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	<title>Giovanni De Lorenzo - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Vfballer am 22. Oktober 2023 um 22:49 Uhr</title>
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		<updated>2023-10-22T22:49:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|befasst sich mit dem Carabinieri-General &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Giovanni De Lorenzo&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Zum italienischen Fußballspieler siehe [[Giovanni Di Lorenzo]], zum deutsch-italienischen Journalisten und Autor siehe [[Giovanni di Lorenzo]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Giovanni De Lorenzo.jpg|mini|hochkant|Giovanni De Lorenzo als Stabschef des italienischen Heeres (ca. 1965)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Giovanni De Lorenzo&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[29. November]] [[1907]] in [[Vizzini]]; † [[26. April]] [[1973]] ebenda) war ein [[Offizier]] des [[Esercito Italiano|italienischen Heeres]]. Als [[General]] stand er von 1955 bis 1962 an der Spitze des [[Nachrichtendienst|Geheimdienst]]es [[Servizio Informazioni Forze Armate]] (SIFAR), später leitete er als General die [[Carabinieri]]-Truppe und wurde schließlich Stabschef des italienischen Heeres. Die letzten Jahre seines Lebens war er Parlamentsabgeordneter für die extreme Rechte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Karriere ==&lt;br /&gt;
De Lorenzo stammte aus Sizilien und war der Sohn eines Artillerieoffiziers. Er studierte in [[Genua]] [[Schiffbau]], schlug die gleiche Laufbahn wie sein Vater ein und diente im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] als Oberstleutnant im [[Corpo di spedizione italiano in Russia|Italienischen Expeditionskorps in Russland]]. Nach dem Sturz [[Benito Mussolini|Mussolinis]] im September 1943 schloss er sich den Partisanen an und wurde für den nun auf Seiten des [[Comitato di Liberazione Nazionale]] und damit der Alliierten eingesetzten [[Servizio Informazioni Militare]] (SIM) tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ginsborg_276&amp;quot;&amp;gt;Paul Ginsborg: &amp;#039;&amp;#039;A History of Contemporary Italy. Society and Politics, 1943-1988.&amp;#039;&amp;#039; Palgrave Macmillan, New York/Basingstoke (Hampshire) 2003, S. 276.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kommandant des SIFAR ===&lt;br /&gt;
De Lorenzo wurde 1955 auch dank der Empfehlung der damaligen [[Vereinigte Staaten|US]]-[[Botschafter]]in in [[Italien]], [[Clare Boothe Luce]], Chef des SIFAR.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dario Azzellini|Dario N. Azzellini]]: &amp;#039;&amp;#039;Gladio in Italien.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Gladio: Die geheime Terrororganisation der Nato.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1997, S. 23–47, auf S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter De Lorenzo beteiligte sich der SIFAR am US-Projekt „[[Demagnetize]]“, das „mit allen Mitteln“ eine [[Kommunismus|kommunistische]] Machtübernahme in Italien und [[Frankreich]] verhindern sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Rodney Carlisle (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Encyclopedia of Intelligence and Counterintelligence.&amp;#039;&amp;#039; M.E. Sharpe, 2005, Eintrag &amp;#039;&amp;#039;Italy&amp;#039;&amp;#039;, bearbeitet von Luca Prono, S. 336.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der SIFAR legte auf Anordnung De Lorenzos ab 1959 [[Dossier]]s &amp;#039;&amp;#039;(fascicoli)&amp;#039;&amp;#039; über insgesamt 157.000 Menschen an, darunter zum größten Teil unbescholtene Bürger und Politiker. Er sammelte selbst Details über das Privatleben von moderaten Politikern wie des Vorsitzenden der [[Partito Socialista Democratico Italiano|Sozialdemokraten]] und späteren Staatspräsidenten [[Giuseppe Saragat]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ginsborg_276&amp;quot;/&amp;gt; Diese Dossiers wurden u.&amp;amp;nbsp;a. als Druck- und [[Erpressung]]smittel eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generalkommandeur der Carabinieri – &amp;#039;&amp;#039;Piano Solo&amp;#039;&amp;#039; ===&lt;br /&gt;
