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	<title>Geschichte Somalilands - Versionsgeschichte</title>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Geschichte_Somalilands&amp;diff=1869881&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-28005-23: /* Unabhängigkeitserklärung */   Somalililand zu Somaliland geändert, Schreibfehler behoben</title>
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		<updated>2025-10-07T09:26:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Unabhängigkeitserklärung: &lt;/span&gt;   Somalililand zu Somaliland geändert, Schreibfehler behoben&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Somaliland map de.png|miniatur|Karte des heutigen Somalilands]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Geschichte Somalilands&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Geschichte eines Teils des von [[Somali (Volk)|Somali]] bewohnten Gebietes, welches im 19. Jahrhundert als [[Britisch-Somaliland]] kolonialisiert wurde und sich 1960 mit [[Italienisch-Somaliland]] zu [[Somalia]] verband. Sie ist somit eng verbunden mit der [[Geschichte Somalias]] sowie mit der Geschichte der Somali in den Nachbarländern [[Äthiopien]] und [[Dschibuti]]. Nach dem Zusammenbruch der somalischen Regierung 1991 erklärte sich [[Somaliland]] für unabhängig und durchlief seither eine weitgehend vom übrigen Somalia getrennte Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen tabellarischen Überblick bietet die [[Zeittafel Somalia]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Laas Geel.jpg|mini|Detail der Höhlenmalereien in Laas Geel]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Laas Geel cow and human.jpg|mini|Mensch und Kuh]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belege für die Besiedlung des [[Horn von Afrika|Horns von Afrika]] vor Beginn der christlichen Zeitrechnung sind spärlich. Erste Spuren menschlicher Zivilisation wurden in [[Laas Geel]] bei [[Hargeysa]] entdeckt. Dort wurden Höhlenmalereien gefunden, die auf die Zeit zwischen 4000 und 3000 v. Chr. datiert werden. Weitere Höhlenmalereien befinden sich u.&amp;amp;nbsp;a. in [[Karin Heegan]] und [[Dhambalin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutigen Bewohner der Region, die [[Somali (Volk)|Somali]], führen ihre Herkunft auf Einwanderer von der [[Arabische Halbinsel|Arabischen Halbinsel]] zurück, von denen alle Somali [[Patrilinearität|patrilinear]] abstammen sollen. Die Sprachwissenschaft sieht ihre Ursprünge hingegen eher im südlichen [[Hochland von Abessinien|äthiopischen Hochland]], wo andere Ethnien leben, die wie die Somali [[kuschitische Sprachen]] sprechen, und legt damit den Schwerpunkt auf den kuschitisch-afrikanischen Teil ihrer Abstammung. Nach diesen Theorien trennten sich die Vorfahren der Somali um 500 v. Chr. von den verwandten Gruppen zwischen den Flüssen [[Omo (Fluss)|Omo]] und [[Tana (Fluss)|Tana]] und besiedelten bis etwa 100 n. Chr. das ganze Horn von Afrika.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://countrystudies.us/somalia/3.htm Countrystudies.us: Somalia – Origins, Migrations, and Settlement]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkoloniale Zeit ==&lt;br /&gt;
Die Somali entwickelten ihre bis heute bestehende Wirtschaft und Lebensweise, die hauptsächlich in nomadischer Viehwirtschaft sowie im Süden des heutigen Somalia in Ackerbau im Gebiet der Flüsse [[Jubba]] und [[Shabeelle]] besteht. Die Lebensweise der Nomaden in Nordsomalia/Somaliland galt lange als prototypisch für die Somali, doch sie entwickelte sich wahrscheinlich später als die sesshaft-[[Agropastoralismus|agropastoralistische]] Lebensweise der südsomalischen [[Rahanweyn]].