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	<title>Geschichte des Radars - Versionsgeschichte</title>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Geschichte_des_Radars&amp;diff=2762342&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Alossola: Links an Lemmaverschiebung angepasst || ENs bearb.</title>
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		<updated>2026-02-10T22:22:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Links an Lemmaverschiebung angepasst || ENs bearb.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Überarbeiten|1=|2=|Grund= in dem Artikel werden die Forschungen des NRL in Amerika sowie in (damals britisch-)Australien völlig ausgeblendet.}}&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Radar&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; beschreibt die Entwicklung von [[Radar]]systemen von den ersten Versuchen 1904 über den Forschungswettstreit während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] bis hin zu den neuesten Technologien in Raumfahrt und Automobilindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entdeckung und erste praktische Radar-Ortungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:DE165546.pdf|mini|Patent von Hülsmeyers Telemobiloskop (30. April 1904)]]&lt;br /&gt;
[[Heinrich Hertz]] stellte 1886 beim experimentellen Nachweis von [[Elektromagnetische Welle|elektromagnetischen Wellen]] fest, dass [[Radiowelle]]n von metallischen Gegenständen reflektiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elf Jahre später wiederholte der Inder [[Jagadish Chandra Bose]] die Hertzschen Versuche in [[Kalkutta]], diesmal jedoch mit einer kürzeren Wellenlänge als Hertz. Auf der Basis dieser Versuche entwickelte Bose unter anderem den [[Wellenleiter]] – eine wichtige Komponente von Radargeräten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten praktischen Ortungen und Entfernungsmessungen mittels Radiowellen führte 1904 der deutsche Hochfrequenztechniker [[Christian Hülsmeyer]] durch. Er entwickelte und präsentierte das erste funktionierende Radarsystem, das mit 50-cm-Wellen arbeitete und bereits die klassische Senderkonfiguration aus Hornantenne mit Parabolspiegel aufwies. Da es noch keine Röhren gab, lief der Sender mit [[Funkeninduktor]]. Der Empfänger war ein [[Kohärer]] mit sendesynchron laufender mechanischer Zeitsperre zur Unterdrückung störender Fremdsignale. Das der Marine auf dem Rhein bei Köln-Deutz präsentierte Radargerät nannte er Telemobiloskop und es konnte die Radarechosignale, die von einem Schiff in 3 km Entfernung zurückgeworfen wurden, akustisch melden und größere metallische Objekte so orten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zugrundeliegende Verfahren wurde am 30.&amp;amp;nbsp;April 1904 in Deutschland und England zum Patent angemeldet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{patent|Land=DE|V-Nr=165546|Titel=Verfahren, um metallische Gegenstände mittels elektrischer Wellen einem Beobachter zu melden|A-Datum=1904-04-30|V-Datum=1905-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{patent|Land=DE|V-Nr=169154|Titel=Verfahren zur Bestimmung der Entfernung von metallischen Gegenständen (Schiffen o. dgl.), deren Gegenwart durch das Verfahren nach Patent 165546 festgestellt wird|A-Datum=1904-11-11|V-Datum=1906-04-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Da die Reichweite damals nicht den sichtbaren und hörbaren Bereich überstieg und dieses Gerät nur das Vorhandensein anderer Objekte, nicht aber deren Position melden konnte, interessierten sich weder deutsche Militärs noch die zivile Schifffahrt für das Gerät und die Entwicklung fiel nahezu dem Vergessen anheim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel der [[Patent]]schrift Nr. 165546 lautete:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Verfahren, um entfernte metallische Gegenstände mittels elektrischer Wellen einem Beobachter zu melden.&amp;lt;br /&amp;gt;Vorliegende Erfindung hat eine Vorrichtung zum Gegenstand, durch welche die Annäherung beziehungsweise Bewegung entfernter metallischer Gegenstände (Schiffe, Züge oder dergleichen) mittels elektrischer Wellen einem Beobachter durch hör- oder sichtbare Signale gemeldet wird […]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich unbeeinflusst von Hülsmeyers Patent wurden 1911 in den [[Vereinigte Staaten|USA]] die Grundprinzipien des Radars vom Science-Fiction-Autor und Erfinder [[Hugo Gernsback]] in seinem [[Science-Fiction]]-Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Ralph 124C 41+]]&amp;#039;&amp;#039; skizziert. Gernsbacks Buch geht auf einen Fortsetzungsroman zurück, der in der Technikzeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Modern