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	<title>Geschichte des Bieres - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Triggerhippie4: (GR)  File:Fertile Crescent 7500 BC DAN.PNG → File:Fertile crescent Neolithic B circa 7500 BC.svg Replace PNG map with SVG, c::c:Commons:Transition to SVG</title>
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		<updated>2026-04-29T23:14:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;(&lt;a href=&quot;/index.php?title=C:GR&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;C:GR (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;GR&lt;/a&gt;)  &lt;a href=&quot;/index.php?title=Datei:Fertile_Crescent_7500_BC_DAN.PNG&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Datei:Fertile Crescent 7500 BC DAN.PNG (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;File:Fertile Crescent 7500 BC DAN.PNG&lt;/a&gt; → &lt;a href=&quot;/index.php?title=Datei:Fertile_crescent_Neolithic_B_circa_7500_BC.svg&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Datei:Fertile crescent Neolithic B circa 7500 BC.svg (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;File:Fertile crescent Neolithic B circa 7500 BC.svg&lt;/a&gt; Replace PNG map with SVG, &lt;a href=&quot;/index.php?title=C::c:Commons:Transition_to_SVG&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;C::c:Commons:Transition to SVG (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;c::c:Commons:Transition to SVG&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:FuneraryModel-BakeryAndBrewery MetropolitanMuseum.png|mini|Grabbeigabe in Form eines Modells einer Bäckerei mit Brauerei, Ägypten, circa 2009 bis 1998 vor Christus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Bieres&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; umfasst die Entwicklung von alkoholischen Getränken aus Wasser und Getreide, die durch [[alkoholische Gärung]] gewonnen werden, von der Urgeschichte bis zur Gegenwart. [[Bier]] ist eines der ältesten alkoholischen Getränke. Es ist vermutlich der Menschheit bekannt, seit in China und nahezu gleichzeitig im Gebiet des [[Fruchtbarer Halbmond|Fruchtbaren Halbmondes]] Menschen vor etwa 10.000 Jahren begannen, Getreide zu sammeln und zufällig entdeckten, dass Getreidebrei, den man einige Tage stehen ließ, zu [[Gärung|gären]] begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühzeit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fertile crescent Neolithic B circa 7500 BC.svg|mini|Der sogenannte fruchtbare Halbmond, die Region, in der Bier erfunden wurde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine eigene Theorie zur Bierentstehung im Zusammenhang mit dem frühen [[Neolithikum]] hat [[Josef H. Reichholf]] entwickelt, wobei er nachzuweisen versucht, dass die Biererzeugung der Herstellung von [[Brot]] aus Getreide, insbesondere aus [[Gerste]], mehrere Jahrtausende vorausging.&amp;lt;ref&amp;gt;Reichholf, S. 246–269.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Archäologen nehmen an, dass Bier maßgeblich zur Sesshaftwerdung des Menschen beigetragen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.cbsnews.com/news/archeologists-link-rise-of-civilization-and-beers-invention/ |titel=Archeologists Link Rise of Civilization and Beer’s Invention |sprache=en-US |abruf=2019-05-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlreiche archäologische Funde belegen, dass im Gebiet des Fruchtbaren Halbmondes Menschen bereits aus der Zeit um 10.000 vor Christus wild wachsende Getreideähren mit Sicheln aus geschliffenem Feuerstein sammelten, in geflochtenen, mit Gips oder Bitumen verdichteten Körben transportierten, in unterirdischen Speichern lagerten und mit Steinen zerkleinerten.&amp;lt;ref&amp;gt;Standage, S. 19 und S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt; Etwa um 9.000 vor Christus fing man in dieser Zeit auch an, Gerste und [[Weizen]] zu kultivieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Standage, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vermutlich sehr früh entdeckten Menschen das Mälzen von Getreide, da die Vorratslager für Getreide selten vollkommen wasserdicht waren. In Wasser eingeweichtes Getreide beginnt zu keimen, dabei entwickeln sich insbesondere bei Gerste Enzyme, die die Stärke der Getreidekörner zu Malzzucker spalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Standage, S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da die Menschen der Jungsteinzeit noch keine Schrift kannten, fehlen Dokumente über die Bedeutung des Bieres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuesten Erkenntnissen zufolge soll das Bier noch älter als 9000&amp;amp;nbsp;Jahre sein, worauf Funde in [[China]] hindeuten. Tongefäße, die mit Spuren eines gegorenen Getränkes aus Reis, Honig und Früchten gefüllt waren, wurden in der nordchinesischen Provinz [[Henan]] entdeckt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.eurekalert.org/news-releases/678775 9,000-year history of Chinese fermented beverages confirmed] (in engl. Sprache) von Patrick McGovern, University of Pennsylvania.