymmetrischen Kriegführung]] schließe, anders als MAD, die Geiselnahme ganzer Bevölkerungen aus. Die russische Regierung blieb dem Werben der USA um diese Strategie gegenüber aber reserviert, vor allem weil sie befürchtet, die USA würden dadurch [[Full-spectrum dominance|Überlegenheit auf allen Ebenen]] und [[Eskalationsdominanz]] erlangen. Als Reaktion darauf hat die russische Regierung verkündet, ihre Nuklearwaffen zu modernisieren, um einer potenziellen Neutralisierung ihrer [[Zweitschlag]]skapazität entgegenzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ziel, ein „Gleichgewicht des Schreckens“ zu erreichen, ist seit der horizontalen [[Proliferation (Massenvernichtungswaffen)|Proliferation]] in den Hintergrund getreten, das heißt, dass zwar die großen Nuklearmächte abrüsten, aber neue Nuklearmächte dazukommen. Es ist etwa bei politischem oder religiösem Fanatismus nicht mit einer wirksamen Abschreckung zu rechnen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dw.com/de/gleichgewicht-des-schreckens/a-16287296 |titel=Gleichgewicht des Schreckens |hrsg=DW |datum=2012-10-14 |sprache=de |abruf=2025-12-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirksamkeit laut empirischer Forschung ==&lt;br /&gt;
Eine Studie, die 2009 im Journal of Conflict Resolution veröffentlicht wurde, bewertete die Nukleare-Frieden-Hypothese quantitativ und fand Unterstützung für das Bestehen der Stabilitäts-Instabilitäts-Paradoxie (engl. &amp;#039;&amp;#039;stability–instability paradox&amp;#039;&amp;#039;). Die Studie kam zu dem Schluss, dass Kernwaffen strategische Stabilität fördern und groß angelegte Kriege verhindern, gleichzeitig jedoch mehr Konflikte mit niedriger Intensität ermöglichen. Besteht zwischen zwei Staaten ein nukleares Monopol – das heißt, ein Staat besitzt Kernwaffen und der andere nicht –, ist die Wahrscheinlichkeit eines Krieges größer. Besitzen hingegen beide Staaten Kernwaffen, sinkt die Kriegswahrscheinlichkeit drastisch.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Robert Rauchhaus |Titel=Evaluating the Nuclear Peace Hypothesis: A Quantitative Approach |Sammelwerk=Journal of Conflict Resolution |Band=53 |Nummer=2 |Datum=2009-04-01 |Sprache=en |ISSN=0022-0027 |DOI=10.1177/0022002708330387 |Seiten=258–277}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
Kritiker der MAD-Doktrin führten an, dass das [[Akronym#Apronym|Apronym]] MAD zum englischen Begriff &amp;#039;&amp;#039;mad&amp;#039;&amp;#039; („verrückt“, „geisteskrank“) passe, weil sie auf einigen anfechtbaren [[Hypothese]]n beruhe. Diese Annahmen für MAD können unter folgenden Begriffen zusammengefasst werden: Potenzial, Glaubwürdigkeit, Kommunikation und Rationalität. Auch wenn sie auf die beiden Antagonisten USA und Sowjetunion im Großen und Ganzen zutrafen, ist zweifelhaft, inwieweit dies auch für einige gegenwärtige Atommächte (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Nordkorea]]) gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.bmlv.at/omz/ausgaben/artikel.php?id=60 |titel=Österreichs Bundesheer – ÖMZ – Ausgabe  1/2003 – Kontinuität und Wandel in der internationalen Sicherheitspolitik |hrsg=BMLV |sprache=de |archiv-url=https://web.archive.org/web/20110920050110/http://www.bmlv.at/omz/ausgaben/artikel.php?id=60 |archiv-datum=2011-09-20 |abruf=2025-12-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR#Inhaltliche Impulse des Bundes, Friedensarbeit|Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR]] widersprach der Doktrin des Gleichgewichts des Schreckens in Beschlüssen von 1982, 1983 und 1987 mit dem eigenen Diktum „Absage an Geist, Logik und Praxis der Abschreckung“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus haben viele Wissenschaftler aus rein ethischen Gründen philosophische Einwände gegen die Prinzipien der Abschreckungstheorie vorgebracht. Zu dieser Gruppe gehört der amerikanische Philosoph [[Robert L. Holmes]], der feststellt, dass das Vertrauen der Menschheit auf ein System zur Kriegsverhütung, das ausschließlich auf der Androhung eines Krieges basiert, von Natur aus irrational ist und nach grundlegenden deontologischen Prinzipien als unmoralisch angesehen werden muss. Darüber hinaus stellt er die Frage, ob schlüssig nachgewiesen werden kann, dass ein solches System in der Vergangenheit tatsächlich dazu gedient hat, Kriege zu verhindern, und dass es aufgrund seiner Abhängigkeit von der kontinuierlichen Entwicklung neuer Generationen  technologisch fortschrittlicher Atomwaffen tatsächlich dazu dienen könnte, die Wahrscheinlichkeit eines Krieges in der Zukunft zu erhöhen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Diana T. Meyers |Titel=Review of On War and Morality |Sammelwerk=The Philosophical Review |Band=101 |Nummer=2 |Datum=1992 |Sprache=en |ISSN=0031-8108 |DOI=10.2307/2185583 |JSTOR=2185583 |Seiten=481–484}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stephen R. Rock |Titel=On War and Morality. By Robert L. Holmes. Princeton: Princeton University Press, 1989. 320p. 11.95 paper. |Sammelwerk=American Political Science Review |Band=83 |Nummer=4 |Datum=1989-12 |Sprache=en |ISSN=0003-0554 |DOI=10.2307/1961738 |Seiten=1447–1448}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Steven Lee |Titel=Review of On War and Morality. |Sammelwerk=Noûs |Band=26 |Nummer=4 |Datum=1992 |Sprache=en |ISSN=0029-4624 |DOI=10.2307/2216042 |JSTOR=2216042 |Seiten=559–562}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Nuklearstrategie}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Henry D. Sokolski |Titel=Getting MAD: Nuclear Mutual Assured Destruction, Its Origins and Practice |Verlag=US Army War College Press |Ort=Carlisle, PA |Datum=2004 |Sprache=en |Online=https://press.armywarcollege.edu/monographs/32/}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Paul H. Johnston |Titel=From MAD to Madness: Inside Pentagon Nuclear War Planning |Verlag=Clarity Press, GA |Datum=2017 |Sprache=en |ISBN=978-0-9972870-9-7 |Online=https://archive.org/details/frommadtomadness0000john}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Nuclear Deterrence|Gleichgewicht des Schreckens}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nuklearwaffenpolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kalter Krieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Ideengeschichte (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Terminologie des Kalten Krieges]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-10787-21</name></author>
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