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	<title>Glasmalerei - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T18:27:29Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Glasmalerei&amp;diff=23932&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Jan Lukas Hobrock: Falsche bzw. veraltete Substanznamen geändert</title>
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		<updated>2025-11-16T17:34:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Falsche bzw. veraltete Substanznamen geändert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Chromolithografie-Glasmalerei.jpg|mini|Darstellung verschiedene Stile der Glasmalerei aus unterschiedlichen Epochen in Meyers Konversations-Lexikon (Chromolithografie)]]&lt;br /&gt;
Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Glasmalerei&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; versteht man in erster Linie die Herstellung farbiger [[Fenster]] mit bildlichen Darstellungen. Im Hochmittelalter wurden die Klosterfenster der [[Zisterzienser]]abteien auch in [[Grisaille]]-Technik (grau und weiß) ausgeführt. Die Wirkung entsteht durch das durchscheinende Licht. Die Glasmalerei hat einen besonderen Stellenwert in der Malerei, denn keine andere Malart kann eine so hohe Farbleuchtkraft und so große Helligkeitsunterschiede zeigen wie ein durchsichtiges [[Glasbild]]. Kontrastumfang und Farbbrillanz sind noch stärker als beim Diapositiv im Vergleich zum Papierfoto. Die Farbenpracht erzeugt eine mystische bis feierliche Stimmung und wird deshalb überwiegend im [[Heilig|sakralen]] Bereich verwendet. Als Teil großer Gesamtwerke steht die Glasmalerei im Dienste der [[Architektur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine völlig andere Art ist die [[Hinterglasmalerei]], die nur in der [[Aufsicht (Darstellung)|Aufsicht]] betrachtet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bavarian coat of arms.JPG|mini|Teil der Skizze eines Fensters mit Bayernwappen gegen Ende des 19. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Datei:White stars.jpg|mini|Aus blauem Überfangglas schattiert geätzte weiße Sternmuster]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei grundlegende [[Technik]]en werden dabei angewendet:&lt;br /&gt;
# Auf farbiges [[Glas]] wird nur die [[Zeichnung (Kunst)|Zeichnung]] mittels [[Schwarzlotmalerei|Schwarzlot]] aufgetragen, mit dem man auch Schatten- und Lichtwirkung erzielen kann.&lt;br /&gt;
# Farblose oder einfarbige Gläser werden mit Schmelzfarben bemalt, die beim Brennen die gewünschte Farbgebung entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Effekte entstehen, indem man farbige Echt-Antikgläser vor dem Bemalen bearbeitet. So eignen sich [[Überfangglas|Überfanggläser]], bestehend aus einer farblosen Träger- und einer farbigen Oberschicht, unter anderem zum [[Gravieren]], [[Ätzen]] und [[Sandstrahlen]]. Hierbei wird die farbige Glasschicht teilweise entfernt. Zum Ätzen benötigt man [[Flusssäure]], die je nach Einwirkungsdauer verschiedene Helligkeitsstufen erzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Glasmaler trägt zunächst auf der Vorderseite des Glases mit dem Pinsel die Konturen auf. Die farbigen Schmelzfarben werden auf der Rückseite aufgeschwemmt oder glatt vertrieben. Grauabstufungen erzielt er, indem er die Scheibe zuerst mit Überzugsfarbe bemalt, gleichmäßig vertreibt und nach dem Trocknen mit verschiedenen [[Radierung|Radier-]] und [[Lavierung|Wischtechniken]] bearbeitet. Mit dem Pinselstiel, einem zugespitzten Hölzchen oder einem Gänsekiel erzielt man Lichtkanten, Damaste und Ziselierungen. Die Farbe kann auch aufgespritzt, mit Petroleum oder Terpentin aufgetragen oder bei Serienanfertigung im Siebdruckverfahren mit Siebdrucköl aufgebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit stellen die ab dem 13. Jahrhundert entstandenen [[Grisaille]]-Fenster dar. Weiße, graue, hellgelbe und graugrüne Gläser werden blank oder mit Schwarzlot- oder Silbergelbmalerei versehen zusammengefügt. Beispiele dieser Malerei aus dem 13. und 14. Jahrhundert sind in der Zisterzienserkirche in Altenberg bei Köln zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glasmalereifarben werden bei 550&amp;amp;nbsp;°C bis 640&amp;amp;nbsp;°C im [[Ofen]] eingebrannt. In Kirchen erfordern die Witterungseinflüsse oft ein Schutzglas, da durch Versinterung, Vogelkot, Kondenswasser, sauren Regen und Abgase die Bemalung zerstört oder beschädigt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Material ===&lt;br /&gt;
Man unterscheidet mundgeblasenes und maschinell hergestelltes &amp;#039;&amp;#039;[[Glas]]&amp;#039;&amp;#039;. Zum ersteren gehören Echtantikglas, Echtantik-Überfangglas, Neuantikglas, [[Goetheglas]], Kathedralglas, Opalescentglas und Danziger Glas (Stromglas), das eine besonders starke Schlierenstruktur aufweist. Ornamentglas und Floatglas werden maschinell erzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 8. Jahrhundert sind mit &amp;#039;&amp;#039;[[Schwarzlot]]&amp;#039;&amp;#039; bemalte Scheiben erhalten. Schwarzlot ist der Name für ein Gemisch aus zermahlenem Glas (Glasfluss) und Kupfer oder Eisenoxid. Es wird verwendet zum Konturieren und Beschriften oder für flächige Anstriche.