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	<title>Gesicht - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gesicht&amp;diff=54686&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Luckyprof: Link eingefügt</title>
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		<updated>2026-04-07T09:03:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|befasst sich mit dem Angesicht. Weiteres siehe unter [[Gesicht (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Face muscles.jpg|mini|Gesicht mit Furchen und Falten,  Lage der Knochen und Mundmuskeln]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Skull (Cranial &amp;amp; Facial).png|mini|Gehirnschädel (oben) und Gesichtsschädel (unten rechts), Stirn gehört nicht zum Gesichtsschädel]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gesicht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS}} &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Facies&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; {{grcS|πρόσωπον|&amp;#039;&amp;#039;prósōpon&amp;#039;&amp;#039;}}, {{lang|grc|ὤψ}} &amp;#039;&amp;#039;ōps&amp;#039;&amp;#039;) ist der vordere Teil des [[Kopf]]es mit [[Auge]]n, [[Nase]] und [[Mund]]. Im allgemeinen Sprachgebrauch reicht das Gesicht bis zum Haaransatz und bezieht die [[Stirn]] somit ein. Anatomisch betrachtet, reicht das Gesicht jedoch von der Nasenwurzel und den Augenbrauen bis zu den Ohren einschließlich der Ohrmuscheln und bis zum hinteren Rand des [[Unterkiefer]]s (Mandibula). Es umfasst die Nasen-, Kinn-, Mund- und Augenregion sowie die Wangenregion bis zu den Jochbögen (lat. &amp;#039;&amp;#039;regiones&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;nasalis, mentalis, oralis, infraorbitalis, zygomatica&amp;#039;&amp;#039;). Die knöcherne Grundlage des Gesichts bildet das [[Viscerocranium]] (der Gesichtsschädel).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Jens Waschke]], Tobias M. Böckers, Friedrich Paulsen |Titel=Sobotta Lehrbuch Anatomie |Verlag=Elsevier Health Sciences |Datum=2019 |ISBN=978-3-437-09905-2 |Seiten=429, 447}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gesichtsausdruck stellt in der [[Nonverbale Kommunikation|nonverbalen Kommunikation]] der Primaten möglicherweise den wichtigsten Teil dar.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Hans-Otto Karnath]], Peter Thier |Titel=Kognitive Neurowissenschaften |Verlag=Springer-Verlag |Datum=2012 |ISBN=978-3-642-25527-4 |Seiten=480}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Gesicht werden Furchen, Grübchen und Falten durch die mimischen Muskeln erzeugt, sie sind Ausdruck der Gemütsverfassung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Arnold Hohmann, Werner Hielscher |Titel=Lehrbuch der Zahntechnik: Gesamtausgabe: Anatomie, Kieferorthopädie {{!}} Prothetik {{!}} Werkstofftechnik |Verlag=Quintessenz Verlag |Datum=2019 |ISBN=978-3-86867-224-4}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In älterer oder gehobener Sprache wird das Gesicht des Menschen auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Angesicht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Antlitz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (mittelhochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;antlütte&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet. Es ist ein zentrales Thema in wissenschaftlichen Gebieten wie [[Anthropologie]] und [[Biometrie]] sowie in der bildenden Kunst und der [[Fotografie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Etymologie ==&lt;br /&gt;
* Gesicht, mittelhochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;gesiht(e)&amp;#039;&amp;#039; ist verwandt mit „[[Visuelle Wahrnehmung|sehen]]“ und bedeutete ursprünglich ‚das Sehen‘, ‚Anblick‘, ‚Traum‘, ‚Gesicht‘ als Sinn&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Kluge]], [[Alfred Götze (Philologe)|Alfred Götze]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]].&amp;#039;&amp;#039; 20. Auflage. Herausgegeben von [[Walther Mitzka]]. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 253.&amp;lt;/ref&amp;gt; und&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Bernhard Schnell]]: &amp;#039;&amp;#039;Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben.&amp;#039;&amp;#039; Niemeyer, Tübingen 2003 (= &amp;#039;&amp;#039;Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 50), ISBN 3-484-36050-X, S. 388.&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Sehkraft‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Gesicht des Menschen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Palestinian girl in Qalqiliya.jpg&lt;br /&gt;
