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	<title>Gertrud Slottke - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Ichigonokonoha am 2. Februar 2026 um 19:41 Uhr</title>
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		<updated>2026-02-02T19:41:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gertrud Slottke&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[6. Oktober]] [[1902]] in [[Młynowo (Mrągowo)|Mühlenthal]] (polnisch &amp;#039;&amp;#039;Młynowo&amp;#039;&amp;#039;), [[Landkreis Sensburg]]; † [[17. Dezember]] [[1971]] in [[Stuttgart]]) war eine deutsche Sekretärin und Kriegsverbrecherin. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] war sie als Sachbearbeiterin im [[Judenreferent|Judenreferat]] IV&amp;amp;nbsp;B&amp;amp;nbsp;4 beim [[Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD]] (BdS) in [[Den Haag]] maßgeblich in die Deportation von Juden aus den Niederlanden involviert. Nach Kriegsende wurde sie wegen Beihilfe zum gemeinschaftlichen Mord zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Gertrud Slottke, Tochter eines Mühlenwerkführers, wuchs mit ihren drei jüngeren Geschwistern an verschiedenen Orten in [[Westpreußen]] auf, da ihr Vater mehrmals seine Arbeitsstelle wechselte. Ab 1913 lebte die Familie in [[Danzig]], wo Slottkes Vater eine Anstellung als Betriebsleiter bei einer Mehlfabrik erhielt. Nach dem Besuch der Volksschule und der Handelsschule arbeitete sie ab 1917 bei mehreren kaufmännischen Betrieben, Reedereien und Speditionen und wurde nach einer kurzen Phase der Arbeitslosigkeit 1932 bei der Staatsbank der [[Freie Stadt Danzig|Freien Stadt Danzig]] angestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kohlhaas208&amp;quot;&amp;gt;Elisabeth Kohlhaas: &amp;#039;&amp;#039;Gertrud Slottke – Angestellte im niederländischen Judenreferat der Sicherheitspolizei&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Klaus-Michael Mallmann]] &amp;amp; [[Gerhard Paul (Historiker)|Gerhard Paul]]: &amp;#039;&amp;#039;Karrieren der Gewalt. Nationalsozialistische Täterbiographien.&amp;#039;&amp;#039;, Darmstadt 2004, S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits zum 1. Mai 1933 trat Slottke in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ein (Mitgliedsnummer 3.396.972),&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/41741255&amp;lt;/ref&amp;gt; obwohl sie nach Kriegsende angab, aus einem sozialdemokratisch orientierten Elternhaus zu stammen. Sie begründete ihren Parteibeitritt später mit Existenzsicherung, aber auch Kontakten zu Danziger [[Sturmabteilung|SA-Männern]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kohlhaas208&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweiter Weltkrieg – Tätigkeit im Judenreferat beim BdS in Den Haag ==&lt;br /&gt;
Nach Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] und der Eingliederung der Freien Stadt Danzig in den [[Reichsgau Danzig-Westpreußen]] war sie bei dem [[Reichsstatthalter]] [[Albert Forster]] in der &amp;#039;&amp;#039;Abteilung Arbeit und Wirtschaft&amp;#039;&amp;#039; tätig. Slottke lebte zu dieser Zeit noch in ihrem Elternhaus und blieb bis zu ihrem Lebensende ledig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kompisch86f&amp;quot;&amp;gt;Kathrin Kompisch: &amp;#039;&amp;#039;Täterinnen. Frauen im Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;, Köln 2008, S. 86 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Slottke leistete ehrenamtlich Dienst beim Danziger Luftschutz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strohtmann&amp;quot;&amp;gt;[[Dietrich Strothmann]]: [https://www.zeit.de/1967/07/eine-angeklagte-und-ihr-opfer &amp;#039;&amp;#039;Eine Angeklagte und ihre Opfer&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 7/1967 vom 17. Februar 1967.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1941 wechselte Slottke im Rahmen einer „Notdienstverpflichtung“ als Polizeiangestellte zur Sicherheitspolizei in die deutsch besetzten Niederlande. Ihre Nachkriegsaussagen lassen vermuten, dass sie sich beim [[Reichssicherheitshauptamt]] (RSHA) für einen Auslandseinsatz beworben hatte. Das RSHA suchte 1941 dringend weibliches Personal für RSHA-Dienststellen in den besetzten Ländern.