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	<title>Ghetto Vilnius - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;5glogger: Link: Ghetto in der Zeit des NS</title>
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		<updated>2026-01-06T09:39:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link: Ghetto in der Zeit des NS&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei: Vilna1.jpg|mini |hochkant=1.2|Straßenszene im Ghetto Vilnius]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Zemaitijos str.jpg|mini |hochkant=1.2|Heutige Straße im früheren Ghetto Vilnius]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ghetto Vilnius&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ghetto Wilna&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, war ein [[Ghetto in der Zeit des Nationalsozialismus|nationalsozialistisches Ghetto]] in der [[Altstadt Vilnius|Altstadt]] der [[Litauen|litauischen]] Hauptstadt [[Vilnius]] (deutsch Wilna), in das die deutschen Besatzer die jüdische Bevölkerung sperrten. Das &amp;#039;&amp;#039;Ghetto&amp;#039;&amp;#039; bestand aus zwei Teilen, dem Großen und dem Kleinen Ghetto, die durch die [[Vokiečių gatvė|Niemiecka Straße]] ([[Jiddisch|jidd.]] &amp;#039;&amp;#039;Deitsche Straße&amp;#039;&amp;#039;, lit. heute &amp;#039;&amp;#039;Vokiečių gatvė&amp;#039;&amp;#039;) getrennt waren. Der Anteil der jüdischen Bevölkerung in Vilnius, das als das &amp;#039;&amp;#039;Jerusalem des Ostens&amp;#039;&amp;#039; galt,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Matthias Kolb |url=https://www.deutschlandfunkkultur.de/das-einstige-jerusalem-des-ostens-100.html |titel=Das einstige Jerusalem des Ostens. Vilnius ist dieses Jahr Europäische Kulturhauptstadt|abruf=2023-11-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrug 1931 28 Prozent bzw. 55.000 Personen. Die meisten von ihnen wurden ermordet,&amp;lt;ref&amp;gt;Virginija Rudiene, Vilma Juozeviciute: &amp;#039;&amp;#039;The Museum of Genocide Victims.&amp;#039;&amp;#039; Vilnius o.&amp;amp;nbsp;J., ISBN 9986-757-72-X (Museumsbroschüre, engl.), S. 79.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum großen Teil im [[Massaker von Ponary]] in [[Aukštieji Paneriai|Ponar]], heute ein Vorort der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Errichtung des Ghettos ==&lt;br /&gt;
Die Truppen der deutschen [[Wehrmacht]] erreichten schon eine Woche nach dem [[Unternehmen Barbarossa|Angriff auf die Sowjetunion]]  am 22. Juni 1941 Vilnius. Nur sehr wenige Juden konnten rechtzeitig ins Landesinnere flüchten. Die verbliebene jüdische Bevölkerung war zunächst den Übergriffen der lokalen Bevölkerung und der deutschen [[Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD|Einsatzgruppen]] ausgeliefert. Am 4. Juli richteten die deutschen Behörden einen so genannten [[Judenrat]] ein, der die Gewähr für die Umsetzung der Anordnungen der neuen Machthaber zu übernehmen hatte. Am 8. Juli trat die Verordnung über das Tragen eines [[Judenstern]]s in Kraft, nach der es Juden unter anderem verboten war, sich nach 6 Uhr abends auf den Straßen aufzuhalten. Zugleich erhielten die arbeitsfähigen Juden Bescheinigungen, die sie (und ihre Familien) vor der Erschießung schützen sollten. Personen ohne Bescheinigung wurden von litauischen Hilfstruppen &amp;#039;&amp;#039;(Ypatingis burys)&amp;#039;&amp;#039; aufgegriffen und ins [[Lukiškės-Gefängnis|Gefängnis Lukiškis]] gebracht. Von dort ging es fast ausnahmslos zur [[Massaker von Ponary|Erschießung nach Ponar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gross&amp;quot;&amp;gt;[[Wassili Grossman]]/[[Ilja Ehrenburg]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Schwarzbuch – Der Genozid an den sowjetischen Juden.&amp;#039;&amp;#039; S. 460–463.