&amp;lt;ref&amp;gt;Herbert S. Lewis: &amp;#039;&amp;#039;The Origins of the Galla and Somali&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;The Journal of African History&amp;#039;&amp;#039;, Vol. 7, No. 1 (1966)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;INV&amp;quot;&amp;gt;[[Abdi Kusow]]: The Somali Origin: Myth or Reality, in: Ali Jimale Ahmed (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Invention of Somalia&amp;#039;&amp;#039;, Red Sea Press 1995, ISBN 0932415997&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Clansystem der Somali]] wurde wahrscheinlich von der patrilinearen Stammesgesellschaft der Araber beeinflusst und verdrängte die ursprüngliche, möglicherweise matrilinear organisierte Gesellschaftsform.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://countrystudies.us/somalia/4.htm Countrystudies.us: Somalia – Coastal Towns]&amp;lt;/ref&amp;gt; Schon in vorkolonialer Zeit kam es immer wieder zu Konflikten zwischen Clans, insbesondere um knappes Land und Wasser. Die in der Region natürlicherweise auftretenden Dürren führten regelmäßig zu Hunger, insbesondere unter den Nomaden im Norden und Zentrum Somalias&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.hrw.org/reports/1992/somalia/ Länderbericht von Human Rights Watch zu Somalia 1992]#The Impending Famine; dort zitiert aus M. Boothman, &amp;#039;&amp;#039;A Historical Survey of the Incidence of Drought in Northern Somalia&amp;#039;&amp;#039;, in I. M. Lewis (ed.) Abaar: &amp;#039;&amp;#039;The Somali Drought&amp;#039;&amp;#039;, London, 1975.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seehandel und Einführung des Islam ===&lt;br /&gt;
Das [[Aksumitisches Reich|Königreich von Aksum]] erstreckte sich auf dem Höhepunkt seiner Macht (ca. 4. bis 6. Jahrhundert) bis in den Nordwesten Somalias&amp;lt;ref&amp;gt;[http://countrystudies.us/ethiopia/5.htm Countrystudies.us: Ethiopia – The Aksumite State]&amp;lt;/ref&amp;gt;, über die Auswirkungen seiner Herrschaft ist wenig bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Seehandel über Küstenstädte wie [[Zeila]] (Saylac) und [[Hobyo]] kamen die Somali mit arabischen und [[Perserreich|persischen]] Einflüssen in Berührung, so auch mit dem [[Islam]] ab dem 7. Jahrhundert. Noch weiter verbreitete sich der Islam im 11., 12. und 13. Jahrhundert mit der Ankunft muslimischer Patriarchen&amp;lt;!--, namentlich &amp;#039;&amp;#039;[[Scheich]] Darod Jabarti&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Scheich Isaaq&amp;#039;&amp;#039;, von denen der eine den Clan der [[Darod]] und der andere denjenigen der [[Isaaq]] begründete--&amp;gt;. Zeila stieg bis zum 16. Jahrhundert zum Handelszentrum für Kaffee, Gold, [[Zibet]], Straußenfedern sowie Sklaven aus Äthiopien (&amp;#039;&amp;#039;siehe auch&amp;#039;&amp;#039;: [[Ostafrikanischer Sklavenhandel]]) und zum Zentrum des Islam in Somalia auf. Es wurde mit dem Nahen Osten, Indien und China Handel getrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sultanate in Nordsomalia ===&lt;br /&gt;
Im 13. Jahrhundert setzte eine Wanderungsbewegung der Somali nach Süden ein, die bis in das 19. Jahrhundert andauern sollte. In dieser Zeit begannen sich auch Staatswesen zu bilden, insbesondere das [[Sultanat Ifat]] in Äthiopien und Nordsomalia, Vorläufer des von muslimischen Somali und [[Afar (Volk)|Afar]] geführten [[Sultanat Adal|Sultanats Adal]]. Dieses reichte von seiner Hauptstadt Zeila bis [[Jijiga]] und [[Harar]] im heute äthiopischen [[Ogaden]] und blieb lange friedlich gegenüber dem benachbarten christlichen Kaiserreich Äthiopien. Die Beziehungen der beiden Staatswesen verschlechterten sich jedoch, als der äthiopische [[Negus]] [[Isaak (Äthiopien)|Isaak]] (Yeshaq) muslimische Ansiedlungen im Tal östlich von Harar angriff und 1415 Ifat eroberte. Nach seinem Sieg erlegte Isaak den Muslimen Tribut auf und ließ eine [[Hymne]] zur Besingung dieses Sieges schreiben. In dieser Hymne erscheint das Wort &amp;#039;&amp;#039;Somali&amp;#039;&amp;#039; erstmals in geschriebener Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 16. Jahrhundert waren es wiederum die Muslime, die Äthiopien angriffen. Unterstützt vom [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]]&amp;lt;!