&amp;lt;ref&amp;gt;Elisabeth Kohlhaas: &amp;#039;&amp;#039;Slottke, Gertrud.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 2013, S. 414.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit Beginn des Jahres 1942 wurde sie zum Judenreferat IV&amp;amp;nbsp;B&amp;amp;nbsp;4 beim [[Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD]] (BdS) [[Wilhelm Harster]] nach [[Den Haag]] versetzt. Dort war Slottke mit der Rückstellung bestimmter jüdischer Menschen (z. B. Juden mit Staatsangehörigkeiten [[alliierte]]r bzw. neutraler Nationen, „[[Jüdischer Mischling|jüdische Mischlinge]]“, „Rüstungsjuden“ etc.) in den Niederlanden befasst, die noch von der [[Deportation#Deportationen während des Nationalsozialismus|Deportation]] in ein [[Konzentrationslager|Konzentrations-]] oder [[Vernichtungslager]] ausgenommen waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kompisch86f&amp;quot; /&amp;gt; Nachdem Slottke und ihr Vorgesetzter [[Wilhelm Zoepf]] in Zusammenarbeit mit dem Berliner [[Eichmannreferat]] im Frühjahr 1943 die Rückstellungen abzuarbeiten begannen, wurde ein Großteil der bisher verschonten Juden deportiert. Sie beschwerte sich bei Zoepf mehrfach über den Juristen [[Hans Calmeyer]], der beim „Reichskommissariat für die besetzten niederländischen Gebiete“ die dortige &amp;#039;&amp;#039;Abteilung Innere Verwaltung&amp;#039;&amp;#039; leitete und versuchte, im Rahmen seines Ermessensspielraums möglichst viele Juden unklarer Abstammung zu retten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Castan/Schneider51&amp;quot;&amp;gt;Joachim Castan/Thomas F. Schneider (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hans Calmeyer und die Judenrettung in den Niederlanden&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 2003, S. 51.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Diese Callmeyerjuden“ stellten nach Slottke „einen derartig hervorstechenden galizischen Typ dar, dass der Verdacht bestätigt wurde, daß diese Juden die Abstammungserklärung nur laufen haben, um noch eine gewisse Zeit vom Arbeitseinsatz freigestellt zu sein“.&amp;lt;ref&amp;gt;Slottke nach einer Razzia in Amsterdam über Juden im Mai 1943. Zitiert bei: Elisabeth Kohlhaas: &amp;#039;&amp;#039;Gertrud Slottke – Angestellte im niederländischen Judenreferat der Sicherheitspolizei&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Klaus-Michael Mallmann]] &amp;amp; [[Gerhard Paul (Historiker)|Gerhard Paul]]: &amp;#039;&amp;#039;Karrieren der Gewalt. Nationalsozialistische Täterbiographien.&amp;#039;&amp;#039;, Darmstadt 2004, S. 213 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1943 wurde ihr offiziell die Zuständigkeit für die Abteilung IV B 4e zugewiesen, in welcher die Rückstellungen behandelt wurden. Zeitweilig arbeiteten unter ihrer Leitung zwei holländische Sekretärinnen und zwei deutsche Kriegsversehrte der [[Waffen-SS]]. Slottkes Vorgesetzter Zoepf, dem sie als „rechte Hand“ zuarbeitete, ließ diese weitestgehend selbstständig in ihrem Ressort gewähren, so dass sie eigenmächtig über die Deportation von Juden oder eben deren Rückstellung entscheiden konnte. In ihrer Funktion suchte Slottke mehrmals das [[Durchgangslager Westerbork]] auf, zur Abwicklung der Transporte in die Vernichtungslager. Auch im Sternenlager des [[KZ Bergen-Belsen]] hielt sie sich öfter auf und konferierte dort mit Angehörigen des RSHA und des Auswärtigen Amtes über die dort inhaftierten niederländischen [[Vorzugsjude|Austauschjuden]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kohlhaas210f&amp;quot;&amp;gt;Elisabeth Kohlhaas: &amp;#039;&amp;#039;Gertrud Slottke – Angestellte im niederländischen Judenreferat der Sicherheitspolizei&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Klaus-Michael Mallmann]] &amp;amp; [[Gerhard Paul (Historiker)|Gerhard Paul]]: &amp;#039;&amp;#039;Karrieren der Gewalt. Nationalsozialistische Täterbiographien.