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 31. August 1941 erfolgten Vorbereitungen zur Einrichtung des Ghettos: das für die jüdische Bevölkerung vorgesehene Wohngebiet in den traditionell jüdischen Straßenzügen der Vilniusser Altstadt wurde in der Aktion der „Großen Provokation“ von der bisherigen Bevölkerung „geräumt“. Für die Juden unter ihnen, die keine Arbeitsbescheinigung besaßen, bedeutete das am 2. September die Erschießung in Ponar (etwa 3.700 Menschen). Am 6. September wurde das neue Ghetto mit den Juden der Stadt belegt, dabei kamen etwa 29.000 in das &amp;#039;&amp;#039;Große Ghetto&amp;#039;&amp;#039; (Straßen: Rudnitzkegass, Spitalgass, Fleischergass, Straschungass) und etwa 11.000 in das &amp;#039;&amp;#039;Kleine Ghetto&amp;#039;&amp;#039; (Straßen: Judengass, Gaongass, Gläsergass).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gross&amp;quot;/&amp;gt; Das Kleine Ghetto war dabei vor allem für Alte und Arbeitsunfähige vorgesehen. Getrennt wurden beide Ghettos durch die &amp;#039;&amp;#039;Deitsche Straße&amp;#039;&amp;#039;. Die Ghettos waren mit Stacheldraht umzäunt und hatten je ein Ghettotor sowie eine Verbindung über die Deitsche Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folgezeit gab es immer wieder so genannte „Aktionen“, bei denen die nicht arbeitsfähige Bevölkerung des Ghettos ausgesondert und zur Erschießung nach Ponar gebracht wurde. Bei derartigen Aktionen starben am 12. September 3334 Menschen, am 17. September 1271 Menschen, am 4. Oktober 1.983 Menschen, und in der „Aktion der gelben Scheine“ wurden am 24. Oktober 1941 Juden ohne Arbeitsgenehmigung ausgesondert und 3781 Menschen vom 25. bis zum 27. Oktober in Ponar erschossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gross&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben im Ghetto ==&lt;br /&gt;
Nach diesen ersten Selektionen „normalisierte“ sich das Leben im Ghetto. Großer Hunger (es war unter Todesstrafe verboten, Lebensmittel ins Ghetto zu bringen), Kälte und erbärmliche hygienische Bedingungen machten das Leben weiterhin zur Qual. Den widrigen Umständen trotzend, wurden eine Krankenstation, eine Schule, eine Bibliothek und später sogar ein Theater im Ghetto eingerichtet. Hier führte man 1943 unter anderem ein Musical mit Melodien und Texten von Leib Rosenthal&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.antiwarsongs.org/artista.php?id=2865&amp;amp;lang=it&amp;amp;rif=1 Biografie Leib Rosenthal] (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; auf, der selbst hier wohnen musste und später im estnischen [[KZ-Außenlager Klooga]] umgebracht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab August 1943 begannen die deutschen Befehlshaber, das Ghetto zu räumen. In mehreren Transporten wurden die verbliebenen Ghettobewohner nach [[Lettland]] und [[Estland]] [[Deportation#Deportationen während des Nationalsozialismus|deportiert]]. Am 23. September 1943 wurde das Ghetto Wilna gänzlich geräumt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wassili Grossman/Ilja Ehrenburg: &amp;#039;&amp;#039;Das Schwarzbuch - Der Genozid an den sowjetischen Juden.&amp;#039;&amp;#039; S. 532–535.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Widerstand im Ghetto ==&lt;br /&gt;
Am 21. Januar 1942 schlossen sich die zionistischen Widerstandsgruppen in Wilna zur [[Fareinikte Partisaner Organisatzije]] (FPO) zusammen, um bewaffneten Widerstand gegen die Deutschen zu leisten. Da sie nicht auf die Unterstützung der Mehrzahl der Ghettobewohner zählen konnte, zog sich die FPO in die Wälder der Umgebung zurück und schloss sich den [[Sowjetische Partisanen|sowjetischen Partisanen]] an. Bekannte Führer der FPO wurden bei ihren Aktionen unterstützt durch [[Anton Schmid (Gerechter unter den Völkern)|Anton Schmid]]. Er half ihnen, Waffen und Kämpfer zu transportieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem konnten dank stetiger Bemühungen von [[Karl Plagge]], Juden in sein Arbeitslager zu holen und die Familien zusammenzuhalten, Hunderte von inhaftierten Juden den Holocaust überleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Täter im Ghetto Wilna ==&lt;br /&gt;