Elderly Gambian woman face portrait.jpg&lt;br /&gt;
Sikh man, Agra 10.jpg&lt;br /&gt;
Alter Masure.JPG&lt;br /&gt;
Karl Wessely.jpeg&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beschreibung ===&lt;br /&gt;
Beim Menschen ist das Gesicht frei von [[Kopfhaar]]. Durch die Verschiedenheit der Verhältnisse der einzelnen Gesichtspartien zueinander wird die Gesichtsbildung bedingt. Die je nach der Gemütsstimmung wechselnde [[Mimik]] beruht im Wesentlichen auf der Tätigkeit einiger Kopfmuskeln, die als [[mimische Muskulatur]] zusammengefasst werden. Die Mimik wird besonders durch [[Auge]]n, [[Augenbraue]]n, [[Stirn]] ([[Hautalterung|Falten]]) und [[Mund]] als den beweglichsten Teilen des Gesichts hervorgebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesichtsfarbe entspricht der übrigen [[Hautfarbe]]; bei Menschen mit heller Hautfarbe zeichnet sie sich durch ein lebhafteres [[Kolorit]] aus und zwar vornehmlich an den [[Wange]]n, deren Röte auf einer vermehrten [[Durchblutung]] beruht. Gewisse Nuancen der Gesichts[[farbe]] werden manchmal als Hinweise auf [[Krankheit]]en angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Gesichtsform wird die frontale Kontur des Gesichts vom Haaransatz bis zum Kinn bezeichnet. Unterschieden wird zwischen fünf verschiedenen Grundformen: oval, rund, quadratisch, herzförmig und trapezförmig. Die [[Symmetrie (Geometrie)|Symmetrie]] eines Gesichts gilt in einigen Fällen als Merkmal für Schönheit, obwohl beide Gesichtshälften eines Menschen immer verschieden sind (s.&amp;amp;nbsp;a. [[Idealisierung (Psychologie)|Idealisierung]]). Das gilt sowohl für die Anordnung und Größe der paarigen Ohren und Augen als auch für die Nase und den Mund und auch für die Wölbung der Knochenpartie unter den Augen oder den Haaransatz. Vollkommen symmetrische Gesichter gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Das ungleiche Wachstum der verschiedenen Gewebe in der frühen Embryonalzeit führt dazu, dass der menschliche Embryo sich stark nach anterior beugt, und im vorderen Bereich Wülste entstehen. Das frühe menschliche Gesicht liegt zwischen der Hirnanlage und der Herzanlage. Im Alter von 3 Wochen ist nur der Stirnwulst angelegt und darunter eine horizontale Falte, die Anlage des späteren Unterkiefers. Eine Mundhöhle entsteht erst durch Gewebewachstum und -wölbung von beiden Seiten, von unten und oben, bis sich die Oberlippe und die Unterlippe in der siebten Woche anterior treffen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Susanne Codoni, Irene Spirgi-Gantert, Jeannette von Jackowski |Titel=Funktionsorientierte Logopädie: Der Einfluss von Haltung und Bewegung auf Schlucken, Sprechen und Sprache |Verlag=Springer-Verlag |Datum=2018 |ISBN=978-3-662-57332-7 |Seiten=14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der vierten Schwangerschaftswoche bilden sich fünf Gesichtswülste um die [[Mundbucht]]. Oberhalb der Mundbucht liegt der Stirnnasenwulst, seitlich die paarigen Oberkieferwülste und unten die paarigen Unterkieferwülste. Am Stirnfortsatz kommt es beidseits zu Epithelverdickungen, den sogenannten Riech[[plakode]]n. Auf beiden Seiten der Riechplakoden wölben sich durch [[Mesenchym]]-Proliferation medial und lateral jeweils Wülste vor und senken die Riechplakoden ab, wodurch zwei Riechgruben entstehen, die jeweils von einem medialen und lateralen Nasenwulst begrenzt werden. Die Oberkieferwülste wachsen nach medial auf die medialen Nasenwülste zu und verschmelzen mit ihnen. Die beiden medialen Nasenwülste stoßen aneinander und verschmelzen zum Zwischenkiefersegment (primärer Gaumen). Die lateralen Nasenwülste wachsen langsamer und sind nicht an der Begrenzung der Mundbucht beteiligt; sie sind vom Oberkieferwulst durch die Tränennasenfurche getrennt. Aus den epithelialen Zellen dieser Furche entsteht in der Tiefe ein epithelialer Strang, der