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	<title>Gesinde - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gesinde&amp;diff=129282&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Begriff */</title>
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		<updated>2024-12-31T14:05:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Begriff&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Weiterleitungshinweis|Hausgesinde|Zu Grimms Märchen siehe [[Das Hausgesinde]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:William Hogarth 010.jpg|thumb|Dienerschaft des Malers [[William Hogarth]] um 1750]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gesinde&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (regional auch „die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Leute&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;“) bezeichnet die zu häuslichen Arbeitsleistungen verpflichteten (Deputatgesinde) oder verdingten (Hausgesinde) [[Dienstbote]]n eines [[Grundherr|Grund-]] oder [[Gutsherr]]n. Der Begriff hat [[Germanische Sprachen|gemeingermanische]] Wurzeln und gelangte über [[Althochdeutsche Sprache|althochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;gisind&amp;#039;&amp;#039; in die deutsche Sprache, was „[[Gefolgsmann]]“ bedeutete. Der [[Langobardische Sprache|langobardische]] &amp;#039;&amp;#039;[[Gasindi|gasindius]]&amp;#039;&amp;#039; und der [[Angelsächsische Sprache|angelsächsische]] &amp;#039;&amp;#039;gesiþ&amp;#039;&amp;#039;, was beides ebenfalls Gefolgsleute bezeichnete, und das [[Niederländische Sprache|niederländische]] Wort &amp;#039;&amp;#039;gezin&amp;#039;&amp;#039; ([[Familie]]) sind stammverwandt.&amp;lt;ref&amp;gt;M. Philippa, F. Debrabandere, A. Quak, T. Schoonheim en N. van der Sijs: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisch Woordenboek van het Nederlands.&amp;#039;&amp;#039; Amsterdam University Press, Amsterdam 2015, ISBN 9789053567463.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gruberhof-gesindewohnung.jpg|miniatur|Blick in den Wohn- und Schlafbereich einer Gesindewohnung im [[Groß-Umstadt|Umstädter]] Museum [[Gruberhof]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man unterschied das unverheiratete &amp;#039;&amp;#039;Hausgesinde&amp;#039;&amp;#039; mit [[Arbeitsentgelt|Lohn]] und [[Verpflegung]] vom verheirateten &amp;#039;&amp;#039;Deputatgesinde&amp;#039;&amp;#039; mit [[Naturalie|Naturalentschädigung]], einem zugewiesenen Landteil und teilweise einer eigenen [[Wohnung]] oder einem [[Gesindehaus]]. Auch unterschied man zwischen &amp;#039;&amp;#039;Haus-&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Hofgesinde&amp;#039;&amp;#039;, je nachdem ob häusliche oder landwirtschaftliche Dienste geleistet wurden. Hofgesinde hieß auch die Dienerschaft in hohen adeligen Häusern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bäuerliches Gesinde war im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert in der Regel jung und unverheiratet. Der Gesindedienst begann meist im Alter von zwölf Jahren, vielfach auch schon früher. Knecht oder Mägde, die heirateten, konnten als [[Einlieger]] oder [[Inwohner]] manchmal auf dem Hof bleiben, manchmal mussten sie einen anderen Hof finden. Bäuerliches Gesinde war dem Bauern und der Bäuerin untergeordnet und wurde – schon aufgrund des meist geringen Alters – wie der eigene Nachwuchs behandelt. Zumal die Bauernhäuser eine offene Struktur hatten und kaum eine Privatsphäre unterstützten, gab es auch keine Abgrenzung zwischen der biologischen Familie des Bauern und dem&amp;amp;nbsp;– mit dem Bauern oft nicht verwandten&amp;amp;nbsp;– Gesinde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heidi Rosenbaum |Titel=Formen der Familie |Verlag=Suhrkamp |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1982 |ISBN=3-518-07974-3 |Seiten=65}}; John E. Knodel: &amp;#039;&amp;#039;Two and a Half Centuries of Demographic History in a Bavarian Village (Anhausen)&amp;#039;&amp;#039;. Population Studies, Band 24, 1980, S. 67f, 81, 85, 102f, 106 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in der Regel mündlich, aber dennoch verbindlich abgeschlossener Gesindevertrag begründete das Gesindeverhältnis. Die Zahlung eines Handgeldes durch den Dienstherrn bekräftigte den Vertrag. Der Vertrag verpflichtete den Dienstboten zu allen häuslichen Arbeiten, die die Dienstherrschaft anordnete. Sobald das Gesinde nach Heirat einen eigenen Hausstand begründen konnte, wandelte sich das Dienstverhältnis vom Hausgesinde mit der Wohnung im oder am Haus des Dienstherrn zum Deputatgesinde mit Wohnung gelegen am überlassenen Grund. Der Lohn war gering, dafür hatten die Herren das Gesinde auch zu beköstigen. Wie man dabei sparen konnte, ohne es zum Beispiel in der Erntezeit, wenn die zu leistende Arbeit besonders schwer war, gegen sich aufzubringen, dafür gab [[Christian Friedrich Germershausen]] in seiner &amp;#039;&amp;#039;Hausmutter&amp;#039;&amp;#039;, einem Werk der [[Aufklärung|aufklärerischen]] [[Hausväterliteratur]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Manfred Lemmer]]: &amp;#039;&amp;#039;Haushalt und Familie aus der Sicht der Hausväterliteratur.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Trude Ehlert]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Haushalt und Familie in Mittelalter und früher Neuzeit. Vorträge eines interdisziplinären Symposions vom 6.–9. Juni 1990 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Mit einem Register von Ralf Nelles.&amp;#039;&amp;#039; Thorbecke, Sigmaringen 1991, ISBN 3-7995-4156-X, S. 181–191, insbesondere S. 182–183, 185, 187 und 189–190.&amp;lt;/ref&amp;gt; verschiedene Tipps: So ließ sich der Anteil von Fleisch und Gemüse im Eintopf manipulieren, oder man gab dem Gesinde nur altbackenes Brot und stark gesalzene Fassbutter, wovon es von sich aus weniger nähme. Vor allem galt es, nur Produkte, die auf dem Hof selbst hergestellt wurden, zu verwenden, um möglichst nichts zukaufen zu müssen. Die Kulturwissenschaftlerin Evke Rulffes resümiert: „Das Gesinde wird also mit den Produkten seiner eigenen Arbeit, und zwar nur mit den minderwertigen Produkten, bezahlt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Evke Rulffes: &amp;#039;&amp;#039;Die Erfindung der Hausfrau. Geschichte einer Entwertung.&amp;#039;&amp;#039; HarperCollins, Hamburg 2021, ISBN 978-3-7499-0240-8, S. 135–139, das Zitat S. 136.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Körperstrafe|Züchtigung]] der Dienstboten durch die Hausherren war in vielen deutschen Staaten erlaubt, wurde aber beschränkt. So ließ das [[Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten|Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten]] Peitschenhiebe auf bekleidete Mägde und Knechte zu, Stockschläge aber waren verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;Evke Rulffes: &amp;#039;&amp;#039;Die Erfindung der Hausfrau. Geschichte einer Entwertung.&amp;#039;&amp;#039; HarperCollins, Hamburg 2021, ISBN 978-3-7499-0240-8, S. 150 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert bestanden in den meisten deutschen Ländern und Städten spezielle [[Gesindeordnung]]en, die bestimmten, dass Gesindeleute Zeugnisbücher führen mussten, die bei der [[Polizei]] zu hinterlegen waren. In diese [[Gesindebuch|Gesindebücher]] trugen die Dienstherren den abgehenden Dienstboten ein Zeugnis ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesindel ==&lt;br /&gt;
