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	<title>Gilbert von Poitiers - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T06:49:40Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gilbert_von_Poitiers&amp;diff=298091&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Justitia25: /* id quod - id quo */ In einem neuen Kapitel sollte der Name vielleicht besser wieder aufgenommen  werden und die Person nicht unpersönlich bleiben</title>
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		<updated>2025-07-22T11:13:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;id quod - id quo: &lt;/span&gt; In einem neuen Kapitel sollte der Name vielleicht besser wieder aufgenommen  werden und die Person nicht unpersönlich bleiben&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Gilbert de la Porrée.jpg|mini|Gilbert de la Porrée]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gilbert von Poitiers&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gilbert de la Porrée&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Gilbert Porreta&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Gilbertus Porretanus&amp;#039;&amp;#039; (* ~1080; † [[1155]]), war ein französischer [[Scholastik|scholastischer]] [[Philosoph]] und [[Theologe]]. Er wurde im Jahre 1142 [[Bischof]] von [[Poitiers]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Der Schüler [[Bernhard von Chartres|Bernhards von Chartres]], [[Anselm von Laon|Anselms von Laon]] und Radulfs von Laon war Lehrer in [[Poitiers]], [[Chartres]] und [[Paris]] und kommentierte u.&amp;amp;nbsp;a. den [[Boethius]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war Vertreter des [[Realismus (Philosophie)|Realismus]] im [[Universalienproblem|Universalienstreit]]. Gilbert unterschied wohl als erster [[Individualität]] (beruhend auf partieller &amp;#039;&amp;#039;Unähnlichkeit&amp;#039;&amp;#039; der Eigentümlichkeit eines Seienden mit anderen) und Singularität (allem Seienden zukommend, welche insofern &amp;#039;&amp;#039;konform&amp;#039;&amp;#039; sind). Gilbert wurde u.&amp;amp;nbsp;a. von [[Bernhard von Clairvaux]] wegen seiner sprachlogischen [[Distinktion (Logik)|Distinktion]] zwischen &amp;#039;&amp;#039;Gott&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Gottheit&amp;#039;&amp;#039; angegriffen und auf dem [[Konzil zu Reims]] 1148 angeklagt. [[Otto von Freising]] schildert ausführlich seinen Prozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gilbert war eine Leuchte seiner Zeit. Für seine Freunde und Schüler überragte der Bischof von Poitiers alle Zeitgenossen in allen Wissenschaften und verdiente einen klangvolleren Namen als selbst [[Platon|Plato]]. Für seine Bewunderer war Gilbert das gleichrangige Du der Weisheit und aus ihm schien sogar gleichsam &amp;#039;die Quelle der Philosophie&amp;#039; zu fließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== id quod - id quo ==&lt;br /&gt;
Die Hauptleistung Gilberts besteht in der Unterscheidung zwischen &amp;#039;&amp;#039;id quod&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;id quo&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wörtlich übersetzt bedeuten die beiden Ausdrücke: „das, welches ist“ und „das, wodurch es ist“. Ihre Verknüpfung wird sofort klar, wenn wir den Bezug zum Gegenpol (in Klammern) jeweils mitdenken: „id quod est (eo quo est)“ und „id, quo est (id quod est)“ Das &amp;#039;&amp;#039;quod&amp;#039;&amp;#039; ist also durch das &amp;#039;&amp;#039;quo&amp;#039;&amp;#039; und das &amp;#039;&amp;#039;quo&amp;#039;&amp;#039; ist jenes, wodurch das &amp;#039;&amp;#039;quod&amp;#039;&amp;#039; ist. Der Ursprung dieser Redeweise liegt im Platonismus, wo ja in einem wahren Sinn das Einzelne &amp;#039;&amp;#039;durch&amp;#039;&amp;#039; die Idee ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theologisch angewandt hat das Kategorienpaar quod/quo aber allen platonischen Geschmack verloren. Darum dürfen wir es frei und weiterführend mit „Wer“ und „Was“ übersetzen. &amp;#039;&amp;#039;Id quod est&amp;#039;&amp;#039; bedeutet in der Theologie immer ein Wer, eine Person; &amp;#039;&amp;#039;id quo est&amp;#039;&amp;#039; bedeutet eine Natur, einen Umstand, eine Weise zu sein, kurz: ein Was. Jedes Wer &amp;#039;&amp;#039;ist&amp;#039;&amp;#039; auf die Weise irgendeines Was, und ein Was ist nicht eigentlich selbst, sondern als Seinsweise eines Wer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweierlei leistet diese Begrifflichkeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstens verknüpft sie, als verschiedene Begriffe miteinander und durcheinander &amp;#039;&amp;#039;denkbar&amp;#039;&amp;#039;, zwei Ausdrücke (Natur und Person), welche die alte Kirche (mit einer gewissen Willkür und Zufälligkeit) mittels verschiedener Namen eines ursprünglich einzigen Begriffs (der konkreten Substanz) als dogmatische Grundkategorien geschaffen hat, ohne sie in eine verständliche Beziehung zueinander zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweitens übertrifft Gilberts Leistung alle vorherigen Versuche, Natur und Person ins Verhältnis zu setzen, dadurch, dass er die &amp;#039;&amp;#039;konkrete Substanz&amp;#039;&amp;#039; als solche zu einem Begriffspaar auseinander spreizt. Wie war es zuvor gewesen? Da bedeutete jedes Verständnis der beiden christlichen Grunddogmen (Trinität und Inkarnation) einen Verlust entweder an Konkretheit oder an Substantialität. Die Dreifaltigkeit konnte &amp;#039;&amp;#039;aufgefasst&amp;#039;&amp;#039; werden entweder als die eine Substanz mit drei (akzidentellen) Relationen (Augustinus) oder als die (allgemeine) Natur in drei konkreten Verwirklichungen (Kappadozier). Und die Einheit der Person Christi in zwei Naturen vergleicht noch Boethius ungescheut mit der Einheit eines Chores; der Unterschied zwischen Natur und Person ist für ihn der zwischen einem Allgemeinen und einem Besonderen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollte man also die Worte Natur und Person verständlich aus- und gegeneinanderhalten, so konnte nur entweder die Substanz einem [[Akzidenz (Philosophie)|Akzidens]] oder die spezifische der konkreten Substanz gegenübergestellt werden. Beide Denkmöglichkeiten sind aber natürlich (das wusste man auch damals!) auf die Dogmen nicht anwendbar. Fügte man als Selbstverständlichkeit bei, dass es in Gott keine Akzidentien gebe und Christi Menschheit ebenfalls konkret sei, so erfolgte diese Klärung nicht harmonisch, sondern gewaltsam von außen her und nahm alle Verständlichkeit, die das Schema versprochen hatte, wieder fort. So fand man sich in ausweglosen Engpässen vor, über die vor Gilberts [[Distinktion (Logik)|Distinktion]] zwar der Glaube, aber nicht das Denken hinwegkam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie allein gibt freilich noch keinerlei Antwort auf die Frage, wie sich in der Dreifaltigkeit die verschiedenen Personen und beim Gottmenschen die verschiedenen Naturen jeweils &amp;#039;&amp;#039;zueinander&amp;#039;&amp;#039; verhalten. Wohl aber hat Gilbert, und bis heute er allein, zur Mitte seines Denkens ein analog in gleicher Weise auf beide Dogmen anwendbares Begriffsschema, ohne welches diese weiteren Fragen nicht ausgewogen zu beantworten sein dürften, in welchem sie aber auch, als freilich sehr verschiedene Ausfaltungen &amp;#039;&amp;#039;einer&amp;#039;&amp;#039; Struktur, fest miteinander verbunden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um im katholisch/orthodoxen Dialog bei der Frage der [[Gregorios Palamas|göttlichen Energien]] eine Annäherung zu ermöglichen, wurde 1964 ein Rückgriff auf Gilbert als hilfreich befunden; der damals entworfene „Neu-Porretanismus“ ist inzwischen im Netz veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{BBKL | url=http://www.bautz.de/bbkl/g/gilbert_v_p.shtml|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070626200859/http://www.bautz.de/bbkl/g/gilbert_v_p.shtml |archivedate=2007-06-26 |band=2|spalten=245-246|autor=[[Friedrich Wilhelm Bautz]]|artikel=Gilbert von Poitiers}}&lt;br /&gt;
* Suitbert Gammersbach: &amp;#039;&amp;#039;Gilbert von Poitiers und seine Prozesse im Urteil der Zeitgenossen&amp;#039;&amp;#039; (Neue Münstersche Beiträge zur Geschichtsforschung 5). Münster u.&amp;amp;nbsp;a.: Böhlau 1959&lt;br /&gt;
* Nikolaus Häring: &amp;#039;&amp;#039;Gilbert Porretta.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Theologische Realenzyklopädie|&amp;#039;&amp;#039;TRE&amp;#039;&amp;#039;]] 13 (1984), S. 266–268 [http://books.google.com/books?vid=ISBN311008581X&amp;amp;id=rmQtytDZPawC&amp;amp;pg=PA266&amp;amp;lpg=PA266&amp;amp;q=Gilbert+von+Poitiers&amp;amp;vq=Gilbert+von+Poitiers&amp;amp;dq=Gilbert+von+Poitiers&amp;amp;hl=de&amp;amp;sig=lnprSr5YqPBN8W8kBYInnIa8Oes Google-Booksearch].&lt;br /&gt;
* [[Klaus Jacobi]]: &amp;#039;&amp;#039;Philosophische und theologische Weisheit. Gilbert von Poitiers Interpretation der „Regeln“ des [[Boethius]] (De hebdomadibis).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;„Scientia“ und „disciplina“: Wissenstheorie und Wissenschaftspraxis im Wandel vom 12. zum 13. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von [[Rainer Berndt]], [[Matthias Lutz-Bachmann]] und Ralf M. W. Stammberger (Erudi Sapientia. Studien zum Mittelalter und zu seiner Rezeptionsgeschichte, Bd. III) Oldenbourg Akademieverlag, Berlin 2002, ISBN 978-3-05-003696-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|11869488X}}&lt;br /&gt;
;Werke&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Scriptor:Gislebertus Porretanus|Gislebertus Porretanus|lang=la}}&lt;br /&gt;
;Sekundärliteratur&lt;br /&gt;
* [http://www-app.uni-regensburg.de/Fakultaeten/PKGG/Philosophie/Gesch_Phil/alcuin/philosopher.php?id=734 Datensatz] bei Alcuin, Regensburger Infothek der Scholastik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste|VORGÄNGER=[[Grimoard von Poitiers|Grimoard]]|AMT=[[Liste der Bischöfe von Poitiers|Bischof von Poitiers]]|ZEIT=1142–1155?|NACHFOLGER=[[Calo von Poitiers|Calo]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=11869488X|LCCN=n/80/43432|VIAF=100177951}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Gilbert #Poitiers}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (12. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Scholastiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Katholischer Theologe (12. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph des Mittelalters]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 11. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1155]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof von Poitiers]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Gilbert von Poitiers &lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Gilbert Porreta; Gilbertus Porretanus; Gilbert de la Porrée&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=scholastischer Philosoph und Theologe&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=um 1080&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=1155&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Justitia25</name></author>
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