<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Gert_Postel</id>
	<title>Gert Postel - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Gert_Postel"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gert_Postel&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-30T17:30:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gert_Postel&amp;diff=145652&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;TaxonBot: Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gert_Postel&amp;diff=145652&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-16T18:51:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gert Uwe Postel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[18. Juni]] [[1958]] in [[Bremen]]) wurde als [[Hochstapler]] bekannt, der zwischen 1980 und 1997 mehrfach mit [[Urkundenfälschung (Deutschland)|gefälschten Urkunden]] als Arzt angestellt worden war. Teilweise bekleidete Postel hierbei als &amp;#039;&amp;#039;Dr. med. Dr. phil. Clemens Bartholdy&amp;#039;&amp;#039; leitende Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biografie ==&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Jugend ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postel wuchs als einziges Kind eines [[Kfz-Mechaniker|Mechanikers]] und einer [[Schneider]]in in [[Stuhr]] bei Bremen auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PT_rez&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Burkhard Müller (Literaturkritiker)|Burkhard Müller]]: &amp;#039;&amp;#039;Postel – Die Einsamkeit des Hochstaplers.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Merkur (Zeitschrift)|Merkur – Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken]], Heft 801 (70), Februar 2016, S. 19.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;urteile&amp;quot; /&amp;gt; Nach eigenen Angaben hatte er „eine traurige Kindheit“ und nicht selten [[Suizid]]gedanken. Einen Spaß machte er sich als Jugendlicher daraus, den regionalen [[Weser-Kurier]] mit kleinen Falschmeldungen aufs Glatteis zu führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz&amp;quot;&amp;gt;[http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=na&amp;amp;dig=2012%2F06%2F22%2Fa0030&amp;amp;cHash=a3d75b7602 Henning Bleyl: &amp;#039;&amp;#039;Felix Krull lässt grüßen.&amp;#039;&amp;#039;] [[taz]], 22. Juni 2012, abgerufen am 17. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der [[Hauptschule#Deutschland|Hauptschule]], laut eigenen Angaben die ehemalige Volksschule Bremen Grolland, heute [[Schule Grolland]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube | uploader=Mayn Weit | id=hvtq4tZ4-j4 | title=Schulz und Böhmermann Folge 1 zdf neo vom 10 01 2016 | upload=2016-11-21 | abruf=2024-02-25 | laufzeit=59:00 min}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, holte Postel durch den Besuch einer [[Abendschule]] die [[Mittlerer Schulabschluss|Mittlere Reife]] nach.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zdf-pp&amp;quot;&amp;gt;[http://www.presseportal.de/pm/7840/291109 ZDF-Pressemitteilung: &amp;#039;&amp;#039;Theologe, Arzt, Psychiater: Gert Postel – ein Felix Krull der Moderne.&amp;#039;&amp;#039;] 15. Oktober 2001, abgerufen am 14. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;urteile&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.wernerschell.de/Aktuelles/FalscherPsychiatrieoberarzt.pdf |titel=Urteile des LG Flensburg vom 9. Januar 1985 und des LG Leipzig vom 22. Januar 1999 |format=PDF |abruf=2016-01-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1976 schloss er eine Ausbildung zum [[Zusteller]] ab und arbeitete anschließend bis August 1977 als Postbote für die [[Deutsche Bundespost]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;mauz&amp;quot;&amp;gt;[[Gerhard Mauz]]: [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8742708.html &amp;#039;&amp;#039;Ein Gaukler, ein Artist.&amp;#039;&amp;#039;] [[Der Spiegel]] 29/1997 vom 14. Juli 1997, S. 34f, abgerufen am 14. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.n-tv.de/panorama/Wie-sich-ein-Postbote-zum-Arzt-schwindelte-article19927145.html &amp;#039;&amp;#039;Wie sich ein Postbote zum Arzt schwindelte&amp;#039;&amp;#039;] In: n-tv.de, 9. Juli 2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod seiner Mutter 1979, die sich laut Postels Angaben aufgrund psychiatrischer Falschbehandlung umbrachte,&amp;lt;ref&amp;gt;Sophie Albers Ben Chamo: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.stern.de/kultur/tv/schulz---boehmermann---so-gut-ist-die-erste-show-6640238.html Die Talkshow, die wir brauchen?]&amp;#039;&amp;#039;, [[Der Stern]], 10. Januar 2016, abgerufen am 25. August 2019; vgl. auch [[Schulz &amp;amp; Böhmermann]], erste Folge der ersten Staffel vom 10. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; sei er „auf die schiefe Bahn geraten“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;shz2015&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;RZ99&amp;quot;&amp;gt;[http://archiv.rhein-zeitung.de/on/99/01/20/topnews/postelhin.html &amp;#039;&amp;#039;Die Possen des Gert Postel.&amp;#039;&amp;#039;] [[Rhein-Zeitung]], 20. Januar 1999, abgerufen am 16. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Noch im selben Jahr bewarb sich Postel mit einem falschen Abiturzeugnis beim [[Hanseatisches Oberlandesgericht in Bremen|Oberlandesgericht Bremen]] für eine Ausbildung zum [[Rechtspfleger]]; nach vier Monaten flog der Schwindel auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PT_rez&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt99&amp;quot; /&amp;gt; Es wurde jedoch davon abgesehen, eine [[Jugendstrafe]] zu verhängen, und Postel auferlegt, 700 DM an eine gemeinnützige Einrichtung zu spenden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;urteile&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hochstapelei als Akademiker und Arzt ===&lt;br /&gt;
Nach dem Auszug aus dem Elternhaus mietete Postel unter falschem Namen und mit falschem akademischem Grad Ende 1979 eine Wohnung in Bremen. Im März 1980 wiederholte er dieses Vorgehen und legte dazu unter anderem einen gefälschten Ausweis der [[Zahnärztekammer]] vor. Es sei ihm dabei nicht um [[Betrug (Deutschland)|Betrug]] gegangen, sondern nur darum, die Suche im angespannten [[Wohnungsmarkt]] zu beschleunigen. Nach Aufdeckung seiner wahren Identität wurde er Ende desselben Jahres durch das [[Amtsgericht Bremen]] wegen [[Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen|unbefugter Führung eines akademischen Grades und Verwendung der Berufsbezeichnung „Arzt“]] zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 20 DM verurteilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;urteile&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bewerbung um eine Stelle in einem Fachkrankenhaus für [[Psychotherapie]] in [[Neuenkirchen-Vörden|Neuenkirchen]] in der Nähe von [[Oldenburg (Oldb)|Oldenburg]] wies sich Postel erstmals auch mit einer gefälschten [[Approbation (Heilberufe)|Approbationsurkunde]] aus, gab an, direkt von der Universität zu kommen und erhielt daraufhin die ausgeschriebene Stelle. Auf seine neue Rolle hatte sich Postel umfänglich durch den Besuch von [[Psychologie]]- und [[Soziologie]]vorlesungen an der [[Universität Bremen]] vorbereitet, hatte Fachbücher gelesen und so gut wie möglich die Arztsprache assimilieren gelernt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt99&amp;quot; /&amp;gt; Ein Vierteljahr lang arbeitete Postel in Oldenburg und übte sein Auftreten als Arzt, bevor er im April 1981 wieder nach Bremen zurückkehrte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;urteile&amp;quot; /&amp;gt; Hier bekleidete er vier Wochen lang eine leitende Position im Rehabilitationszentrum beim [[Berufsbildungswerk]] des Bremer [[Sozialverband Deutschland|Reichsbundes]], bis eine Richterin in ihm den ehemaligen Rechtspflegeranwärter vom Oberlandesgericht Bremen wiedererkannte. Zwischenzeitlich hatte Postel als [[Notarzt]] in Vertretung gearbeitet, bei dieser Tätigkeit Medikamente verordnet und Patienten in Krankenhäuser eingewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;urteile&amp;quot; /&amp;gt; Weil Postel Reue zeigte, wurde das Verfahren gegen ihn gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 600 DM eingestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt99&amp;quot;&amp;gt;[https://www.welt.de/print-welt/article564838/Die-Doktorspiele-des-Hochstaplers-Postel.html Michael Mielke: &amp;#039;&amp;#039;Die Doktorspiele des Hochstaplers Postel.&amp;#039;&amp;#039;] [[Die Welt]], 20. Januar 1999, abgerufen am 17. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;RZ99&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;mauz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang März 1982 bewarb sich Postel unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Dr.&amp;amp;nbsp;Klaus Höfer&amp;#039;&amp;#039; um die Stelle eines [[Truppenarzt]]es bei der [[Bundeswehr]] und gab an, in [[Medizin]] und [[Psychologie]] promoviert zu sein. Die [[11. Panzergrenadierdivision]] verlangte zur Überprüfung dieser Angaben die Originaldokumente. Postel erstattete daraufhin vorsorglich [[Strafanzeige#Anzeigeerstatter|Selbstanzeige]]. Das Verfahren gegen Postel wurde nach {{§|154|stpo|juris}} [[Strafprozessordnung (Deutschland)|Strafprozessordnung]] eingestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;urteile&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hinweisschild Gestundheitsamt mit dem Gesundheitsamt dahinter (Flensburg), Bild 03.JPG|mini|Das &amp;#039;&amp;#039;Gesundheitshaus&amp;#039;&amp;#039; in der Flensburger [[Norderstraße]] (2014)]]&lt;br /&gt;