* [[August Hering]], Januar – Juni 1942 Leiter des litauischen Freiwilligen-Trupps &amp;#039;&amp;#039;Ypatingis burys&amp;#039;&amp;#039; („Sonderkommando“). Prozess 1950, Urteil: lebenslängliches Zuchthaus,&amp;lt;ref name=LGW&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;LG Würzburg, 3. Februar 1950&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Justiz und NS-Verbrechen]].&amp;#039;&amp;#039; Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945–1966, Bd. VI, bearbeitet von Adelheid L. Rüter-Ehlermann, H. H. Fuchs, [[Christian F. Rüter]]. University Press, Amsterdam 1971, Nr. 192, S. 71–91. {{Webarchiv|url=http://www1.jur.uva.nl/junsv/brd/files/brd192.htm |wayback=20160314140548 |text=&amp;#039;&amp;#039;Misshandlung und Einzeltötungen von Wilnaer Juden sowie Teilnahme an Massenerschiessungen in Ponary von insgesamt mindestens 30.000 Juden aus dem Wilnaer Ghetto, dem Gefängnis Lukischki und der Umgebung von Wilna&amp;#039;&amp;#039;}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; im März 1959 in 15 Jahre Freiheitsstrafe umgewandelt, im Dezember 1959 Reststrafe erlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christoph Dieckmann (Historiker)|Christoph Dieckmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Besatzungspolitik in Litauen 1941–1944&amp;#039;&amp;#039;. Wallstein, Göttingen 2011, Band 1, S. 355.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Hans Christian Hingst]], Sturmbannführer der [[Sturmabteilung|SA]], [[Gebietskommissar]] in Wilna (zivile Verwaltung). Vom Spruchgericht Bielefeld 1948 zu sieben Jahren Haft verurteilt, von denen er fünf verbüßte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.gedenkorte-europa.eu/de_de/article-hans-christian-hingst-1895-ndash-1955.html |titel=Hans Christian Hingst (1895 – 1955) |hrsg=Gedenkorte Europa 1939–1945 |abruf=2023-11-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Bruno Kittel (SS-Mitglied)|Bruno Kittel]], ab Juni 1943 Leiter des Referats Judenfragen der [[Gestapo]] Wilna, leitete die Auflösung („Liquidierung“) der Ghettos in Vilnius, [[Kaunas]] und [[Riga]]. 1945 untergetaucht und verschollen, nie zur Rechenschaft gezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.gedenkorte-europa.eu/de_de/article-bruno-kittel-1922-ndash-untergetaucht-1945.html |titel=Bruno Kittel (1922 – untergetaucht 1945) |hrsg=Gedenkorte Europa 1939–1945 |abruf=2023-11-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Franz Murer]], ab Juli 1941 Referent des Gebietskommissars für Judenfragen, de facto Leiter des Ghettos Wilna. 1948 in Vilnius zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, 1955 an Österreich übergeben, 1963 freigesprochen.&lt;br /&gt;
* [[Rolf Neugebauer]], [[SS-Obersturmführer]], Chef der Gestapo Wilna, Februar 1942 – Oktober 1943 Leiter des [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|Sicherheitsdienstes (SD)]] und der [[Hauptamt Sicherheitspolizei|Sicherheitspolizei (Sipo)]] in Wilna. Ende 1944/Anfang 1945 vermisst.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.gedenkorte-europa.eu/de_de/article-rudolf-neugebauer-1912-ndash-1945.html |titel=Rudolf Neugebauer (1912 – 1945) |hrsg=Gedenkorte Europa 1939–1945 |abruf=2023-11-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Horst Schweinberger]], SS-Oberscharführer, Juli 1941 – Januar 1942 Leiter des litauischen Freiwilligen-Trupps &amp;#039;&amp;#039;Ypatingis burys&amp;#039;&amp;#039;. Nie angeklagt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.gedenkorte-europa.eu/de_de/article-horst-schweinberger-1916-ndash.html |titel=Horst Schweinberger (1916 – ?) |hrsg=Gedenkorte Europa 1939–1945 |abruf=2023-11-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Martin Weiss (SS-Mitglied)|Martin Weiss]], SS-Hauptscharführer, Chef der Gefängnisse in Wilna und ab Juni 1942 des Sonderkommandos Ponar (Erschießungsstätte bei Vilnius). Prozess 1950, Urteil: lebenslängliches Zuchthaus.&amp;lt;ref name=LGW/&amp;gt; 1971 zur Bewährung ausgesetzt, 1977 Erlass der Reststrafe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption in der Kunst und Literatur ==&lt;br /&gt;