Auch nach seiner Ablösung als SIFAR-Chef und seiner Ernennung zum Generalkommandeur der [[Carabinieri]] im Jahr 1962 behielt De Lorenzo nennenswerten Einfluss auf den Militärgeheimdienst, weil alle wichtigen Positionen dort ebenfalls mit Carabinieri besetzt waren, also weiterhin ihm unterstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexandra Locher: &amp;#039;&amp;#039;Bleierne Jahre. Linksterrorismus in medialen Aushandlungsprozessen in Italien, 1970–1982.&amp;#039;&amp;#039; Lit Verlag, Wien/Zürich 2013, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter seiner Führung wurde die paramilitärische Polizei des [[Verteidigungsministerium (Italien)|Verteidigungsministeriums]] modernisiert und aufgerüstet. Sie bekam unter anderem amerikanische Kampfpanzer des Typs [[M47 (Kampfpanzer)|M47]] und gepanzerte Mannschaftstransporter [[M113]]. In den Worten des einstigen Widerstandskämpfers und kurzzeitigen Ministerpräsidenten [[Ferruccio Parri]] (PSI) schuf sich De Lorenzo „seine eigene kleine Privatarmee, die dem Rest der Streitkräfte in Disziplin und Effizienz überlegen war.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ginsborg_276&amp;quot;/&amp;gt; Auf den Bombenterror des [[Befreiungsausschuss Südtirol|Befreiungsausschusses Südtirol]] wollte De Lorenzo mit brutalen Gegenmaßnahmen reagieren. Den Aufzeichnungen des Carabinieri-Generals Giorgio Manes zufolge, stimmte er mit Oberst Francesco Marasco überein, dass für jeden getöteten Italiener fünf Südtiroler erschossen werden sollten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans Karl Peterlini]]: &amp;#039;&amp;#039;Südtiroler Bombenjahre. Von Blut und Tränen zum Happy End?&amp;#039;&amp;#039; Raetia, Bozen 2005, S. 282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der langwierigen Koalitionsverhandlungen zwischen der [[Democrazia Cristiana]] (DC) unter [[Aldo Moro]] und dem [[Partito Socialista Italiano]] (PSI) im Juli 1964 rief der Staatspräsident [[Antonio Segni]], der dem rechten DC-Flügel angehörte und eine Mitte-links-Regierung ablehnte, De Lorenzo zu sich, der anschließend einen Putschplan &amp;#039;&amp;#039;(Piano Solo)&amp;#039;&amp;#039; ausarbeitete. Diesem zufolge sollten die Carabinieri allein (italienisch &amp;#039;&amp;#039;solo&amp;#039;&amp;#039;, also ohne den Rest der Streitkräfte oder die normale Polizei) im Falle von Aufständen Regierungsgebäude, Zentren des öffentlichen Lebens, Telefon- und Telegrafenzentralen, Redaktionen und Rundfunkstationen sowie Parteibüros besetzen. Personen, die angeblich eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellten, sollten sie verhaften. Die konkreten Namenslisten, wer damit gemeint war, wurden nie publik, aber es ist anzunehmen, dass es sich um Kommunisten, Sozialisten und Gewerkschafter handelte. Ob dies wirklich nur &amp;#039;&amp;#039;defensiv&amp;#039;&amp;#039; – also als Reaktion auf ausbrechende Aufstände – oder auch schon &amp;#039;&amp;#039;präventiv&amp;#039;&amp;#039;, zur Verhinderung des Erstarkens linker Kräfte, umgesetzt werden sollte&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ginsborg_276f&amp;quot;&amp;gt;Ginsborg: &amp;#039;&amp;#039;A History of Contemporary Italy.&amp;#039;&amp;#039; 2003, S. 276–277.&amp;lt;/ref&amp;gt; und ob Segni und De Lorenzo den Putschplan überhaupt ernst meinten oder nur mit Gerüchten, dass ein solcher Plan existierte, Einfluss auf die Regierungsbildung nehmen wollten, konnte nie geklärt werden. Jedenfalls trat die PSI dann zügig in die Regierung ein und verzichtete auf einige ihrer Forderungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof_29f&amp;quot;&amp;gt;Tobias Hof: &amp;#039;&amp;#039;Staat und Terrorismus in Italien 1969–1982.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 2011, S. 29–30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1965 wurde De Lorenzo zum Chef des Generalstabs des [[Esercito Italiano|Italienischen Heeres]] befördert. Nachdem die Existenz der geheimen SIFAR-Dossiers publik geworden war, wurde er im April 1967 in den Ruhestand versetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== De-Lorenzo-Affäre ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Giovanni de Lorenzo.jpg|mini|hochkant|De Lorenzo als Abgeordneter (ca. 1968)]]&lt;br /&gt;
