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	<title>Geschichte des Kantons Freiburg - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Martin Sg.: /* Literatur */ wf</title>
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		<updated>2025-08-03T11:41:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; wf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!--schweizbezogen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Meyers Universum Band 15 06.jpg|mini|Blick auf Freiburg um 1850]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Kantons Freiburg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; umfasst die Entwicklungen auf dem Gebiet des schweizerischen [[Kanton Freiburg|Kantons Freiburg]] von der Urgeschichte bis zur Gegenwart. Sie ist wesentlich geprägt durch die namensgebende Stadt [[Freiburg im Üechtland]]  und die Situation des Kantons an der Grenze zwischen dem französischen und dem deutschen Sprachraum. Der heutige Kanton Freiburg entstand aus der von den [[Zähringer]]n gegründeten Stadt Freiburg und ihrem bis 1798 erworbenen Herrschaftsgebiet. Die frühe Geschichte Freiburgs war geprägt durch die Konkurrenzsituation zur Stadt [[Bern]] und die Situation Freiburgs an der Grenze der Einflussgebiete der [[Habsburger]] und [[Savoyer]]. Seit der Erlangung des Status einer Reichsstadt 1478 bildete Freiburg einen Stadtstaat, der seit dem Beitritt zur Eidgenossenschaft 1481 als «Ort» über erhöhte Autonomie verfügte und nach 1648 als unabhängige Stadtrepublik gelten konnte. Seit der [[Reformation in der Schweiz|Reformation]] war Freiburg eine Hochburg des [[Katholizismus]] in der ansonsten fast vollständig zur Reformation übergetretenen Westschweiz. In die Zeit der [[Helvetische Republik|Helvetischen Republik]] fällt die Gründung des eigentlichen Kantons Freiburg, der seit 1803 in den heutigen Grenzen existiert.&lt;br /&gt;
== Ur- und Frühgeschichte ==&lt;br /&gt;
Der Pré de Riva ist eine rekonstruierte [[Feuchtbodensiedlung|Pfahlbausiedlung]] in [[Gletterens]] bei [[Vallon FR|Vallon]], südlich des [[Neuenburgersee]]s. Auf der nördlichen Seite nur etwa 26 Kilometer entfernt liegt im Kanton Neuenburg (auf Höhe des [[A5 (Schweiz)|A5]]-Tunnels) ein weiterer archäologischer Park [[Laténium]] in [[Hauterive FR|Hauterive]], östlich von Neuenburg (Neuchâtel), der an die Stelle des «Musée cantonal d’archéologie» getreten ist und [[Latènezeitlicher Fund|latènezeitliche Funde]] zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgründung und erste Blüte ==&lt;br /&gt;
Gleich den übrigen Gebieten der Westschweiz gehörte auch dasjenige des jetzigen [[Kanton Freiburg|Kantons Freiburg]] nacheinander zum [[Römisches Reich|römischen]] (seit 58 v.&amp;amp;nbsp;Chr.), [[Burgunden|burgundischen]] (450 bis 532), [[Fränkisches Reich|fränkischen]] (532 bis 888), [[Hochburgund|neuburgundischen]] (888 bis 1032) und endlich zum [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich]]. 1157 legte Herzog [[Berthold IV. (Zähringen)|Berchtold&amp;amp;nbsp;IV. von Zähringen]], Rektor von Burgund, in dem [[Üechtland]] (Land Ogo) an der [[Saane]] auf der [[Röstigraben|deutsch-romanischen Sprachgrenze]] den Grund zu der Stadt [[Freiburg im Üechtland]], der er die Rechte des von [[Berthold III. (Zähringen)|Berchtold&amp;amp;nbsp;III.]] gegründeten [[Freiburg im Breisgau]] und einen [[Bann (Gebiet)|Bann]] von drei Stunden im Umkreis, die „alte Landschaft“, gewährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt blühte rasch auf; allein da sie nicht, wie die Schwesterstadt [[Bern]], auf Reichs-, sondern auf [[Zähringer|zähringischem]] [[Allod]]ialgrund lag, fiel sie nach dem Aussterben der Zähringer (1218) als Erbe an die [[Kyburg (Adelsgeschlecht)|Grafen von Kyburg]]. Die beiden Städte verbanden sich schon 1243 durch ein ewiges Bündnis; als jedoch Freiburg 1277 