<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Giuseppe_Motta</id>
	<title>Giuseppe Motta - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Giuseppe_Motta"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Giuseppe_Motta&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-08T07:55:04Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Giuseppe_Motta&amp;diff=60104&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;KurtR: /* Weblinks */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Giuseppe_Motta&amp;diff=60104&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-17T21:13:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- schweizbezogen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Giuseppe Motta.png|mini|Giuseppe Motta (1916)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Giuseppe Motta&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[29. Dezember]] [[1871]] in [[Airolo]]; † [[23. Januar]] [[1940]] in [[Bern]]; [[Bürgerort|heimatberechtigt]] in Airolo) war ein [[Schweiz]]er [[Politiker]] ([[Christlichdemokratische Volkspartei|KVP]]). Ab 1895 war er im [[Grosser Rat (Tessin)|Grossen Rat]] des [[Kanton Tessin|Kantons Tessin]] vertreten, ab 1899 auch im [[Nationalrat (Schweiz)|Nationalrat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem er 1908 die Wahl in den [[Bundesrat (Schweiz)|Bundesrat]] nicht geschafft hatte, gelang ihm dies drei Jahre später. Von 1912 bis 1919 stand er dem [[Eidgenössisches Finanzdepartement|Finanz- und Zolldepartement]] vor. Anschliessend leitete er von 1920 bis zu seinem Tod das [[Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Politische Departement]] und prägte zwei Jahrzehnte lang die Aussenpolitik der Schweiz entscheidend mit. Er engagierte sich erfolgreich für den Beitritt der Schweiz zum [[Völkerbund]], der Idealismus der ersten Jahre wich jedoch allmählich realpolitischen Sachzwängen. Motta stellte die Neutralität wieder in den Vordergrund&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Giuseppe Motta |url=https://www.fonoteca.ch/catalog/DAT4462 |titel=Discours en italien de Giuseppe Motta sur la neutralité intégrale de la Suisse |hrsg=[[Schweizerische Nationalphonothek]] |datum=1938 |abruf=2019-10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und versuchte gleichzeitig, die guten Beziehungen zum [[NS-Staat|nationalsozialistischen Deutschen Reich]] und zum [[Italienischer Faschismus|faschistischen]] [[Königreich Italien (1861–1946)|Italien]] aufrechtzuerhalten. Seine Amtszeit von 28 Jahren ist die drittlängste aller Bundesräte, fünfmal hatte er das Amt des [[Bundespräsident (Schweiz)|Bundespräsidenten]] inne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biografie ==&lt;br /&gt;
=== Familie, Studium und Beruf ===&lt;br /&gt;
[[Datei:2016-Airolo-Geburtshaus-Motta.jpg|mini|Geburtshaus]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2016-Airolo-Motta-Hinweistafel.jpg|mini|Hinweistafel am Geburtshaus]]&lt;br /&gt;
Er war der Sohn des Politikers Sigismondo Motta und von Paolina Dazzoni, sein Onkel [[Giovanni Dazzoni]] war in den 1880er Jahren [[Nationalrat (Schweiz)|Nationalrat]]. Der Vater, ein katholisch-konservatives Mitglied des Tessiner [[Grosser Rat (Tessin)|Grossen Rates]], besass ein Hotel und war für den Posttransport zwischen [[Faido]] und dem [[Gotthardpass]] verantwortlich. Die Eröffnung des [[Gotthardtunnel]]s 1882 brachte der alteingesessenen Familie grosse finanzielle Einbussen. Ein Jahr später, nach dem Tod des Vaters, war Motta Halbwaise. Er besuchte die Schulen in Airolo und [[Bellinzona]]. Die gymnasiale Ausbildung erhielt er zunächst am [[Collegio Papio]] in [[Ascona]] und ab 1887 am [[Kollegium St. Michael]] in [[Freiburg im Üechtland|Fribourg]], die er 1889 mit der [[Matura]] abschloss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;motta257&amp;quot;&amp;gt;Cerutti: &amp;#039;&amp;#039;Das Bundesratslexikon.