Kurz darauf, im September 1982, bewarb sich der zu diesem Zeitpunkt 24-jährige Postel als &amp;#039;&amp;#039;Dr.&amp;amp;nbsp;med. Dr.&amp;amp;nbsp;phil. Clemens Bartholdy&amp;#039;&amp;#039; um die in [[Flensburg]] ausgeschriebene Stelle eines stellvertretenden [[Amtsarzt]]es.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rohr192&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur|Autor=[[Eckhard Rohrmann]]|Titel=Mythen und Realitäten des Anders-Seins – Gesellschaftliche Konstruktionen seit der frühen Neuzeit|Auflage=2|Verlag=VS Verlag für Sozialwissenschaften|Ort=Wiesbaden|Jahr=2011|ISBN=978-3-531-16825-8|Seiten=192}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort stellte er sich unter lückenlosen Angaben zu Werdegang und Promotion als Sohn eines [[Medizinalrat (Deutschland)|Medizinalrates]] und einer [[Amtsbezeichnungen der deutschen Polizei#Polizeiärztlicher Dienst|Medizinaldirektorin]] vor. Seine Angaben zu Prüfungsergebnissen und Berufsweg belegte er mit [[Urkundenfälschung|gefälschten Urkunden]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;mauz&amp;quot; /&amp;gt; Obwohl die Bewerbungsunterlagen damit noch nicht vollständig waren, wurde Postel eingestellt, nachdem er zuvor Kontakt zu Amtsleiter [[Wolfgang Wodarg]] aufgebaut und dessen Vertrauen erworben hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;shz2015&amp;quot;&amp;gt;[https://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/dr-clemens-bartholdy-als-der-falsche-doktor-aufflog-id11051411.html &amp;#039;&amp;#039;Dr.&amp;amp;nbsp;Clemens Bartholdy – als der falsche Doktor aufflog.&amp;#039;&amp;#039;] [[Flensburger Tageblatt]], 27. Oktober 2015, abgerufen am 16. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter Postel sanken die psychiatrischen Unterbringungen auf Antrag von über 95 % der Anträge auf lediglich 10 %.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rohr192&amp;quot; /&amp;gt; Infolgedessen und aufgrund seiner Fehlleistungen wurde Postels Aufgabenbereich mehr und mehr reduziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;shz2015&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer angedachten Versetzung an eine städtische Beratungsstelle widersprach Postel und schied aus seinem Dienst aus. Kurz bevor er im April 1983 eine neue Anstellung an der Universitätsnervenklinik in [[Kiel]] antreten konnte, verlor Postel in Flensburg Unterlagen, unter denen sich zwei Ausweise mit seinem [[Lichtbild]] fanden, die allerdings auf unterschiedliche Namen ausgestellt waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rohr192&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt99&amp;quot; /&amp;gt; Postel versuchte unterzutauchen und wurde von Polizeibeamten in Bremen aufgegriffen. Im Dezember 1984 erhielt Postel wegen mehrfacher [[Urkundenfälschung]], missbräuchlichen Führens akademischer Titel und [[Betrug (Deutschland)|Betruges]] eine einjährige Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur [[Strafaussetzung zur Bewährung|Bewährung]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;shz2015&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;mauz&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;RZ99&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hielt ihn nicht davon ab, sich umgehend auf neue Arztstellen zu bewerben. So folgte etwa eine Anstellung in der Privatklinik von [[Julius Hackethal]] in [[Riedering]] im [[Landkreis Rosenheim]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;RZ99&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1986 stand Postel in Bremen ein weiteres Mal vor Gericht, weil er einer Staatsanwältin, die seine Annäherungsversuche ablehnte, bis zu deren psychischem Zusammenbruch [[stalking|nachgestellt]] hatte. Der Gerichtsreporter [[Gerhard Mauz]] schrieb, nicht nur in diesem Fall sei Postel mit Frauen bitterböse umgegangen. Wie viele er beschädigt und zerstört habe, sei eine endlose, unsägliche Geschichte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mauz&amp;quot; /&amp;gt; [[Gisela Friedrichsen]] schrieb 1998, dass Frauen Postels Weg säumten, und zitierte [[Peggy Parnass]], die ihn „im wahrsten Sinne des Wortes am eigenen Leib erlebt[e]“: „Frauen möchten so gern glauben, daß sie geliebt werden. Jemand wie Postel hat Erfolg bei erfolgreichen Frauen, weil er sie daran erinnert, daß sie eigentlich Frauen sind.“&amp;lt;ref&amp;gt;Gisela Friedrichsen: [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7914416.html &amp;#039;&amp;#039;„Der Mann ist ein Ereignis“.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel&amp;#039;&amp;#039;. 15. Juni 1998, abgerufen am 17. November 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== „Karriere“ nach der deutschen Einheit ===&lt;br /&gt;