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/bier-chinesen-brauten-schon-vor-5000-jahr-a-1093701.html |titel=5000 Jahre Biertradition: Das chinesische Reinheitsgebot |werk=[[Spiegel Online]] |datum=2016-05-24 |abruf=2018-08-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorderer Orient ===&lt;br /&gt;
Den ältesten bisher bekannt gewordenen Braubetrieb gab es vor ca. 12–14 Tausend Jahren in der [[Rakefet-Höhle]] im Gebiet der [[Natufien]]-Kultur.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/israel-forscher-wollen-aelteste-brauerei-der-welt-entdeckt-haben-a-1228012.html Forscher wollen älteste Brauerei der Welt entdeckt haben] bei spiegel.de (abgerufen am 4. Oktober 2018).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise auf das Brauen bierähnlicher Substanzen gibt es auch in der [[Frühneolithikum|frühneolithischen]] Tempelanlage [[Göbekli Tepe]]. Es existieren Befunde und chemische Analysen, die als Rückstände von Mälz- und Brauvorgängen interpretiert werden. Es wurden Sandsteinwannen und Steingefäße gefunden, welche funktional als Maischebehälter gesehen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich et al., &amp;#039;&amp;#039;The role of cult and feasting in the emergence of Neolithic communities. New evidence from Goebekli Tepe, south-eastern Turkey&amp;#039;&amp;#039;, Antiquity 86, 2012, S.&amp;amp;nbsp;687–689. [https://www.cambridge.org/core/services/aop-cambridge-core/content/view/A1AA4FB20657599F859860D94CCD090E/S0003598X00047840a.pdf/the-role-of-cult-and-feasting-in-the-emergence-of-neolithic-communities-new-evidence-from-gobekli-tepe-south-eastern-turkey.pdf PDF]&amp;lt;/ref&amp;gt; Überreste von Bier im Vorderen Orient aus einer Zeit von 3500 bis 2900 v. Chr. wurden in [[Godin Tepe]] im heutigen [[Iran|West-Iran]] entdeckt. Schriftliche Zeugnisse aus dem [[Mesopotamien]] des 3. Jahrtausends vor Christus nennen über 20 verschiedene Biersorten.&amp;lt;ref&amp;gt;Standage, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ähnlich alt, aus der Zeit des [[34. Jahrhundert v. Chr.|34. Jahrhunderts vor Christus]], sind Funde aus [[Hierakonpolis]] in [[Ägypten|Oberägypten]]. Dort (in [[Abydos (Ägypten)|Abydos]]) wurde zudem eine weitere Brauerei ausgegraben, die laut Schätzungen aus der Zeit von König [[Narmer]], um 3000 v. Chr., stammte&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Associated Press |url=http://www.theguardian.com/science/2021/feb/13/worlds-oldest-known-beer-factory-may-have-been-unearthed-in-egypt |titel=World’s oldest known beer factory may have been unearthed in Egypt |datum=2021-02-13 |sprache=en |abruf=2021-02-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und laut einer Studie etwa 22.400 Liter Bier auf einmal herstellen konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spiegel.de/wissenschaft/archaeologie-alte-aegypter-praktizierten-massenproduktion-von-bier-a-8b946aaa-97fd-4916-8410-8f82ea0fff6a |titel=Archäologie: Alte Ägypter praktizierten Massenproduktion von Bier |werk=Der Spiegel |sprache=de |abruf=2021-02-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriftlich erwähnt wird Bier in einer Reihe verschiedener früher Quellen: Eine vom US-Amerikaner [[Samuel Noah Kramer]] entdeckte [[Tontafel]] aus [[Nippur]] (etwa 2100 v. Chr.) erwähnt Bier im Rahmen medizinischer Verschreibungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Abbildungen biertrinkender [[Sumer]]er aus der Zeit von etwa 3000 v. Chr. Der [[Codex Ḫammurapi]] (1700 v. Chr.) enthält die älteste überlieferte Bierschankordnung der Welt. Hier einige Auszüge aus dem Gesetz:&lt;br /&gt;
* Die Wirtin, die sich ihr Bier nicht in Gerste, sondern in [[Silber]] bezahlen lässt, oder die minderwertiges Bier ausschenkt, wird ertränkt.&lt;br /&gt;
* Eine Priesterin, die ein Bierhaus aufsucht oder gar ein solches eröffnet, wird verbrannt.&lt;br /&gt;
* Die Wirtin, die in ihrer Gaststätte politische oder staatsgefährdende Diskussionen duldet, ohne die Gäste der Obrigkeit auszuliefern, wird getötet.&lt;br /&gt;
* [[Panschen|Bierpanscher]] werden in ihren Fässern ertränkt oder so lange mit Bier vollgegossen, bis sie ersticken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Babylonier]] kannten bereits 20 Sorten Bier:&lt;br /&gt;