&amp;#039;&amp;#039;, Darmstadt 2004, S. 210 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie erhielt 1943 das [[Kriegsverdienstkreuz (1939)|Kriegsverdienstkreuz II. Klasse]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strohtmann&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Slottke gehörte dem Judenreferat beim BdS in Den Haag bis zum Kriegsende an. Nach der [[alliierte]]n [[Operation Overlord|Landung in der Normandie]] im Juni 1944 wurde ihre Dienststelle an die Reichsgrenze auf deutsches Gebiet verlegt und zuletzt in das [[KZ Ravensbrück]]. Slottke hielt sich noch bis Kriegsende mehrmals in Den Haag auf, bis sie in kanadische Internierung geriet und in das Internierungslager [[Hilversum]] verbracht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kohlhaas209&amp;quot;&amp;gt;Elisabeth Kohlhaas: &amp;#039;&amp;#039;Gertrud Slottke – Angestellte im niederländischen Judenreferat der Sicherheitspolizei&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Klaus-Michael Mallmann]] &amp;amp; [[Gerhard Paul (Historiker)|Gerhard Paul]]: &amp;#039;&amp;#039;Karrieren der Gewalt. Nationalsozialistische Täterbiographien.&amp;#039;&amp;#039;, Darmstadt 2004, S. 209.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
Slottke wurde noch im Mai 1945 aus der Internierung entlassen und zog im Juni 1945 zu ihrer Schwester nach [[Waiblingen]]. Im Rahmen eines im Januar 1948 eingestellten [[Spruchkammerverfahren]]s wurde Slottke als Mitläuferin [[Entnazifizierung|entnazifiziert]]. Slottke arbeitete bereits 1945 wieder aushilfsweise als Sekretärin und übernahm noch im selben Jahr die Geschäftsführung beim [[Bund der Vertriebenen]]. Ab 1949 war sie beim [[Raiffeisen]]verband angestellt und ab 1953 beim Südwestdeutschen Pflanzenzüchterverband der Landwirtschaftlichen Hochschule Stuttgart-Hohenheim. Slottke ging 1965 in den vorzeitigen Ruhestand, war aber weiterhin bei ihrer letzten Arbeitsstelle als geringfügig Beschäftigte tätig. In der Nachkriegszeit engagierte sie sich in Vertriebenenorganisationen: So übernahm sie die Landesleitung des [[Danziger Frauenwerk]]s in Baden-Württemberg, gehörte dem baden-württembergischen Landesvorstand des [[Bund der Danziger|Bundes der Danziger]] an und war Landesreferentin für Frauenarbeit im &amp;#039;&amp;#039;Verband der Landsmannschaften&amp;#039;&amp;#039;, einer Vorgängerorganisation des [[Bund der Vertriebenen|Bundes der Vertriebenen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Elisabeth Kohlhaas: &amp;#039;&amp;#039;Slottke, Gertrud.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 2013, S. 414 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prozess und Verurteilung ==&lt;br /&gt;
Ab 1959 wurde zum Tatkomplex Deportationen von Juden aus den Niederlanden ermittelt. Zunächst wurde Zoepf ausfindig gemacht, dann Slottke und schließlich auch Harster in die Ermittlungen einbezogen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fühner220&amp;quot;&amp;gt;Harald Fühner: &amp;#039;&amp;#039;Nachspiel. Die niederländische Politik und die Verfolgung von Kollaborateuren und NS-Verbrechern, 1945–1989&amp;#039;&amp;#039;, Münster 2005, S. 220.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen dem 23. Januar und 24. Februar 1967 fand vor dem Schwurgericht beim [[Landgericht München II]] die Hauptverhandlung gegen &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Harster und andere&amp;#039;&amp;#039; statt. Die [[Schreibtischtäter]] Harster, Zoepf und Slottke wurden der [[Beihilfe (Strafrecht Deutschlands)|Beihilfe]] zum gemeinschaftlichen [[Mord]] beschuldigt, Harster in 82.856, Zoepf in 55.382 und Slottke in 54.982 Fällen. Die Anklage wurde durch den Oberstaatsanwalt [[Benedikt Huber (Jurist)|Benedikt Huber]] vertreten.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich Strothmann: [https://www.zeit.de/1967/04/die-sache-harster-und-andere &amp;#039;&amp;#039;Die Sache Harster und andere …&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 4/1967.