&amp;#039;&amp;#039; S. 257.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der im selben Jahr eröffneten [[Universität Freiburg (Schweiz)|Universität Fribourg]] begann Motta das Studium der [[Rechtswissenschaft]]. Dieses setzte er an der [[Ludwig-Maximilians-Universität München|Ludwig-Maximilians-Universität]] in [[München]] fort und schloss es an der [[Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg|Ruprecht-Karls-Universität]] in [[Heidelberg]] mit der Auszeichnung «[[Dissertation#Bewertungsstufen einer Dissertation|summa cum laude]]» ab. In zwei Sektionen des [[Schweizerischer Studentenverein|Studentenvereins]] war er Mitglied. 1885 liess sich Motta wieder in Airolo nieder und war dort bis 1912 als [[Anwaltschaft in der Schweiz|Rechtsanwalt]] und [[Notar]] tätig. Er war Rechtsberater mehrerer Unternehmen, wobei er besonders enge Beziehungen zur [[Motor-Columbus]] hatte. 1899 heiratete er Agostina Andreazzi aus [[Dongio]]; das Paar hatte zusammen zehn Kinder.&amp;lt;ref name=&amp;quot;motta257&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kantons- und Bundespolitik ===&lt;br /&gt;
Mottas politische Karriere begann 1895 mit der Wahl in den [[Grosser Rat (Tessin)|Grossen Rat]] des [[Kanton Tessin|Kantons Tessin]]. Bald gehörte er zu den Führungspersönlichkeiten der Katholisch-Konservativen. Er strebte eine Modernisierung der Partei an, wozu seiner Meinung nach die sehr engen Bindungen zur [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] gelockert werden mussten. Zusätzlich zu seinem Grossratsmandat kandidierte er bei den [[Schweizer Parlamentswahlen 1899|Parlamentswahlen 1899]] im [[Nationalratswahlkreis Tessin-Nord|Wahlkreis Tessin-Nord]] und schaffte die Wahl in den [[Nationalrat (Schweiz)|Nationalrat]]. Eines seiner Hauptanliegen im Bundesparlament war die Ausweitung des Asylrechts auf Personen, die von der Einschränkung ihrer [[Meinungsfreiheit]] betroffen waren. Er setzte sich darüber hinaus für das [[Verhältniswahl|Proporzwahlrecht]] ein, das er als natürliche Weiterentwicklung der Demokratie betrachtete. Hingegen war er gegen das Vorhaben, [[Primarschule]]n mit Bundessubventionen zu unterstützen, da dies die Souveränität der Kantone einschränke.&amp;lt;ref name=&amp;quot;motta257&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1908 war Motta erstmals als Kandidat für den [[Bundesrat (Schweiz)|Bundesrat]] vorgesehen, als Nachfolger von [[Josef Zemp]]. Die Wahl fiel damals auf [[Josef Anton Schobinger]], der jedoch bereits drei Jahre später verstarb. Verschiedene Zeitungen schlugen Motta vor, da mit ihm in der Landesregierung die latenten Spannungen zwischen dem Tessin und dem Bund abgebaut werden könnten. Aufgrund des aufkommenden [[Irredentismus]], der unter anderem durch die Kulturzeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Adula (Zeitschrift)|L’Adula]]&amp;#039;&amp;#039; propagiert wurde, befürchteten weite Kreise in der Deutschschweiz, das Tessin könnte sich [[Königreich Italien (1861–1946)|Italien]] zuwenden. Bei der Bundesratswahl am 14.&amp;amp;nbsp;Dezember 1911 erhielt Motta im ersten Wahlgang 184 von 199 gültigen Stimmen; auf weitere Personen entfielen 15 Stimmen. Erstmals stellten die sprachlichen Minderheiten drei Vertreter in der Regierung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;motta258&amp;quot;&amp;gt;Cerutti: &amp;#039;&amp;#039;Das Bundesratslexikon.&amp;#039;&amp;#039; S. 258.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bundesrat ===&lt;br /&gt;