Electrics&amp;#039;&amp;#039; zwischen April 1911 und März 1912 veröffentlicht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 wandte sich der Ingenieur und Buchautor [[Hans Dominik]] mit einem selbst entwickelten Prototypen an das Reichsmarineamt. Das Reichsmarineamt lehnte aber ab, da ein Einsatz für den [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] nicht mehr in Frage kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Suche nach neuen physikalischen Prinzipien zur Lösung des Problems der Erkennung und Standortbestimmung von Luft- und Seezielen führte Mitte der 1930er Jahre in mehreren Ländern nahezu gleichzeitig zur Entwicklung der Radartechnik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung während des Zweiten Weltkrieges ==&lt;br /&gt;
=== Geschichte der Radarentwicklung in Deutschland ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 101I-621-2930-32, Frankreich, Radargerät &amp;quot;Würzburg&amp;quot;.jpg|mini|Radargerät „Würzburg C“ (1942)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Durchbruch zur breiten Anwendung kam für die Radartechnik erst im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]]. [[Rudolf Kühnhold]], der wissenschaftliche Direktor der Nachrichten-Versuchsabteilung der [[Reichsmarine]], trieb die Entwicklung entscheidend voran. 1934 wurden im [[Kiel]]er Hafen die ersten Versuche mit einem von ihm entwickelten Apparat durchgeführt, der zur Tarnung &amp;#039;&amp;#039;DeTe-Gerät&amp;#039;&amp;#039; ([[Dezimeter-Telegraphie]]) genannt wurde. Bei seinen Versuchen konnte er nicht nur wie geplant Schiffe, sondern auch über dem Hafen fliegende Flugzeuge orten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch war die Entfernung, bis zu der das Radar arbeitete, für eine breite Nutzung ungeeignet, doch bereits im Oktober 1934 gelangen Entfernungsmessungen bis etwa 40&amp;amp;nbsp;km. Einer der ersten Hersteller von Radargeräten war die Anfang 1934 gegründete [[GEMA (Radar)|GEMA]] (Gesellschaft für elektroakustische und mechanische Apparate mbH, Berlin). [[Hans-Karl von Willisen|Hans Karl Freiherr von Willisen]] und [[Paul-Günther Erbslöh]] entwickelten und erprobten in [[Pelzerhaken]] die Systeme [[Freya (Radar)|Freya]], [[Mammut (Radar)|Mammut]] (PESA), [[Wassermann (Radar)|Wassermann]] und [[Seetakt (Radar)|Seetakt]] sowie Seeartgerät. Nach Kriegsende wurde die GEMA als Rüstungsbetrieb aufgelöst und die Standorte in den Ausweichquartieren Pelzerhaken und [[Lensahn]] demontiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der GEMA hatte [[Telefunken]] mit dem bodengestützten Feuerleitradar [[Würzburg (Radar)|Würzburg]] und [[Würzburg-Riese]] sowie dem ersten in Deutschland verfügbaren Bordradarsystem für [[Nachtjäger]] ([[Lichtenstein (Radar)|„Lichtenstein-Gerät“]]) den größten Anteil an der deutschen Radartechnik. Von [[Siemens#Geschichte des Konzerns|Siemens&amp;amp;nbsp;&amp;amp;&amp;amp;nbsp;Halske]] wurden die [[Jagdschloß (Radar)|Jagdschloß]]- und [[Flensburg (Radar)|Flensburg-Geräte]] entwickelt. Weitere auf dem Gebiet tätige Unternehmen waren die [[Blaupunkt]] GmbH (früher &amp;#039;&amp;#039;Ideal-Radio&amp;#039;&amp;#039;) und die [[C. Lorenz]] AG (beide in Berlin).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Systeme wurden entwickelt:&lt;br /&gt;
* aktive [[Monostatisches Radar|monostatische Radargeräte]], die mit Sender und Empfänger an einem Standort arbeiten, genannt Funkmessgerät (FuMG);&lt;br /&gt;
* passiv defensive Radarwarnempfänger, die nur zur Warnung vor feindlichem aktiven Radar von Flugzeugen und Schiffen dienten, genannt [[Funkmessbeobachtungsgerät]]e (FuMB), wie zum Beispiel&lt;br /&gt;
** FuMB&amp;amp;nbsp;1 ([[Naxos (Gerät)|Naxos]]);&lt;br /&gt;
** FuMB&amp;amp;nbsp;4 ([[Samos (Gerät)|Samos]]);&lt;br /&gt;
* passiv offensive Radarempfänger zur Annäherung an feindliche Flugzeuge mit eigenem aktivem Radar, wie zum Beispiel&lt;br /&gt;
** [[Flensburg (Radar)]];&lt;br /&gt;
* parasitäre [[Bistatisches Radar|bistatische Radargeräte]], die zur Zielbeleuchtung ein feindliches Radarsystem (&amp;#039;&amp;#039;Chain Home&amp;#039;&amp;#039;) missbrauchten, wie zum Beispiel&lt;br /&gt;
