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	<title>Gerichtslinde - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T18:00:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gerichtslinde&amp;diff=564490&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Rendor Thuces Al&#039;Nachkar: Blaulinks.</title>
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		<updated>2025-07-20T14:43:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Blaulinks.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Staatslastig|DE}}&lt;br /&gt;
[[Datei:298Diebold Schilling Dorfgericht.jpg|mini|[[Diebold Schilling der Jüngere|Luzerner Schilling]] (1513): Peter Amstalden unter der Dorflinde zu Schüpfheim (1478)]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gerichtslinde&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (regional auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tilly-Linde&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Thie-Linde, [[Mallinden|Mallinde]]) zählt zu den [[Gerichtsbaum|Gerichtsbäumen]] und war der Ort einer historischen Gerichtsstätte. Gerichtslinden sind sehr alte Bäume, die einzeln an herausgehobener Stelle in der Nähe eines Dorfes stehen, oder selbst den alten Dorfmittelpunkt bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweck ==&lt;br /&gt;
Unter Gerichtslinden  wurde im [[Mittelalter]] bis in die [[Frühe Neuzeit]] das [[Dorfgericht]] oder die Ratsversammlung, das sogenannte [[Thing]] ([[Dingtag]]), unter freiem Himmel abgehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Im Mittelalter fand das Gericht häufig im Schutz des Baumes statt, bestand doch die Pflicht, das Gericht unter freiem Himmel abzuhalten … Die zum Schutz der Gerichtsstätten gepflanzten Einzelbäume oder Baumgruppen waren der Häufigkeit nach Linden, Ulmen, Eichen, Fichten und Eschen. Deutlich dominierte die Linde, welcher der Aberglaube besondere vielfältige u. starke magische Wirkungen zuschrieb. So sollte man unter der Linde am sichersten vor Blitzschlag geschützt sein. Für die Wahl der Linde zum Gerichtsbaum schlechthin waren sicher auch ihr hoher Wuchs, ihr rasches Wachstum, ihre hohe Lebensdauer von mehreren hundert Jahren und ihr dichtes Blätterdach bestimmend. Hinzu kommt, dass die Linde relativ gut Eingriffen von Menschenhand standhält, etwa das Abstützen und Umleiten der Äste, um den geschützten Bereich zu vergrößern oder um in ihrer Krone eine Tanzdiele einzurichten. Die enge Verbindung von Linde und Gericht kommt in einigen Gegenden Dtld.s auch darin zum Ausdruck, dass das Wort Linde synonym für Gericht gebraucht wird.&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Heiner Lück]]&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;Gerichtsstätten&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Gerichtsstätten&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. 2004, 9. Lfg., Sp. 174.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und belegte Orte ==&lt;br /&gt;
Ehemalige Gerichtslinden werden in Nordwestdeutschland nach einem Wort für den Dorfplatz (das nicht mit dem Wort &amp;#039;&amp;#039;Thing&amp;#039;&amp;#039; verwandt ist)&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Udolph: &amp;#039;&amp;#039;Namenkundliche Studien zum Germanenproblem.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin u.&amp;amp;nbsp;a. 1994, ISBN 3-11-014138-8, S. 602 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; als &amp;#039;&amp;#039;[[Thie]]-Linde&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Der gelegentlich vorkommende&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielsweise in [[Frankfurt am Main]], [[Hemmendorf (Salzhemmendorf)|Hemmendorf]] und [[Deiderode]]: {{Internetquelle |url=http://www.salzhemmendorf.de/geschichte-geschichten/historische-kulturlandschaften/tillylinde-nordlich-von-hemmendorf/ |titel=Tillylinde nördlich von Hemmendorf |werk=Website der Gemeinde [[Salzhemmendorf]] |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20140508223301/http://www.salzhemmendorf.de/geschichte-geschichten/historische-kulturlandschaften/tillylinde-nordlich-von-hemmendorf/ |archiv-datum=2014-05-08 |archiv-bot= |abruf=2014-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Name &amp;#039;&amp;#039;Tilly-Linde&amp;#039;&amp;#039; wird in örtlichen Sagen auf den Feldherrn [[Johann T’Serclaes von Tilly]] zurückgeführt, lässt sich aber von der lateinischen Bezeichnung für Linden &amp;#039;&amp;#039;(Tilia)&amp;#039;&amp;#039; ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Anette Lenzing: &amp;#039;&amp;#039;Gerichtslinden und Thingplätze in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;. Königstein i. Ts. 2005 (= Die Blauen Bücher).