==== Finanzminister ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Schweizerische Eidgenossenschaft 1915.jpg|mini|Obligation der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 30. September 1915 mit Unterschrift von Giuseppe Motta als Chef des Finanzdepartements.]]&lt;br /&gt;
Motta übernahm am 1. Januar 1912 den Vorsitz des [[Eidgenössisches Finanzdepartement|Finanz- und Zolldepartements]]. Bereits in seinem ersten Amtsjahr schlug er ein Tabakmonopol vor, um dem Bund zusätzliche Einnahmen zu sichern. Eine besondere Herausforderung stellte im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] die äusserst kostspielige [[Mobilmachung]] der Armee dar. Die zusätzlich anfallenden Kosten konnten nur teilweise durch [[Anleihe]]n gedeckt werden, sodass der Bundesrat neue Steuern einführen musste. Dazu gehörten eine progressive Kriegssteuer im Jahr 1915, ein Jahr später eine Kriegsgewinnsteuer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;motta258&amp;quot; /&amp;gt; Schliesslich kam die [[Bundesgesetz über die Stempelabgaben|Stempelabgabe]] hinzu, nachdem das entsprechende Bundesgesetz in der Volksabstimmung vom 13.&amp;amp;nbsp;Mai 1917 knapp mit 53,2 % Ja-Stimmen angenommen worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.admin.ch/ch/d/pore/va/19170513/index.html |titel=Volksabstimmung vom 13. Mai 1917 |hrsg=[[admin.ch]] |datum=2013-08-20 |abruf=2013-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Motta bekämpfte vehement eine [[Volksinitiative (Schweiz)|Volksinitiative]] der [[Sozialdemokratische Partei der Schweiz|Sozialdemokraten]] zur Einführung der [[Direkte Bundessteuer|direkten Bundessteuer]]. Nachdem diese am 2.&amp;amp;nbsp;Juni 1918 mit 54,1 % Nein abgelehnt worden war&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.admin.ch/ch/d/pore/va/19180602/index.html |titel=Volksabstimmung vom 2. Juni 1918 |hrsg=[[admin.ch]] |datum=2013-08-20 |abruf=2013-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, sah er sich jedoch 1919 angesichts der Nachkriegs-Wirtschaftskrise gezwungen, eine zweite ausserordentliche Kriegssteuer einzuführen, die bis 1932 erhoben wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;motta258&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Aussenminister ====&lt;br /&gt;
Zu Beginn des Jahres 1920 wechselte Motta ins [[Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Politische Departement]]. Nachdem er bereits 1915 [[Bundespräsident (Schweiz)|Bundespräsident]] gewesen war, stand er der Landesregierung auch in den Jahren 1920, 1927, 1932 und 1937 vor. In den ersten Monaten als Aussenminister engagierte er sich zusammen mit [[Felix Calonder]] für den Beitritt der Schweiz zum [[Völkerbund]]. Es rang dem Völkerbundsrat eine wichtige Konzession ab: Dieser erklärte am 13.&amp;amp;nbsp;Februar 1920 die [[Neutralität der Schweiz]] als vereinbar mit der Charta des Völkerbundes. Zwar musste sich die Schweiz an wirtschaftlichen Sanktionen beteiligen, nicht jedoch an militärischen. Motta gelang es ausserdem, die skeptische Katholisch-Konservative Partei auf seine Seite zu ziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Cerutti: &amp;#039;&amp;#039;Das Bundesratslexikon.&amp;#039;&amp;#039; S. 259–260.&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Beitritt zum Völkerbund nahmen die Stimmbürger am 16.&amp;amp;nbsp;Mai 1920 mit 56,3 % Ja an, wobei das [[Volksmehr und Ständemehr|Ständemehr]] nur knapp zugunsten des entsprechenden [[Bundesbeschluss]]es ausfiel.