** [[Klein Heidelberg]];&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zweiten Weltkrieg erlangte die Radartechnik in der Seekriegs-, vor allem aber auch in der [[Luftkrieg]]sführung große Bedeutung und wurde dort in Verbindung mit [[Flugabwehrkanone|Flakstellungen]] und zur Führung von [[Jagdflugzeug]]en eingesetzt. Der erste erfolgreiche radargeleitete Abfangeinsatz der Geschichte war am 18.&amp;amp;nbsp;Dezember 1939, als 24 britische Bomber einen Angriff auf [[Wilhelmshaven]] flogen. Nach deren Radarortung wurden durch Jäger zehn Bomber abgeschossen und drei schwer beschädigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.uboat.net/allies/aircraft/wellington.htm &amp;#039;&amp;#039;Vickers Wellington.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;uboat.net&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die über 1000&amp;amp;nbsp;km lange [[Kammhuber-Linie]] von Dänemark bis Nordfrankreich war ein Abwehrsystem gegen nächtliche Bombergeschwader auf das Deutsche Reich. Es bestand unter anderem aus Radargeräten der Typen &amp;#039;&amp;#039;[[Würzburg-Riese|Würzburg Riese]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Freya (Radar)|Freya]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch bis in die 1950er Jahre wurde im deutschsprachigen Raum der Begriff „Funkmeß“ und seltener „Funktastsinn“ für das Radarverfahren verwendet&amp;lt;ref&amp;gt;siehe dazu diese [https://books.google.com/ngrams/graph?content=Radar%2CFunkme%C3%9F%2CFunktastsinn&amp;amp;year_start=1800&amp;amp;year_end=2000&amp;amp;corpus=20&amp;amp;smoothing=3&amp;amp;share=&amp;amp;direct_url=t1%3B%2CRadar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2CFunkme%C3%9F%3B%2Cc0#t1%3B%2CRadar%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2CFunkme%C3%9F%3B%2Cc0 &amp;#039;&amp;#039;Häufigkeitsanalyse&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Google Books NGRAM viewer&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte der Radarentwicklung in England ===&lt;br /&gt;
Während sich die Radarentwicklung in Deutschland am Anfang mit dem Erkennen von Schiffszielen beschäftigte, war in England die Erkennung von Flugzeugen der Ausgangspunkt der Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der [[Ionosphäre]]n-Forschung hatte man [[Impulstechnik|Funkimpulse]] verwendet und aus der Laufzeit bis zum Eintreffen des reflektierten Signals die Höhe der Ionosphäre bestimmt. Diese Methode wurde nun für die Funkortung weiterentwickelt. Der Leiter der Radioversuchsstation in Slough, [[Robert Watson-Watt]], und sein Mitarbeiter, der Physiker [[Arnold Wilkins]], legten am 12.&amp;amp;nbsp;Februar 1935 ihren Bericht zum Thema &amp;#039;&amp;#039;Erkennung und Ortung von Flugzeugen durch Funk&amp;#039;&amp;#039; vor (Titel &amp;#039;&amp;#039;Detection and location of aircraft by radio methods&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.bawdseyradar.org.uk/wp-content/uploads/2012/12/Wilkins-Calculations.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;PRECURSORS TO RADAR — THE WATSON-WATT MEMORANDUM AND THE DAVENTRY EXPERIMENT.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20150525040134}} (PDF) In: &amp;#039;&amp;#039;bawdseyradar.org.uk&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;), in dem sie bereits alle wesentlichen Grundzüge des Radars beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 26.&amp;amp;nbsp;Februar 1935 wurde der erste Feldversuch durchgeführt. Der [[British Broadcasting Corporation|BBC]]-Sender in [[Daventry]] sendete ein Signal mit 49&amp;amp;nbsp;m Wellenlänge. Dies war auf die Flügelspannweite üblicher [[Bomber]]-Flugzeuge abgestimmt, die bei ungefähr der Hälfte dieser Länge lagen und somit Halbwellendipole darstellten. Hiervon wurden gute Reflexionseigenschaften erwartet. Eine mobile Empfangsstation, ausgerüstet mit einem für damalige Zeit sehr modernen Kathodenstrahl-[[Oszilloskop]], befand sich in ca. 10&amp;amp;nbsp;km Entfernung. Das über diesem Gebiet fliegende Testflugzeug, ein [[Handley Page Heyford]], erzeugte tatsächlich durch die an seinem Rumpf reflektierten Funkwellen einen zusätzlichen Leuchtpunkt auf dem Schirm des Oszilloskops. Das Flugzeug konnte bereits bei diesem ersten Test bis zu einer Entfernung von 13&amp;amp;nbsp;km verfolgt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen erfolgreichen Testergebnissen wurde die englische Radarentwicklung mit hohem Aufwand begonnen. Bereits im Januar 1936 waren für alle Aspekte der Radarortung (Entfernung, Höhenwinkel und Ortungsrichtung) Lösungen gefunden worden. Sogar das Prinzip eines Zielfolgeradars konnte am 20.&amp;amp;nbsp;Juni 1939 vor [[Winston Churchill]] praktisch demonstriert werden.&amp;lt;!-- Beleg ? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chain home coverage.jpg|mini|Reichweite des &amp;#039;&amp;#039;Chain Home&amp;#039;&amp;#039;-Systems]]&lt;br /&gt;