Nach seiner Einschreibung für ein Studium der [[Katholische Theologie|katholischen Theologie]] in Münster soll Postel nach Eigenangaben am 1.&amp;amp;nbsp;Mai 1991 von Papst [[Johannes Paul II.]] in Rom zu einer [[Privataudienz]] empfangen worden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mauz&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;zdf-pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Berlin arbeitete Postel 1994 für wenige Monate im Berufsförderungswerk als psychiatrischer Gutachter, danach war er kurzzeitig bei der Stuttgarter [[Landesversicherungsanstalt]] beschäftigt. Beide Stellen gab er von selbst wieder auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RZ99&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zeuge wurde Postel Anfang 1995 im „[[Schubladenaffäre|Schubladen-Ausschuss]]“ des [[Landtag Schleswig-Holstein|Landtags Schleswig-Holstein]] vernommen. Hintergrund war seine publik gewordene langjährige Freundschaft zu dem Journalisten [[Reiner Pfeiffer]], der auch als [[Ghostwriter]] für das 1985 erschienene Buch von Postel &amp;#039;&amp;#039;Die Abenteuer des Dr. Dr. Bartholdy&amp;#039;&amp;#039; fungiert haben soll.&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt99&amp;quot; /&amp;gt; Postel behauptete, maßgeblichen Anteil an der früheren [[Barschel-Affäre]] gehabt zu haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt99&amp;quot; /&amp;gt; Ob und inwieweit Postel involviert war, konnte nicht sicher eruiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. auch [[Thomas Darnstädt]]: &amp;#039;&amp;#039;Aktenzeichen 33247/87 ungelöst.&amp;#039;&amp;#039; [[Der Spiegel]], Ausgaben 41–43, 1997, online verfügbar: [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8790622.html Teil 1], [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8799514.html Teil 2], [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8805609.html Teil 3], abgerufen am 17. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Zschadrass-geschichte.jpg|mini|Das Haus 15a der [[Zschadraß]]er Psychiatrie mit einem Plakat mit der Aufschrift „da wurde etwas Geschichte geschrieben“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortjenseits&amp;quot;&amp;gt;[http://www.ort-jenseits-der-strasse.de/html/content/06_leipziger.htm &amp;#039;&amp;#039;„ort jenseits der strasse“ – Ein faszinierendes Kunstprojekt auf dem Gelände der Psychiatrie Zschadraß.&amp;#039;&amp;#039;] ort-jenseits-der-strasse.de, abgerufen am 16. Januar 2015&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Auf die „Wirren der [[Deutsche Einheit|deutschen Einheit]] und die Tatsache […], dass der &amp;#039;&amp;#039;[[Eiserner Vorhang|Eiserne Vorhang]]&amp;#039;&amp;#039; einst eine geniale Isolation war“, führt man zurück, dass es Postel trotz seiner Vorgeschichte gelang, sich im sächsischen [[Zschadraß]] erfolgreich unter seinem echten Namen für eine Stelle als Oberarzt im [[Maßregelvollzug]] im dortigen [[Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie|Fachkrankenhaus für Psychiatrie]] zu bewerben, die er im November 1995 antrat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortjenseits&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;mauz&amp;quot; /&amp;gt; Es war Postels mindestens sechste Anstellung als Psychiater. Nach dem Jahreswechsel war das sächsische Kabinett aufgrund der persönlichen Unterstützung von Sozialminister [[Hans Geisler (Politiker)|Hans Geisler]] bereit, Postel&amp;lt;ref name=&amp;quot;PT_rez&amp;quot; /&amp;gt; eine [[Besoldungsordnung C|C4-Professur]] als Chefarzt in der [[Forensik|forensischen]] Abteilung am [[Sächsisches Krankenhaus Arnsdorf|Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf]] anzubieten, einem landeseigenen Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie in [[Arnsdorf]] im [[Landkreis Bautzen]]. Postel lehnte jedoch, vermutlich nach einem schwierigen Gespräch mit dem Ärztlichen Leiter Hubert Heilemann, ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt99&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;rohr192&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;PT_rez&amp;quot; /&amp;gt; Im Juli 1997 wurde er in Zschadraß enttarnt, nachdem eine Ärztin Besuch von ihren Eltern aus [[Schleswig-Holstein]] bekommen hatte, man im Gespräch zufälligerweise auf Postel zu sprechen kam und den Eltern dieser Name bekannt war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt99&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;zdf-pp&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;mauz&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;shz2015&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Burkhard Müller (Literaturkritiker)|Burkhard Müller]]: &amp;#039;&amp;#039;Postel – Die Einsamkeit des Hochstaplers.