--und unter Anwendung der [[Verbrannte Erde|Taktik der verbrannten Erde]]--&amp;gt; drangen sie, geführt von [[Ahmad ibn Ibrahim al-Ghasi|Ahmed &amp;#039;&amp;#039;Gurey&amp;#039;&amp;#039;]] &amp;#039;&amp;#039;(Gran)&amp;#039;&amp;#039;, weit in das Land vor, richteten Verwüstungen an und dezimierten dabei die Bevölkerung. Mit Hilfe einer portugiesischen Expedition unter [[Cristóvão da Gama]] – einem Sohn [[Vasco da Gama]]s – und des Einsatzes von Kanonen gelang es Äthiopien, die Eroberung schließlich abzuwenden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://countrystudies.us/somalia/5.htm Countrystudies.us: Somalia – Emergence of Adal]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem Fall Ahmed Gureys in der [[Schlacht von Wayna Daga]] am 21. Februar 1543 wurden die Muslime zurückgeschlagen. In der darauf folgenden Zeit zerfiel Adal in kleinere Staaten, darunter das Sultanat Harar. Dieses kam, ebenso wie äthiopische Gebiete, unter Druck von Seiten der [[Oromo (Volk)|Oromo]], die nun von Süden her vordrangen&amp;lt;ref&amp;gt;Nordic Africa Institute: [http://www.nai.uu.se/library/resources/dossiers/local_history_of_ethiopia/ Local History of Ethiopia]: {{Webarchiv|url=http://www.nai.uu.se/library/resources/dossiers/local_history_of_ethiopia/h/ORTHARAR05.pdf |wayback=20160910133354 |text=Harar |archiv-bot=2023-05-12 01:20:51 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Portugiesen waren seit der Zeit von [[Heinrich der Seefahrer|Heinrich dem Seefahrer]] der Küste Afrikas entlang gesegelt und waren so bis nach Somalia gelangt. Ab dem 16. Jahrhundert kam es zu Überfällen portugiesischer Seefahrer auf somalische Küstenstädte. Zeila verlor infolge portugiesischer Angriffe 1517 und 1528 sowie Überfällen somalischer Nomaden aus dem Umland an Bedeutung und wurde zur Besitzung der jemenitischen Stadt [[Mokka (Stadt)|Mokka]]. [[Berbera]] nahm seine Rolle ein, wurde aber ebenfalls Besitzung Mokkas. Der Jemen wiederum, und damit auch Mokka, geriet seinerseits zeitweise unter osmanische Herrschaft. 1875 versuchte [[Ägypten]] unter [[Ismail Pascha]] eine Invasion in Äthiopien, wobei Harar und Zeila für kurze Zeit unter ägyptische Kontrolle kamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kolonialzeit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Aden gulf 1860.jpg|miniatur|Karte des [[Golf von Aden|Golfs von Aden]] um 1860]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Africa 1909, Edward Hertslet (Horn of Africa, detail).jpg|miniatur|Das Horn von Afrika um 1900]]&lt;br /&gt;
Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr das von den Somali bewohnte Gebiet die Aufteilung, die bis heute nachwirkt und teilweise Bestand hat. Harar und damit ganz Ogaden geriet durch die Eroberungen [[Menelik II.|Meneliks II.]] unter die Herrschaft Äthiopiens. Süden und Osten des heutigen Somalia wurden von [[Italien]] als [[Italienisch-Somaliland]], der Norden ([[Britisch-Somaliland]]) sowie [[Kenia]] von Großbritannien und [[Dschibuti]] (Französisch-Somaliland) im Nordwesten von [[Frankreich]] kolonisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Schutzverträge ===&lt;br /&gt;