Im Jahre 1937 begann man, an der Ostküste der britischen Insel eine Kette von 20 Küsten-Radar-Stellungen, die sogenannte &amp;#039;&amp;#039;[[Chain Home]]&amp;#039;&amp;#039;, zu installieren. Sie arbeitete bei 10 bis 13,5&amp;amp;nbsp;m Wellenlänge (22 bis 30&amp;amp;nbsp;MHz), sendete 25 Pulse pro Sekunde mit 200&amp;amp;nbsp;kW Leistung und hatte eine Reichweite von 200&amp;amp;nbsp;km. Ab Karfreitag 1939 (7. April) war die Chain Home im 24-Stunden-Dauerbetrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Deutschen entdeckten die hierzu installierten hohen Masten und unternahmen mit dem Luftschiff [[LZ 130|LZ&amp;amp;nbsp;130 &amp;#039;&amp;#039;Graf Zeppelin&amp;amp;nbsp;II&amp;#039;&amp;#039;]] im Mai und August 1939 zwei Aufklärungsflüge entlang der britischen Ostküste bis zu den [[Shetland]]inseln, um den Stand der englischen Radartechnik zu erkunden. Sie fanden jedoch keine Radarsignale, da sie Signale im Bereich von 1,5 bis 0,5&amp;amp;nbsp;m Wellenlänge erwarteten, die Chain Home aber mit einer viel größeren Wellenlänge arbeitete, was deutschen Ingenieuren völlig abwegig erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Chain Home&amp;#039;&amp;#039; hatte zwar eine hohe Reichweite, konnte aber keine [[Tiefflieger]] entdecken. Deshalb wurde zusätzlich &amp;#039;&amp;#039;Chain Home Low&amp;#039;&amp;#039; installiert, eine Tiefflug-Radarkette mit 80&amp;amp;nbsp;km Reichweite bei 1,5&amp;amp;nbsp;m Wellenlänge (200&amp;amp;nbsp;MHz).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Radarkette erwies sich als wichtiger Vorteil in der [[Luftschlacht um England#Britischer Operationsplan|Luftschlacht um England]], da die deutschen Angriffe rechtzeitig erkannt werden konnten. Hätten Wissenschaftler wie [[Robert Watson-Watt]] „nicht lange vor dem Kriegsausbruch an der Erfindung des ‚Radar‘ gearbeitet“, so enthüllte im Sommer 1945 Handelsminister [[Richard Stafford Cripps]], „dann wäre es mehr als zweifelhaft gewesen, ob Großbritannien in den kritischen Jahren hätte aushalten können‚ als Deutschland das ganze Gewicht seiner Luftwaffe gegen England warf und mit beträchtlichem Erfolg durch seine U-Boote versuchte, die britischen Seeverbindungen abzuschneiden“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|kna|18|08|1945|2|Das „Radar“-Geheimnis enthüllt. Eine Erfindung, die kriegsentscheidend wirkte|HERVORHEBUNG=Hätten&amp;amp;#32;diese&amp;amp;#32;Wissenschaftler}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Luftmarschall [[Arthur Tedder, 1. Baron Tedder|Arthur Tedder]] äußerte im gleichen Jahr: „Wenn Radar in der ‚Schlacht um England‘ die Deutschen nicht des Vorteiles der Überraschung beraubt hätte, so wüßte ich nicht, wo wir heute stehen würden.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|dwp|21|09|1945|3|Das „magische Auge“&amp;amp;nbsp;– eine Hilfe für die Blinden|HERVORHEBUNG=Wenn&amp;amp;#32;Radar&amp;amp;#32;in&amp;amp;#32;der}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Original cavity magnetron, 1940 (9663811280).jpg|mini|Anodenblock des Mehrkammer-Magnetrons mit sechs Resonanzkammern von Randall und Boot, 1940.]]&lt;br /&gt;
Bald wurden auch Radargeräte für den Einsatz in Flugzeugen entwickelt. Erste Geräte waren aufgrund ihrer Wellenlänge von minimal 50&amp;amp;nbsp;cm nur mäßig brauchbar. Den britischen Forschern [[John Turton Randall]] und [[Harry Boot]] gelang am 21.&amp;amp;nbsp;Februar 1940 der Aufbau des ersten Laborgerätes eines [[Magnetron]]s zur Erzeugung von 10-cm-Wellen. Hieraus wurde das [[H2S (Navigation)|H2S]]-Gerät entwickelt, ein [[Bordradar]] für Flugzeuge, mit dem die Konturen der Landschaft wie auf einer Karte dargestellt wurden. Der erstmalige Einsatz erfolgte am 30. und 31.&amp;amp;nbsp;Januar 1943 bei einem Bombenangriff auf Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Radar wurden sogenannte [[Düppel (Radartäuschung)|Düppel]] entwickelt – ein einfaches Mittel, um Radar zu stören. Deutschland und England hatten dieses Mittel unabhängig voneinander entwickelt und es geheim gehalten, um nicht zu verraten, wie das eigene Radar gestört werden könnte.&lt;br /&gt;
Welche Bedeutung die Briten dem deutschen Radar zumaßen, zeigt die [[Operation Biting]]: in einem [[Kommando (Militär)|Kommandounternehmen]] mit Fallschirmjägern im Februar 1942 eroberten sie Teile des deutschen [[Würzburg (Radar)|Würzburg-Radars]]. Sie fanden so dessen Wellenlänge (53 cm) heraus und entdeckten, dass diese nicht variiert werden konnte. Diese Erkenntnis nutzten sie erstmals im Juli 1943:&lt;br /&gt;
vorausfliegende [[Aufklärungsflugzeug]]e der [[Royal Air Force|RAF]] warfen bei der [[Operation Gomorrha]], dem Großangriff auf [[Hamburg]] im Juli [[1943]] (er verursachte den ersten [[Feuersturm]] in einer deutschen Großstadt), Düppel zur Störung der deutschen Radarstationen mit der genauen Länge 26,5&amp;amp;nbsp;cm ab.&lt;br /&gt;