[[Romain Gary]] schrieb in seinem Roman &amp;#039;&amp;#039;General Nachtigall&amp;#039;&amp;#039; 1944&amp;lt;ref&amp;gt;Diana Verlag, 1962. Kriegsbedingt zuerst in Englisch (&amp;#039;&amp;#039;European education&amp;#039;&amp;#039;, London 1944), dann in Französisch (&amp;#039;&amp;#039;Éducation européenne&amp;#039;&amp;#039;, Paris 1945) erschienen.&amp;lt;/ref&amp;gt; fantasievoll über den Partisanenkampf in den Wäldern um Wilna. Die Partisanen hatten mannigfache Kontakte ins Ghetto, die Hauptfigur Janek auch zu deutschen Besatzern, von denen er schließlich einen tötet. Im Ghetto werden Tauschgeschäfte organisiert zur Unterstützung des Kampfes, Deutsche werden ausgehorcht über anstehende Operationen, sogar die Musik spielt eine Rolle. Der an der Schwelle zur Pubertät stehende Janek wird von seinem Vater in einem großen Waldgebiet versteckt. Die vier Jahre bis Kriegsende, in denen Janek vom Kind zum Mann reift, verbringt er in einer Erdhöhle, wird Partisan, er lernt die Liebe kennen. Der Roman aus Garys Geburtsstadt nimmt die Erfahrung des jüdischen Verfolgtseins und des bewaffneten Widerstands dagegen zum Leitbild eines kommenden neuen Europas, wie der ursprüngliche Titel zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der israelische Dramatiker [[Joshua Sobol]] beschäftigt sich in seinem Theaterstück &amp;#039;&amp;#039;Ghetto&amp;#039;&amp;#039;, das 1984 in [[Berlin]] und [[Hamburg]] von [[Peter Zadek]] in deutscher Sprache inszeniert wurde, mit dem Schicksal der Menschen im Ghetto Vilnius. Als Quelle dienten Sobol im Wesentlichen die Aufzeichnungen des jüdischen Bibliothekars [[Herman Kruk]] aus den Jahren 1941–1943.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.gedenkorte-europa.eu/de_de/article-herman-kruk-1897-ndash-1944.html |titel=Herman Kruk (1897 – 1944) |hrsg=Gedenkorte Europa 1939–1945 |abruf=2023-11-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Stück schildert u.&amp;amp;nbsp;a. die Auseinandersetzung von Kruk, der dem „linken“ sozialistischen [[Allgemeiner Jüdischer Arbeiterbund|Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbund]] angehörte und im Untergrund gegen die deutsche Besatzung kämpfte, eine Zukunft der Juden in Europa forderte und das zionistische Projekt ablehnte, mit dem „rechten“, zionistischen, der Gruppe um [[Wladimir Jabotinsky]] nahestehenden Ältesten des Judenrats [[Jacob Gens]], der mit den deutschen Machthabern kollaborierte, für [[Schutzstaffel|SS]] und Wehrmacht Wirtschaftsbetriebe im Ghetto aufbaute und selbst für die Deutschen [[Selektion (Konzentrationslager)|Selektionen]] durchführte, um damit die Voraussetzung für eine geschlossene Emigration nach [[Völkerbundsmandat für Palästina|Palästina]] zu schaffen. Da zum Schluss alle Insassen des Ghettos von der SS (im Stück durch den Offizier Kittel verkörpert) getötet werden, scheitern sowohl Kruk als auch Gens. Unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Ghetto (Film)|Ghetto]]&amp;#039;&amp;#039; wurde das Theaterstück 2006 verfilmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Beginn der 1990er Jahre engagiert sich [[Roswitha Dasch]] für die Überlebenden des Wilnaer Ghettos und ist Organisatorin für die Wanderausstellung &amp;#039;&amp;#039;Sag nie, du gehst den letzten Weg&amp;#039;&amp;#039;, die das Schicksal der litauischen Juden beleuchtet. Im [[Schauspielhaus (Wuppertal)|Wuppertaler Schauspielhaus]] fand im Mai 1994 in diesem Zusammenhang die Premiere &amp;#039;&amp;#039;Ess is gewen a sumertag – die Geschichte des Wilnaer Ghettos im Spiegel seiner Lieder&amp;#039;&amp;#039; statt. In Wuppertal wurde 1997 der Verein „MIZWA – Zeit zu handeln e.&amp;amp;nbsp;V.