durch Kauf an [[Rudolf I. (HRR)|Rudolf von Habsburg]] überging, trat zwischen ihnen eine Entfremdung ein. Wiederholt verband sich Freiburg mit dem burgundischen Adel gegen Bern und wurde von letzterem 1298 in der [[Schlacht am Dornbühl]] und 1339 in der [[Schlacht bei Laupen]] geschlagen. Zusehends lockerte sich aber das Band, welches die von bernischem und [[Savoyen|savoyischem]] Gebiet umgebene Stadt an [[Österreich]] knüpfte, und nachdem sie im [[Alter Zürichkrieg|alten Zürichkrieg]] von diesem den Angriffen Berns und Savoyens preisgegeben worden war (1448), übergab sie sich 1452 an die Herzöge von Savoyen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Burgunderkriege und Gegenreformation ==&lt;br /&gt;
Als Verbündete Berns nahm Freiburg an den [[Burgunderkriege]]n Anteil und schüttelte 1477 die savoyische Herrschaft ab, worauf es am 22. Dezember 1481 in die [[Alte Eidgenossenschaft|Eidgenossenschaft]] aufgenommen wurde. In Freiburg wurde 1516 der ewige Friede zwischen [[Franz I. (Frankreich)|Franz&amp;amp;nbsp;I. von Frankreich]] und den Eidgenossen geschlossen. Der [[Reformation]] zeigte es sich feindselig, was es indes nicht daran hinderte, 1536 im Bund mit Bern Teile der [[Waadt]] an sich zu reissen. 1555 gewann es durch den Bankrott des Grafen den größten Teil der [[Grafschaft Greyerz]]. Ausserdem besass es mit Bern gemeinschaftlich die Herrschaften [[Schwarzenburg BE|Schwarzenburg]], [[Murten]], [[Orbe]], [[Grandson]] und [[Echallens]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bischof]] von [[Lausanne]] nahm infolge der Reformation der Waadt seinen Sitz in Freiburg. 1580 fanden die [[Jesuiten]] Aufnahme in der Stadt, die durch [[Petrus Canisius]] ein Mittelpunkt der europäischen [[Gegenreformation]] wurde. Freiburg nahm auch teil am Borromäischen und spanischen Bündnis (1586–87).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Patriziat ==&lt;br /&gt;
Am frühsten von allen Schweizer Städten bildete sich in Freiburg ein geschlossenes [[Patrizier (Schweiz)|Patriziat]]. Im 16. Jahrhundert entrissen die Räte der Gemeinde das Wahlrecht, 1627 liessen sich die hundert im Besitz der Ämter und Ratsstellen befindlichen Familien in ein Buch eintragen und erklärten sich für allein «regimentsfähig». Obschon viele derselben ausstarben, wurde die Zahl der «heimlichen» Geschlechter (&amp;#039;&amp;#039;bourgeois secrets&amp;#039;&amp;#039;), wie sich die Freiburger Patrizier nannten, 1684 für immer geschlossen erklärt. Die «heimliche Kammer», eine Art Staatsinquisition, bestehend aus den vier [[Bannerherr#Venner (Schweiz)|Vennern]] und 24 Heimlichern, welche sich selbst, den Rat der Sechzig und denjenigen der Zweihundert ergänzte, gewann dadurch unbedingte Gewalt. Die Freiburger [[Aristokratie]] hatte alle die Härten und Schwächen derjenigen [[Stadt und Republik Bern|Berns]] ohne deren Grösse. Ein Aufstand der durch Unterdrückung ihrer alten Freiheiten, Entfremdung kommunalen Eigentums und Abschaffung von Feiertagen erbitterten Bauern unter dem Major [[Pierre-Nicolas Chenaux]] (1740–1781) wurde im Mai 1781 mit Hilfe bernischer Truppen unterdrückt und eine friedliche Demonstration der Stadtbürgerschaft zugunsten der Rechtsgleichheit im Juli 1782 mit Verbannung ihrer Urheber bestraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Territoriale Entwicklung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Historische-Karte-des-Kantons-Freiburg.png|mini|400px|Territoriale Entwicklung des Stadtstaates Freiburg bis 1798]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Herrliberger Freiburg.jpg|mini|318x318px|Ansicht der Stadt Freiburg i. Ü. ca. 1780]]&lt;br /&gt;