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alte Gerichtslinden findet man heute noch in vielen Orten, unter anderem in [[Bargischow]], [[Berndshausen]], [[Birnfeld (Stadtlauringen)|Birnfeld]], [[Castell (Unterfranken)|Castell]], [[Collm]], [[Frankfurt am Main]], [[Göttingen]] in [[Leineberg|Grone]], [[Großgoltern]], [[Herzogenreuth]], [[Heiden (Lage)]],&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.baumkunde.de/baumregister/1484-gogerichtslinde_in_heiden/ Gogerichtslinde in Heiden.] Baumkunde.de&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Hohenpölz]], [[Kalkar]], [[Kierspe]], Lüdenscheid ([[Stilkinger Lehngericht]]), [[Müden (Örtze)|Müden an der Örtze]], [[Neuenrade]], an der [[Feldkirche (Neuwied)]], [[Hemmendorf (Salzhemmendorf)|Hemmendorf]] (Salzhemmendorf), [[Schaumburg (Burg)|Schaumburg]], [[Scheeßel]], [[Upstedt]] und in [[Warmsen]]. Auch der womöglich älteste Baum Deutschlands, die [[Linde in Schenklengsfeld]], sowie die älteste Linde Sachsens, die [[Collmer Linde]], dienten vormals als Gerichtslinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese alten, unter [[Naturschutz]] stehenden [[Naturdenkmal|Naturdenkmäler]] haben laut örtlichen [[Chronik]]en oft ein Alter von über 1000 Jahren. Obwohl Linden ein sehr hohes Alter erreichen können, muss die Altersangabe „[[Tausendjährige Linde]]n“ angezweifelt werden. Wahrscheinlicher ist, dass ein durch [[Blitz]] oder Sturm vernichteter Baum wieder an derselben Stelle durch Nachpflanzung ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Göttinger Gerichtslinde wurde am 20. Januar 1859 die letzte öffentliche [[Hinrichtung]] durch das Schwert in Norddeutschland vollzogen. Eine Dienstmagd hatte den Bäckermeister Siebert, der ihr die Ehe versprochen hatte, vergiftet. Zur Abschreckung mussten alle Dienstboten aus Göttingen und dem Umland der Exekution beiwohnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Bordesholmer Linde, 2008.jpg|Die [[Bordesholmer Linde]], ehemalige Gerichtslinde in [[Bordesholm]]&lt;br /&gt;
Datei:2021 Collmer Linde 04.jpg|1000-jährige [[Collmer Linde]]&lt;br /&gt;
Datei:Gerichtslinde Gesmold.jpg|Mittelalterliche Gerichtslinde in [[Gesmold]] (Landkreis Osnabrück)&lt;br /&gt;
Datei:Göttingen Gerichtslinde Groner Landstrasse.jpg|[[Gerichtslinde (Göttingen)|Gerichtslinde]] in [[Göttingen]], Groner Landstraße/An der Gerichtslinde&amp;lt;ref&amp;gt;[[August Tecklenburg]]: &amp;#039;&amp;#039;Göttingen. Die Geschichte einer deutschen Stadt&amp;#039;&amp;#039;. Turm-Verlag W. H. Lange, Göttingen 1930, nach S. 56 (Foto und historische Lagepläne).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Brethauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Gericht auf dem Leineberg&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Göttinger Monatsblätter&amp;#039;&amp;#039; (= Beilage zum Göttinger Tageblatt), Ausgabe 52, Juni 1978, S. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ahlborn: &amp;#039;&amp;#039;Baumriesen Südhannovers&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Göttinger Blätter für Geschichte und Heimatkunde Südhannovers&amp;#039;&amp;#039;, NF, 1935, Jg. 1, Heft 3, S. 1–2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Klaus Heinemann |url=https://www.baumkunde.de/baumregister/638-gerichtslinde_in_goettingen/ |titel=Gerichtslinde in Göttingen |werk=baumkunde.de |datum=2023-01-06 |abruf=2023-03-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.wiki-goettingen.de/index.php/Gerichtslinde |titel=Gerichtslinde |werk=wiki-goettingen.de |abruf=2023-03-03 |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Tilly-Linde.JPG|Tilly-Linde in [[Hemmendorf (Salzhemmendorf)|Hemmendorf]]&lt;br /&gt;
Datei:DorflindeHerzogenreuth.jpg|Gerichtslinde in [[Herzogenreuth]]&lt;br /&gt;
Datei:Lohfelden-vollmarshausen-linde.jpg|Gerichtslinde in [[Vollmarshausen|Lohfelden-Vollmarshausen]]&lt;br /&gt;
Datei:Gerichtslinde.jpg|Gerichtslinde in [[Mönchengladbach]]&lt;br /&gt;
Datei:Neuenrade-Gerichtslinde1-Bubo.JPG|900 Jahre alte Gerichtslinde in [[Neuenrade]]&lt;br /&gt;
Datei:SchaumburgLinde.jpg|Gerichtslinde in [[Schaumburg (Burg)|Schaumburg]]&lt;br /&gt;
Datei:Mallinden Oberdorla 2021.jpg|Die [[Mallinden]] der Gemeinde [[Vogtei (Gemeinde)|Vogtei]]&lt;br /&gt;
Datei:Gerichtslinde in Heiden (Lage).jpg|Gerichtslinde in [[Heiden (Lage)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste markanter und alter Baumexemplare in Deutschland]]&lt;br /&gt;
* [[Tanzlinde]]&lt;br /&gt;
* [[Irminsul]]&lt;br /&gt;
* [[Gerichtslaube]]&lt;br /&gt;
* [[Gerichtsstein]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Rainer Graefe: &amp;#039;&amp;#039;Bauten aus lebenden Bäumen. Geleitete Tanz- und Gerichtslinden.&amp;#039;&amp;#039; Aachen/Berlin 2014, ISBN 978-3-943164-08-4.&lt;br /&gt;
* Anette Lenzing: &amp;#039;&amp;#039;Gerichtslinden und Thingplätze in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;. Königstein i. Ts. 2005, ISBN 3-7845-4520-3 (= Die Blauen Bücher).&lt;br /&gt;
* [[Alexander Demandt]]: &amp;#039;&amp;#039;Über allen Wipfeln. Der Baum in der Kulturgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Düsseldorf 2005, ISBN 3-491-96140-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://www.uni-goettingen.de/de/41768.html Thing- und Gerichtslinde]&amp;#039;&amp;#039;, auf uni-goettingen.de (Internetseite des Fortsbotanischen Garten der Universität Göttingen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- * [http://www.alter-baum.de/ Baumseite von Andreas Ludwig] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- * [http://www.altebaeume.de/Bordesho.html Gerichtslinde von Bordesholm] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- * [http://www.altebaeume.de/Goltern.html Thie-Linde in Großgoltern] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Einzelbaum|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Rendor Thuces Al&#039;Nachkar</name></author>
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