Dies sind Metallfolienstreifen, die etwa auf die halbe Wellenlänge der verwendeten Radargeräte zugeschnitten und von Flugzeugen in großer Menge abgeworfen wurden. Es wurden 92&amp;amp;nbsp;Mio.&amp;amp;nbsp;Streifen, das entspricht 40&amp;amp;nbsp;Tonnen, abgeworfen. Auf deutscher Seite dauerte die Entwicklung eines geeigneten Gegenmittels nicht lange: Das verbesserte [[Würzburg-Riese|Würzburg]]-Radargerät konnte bewegte Objekte wie Flugzeuge von den stillstehenden Metallstreifen trennen und die Geschwindigkeit des Ziels anhand des Doppler-Effektes bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte der Radarentwicklung in der Sowjetunion ===&lt;br /&gt;
Die Tatsache einer eigenständigen Entwicklung in der Sowjetunion wird von westlichen Quellen kaum erwähnt. Die sowjetische Radarentwicklung erfolgte unter den Bedingungen der internationalen Isolierung der Sowjetunion und später der Auslagerung von Konstruktions- und Produktionskapazitäten nach Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Alexander Stepanowitsch Popow|Popow]] übertrug 1895 in [[Sankt Petersburg]] die ersten Radiosignale&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.researchgate.net/profile/Victor_Chernyak/publication/224602004_A_Brief_History_of_Radar/links/0fcfd50670bfb00941000000.pdf#page=3 &amp;#039;&amp;#039;A Brief History of Radar in the Soviet Union and Russia&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 15&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt; und entdeckte dabei auch die Eigenschaft der Reflexion von Radiowellen an Gegenständen. In den 1920er Jahren erbrachten russische und ukrainische Wissenschaftler theoretische Vorleistungen bezüglich der Anwendung der Rückstrahlortung mittels elektromagnetischer Wellen. [[Michail Alexandrowitsch Bontsch-Brujewitsch]], Arenberg und Wwedenski untersuchten das Reflexionsverhalten elektromagnetischer Wellen. Durch [[Leonid Isaakowitsch Mandelstam|Mandelstam]] und Papaleksi erfolgten phasometrische Entfernungsmessungen zur Bestimmung der Höhe der Ionosphäre mit elektromagnetischen Impulsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee der Anwendung von Funkwellen zur Entdeckung und Standortbestimmung von Flugkörpern entstand gleichzeitig in zwei Verwaltungen des Volkskommissariats für Verteidigung – in der Militärtechnischen Verwaltung 1930 im Plan für ein Aufklärungsmittel der [[Flakartillerie]] und in der Verwaltung Luftverteidigung 1932/33 zur Verbesserung der Luftraumaufklärung. Ende 1933 wurden auf Initiative des Militäringenieurs M.M.&amp;amp;nbsp;Lobanow im Zentralen Radiolaboratorium Untersuchungen zur Rückstrahlortung mit Dezimeterwellen begonnen. Unter Leitung von J.K.&amp;amp;nbsp;Korowin wurde erstmals ein Flugzeug mit einer Versuchsanordnung geortet, die aus einem 60-cm-Dauerstrichsender, einem [[Superregenerativempfänger]] und zwei [[Parabolantenne]]n für Senden und Empfang bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar 1934 fand unter Leitung des Akademiemitglieds Abram F. Joffe eine Beratung namhafter Spezialisten statt, die die Ideen des Ingenieurs P.K.&amp;amp;nbsp;Ostschepkow für ein System der Luftraumaufklärung mittels elektromagnetischer Wellen unterstützte. In der „Zeitschrift der Luftverteidigung“, Heft 2/1934, veröffentlichte Ostschepkow seine Gedanken über ein Aufklärungssystem der Luftverteidigung, die Vorteile der Impulsmethode für die Ortung von Luftzielen und der Idee einer Rundblickstation, die gleichzeitig Entfernung und Seitenwinkel eines Flugkörpers bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch 1934 begannen umfangreiche Arbeiten zur Realisierung der Funkortung unter Nutzung von [[Dauerstrichradar|Dauerstrichstrahlung]]. Im August 1934 wurde die Versuchsanordnung „Rapid“ erprobt, die aus einem 200-W-Sender auf der Wellenlänge 4,7&amp;amp;nbsp;m und zwei im Abstand von 50 bzw. 70&amp;amp;nbsp;km aufgebauten Empfangsanlagen bestand. Der Durchflug eines Flugzeuges in 5200&amp;amp;nbsp;m Höhe konnte anhand der Schwebungen, die durch [[Interferenz (Physik)|Interferenz]] von direkter und reflektierter Welle gebildet wurden, zuverlässig registriert werden („Radargeist“). Daraus entstand später das System „Rewen“, welches 1939 als [[RUS-1]] (radioulowitel samoljotow) in die Ausrüstung der Roten Armee übernommen wurde. Zu Kriegsbeginn 1941 waren in der Luftverteidigung Moskaus und Leningrads 41 Gerätesätze RUS-1 eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1935 begannen im Physikalisch-Technischen Institut der [[Russische Akademie der Wissenschaften|Akademie der Wissenschaften]] unter Leitung von [[Juri Borissowitsch Kobsarew|J.&amp;amp;nbsp;B.&amp;amp;nbsp;Kobsarew]] Arbeiten, die zur Konstruktion der ersten sowjetischen Impulsfunkmessstation führten. Noch im selben Jahr wurde der Beweis erbracht, dass man mit einem Impulsradar auf der Wellenlänge von 4&amp;amp;nbsp;m eine Ortungsentfernung von 100&amp;amp;nbsp;km erreichen kann. Es folgten erfolgreiche Versuche mit [[Yagi-Antenne|Uda-Yagi-Antennen]] und die Entwicklung spezieller Impulssenderöhren (IG-7, IG-8). Bis 1939 entstand so die mobile Impulsfunkmessstation „Redoute“, die nach erfolgreicher Truppenerprobung im Juli 1940 als [[RUS-2]] in die Ausrüstung übernommen wurde.&lt;br /&gt;
