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	<title>Gerhard Kaindl - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T11:15:01Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gerhard_Kaindl&amp;diff=396529&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-29617-83: /* Tat und juristische Aufarbeitung */</title>
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		<updated>2026-01-17T06:55:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Tat und juristische Aufarbeitung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gerhard Kaindl&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[7. Juli]] [[1944]]; † [[4. April]] [[1992]] in [[Berlin]]) war ein [[Elektroingenieur]] und [[Politische Rechte (Politik)|rechter]] Politiker aus [[Berlin-Schöneberg]]. Von 1989 bis 1991 war Kaindl Mitglied der [[Die Republikaner|Republikaner]]. Danach war er der Landesschriftführer der [[Deutsche Liga für Volk und Heimat|Deutschen Liga für Volk und Heimat]] (DLVH). Darüber hinaus war er Mitglied des Vereins [[Freie Wählergemeinschaft Die Nationalen|Die Nationalen e. V.]], von dem er als Kandidat zu den Berliner Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen am 24. Mai 1992 aufgestellt worden war. Bekannt wurde er als Opfer eines politisch motivierten Angriffs im Jahr 1992, in dessen Verlauf er tödlich verletzt wurde. Die [[Ermittlungsverfahren|ermittlungstaktische]] und juristische Aufbereitung des Falles sorgte bundesweit für mediales Interesse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tat und juristische Aufarbeitung ==&lt;br /&gt;
In der Nacht vom 3. zum 4. April 1992 war Kaindl gemeinsam mit sechs anderen Teilnehmern eines zuvor besuchten Vortrags von [[Konrad Windisch]] zum Thema „[[Ludwig Uhland]] – Dichter und Patriot“, darunter auch der damalige Berliner Landesvorsitzende der [[Die Republikaner|Republikaner]] [[Carsten Pagel]], sowie der rechtsextreme Verleger [[Dietmar Munier]], Gast eines Chinarestaurants in [[Bezirk Neukölln|Berlin-Neukölln]], wo die Gruppe von bis zu sieben Menschen angegriffen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.berliner-zeitung.de/archiv/berliner-staatsschutz-sucht-sechs-tatverdaechtige-mit-internationalem-haftbefehl-fahndung-im-mordfall-kaindl,10810590,8838196.html &amp;#039;&amp;#039;Fahndung im Mordfall Kaindl&amp;#039;&amp;#039;], [[Berliner Zeitung]] vom 25. Mai 1994.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Verlaufe des Überfalls wurde Kaindl mit einem Messer tödlich und der ebenfalls anwesende stellvertretende Chefredakteur der Wochenzeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Junge Freiheit]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Thorsten Thaler]], schwer verletzt. Es wurde zunächst ein Hintergrund von [[Partiya Karkerên Kurdistan|PKK]]-Aktivisten vermutet, aber auch Spekulationen bezüglich der Zugehörigkeit zu türkischen antifaschistischen Kreisen wurden geäußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Prozess im Jahr 1994 wurden insgesamt sieben türkisch- und kurdischstämmige Personen angeklagt; drei wurden wegen [[Körperverletzung mit Todesfolge]] zu jeweils drei Jahren [[Freiheitsstrafe (Deutschland)|Freiheitsstrafe]] verurteilt, zwei weitere zu Bewährungsstrafen. Der Haupttäter blieb unbekannt. Die Angeklagten gaben bei ihren Geständnissen an, dass sie vor dem Hintergrund der rechtsextremen Anschläge von [[Ausschreitungen von Hoyerswerda|Hoyerswerda]], [[Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen|Rostock]], [[Brandanschlag von Mölln|Mölln]] und [[Brandanschlag von Solingen (1993)|Solingen]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.berliner-zeitung.de/archiv/staatsanwaelte-fordern-im-kaindl-prozess-haftstrafen-alle-angeklagten-sind-wieder-frei,10810590,8884148.html &amp;#039;&amp;#039;Staatsanwälte fordern im Kaindl-Prozess Haftstrafen&amp;#039;&amp;#039;], [[Berliner Zeitung]] vom 12. November 1994.