Großbritannien hatte 1827 einen ersten Schutzvertrag mit einem lokalen [[Clansystem der Somali|Clan]] an der Nordküste des von [[Somali (Volk)|Somali]] bewohnten Gebietes abgeschlossen und hatte seit 1839 Abgesandte in den Hafenstädten Zeila und Berbera, um die Seehandelsrouten durch das [[Rotes Meer|Rote Meer]] nach [[Britisch-Indien|Indien]] zu sichern. 1884–1886 schloss es weitere Verträge mit verschiedenen Clans und sicherte sich damit das Gebiet, das vorwiegend von nomadischen Somali-Viehzüchtern aus den Clans der [[Isaaq]] sowie [[Dir (Clan)|Dir]] und [[Darod]] bewohnt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1884 bis 1898 wurde das Protektorat von [[Präsidentschaft Bombay|Bombay]] aus verwaltet, es galt als Gebiet der [[Kolonie Aden]]. Dessen Grenzen wurden in Verträgen mit Italien (1894) und Äthiopien (1897 und 1954) festgelegt. Bereits 1888 wurde mit Frankreich ein Abkommen getroffen. Dabei wurde u. a. die Insel [[Musha (Insel)|Musha]] im [[Golf von Tadjoura]] zum Preis von zehn Säcken Reis von der indischen Regierung gekauft und abgetreten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;COL&amp;quot;&amp;gt;Haithornthwaite, Philip; &amp;#039;&amp;#039;The Colonial Wars Sourcebook;&amp;#039;&amp;#039; London 1995; ISBN 1-85409-196-4, S.&amp;amp;nbsp;174.&amp;lt;/ref&amp;gt; Danach wurde Britisch-Somaliland vom Außenministerium und ab 1905 vom &amp;#039;&amp;#039;[[Colonial Office]]&amp;#039;&amp;#039; verwaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Britischer Militärstützpunkt ===&lt;br /&gt;
Die Briten nutzten die Kolonie als Militärstützpunkt und als Versorgungsstation für Schiffe und etablierten vor allem einen umfangreichen Exporthandel mit Lebendvieh, das sie zur Versorgung ihrer nahegelegenen Kolonie [[Aden]] brauchten. Verwaltungssitz der Kolonie war bis 1942 die Hafenstadt [[Berbera]], über die diese Exporte abgewickelt wurden. Im Landesinneren führte der wachsende Handel dazu, dass sich [[Hargeysa]] und [[Burao]] als größere Orte und Handelszentren herausbildeten. Der Viehexport als bedeutender Wirtschaftsfaktor blieb über die Kolonialzeit hinaus erhalten, da ab den 1950er Jahren eine hohe Nachfrage aus den durch Erdölförderung wohlhabend gewordenen arabischen Staaten nach somalischem Vieh aufkam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Flag of British Somaliland (1950–1952).svg|miniatur|Flagge 1950–60]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einer umfangreicheren Kontrolle und Entwicklung ihres Somaliland waren die Briten – im Unterschied zu den Italienern im angrenzenden [[Italienisch-Somaliland]] – kaum interessiert. Sie beschränkten sich weitgehend auf eine [[indirekte Herrschaft]] über das Gebiet, investierten kaum in seine Entwicklung und griffen wenig in die inneren Verhältnisse ein. So blieben lokale Strukturen wie die Ältestenräte &amp;#039;&amp;#039;(guurti)&amp;#039;&amp;#039;, die traditionell für Friedensstiftung zwischen den Clans zuständig sind, weitgehend erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht alle Clans unterstellten sich der Fremdherrschaft gewaltlos. Für Unmut sorgte dabei insbesondere der Grenzvertrag mit [[Äthiopien]] 1897, der Äthiopiens Hoheit über den [[Ogaden]] einschließlich des bedeutenden Weidelandes im [[Haud]]-Gebiet anerkannte. 1899–1920 führten insbesondere die Dolbohanta (Dhulbahante)-Darod unter [[Mohammed Abdullah Hassan]] einen religiös und nationalistisch motivierten Guerillakrieg gegen die Kolonialherrschaft. Im Laufe dieses Krieges, verbunden mit einer Hungersnot 1911–1912, kam etwa ein Drittel der Bevölkerung um.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue ins Amt gelangte Regierung [[Stanley Baldwin|Baldwin]] bot im August 1934 ihrem Verbündeten in der [[Stresa-Front]], Mussolini, den [[Ogaden]] an. Gleichzeitig sollte Abessinien durch einen Landstreifen als Korridor zum Hafen [[Zeila]] entschädigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Brandon P.; The Dark Valley: a panorama of the 1930s; London 2000; S.&amp;amp;nbsp;70.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lokale Selbstverwaltung ===&lt;br /&gt;