* Acht bestanden aus [[Emmer (Getreide)|Emmer]] mit etwas Gerste&lt;br /&gt;
* Acht bestanden nur aus Gerste&lt;br /&gt;
* Vier waren „Mischbiere“, in denen die Gerste überwog&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je mehr Emmer die Biere enthielten, desto teurer waren sie. Unter anderem gab es:&lt;br /&gt;
* Dünnbier: ein wässriges Gerstenbier&lt;br /&gt;
* [[Schwarzbier]]: ein preiswertes Gerstenbier, dem mitunter eine kleine Menge Emmer zugemischt wurde&lt;br /&gt;
* Feines Schwarzbier: hier bestand die Maische aus 80 % geröstetem Emmerkorn und 20 % gekeimtem Emmerkorn&lt;br /&gt;
* Feines Weißbier: Grundbestandteile waren Gerste und Emmer&lt;br /&gt;
* Rotes Bier: bestand aus 75 % Gemisch und 25 % gekeimtem Emmerkorn, das Gemisch war Emmerbrot und geröstetes Emmerkorn&lt;br /&gt;
* Prima Bier: dunkles Starkbier mit gleichen Anteilen aus Emmerkorn, Emmerbrot und Emmermalz&lt;br /&gt;
* Lagerbier: war vor allem für den Export nach Ägypten bestimmt und enthielt Emmer und Gerste&lt;br /&gt;
* Nachbier: man schüttete Maischreste von Gerste- und Emmerbier zusammen und versetzte sie nochmals mit Wasser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ägypten ===&lt;br /&gt;
Bier (&amp;#039;&amp;#039;henqet&amp;#039;&amp;#039;) war zu dieser Zeit auch in [[Altes Ägypten|Ägypten]] ein [[Grundnahrungsmittel]] aller Bevölkerungsschichten, einschließlich des Königshauses. Auch die Arbeiter für den Pyramidenbau erhielten täglich zwei Krüge Bier, dazu drei bis vier Brote. Die [[Ägyptische Hieroglyphen|Hieroglyphe]] für Nahrung war lange Zeit ein Zeichen für [[Brot]] und Bier. [[Beamtentum|Beamte]], [[Militärwesen im Alten Ägypten|Offiziere und Soldaten]] wurden in Brot und Bier bezahlt. Den Toten wurde auch Bier mit ins Grab gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2015 wurden im Bereich der Stadt [[Tel Aviv]] bei Bauarbeiten Reste einer bronzezeitlichen ägyptischen Brauerei gefunden, der bisher nördlichste Fund altägyptischer Bierproduktion.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Odrich: [https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/rekorde/aegypter-brauten-5000-jahren-bier/ &amp;#039;&amp;#039;Ausgrabungen in Tel Aviv: Ägypter brauten schon vor 5000 Jahren Bier.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Ingenieur.de&amp;#039;&amp;#039;, 7. April 2015.&amp;lt;br /&amp;gt; [https://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/ueberraschungsfund-in-tel-aviv-die-alten-aegypter-brauten-einst-bier-in-palaestina-13514574.html &amp;#039;&amp;#039;Überraschungsfund in Tel Aviv: Die alten Ägypter brauten einst Bier in Palästina.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ online]]&amp;#039;&amp;#039;, 5. April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewerbsmäßige Bierbrauerei blieb in Ägypten Staatsmonopol. Die größte und bekannteste Braustätte lag in [[Pelusium]] ([[Khalij at-Tinah]]) an der Mündung des heutigen [[Sueskanal]]s. Wohl erst die [[Ptolemäer]] konzessionierten auch private Bierbrauer, kontrollierten den Verkauf und führten dafür eine [[Getränkesteuer]] ein, angeblich, um der [[Trunksucht]] Einhalt zu gebieten. Man siebte das Bier vor dem Verzehr oder trank es mit Hilfe eines [[Trinkhalm]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Israeliten]] übernahmen das Bierbrauen von den Ägyptern, sie nannten das Getränk &amp;#039;&amp;#039;schechar&amp;#039;&amp;#039; (שֵכָר).&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe z.&amp;amp;nbsp;B. Deuteronomium / [[5. Buch Mose]] 29,5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es war zwar das alltägliche Getränk, für Feierlichkeiten verwendeten sie jedoch den Wein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mitteleuropa ===&lt;br /&gt;
In [[Mitteleuropa]] sind bierähnliche Getränke bereits im 3. Jahrtausend v.&amp;amp;nbsp;Chr. nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Erwin M. Ruprechtsberger]]: &amp;#039;&amp;#039;Bier im Altertum – Ein Überblick.&amp;#039;&amp;#039; Linzer archäologische Forschungen, Sonderheft VIII, Linz 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem Becher der ältesten [[Einzelgrabkultur]] aus einem geschleiften Hügel von [[Refshøjgård]] im [[Foldby Sogn|Kirchspiel Folby]] ([[Stadtregion Ostjütland|Ostjütland]]) ist eine unverkohlt erhalten gebliebene Kruste mittels [[Pollenanalyse]], konventioneller Mikroskopie und [[Rasterelektronenmikroskop]]ie untersucht worden. Die identifizierten Stärkekörner weisen auf [[Bier]] hin. Da in der frühen Einzelgrabkultur vorwiegend [[Gerste]] angebaut wurde, dürfte das Trinkgefäß aller Wahrscheinlichkeit nach ein aus Gerste gebrautes Bier enthalten haben. Das Analyseresultat deutet darauf hin, dass dem Bier kein [[Honig]] bzw. [[Met]] beigemischt war.