&lt;br /&gt;
[[Datei:Gothic head 2.jpg|mini|Gotischer Engelskopf mit Schwarzlot und Silbergelb gemalt]]&lt;br /&gt;
Im 14. Jahrhundert begann man, transparentes &amp;#039;&amp;#039;Silbergelb&amp;#039;&amp;#039; zu verwenden, eine Mischung von Silbercarbonat und Ockererde. Es ist die einzige Glasfarbe, bei der das Silber beim Brennen in das Glas eindringt und es gelb färbt im Gegensatz zu den anderen Schmelzfarben, die sich nur mit der Oberfläche verbinden. Die bräunliche Erde bleibt nach dem Brand als braune Schicht an der Oberfläche des Glases zurück und wird abgewaschen oder mit verdünnter Flusssäure abgeätzt. Meist wurde es benutzt für Kronen, Heiligenscheine, Haare, Wappen- und Kleidungsteile. Silbergelb ergibt Farbtöne von hellem Zitronengelb bis zu dunklem Braun. Ergänzt wurde die Farbpalette im 15. Jahrhundert durch &amp;#039;&amp;#039;Eisenrot&amp;#039;&amp;#039; für Fleischteile und Ornamente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 16. Jahrhundert wurden die &amp;#039;&amp;#039;Schmelzfarben&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Emailfarben&amp;#039;&amp;#039; genannt, erfunden. Sie bestehen aus pulverisiertem Glas, Blei und Farbkörpern (Metalloxiden) wie Eisen-, Kupfer-, Zinn- und Chromoxiden sowie Sulfiden und Seleniden. Sie enthalten oft giftige Schwermetalle. Durch die strengen Vorschriften des neuen Umweltrechts enthalten sie nun zwar weniger Schadstoffe, sind aber qualitativ schlechter. Mattweiß hat die Eigenschaft, dass es, flächenhaft aufgetragen, hell aufleuchtet. Bei rückseitigem Seitenlicht vor dunklem Hintergrund ist dieser Effekt besonders stark. Bei 640&amp;amp;nbsp;°C verschmelzen Emailfarben mit dem Glas und werden Bestandteil davon. Ein Entfernen ist nur durch Schleifen, Ätzen oder Sandstrahlen möglich. Als [[Bindemittel]] wird [[Gummi arabicum]] in Wasserfarbe und Essig und Dicköl in Terpentin verwendet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
   Stained glass colours.jpg|Glasschmelzfarben, Silbergelb, Petroleum und Gummi arabicum&lt;br /&gt;
   Palette with tools1.jpg|Glaspalette mit Spachtel, Glasläufer und Überzugsfarbe&lt;br /&gt;
   Brushes 1.jpg|Links Rindshaar-Anstreicher, rechts Dachshaar-Vertreiber&lt;br /&gt;
   Brushes 2.jpg|Borsten-Radierpinsel, Lichterhölzchen und Rindshaar-Malpinsel&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werkzeug ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wild boar on glass.jpg|mini|Aus rotem Überfangglas weiß geätztes Wildschwein mit Schwarzlotmalerei]]&lt;br /&gt;
Zum Aufreiben der Farben werden eine &amp;#039;&amp;#039;Glaspalette&amp;#039;&amp;#039;, eine &amp;#039;&amp;#039;Spachtel&amp;#039;&amp;#039; und ein &amp;#039;&amp;#039;Läufer&amp;#039;&amp;#039; benötigt. Der Glasmaler mischt das Farbpulver mit wenig Gummi arabicum und Wasser und reibt es mit dem Läufer zu einer feinkörnigen geschmeidigen Masse. Er stellt die zu bemalende Scheibe auf eine durchsichtige &amp;#039;&amp;#039;Tischstaffelei&amp;#039;&amp;#039;, legt sie auf einen &amp;#039;&amp;#039;Leuchttisch&amp;#039;&amp;#039; oder auf die 1:1 &amp;#039;&amp;#039;Vorlagezeichnung&amp;#039;&amp;#039;. Ein &amp;#039;&amp;#039;Konturbrett&amp;#039;&amp;#039; dient dazu, den Unterarm aufzustützen und dadurch die malende Hand ruhig zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Malen benötigt der Kunsthandwerker verschiedene Pinsel. Mit dem &amp;#039;&amp;#039;Überzugspinsel&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Aufleger&amp;#039;&amp;#039;) streicht er den Überzug auf und verteilt ihn gleichmäßig mit dem &amp;#039;&amp;#039;Vertreiber&amp;#039;&amp;#039; aus weichem Dachshaar. Ein Rindshaarpinsel mit langen Haaren, &amp;#039;&amp;#039;Halbschlepper&amp;#039;&amp;#039; genannt, dient zum Konturieren und Auftragen der Buntfarben. &amp;#039;&amp;#039;Stupfpinsel&amp;#039;&amp;#039; sind verschieden große