In ihrer ursprünglichen Variante bestand die [[RUS-2]] aus einer drehbaren Kabine mit dem 50-kW-Sender und der Sendeantenne auf einem Kraftfahrzeug [[ZIS-6]], einer Kabine mit Empfangsantenne, Empfangsapparatur und einer Elektronenstrahlröhre als Sichtgerät auf einem Kraftfahrzeug GAZ-3A sowie einem Stromversorgungsgerät auf der Pritsche eines weiteren GAZ-3A. Die für Senden und Empfang gleichartigen Antennen, die synchron bewegt wurden, bestanden aus einem aktiven Strahler, einem Reflektor und fünf Direktoren für die Wellenlänge von 4&amp;amp;nbsp;m.&lt;br /&gt;
Mit der Realisierung des Sendens und Empfangens mit nur einer Antenne mittels eines Antennenumschalters konnte die gesamte Apparatur auf einem Fahrzeug untergebracht und die Drehung auf die Antenne beschränkt werden. Bis Kriegsbeginn 1941 wurden 15&amp;amp;nbsp;Geräte der Einantennenvariante ausgeliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die RUS-2 ermöglichte die Entdeckung von Luftzielen in großer Entfernung und in allen damals geflogenen Höhen und die Bestimmung ihrer Entfernung und ihres [[Azimut]]s, der ungefähren Geschwindigkeit und des Bestandes von Flugzeuggruppen (auf der Grundlage der Interferenzen) sowie die Darstellung der Luftlage im Radius bis 100&amp;amp;nbsp;km. Sie spielte eine große Rolle bei der Luftverteidigung Moskaus und Leningrads. Im Jahre 1943 erfolgte der Einbau eines [[Freund-Feind-Erkennung|Freund-Feind-Kennungsgerätes]] und eines Höhenmesszusatzes auf der Grundlage der [[Goniometer (Radar)|Goniometermethode]]. 1940–1945 wurden 607&amp;amp;nbsp;[[RUS-2]] in verschiedenen Varianten ausgeliefert, darunter auch eine Einantennen-Variante in Transportkisten RUS-2s („Pegmatit“). Die Impulsfunkmessstation RUS-2 war Ausgangspunkt der Entwicklung mehrerer Generationen von mobilen und stationären Meterwellen-Funkmessgeräten in der Sowjetunion ([[Pegmatit-3|P-3]], P-10, [[P-12]], [[P-18]], P-14, [[Oborona]]-14, Njebo).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste sowjetische Dezimeterwellenanlage entstand ab 1935 unter Leitung von B.K.&amp;amp;nbsp;Schembel im Zentralen Radiolaboratorium. Zwei 2-m-Spiegel, je einer für das Senden und das Empfangen auf Wellenlängen von 21 bis 29&amp;amp;nbsp;cm, waren nebeneinander auf einer Plattform angeordnet. Bei einer ausgestrahlten Leistung von 8 bis 15&amp;amp;nbsp;W und einer [[Empfängerempfindlichkeit]] von 100&amp;amp;nbsp;µV wurde ein Flugzeug in 8&amp;amp;nbsp;km Entfernung entdeckt. Bei Erprobungen auf der Krim konnte die Reflexion von 100&amp;amp;nbsp;km entfernten Bergen beobachtet und zur Entfernungsmessung erstmals die [[Frequenzmodulation]] angewendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1937 führte man zur genaueren Bestimmung der Winkelkoordinaten das Verfahren der signalgleichen Zone mittels rotierendem Dipol ein (heute unter dem Begriff [[Minimumpeilung]] bekannt). In den folgenden Jahren wurde an der Schaffung eines Richtgeräts für die Flak in Leningrad und Charkow gearbeitet. Dabei entstand eine ganze Serie verschiedener [[Magnetron]]s für den Dezimeter- und Zentimeterwellenbereich. 1940 erfand Degtarjow das [[Klystron|Reflexklystron]], welches im Empfänger benötigt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konstruktion eines Funkmesskomplexes für die Flak wurde praktisch 1940 abgeschlossen. Der Komplex bestand aus einem Dauerstrichgerät für die Bestimmung der Winkelkoordinaten auf der Wellenlänge 15&amp;amp;nbsp;cm mit 20&amp;amp;nbsp;W Leistung und einem Impulsgerät zur Entfernungsmessung auf der Wellenlänge 80&amp;amp;nbsp;cm mit 15&amp;amp;nbsp;kW Impulsleistung. Wegen der Evakuierung des Betriebes im Herbst 1941 kam es allerdings nicht zur Aufnahme der Serienproduktion; einige Versuchsgeräte setzte man in der Luftverteidigung Moskaus und Leningrads ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Arbeiten zur Schaffung eines Radars für Jagdflugzeuge begann 1940. Im Versuchsgerät „Gneis-1“ wurde im Sender ein [[Klystron]] mit der Wellenlänge 15–16&amp;amp;nbsp;cm verwendet, das aber infolge der Kriegseinwirkungen nicht mehr hergestellt werden konnte. Deshalb wurde unter Leitung von W. W. Tichomirow das Funkmessgerät [[Gneis-2]] zum Einsatz in zweimotorigen Flugzeugen vom Typ [[Pe-2]] mit einem Röhrensender der Wellenlänge 1,5&amp;amp;nbsp;m und einer Auffassungsentfernung von 4&amp;amp;nbsp;km entwickelt. Die ersten Versuchsmuster bestanden ihre Bewährungsprobe