&amp;lt;ref&amp;gt;Lutz Klassen: &amp;#039;&amp;#039;Zur Bedeutung von Getreide in der Einzelgrabkultur Jütlands.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Umwelt-Wirtschaft-Siedlungen im dritten vorchristlichen Jahrtausend Mitteleuropas und Skandinaviens.&amp;#039;&amp;#039; Offa Bücher N.F. 84, Neumünster 2008, S. 49–65 ([http://www.jna.uni-kiel.de/index.php/jna/article/view/16/221 Online als PDF]; 6,2&amp;amp;nbsp;MB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Alltagsgetränk hatte Bier aufgrund seiner günstiger zu beschaffenden Rohstoffe wie dem Getreide eine weitaus größere Verbreitung als der [[Met]], dessen Rohstoff [[Bienenhonig]] weitaus schwieriger zu beschaffen und als einzig verfügbares Süßungsmittel entsprechend wertvoll war. [[Archäologischer Fund|Archäologische Funde]] von prunkvoll verzierten, zum Teil mit Bunt- oder Edelmetall beschlagenen [[Trinkhorn|Trinkhörnern]] mit darin erhaltenen Resten von Bier oder Met deuten an, dass das Trinken aus Hörnern allenfalls zu besonderen Anlässen üblich war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antike ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Trossingen Feldflasche.jpg|mini|Trossingen Grab 58. Die alemannische Feldflasche aus Ahorn (6. Jahrhundert n. Chr.) enthielt noch Reste eines gehopften Gerstenbieres.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Kelten]] kannten mehrere Biersorten, insbesondere das weit verbreitete Korma bzw. Curma, ein einfaches Gerstenbier, und die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Cervisia&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Cervesia&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ein Weizenbier mit Honig für die wohlhabendere Bevölkerung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Franz Meußdoerffer (Biochemiker)|Franz Meußdoerffer]], Martin Zarnkow: &amp;#039;&amp;#039;Das Bier: Eine Geschichte von Hopfen und Malz&amp;#039;&amp;#039;, C.H.Beck Verlag, 2014, ISBN 3-406-66667-1, S. 35.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Römisches Reich|römische]] Schriftsteller [[Tacitus]] nennt in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;[[Germania (Tacitus)|Germania]]&amp;#039;&amp;#039; Bier als das Hauptgetränk der [[Germanen]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Als Getränk dient eine Flüssigkeit aus Gerste oder Weizen, in eine gewisse Ähnlichkeit mit Wein umgefälscht […].&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Tacitus]]’ [[Germania (Tacitus)|Germania]] 23}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Archäologische Funde von Gefäßen mit Bierresten belegen, dass auch in [[Römische Provinz|provinzialrömischen]] Städten des Nordens die Bierbrauerei betrieben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Geschmack und Haltbarkeit des Bieres zu verbessern, wurden seit jeher verschiedenste Zusatzstoffe wie [[Eichen]]rinde und Kräuter wie [[Myrte]], [[Gagelstrauch|Gagel]] oder [[Johanniskräuter]]n dem Bier zugesetzt. Um die Alkohol- oder Rauschwirkung zu erhöhen, wurden auch [[Psychotrope Substanz|psychotrope]] Kräuter wie [[Bilsenkraut]], [[Stechapfel]] und [[Sumpfporst|Porst]] zugesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch auch die Verwendung von [[Hopfen]] könnte bereits in der [[Spätantike]] begonnen haben: In einer in einem [[Alemannen]]grab in [[Trossingen]] gefundenen Flasche aus Ahorn aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. konnten Reste von Hopfen nachgewiesen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Manfred Rösch |Titel=Die Gärten der Alamannen |TitelErg=Bodenfunde zeigen ein neues Bild vom Pflanzenanbau nördlich der Alpen |Sammelwerk=Nachrichtenblatt der Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg |Band=3 |Verlag=Süddeutsche Verlagsgesellschaft |Ort=Stuttgart |Datum=2006 |Online= [http://www.academia.edu/8747976/Die_G%C3%A4rten_der_Alamannen_Bodenfunde_zeigen_ein_neues_Bild_vom_Pflanzenanbau_nördlich_der_Alpen Volltext]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mittelalter ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Sankt Galler Klosterplan (ca 800).jpg|mini|[[St. Galler Klosterplan]]. Reichenau, frühes 9. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste [[Urkunde|urkundliche]] Erwähnung des Bieres („cervesa“) im mittelalterlichen Mitteleuropa findet sich laut [[Emil Spiess (Geistlicher)|Emil Spiess]] in der St. Gallischen Gemeinde Zuzwil im Dorf [[Züberwangen]], wo Rothbald, zum Heile seiner Seele, der Abtei [[St. Gallen]] seine Schenkung am 6. August 754 beurkundete.