Borstenpinsel, deren Haarlänge der Glasmaler meist noch kürzt, um sie steifer zu machen. Der &amp;#039;&amp;#039;Stupfpinsel&amp;#039;&amp;#039; ermöglicht es, Flächen aufzuhellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem nass eingestupften Überzug werden mit dem Ringfinger aus dem Überzug helle Flecken gewicht, etwa um Wolken oder Licht- und Schatteneffekte darzustellen. Mit einem flachen Ölpinsel kann er hellere Details präziser ausradieren. &amp;#039;&amp;#039;Hölzchen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Gänsekiel&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Stahlfeder&amp;#039;&amp;#039; dienen zum Radieren von feinen Strichen und Aufsetzen von Lichtkanten. Zum Ätzen von Überfangglas wird Flusssäure benötigt. &amp;#039;&amp;#039;Handschuhe&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Atemschutz&amp;#039;&amp;#039; sind wegen der gefährlichen Dämpfe notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sakrale Fenster ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Persian stained glass window.JPG|mini|Teil eines Glasfensters aus dem alten Persien. Die Glasstücke werden durch geschnitzte Holzstege verbunden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung der Glasmalerei liegt wahrscheinlich im [[Sassanidenreich|sassanidischen]] [[Perserreich|Persien]]. Bereits im 1. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. setzten die Römer in ihren [[Thermen]] Glasscheiben und Glasmosaiken ein, um Helligkeit zu spenden und die Wärme in den Räumen zu erhalten. Auch in den Häusern der Reichen gab es schon Glasfenster. Die Glasmalerei findet sich jedoch vorwiegend im sakralen Bereich. Fünf verglaste Fenster in der [[Hagia Sophia]] im damaligen [[Konstantinopel]] sind aus dem 6. Jahrhundert erhalten, ebenso Fenster der Basilika St. Vicentius in Paris und eine Rundscheibe mit einem segnenden Christus aus der Kirche in [[San Vitale]] in [[Ravenna]]. Schriftlichen Quellen zufolge wurden im 7. Jahrhundert in Europa viele Kirchen errichtet und mit (nicht erhaltenen) Glasgemälden versehen, etwa in [[Bourges]] und [[York]]. Bei [[Jericho]] fand man Reste von Glasmalerei aus dem 8. Jahrhundert mit ornamentalen Motiven. Als eines der ersten sakralen Bauwerke Mitteleuropas wurde die [[Kathedrale von Saint-Denis|Abteikirche St. Denis]] bei Paris im 9. Jahrhundert mit figürlichen Glasmalereien ausgestattet, etwa zur gleichen Zeit auch die Kathedralen von [[St.-Pauls-Kathedrale (Lüttich)|Lüttich]], [[Kathedrale von Auxerre|Auxerre]] und [[Kathedrale von Reims|Reims]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten großflächig erhaltenen Buntglasfenster sind vier der fünf „[[Augsburger Prophetenfenster|Prophetenfenster]]“ im [[Augsburger Dom]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Daniel Parello]]: &amp;#039;&amp;#039;Die mittelalterlichen Glasmalereien in Augsburg und Bayerisch-Schwaben&amp;#039;&amp;#039;. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 2022, ISBN 978-3-87157-258-6, S. 116 (= &amp;#039;&amp;#039;[[Corpus Vitrearum Medii Aevi]] Deutschland&amp;#039;&amp;#039;, Band 12).&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die Zeit vor den „Prophetenfenstern“ wird ein Fragment, das [[Schwarzacher Köpfchen]] (um 1000, aus dem [[Münster Schwarzach|Kloster Schwarzach]], als Leihgabe im [[Badisches Landesmuseum Karlsruhe|Badischen Landesmuseum Karlsruhe]])&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Rüdiger Becksmann |Titel=Glasmalereifund aus Kloster Schwarzach |Sammelwerk=Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg |Band=44 |Verlag=Deutscher Kunstverlag |Ort=München/Berlin |Datum=2007 |ISBN=978-3-422-06710-3 |Seiten=131–132 mit Abb.&amp;amp;nbsp;1}} {{&amp;quot; |Text=[…]&amp;amp;nbsp;das einzigartige Schwarzacher Köpfchen&amp;amp;nbsp;[…], dessen Einordnung in die Zeit um 1000 sich seit 1970 unangefochten behauptet hat. Nach den jüngsten Umdatierungen des Lorscher Kopfes in die Mitte des 11. und des Weißenburger Kopfes in das späte 12.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert darf das Schwarzacher Köpfchen sogar als das derzeit älteste Zeugnis figürlicher Glasmalerei in Europa gelten.