1940 [[Italienische Eroberung der britischen Kolonie Somaliland|besetzte]] das faschistische Italien Britisch-Somaliland (&amp;#039;&amp;#039;siehe auch&amp;#039;&amp;#039;: [[Abessinienkrieg|Italienisch-Äthiopischer Krieg]]). Ein halbes Jahr später eroberte Großbritannien 1941 Britisch-Somaliland zurück und unterstellte es zusammen mit dem ebenfalls eroberten Italienisch-Somaliland bis 1950 einer Militärverwaltung. Deren Sitz wurde ab 1942 Hargeysa. Die Somali wurden nun in die Verwaltung einbezogen, ab 1947 bestand ein &amp;#039;&amp;#039;Advisory Council&amp;#039;&amp;#039; aus lokalen Vertretern, die einmal jährlich zusammentraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1950 wurde Italienisch-Somaliland als [[Treuhandgebiet]] an Italien zurückgegeben, während Britisch-Somaliland bei Großbritannien blieb. 1957 wurde die politische Beteiligung der Lokalbevölkerung erweitert, indem ein Exekutivrat &amp;#039;&amp;#039;(Executive Council)&amp;#039;&amp;#039; und ein Legislativrat &amp;#039;&amp;#039;(Legislative Council)&amp;#039;&amp;#039; gebildet wurden. Diese wurden teils gewählt und teils vom Gouverneur ernannt. Bei den ersten Wahlen zum &amp;#039;&amp;#039;Legislative Council&amp;#039;&amp;#039; im Februar 1960 erhielt die Partei [[Somalische Jugendliga]] 20 von 33 Sitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unabhängigkeit ==&lt;br /&gt;
=== Vereinigung mit Somalia ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Flag of Somalia.svg|mini|Flagge des unabhängigen Somalia]]&lt;br /&gt;
Als die Unabhängigkeit Italienisch-Somalilands für den 1. Juli 1960 angesetzt war, forderte der &amp;#039;&amp;#039;Legislative Council&amp;#039;&amp;#039; die rasche Unabhängigkeit Britisch-Somalilands, um eine Vereinigung mit Italienisch-Somaliland als Schritt zur [[Groß-Somalia|Einigung aller Somali]] in einem Staat zu erreichen. Innerhalb von zwei Monaten wurde die Unabhängigkeit vorbereitet und schließlich am 26. Juni 1960 gewährt, fünf Tage später erfolgte der Zusammenschluss mit Italienisch-Somaliland zum Staat Somalia. Grund für den Zusammenschluss waren Bestrebungen zur [[Groß-Somalia|Einigung aller Somali]] in einem Staat, nachdem dieses Volk durch die Kolonialisierung auf mehrere Staaten verteilt worden war. Dem damaligen Ministerpräsidenten Britisch-Somalilands [[Mohammed Haji Ibrahim Egal]] wurde ein Ministerposten in der neuen Regierung Somalias überlassen, 1967 wurde Egal Premierminister.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hargeysa plane monument.jpg|mini|Stadtzentrum von Hargeysa mit dem Kriegsdenkmal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings fühlten sich bald viele Bewohner des Gebietes im Gesamtgebilde Somalia benachteiligt. Die nationale Integration bereitete Schwierigkeiten, da sich Nord- und Südsomalia in Entwicklungsstand, Bildungs- und Verwaltungsstrukturen unterschieden. Nach Ansicht vieler Nordsomalier unternahm der wirtschaftlich, politisch und demografisch dominierende Süden wenig, um diese Unterschiede zu berücksichtigen und die Entwicklung des Nordens zu fördern. 1961 wurde die neue somalische Verfassung im Süden von der großen Mehrheit der Abstimmenden angenommen, im Norden aber von weniger als 50 % unterstützt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://countrystudies.us/somalia/15.htm Countrystudies.us: Somalia – From Independence to Revolution]&amp;lt;/ref&amp;gt; Im selben Jahr revoltierten Offiziere im Norden erfolglos gegen den Zusammenschluss mit dem Süden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem 1969 [[Siad Barre]] die Macht ergriffen und eine autoritäre Regierung errichtet hatte, gründeten [[Isaaq]] im Exil 1981 die Rebellenbewegung &amp;#039;&amp;#039;[[Somalische Nationale Bewegung]]&amp;#039;&amp;#039; (SNM), die in Nordsomalia einen bewaffneten Kampf gegen die Regierung begann. Die [[Streitkräfte