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.admin.ch/ch/d/pore/va/19200516/index.html |titel=Volksabstimmung vom 16. Mai 1920 |hrsg=[[admin.ch]] |datum=2013-08-20 |abruf=2013-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen Monat später erhielt Motta die Erlaubnis, die 1873 während des [[Kulturkampf in der Schweiz|Kulturkampfes]] aufgehobene [[Apostolische Nuntiatur]] wieder zu errichten – dies galt allgemein als Gegenleistung für die Zustimmung der Katholiken zum Völkerbundsbeitritt. 1924/25 war Motta Präsident der Völkerbundversammlung und sprach sich für die Aufnahme des [[Weimarer Republik|Deutschen Reichs]] in die Organisation aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Cerutti: &amp;#039;&amp;#039;Das Bundesratslexikon.&amp;#039;&amp;#039; S. 260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Motta strebte danach, aus wirtschaftlichen Gründen die Regierung der [[Sowjetunion]] de facto anzuerkennen, doch die [[Conradi-Affäre]] machte diese Bemühungen zunichte. Der exilierte Russlandschweizer Moritz Conradi hatte im Mai 1923 in [[Lausanne]] den Diplomaten [[Wazlaw Wazlawowitsch Worowski|Wazlaw Worowski]] erschossen. Als der Bundesrat darauf verzichtete zu kondolieren, brach die Sowjetunion sämtliche Kontakte ab. Conradi wurde von einem Geschworenengericht freigesprochen, woraufhin die Sowjetunion keine Gesandten mehr an internationale Konferenzen in der Schweiz schickte. Versuche zur Wiederherstellung der Beziehungen scheiterten mehrere Jahre lang am Widerstand [[Antikommunismus|antikommunistischer]] Kreise. 1927 wurden die gegenseitigen Blockademassnahmen aufgehoben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{HLS|3376|Russland|Autor=Klaus Ammann}} (Kapitel «Die UdSSR (1918–1991)»).&amp;lt;/ref&amp;gt; Motta war ein entschiedener Gegner des [[Stalinismus]]. Auf Druck der Öffentlichkeit setzte er 1934 durch, dass die Schweiz als einer von wenigen Staaten gegen die Aufnahme der von [[Josef Stalin]] beherrschten Sowjetunion in den Völkerbund stimmte. Zudem stellte sich der Bundesrat während des [[Spanischer Bürgerkrieg|Spanischen Bürgerkriegs]] in neutralitätspolitisch umstrittener Weise auf die Seite von [[Francisco Franco|Francos]] faschistischen Truppen. Dafür ausschlaggebend war für Motta vor allem die direkte Beteiligung sowjetischer Kämpfer auf Seiten der Republikaner. Franco war mit dem Versprechen zum Aufstand angetreten, die katholische Kirche vor den Übergriffen des [[Atheismus|atheistischen]] Stalinismus zu erretten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Dietrich Dreyer |Titel=Schweizer Kreuz und Sowjetstern |Verlag=Verlag Neue Zürcher Zeitung |Ort=Zürich |Datum=1989 |ISBN=3-85823-238-6}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Giuseppe Motta Staatsarchiv Bern FN Jost P 368.jpg|mini|Giuseppe Motta (ca. 1930)]]&lt;br /&gt;
Besondere Aufmerksamkeit widmete Motta den diplomatischen Beziehungen zu Italien, da er als Tessiner starke kulturelle Bindungen zum südlichen Nachbarland hatte. Nach der [[Marsch auf Rom|Machtübernahme]] der [[Italienischer Faschismus|Faschisten]] im Jahr 1922 mehrten sich in der Schweiz Auseinandersetzungen zwischen antifaschistischen Flüchtlingen und faschistischen Agitatoren. Doch auch die zunehmenden irredentistischen Bestrebungen faschistischer Organisationen trübten die zwischenstaatlichen Beziehungen grundsätzlich nicht. Die Schweizer Behörden verwiesen mehrere antifaschistische Aktivisten des Landes, darunter [[Randolfo Pacciardi]] (1929) und [[Palmiro Togliatti]] (1933). Als [[Cesare Rossi (Politiker)|Cesare Rossi]], der geflüchtete Pressechef von [[Benito Mussolini]], 1928 nahe der Enklave [[Campione d’Italia]] entführt wurde, verzichtete der Bundesrat auf jegliche Proteste. Während des [[Abessinienkrieg]]s von 1935/36 stellte Motta die Neutralität und die Handelsinteressen der Schweiz über die Beschlüsse des Völkerbundes und beschränkte sich bei den Sanktionen weitgehend auf symbolische Massnahmen. Auf seine Anregung war die Schweiz der erste neutrale Staat, der die Annexion Äthiopiens durch Italien rechtlich anerkannte. Schliesslich erreichte er 1938, dass die Schweiz von jeglicher Sanktionsverpflichtung befreit wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{HLS|3359|Italien|Autor=Mauro Cerutti}} (Kapitel «Von der faschistischen Machtergreifung zum 2. Weltkrieg»).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Cerutti: &amp;#039;&amp;#039;Das Bundesratslexikon.&amp;#039;&amp;#039; S. 261.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftliche Beziehungen prägten das Verhältnis zum [[Nationalsozialismus|nationalsozialistisch]] beherrschten Deutschen Reich, mehr als bei allen anderen Staaten, wobei vor allem die umfangreichen Investitionen der Schweizer Wirtschaft eine Rolle spielten. Motta strebte nach einer offiziellen Anerkennung der Neutralität und unterstützte auch private Initiativen in dieser Sache. Dazu gehört beispielsweise der Besuch des früheren Bundesrates [[Edmund Schulthess]] beim deutschen Reichskanzler [[Adolf Hitler]] im Februar 1937. Verschiedene Zwischenfälle trübten die Beziehungen, darunter 1935 die Entführung des deutschen Emigranten [[Berthold Jacob]] durch die [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] in [[Basel]] oder 1936 die Ermordung von [[Wilhelm Gustloff]] in [[Davos]]. 1938 bezog Motta Stellung gegen Auswüchse der nationalsozialistischen Presse. Diese hatte der öffentlichen Meinung in der Schweiz eine Art «totalitäre Neutralität» aufzwingen wollen.&amp;lt;ref&amp;gt;Cerutti: &amp;#039;&amp;#039;Das Bundesratslexikon.&amp;#039;&amp;#039; S. 261–262.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Abessinienkrieg]] hatte Motta die Wirkungslosigkeit des Völkerbundes aufgezeigt, umso mehr als [[Japanisches Kaiserreich|Japan]], das Deutsche Reich und Italien aus der Organisation austraten. Nach dem [[Anschluss Österreichs]] unterstützte er die Proklamation des Bundesrates und der Fraktionen betreffend die Neutralität der Schweiz.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Bundesrat (Schweiz)]] |url=https://www.fonoteca.ch/catalog/DAT2444 |titel=Proklamation des Bundesrates und der Fraktionen betreffend die Neutralität |hrsg=[[Schweizerische Nationalphonothek]] |datum=1938-03-21 |abruf=2019-10-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/20032485.pdf?ID=20032485 |titel=Proklamation des Bundesrates und der Fraktionen betreffend die Neutralität |werk=Stenographisches Bulletin der Bundesversammlung |hrsg=Nationalrat (Schweiz) |datum=1938-03-21 |format=PDF |abruf=2019-10-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Motta erwirkte im Mai 1938 eine Völkerbundsresolution, die der Schweiz eine «integrale Neutralität» zubilligte. Zwar blieb die Schweiz formell Mitglied, war aber an keinerlei Sanktionen mehr gebunden und geriet dadurch in eine völlige aussenpolitische Isolation. Im März 1939 erlitt Motta eine Gehirnblutung, im November 1939 einen weiteren [[Schlaganfall]], woraufhin sein linkes Bein von einer Lähmung betroffen war. Am 23.&amp;amp;nbsp;Januar 1940 verstarb er nach einem weiteren Schlaganfall in seiner Berner Wohnung im Alter von 68 Jahren.&amp;lt;ref&amp;gt;Cerutti: &amp;#039;&amp;#039;Das Bundesratslexikon.&amp;#039;&amp;#039; S. 262.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denkmal ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Monumento Motta (37545).jpg|mini|Das [[Giuseppe-Motta-Denkmal]] vor dem [[Bahnhof Bellinzona]] (2025)]]&lt;br /&gt;