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Merkur (Zeitschrift)|Merkur – Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken]], Heft 801 (70), Februar 2016, S. 28.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Staatsanwältin aus [[Leipzig]], mit der Postel nach Eigenaussage eine kurzzeitige Beziehung führte, habe ihn daraufhin vor seiner anstehenden Verhaftung gewarnt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PT_rez&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt99&amp;quot; /&amp;gt; Erneut konnte Postel so bis zu seiner Ergreifung in [[Stuttgart]] am 12.&amp;amp;nbsp;Mai 1998 abtauchen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;RZ99&amp;quot; /&amp;gt; zwischenzeitlich unterstützt von einer Richterin aus Stuttgart, mit der er ebenfalls eine Affäre gehabt haben soll.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PT_rez&amp;quot; /&amp;gt; Postel wurde 1999 schließlich vom [[Landgericht Leipzig]] wegen mehrfachen Betruges, Urkundenfälschung, Täuschung und Missbrauchs von akademischen Titeln zu einer [[Freiheitsstrafe (Deutschland)|Freiheitsstrafe]] von vier Jahren verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eckart Roloff]] und Karin Henke-Wendt: &amp;#039;&amp;#039;Gert Postel: Der falsche Dr. Dr. zeigt, was Nerven sind.&amp;#039;&amp;#039; In: dies.: Geschädigt statt geheilt. Große deutsche Medizin- und Pharmaskandale. Hirzel, Stuttgart 2018, S. 109–122, ISBN 978-3-7776-2763-2&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach der Haftentlassung ===&lt;br /&gt;
Nach seiner vorzeitigen Entlassung im Januar 2001 veröffentlichte Postel das während seiner Haftzeit verfasste Buch &amp;#039;&amp;#039;Doktorspiele – Geständnisse eines Hochstaplers&amp;#039;&amp;#039; über seine Lebensgeschichte, das zum [[Bestseller]] avancierte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz&amp;quot;&amp;gt;[http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=na&amp;amp;dig=2012%2F06%2F22%2Fa0030&amp;amp;cHash=a3d75b7602 Henning Bleyl: &amp;#039;&amp;#039;Felix Krull lässt grüßen.&amp;#039;&amp;#039;] [[taz]], 22. Juni 2012, abgerufen am 17. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kestler&amp;quot; /&amp;gt; Der Titel des Buches ist eine direkte Anlehnung an [[Thomas Mann]]s Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Burkhard Müller (Literaturkritiker)|Burkhard Müller]]: &amp;#039;&amp;#039;Postel – Die Einsamkeit des Hochstaplers.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Merkur (Zeitschrift)|Merkur – Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken]], Heft 801 (70), Februar 2016, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Vorwort eines &amp;#039;&amp;#039;Dr.&amp;amp;nbsp;Gert von Berg&amp;#039;&amp;#039; stammt von Postel selbst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PT_rez&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postel wohnt in [[Tübingen]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Burkhard Müller (Literaturkritiker)|Burkhard Müller]]: &amp;#039;&amp;#039;Postel – Die Einsamkeit des Hochstaplers.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Merkur (Zeitschrift)|Merkur – Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken]], Heft 801 (70), Februar 2016, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt; und ist mit einer Stuttgarter Juristin verheiratet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Burkhard Müller (Literaturkritiker)|Burkhard Müller]]: &amp;#039;&amp;#039;Postel – Die Einsamkeit des Hochstaplers.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Merkur (Zeitschrift)|Merkur – Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken]], Heft 801 (70), Februar 2016, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einschätzungen und Rezeption ==&lt;br /&gt;
=== Journalistisch und rechtlich ===&lt;br /&gt;