Somalias#Geschichte|Armee]] reagierte mit Repressionsmaßnahmen, die in der Bombardierung der Städte [[Burao]] und [[Hargeysa]] 1988 gipfelten. Hierbei kamen etwa 50.000 Menschen um, 400.000 wurden [[Interne Vertreibung|intern vertrieben]], weitere 400.000 flohen über die Grenze in Flüchtlingslager wie [[Hartishek]] im äthiopischen [[Ogaden]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://siteresources.worldbank.org/INTSOMALIA/Resources/conflictinsomalia.pdf World Bank: Conflict in Somalia: Drivers and Dynamics] (January 2005; PDF; 654&amp;amp;nbsp;kB)/Africa Watch: &amp;#039;&amp;#039;Somalia: A Government at War with its Own People&amp;#039;&amp;#039;, New York 1990.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder nach [[Dschibuti]]. (Etwa 300.000 dieser Flüchtlinge sind von 1997 bis 2006 zurückgekehrt&amp;lt;ref&amp;gt;UNHCR: [http://www.unhcr.org/474304b04.html UNHCR launches last phase of Somali repatriation from Djibouti]&amp;lt;/ref&amp;gt;.) Die Minderheitenclans der Gadabursi-Dir und der Dolbohanta-Darod unterstützten zum Teil die Regierung gegen die SNM. 1991 gelang verschiedenen Rebellenbewegungen die Entmachtung Barres, aber Konflikte zwischen Clans und Kriegsherren verhinderten die Bildung einer Nachfolgeregierung. Der [[Somalischer Bürgerkrieg|somalische Bürgerkrieg]] hält seither in Süd- und Zentralsomalia an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unabhängigkeitserklärung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Karte Somaliland.png|mini|Sich überschneidende Ansprüche zwischen Somaliland und Puntland]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Flag of Somaliland until 1996.svg|mini|Erste Flagge Somalilands 1991–1996]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Flag of Somaliland.svg|mini|Aktuelle Flagge von Somaliland]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die SNM initiierte derweil einen Versöhnungsprozess der nordsomalischen Clans und griff hierzu auf traditionelle Mechanismen der Friedensstiftung zurück. Auf einer Versammlung von Clan-Ältesten unter Federführung der SNM in [[Burao]] wurde 1991 die einseitige Unabhängigkeitserklärung Somalilands verabschiedet. Dieser Schritt war von der SNM-Führung ursprünglich nicht vorgesehen und erfolgte auf Druck der Öffentlichkeit, die aufgrund der Kriegserfahrungen die Einheit mit Süd- und Zentralsomalia mehrheitlich ablehnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Bradbury 2008 (S. 80–82)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ioan Lewis: &amp;#039;&amp;#039;Understanding Somalia and Somaliland&amp;#039;&amp;#039;, 2008, ISBN 978-1-85065-898-6 (S. 75)&amp;lt;/ref&amp;gt; Zusammen mit der Unabhängigkeitserklärung wurde eine „Nationale Charta“ verabschiedet, der zufolge die SNM für die nächsten zwei Jahre die Regierungsgewalt ausüben sollte. Anschließend sollte eine neue Verfassung ausgearbeitet werden, unter der die Macht an eine gewählte Regierung übergehen würde. SNM-Führer [[Abd-ar-Rahman Ahmad Ali Tur]] wurde erster Präsident. Die SNM zerfiel jedoch bald darauf in einander bekämpfende Faktionen, und wie im übrigen Somalia kam es zu Clan-Konflikten, bis 1992 ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet wurde. Auf einer erneuten Konferenz in [[Boorama]] 1993 wurden eine neue Nationale Charta und ein Friedensabkommen verabschiedet, und die SNM übergab die Macht an eine zivile Regierung mit Zwei-Kammern-Parlament unter Präsident [[Mohammed Haji Ibrahim Egal]]. 