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, in Anspruch genommen. Drei weitere Scheiben, der „[[Lorscher Kopf|Kopf eines Heiligen]]“ aus dem [[Kloster Lorsch]] (Mitte 11. Jahrhundert, früher um 1000 datiert, [[Hessisches Landesmuseum Darmstadt]]), der [[Christ de Wissembourg|„Christuskopf“]] im [[Frauenhausmuseum]] in Straßburg (um 1060/1070&amp;lt;ref&amp;gt;Zu dieser älteren Frühdatierung des Weißenburger Kopfes siehe: {{Literatur |Autor=Florens Deuchler, Jean Wirth |Titel=Elsaß. Kunstdenkmäler und Museen |Reihe=Reclams Kunstführer Frankreich |BandReihe=II |Auflage=1. |Verlag=Philipp Reclam jun. |Ort=Stuttgart |Datum=1980 |ISBN=3-15-010297-9 |Seiten=264–265}} {{&amp;quot; |Text=[…]&amp;amp;nbsp;das älteste erhaltene abendländische Glasmalereistück überhaupt, um 1070 entstanden&amp;amp;nbsp;[…]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder spätes 12. Jahrhundert), der aus der [[St. Peter und Paul (Wissembourg)|Klosterkirche Weißenburg im Elsass]] stammen soll, und die [[Timotheus-Scheibe]] aus der Kirche [[St. Peter und Paul (Neuwiller-lès-Saverne)|St. Peter und Paul]] in [[Neuwiller-lès-Saverne]] (deutsch: Neuweiler) im [[Elsass]], heute im &amp;#039;&amp;#039;[[Musée national du Moyen Âge]]&amp;#039;&amp;#039; in [[Paris]], werden heute alle auch in das zeitliche Umfeld der Augsburger Scheiben datiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten erhaltenen Buntglasfenster in Zentralfrankreich befinden sich im romanischen [[Langhaus (Kirche)|Langhaus]] der [[Kathedrale von Le Mans]] (um 1120) und in der Westfassade der [[Kathedrale von Chartres]] (um 1150). Nach neuesten Untersuchungen stammen einige Fenster der [[Kathedrale von Canterbury]] (England) ebenfalls aus der Mitte des 12. Jahrhunderts.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ndr.de/kirche/Kirchenfenster-Zeugen-vergangener-Jahrhunderte,canterbury152.html &amp;#039;&amp;#039;Glasfenster der Kathedrale von Canterbury&amp;#039;&amp;#039;.] ndr.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
   Prophet Daniel in Augsburg Cathedral.jpg|„Prophetenfenster“: Prophet Daniel&lt;br /&gt;
   Prophet Hosea in Augsburg Cathedral.jpg|„Prophetenfenster“: Prophet Hosea&lt;br /&gt;
   King David in Augsburg Cathedral.jpg|„Prophetenfenster“: König David&lt;br /&gt;
   Stained glass windows in the Musée de l&amp;#039;Œuvre Notre-Dame de Strasbourg Wissembourg.jpg|„Weißenburger Christuskopf“ mit Schwarzlotmalerei&lt;br /&gt;
   Vitrail Cathédrale du Mans 80210 01.jpg|[[Kathedrale von Le Mans]] – Maria und Apostel aus einer &amp;#039;&amp;#039;Himmelfahrt Christi&amp;#039;&amp;#039; (um 1120)&lt;br /&gt;
   Chartres Cathédrale Notre-Dame de Chartres Innen Langhaus Westfenster 4.jpg|[[Kathedrale von Chartres]] – Westfenster (um 1150)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die größte Blütezeit mittelalterlicher Glasmalerei gilt die [[Gotik]], insbesondere in den französischen Kathedralen, wo sie Teil des Gesamtkonzepts war. Von 1215 bis 1240 entstanden 176 Fenster in [[Notre-Dame de Chartres]]. Auf 2000 m² werden Geschichten aus der Bibel und Heiligenlegenden in leuchtenden Farbtönen erzählt. Aus dem 13. Jahrhundert stammen Glasgemälde in St. Martin in Colmar, in der [[Sainte-Chapelle]] in Paris, in [[Notre-Dame de Paris]], in Amiens, Bourges, Reims, Rouen, Le Mans und Straßburg. Mitte des 15. Jahrhunderts erschuf hier [[Peter Hemmel von Andlau]] den Straßburger Stil und führte Kirchenfenster in ganz Mitteleuropa aus. Die [[Kathedrale von Metz]] hat unter den französischen Kathedralen die größte Glasfenster-Fläche (6000&amp;amp;nbsp;m²), darunter von [[Hermann von Münster (Glasmaler)|Hermann von Münster]] (Ende 14. Jahrhundert), Thiebaut von Lixheim (1504), [[Valentin Bousch]] aus Straßburg (1521–1539) und [[Marc Chagall]] (1960).&lt;br /&gt;
[[Datei:Anna selbdritt Koelner Werkstatt WHML.jpg|mini|Anna selbdritt, Glasmalerei, Kölner Werkstatt, 1510–1530, [[Wilhelm-Hack-Museum]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedaechtniskirche Speyer Fensterdetail.jpg|mini|Glasmalerei in der [[Gedächtniskirche der Protestation (Speyer)|Gedächtniskirche]] Speyer]]&lt;br /&gt;
In Deutschland gibt es gotische Kirchenfenster unter anderem im [[Kölner Dom]], im [[Augsburger Dom]], im [[Freiburger Münster]], im [[Regensburger Dom]], im [[Ulmer Münster]], im [[Erfurter Dom]], im St.