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Emil Spiess |Hrsg=Bank in Zuzwil |Titel=Die Welt im Dorf |Band=I |Ort=Zuzwil SG, Schweiz |Datum=1979 |Seiten=16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Kilkenny Friary as seen from the Round Tower 2007 08 28.jpg|mini|Das [[Franziskanerkloster Kilkenny|Franziskanerkloster in Kilkenny]] begann im 14. Jahrhundert mit dem Braubetrieb, der auch nach der [[Reformation]] durch die [[Kilkenny (Bier)|Smithwick-Brauerei]] fortgesetzt wurde.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bierbrauer.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Der Bierbreuwer&amp;#039;&amp;#039; (Bierbrauer), aus [[Jost Amman]]s &amp;#039;&amp;#039;Ständebuch&amp;#039;&amp;#039; (1568)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bier war in vielen Gegenden Europas das wichtigste Volksgetränk. Zum Brauen des Bieres wurden alle vorhandenen Getreidearten verwendet und bis ins 16. Jahrhundert mit Gruit oder [[Grut (Bier)|Grut]] (Grutbier) gewürzt. Bier, das mit diesen regional unterschiedlichen Kräutermischungen hergestellt wurde, war trüb, süßlich, kohlensäurearm, nicht lange haltbar und wies vermutlich einen deutlich niedrigeren Alkoholgehalt als das heutige Bier auf. [[Gagelstrauch|Gagel]] als Bierzutat wurde zunehmend durch [[Echter Hopfen|Hopfen]] verdrängt. Belegt ist ein Verbot von Gagelbier aber erstmals für [[Mölln]] im 16. Jahrhundert.&amp;lt;ref&amp;gt;Hansjörg Küster: &amp;#039;&amp;#039;Kleine Kulturgeschichte der Gewürze.&amp;#039;&amp;#039; C. H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-42025-7, S. 79.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Stechäpfel|Stechapfelsamen]] und [[Bilsenkräuter|Bilsenkraut]] wurden als [[Aphrodisiakum]] bzw. Rauschmittel zugesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Endgültig setzte sich [[Hopfenbier]] erst im 16. Jahrhundert durch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pd195&amp;quot;&amp;gt;[[Gert von Paczensky]] und [[Anna Dünnebier]]: &amp;#039;&amp;#039;Kulturgeschichte des Essens und Trinkens&amp;#039;&amp;#039;. btb 1997, ISBN 3-442-72192-X, S. 195.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Franz Irsigler: &amp;#039;&amp;#039;„Ind machden alle lant beirs voll“. Zur Diffusion des Hopfenbierkonsums im westlichen Hanseraum&amp;#039;&amp;#039;, in: Nahrung und Tischkultur im Hanseraum, hrsg. v. G. Wiegelmann u. R.-E. Mohrmann (Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland, Bd. 91), Münster/New York 1996, S. 377–397.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] waren es vorrangig die Hansestädte und vereinzelt Klosterbrauereien, die die Entwicklung von Hopfenbiersorten voran trieben. In Hamburg produzierten 1376 nicht weniger als 457 Brauereien Bier.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pd195&amp;quot; /&amp;gt; Nicht selten standen Frauen den Brauereien vor: In Straßburg wurde 1358 von sieben Brauereien eine von Frauen betrieben und in Oxford überwogen 1439 noch die im Braugewerbe arbeitenden Frauen die Anzahl der Männer.&amp;lt;ref&amp;gt;Gert von Paczensky und Anna Dünnebier: &amp;#039;&amp;#039;Kulturgeschichte des Essens und Trinkens&amp;#039;&amp;#039;. btb 1997, ISBN 3-442-72192-X, S. 201.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mengenangaben zum Bierkonsum sind problematisch, da sie regional und periodisch stark schwankten. In [[Köln]], einer der wohlhabendsten Städte des Spätmittelalters, lag der Konsum in dieser Zeit etwa bei 175 bis 295 Liter pro Jahr und Kopf.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gunther Hirschfelder]]: &amp;#039;&amp;#039;Europäische Esskultur. Eine Geschichte der Ernährung von der Steinzeit bis heute.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-593-36815-3, S. 137.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts des hohen Bierkonsums im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Bier für den städtischen Fiskus und die seit etwa 1500 entstehenden Landessteuerbehörden von großem Interesse. Bereits im Spätmittelalter wurden fast überall Produktions- und Verkaufssteuern auf Bier erhoben. Das Brauen und der Verkauf des Bieres war an bestimmte [[Braurecht|Privilegien]] gebunden. Mit der strengen Reglementierung wollten die [[Obrigkeit]]en einerseits den Brauberechtigten das Einkommen sichern und andererseits dafür sorgen, dass kein fremdes Bier getrunken wurde, für das man keine Steuern bezahlen musste. Im 16. Jahrhundert wurde in vielen Teilen des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]] das [[Biergeld]] zu einer der wichtigsten [[Steuer]]quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuzeit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Edinburgh Ale by Hill &amp;amp; Adamson c1844.png|mini|Die vermutlich erste photographische Aufnahme des Biergenusses, festgehalten durch Hill &amp;amp; Adamson (Schottland, etwa 1844).