De Lorenzos Putschpläne wurden im Mai 1967 – kurz nachdem in Griechenland das [[Griechische Militärdiktatur|Obristenregime]] auf ganz ähnliche Weise die Macht übernommen hatte („Prometheus-Plan“) – von der linken Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[L’Espresso]]&amp;#039;&amp;#039; publiziert, was die sogenannte „De-Lorenzo-Affäre“ auslöste. Im März 1969 wurde eine [[Untersuchungsausschuss|parlamentarische Untersuchungskommission]] eingesetzt, um die Vorgänge aufzuklären. Die Mehrheit ihrer Mitglieder kam zu dem Schluss, dass De Lorenzos Plan rein defensiv intendiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ginsborg_276f&amp;quot;/&amp;gt; und eine erfolgreiche Umsetzung nicht wahrscheinlich gewesen wäre. Selbst der Vorsitzende der Sozialisten, [[Pietro Nenni]], zweifelte an der Ernsthaftigkeit des Putschplans. Dennoch führte die „De-Lorenzo-Affäre“ zu einem Vertrauensverlust der Bevölkerung in Politiker und Sicherheitsorgane.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hof_29f&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--&lt;br /&gt;
Der Schweizer Historiker [[Daniele Ganser]] behauptete 2005 eine Beteiligung der 1990 enttarnten Geheimorganisation [[Gladio]] an De Lorenzos Putschplan von 1964. Der Politikwissenschaftler [[Leopoldo Nuti]] wies diese These 2007 als unbelegt zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;Leopoldo Nuti: &amp;#039;&amp;#039;The Italian ‚Stay-Behind‘ network – The origins of operation ‚Gladio‘&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Strategic Studis&amp;#039;&amp;#039;. 30, Nr. 6, 2007, S. 955–980, hier S. 973. [[doi:10.1080/01402390701676501]].&amp;lt;/ref&amp;gt;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abgeordneter ===&lt;br /&gt;
1968 wurde De Lorenzo für die monarchistische [[Partito Democratico Italiano di Unità Monarchica]] (PDIUM) ins Parlament gewählt. Diese schloss sich 1972 mit dem neofaschistischen [[Movimento Sociale Italiano]] (MSI) zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Petra Terhoeven]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutscher Herbst in Europa. Der Linksterrorismus der siebziger Jahre als transnationales Phänomen.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 2014, ISBN 978-3-11-048490-8, S. 90.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im gleichen Jahr wurde Lorenzo für eine weitere Legislaturperiode gewählt, starb jedoch bereits ein Jahr später.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119406519|LCCN=nr/96/17210|VIAF=821133}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:De Lorenzo, Giovanni}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Generalleutnant (Republik Italien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nachrichtendienstliche Person (Italien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nachrichtendienstliche Person im Zweiten Weltkrieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italiener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1907]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1973]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=De Lorenzo, Giovanni&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=italienischer Offizier und Politiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=29. November 1907&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Vizzini]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=26. April 1973&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Vizzini]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Vfballer</name></author>
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