-Paulus-Dom in Münster, in der [[Frauenkirche (München)|Frauenkirche]] in München und in [[St. Lorenz (Nürnberg)|Sankt Lorenz]] in Nürnberg. Dort war [[Veit Hirschvogel]] der führende Glasmacher und arbeitete ab 1500 mit Albrecht Dürer zusammen, nach dessen Entwürfen er das Bamberger Fenster in [[St. Sebald (Nürnberg)|Sankt Sebald]] schuf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Kathedrale von Wells|St. Andrew’s Cathedral]] in Wells, [[York Minster]] und die Kathedralen von Salisbury, Winchester und Oxford enthalten Beispiele mittelalterlicher Glaskunst in England. In der Schweiz findet man bedeutende Fenster aus dem 13. bis 15. Jahrhundert im ehemaligen Kloster [[Königsfelden]], im [[Berner Münster]] und in der Kathedrale [[Kathedrale Notre-Dame (Lausanne)|Notre Dame]] in Lausanne. Bemerkenswert dokumentieren die [[Glasmalereien von Mehoffer (Kathedrale Freiburg im Üechtland)|Buntglasfenster von Józef Mehoffer in der Kathedrale St. Nikolaus]] in [[Freiburg im Üechtland|Freiburg i. Üe]]. verschiedene Kunstströmungen des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts wie etwa den [[Jugendstil]], die [[Historienmalerei]] und die [[Volkskunst]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Anna Zenczak |Hrsg=Anna Zenczak: Le langage artisAnna Zenczak, Xavier Deryng, Marta Smolinska-Byczuk, Beata Studzizba, Joanna Wapiennik-Kossowicz |Titel=Le langage artistique de Józef Mehoffer |Sammelwerk=Józef Mehoffer (1869–1946). Un peintre symboliste polonais |Verlag=Musée d’Orsay et 5 continents |Ort=Paris |Datum=2004 |ISBN=2-905724-11-0 |Sprache=fr}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Österreich sind der Stephansdom in Wien, die [[Stadtpfarrkirche Steyr]] und Stift Klosterneuburg für ihre sakralen Fenster bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die nüchterne Ausstattung von Kirchen nach der Reformation erfolgte ein Einbruch in der Glasherstellung und -verarbeitung. Auch vor und während des Dreißigjährigen Krieges kam die Glasproduktion und damit auch die Glasmalerei zum Erliegen. Im Barock waren Kirchen und Wohnräume dem Geschmack der Zeit entsprechend hell und lichtdurchflutet und deshalb meist nicht mit Farbverglasungen ausgestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte die Glasmalerei eine zweite Blütezeit bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts. König Ludwig&amp;amp;nbsp;I. förderte in München die Gründung von Werkstätten, aber auch in Benediktbeuern, Goch, Kevelaer, Düsseldorf, Köln, Linnich, Zittau, Berlin, Innsbruck und Freiburg i. Ü. wurden Glasmalereifirmen gegründet. Um 1870 wurden im Baustil der Neugotik Kirchen errichtet, wofür viele Neuanfertigungen benötigt wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg galt es, Kriegsschäden zu beseitigen und Glasfenster zu restaurieren oder zu erneuern.&lt;br /&gt;
Um die Jahrhundertwende wurden in Amerika [[Louis Comfort Tiffany]] durch seine Glasfenster und Lampen und in Lothringen [[Émile Gallé]] durch seine neuen Glasbearbeitungstechniken bekannt. In dieser Zeit des [[Jugendstil]]s wurde häufig [[Kathedralglas]] und Ornamentglas verwendet, ebenso das von Tiffany erfundene Opalescentglas mit metallischem Schillern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die durch den Zweiten Weltkrieg entstandenen Beschädigungen führten zu einer großen Anzahl neuer Glasmalereien und [[Bleiverglasung]]en, die vor allem während der 1950er und 1960er Jahre entstanden. Für die Kathedrale in [[Newark (New Jersey)]] wurden 1953 zweihundert Fenster im Stil von Chartres von [[Franz Xaver Wilfried Braunmiller|Franz&amp;amp;nbsp;X. W. Braunmiller]] und Karl Jung gestaltet. Viele andere Maler entwarfen Kirchenfenster im 20. Jahrhundert, unter anderen [[Georges Braque]], [[Marc Chagall]], [[Fernand Léger]], [[Henri Matisse]], [[Joan Miró]], [[Georges Rouault]], [[Georg Meistermann]], [[Hans Gottfried von Stockhausen]] und [[Josef Oberberger]]. In den letzten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ließen sich vermehrt Rekonstruktionen älterer Glasmalereien beobachten, die anstelle moderner Verglasungen traten. Ein Beispiel dafür ist der [[Kölner Dom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;nolines&amp;quot; heights=&amp;quot;170&amp;quot; widths=&amp;quot;190&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
   122 Chartres, Nordrose, Madonna.jpg|Glasmalerei in der Kathedrale Notre-Dame de Chartres&lt;br /&gt;
   Prag Dom St. Veit 13.jpg|Buntglasrosette im Veitsdom&lt;br /&gt;
   Glasmalerei von Mucha.jpg|Glasmalerei von Mucha&lt;br /&gt;
   Cathedral Fribourg vitrail Dreikönig 01.jpg|Dreikönigsfenster von [[Józef Mehoffer]], 1902–1904, in der [[St. Nikolaus (Freiburg im Üechtland)|Freiburger Kathedrale St. Nikolaus]]&lt;br /&gt;
