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	<title>Ghazi-These - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-21T04:47:38Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ghazi-These&amp;diff=2859561&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Graph Pixel: Tippfehler korrigiert.</title>
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		<updated>2025-08-11T10:37:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ghazi-These&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein in den 1930er-Jahren entwickeltes Modell des [[Orientalist]]en [[Paul Wittek]] zur Erklärung der Frühgeschichte des [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reiches]]. Die frühen osmanischen Fürsten seien von einem speziellen religiösen Eifer getrieben worden, ihre christlichen Nachbarn mit Krieg zu überziehen. Dieser [[Ethos]] sei die gesamte Geschichte des Osmanischen Reiches von seinem Beginn bis zu dessen Auflösung latent gewesen. Nach langjähriger Dominanz wird die Ghazi-These seit den 1980er-Jahren in Frage gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Wittek fasste seine Ergebnisse in drei Gastvorlesungen zusammen, die er im Jahre 1938 an der [[Royal Asiatic Society]] zu London hielt. Aus der Vortragsreihe entstand das viel beachtete Buch &amp;#039;&amp;#039;The rise of the Ottoman empire&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Colin Heywood: &amp;#039;&amp;#039;Wittek and the Austrian Tradition.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Royal Asiatic Society.&amp;#039;&amp;#039; Band 120, 1988, S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wittek entwickelt seine These in Abgrenzung von der osmanischen Überlieferung. Im 16. Jahrhundert waren die offizielle [[Historiograph]]en bemüht, die ersten osmanischen Fürsten in die Abstammung zu teils legendären Vorfahren wie [[Oġuzhan|Oghuz Khan]] einzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Wittek: &amp;#039;&amp;#039;The rise of Ottoman empire&amp;#039;&amp;#039;. London 1938, S. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wegen der Legendenhaftigkeit dieser Stammbäume verwirft Wittek den Gedanken völlig, dass sich die Osmanen aus einer Stammeskultur entwickelt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anstelle von Bluts- und Familienverhältnissen seien die frühen Osmanen durch den Eifer zusammengehalten worden, den Kampf mit Nicht-Muslimen aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=they were a community of Ghazis, of champions of the Mohammedan religion; a community of Moslem march-warriors, devoted to the struggle with the infidels in their neighbourhood.&lt;br /&gt;
 |Sprache=en&lt;br /&gt;
 |Autor=Paul Wittek&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wittek 14&amp;quot;&amp;gt;Paul Wittek: &amp;#039;&amp;#039;The rise of Ottoman empire&amp;#039;&amp;#039;. London 1938, S. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ghazi-Ethos sei vor allem religiös motiviert, trage aber auch rassische Züge.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Wittek: &amp;#039;&amp;#039;The rise of Ottoman empire&amp;#039;&amp;#039;. London 1938, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Paradigma des Ghazi-Ethos erzählt Wittek die frühe Geschichte des osmanischen Reiches ausführlich von den Beginnen der [[Beylik|Beylikzeit]] bis zur [[Eroberung von Konstantinopel (1453)|Eroberung Konstantinopels]].&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Wittek: &amp;#039;&amp;#039;The rise of Ottoman empire&amp;#039;&amp;#039;. London 1938, S. 30–51.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem deutet er an, dass der Ghazi-Ethos nie aufgehört habe zu wirken, und dass mit diesem Modell auch der jüngste Niedergang des Osmanischen Reiches um 1920 erklärt werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Wittek: &amp;#039;&amp;#039;The rise of Ottoman empire&amp;#039;&amp;#039;. London 1938, S. 2, 3 und 5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
Für seine These führt Wittek in seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;The rise of the Ottoman Empire&amp;#039;&amp;#039; lediglich zwei kurze Quellen aus der frühen osmanischen Geschichte an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum einen leitet Wittek aus der Chronik &amp;#039;&amp;#039;İskender-nāme&amp;#039;&amp;#039; ‚Alexanderbuch‘ des Ahmedi die Tugenden eines [[Ghāzī (Titel)|Ghāzī]] ab. Als Werkzeug Gottes würde der Ghazi die Frommen schützen, die Ungläubigen eliminieren und dafür ewiges Leben erlangen. Dies verdeutliche, wie Wittek folgert, dass das Wort „Ghazi“ einen heiligen Krieger bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wittek 14&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum anderen verweist Wittek auf eine Inschrift an einer Moschee in [[Bursa]] aus dem Jahre 1337. Der Spender der Inschrift, ein osmanischer Fürst, wird darauf als „Ghazi“ bezeichnet und dessen Amtsvorgänger ebenfalls. Daraus schließt Wittek, dass sich die osmanischen Fürsten dem Ghazi-Ethos verpflichtet fühlten.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Wittek: &amp;#039;&amp;#039;The rise of Ottoman empire&amp;#039;&amp;#039;. London 1938, S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historiographie und Kritik ==&lt;br /&gt;