Der Werdegang Postels und die ihn betreffenden Strafprozesse zogen breite öffentliche Aufmerksamkeit nach sich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mauz&amp;quot; /&amp;gt; Der Hochstapler war Gast in einer Vielzahl an Fernsehformaten, seine Geschichte wurde in unzähligen Interviews zu beleuchten versucht und Postel gab ausverkaufte Lesungen. Die als Bloßstellung des Psychiatriebetriebs gesehenen Darstellungen Postels fanden Beifall, nicht zuletzt in der [[Antipsychiatrie]]bewegung. Postel wäre es in anderen Berufszweigen gar nicht möglich gewesen, längere Zeit unbehelligt zu arbeiten, so [[Burkhard Müller (Literaturkritiker)|Burkhard Müller]]: „[Alle] diese Leute müssen konkret etwas können, um ihrem Beruf zu genügen. […] Die Psychiatrie […] beglaubigt sich hinlänglich in einem gewissen Auftreten und einem bestimmten [[Jargon]].“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Burkhard Müller (Literaturkritiker)|Burkhard Müller]]: &amp;#039;&amp;#039;Postel – Die Einsamkeit des Hochstaplers.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Merkur (Zeitschrift)|Merkur – Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken]], Heft 801 (70), Februar 2016, S. 21–23.&amp;lt;/ref&amp;gt; Manchen gilt Postel als [[Kult]], andere sähen „den Fälscher und Betrüger lieber heute als morgen in Sicherungsverwahrung.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;kestler&amp;quot;&amp;gt;Marianne Kestler: {{Toter Link |datum=2023-10 |url=http://mariandl.gmxhome.de/bilder/psu_postel.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Aufgerollt: Die postel’schen Köpenickiaden im Visier der Öffentlichkeit&amp;#039;&amp;#039;. |fix-attempted=1}} In: &amp;#039;&amp;#039;Psychosoziale Umschau&amp;#039;&amp;#039; 2/2004, S. 18. Abgedruckt auf der Homepage von M. Kestler. Eingesehen am 3. Mai 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;PT_rez&amp;quot;&amp;gt;Dietmar G. Luchmann: {{Webarchiv|url=http://www.psychotherapie.de/buecher/rezension/postel_gert_doktorspiele_2001_3821839171.html|wayback=20120305140946|text=&amp;#039;&amp;#039;Hochstapler Dr.med. Dr.phil. Gert Uwe Postel reißt Psychotherapeuten und Psychiatern die Maske kundiger Heiler herunter&amp;#039;&amp;#039;}} In: &amp;#039;&amp;#039;Psychotherapie,&amp;#039;&amp;#039; 10. September 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Flensburger Sozialverwaltung versuchte während des Prozesses 1984, eigene Versäumnisse kleinzureden. Das Gericht hielt abschließend fest, es sei Postel durch Gutgläubigkeit, mangelndes Misstrauen und fahrlässiges Übersehen offenkundiger Anzeichen leicht gemacht worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;shz2015&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt99&amp;quot; /&amp;gt; Bei Beschwerden gegen von Postel erstellte Gutachten und durchgeführte Entscheidungen nach seiner Verurteilung wurden zugrundeliegende Befunde aus seiner Feder jedoch regelmäßig vom [[Landgericht]] bestätigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mauz&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;rohr192&amp;quot; /&amp;gt; Zusätzliche [[Honorar]]e im mittleren fünfstelligen [[Deutsche Mark|DM]]-Bereich, die er für psychiatrische Gutachten während seiner Zeit im sächsischen Zschadraß bekommen hatte, durfte Postel behalten. Eine Rückforderung auf dem Klageweg hätte nur dann Aussicht auf Erfolg gehabt, wenn Expertisen bei der Prüfung durch ein Gericht zurückgewiesen worden wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PT_rez&amp;quot; /&amp;gt; Dass es „Fachkollegenschaft und Justiz offenbar ratsamer [fanden], ein [[fait accompli]] durchzuwinken, als sich in Unbequemlichkeiten zu stürzen, [dürfte dem] Ansehen der Psychiatrie […] mehr als alles andere geschadet haben, denn es steckt darin das Eingeständnis: Er hat es letztlich doch so gut gekonnt wie wir.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;BM23f&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Gutachten, das die Einschätzung der [[Schuldfähigkeit]] Postels zum Ziel hatte, heißt es über diesen: „Er ist stark [[Egoismus|ich-bezogen]], es fehlt die Fähigkeit zur Selbstkritik.“ Postel agiere anderen gegenüber deutlich herablassend, Kritik begegne er verunsichert, gereizt und aggressiv. Schon als Kind habe er sich in Phantasiewelten geflüchtet, sein Hochstaplertum sei einer Sucht ähnlich und die „Trostlosigkeit seines wirklichen Lebens trieb ihn immer wieder in seine Rollen hinein“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rohr193&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur|Autor=Eckhard Rohrmann|Titel=Mythen und Realitäten des Anders-Seins – Gesellschaftliche Konstruktionen seit der frühen Neuzeit|Auflage=2|Verlag=VS Verlag für Sozialwissenschaften|Ort=Wiesbaden|Jahr=2011|ISBN=978-3-531-16825-8|Seiten=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während Postels Betätigung im Arztbetrieb fiel Fachleuten jedoch eine [[Persönlichkeitsstörung]] nicht auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rohr192&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „Methode Postel“ habe darin bestanden, Personen unter der Vorgabe falscher Identitäten telefonisch zu kontaktieren, um „erschwindelte Qualifizierungen