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	<title>Gerhard Thomsen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gerhard_Thomsen&amp;diff=2817928&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Lubitsch2 am 23. Dezember 2025 um 19:36 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gerhard Thomsen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[23. Juni]] [[1899]] in [[Hamburg]]; † [[4. Januar]] [[1934]] in [[Papendorf (Warnow)|Papendorf]] bei [[Rostock]]) war ein deutscher Mathematiker, der sich mit Geometrie beschäftigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Thomsen war der Sohn eines Arztes und machte 1917 sein Abitur an der [[Gelehrtenschule des Johanneums]] in Hamburg (auf der er seit 1908 war), um danach gleich bis 1919 seinen Wehrdienst im Ersten Weltkrieg zu leisten. Ab 1919 studierte er Mathematik und Naturwissenschaften an der neu gegründeten [[Universität Hamburg]] und (für kurze Zeit) an der [[Universität Heidelberg]], mit dem Abschluss des Staatsexamens für das höhere Lehramt in Hamburg im November 1922. In Heidelberg wurde Thomsen Mitglied der [[Burschenschaft Vineta Heidelberg|Burschenschaft Vineta]]. Ein Jahr später 1923 wurde er bei [[Wilhelm Blaschke]] promoviert (&amp;#039;&amp;#039;Grundlagen der konformen Flächentheorie&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mathgenealogy.org/id.php?id=53103 Mathematics Genealogy Project]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Veröffentlicht als &amp;#039;&amp;#039;Über konforme Geometrie 1: Grundlagen der konformen Flächentheorie&amp;#039;&amp;#039;, Abhandlungen aus dem Mathematischen Seminar der Universität Hamburg, Band 3, 1923, S. 31–56.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als [[Post-Doktorand]] war er Assistent für [[darstellende Geometrie]] an der [[Karlsruher Institut für Technologie|TH Karlsruhe]] und ab 1925 Assistent von Blaschke in Hamburg. 1926/27 war er ein Jahr in Rom als Rockefeller-Stipendiat bei [[Tullio Levi-Civita]]. Nach der Habilitation (Geometrie, Gruppentheorie) in Hamburg 1928 über ein Thema der [[Allgemeine Relativitätstheorie|Allgemeinen Relativitätstheorie]] (&amp;#039;&amp;#039;Über die Bewegung eines kleinen starren Probekörpers in beliebig vorgegebenen Gravitationsfeldern&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Erschienen in Mathematische Zeitschrift, Band 29, 1928, S. 96–128, [https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN266833020_0029 Online], Korrektur dazu in Band 30.&amp;lt;/ref&amp;gt; war er Privatdozent in Hamburg. Ab 1929 war er ordentlicher Professor&amp;lt;ref&amp;gt;Renate Tobies, Webseite der DMV, nach Pinl außerordentlicher Professor&amp;lt;/ref&amp;gt; an der [[Universität Rostock]] und Direktor des dortigen Mathematischen Seminars.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| autor=Andreas Straßburg| url=https://www.mathnat.uni-rostock.de/en/geschichte/kalenderblatt/archiv-der-kalenderblaetter/kalenderblaetter-2017/kalenderblatt-maerz-2017/| titel=In dunkler Zeit – Rostocker Mathematiker zwischen 1933 und 1935 (I)| werk=Kalenderblatt März 2017| hrsg=Universität Rostock, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät| zugriff=2022-09-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er wurde 1934 von einem Zug überfahren, wobei ein Suizid vermutet wird. Er hatte am 22. November 1933 an der Universität Rostock einen Vortrag über den Niedergang des Unterrichts in den Naturwissenschaften und der Mathematik an den Schulen und Hochschulen gehalten,&amp;lt;ref&amp;gt;Thomsen &amp;#039;&amp;#039;Über die Gefahr der Zurückdrängung der Exakten Naturwissenschaften an den Schulen und Hochschulen&amp;#039;&amp;#039;, Neue Jahrbücher für Wissenschaft und Jugendbildung 1934, S. 164–175. Auszug in englischer Übersetzung bei Sanford Segal &amp;#039;&amp;#039;Mathematicians under the Nazis&amp;#039;&amp;#039;, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt; der zwar keine offene Opposition zu den Nationalsozialisten ausdrückte und im Gegenteil die Bedeutung von Mathematik und Naturwissenschaften für ein &amp;#039;&amp;#039;neues Deutschland&amp;#039;&amp;#039; herausstreichen wollte, aber kurz vor seinem Tod zu einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Renate Tobies, DMV Webseite. Max Pinl schreibt zu den Gründen des Suizids: &amp;#039;&amp;#039;vermutlich weil sich die Geheimpolizei für ihn interessierte&amp;#039;&amp;#039;, Jahresbericht DMV, 1972,  S. 206.