seine Verbindung zum Oberflächenepithel verliert und später ein [[Lumen (Biologie)|Lumen]] ausbildet (den [[Tränennasengang]]). Das obere Ende dieses Kanals erweitert sich zum [[Tränensack]]. Die beiden Unterkieferwülste verschmelzen in der [[Raphe-Median-Ebene|Medianebene]] und der Unterkiefer (Mandibula) sowie die Unterlippe entstehen. Aus dem Zwischenkiefersegment entstehen das [[Philtrum]] (die Rinne der Oberlippe), die vier [[Schneidezahn|Schneidezähne]] und der zugehörige Oberkieferanteil, sowie der dreieckige primäre Gaumen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Norbert Ulfig]] |Titel=Kurzlehrbuch Embryologie |Auflage=2. |Verlag=Georg Thieme Verlag |Datum=2009 |ISBN=978-3-13-139582-5 |Seiten=72 f}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychologie und Physiologie der Gesichtswahrnehmung ==&lt;br /&gt;
Erwachsene Menschen können zuverlässig Gesichter erkennen, sich ihrer erinnern und wiedererkennen. Sie können Gesichter aus verschiedenen Winkeln als zur selben Person zugehörig erkennen. Sublime Veränderungen eines Gesichts beim emotionalen Ausdruck werden wahrgenommen und als soziale Signale verstanden. Die Wahrnehmungsfähigkeit von individuell unterschiedlichen Gesichtern spielt eine zentrale Rolle im sozialen Bereich. Menschen mit eingeschränkter Fähigkeit zur Gesichtswahrnehmung sind schwer beeinträchtigt, insbesondere in der sozialen Kommunikation.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu neurologisch bedingten Ausfallerscheinungen der Wahrnehmung (Agnosien) vgl. Sacks, (1990), S.&amp;amp;nbsp;23&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; So geht beispielsweise eine der schwerwiegendsten klinischen Beeinträchtigungen der sozialen Interaktionsfähigkeit, der frühkindliche Autismus, regelmäßig mit massiven Beeinträchtigungen des Blickverhaltens einher.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. DSM-IV 103&amp;amp;nbsp;ff. Beim Kanner-Autismus und auch beim sozial weniger beeinträchtigenden Asperger-Autismus zeigen sich Probleme beim Erkennen des Gesichtsausdrucks. Vgl. Fonagy &amp;amp; Target (2002), S.&amp;amp;nbsp;850 zum gestörten Blickverhalten autistischer Kinder, Emery (2000), S.&amp;amp;nbsp;597&amp;amp;nbsp;ff. und Cozolino (2006), S.&amp;amp;nbsp;197&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die überragenden Fähigkeiten des Menschen zur Gesichtswahrnehmung sind das Ergebnis eines evolutionären Prozesses. Primaten zeigen die mit Abstand größten Fähigkeiten, soziale Informationen dem Blick und auch der Kopfhaltung anderer Individuen zu entnehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Emery (2000), S.&amp;amp;nbsp;581&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Primatengehirn, und somit auch im menschlichen, gibt es spezielle Gehirnareale mit Neuronen, die direkt mit verschiedenen Aspekten der Gesichtswahrnehmung verknüpft sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://isites.harvard.edu/fs/docs/icb.topic1203998.files/Course%20Readings/Week%2010/READ-Afraz.pdf |titel=Microstimulation of inferotemporal cortex influences face categorization |format=PDF |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20151223111734/http://isites.harvard.edu/fs/docs/icb.topic1203998.files/Course%20Readings/Week%2010/READ-Afraz.pdf |abruf=2024-04-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.pnas.org/content/112/21/6730.full.pdf |titel=Optogenetic and pharmacological suppression of spatial clusters of face neurons reveal their causal role in face gender discrimination |format=PDF |abruf=2024-04-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Neurophysiologen und -psychologen haben herausgefunden, dass Gesichtswahrnehmung u.