und Positionen flankierend abzusichern“. So erlangte er als vermeintlicher Staatsanwalt Informationen über den Stand der Ermittlungen in eigener Sache; als „Psychiatrieprofessor“ lobte er gegenüber Ministerialmitarbeitern die angeblichen Qualifikationen eines gewissen Bewerbers namens Postel;&amp;lt;ref name=&amp;quot;PT_rez&amp;quot; /&amp;gt; in kleineren Verfahren gegen sich selbst erreichte er eine [[Einstellung des Strafverfahrens (Deutschland)|Verfahrenseinstellung]], indem er als angeblicher Richter darauf hinwies, dass schon bald ein größeres Verfahren anstehe: „da brauchen Sie […] mit so einem kleinen Fisch gar nicht mehr aktiv zu werden“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Burkhard Müller (Literaturkritiker)|Burkhard Müller]]: &amp;#039;&amp;#039;Postel – Die Einsamkeit des Hochstaplers.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Merkur (Zeitschrift)|Merkur – Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken]], Heft 801 (70), Februar 2016, S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Mit diesem System der sich gegenseitig stabilisierenden Hochstapeleien ist der gelernte Postschaffner im Prä-Internetzeitalter bemerkenswert weit gekommen“, so der Journalist Henning Bleyl.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Helmut Höge]] zufolge orientierte Postel sein ganzes Tun an Personen, die es „geschafft“ und eine Machtposition innehatten. Insbesondere Frauen, die von diesen abhängig waren, soll er verachtet haben: „Bei dem falschen Arzt Postel waren das erst Prostituierte und zuletzt Patientinnen mit schweren psychischen Problemen. Er behandelte sie alles andere als freundlich.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Helmut Höge]]: [https://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2009/06/13/sozialer_witz/ &amp;#039;&amp;#039;Sozialer Witz.&amp;#039;&amp;#039;], taz.de, 13. Juni 2009, abgerufen am 17. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kestler&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals wird darauf verwiesen, Postel habe als Hochstapler keinen wirklichen Schaden angerichtet. Gerichtsreporter Michael Mielke merkt hierzu kritisch an: „Obwohl er während seiner fast zweijährigen Tätigkeit als Leiter des Maßregelvollzugs dutzende Male vor Gericht als Gutachter auftrat und deswegen Prozesse danach neu aufgerollt werden mußten. Obwohl Postel psychisch Kranke behandelte und ihnen auch Medikamente verordnete.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt99&amp;quot; /&amp;gt; Weiterhin habe er Facharztprüfungen abgenommen und dabei Aspiranten durchfallen lassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BM23f&amp;quot;&amp;gt;[[Burkhard Müller (Literaturkritiker)|Burkhard Müller]]: &amp;#039;&amp;#039;Postel – Die Einsamkeit des Hochstaplers.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Merkur (Zeitschrift)|Merkur – Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken]], Heft 801 (70), Februar 2016, S. 23f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Armin Nack]], damaliger Vorsitzender Richter am [[Bundesgerichtshof]], lobte rückblickend in einem Vortrag 2012 an der [[Universität Passau]] Postels Tätigkeit als psychiatrischer Gutachter in einem von Nack verantworteten Fall. Postels Arbeit sei trotz zwei weiterer mit dem Fall befasster gelernter Psychiater die beste gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-97110582.html &amp;#039;&amp;#039;Armin Nack.&amp;#039;&amp;#039;] Der Spiegel 24/2013 vom 10. Juni 2013, abgerufen am 15. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Leistungen während der Probezeit in der Zschadraßer Psychiatrie wurden vom damaligen Krankenhausleiter Horst Krömker als „überdurchschnittlich“ beurteilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rohr192&amp;quot; /&amp;gt; Postel meinte hierzu: „Wer die [[Dialektik]] beherrscht und die psychiatrische Sprache, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn dann in das Gewand des [[Akademisch]]en stecken.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt99&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Künstlerisch ===&lt;br /&gt;