Bereits 1941 konstituierte der Verein «Pro Ticino» ein Komitee zur Errichtung eines Denkmals für Motta, das vor dem [[Bundeshaus (Bern)|Bundeshaus]] zu stehen kommen sollte. Präsident war Mottas Nachfolger [[Enrico Celio]]. Diverse Kontroversen verunmöglichten eine Platzierung in der Bundesstadt. Das [[Giuseppe-Motta-Denkmal]] des Tessiner Künstlers [[Remo Rossi]] konnte somit erst am 15. September 1957 auf dem Bahnhofplatz von [[Bellinzona]] eingeweiht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Testimonia Temporum. Discorsi e scritti scelti.&amp;#039;&amp;#039; Band I (1911–1931), II (1932–1936), III (1936–1940), Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona 1931, 1936, 1941.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Associazione ticinese in Berna (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;La prima elezione di un cittadino ticinese a Presidente della Confederazione Svizzera, richiami e documenti,&amp;#039;&amp;#039; Tipografia Traversa, Lugano 1915.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Mauro Cerutti&lt;br /&gt;
   |Hrsg=[[Urs Altermatt]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Giuseppe Motta&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Das Bundesratslexikon&lt;br /&gt;
   |Verlag=[[NZZ Libro]]&lt;br /&gt;
   |Ort=Zürich&lt;br /&gt;
   |Datum=2019&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-03810-218-2&lt;br /&gt;
   |Seiten=257–263}}&lt;br /&gt;
* {{HLS|3524|Giuseppe Motta|Autor=Mauro Cerutti|Datum=2010-03-25|Abruf=2019-12-11}}&lt;br /&gt;
* Aymon De Mestral: &amp;#039;&amp;#039;Le Président Motta.&amp;#039;&amp;#039; Payot, Lausanne 1941.&lt;br /&gt;
* Federazione Docenti Ticinesi (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Nel decennio della morte.&amp;#039;&amp;#039; numero unico commemorativo, La Buona Stampa, Lugano 1950.&lt;br /&gt;
* Enrico Celio: &amp;#039;&amp;#039;Un esempio di vita: Giuseppe Motta.&amp;#039;&amp;#039; Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona 1957.&lt;br /&gt;
* Roberto Forni: &amp;#039;&amp;#039;Giuseppe Motta.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Alberto Lepori]], Fabrizio Panzera (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Uomini nostri. Trenta biografie di uomini politici.&amp;#039;&amp;#039; Armando Dadò Editore, Locarno 1989, S.&amp;amp;nbsp;23, 75–82.&lt;br /&gt;
* Andrea Ghiringhelli: &amp;#039;&amp;#039;Il Ticino della transizione 1889–1922.&amp;#039;&amp;#039; Armando Dadò Editore, Locarno 1988, S.&amp;amp;nbsp;85, 86, 107, 108, 109, 112, 113, 114, 116, 137, 143 nota 31, 144 n. 56/57/61, 154, 157, 158, 160, 162, 164, 168, 170, 171, 172, 174, 177, 178, 179, 180, 181, 183, 184, 185, 187, 189, 190, 191, 199, 205, 209, 210, 218, 224, 225, 226, 229 n. 35/37/38/41, 230 n. 66, 231, n. 71/94, 232 n. 101, 233 n. 137, 238 n. 248/260, 255, 301.&lt;br /&gt;
* [[Celestino Trezzini]]: &amp;#039;&amp;#039;Giuseppe Motta.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz]].&amp;#039;&amp;#039; Band 5: &amp;#039;&amp;#039;Monopole – Neuenkirch.&amp;#039;&amp;#039; Paul Attinger, Neuenburg 1929, S.&amp;amp;nbsp;174; (PDF [https://biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz/Monopole_Neuenkirch_146_300.pdf Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* Bénédict de Tscharner: &amp;#039;&amp;#039;Giuseppe Motta Schweizer Staatsmann (1871–1940).&amp;#039;&amp;#039; Editions de Penthes, Pregny-Chambésy, 2007.&lt;br /&gt;