1994–1996 flammten erneut Auseinandersetzungen auf. Angehörige des Dir-Clans in der westlichen Region [[Awdal]], die Somalilands Autorität nicht anerkennen wollten, riefen 1995 ihre eigene „Republik Awdal“ aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Konferenz 1996/97 in [[Hargeysa]] führte – zusammen mit mehreren lokalen Friedensversammlungen zwischen einzelnen Subclans – zum seither andauernden Frieden in Somaliland und bestätigte die Präsidentschaft Egals für die nächsten fünf Jahre. In dieser Zeit kam der Präsident seiner Verpflichtung nach, eine [[Verfassung Somalilands|Verfassung für Somaliland]] vorzubereiten. Diese wurde 2001 in einem [[Verfassungsreferendum in Somaliland 2001|Referendum]] angenommen. Als nächste Schritte im Demokratisierungsprozess sollten 2001 Kommunalwahlen und 2002 Präsidentschaftswahlen stattfinden. Verzögerungen bei der Vorbereitung und der Tod Egals 2002 führten zu einer einjährigen Verspätung bei der Umsetzung dieser Pläne. Wie in der Verfassung vorgesehen, übernahm der bisherige Vizepräsident [[Dahir Riyale Kahin]] das Präsidentenamt, worin er 2003 [[Präsidentschaftswahlen in Somaliland 2003|bestätigt wurde]]. 2002 fanden die [[Kommunalwahlen in Somaliland 2002|Kommunalwahlen]] als erste Mehrparteienwahlen des Landes statt, 2005 wurde das [[Parlamentswahlen in Somaliland 2005|Repräsentantenhaus gewählt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Beispiel Somalilands trug dazu bei, dass sich [[Puntland]] im Nordosten unter Führung des Harti-Darod-Clans 1998 zum autonomen Teilstaat innerhalb Somalias erklärte und eine eigene Regionalregierung bildete. Im umstrittenen [[Grenzstreit zwischen Somaliland und Puntland|Grenzgebiet zwischen Puntland und Somaliland]] kommt es seit 2003 zu vermehrten Konfrontationen. Der Konflikt zwischen Somaliland und Puntland geht im Kern um die Zukunft des somalischen Staates. Während Somaliland auf Eigenstaatlichkeit und somit das Ende Somalias in den Grenzen von 1990 besteht, bemüht sich Puntland um die Wiederherstellung eines vereinigten, aber föderalen Somalias&amp;lt;ref&amp;gt;Hoehne, Markus Virgil 2009: Mimesis and mimicry in dynamics of state and identity formation in northern Somalia’, Africa 79/2: 252–281. {{DOI|10.3366/E0001972009000710}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Clan der Warsangeli rief in Sanaag im Juli 2007 einen weiteren autonomen Teilstaat [[Maakhir]] aus. Dieser existierte jedoch nur für kurze Zeit und hat sich Anfang 2009 an Puntland angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2008 ist die innenpolitische Lage angespannt, da die anstehenden [[Präsidentschaftswahlen in Somaliland 2010|Präsidentschafts- und Lokalwahlen]] mehrfach über die eigentliche Amtszeit des Präsidenten hinaus verschoben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Politik Somalilands]] (zur Entwicklung nach 1991)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ioan M. Lewis: &amp;#039;&amp;#039;A Modern History of the Somali&amp;#039;&amp;#039;, Ohio University Press 2003, ISBN 0-8214-1495-X&lt;br /&gt;
* Mark Bradbury: &amp;#039;&amp;#039;Becoming Somaliland&amp;#039;&amp;#039;, 2008, ISBN 978-1-84701-310-1&lt;br /&gt;
* Maria Brons: &amp;#039;&amp;#039;Somaliland: Zwei Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung&amp;#039;&amp;#039;, Institut für Afrika-Kunde, Hamburg 1993, ISBN 978-3-928049-23-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|History of Somaliland|Geschichte Somalilands}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
Allgemein:&lt;br /&gt;
* [http://www.countrystudies.us/somalia/ Countrystudies.us: Somalia]&lt;br /&gt;
* im Artikel [[Somalischer Bürgerkrieg]] angegebene Quellen&lt;br /&gt;
* im Artikel [[Britisch-Somaliland]] angegebene Quellen&lt;br /&gt;
* im Artikel [[Somaliland]] angegebene Quellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzelnachweise:&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Geschichte nach Staat/Afrika}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Somalia)| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Somaliland]]&lt;/div&gt;</summary>
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