Die Bildung des Territoriums der Stadt Freiburg begann im 14. Jahrhundert unter habsburgischer Herrschaft, als es gelang im Seeland Laubegg, Mannenberg, [[Nidau]], [[Büren an der Aare|Büren]] und den Inselgau sowie Rechte im [[Simmental]] zu erwerben. Im Gefolge der habsburgischen Kriege gegen die Eidgenossenschaft gingen diese Erwerbungen jedoch im Friede von Zürich am 1. April 1389 an Bern verloren. Im 15. Jahrhundert setzte eine zweite, erfolgreichere Phase der Territorialpolitik ein. 1423 erwarb Freiburg gemeinsam mit Bern von Savoyen die [[Herrschaft Grasburg]] und 1442 von den [[Thierstein (Adelsgeschlecht)|Grafen von Thierstein]] Gebiete in der sogenannten «Alten Landschaft». Nach der Emanzipation von der Herrschaft der Habsburger nahm Freiburg an der Seite Berns an den [[Burgunderkriege]]n teil und konnte 1475 [[Illens]] und die Herrschaft Arconciel sowie [[Éverdes]] erwerben. [[Murten]], [[Grandson]], [[Orbe]] und [[Echallens]] wurden Gemeine Herrschaften mit Bern. Savoyen verkaufte 1478 die [[Herrschaft Montagny]] (Montenach) und entliess Freiburg aus seinem Machtbereich, so dass die Stadt seit 1478 als reichsunmittelbar galt und 1481 der Eidgenossenschaft beitreten konnte. Weitere käufliche Erwerbungen gelangen in den folgenden Jahrzehnten: Die Herrschaft Pont 1483, Teile der Herrschaft Estavayer 1488, Jaun 1502/04, 1520 Font am Neuenburgersee und 1526 [[Corserey]]. Gemeinsam mit Bern zog Freiburg 1536 im Krieg gegen Savoyen gegen die Waadt und konnte von Savoyen [[Estavayer]], [[Romont FR|Romont]], [[Vuissens]], [[Surpierre]], Châtel-St-Denis und Rue sowie vom Fürstbistum Lausanne [[Albeuve]], [[Bulle FR|Bulle]] und La Roche erobern. Die letzte wesentliche Gebietserweiterung bis 1798 resultierte aus dem Zerfall der [[Grafschaft Greyerz]]. Zuerst verkaufte der Graf von Greyerz 1543 die Herrschaft [[Corbières FR|Corbières]] mit [[Vuippens]] und [[Vuadens]] und 1555 fiel der nördliche Teil der eigentlichen Grafschaft Greyerz selber nach dem Konkurs des letzten Grafen an Freiburg. Wiederholte Versuche die Gemeinen Herrschaften zwischen Bern und Freiburg zu teilen scheiterten bis 1798 am Widerstand Berns.&amp;lt;ref&amp;gt;Artikel «Freiburg» in: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Bd. 3, Neuenburg 1926, S. 254–264.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeit der Helvetischen Republik wurden die ehemalige Gemeine Herrschaft Murten sowie die ehemals bernischen Vogteien [[Avenches]] und [[Payerne]] zum Kanton Freiburg geschlagen. 1803 kamen die beiden Städte allerdings auf eigenen Wunsch zum Kanton Waadt, so dass die freiburgische Westgrenze bis heute uneinheitlich blieb und durch zahlreiche Exklaven geprägt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Revolutionen ==&lt;br /&gt;
Beim [[Franzoseneinfall (Schweiz)|Franzoseneinfall]] in die Schweiz 1798 ergab sich Freiburg ohne Widerstand, ohne dadurch seine Zeughäuser und Staatskassen vor Plünderung bewahren zu können. Die [[Mediationsakte]] von 1803 erhob es zu einem der sechs [[Direktorialkanton]]e und gab ihm eine repräsentativ-demokratische Verfassung. Nach dem Einrücken der Verbündeten stellte jedoch im Januar 1814 der zur Mehrheit aus Patriziern bestehende Grosse Rat die alte Aristokratie wieder her mit der Modifikation, dass der Grosse Rat neben 108 Patriziern auch 36 Vertreter der nichtpatrizischen Bürgerschaft und der Landschaft zählen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfänglich zeigte sich indes die neue Regierung dem geistigen Fortschritt geneigt und unterstützte den &amp;#039;&amp;#039;Père Grégoire&amp;#039;&amp;#039; genannten [[Franziskaner (OFM)|Franziskanerpater]] [[Jean Baptiste Girard]] in seinen Bestrebungen, das Schulwesen des Kantons zu heben. Allein 1818 berief der Grosse Rat mit 62 gegen 49 Stimmen die Jesuiten, welche 1823 die Schliessung der Schulen Girards durchsetzten und durch Gründung eines grossen Kollegiums, das zuzeiten 700 Zöglinge aus allen Ländern Europas zählte, Freiburg zu einer Metropole des [[Ultramontanismus]] machten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liberalismus und Sonderbund ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Freiburg 5 Rappen 1830 Av.JPG|mini|rechts|1/2 Freiburger Konkordatsbatzen von 1830, Wappenseite]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Freiburg 5 Rappen 1830 Rv.JPG|mini|rechts|1/2 Freiburger Konkordatsbatzen von 1830, Rückseite]]&lt;br /&gt;