“ gegründet, der durch Spenden ehemalige Ghetto- und KZ-Häftlinge in Litauen unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2009 erschien von dem jiddischen Dichter [[Abraham Sutzkever]] (1913–2010) das Buch &amp;#039;&amp;#039;Wilner Getto 1941–1944&amp;#039;&amp;#039; in deutscher Übersetzung, das bereits 1946 in Paris in einer Auflage von 100 Stück herausgebracht worden war (auf Jiddisch geschrieben). In der Gedichtsammlung von Abraham Sutzkever &amp;#039;&amp;#039;Gesänge vom Meer des Todes&amp;#039;&amp;#039; sind Gedichte enthalten, die er im Ghetto verfasst hat (2009 deutsch erschienen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Holocaust in Litauen]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte der Juden in Litauen]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Ghettos in der Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
(dokumentarisch, biografisch, künstlerisch)&lt;br /&gt;
* [[Hermann Adler (Schriftsteller)|Hermann Adler]]: &amp;#039;&amp;#039;Ostra Brama. Legende aus der Zeit des grossen Unterganges&amp;#039;&amp;#039;. Helios Verlag, Zürich 1945.&lt;br /&gt;
* [[Shmerke Kaczerginski]]: &amp;#039;&amp;#039;Dos gezang fun vilner geto. Lieder aus dem Wilnaer Ghetto&amp;#039;&amp;#039;. Ins Deutsche übertragen und herausgegeben von Dieter Koller und Sebastian Wogenstein. Hentrich &amp;amp; Hentrich, Leipzig 2025, ISBN 978-3-95565-664-5.&lt;br /&gt;
* [[Herman Kruk]]: &amp;#039;&amp;#039;Diary of the Vilnius Ghetto.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;YIVO Annual of Jewish Social Science&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 13, New York 1965.&lt;br /&gt;
** Neuausgabe unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;The Last Days of the Jerusalem of Lithuania: Chronicles from the Vilna Ghetto and the Camps; 1939–1944&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben von Binyamin Harshav. [[YIVO]], New Haven 2002, ISBN 0-300-04494-1.&lt;br /&gt;
* [[Schoschana Rabinovici]]: &amp;#039;&amp;#039;Dank meiner Mutter&amp;#039;&amp;#039;. Alibaba, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-86042-170-0, ISBN 3-86042-159-X (Schulausgabe) [Schoschana Rabinovici lebte vor ihrer Verschleppung in das [[KZ Riga-Kaiserwald]] mit ihrer Familie in Vilnius].&lt;br /&gt;
** Neuausgabe: S. Fischer, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-10-490364-4.&lt;br /&gt;
* [[Mascha Rolnikaitė]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Tagebuch der Maria Rolnikaite&amp;#039;&amp;#039;. Europa-Verlag, Wien 1966 (erste deutschsprachige Ausgabe).&lt;br /&gt;
** Gekürzte Ausgabe unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Mein Tagebuch&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzung und Bearbeitung von Herbert Krempien der russischen Übersetzung unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Ja dolzna rasskazat&amp;#039;&amp;#039;. Union-Verlag VOB, Berlin 1967.&lt;br /&gt;
** Erste deutsche Übersetzung der jiddischen Erstausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Ich muss erzählen. Mein Tagebuch 1941–1945&amp;#039;&amp;#039;. Aus dem Jiddischen übersetzt von Dorothea Greve. Mit einem Vorwort von Marianna Butenschön. Kindler Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-463-40427-3.&lt;br /&gt;
*** Neuausgabe: Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-23555-2.&lt;br /&gt;
* [[Yitskhok Rudashevski]]: &amp;#039;&amp;#039;Tagebuch aus dem Ghetto von Wilna. Juni 1941 – April 1943&amp;#039;&amp;#039;. Metropolverlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-86331-534-4.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Stefanie Oswalt |url=https://www.deutschlandfunkkultur.de/yitskhok-rudashevski-tagebuch-aus-dem-ghetto-von-wilna-es-100.html |titel=Yitskhok Rudashevski: „Tagebuch aus dem Ghetto von Wilna“ – Es ist nicht so, dass man schon alles weiß |hrsg=deutschlandfunkkultur.de |datum=2021 |abruf=2023-11-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Abraham Sutzkever]]: &amp;#039;&amp;#039;Wilner Getto 1941–1944. Biographische Aufzeichnungen&amp;#039;&amp;#039;. Ammann, Zürich 2009. ISBN 978-3-250-10530-5.&lt;br /&gt;