im Dezember 1942 bei Stalingrad. Die Aufnahme in die Bewaffnung erfolgte 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg bedeutete die starke Ausweitung des zivilen Luftverkehrs auch eine zunehmende Bedeutung der [[Luftraumüberwachung]] und damit verbunden eine ständige Weiterentwicklung des [[Bordradar]]s. Der militärische Bereich war von dem [[Wettrüsten]] der Supermächte USA und UdSSR gekennzeichnet; die Entwicklung von [[Kampfflugzeug]]en wurde forciert. Höhere Geschwindigkeiten, seit den 1980er Jahren auch schnelle, tieffliegende [[Lenkwaffe]]n sowie [[Marschflugkörper]] verlangten nach immer leistungsfähigeren, weitreichenden und genauen Bordradar-Systemen. Auch in den Flugkörpern wurde zur Zielansteuerung zunehmend Radar eingesetzt, so erstmals bei dem Boden-Luft-Lenkflugkörper [[Bomarc]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschung nach dem Zweiten Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
In Deutschland kam die Forschung auf dem Gebiet Radar nach dem Krieg vollständig zum Erliegen. Die Alliierten verboten diese bis 1950. Erhebliche Fortschritte machte die Forschung in der Folgezeit insbesondere in den USA, wo zahlreiche neue theoretische Ansätze und innovative Bauteile wie Halbleiter und Mikroprozessoren entwickelt wurden. Als ein Beispiel sei das [[Synthetic Aperture Radar]] aus dem Jahr 1951 genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Firmen bauten ab 1950 zunächst ausschließlich britische Radargeräte zur zivilen Luftraumüberwachung auf Lizenzbasis nach. Von da an war die Radarforschung in Europa vor allem durch zahlreiche internationale Kooperationen geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Nachkriegszeit wurde weiter im Bereich Bordradare geforscht, ein Vertreter der analogen Bordradare ist das Modell &amp;#039;&amp;#039;NASARR&amp;#039;&amp;#039;, das im F-104 Starfighter zum Einsatz kam und zwischen 1961 und 1966 gebaut wurde. Es folgte das digitale Multifunktionsradar, das bis heute immer weiter entwickelt wird. Seit Anfang der 1990er Jahre wird beispielsweise [[EuroRADAR CAPTOR]] gebaut und stetig dem aktuellen Stand der Forschung angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Meilenstein in der Leistungsfähigkeit von Radarsystemen war die Nutzung von Antennen mit elektronischer Strahlschwenkung ([[Phased-Array-Antenne]]). Weitere militärische Anwendung fanden ab etwa 1970 Überhorizontradare und hochfrequente Radarsuchköpfe für endphasengelenkte Munition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zivile Nutzung ==&lt;br /&gt;
Auch an Bord von zivilen Flugzeugen und Schiffen gehören Bordradare zur Standardausrüstung. Eine der ersten und bis heute wichtigsten zivilen Anwendungen ist die Überwachung des Luftverkehrs mittels [[Air Traffic Control]] (ATC). Ein Vorgänger ist das &amp;#039;&amp;#039;Ground Radar System&amp;#039;&amp;#039;, das Telefunken zwischen 1955 und 1957 entwickelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits Ende der 1970er Jahre entstanden erste Systeme von Abstandswarnradaren für den Automobilbereich. Seit den 2000er Jahren setzen Autohersteller Radarsysteme für [[Abstandsregeltempomat]]en (ACC) ein. Auch als [[Einparkhilfe]] und [[Toter Winkel|Toter-Winkel-Warnsystem]] werden Radarsysteme in Fahrzeugen verwendet. Eine weitere Anwendung von Radartechnik im Straßenverkehr ist die Messung von Geschwindigkeitsüberschreitungen durch die Polizei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Raumfahrt wird Radartechnik seit Mitte der 1990er vor allem zur Vermessung der Erde und anderer Planeten genutzt. Zur Erfassung von Wetterdaten werden zudem [[Wetterradar]]e eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Industrie werden Radarsensoren zur [[Bewegungsmelder|Bewegungsmeldung]] oder [[Füllstandsmessung]] eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Geologie]], der [[Bodenkunde]], der [[Archäologie]], der [[Geotechnik]] usw. kommt das [[Bodenradar|Geo- oder Bodenradar]] als indirekte [[Geophysik|geophysikalische]] Untersuchungsmethode zur Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Cajus Bekker]]: &amp;#039;&amp;#039;Augen durch Nacht und Nebel. Die Radarstory&amp;#039;&amp;#039;. 2. verbesserte Auflage. Stalling Verlag, Oldenburg u.&amp;amp;nbsp;a. 1964.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Robert Buderi&lt;br /&gt;
   |Titel=The Invention that Changed the World. How a Small Group of Radar Pioneers Won the Second World War and Launched a Technological Revolution&lt;br /&gt;
   |Verlag=Simon &amp;amp; Schuster Ltd.&lt;br /&gt;
   |Ort=New York NY&lt;br /&gt;
   |Datum=1996&lt;br /&gt;
   |ISBN=0-684-81021-2&lt;br /&gt;