1830 ging von dem protestantischen Murten das Verlangen nach einer Revision der Verfassung aus, und durch eine drohende Volksdemonstration eingeschüchtert, willigte das Patriziat in die Berufung eines Verfassungsrats, dessen Werk eine auf allgemeine Rechtsgleichheit gegründete Vertretung herstellte und am 24. Januar 1831 ohne Volksabstimmung in Kraft gesetzt wurde. Durch die Bewegung hatte eine gemässigt-liberale Partei die Oberhand erhalten. Die Ausschliessung des Bischofs aus dem Verfassungsrat, in welchen er gewählt worden war, die Ausweisung eines [[Jesuiten]] wegen aufrührerischer Reden, die Errichtung einer dem bischöflichen Einfluss entzogenen Zentralmittelschule u.&amp;amp;nbsp;a. erbitterten die «Jesuitenpartei» (die Katholisch-Konservativen) aufs höchste, und dieselbe bewies ihre Macht in den Neuwahlen von 1836, welche ihr das Übergewicht im Grossen Rat verliehen, worauf 1837 auch die Regierung in ihrem Sinn bestellt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt schloss sich Freiburg den übrigen ultramontanen Kantonen aufs engste an; 1845 wurden die höheren Lehranstalten den Jesuiten übergeben, und am 9. Juni 1846 beschloss der Grosse Rat nach erregten Verhandlungen, welche zuerst die Existenz des [[Sonderbund]]es öffentlich in der Schweiz bekannt machten, den Beitritt zu demselben. Ein Aufstand der liberalen Bezirke Murten, [[Estavayer-le-Lac|Estavayer]] und [[Bulle FR|Bulle]] wurde am 6. Januar 1847 mit Waffengewalt unterdrückt, worauf viele der angesehensten Männer eingekerkert oder zur Flucht getrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das isolierte Freiburg wurde im [[Sonderbundskrieg]] von [[Guillaume-Henri Dufour]] als erstes angegriffen und kapitulierte nach kurzem Gefecht schon am 14. November. Nach dem Einzug der eidgenössischen Truppen setzte eine Versammlung im Theater eine provisorische (radikale) Regierung ein, welche die Jesuiten vertrieb, ihre Güter einzog und von dem neuen, unter dem Eindruck des Kriegs in freisinnigem Geist bestellten Grossen Rat bestätigt wurde. Um die [[Kriegskosten]] zu bestreiten, hob dieser die [[Kloster|Klöster]] auf, belastete die Urheber des Sonderbundes mit einer unverzinslichen [[Zwangsanleihe]] von 1&amp;#039;600&amp;#039;000 [[Schweizer Franken]] und setzte ohne Volksabstimmung eine neue Verfassung in Kraft, welche direkte Wahlen einführte, jeden Zensus abschaffte, das Unterrichtswesen zur Sache des Staats machte, den [[Primarschule|Primarschulbesuch]] für obligatorisch und unentgeltlich erklärte, die Immunitäten der Geistlichkeit und (als erste Kantonsregierung in der Schweiz) die [[Todesstrafe]] abschaffte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Putschversuche ==&lt;br /&gt;
Vermittelst Festsetzung langer Amtsdauer des Grossen Rats und der Regierung hofften die Liberalen, die freisinnigen Zustände auf die Dauer begründen zu können, aber vergeblich. Als die Regierung auf einer Konferenz der zum [[Bistum Lausanne]] gehörigen Kantone eine Neuorganisation der [[Diözese]] vorschlug, welche den Bischof von den Regierungen abhängig gemacht hätte, erhoben die Ultramontanen am 24. Oktober 1848 einen Aufstand, worauf Truppen von Bern und Waadt den Kanton besetzten und das Volk entwaffneten, Bischof [[Etienne Marilley]] (1804–1879) aber verhaftet, von den Diözesanständen (Freiburg, Genf, Bern, Neuenburg, Waadt) abgesetzt und als Verbannter nach Frankreich gebracht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gründete