   Cathedral Fribourg vitrail Maertyrer 03.jpg|Ausschnitt aus [[Józef Mehoffer|Mehoffers]] Märtyrerfenster, 1898–1899, in der [[St. Nikolaus (Freiburg im Üechtland)|Freiburger Kathedrale St. Nikolaus]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Liste von Heiligenfenstern}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Profane Fenster ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Rider from 1720.jpg|rahmenlos|hochkant|links|Glasmalereischeibe von 1720 mit einem Reiter und einer Frau mit einem Willkommenstrunk]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Helmstedt Buntfenster im Rathaus.jpg|mini|Glasfenster im Rathaus von [[Helmstedt]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Spätmittelalter gibt es viele Beispiele von Glasmalereien aus dem profanen Bereich. Schlösser und Adelssitze wurden damit ausgestattet. In neuerer Zeit kopierte Johann Jacob Kellner 1836 für [[Schloss Hohenschwangau]] einen Dürer-Holzschnitt mit dem Hl. Sebald auf Glas. Wilhelm&amp;amp;nbsp;I., König von Württemberg, ließ eine im maurischen Stil erbaute Villen- und Gartenanlage bei Bad Cannstatt im Jahr 1855 von Carl Johann Wetzel mit naturalistischen Glasbildern ausschmücken. Einige davon gehen auf Gemälde von [[Tizian]] zurück, wie die Venus von Urbino aus den Uffizien in Florenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch auch die zu Reichtum gekommenen Bürger bestellten für die Hallen, Treppenhäuser und Privatkapellen ihrer Häuser künstlerische Verglasungen, wie die Kaufmannsfamilie Tucher in Nürnberg. In dem prachtvoll ausgestatteten Tucherhaus befinden sich heute noch die ursprünglichen Fenster aus dem 16. Jahrhundert mit Figuren aus der griechischen und römischen Mythologie. Im 19. Jahrhundert waren Glasmalereien eine beliebte Dekoration in Bürgerhäusern, die nicht nur Schmuck waren, sondern auch unschöne Ausblicke verdeckten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunftstuben und Gaststätten bestellten Wappen-, Brauerei- und Handwerkerscheiben sowie Stadtansichten für ihre Räume. Beispiele aus dem 20. Jahrhundert sind 25 von Max Lacher 1974 im Hackerkeller in München mit bayerischen Motiven und Sprüchen gestaltete Fenster und Verglasungen im Blue-Grass-Restaurant in Cleveland, Ohio, wo in jeder Scheibe eine beliebte Sportart, zum Beispiel Football, dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1900 malte [[Fritz Geiges]] für das Neue Rathaus zu [[Freiburg im Breisgau]] Fenster, auf denen unter anderem [[Berthold Schwarz]], der vermeintliche Erfinder des Schießpulvers, zu sehen ist. Das Neue Rathaus in München birgt viele Glasgemälde mit Themen aus der Stadtgeschichte. Auch in Banken, Hallenbädern und Kaufhäusern ist Glaskunst zu finden. Für das UN-Gebäude in New York entwarf Marc Chagall ein großes Fenster mit Friedensmotiven. Ein elektrisches Mosaik mit Glasmalerei von Gyorgy Kepes verziert die Wand des Flugkartenbüros der KLM in New York. Es wird mit blinkenden Lichtern beleuchtet und erinnert thematisch an den Weltraum. Sogar Schulen wurden mit Glasfenstern ausgestattet. Im Treppenhaus von Rendcomb College in England sind die Fabeln von Äsop abgebildet (1867). Im 20. Jahrhundert malte Orin E. Skinner für das deutsche Klassenzimmer der Universität Pittsburgh 24 Szenen aus den Märchen der Gebrüder Grimm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das neu erwachte Interesse an der Glasmalerei im 19. Jahrhundert zeigt sich an vielseitigen und innovativen Exponaten auf Weltausstellungen. 1851 wurde in London im [[Crystal Palace (Gebäude)|Kristallpalast]] von Sir Joseph Paxton Glaskunst von 24 Firmen und Einzelpersonen gezeigt. Auf der Weltausstellung 1873 in Wien gewann eine Münchner Glasmalereifirma den ersten Preis für ein ganz im klassischen Stil gehaltenes Medaillonfenster. Die Weltausstellung 1893 in Chicago glänzte mit einer Kapelle aus Millionen von Glasstücken. Für den Deutschen Pavillon der Weltausstellung in Montreal 1967 wurde eine bemalte Glaswand gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kabinettscheiben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Duerer.JPG|mini|links|Dürerwappen, gemalt Ende des 19. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Glasdrachen.jpg|mini|Drache, Glasmalerei; Österreich 15. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bee-keeper.jpg|mini|Kopie einer Bierscheibe von 1753]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Glasscheibe Hotel Grand Hotel Territet 01.jpg|mini|Kabinettscheibe nach einem Stich von A. Dürer, im Hôtel des Alpes, Territet (Montreux)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;white-space:nowrap&amp;quot;&amp;gt;Bis ins 13. &amp;lt;!-- 15.? --&amp;gt; Jahrhundert waren die Motive kleiner Glasmalereischeiben&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;!