   |Kommentar=&amp;#039;&amp;#039;Sloan technology series&amp;#039;&amp;#039;}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Brian Johnson&lt;br /&gt;
   |Titel=Streng geheim. Wissenschaft und Technik im Zweiten Weltkrieg. Geheime Archive erstmals ausgewertet&lt;br /&gt;
   |Verlag=Sonderausgabe. Weltbild&lt;br /&gt;
   |Ort=Augsburg&lt;br /&gt;
   |Datum=1994&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-89350-818-X}}&lt;br /&gt;
* Ulrich Kern: &amp;#039;&amp;#039;Die Entstehung des Radarverfahrens. Zur Geschichte der Radartechnik bis 1945.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, Stuttgart 1984.&lt;br /&gt;
* Harry von Kroge: &amp;#039;&amp;#039;GEMA-Berlin. Geburtsstätte der deutschen aktiven Wasserschall- und Funkortungstechnik.&amp;#039;&amp;#039; Eigenverlag, Hamburg 1998, ISBN 3-00-002865-X.&lt;br /&gt;
* M. M. Lobanow: &amp;#039;&amp;#039;Nachalo Sovetskoy Radiolokatsii&amp;#039;&amp;#039; (dt.: &amp;#039;Die Anfänge der sowjetischen Funkmesstechnik&amp;#039;). Verlag Sowjetskoje Radio, Moskau 1975.&lt;br /&gt;
* Robert M. Page: &amp;#039;&amp;#039;The Early History of Radar&amp;#039;&amp;#039;. Proceedings of the IRE (1962) Vol. 50, Issue 5, 1232–1236.&lt;br /&gt;
* [[David E. Pritchard]]: &amp;#039;&amp;#039;Durch Raum und Zeit. Radarentwicklung und -einsatz 1904–1945.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1992.&lt;br /&gt;
* Frank Reuter: &amp;#039;&amp;#039;Funkmeß. Die Entwicklung und der Einsatz des RADAR-Verfahrens in Deutschland bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.&amp;#039;&amp;#039; Westdeutscher Verlag, Opladen 1971, (&amp;#039;&amp;#039;Wissenschaftliche Abhandlungen der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen&amp;#039;&amp;#039; 42, {{ISSN|0570-5665}}).&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Harald Rockstuhl]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Sowjetische Radarstation bei Eigenrieden im Hainich in Thüringen 1983–1995&lt;br /&gt;
   |Verlag=Rockstuhl&lt;br /&gt;
   |Ort=Bad Langensalza&lt;br /&gt;
   |Datum=2006&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-937135-79-0}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Albert Sammt]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Mein Leben für den Zeppelin&lt;br /&gt;
   |Auflage=2.&lt;br /&gt;
   |Verlag=Mit einem Beitrag von Ernst Breuning. Bearbeitet und ergänzt von Wolfgang von Zeppelin und Peter Kleinhans. Pestalozzi Kinderdorf&lt;br /&gt;
   |Ort=Wahlwies&lt;br /&gt;
   |Datum=1989&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-921583-02-0}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Fritz Trenkle]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Die deutschen Funkmessverfahren bis 1945&lt;br /&gt;
   |Verlag=Hüthig&lt;br /&gt;
   |Ort=Heidelberg&lt;br /&gt;
   |Datum=1987&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-7785-1400-8}}&lt;br /&gt;
* W.-R. Stuppert und S. Fiedler, &amp;#039;&amp;#039;Die Funktechnischen Truppen der Luftverteidigung der DDR – Geschichte und Geschichten&amp;#039;&amp;#039;, Steffen Verlag Berlin u. Friedland, 1. Aufl. 2012, ISBN 978-3-942477-39-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Radar}}&lt;br /&gt;
* [http://www.xs4all.nl/~aobauer/Huelspart1def.pdf Christian Hülsmeyer and about the early days of radar inventions] (englisch; PDF; 1,64&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
* [http://www.100jahreradar.de/content_gdr1.html Zur 100-jährigen Geschichte des Radars]&lt;br /&gt;
* [http://www.forumamfreitag.zdf.de/ZDFde/inhalt/9/0,1872,2208041,00.html ZDF-Dokumentation über den Wettlauf der Radarentwicklung auf deutscher und englischer Seite]&lt;br /&gt;
* [http://www.radarpages.co.uk/mob/ch/chainhome.htm Website über die Chain Home] (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://math.la.asu.edu/~kuang/LM/030902-Radar_History10.pdf Radargeschichte als Präsentation auf math.la.asu.edu] (englisch; PDF; 4,53&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
* [http://www.radartutorial.eu/04.history/hi04.de.html Historischer Überblick] auf dem Radartutorial&lt;br /&gt;
* [http://www.cdvandt.org/M-%20Dv-291-%20Funkmessgeraetekunde.pdf „Funkmeßgerätekunde“] [[Oberkommando der Kriegsmarine|OKM]] [[Dienstvorschriften der Bundeswehr#Bedeutung und Arten|MDv.]]&amp;amp;nbsp;Nr.&amp;amp;nbsp;291&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Radar| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaft und Technologie im Zweiten Weltkrieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Technikgeschichte|Radar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Schiffsnavigation]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Alossola</name></author>
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