der Grosse Rat aus dem konfiszierten Vermögen der Klöster eine [[Irrenanstalt]], ein [[Altersheim]], eine [[Rettungsanstalt]], ein [[Arbeitshaus]] und ein Kantonsspital. Nachdem ein zweiter und dritter «Putsch» (4. Oktober 1850 und 21. März 1851) gescheitert waren und die Bundesversammlung die Gesuche der Ultramontanen um Herstellung der Volksrechte ebenfalls abgewiesen hatte, kam es am 22. April 1853 zu einem vierten Aufstand. Die Aufständischen besetzten unter der Führung des Obersten Perrier die Kantonsschule, den höchstgelegenen Punkt der Stadt, wurden aber nach blutigem Kampf von der Bürgerwehr besiegt. Die Anführer wurden mit Verbannung von fünf bis 30 Jahren bestraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ultramontanismus ==&lt;br /&gt;
Glücklicher waren die Ultramontanen in den Wahlen. Schon 1854 gehörte ihnen die ganze Vertretung des Kantons im [[Nationalrat (Schweiz)|Schweizer Nationalrat]] an, und Eisenbahninteressen veranlassten 1855 die Liberalen, zur Wahl zweier Führer derselben in den Staatsrat die Hand zu bieten. 1856 wurde dem Bischof Marilley die Rückkehr gestattet, immerhin unter genauer Begrenzung der bischöflichen Gewalt. Unmittelbar darauf erlangten die Ultramontanen bei der Erneuerung des Grossen Rats einen vollständigen Sieg, und eine neue, am 24. Mai vom Volk angenommene Verfassung trug den Wünschen der [[Römisch-katholische Kirche|Römisch-katholischen Kirche]] Rechnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Regierung wurden alle Liberalen entfernt; Perrier wie den übrigen Verbannten wurde die Rückkehr gestattet, das Dekret über die Aufhebung der Klöster zurückgenommen und die Jugendbildung aufs Neue in die Hände des Klerus gelegt. So gewährte Freiburg ab 1857 auf allen Gebieten den Anblick einer reaktionären Bewegung. 1868 wurde die Todesstrafe wieder eingeführt. Die Bundesrevisionen von 1872 und 1874 verwarf der Kanton mit grosser Mehrheit, ebenso mit wenigen Ausnahmen die danach zur Abstimmung gekommenen Bundesgesetze. Infolge der unbedingten klerikalen Parteiherrschaft verlangte der protestantische Bezirk Murten bei der Bundesversammlung 1870 die Trennung von Freiburg und Anschluss an Bern, wurde jedoch abgewiesen (siehe [[Kulturkampf in der Schweiz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehen der freiburgischen Arbeiterbewegung ==&lt;br /&gt;
Der Kanton Freiburg wurde sehr spät industrialisiert. Noch 1860 gab es keine nennenswerte Industrie ausser der Strohflechterei; sie wurde grösstenteils im Winter von Familien als Heimarbeit betrieben. Erst um 1870 setzte eine zaghafte Ansiedlung von Industrien ein. In der Folge entwickelten sich auch erste Ansätze einer Arbeiterbewegung. 1873 wurde eine Société ouvrière des Arts et Métiers gegründet; sie war der Schweizerischen Arbeiter-Union angeschlossen, die in der Deutschschweiz die Sektionen der [[Internationale|1.&amp;amp;nbsp;Internationale]] zusammenfasste. Exponent der Société ouvrière war [[Josef Meckler|Joseph Meckler]], der während dreier Jahrzehnte eine wichtige Rolle in der Freiburger Linken spielen sollte. Die Société ouvrière des Arts et Métiers hat mit der Gründung einer Hilfs- und Sparkasse sowie einer Konsumgenossenschaft in der Zeit ihres Bestehens bis 1985 wichtige Projekte zu Verbesserung des Loses der Arbeiterschaft verwirklicht. 1875 konstituierte sich in Freiburg eine eigentliche Sektion der 1.&amp;amp;nbsp;Internationale, die aber sogleich den Beitritt zur libertär ausgerichteten [[Juraföderation]] gab. Wurden die Arbeiterorganisationen von den Freisinnigen, vor allem in Wahlzeiten, zunächst als ihre natürlichen Verbündeten im Kulturkampf gegen die Ultramontanen betrachtet, führten zunehmende Klassenkämpfe ab 1890 zu einer allmählichern Emanzipation der Freiburger Arbeiterklasse aus der Bevormundung der Freisinnigen. Ein für die Trennung ausschlaggebender Konflikt zwischen Arbeiterorganisationen und Freisinnigen entzündete sich vor allem in der Frage der Schaffung einer Unfallversicherung, die von den Freisinnigen bekämpft wurde. Mit der Gründung der Sozialdemokratischen Partei im Jahre 1905 wurde die Arbeiterschaft endgültig zur eigenständigen politischen Kraft im Kanton.