Nachdem sie über mehr als 50 Jahre in der Geschichtswissenschaft akzeptiert war, wird die Ghazi-These seit den 1980er-Jahren wieder kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Eine detaillierte Übersicht über die einzelnen Wortmeldungen liefert Heath Lowry: &amp;#039;&amp;#039;The Nature of the early Ottoman state&amp;#039;&amp;#039;. New York 2003, S. 5–12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrfach wurde dabei auf Witteks Umgang mit den Quellen verwiesen. Lowry hat gezeigt, dass Wittek die Inschrift von der Moschee in Bursa falsch zitiert hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Heath Lowry: &amp;#039;&amp;#039;The Nature of the early Ottoman state&amp;#039;&amp;#039;. New York 2003, S. 34–41.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch bei der angeführten Chronik hat Wittek die Intention des Autors übersehen, nämlich die osmanische Geschichte eben nicht faktisch, sondern rühmend, als Abfolge von Religionskriegen darzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Heath Lowry: &amp;#039;&amp;#039;The Nature of the early Ottoman state&amp;#039;&amp;#039;. New York 2003, S. 15–30.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem hatte das Wort „Ghazi“ unter Zeitgenossen viel mehr Bedeutungen als nur „heiliger Krieger“. Tatsächlich scheint die Bedeutung des „Plünderers“ überwogen zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Colin Imber: &amp;#039;&amp;#039;What does ghazi actually mean.&amp;#039;&amp;#039; In: Barlim-Harding und Imber (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The balance of truth&amp;#039;&amp;#039;. Istanbul 2000, S. 165–178.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudi Paul Lindner|Rudi Lindner]] hat mit seiner [[Nomadenthese]] eine Alternative zur Ghazi-These vorgeschlagen. Die frühen Osmanen seien keine hoch ideologisierte Gemeinschaft, sondern ein Stammesverband gewesen. Dieser sei – anders als heutige Stammesgesellschaften – jedoch nicht durch Bluts- und Familienbeziehungen gebildet worden, sondern habe auf geteilten Interessen, wie etwa den Bedürfnissen nach Weideland und Kriegsbeute, beruht.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudi Lindner: &amp;#039;&amp;#039;What was a normadic Tribe?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Comparative Studies in Society and History.&amp;#039;&amp;#039; 24/4 (1982), S. 689–711 und Rudi Lindner: &amp;#039;&amp;#039;Nomads and Ottomans in medieval Anatolia&amp;#039;&amp;#039;. Bloomington, Indiana 1983.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Paul Wittek: &amp;#039;&amp;#039;The Rise of the Ottoman Empire. Studies in the History of Turkey, 13th–15th Centuries&amp;#039;&amp;#039;. Edited by Colin Heywood. Royal Asiatic Society Books. Routledge, London/New York 2012, ISBN 978-0-7007-1500-8. (Kommentierte Neuauflage von Witteks Werk; englisch)&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--* Matthew R. J. Brodsky: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.middleeastopinion.com/history-&amp;amp;-policy/node/99 The Ghazi Debate.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Middle East Opinion&amp;#039;&amp;#039; o. D., abgerufen am 16. Oktober 2013. (englisch) Einzelnachweis nicht zu verifizieren, siehe Diskussionsseite--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Heath W. Lowry: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.sunypress.edu/pdf/60706.pdf The Debate to Date]&amp;#039;&amp;#039; (PDF, 9 S.; 89&amp;amp;nbsp;kB), erstes Kapitel aus Lowrys Werks &amp;#039;&amp;#039;The Nature of the Early Ottoman State.&amp;#039;&amp;#039; SUNY Press, New York 2003, ISBN 978-0-7914-5636-1. (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Osmanistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftstheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtswissenschaftliche Kontroverse]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Graph Pixel</name></author>
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