* Verschiedene Autoren: &amp;#039;&amp;#039;Giuseppe Motta. Vita e opere (1871–1940).&amp;#039;&amp;#039; Elvetica, Chiasso 1971.&lt;br /&gt;
* Jean Rudolf von Salis: &amp;#039;&amp;#039;Giuseppe Motta.&amp;#039;&amp;#039; Orell-Füssli, Zürich 1941.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Paul Widmer&lt;br /&gt;
   |Titel=Schweizer Aussenpolitik und Diplomatie von Pictet de Rochemont bis Edouard Brunner&lt;br /&gt;
   |Verlag=NZZ Libro&lt;br /&gt;
   |Ort=Zürich&lt;br /&gt;
   |Datum=2014&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-03823-632-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{NDB|18|225|226|Motta, Giuseppe|Mauro Cerutti|116941839}}&lt;br /&gt;
* {{Dodis|P729}}&lt;br /&gt;
* {{BAR-CH|4139}}&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/012548}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |url=https://www.admin.ch/de/mitglieder-des-bundesrates/?person=giuseppe-motta&lt;br /&gt;
   |titel=Giuseppe Motta auf derm Portal der Schweizer Regierung&lt;br /&gt;
   |hrsg=Bundeskanzlei&lt;br /&gt;
   |abruf=2025-01-21|abruf-verborgen=ja}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |url=https://www.parlament.ch/de/biografie/giuseppe-motta/2767&lt;br /&gt;
   |titel=Giuseppe Motta auf dem Portal des Schweizer Parlamentes&lt;br /&gt;
   |hrsg=Parlamentsdienste Ressort Digitale Dienstleistungen&lt;br /&gt;
   |abruf=2025-01-21|abruf-verborgen=ja}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |url=https://fondazionegiuseppemotta.ch/de/&lt;br /&gt;
   |titel=Giuseppe Motta und die Stiftung&lt;br /&gt;
   |hrsg=Fondazione Giuseppe Motta&lt;br /&gt;
   |abruf=2025-01-21|abruf-verborgen=ja}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste|VORGÄNGER=[[Josef Anton Schobinger]]|NACHFOLGER=[[Enrico Celio]]|AMT=[[Liste der Mitglieder des Schweizerischen Bundesrates|Mitglied im Schweizer Bundesrat]]|ZEIT=1912–1940}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Schweizer Finanzminister&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Vorsteher/in des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Präsidenten der Völkerbundversammlung&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=116941839|LCCN=n2001037641|VIAF=34449451}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Motta, Giuseppe}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bundespräsident (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorsteher des Eidgenössischen Finanzdepartements]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nationalrat (Tessin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grossrat (Tessin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:CVP-Mitglied (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsanwalt (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Völkerbund)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korporierter im Schweizerischen Studentenverein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Airolo)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Bern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1871]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1940]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Motta, Giuseppe&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Schweizer Politiker (CVP)&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=29. Dezember 1871&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Airolo]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=23. Januar 1940&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bern]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;KurtR</name></author>
	</entry>
</feed>