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1874 bis heute ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kanton Fribourg 1892.xcf|mini|Anleihe über 100 Francs des Kantons Freiburg vom 15. Oktober 1892]]&lt;br /&gt;
Im Jahre 1889 wurde die [[Universität Freiburg (Schweiz)]] gegründet, die den Schweizer Katholiken eine geistige Heimat bot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1881 bis 1921 gilt im Kanton Freiburg als die Zeit der «Christlichen Republik». Im Gegensatz zu allen anderen Schweizer Kantonen blieb Freiburg eine rein [[Repräsentative Demokratie]] ohne [[Politische Rechte (Recht)|Volksrechte]]. Diese wurden erst zwischen 1917 und 1921 nach und nach ebenfalls eingeführt. Ebenso die [[Proporzwahl]], wobei in diesem Punkt kein starker Unterschied zu den übrigen Landesteilen bestand. 1934 schuf die konservative Parlamentsmehrheit ein Gesetz zur Errichtung von [[Korporativismus|Korporationen]], welches jedoch durch die freisinnige und sozialdemokratische Opposition vor [[Bundesgericht (Schweiz)|Bundesgericht]] gezogen wurde, das das Gesetz als Verstoss gegen die Bundesverfassung zurückwies. Der Kanton nahm in der damaligen Volksabstimmung mit wenigen anderen auch die [[Fronteninitiative]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1924 wurde die Freiburger [[Stift (Kirche)|Stiftskirche]] [[Nikolaus von Myra|Sankt Nikolaus]] zur [[Kathedrale]] erhoben, und die Diözese des seit 1613 in Freiburg residierenden Bischofs von Lausanne wurde neu [[Bistum Lausanne-Genf-Freiburg]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1945 kamen im Kanton Freiburg Bestrebungen in Gang, den wirtschaftlichen Rückstand des Kantons gegenüber dem Landesdurchschnitt zu verringern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Fribourg – Freiburg, 1157–1481: à l’occasion du huitième centenaire de la fondation de Fribourg.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. Société d’Histoire und Geschichtsforschender Verein. Fragnière, Fribourg 1957. [Zweisprachig]&lt;br /&gt;
* [Roland Ruffieux]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Kantons Freiburg.&amp;#039;&amp;#039; Kommission zur Publikation der Freiburger Kantonsgeschichte, Freiburg 1981.&lt;br /&gt;
* Anton Bertschy, Michel Charrière: &amp;#039;&amp;#039;Freiburg: ein Kanton und seine Geschichte: ein Beitrag des Kantons Freiburg zur 700-Jahrfeier der Eidgenossenschaft.&amp;#039;&amp;#039; Staatsrat des Kantons Freiburg, Freiburg 1991.&lt;br /&gt;
* Jean Dubas, Hans-Uli Feldmann: &amp;#039;&amp;#039;Die erste Karte des Kantons Freiburg von Wilhelm Techtermann, 1578.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Cartographica Helvetica,&amp;#039;&amp;#039; Heft 10 (1994) S. 33–41. [[doi:10.5169/seals-6443]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtsverein ==&lt;br /&gt;
Der [[Deutscher Geschichtsforschender Verein des Kantons Freiburg|Deutsche Geschichtsforschende Verein des Kantons Freiburg]] erforscht die Kantonsgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{HLS|7379|Freiburg (Kanton)|Autor= Denis Ramseyer, Pierre-Alain Vauthey, François Guex, [[Kathrin Utz Tremp]], Georges Andrey, Jean-Pierre Dorand}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Geschichte Schweizer Kantone}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Kanton Freiburg)| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Martin Sg.</name></author>
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