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Vortrag fand nach [[Max Pinl]] damals viel Beachtung. Er wurde in den [[Physik Journal|Physikalischen Blättern]] (der Hauszeitschrift der [[Deutsche Physikalische Gesellschaft|Deutschen Physikalischen Gesellschaft]]) 1943 nachgedruckt.&amp;lt;ref&amp;gt;Sanford Segal&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomsen war ab 1923 Mitglied der [[Deutsche Mathematiker-Vereinigung|Deutschen Mathematiker-Vereinigung]] und ab 1925 Mitglied der Mathematischen Gesellschaft Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Thomsen war nach Max Pinl einer der erfolgreichsten Mitarbeiter von Wilhelm Blaschke in dessen Umsetzung des &amp;#039;&amp;#039;[[Erlanger Programm]]s&amp;#039;&amp;#039; von Felix Klein für die Differentialgeometrie, das heißt die systematische Erkundung der Differentialgeometrie nach den zugrundeliegenden Transformationsgruppen (insbesondere affine Transformationen, Möbius- und Laguerre-Transformationen, konforme Transformationen). Unter dem Einfluss von Levi-Civita wandte er sich auch mathematischen Aspekten der Allgemeinen Relativitätstheorie zu (viele seiner Arbeiten veröffentlichte er in Italienisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem 1933 erschienenen Buch gab er aufbauend auf den Arbeiten von [[Johannes Hjelmslev]] eine gruppentheoretische Behandlung der Aufbau der euklidischen Elementargeometrie mit Spiegelungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Bachmann (Mathematiker)|Friedrich Bachmann]] nennt sie in dem Kapitel über Absolute Geometrie in Behnke u.&amp;amp;nbsp;a. &amp;#039;&amp;#039;Fundamentals of Mathematics&amp;#039;&amp;#039;, MIT Press, Band 2 (Geometry), 1983, S. 131, die erste vollständig konsistente Darstellung des Aufbaus der euklidischen Elementargeometrie auf dem Spiegelungskalkül&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Arnold Schmidt (Mathematiker)|Arnold Schmidt]] behandelte in den 1940er Jahren gruppentheoretisch den Fall der [[Absolute Geometrie|Absoluten Geometrie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ihm sind spezielle Minimalflächen benannt, die er 1923 einführte.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomsen &amp;#039;&amp;#039;Über affine Geometrie XXXIX: Über Affinminimalflächen, die gleichzeitig Minimalflächen sind&amp;#039;&amp;#039;, Abh. Math. Sem. Univ. Hamburg, 2, 1923, S. 71–73.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie sind dadurch definiert, dass sie gleichzeitig Minimalflächen im euklidischen Raum, als auch affine Minimalflächen im Sinn von [[Wilhelm Blaschke]] sind. Thomsen charakterisierte sie und gab erste Beispiele dafür (Spezialfälle von Thomsenschen Minimalflächen sind die [[Wendelfläche|Helikoide]] und [[Enneperfläche|Ennepers Minimalfläche]]). Vollständig wurden sie von Woldemar Barthel, Reinhard Volkmer, und Imme Haubitz 1980 klassifiziert.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Barthel, R. Volkmer Reinhard, I. Haubitz, Tomsensche Minimalflächen analytisch und anschaulich. Result. Math., 3, 1980; Nr. 2, S. 129–154.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Dierkes, Stefan Hildebrandt, Friedrich Sauvigny, Minimal Surfaces, Grundlehren der mathematischen Wissenschaften, Springer 1992, 2010, S. 156.