-- Mindestbreite der Textspalte wegen dreispaltigem Layout --&amp;gt; die christliche Heilsbotschaft, die Passion Christi, das Marienleben und Heiligenlegenden. Profane Themen brachte man bei Kirchen im Maßwerk, in Randleisten und in der Sockelzone unter. Meist handelte es sich um Stifter- und Handwerkerfiguren. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts entstanden reizvolle &amp;#039;&amp;#039;Vierpassscheiben&amp;#039;&amp;#039;, beispielsweise die beiden Scheiben aus dem Augsburger Kreis um [[Jörg Breu d. Ä.]] (seit 2000 im [[Germanisches Nationalmuseum|Germanischen Nationalmuseum]] Nürnberg, MM 898 und 899), vielleicht ein Geschenk für König [[Ferdinand I. (HRR)|Ferdinand&amp;amp;nbsp;I.]]&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Hess: &amp;#039;&amp;#039;König Ferdinand&amp;amp;nbsp;I. und das Urteil des Paris. Zwei neuerworbene Vierpaßscheiben aus dem Kreis Jörg Breus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums.&amp;#039;&amp;#039; 2001, S. 125–136; {{ISSN|1430-5496}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei &amp;#039;&amp;#039;Kabinettscheiben&amp;#039;&amp;#039; für profane Bauten war die Malweise darauf ausgelegt, sie aus nächster Nähe und in Augenhöhe sehen zu können. Meist waren sie nicht für einen bestimmten Raum entworfen und daher beweglich und auswechselbar. Sie waren fast immer Geschenke und wurden wegen des handlichen Formats gern gesammelt. Oft wurden sie in kleinen Serien gefertigt, etwa als Kopien von Holzschnitten und Stichen der Maler [[Albrecht Dürer]] und [[Hans Holbein der Jüngere]].&lt;br /&gt;
Das im Mittelalter entstandene Übergewicht des Bürger- und Bauerntums gegenüber Adel und Geistlichkeit bestimmte die Themen. Der Kampf der Tugenden und Laster um die menschliche Seele oder die [[Sieben Freie Künste|Sieben Freien Künste]] wurden häufig dargestellt. Auch Jahreszeiten, Monatsbilder, Tierkreiszeichen, Werke der Barmherzigkeit, griechische und römische Mythen, Kaiser und Könige waren beliebte Motive. Einen großen Raum nahm ab dem 16. Jahrhundert die Heraldik ein. [[Fabeltier|Fabelwesen]] wie Drache, Greif oder Kentaur wurden ebenso abgebildet wie wilde Männer, Gaukler und Narren, Kaufleute oder der Tod. Szenen aus dem Volksleben zeigten Handwerker wie Maurer, Bäcker, Geldwechsler oder Hufschmiede, aber auch Jagdszenen, Kriegsleute, Belagerungen, Kutschausfahrten und Stadtansichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders die [[Schweizer Scheibe]]n hatten ein hohes künstlerisches Niveau.&amp;lt;ref&amp;gt;Andrej Abplanalp: [https://blog.nationalmuseum.ch/2017/09/schau-fenster-im-16-jahrhundert/ &amp;#039;&amp;#039;Schau-Fenster im 16. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;.] In: Blog des [[Schweizerisches Nationalmuseum|Schweizerischen Nationalmuseums]], 23. September 2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Hochzeiten, Taufen und Wappen von Adelsgeschlechtern (z.&amp;amp;nbsp;B.: [[Wappenscheiben der Dreifaltigkeitskirche (Haunsheim)]]), Städten, Zünften, Bürgern und Bauern sind darauf abgebildet. Kantone und Städte tauschten Wappenscheiben aus. Über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt geworden sind der Zürcher Glasmaler [[Christoph Murer]], Hans Rütter und [[Lukas Zeiner]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Bierscheiben&amp;#039;&amp;#039; wurden vor allem in Norddeutschland auf frische und naive Art bemalt. Ihre Themen sind Berufe wie Metzger, Imker, Töpfer, Lehrer oder Koch. Man sieht Reiter, Wanderer und Dudelsack-Pfeifer, Frauen beim Sticken und Spinnen oder mit einem Willkommenstrunk in der Hand. Weitere Motive waren Segelschiffe, Vögel, Bäume und Landschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
* [[Liste von Glasmalern]]&lt;br /&gt;
* [[Liste von Glasmalereiwerkstätten]]&lt;br /&gt;
* [[Glasmuseum]]&lt;br /&gt;
* [[Corpus Vitrearum Medii Aevi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Meyers Online|7|401}}&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Oidtmann II|Heinrich Oidtmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Glasmalerei. Allgemein verständlich dargestellt.&amp;#039;&amp;#039; Bachem, Köln 1892–1898;&lt;br /&gt;
** Theil 1: &amp;#039;&amp;#039;Die Technik der Glasmalerei.&amp;#039;&amp;#039; 1892;&lt;br /&gt;
** Theil 2, 1: &amp;#039;&amp;#039;Die Frühzeit bis zum Jahre 1400.&amp;#039;&amp;#039; 1898.&lt;br /&gt;
* [[Gottfried Heinersdorff]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Glasmalerei, ihre Technik und ihre Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Mit einer Einleitung und einem Anhang über moderne Glasmalerei von [[Karl Scheffler (Kunstkritiker)|Karl Scheffler]]. Bruno Cassirer, Berlin 1914.&lt;br /&gt;