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im „Stadtbuch“ von 1434 im thüringischen Ort [[Weißensee (Thüringen)|Weißensee]] entdeckte man die „Statuta thaberna“ (Wirtshausgesetz), in der „mannigfaltige Gesetze“ über das „Benehmen in Wirtshäusern“ und das Brauen von [[Bier]] enthalten sind. Im Artikel 12 der „Statuta thaberna“ heißt es: „Zu dem Bier brauen soll man nicht mehr nehmen als soviel [[Malz]], als man zu den drei Gebräuen von dreizehn Maltern an ein Viertel Gerstenmalz braucht… Es sollen auch nicht in das Bier weder Harz noch keinerlei andere Ungeferck. Dazu soll man nichts anderes geben als [[Hopfen]], Malz und Wasser (‚hophin malcz und wasser‘). Das verbietet man bei zwei Mark, und derjenige muss die Stadt für vier Wochen räumen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1516 wurde von den bayerischen [[Herzogtum Bayern|Herzögen]] [[Wilhelm IV. (Bayern)|Wilhelm IV.]] und [[Ludwig X. (Bayern)|Ludwig X.]] eine neue Landesordnung in [[Ingolstadt]] erlassen. Darin wurden unter anderem die Inhaltsstoffe für Bier auf [[Gerste]], Hopfen und Wasser festgelegt und die Preise für Bier reguliert. Seit den 1920er Jahren wird die entsprechende Textpassage dieser Landesordnung von der bayrischen Brauwirtschaft auch als „Bayerisches [[Reinheitsgebot]]“ bezeichnet. Ein herzoglicher Erlass von 1551 erlaubte zudem [[Echter Koriander|Koriander]] und [[Echter Lorbeer|Lorbeer]] als weitere Zutaten bayrischer Biere und verbot dagegen ausdrücklich die Verwendung von [[Schwarzes Bilsenkraut|Bilsenkraut]] und [[Seidelbast]]. Die bayrische Landesverordnung von 1616 ließ zudem Salz, [[Wacholder]] und [[Echter Kümmel|Kümmel]] zur Bierproduktion zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Karin Hackel-Stehr: &amp;#039;&amp;#039;Das Brauwesen in Bayern vom 14. bis 16. Jahrhundert, insbesondere die Entstehung und Entwicklung des Reinheitsgebotes (1516).&amp;#039;&amp;#039; Inaugural-Dissertation, TU Berlin 1987, S. 2450, 2472.&amp;lt;/ref&amp;gt; Warme [[Biersuppe]] war im deutschen Sprachraum vor allem auf dem Land bis weit in das 19. Jahrhundert hinein ein häufiges Frühstück für Erwachsene wie für Kinder, wobei [[Dünnbier]] verwendet wurde. Sie wurde erst dann allmählich durch die neue Mode verdrängt, morgens Kaffee zu trinken und dazu Brot zu essen. Vor der Einführung des Kaffees, aber auch noch danach, wurde die Biersuppe von allen Schichten gegessen, auch vom [[Adel]]. Bier galt als nahrhaftes und stärkendes Lebensmittel.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Schivelbusch: &amp;#039;&amp;#039;Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft: Eine Geschichte der Genußmittel.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischerverlag: Frankfurt am Main 1990, ISBN 978-3-596-24413-3.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Preußen war das [[Quatschbier]] beliebt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Genialia apopthegmatum rerumque memorabilium. Scharfsinnige Reden und denckwürdige Sachen zur Gemüths Ergetzung.&amp;#039;&amp;#039; Verlegt durch Ulrich Wetstein, Lübeck 1666, S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens in der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden regionale Besonderheiten von Biersorten innerhalb der Biernation überregional wahrgenommen. Der Geograph [[Johann Gottfried Gregorii]] alias MELISSANTES publizierte 1744 in einer Berufsbeschreibung des Bierbrauers ein Verzeichnis mit 35 der damals bekanntesten deutschen Biersorten und deren landläufigen Bezeichnungen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Duckstein (Bier)|Duckstein]], Israel, Kastrum, Klapitt, [[Braunschweiger Mumme|Mumme]], Schluntz, [[Gose]] oder Koite), Inhaltsstoffen, Geschmacksrichtungen und Wirkungen auf die Konsumenten.&amp;lt;ref&amp;gt;Carsten Berndt: &amp;#039;&amp;#039;Melissantes – Ein Thüringer Polyhistor und seine Berufsbeschreibungen im 18. Jahrhundert; Leben und Wirken des Johann Gottfried Gregorii (1685–1770) als Beitrag zur Geschichte von Geographie, Kartographie, Genealogie, Psychologie, Pädagogik und Berufskunde in Deutschland; [Ein Thüringer Geograph und Universalgelehrter (1685–1770)]&amp;#039;&amp;#039;, 3. Auflage, Rockstuhl, Bad Langensalza 2015, ISBN 978-3-86777-166-5, S. 276–287.