Das abgeleitete, stark abwertende Wort &amp;#039;&amp;#039;Gesindel&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet hingegen im modernen Sprachgebrauch pauschal Personen, denen sich der Sprecher moralisch und/oder in der sozialen Ordnung übergeordnet sieht und denen aus Sicht des Sprechers un[[kultiviert]]e oder [[Asozialität|asoziale]], möglicherweise auch [[kriminell]]e Verhaltensweisen zugesprochen werden. Es wird daher für verschiedene Personenkreise verwendet, von Personen ohne festen Wohnsitz, Arbeitslosen und Personen ohne geregeltes Einkommen bis hin zu Personen, die wegen [[Armut]] nicht den gesellschaftlichen Sollvorstellungen entsprechen. Begriffe mit ähnlicher Bedeutung sind &amp;#039;&amp;#039;Pack&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Bagage&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Pöbel]]&amp;#039;&amp;#039; sowie &amp;#039;&amp;#039;Geschmeiß&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[http://www.zeno.org/Adelung-1793/A/Geschmei%C3%9F,+das Geschmeiß, das.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart.&amp;#039;&amp;#039; Band 2. Leipzig 1796, S. 615.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Geschmeisz Geschmeiß, das.]&amp;#039;&amp;#039; In: [[duden.de]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Ferdinand Buomberger]]: &amp;#039;&amp;#039;Bevölkerungs- und Vermögensstatistik der Stadt und Landschaft Freiburg (im Uechtland) um die Mitte des 15. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Freiburg (Schweiz) 1900 (Freiburg (Schweiz), Univ., Diss., 1900), (Auch in: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für schweizerische Statistik.&amp;#039;&amp;#039; 36, 1900, {{ZDB|220006-5}}, S. 205ff.).&lt;br /&gt;
* Liliane Mottu-Weber: &amp;#039;&amp;#039;Les femmes dans la vie économique de Genève.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bulletin de la Société d&amp;#039;histoire et d&amp;#039;archéologie de Genève.&amp;#039;&amp;#039; 16, 1979, {{ISSN|1017-849X}}, S. 381–401.&lt;br /&gt;
* Thomas Vormbaum: &amp;#039;&amp;#039;Politik und Gesinderecht im 19. Jahrhundert. (Vornehmlich in Preussen 1810–1918)&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Schriften zur Rechtsgeschichte&amp;#039;&amp;#039; 21). Duncker und Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-04755-9 (Zugleich: Münster, Univ., Philos. Fak., Diss., 1979).&lt;br /&gt;
* Käthe Mittelhäuser: &amp;#039;&amp;#039;Häuslinge im südlichen Niedersachsen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Blätter für deutsche Landesgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; 116, 1980, S. 235–278.&lt;br /&gt;
* Jean-Pierre Gutton: &amp;#039;&amp;#039;Domestiques et serviteurs dans la France de l&amp;#039;Ancien Régime.&amp;#039;&amp;#039; Aubier Montaigne, Paris 1981, ISBN 2-7007-0235-2.&lt;br /&gt;
* [[Michael Mitterauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Familie und Arbeitsorganisation in städtischen Gesellschaften des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Alfred Haverkamp]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Haus und Familie in der spätmittelalterlichen Stadt&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Städteforschung.&amp;#039;&amp;#039; Reihe A: &amp;#039;&amp;#039;Darstellungen.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 18). Böhlau, Köln u. a. 1984, ISBN 3-412-00284-4, S. 1–36.&lt;br /&gt;
* Yvonne Pesenti: &amp;#039;&amp;#039;Beruf: Arbeiterin. Soziale Lage und gewerkschaftliche Organisation der erwerbstätigen Frauen aus der Unterschicht in der Schweiz, 1890–1914.&amp;#039;&amp;#039; Chronos, Zürich 1988, ISBN 3-905278-28-6 (Zugleich: Zürich, Univ., Diss., 1987).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* http://www.milhahnspurensuche.de/berufegesind.html&lt;br /&gt;
* [http://www.uni-muenster.de/FNZ-Online/sozialeOrdnung/laendliche_gesellschaft/unterpunkte/gesinde.htm Online-Einführung WWU Münster]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4020706-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dienstleistungsberuf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hauswirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agrarrechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agrarsoziologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Obdachlosigkeit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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