&amp;amp;nbsp;a. mit Aktivierungen innerhalb der &amp;#039;&amp;#039;occipital face area&amp;#039;&amp;#039; (OFA)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.faceblind.org/social_perception/papers/pitcher2011_EBR.pdf |titel=The role of the occipital face area in the cortical face perception network |format=PDF |abruf=2024-04-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; im inferioren (unteren) [[Occipitallappen]] und der &amp;#039;&amp;#039;fusifom face area&amp;#039;&amp;#039; (FFA)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://rstb.royalsocietypublishing.org/content/361/1476/2109.short |titel=The fusiform face area: a cortical region specialized for the perception of faces |abruf=2024-04-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; im inferioren [[Temporallappen]] einhergeht. Diese kortikalen Areale werden als [[Homologie (Biologie)|homolog]] zu sog. &amp;#039;&amp;#039;cortical face patches&amp;#039;&amp;#039; in anderen Primaten diskutiert,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.pnas.org/content/105/49/19514.full |titel=Comparing face patch systems in macaques and humans |abruf=2024-04-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Galit Yovel|G. Yovel]], [[Winrich Freiwald|W. A. Freiwald]]: &amp;#039;&amp;#039;Face recognition systems in monkey and human: are they the same thing?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;F1000prime reports.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;5, 2013, S.&amp;amp;nbsp;10, [[doi:10.12703/P5-10]], PMID 23585928, {{PMC|3619156}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://vpnl.stanford.edu/papers/Weiner_Grill-Spector_TICS2015.pdf Weiner und Grill-Spector (2015)]&amp;lt;/ref&amp;gt; deren Nervenzellen selektiv auf verschiedene Gesichtseigenschaften antworten.&amp;lt;ref&amp;gt;W. A. Freiwald, D. Y. Tsao, M. S. Livingstone: &amp;#039;&amp;#039;A face feature space in the macaque temporal lobe.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Nature Neuroscience]].&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;12, Nummer&amp;amp;nbsp;9, September 2009, S.&amp;amp;nbsp;1187–1196, [[doi:10.1038/nn.2363]], PMID 19668199, {{PMC|2819705}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;W. A. Freiwald, D. Y. Tsao: &amp;#039;&amp;#039;Functional compartmentalization and viewpoint generalization within the macaque face-processing system.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Science.&amp;#039;&amp;#039; Band 330, Nummer 6005, November 2010, S.&amp;amp;nbsp;845–851, [[doi:10.1126/science.1194908]], PMID 21051642, {{PMC|3181095}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;E. B. Issa, J. J. DiCarlo: &amp;#039;&amp;#039;Precedence of the eye region in neural processing of faces.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Journal of neuroscience : the official journal of the Society for Neuroscience.&amp;#039;&amp;#039; Band 32, Nummer 47, November 2012, S.&amp;amp;nbsp;16666–16682, [[doi:10.1523/JNEUROSCI.2391-12.2012]], PMID 23175821, {{PMC|3542390}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits ein 13 Monate alter Schimpanse kann dem Blick eines erwachsenen Menschen folgen, der auf ein externes Objekt blickt.&amp;lt;ref&amp;gt;Okamoto et&amp;amp;nbsp;al. (2002), S.&amp;amp;nbsp;107&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Derartige Fähigkeiten sind die Voraussetzung für die komplexen soziokognitiven Kommunikationsmöglichkeiten höherer Primaten und des Menschen. Die Gesichtswahrnehmung weist zahlreiche funktionell unterscheidbare Aspekte auf, etwa das Erkennen des emotionalen Ausdrucks oder der Blickrichtung eines Sozialpartners. Gesichtswahrnehmung ist auf neurophysiologischer Ebene außerdem mit Aktivierung der [[Amygdala]] (Mandelkern) verknüpft, was vermutlich im Zusammenhang mit der Auslösung von Affekten steht.&amp;lt;ref&amp;gt;Emery (2000), S.&amp;amp;nbsp;596&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei Untersuchungen mittels [[Elektroenzephalografie|Elektroenzephalographie]] spiegelt die [[N170]] als [[Ereigniskorrelierte Potentiale|Ereigniskorreliertes Potential]] die neuralen Prozesse bei der Detektion eines Gesichtes schon nach etwa 130–200&amp;amp;nbsp;ms wider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neugeborene und Kleinkinder ===&lt;br /&gt;