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Robert Kempner]] vertrat als Nebenkläger die Familien der im [[KZ Bergen-Belsen]] an [[Fleckfieber]] oder an [[Typhus]] gestorbenen [[Anne Frank]] und der im [[KZ Auschwitz-Birkenau]] ermordeten [[Edith Stein]]. Harster und Zoepf wurden durch [[Eugen Leer]] und Slottke von [[Rudolf Aschenauer]] verteidigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fühner221f&amp;quot;&amp;gt;Harald Fühner: &amp;#039;&amp;#039;Nachspiel. Die niederländische Politik und die Verfolgung von Kollaborateuren und NS-Verbrechern, 1945–1989&amp;#039;&amp;#039;, Münster 2005, S. 221f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Die Hauptlast der im Judenreferat des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD in Den Haag angefallenen umfangreichen Arbeiten erledigte die Angeschuldigte als die einzige auf diesem Teilgebiet des Entjudungsprogramms von Anfang an und von Grund auf eingearbeitete Kraft der Sicherheitspolizei in den Niederlanden. Die Angeschuldigte richtete ihr ganzes Interesse auf den Dienst und bemühte sich stets, für die Entjudung ein Übermaß zu leisten. Teilweise wendete sie gegen die Verfolgten strengere als die vom Reichssicherheitshauptamt gesetzten Maßstäbe an.&lt;br /&gt;
 |Autor=Aus der Anklageschrift gegen Gertrud Slottke&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;strothmann&amp;quot;&amp;gt;Zitiert bei: Dietrich Strothmann: [https://www.zeit.de/1967/07/eine-angeklagte-und-ihr-opfer/komplettansicht &amp;#039;&amp;#039;Eine Angeklagte und ihre Opfer&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 7/1967 vom 17. Februar 1967.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den Angeklagten zeigte sich Harster geständig und Zoepf teilweise, nur Slottke leugnete ihre Mitverantwortung für die Vernichtung der Juden in den Niederlanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fühner221f&amp;quot; /&amp;gt; Slottke bestritt, [[Antisemitismus (bis 1945)|Antisemitin]] zu sein, und rechtfertigte sich folgendermaßen vor Gericht: „Ich habe nur nach Diktat gearbeitet. Ich befolgte nur die Anordnungen, die aus Berlin kamen.“ Sie habe sich „Gedanken über die Transporte nach Auschwitz“ gemacht, aber „eine Tötung der Juden konnte ich mir gar nicht vorstellen, ich habe geglaubt, es gibt auch im Osten für die deportierten Juden Reservate für den Lebensabend“. Des Weiteren rechtfertigte sie sich: „Ich bin nicht untergetaucht und habe keinen fremden Namen angenommen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;strothmann&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 24. Februar 1967 wurden Harster zu fünfzehn, Zoepf zu neun und Slottke zu fünf Jahren [[Zuchthaus]] verurteilt. Dem Urteil zufolge hatten ideologische und antisemitische Motive nur eine geringe Bedeutung für Slottkes Handeln, das von einem auf eine „reibungslose Durchführung“ der Deportationen ausgerichteten „Diensteifer“ geprägt gewesen sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kohlhaas2013,415&amp;quot;&amp;gt;Elisabeth Kohlhaas: &amp;#039;&amp;#039;Slottke, Gertrud.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 2013, S. 415.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Prozess wurde von der niederländischen Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt, Sonderberichterstatter berichteten in den niederländischen Medien ausführlich über den Prozess.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fühner221f&amp;quot; /&amp;gt; Dem Prozessbeobachter [[Heiner Lichtenstein]] zufolge äußerte Slottke im Verfahren kein Wort der [[Reue]] oder [[Schamgefühl|Scham]]. Slottke selbst bezeichnete ihre Verurteilung als „Justizirrtum“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kohlhaas2013,415&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Juli 1968 verbüßte Slottke ihre Haftstrafe in der Frauenhaftanstalt Gotteszell in [[Schwäbisch Gmünd]]. Diverse Gesuche auf vorzeitige Haftentlassung Slottkes wurden abschlägig entschieden. Krankheitsbedingt befand sich Slottke jedoch seit Herbst 1970 in einem Stuttgarter Krankenhaus, ihre Reststrafe wurde aus diesem Grund im Mai 1971 durch das Bayrische Justizministerium zur [[Bewährung (Deutschland)|Bewährung]] ausgesetzt. Am 17. Dezember 1971 starb Slottke in einem Krankenhaus in Stuttgart auf Grund einer neurologischen Erkrankung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kohlhaas210&amp;quot;&amp;gt;Elisabeth Kohlhaas: &amp;#039;&amp;#039;Gertrud Slottke – Angestellte im niederländischen Judenreferat der Sicherheitspolizei&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Klaus-Michael Mallmann]] &amp;amp; [[Gerhard Paul (Historiker)|Gerhard Paul]]: &amp;#039;&amp;#039;Karrieren der Gewalt. Nationalsozialistische Täterbiographien.