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Frachtgut auf einer deutschen Eisenbahn waren Bierfässer. Am 11. Juli 1836 erhielt die [[Ludwigseisenbahn]] (eröffnet am 7. Dezember 1835) zwischen [[Nürnberg]] und [[Fürth]] von der Firma [[Lederer Bräu]] den Auftrag, zwei Fässer Bier gegen eine Vergütung von 6 [[Kreuzer (Münze)|Kreuzern]] an den Wirt „Zur Eisenbahn“ in Fürth zu senden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als in Kellern und Kühlhäusern auch bei niedrigen Temperaturen vergoren werden konnte, setzte sich bald die untergärige Brauweise durch. Bereits 1841 wurde das untergärige [[Lagerbier]] von [[Anton Dreher senior|Anton Dreher Senior]] in Wien gebraut und läutete damit die Epoche der untergärigen Biersorten ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wichtiger Punkt in der Geschichte des Bierbrauens wird die „Erfindung“ der [[Pilsner Bier|Pilsner Brauart]] angesehen. Sie ging aus der schon damals berühmten &amp;#039;&amp;#039;[[Bayerische Brauart|Bayerischen Brauart]]&amp;#039;&amp;#039; hervor, die vor allem auf nur mit niedriger Temperatur abgedarrtem Malz und auf der langsamen [[Alkoholische Gärung|Gärung]] durch Lagerung in kalten Höhlen und tiefen Kellern beruhte. [[Josef Groll]] braute somit am 5. Oktober 1842 den ersten [[Sudhaus|Sud]] nach Pilsner Brauart. Dieser wurde erstmals am 11. November 1842 öffentlich ausgeschenkt und eröffnete so den weltweiten Siegeszug dieser Bierspezialität, die als Original [[Pilsner Urquell]] vertrieben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert kam es vor allem in München immer wieder zu Unruhen und Ausschreitungen (siehe: [[Münchner Bierrevolution]]), wenn der Bierpreis geringfügig erhöht wurde. Dabei wurde regelmäßig von den Gästen in Wirtshäusern randaliert, wobei weder Tische noch Stühle heil blieben. Ein erhöhter Bierpreis wird zum Teil auch als Hintergrund der so genannten [[Nockherberg#Die „Salvator-Schlacht“ von 1888|„Salvatorschlacht“]] von 1888 angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine rein juristische Schlacht war hingegen der von der Presse so bezeichnete „Bierkonfessionskrieg“, in dem die Münchner [[Paulaner Brauerei]] Zacherl die Bierbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Salvator&amp;#039;&amp;#039; gegen die Fürther [[Brauerei Geismann]] 1897 gerichtlich als Bier-Marke durchsetzte, wohingegen der Name zuvor von etlichen bayerischen und fränkischen Brauereien als Typenbezeichnung (vgl. &amp;#039;&amp;#039;Pils&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Märzen&amp;#039;&amp;#039;) verwendet wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bayerland&amp;quot;&amp;gt;K. Bernhard: &amp;#039;&amp;#039;Man muß die Feste feiern wie sie fallen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bayerland.&amp;#039;&amp;#039; Band 64 (Sonderheft Fürth) 1962.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einer katastrophalen [[Londoner Bier-Überschwemmung|Bier-Überschwemmung]] kam es 1814 in London.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Handwerk des [[Bierbrauen]]s entwickelte sich die [[Getränkeindustrie]], deren Produkte („Dividendenjauche“&amp;lt;ref&amp;gt;Max Döllner: &amp;#039;&amp;#039;Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933.&amp;#039;&amp;#039; 1950, S. 181.&amp;lt;/ref&amp;gt;) nicht immer auf Akzeptanz der Biertrinkenden trafen. [[Carl von Linde]] entwickelte und baute die Kältemaschine anfangs hauptsächlich für Brauereien. Weiterhin wird Bier seit der Erfindung des Bierfilters durch [[Lorenz Adalbert Enzinger]] im Jahre 1878 für gewöhnlich filtriert und teilweise auch pasteurisiert; dadurch und durch die moderne Abfülltechnik wurde es wesentlich länger haltbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Weltbierproduktion lag 1900 bei 245 Mio. [[Hektoliter|hl]] und 2008 bei 1816 Mio. hl.&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Borkenhagen: &amp;#039;&amp;#039;125 Jahre Schultheiss-Brauerei&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1967 (für 1900) und Bart-Bericht 2008/09, Nürnberg 2009 (für 2008).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Karin Hackel-Stehr&lt;br /&gt;
   |Titel=Das Brauwesen in Bayern vom 14. bis 16. Jahrhundert insbesondere die Entstehung und Entwicklung des Reinheitsgebotes (1516)&lt;br /&gt;
   |Verlag=Technische Universität&lt;br /&gt;
   |Ort=Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=1988&lt;br /&gt;
   |Kommentar=Dissertation&lt;br /&gt;
   |DNB=891361030}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Wolfgang Helck&lt;br /&gt;
   |Titel=Das Bier im Alten Ägypten&lt;br /&gt;
   |Verlag=Gesellschaft für die Geschichte und Bibliographie des Brauwesens GGB&lt;br /&gt;
   |Ort=Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=1971}}&lt;br /&gt;