* [[Hans Wentzel (Kunsthistoriker)|Hans Wentzel]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Meisterwerke der Glasmalerei.&amp;#039;&amp;#039; 2., verbesserte Auflage. Deutscher Verein für Kunstwissenschaft, Berlin 1954.&lt;br /&gt;
* [[Erich Stephany]] u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Neue Glasmalerei in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Schnell &amp;amp; Steiner, München 1963.&lt;br /&gt;
* [[Eva Frodl-Kraft]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Glasmalerei. Entwicklung, Technik, Eigenart.&amp;#039;&amp;#039; Anton Scholl &amp;amp; Co., Wien u.&amp;amp;nbsp;a. 1970.&lt;br /&gt;
* [[Louis Grodecki]]: &amp;#039;&amp;#039;Romanische Glasmalerei&amp;#039;&amp;#039;. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1977, ISBN 3-17-004433-8.&lt;br /&gt;
* Elisabeth von Witzleben: &amp;#039;&amp;#039;Bemalte Glasscheiben. Volkstümliches Leben auf Kabinett- und Bierscheiben.&amp;#039;&amp;#039; Georg D. W. Callwey, München 1977, ISBN 3-7667-0408-7.&lt;br /&gt;
* Johannes Ralf Beines: &amp;#039;&amp;#039;Materialien zur Geschichte farbiger Verglasungen von 1780 bis 1914, vorzugsweise für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; In: Landeskonservator Rheinland (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Farbfenster in Bonner Wohnhäusern&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Landeskonservator Rheinland. Arbeitshefte.&amp;#039;&amp;#039; 24: &amp;#039;&amp;#039;Technische Denkmäler&amp;#039;&amp;#039;). Rheinland-Verlag u.&amp;amp;nbsp;a., Köln 1979, ISBN 3-7927-0333-5, S. 81–217 (Bonn, Universität, Dissertation, 1979).&lt;br /&gt;
* Sebastian Strobl: &amp;#039;&amp;#039;Glastechnik des Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; Gentner, Stuttgart 1990, ISBN 3-87247-402-2 (Zugleich: Köln, Universität, Dissertation, 1989: &amp;#039;&amp;#039;Herstellung und Verarbeitung von Flachglas im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* Lawrence Lee, George Seddon, Francis Stephens: &amp;#039;&amp;#039;Die Welt der Glasfenster. Zwölf Jahrhunderte abendländischer Glasmalerei in über 500 Farbbildern.&amp;#039;&amp;#039; Orbis-Verlag, München 1992, ISBN 3-572-00524-8.&lt;br /&gt;
* Rüdiger Becksmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Glasmalerei des Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Voraussetzungen, Entwicklungen, Zusammenhänge.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1995, ISBN 3-87157-161-X.&lt;br /&gt;
* Erhard Remmert: &amp;#039;&amp;#039;Jugendstilfenster in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; 3., neubearbeitete Auflage. Kunstverlag Weingarten, Weingarten 1996, ISBN 3-8170-2028-7.&lt;br /&gt;
* Annette Jansen-Winkeln (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Künstler zwischen den Zeiten.&amp;#039;&amp;#039; 11 Bände. Wissenschafts-Verlag für Glasmalerei, Eitorf 1983–2006, {{ZDB|2287921-3}}.&lt;br /&gt;
* Andrew Moor: &amp;#039;&amp;#039;Architektur – Glas – Farbe. Zeitgenössische Beispiele.&amp;#039;&amp;#039; Deutsche Verlags-Anstalt, München 2006, ISBN 3-421-03579-2.&lt;br /&gt;
* Hans-Rainer Bernhardt, Guido Andelfinger: &amp;#039;&amp;#039;Mit farbigem Glas arbeiten. Ein Handbuch für Kunstglaserei und Glasmalerei.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Kunstverlag Weingarten, Weingarten 2013, ISBN 3-8170-2034-1.&lt;br /&gt;
* {{ZentralblBauverw |Autor=- |Titel=Die Glasmalerei des Mittelalters und der Renaissance |Jahr=1881 |Heft=12 |Seiten=101–103 |Kommentar=2. Teil |zlb=106}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--keine kommerziellen Weblinks--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commons|Stained glass|Glasmalerei|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4021177-0}}&lt;br /&gt;
* [https://www.glasmalerei-ev.de/ Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.&amp;amp;nbsp;V. Mönchengladbach]&lt;br /&gt;
* [https://corpusvitrearum.de/ Bildarchiv zu mittelalterlicher Glasmalerei.] corpusvitrearum.de&lt;br /&gt;
* [https://www.centre-vitrail.org/de/die-technik-der-glasmalerei/ Die Technik der Glasmalerei.] centre-vitrail.org&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4021177-0|LCCN=sh85055165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Maltechnik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glasmalerei| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jan Lukas Hobrock</name></author>
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