1989 wurde der [[Spielfilm]] &amp;#039;&amp;#039;[[Eine unheimliche Karriere]]&amp;#039;&amp;#039; ausgestrahlt, der die Motive des Geschehens in Flensburg sehr frei in Form einer [[Komödie]] aufgriff. [[Helmut Zierl]] spielte in der Hauptrolle den Hochstapler „Dr.&amp;amp;nbsp;Dr.&amp;amp;nbsp;Sylvester“, der einen Posten im Gesundheitsamt übernimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{TV Spielfilm|1307042|Eine unheimliche Karriere|Abruf=2016-01-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2001 produzierte [[Stephan Lamby]] die Dokumentation &amp;#039;&amp;#039;Der Hochstapler – Die schwindelerregende Karriere des Postboten Gert Postel&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;https://dbate.de/videos/der-hochstapler-die-schwindelerregende-karriere-des-postboten-gert-postel/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 2002 folgte in der [[ARD]] unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Der Unwiderstehliche – Die 1000 Lügen des Gert Postel]]&amp;#039;&amp;#039; unter Regie von [[Kai Christiansen]] ein [[Doku-Drama]], das neben Spielfilmszenen mit [[Uwe Bohm]] in der Titelrolle auch Originalausschnitte aus einem Interview mit Postel verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{TV Spielfilm|1302172|Der Unwiderstehliche – Die 1000 Lügen des Gert Postel|Abruf=2021-11-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Prisma|414017|Der Unwiderstehliche – Die 1000 Lügen des Gert Postel|Abruf=2021-11-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der [[Spiegel TV|Spiegel-TV]]-Produktion &amp;#039;&amp;#039;Hochstapler – Von professionellen Lügnern und Betrügern&amp;#039;&amp;#039; unter der Regie von Ulrike Peichert von 2011 wird der Fall Postel beleuchtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.tv/filme/hochstapler/ &amp;#039;&amp;#039;Hochstapler – Von professionellen Lügnern und Betrügern.&amp;#039;&amp;#039;] in Spiegel TV 2011, abgerufen am 14. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Rapperin [[Pilz (Rapperin)|Pilz]] thematisierte Postels Lebensgeschichte im gleichnamigen Song auf ihrem 2015 erschienenen Album &amp;#039;&amp;#039;Beef&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rappers.in/de/Pilz_Beef_Gegenkultur_Female_Rap_Titelseiten_%2596_Text-1863_Interview.html rappers.in: &amp;#039;&amp;#039;Interview: Pilz (Beef, Gegenkultur, Female Rap, Titelseiten).&amp;#039;&amp;#039;] 5. Juni 2015, abgerufen am 14. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der 1143. Episode der Krimireihe [[Tatort (Fernsehreihe)|Tatort]] &amp;#039;&amp;#039;[[Tatort: Limbus|Limbus]]&amp;#039;&amp;#039; wird Postels Fall aufgegriffen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Autor ungenannt |url=https://www.t-online.de/unterhaltung/tv/id_88903672/-tatort-limbus-aus-muenster-fuenf-antworten-zum-skurrilen-ard-krimi.html |titel=&amp;quot;Tatort Limbus&amp;quot; aus Münster: Fünf Antworten zum skurrilen ARD-Krimi |datum=2020-11-09 |sprache=de |abruf=2025-01-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Simplicissimus (YouTube-Kanal)|Simplicissimus]] wurde über die Geschichte von Postel in Form eines Videos auf [[YouTube]] berichtet, das über 1,5&amp;amp;nbsp;Millionen Abrufe verzeichnete.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=ydLX0XWsunE |titel=Der größte Betrüger Deutschlands |abruf=2025-08-20 |werk=youtube.com |hrsg=[[Simplicissimus (YouTube-Kanal)]] |datum=2020-10-28 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* Gert Postel u. Reiner Pfeiffer:&amp;lt;!--&amp;lt;ref name=&amp;quot;RZ99&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt99&amp;quot; /&amp;gt; --&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Die Abenteuer des Dr.&amp;amp;nbsp;Dr.&amp;amp;nbsp;Bartholdy – Ein falscher Amtsarzt packt aus.&amp;#039;&amp;#039; Brockkamp, Bremen 1985, ISBN 978-3-922496-16-8.&lt;br /&gt;
* Gert Postel: &amp;#039;&amp;#039;Doktorspiele – Geständnisse eines Hochstaplers.&amp;#039;&amp;#039; Eichborn, Köln 2001; Goldmann, München 2003, ISBN 3-442-15247-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [https://www.wernerschell.de/Aktuelles/FalscherPsychiatrieoberarzt.pdf Urteile des LG Flensburg vom 9. Januar 1985 und des LG Leipzig vom 22. Januar 1999 gegen Gerhard Postel.] ([[PDF]]; 529&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|12123164X}}&lt;br /&gt;
* [https://www.gert-postel.de/ Website der „Gert-Postel-Gesellschaft“]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=12123164X|VIAF=172145542677796642119}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Postel, Gert}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochstapler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betrüger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verurteilte Person]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1958]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Postel, Gert&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Postel, Gert Uwe (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Hochstapler&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=18. Juni 1958&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Bremen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;TaxonBot</name></author>
	</entry>
</feed>