&amp;#039;&amp;#039;, Darmstadt 2004, S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Elisabeth Kohlhaas: &amp;#039;&amp;#039;Gertrud Slottke – Angestellte im niederländischen Judenreferat der Sicherheitspolizei&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Klaus-Michael Mallmann]] &amp;amp; [[Gerhard Paul (Historiker)|Gerhard Paul]]: &amp;#039;&amp;#039;Karrieren der Gewalt. Nationalsozialistische Täterbiographien.&amp;#039;&amp;#039; [[Wissenschaftliche Buchgesellschaft|WBG]], Darmstadt 2004, ISBN 3-534-16654-X.&lt;br /&gt;
* Elisabeth Kohlhaas: &amp;#039;&amp;#039;Slottke, Gertrud.&amp;#039;&amp;#039; In: Fred Ludwig Septainter (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Baden-Württembergische Biographien.&amp;#039;&amp;#039; Band V, Kohlhammer, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-17-024863-2, S. 413–416.&lt;br /&gt;
* Joachim Castan/Thomas F. Schneider (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hans Calmeyer und die Judenrettung in den Niederlanden; Katalog zur gleichnamigen Ausstellung.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen: V&amp;amp;R unipress 2003. ISBN 3-89971-122-X.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Edith Stein und Anne Frank. Zwei von Hunderttausend. Die Enthüllungen über die NS-Verbrechen in Holland vor dem Schwurgericht in München&amp;#039;&amp;#039;. Veröffentlicht von [[Robert Kempner|Robert M.W. Kempner]], Freiburg i.Br. 1968.&lt;br /&gt;
* Harald Fühner: &amp;#039;&amp;#039;Nachspiel. Die niederländische Politik und die Verfolgung von Kollaborateuren und NS-Verbrechern, 1945–1989&amp;#039;&amp;#039;. Niederländische Studien Band 35, Waxmann, Münster 2005, ISBN 3-8309-1464-4. [https://books.google.de/books?id=A99H1DWAGLMC&amp;amp;pg=PA220&amp;amp;lpg=PA220&amp;amp;dq=%22Gertrud+Z%C3%B6pf%22&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=iayxUqP4mT&amp;amp;sig=Gg0-LnaTBl7nnOabbwK0vQCYRPM&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=VQqOSYrjLZKT_gaGv7HBDA&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result Google Books]&lt;br /&gt;
* [[Kathrin Kompisch]]: &amp;#039;&amp;#039;Täterinnen. Frauen im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-412-20188-3, S. 86 f.&lt;br /&gt;
* Christian Ritz: &amp;#039;&amp;#039;Schreibtischtäter vor Gericht : das Verfahren vor dem Münchner Landgericht wegen der Deportation der niederländischen Juden (1959–1967)&amp;#039;&amp;#039;. Paderborn : Schöningh, 2012, ISBN 978-3-506-77418-7 Marburg, Univ., Diss., 2011&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=128951141|LCCN=no2017135843|VIAF=28136915}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Slottke, Gertrud}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:BdV-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Täter des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung der Niederlande 1940–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Reichssicherheitshauptamt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1902]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1971]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Slottke, Gertrud&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsche Sekretärin und Sachbearbeiterin im Judenreferat Den Haag&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=6. Oktober 1902&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Młynowo (Mrągowo)|Mühlenthal]], [[Landkreis Sensburg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=17. Dezember 1971&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Stuttgart]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ichigonokonoha</name></author>
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