** Abraham Sutzkever: &amp;#039;&amp;#039;Das Ghetto von Wilna.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wassili Grossman]], [[Ilja Ehrenburg]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Schwarzbuch – Der Genozid an den sowjetischen Juden.&amp;#039;&amp;#039; Herausgeber der deutschen Ausgabe: [[Arno Lustiger]]. Rowohlt-Verlag, Hamburg 1994, ISBN 3-498-01655-5, S. 457–548.&lt;br /&gt;
* Abraham Sutzkever: &amp;#039;&amp;#039;Gesänge vom Meer des Todes&amp;#039;&amp;#039; (Gedichte). Ammann, Zürich 2009, ISBN 978-3-250-10531-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(historisch-kritisch)&lt;br /&gt;
* [[Yitzhak Arad]]: &amp;#039;&amp;#039;Ghetto in Flames: The Struggle and Destruction of the Jews in Vilna in the Holocaust.&amp;#039;&amp;#039; Yad Vashem, Jerusalem 1980, ISBN 0-87068-753-0.&lt;br /&gt;
* [[Christoph Dieckmann (Historiker)|Christoph Dieckmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Besatzungspolitik in Litauen 1941–1944&amp;#039;&amp;#039;. 2 Bände, Wallstein, Göttingen 2011, ISBN 978-3-8353-1980-6.&lt;br /&gt;
* Gudrun Schroeter: &amp;#039;&amp;#039;Worte aus einer zerstörten Welt. Das Ghetto in Wilna.&amp;#039;&amp;#039; Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert 2008, ISBN 978-3-86110-448-3 (zugleich Dissertation, FU Berlin 2007).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Film und Theater ==&lt;br /&gt;
* [[Jehoschua Sobol|Joshua Sobol]]: &amp;#039;&amp;#039;Ghetto. Schauspiel in drei Akten.&amp;#039;&amp;#039; (mit Dokumenten und Beiträgen hg. v. Harro Schweitzer), Quadriga, Berlin 1984, ISBN 3-88679-120-3.&lt;br /&gt;
* Herbert Heinzelmann: Materialheft zum Film &amp;#039;&amp;#039;Ghetto&amp;#039;&amp;#039;, hg. von der [[Bundeszentrale für politische Bildung]], Bonn 2006.&lt;br /&gt;
* Programmheft zur Zadek-Inszenierung von &amp;#039;&amp;#039;Ghetto&amp;#039;&amp;#039;; Freie Volksbühne Berlin / Deutsches Schauspielhaus Hamburg.&lt;br /&gt;
* [[Roswitha Dasch]], Sabine Friedrichs: &amp;#039;&amp;#039;Sag nie, du gehst den letzten Weg.&amp;#039;&amp;#039; Dokumentarfilm über das Schicksal der litauischen Juden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Ghetto Vilnius|Ghetto Wilna}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://encyclopedia.ushmm.org/tags/en/tag/vilna |titel=Vilna Photographs |sprache=en|hrsg=US Holocaust Memorial Museum |abruf=2023-11-18}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://www.gedenkorte-europa.eu/de_de/s2-1.html |titel=Ghetto Vilnius|hrsg=Gedenkorte Europa 1939-1945 |abruf=2023-11-18}}&lt;br /&gt;
* [http://www.deathcamps.org/occupation/vilnius%20ghetto.html deathcamps.org: Vilnius (Vilna) Ghetto]&lt;br /&gt;
* [http://www.juden-in-europa.de/baltikum/vilna/inhalt.htm Spurensuche jüdischer Geschichte – das Ghetto in Wilna]&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/ghetto-vilnius-wilna-100.html |titel=ZeitZeichen - 6. September 1941: Das Ghetto von Vilnius wird eingerichtet |datum=2021-08-09 |hrsg=WDR Zeitzeichen|abruf=2023-11-18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Ghettos in der Zeit des Nationalsozialismus}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=54/40/47/N |EW=25/17/11/E |type=landmark |region=LT}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Holocaust in Litauen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KZ-Sammellager]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in Vilnius]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Vilnius)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Altstadt Vilnius]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gegründet 1941]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ghetto Wilna| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ghetto|Vilnius]]&lt;/div&gt;</summary>
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