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Assistent von Blaschke war er an mehreren von dessen Publikationen beteiligt (so an verschiedenen Auflagen seiner Vorlesungen über Differentialgeometrie&amp;lt;ref&amp;gt;Band 1 in der 3. Auflage 1930 und Band 3 (Differentialgeometrie der Kreise und Kugeln) 1929&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Herausgabe von [[Felix Klein (Mathematiker)|Felix Klein]] Vorlesungen über höhere Geometrie).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Grundlagen der Elementargeometrie in gruppenalgebraischer Behandlung&amp;#039;&amp;#039;,  Hamburger Mathematische Einzelschriften 15, Leipzig, 1933.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Über einen neuen Zweig geometrischer Axiomatik und eine neue Art von analytischer Geometrie&amp;#039;&amp;#039;, Mathematische Zeitschrift, Band 34, 1932, S. 668–720, [https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN266833020_0034 Online]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zum geometrischen Spiegelungskalkül&amp;#039;&amp;#039;, Mathematische Zeitschrift, Band  37, 1933, S. 561–565, [https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN266833020_0037 Online]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zur Differentialgeometrie im dreidimensionalen Raume&amp;#039;&amp;#039;, Jahresbericht DMV, Band 34, 1926, S. 131 [https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN37721857X_0034 Online]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wolfgang Engel: &amp;#039;&amp;#039;Mathematik und Mathematiker an der Universität Rostock&amp;#039;&amp;#039;, Rostocker Mathematisches Kolloquium, Band 27, 1985, S. 41–79, Neuauflage in Rostocker Mathematisches Kolloquium, Heft 60, 2005, S. 38&lt;br /&gt;
* [[Sanford L. Segal]]: &amp;#039;&amp;#039;Mathematicians under the Nazis&amp;#039;&amp;#039;, Princeton University Press 2003, S. 217ff&lt;br /&gt;
* [[Max Pinl]]: &amp;#039;&amp;#039;Kollegen in schwerer Zeit&amp;#039;&amp;#039;, Jahresbericht DMV, Band 73, 1972, S. 205–206, [https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN37721857X_0073?tify=%7B%22pages%22:%5B212%5D%7D Online]&lt;br /&gt;
* Nachruf in Abhandlungen Math. Seminar der Universität Hamburg, Band 10, 1934 mit Publikationsverzeichnis&lt;br /&gt;
* [[Michael Buddrus]], Sigrid Fritzlar: &amp;#039;&amp;#039;Die Professoren der Universität Rostock im Dritten Reich. Ein biographisches Lexikon&amp;#039;&amp;#039;. München 2007. S. 404 [https://open.ifz-muenchen.de/entities/reihenband/5619ae23-6931-4c56-a564-3da8688d5919 online]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Satz von Thomsen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{CPR}}&lt;br /&gt;
* [https://dmv.mathematik.de/die-dmv/105-kurzbiographien/388-kurzbiographien-t.html Biographie] von [[Renate Tobies]] bei der DMV&lt;br /&gt;
* [https://zbmath.org/authors/thomsen.gerhard Gerhard Thomsen] in der Datenbank [[zbMATH]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=143092073|LCCN=n/84/802563|VIAF=371323}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Thomsen, Gerhard}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mathematiker (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Rostock)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Universität Hamburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1899]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1934]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Thomsen, Gerhard&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Mathematiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=23. Juni 1899&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Hamburg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=4. Januar 1934&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Papendorf (Warnow)]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Lubitsch2</name></author>
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