[[Neugeborenes|Neugeborene]] können sofort nach der Geburt (und wohl schon pränatal) sehen. Sie bevorzugen das menschliche Gesicht, was als Gesichtspräferenz bezeichnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Oerter &amp;amp; Montada (1995), S.&amp;amp;nbsp;204&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Gesicht der Mutter erhält schon in den ersten Lebenswochen mehr Aufmerksamkeit als das Gesicht eines Fremden.&amp;lt;ref&amp;gt;Lichtenberg (1991), S.&amp;amp;nbsp;13&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Säuglinge können schon im Alter von etwa einem Monat mit ihrem Gesicht und ihren Händen Gesten ihrer Mutter nachahmen. Neugeborene strecken ihre Zunge heraus, wenn ein Erwachsener ihnen die Zunge herausstreckt, den Mund öffnet oder große Augen macht.&amp;lt;ref&amp;gt;Oerter &amp;amp; Montada (1995), S.&amp;amp;nbsp;190&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Imitationsfähigkeiten werden nicht erlernt, sondern sind genetisch bedingt und ein Teil des evolutionsbiologisch bestimmten Erbes des Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt;Keller (1993).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fähigkeit zur unmittelbaren Nachahmung beruht auf der Existenz sogenannter [[Spiegelneuron]]en.&amp;lt;ref&amp;gt;Cozolino (2006), S.&amp;amp;nbsp;186&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese speziellen Neuronen feuern auf praktisch gleiche Weise sowohl beim Sehen einer Handlung eines anderen Menschen als auch bei der motorischen Nachahmung dieser Handlung. Somit verknüpfen diese Neuronen die äußere Erfahrung einer beobachteten Bewegung mit dem inneren Erleben bei ihrer Imitation. Sie bilden eine neuronale Grundlage für soziales Lernen, Einfühlungsvermögen, [[Empathie]] und das Erleben von [[Kunstwerk]]en: Das Betrachten von Bildern ausdrucksstarker Gesichter aktiviert nachweislich die Gesichtsmuskeln des Betrachters.&amp;lt;ref&amp;gt;Cozolino (2006) 202.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das früh entwickelte „spezifische selektive soziale [[Lächeln]]“, das zunächst nur der [[Mutter]] gilt, und das zunehmende Verweigern des Anlächelns fremder Gesichter gehören zum Gebiet der Gesichtswahrnehmung.&amp;lt;ref&amp;gt;Bowlby (1975) 261 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Babys weichen bereits im Alter von zwei Wochen vor einem sich schnell nähernden Gesicht zurück und reagieren mit Abwehr.&amp;lt;ref&amp;gt;Lichtenberg (1991), S. 48&amp;lt;/ref&amp;gt; Babys regulieren mit dem Mittel der [[Blickkontakt]]&amp;amp;shy;vermeidung bzw. -erwiderung die Intensität emotionaler Beziehungserfahrungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Keller (1989) 539.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Entwicklung der zeichnerischen Fähigkeiten spielt das Gesicht eine große Rolle. Kinder benennen ihre frühesten Zeichnungen (also bereits im Alter von etwa zwei Jahren) häufig als Gesicht, selbst wenn dabei wenig Ähnlichkeit zu einem realen Gesicht besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;Schuster (1993), S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt; Früh entstehen sogenannte [[Kopffüßler]], gezeichnete Wesen bestehend aus Kopf und Beinen mit starker Betonung des Gesichts, wobei Kopf und Rumpf („Bauch“) nicht voneinander unterschieden werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Schuster (1993), S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erkennung ===&lt;br /&gt;
Fast immer geht die [[Gesichtserkennung]] mit der Unterscheidung zwischen [[Mann]] und [[Frau]] einher.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Charles Stangor]], Laure Lynch, Changming Duan, Beth Glas |Titel=Categorization of individuals on the basis of multiple social features |Sammelwerk=Journal of Personality and Social Psychology |Band=62 |Nummer=2 |Datum=1992 |Seiten=207–218 |DOI=10.1037/0022-3514.62.2.207}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kara Weisman, Marissa V. Johnson, Kristin Shutts |Titel=Young children’s automatic encoding of social categories |Sammelwerk=Developmental Science |Datum=2014-12-01 |Seiten= |DOI=10.1111/desc.12269}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel untersucht wurden nach [[Ethnie]] systematisierte Unterschiede in der Gesichtserkennung. Die Wiedererkennung von individuellen Gesichtern einer anderen Ethnie als der Proband selbst zugeordneten ist im Vergleich zur Wiedererkennung von Gesichtern der eigenen Ethnie eingeschränkt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christian A. Meissner, John C. Brigham |Titel=Thirty years of investigating the own-race bias in memory for faces: A meta-analytic review |Sammelwerk=Psychology, Public Policy, and Law |Band=7 |Nummer=1 |Datum=2001 |Seiten=3–35 |DOI=10.1037/1076-8971.7.1.3}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird diskutiert, ob dieser sogenannte &amp;#039;&amp;#039;[[Cross-Race-Effect]]&amp;#039;&amp;#039; dadurch zustande kommt, dass in Gesichtern der anderen Ethnie auf andere Gesichtsmerkmale geschaut wird als bei Gesichtern der eigenen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Caroline Blais, Rachael E. Jack, Christoph Scheepers, Daniel Fiset, Roberto Caldara |Titel=Culture Shapes How We Look at Faces |Sammelwerk=PLoS ONE |Band=3 |Nummer=8 |Datum=2008-08-20 |Seiten=e3022 |DOI=10.1371/journal.pone.0003022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine 2007 veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Einordnung von Personen als Mitglieder einer [[Eigengruppe und Fremdgruppe|in-group]] die Wiedererkennung positiv beeinflusste unabhängig von der tatsächlichen Vertrautheit.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/warum-fuer-europaeer-alle-asiaten-so-aehnlich-aussehen/ |titel=&amp;#039;&amp;#039;Warum für Europäer alle Asiaten so ähnlich aussehen.&amp;#039;&amp;#039; |datum=2007-08-16 |abruf=2019-09-08}} Wissenschaft.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael J. Bernstein, Steven G. Young, Kurt Hugenberg |Titel=The Cross-Category Effect. Mere Social Categorization Is Sufficient to Elicit an Own-Group Bias in Face Recognition |Sammelwerk=Psychological Science |Band=19 |Nummer=8 |Datum=2007 |Seiten=706–712 |DOI=10.1111/j.1467-9280.2007.01964.x}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die (krankhafte) Unfähigkeit Gesichter zu erkennen, ist die [[Prosopagnosie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Gerichtsverfahren]] wird bei [[Identität]]szweifeln ein [[Morphologie (Biologie)|morphologischer]] Bildvergleich oder ein anthropologisch-biometrisches [[Gutachten]] erstellt.&amp;lt;ref&amp;gt;u.&amp;amp;nbsp;a. [[OLG Hamm]], Beschluss vom 20.&amp;amp;nbsp;Juni 2008, Az.&amp;amp;nbsp;3&amp;amp;nbsp;Ss OWi&amp;amp;nbsp;434/08.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesichtsschmuck ===&lt;br /&gt;
Zu [[Gesichtsschmuck]] siehe:&lt;br /&gt;
* [[Gesichtsbemalung]]&lt;br /&gt;
* [[Barthaar]]&lt;br /&gt;
* [[Lippenpflock]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hans Belting]]: &amp;#039;&amp;#039;Faces: Eine Geschichte des Gesichts&amp;#039;&amp;#039;. C.&amp;amp;nbsp;H. Beck 2014, ISBN 978-3-406-64430-6.&lt;br /&gt;
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* Kevin S. Weiner, &amp;amp; [[Kalanit Grill-Spector]]. &amp;#039;&amp;#039;The Evolution of Face Processing Networks&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Trends in Cognitive Sciences&amp;#039;&amp;#039;, Band 19, Nr. 5, 2015, S. 240–1 ([http://vpnl.stanford.edu/papers/Weiner_Grill-Spector_TICS2015.pdf PDF]).&lt;br /&gt;
* G. Yovel, W. A. Freiwald: &amp;#039;&amp;#039;Face recognition systems in monkey and human: are they the same thing?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;F1000prime reports.&amp;#039;&amp;#039; Band 5, 2013, S.&amp;amp;nbsp;10, [[doi:10.12703/P5-10]], PMID 23585928, {{PMC|3619156}}.&lt;br /&gt;
* [[Andrea Köhler]]: &amp;#039;&amp;#039;Vom Antlitz zum Cyberface. Das Gesicht im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit&amp;#039;&amp;#039;, Verlag zu Klampen, Springe 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Faces|Gesichter}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4020687-7}}&lt;br /&gt;
* [http://www.faceresearch.org/ FaceResearch] – aktuelle wissenschaftliche Forschung und Onlinestudien rund um Gesichter (auch auf Deutsch)&lt;br /&gt;
* [https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/wenn-das-alter-kommt-gehen-die-knochen/ &amp;#039;&amp;#039;Wenn das Alter kommt, gehen die Knochen.&amp;#039;&amp;#039;] Auf: &amp;#039;&amp;#039;wissenschaft.de&amp;#039;&amp;#039; vom 29. September 2005.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4020687-7|LCCN=sh85046785|NDL=00565021}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesicht| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Luckyprof</name></author>
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