* [[Karl-Ernst Behre]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte der Bierwürzen nach Fruchtfunden und schriftlichen Quellen.&amp;#039;&amp;#039; In: Willem van Zeist, Willem A. Casparie (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Plants and ancient man. Studies in palaeothnobotany.&amp;#039;&amp;#039; Rotterdam 1984, S. 115–122.&lt;br /&gt;
* Andreas Deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Brauen.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Albrecht Cordes]], [[Heiner Lück]], [[Dieter Werkmüller]], [[Ruth Schmidt-Wiegand]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. Band I. Schmidt, Berlin 2008, ISBN 978-3-503-07912-4, Sp. 671–673.&lt;br /&gt;
* Oliver Dietrich, Manfred Heun, Jens Notroff, [[Klaus Schmidt (Archäologe)|Klaus Schmidt]], Martin Zarnkow: &amp;#039;&amp;#039;The role of cult and feasting in the emergence of Neolithic communities. New evidence from Göbekli Tepe, south-eastern Turkey.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Antiquity.&amp;#039;&amp;#039; 86, 2012, S. 674–695 ([https://www.cambridge.org/core/services/aop-cambridge-core/content/view/A1AA4FB20657599F859860D94CCD090E/S0003598X00047840a.pdf/the-role-of-cult-and-feasting-in-the-emergence-of-neolithic-communities-new-evidence-from-gobekli-tepe-south-eastern-turkey.pdf PDF])&lt;br /&gt;
* Michael Matheus, Vino e birra a nord delle Alpi fra Mondo Antico e Medioevo, in: Francesco Filotico (Hrsg.), Incontro a tavola tra due civiltà: Il vino e la birra. Atti della Giornata internazioale di Studio (Manduria 25 Maggio 2019), Siena 2023, S. 49 – 93. ([https://www.academia.edu/99388033/Vino_e_birra_a_nord_delle_Alpi_fra_Mondo_Antico_e_Medioevo PDF])&lt;br /&gt;
* Muraresku, Brian C: &amp;#039;&amp;#039;The Immortality Key: The Secret History of the Religion with No Name.&amp;#039;&amp;#039; Macmillan USA, 2020, ISBN 978-1-250-20714-2&lt;br /&gt;
* A. Naigélé: &amp;#039;&amp;#039;Das Bier in der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Brau- und Malzindustrie]]&amp;#039;&amp;#039; 21, (Wien) 1920, Nr. 4, S. 31–33.&lt;br /&gt;
* [[Josef H. Reichholf]]: &amp;#039;&amp;#039;Warum die Menschen sesshaft wurden. Das größte Rätsel unserer Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. S. Fischer, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-10-062943-2.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=W.D. Speckmann&lt;br /&gt;
   |Titel=Biere, die Geschichte machten&lt;br /&gt;
   |Verlag=Archiv Hopfen und Malz Rattiszell&lt;br /&gt;
   |Datum=2005&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-00-016727-7}}&lt;br /&gt;
* Tom Standage: &amp;#039;&amp;#039;Sechs Getränke, die die Welt bewegten.&amp;#039;&amp;#039; Patmos, Düsseldorf/Zürich 2006, ISBN 3-538-07234-5.&lt;br /&gt;
* [[Karl Sudhoff]]: &amp;#039;&amp;#039;Vom hygienischen und arzneilichen Werte des Bieres, nach den Anschauungen des 15. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Sudhoffs Archiv&amp;#039;&amp;#039; 9, 1916, S. 181 f.&lt;br /&gt;
* [[Kai Brodersen]]: De Cerevisia. 3 Bände, KDV Speyer 2024: Bd. 1 Antonius Gazius u. a.: De Cerevisia. Vier lateinische Schriften vom Bier (1546–1567), ISBN 978-3939526-75-9; Johannes Placotomus: De Natura et Viribus Cerevisiarum et Mulsarum / Über die Natur und Kräfte von Bier und Met (1550), ISBN 978-3939526-76-6; Thaddaeus Hagecius: De Cervisia Opusculum / Werkchen über das Bier (1585). Beigabe: Johannes Caius: De Ala et Bera (1556), ISBN 978-3939526-77-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Periodika ===&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens e.&amp;amp;nbsp;V. GGB&lt;br /&gt;
   |Titel=Jahrbuch&lt;br /&gt;
   |Ort=Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=&lt;br /&gt;
   |ISSN=1860-8922&lt;br /&gt;
   |Kommentar=Jährlich seit 1928}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste aktiver Brauereimuseen]]&lt;br /&gt;
* [[Gambrinus (Person)|Gambrinus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.ggb-berlin.de/ Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens GGB e.&amp;amp;nbsp;V.]&lt;br /&gt;
* [https://www.bbc.co.uk/reel/video/p09h36ld/the-ancient-drink-serving-the-world-for-13-000-years BBC Reel: The ancient drink serving the world for 13,000 years.] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Video&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; by Pierangelo Pirak. 10. Mai 2021 (abgerufen am 18. Mai 2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biergeschichte|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Triggerhippie4</name></author>
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