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Gegenwart der bekannten Parteifunktionäre als „Provokation“ empfunden hätten; mit Ausnahme von Hoyerswerda hatten sich die angegebenen Anschläge jedoch alle erst nach Kaindls Tod ereignet. Ihr Ziel sei es gewesen, Rechtsradikale aus dem „[[Kiez]]“ zu vertreiben. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst Anklage wegen [[Mord (Deutschland)|Mordes]] und versuchten Mordes erhoben, doch wurde dies vom Gericht abgelehnt. Aufgrund falscher Beschuldigungen saß ein völlig unbeteiligter 33-Jähriger ein Jahr lang in [[Untersuchungshaft (Deutschland)|Untersuchungshaft]]. Als Verteidiger trat [[Christian Ströbele]] ([[Bündnis 90/Die Grünen|Die Grünen]]) auf, der in dem Zusammenhang von einem Skandal sprach. Seiner Meinung nach habe sich die Kriminalpolizei „dubioser Quellen“ bedient, nach „vorgefaßten ideologischen Meinungen ermittelt“ und versucht, ein Mordkomplott durchzusetzen. Das Gericht dagegen hätte ein höheres Strafmaß für angemessen betrachtet, wenn nicht der „Obereifer“ eines Beamten die ursprünglichen Anschuldigungen formal nicht durchsetzbar gemacht hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Urteilsverkündung wies die [[Vorsitzender Richter|Vorsitzende Richterin]] Gabriele Eschenhagen Vorwürfe aus der „sogenannte[n] linken Szene“, nach welchen der Prozess politisch motiviert gewesen sei und [[Antifa]]s zu Unrecht kriminalisiert habe, zurück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz-ruege&amp;quot;&amp;gt;Jeannette Goddar: [https://taz.de/Ruege-im-Kaindl-Prozess/!1533428/ Rüge im Kaindl-Prozeß], [[Die Tageszeitung|taz.de]], 17. 11. 1994.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie verwies, zu deren Entkräftung, auf die niedrigen Freiheitsstrafen gegen die Angeklagten und darauf, dass eine „Welle der Entrüstung“ über das Gericht hereingebrochen wäre, wenn es „im umgekehrten Fall dieses Urteil gegen [[Politische Rechte (Politik)|Rechte]] gefällt“ hätte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz-ruege&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Antifas riet sie dabei, sich „von Kaindls Tod distanzieren“, da diese jene Sympathie, die sie in der Bevölkerung genössen, durch derartige Aktionen nicht gefährden sollten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz-ruege&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für die rechtsextreme Szene ==&lt;br /&gt;
Die rechtsextreme Szene versucht seit seinem Tod, Gerhard Kaindl als eine Art [[Märtyrer]] zu stilisieren. Er wird häufig im Zusammenhang mit anderen Aktivisten der rechtsextremen Szene wie Sandro Weilkes aus dem thüringischen [[Neuhaus am Rennweg]] oder Daniel Wretström aus der schwedischen Gemeinde [[Salem (Gemeinde)|Salem]] bzw. [[Rechtspopulismus|rechtspopulistischen]] Politikern wie [[Pim Fortuyn]] (Niederlande) genannt, die bei Auseinandersetzungen mit tatsächlichen oder vermeintlichen Antifaschisten oder Jugendlichen mit migrantischem Hintergrund ums Leben kamen. So existiert unter anderem ein „Förderwerk Gerhard Kaindl“ aus dem Umfeld des extrem rechten [[Hoffmann-von-Fallersleben-Bildungswerk]]es e.V. und der Deutschen Liga für Volk und Heimat. Führende Politiker der [[Nationaldemokratische Partei Deutschlands|NPD]] wie [[Frank Schwerdt]] beziehen sich bis heute in ihren Äußerungen ebenfalls auf den Fall Kaindl. Erwähnung findet der Fall unter anderem auch in [[Hans-Helmuth Knütter]]s Veröffentlichung &amp;#039;&amp;#039;Die Faschismuskeule – Das Letzte Aufgebot der Linken&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diskussionen in der linken und radikal linken Szene ==&lt;br /&gt;
Die Umstände der Tat und die darauf folgenden Ermittlungen wurden auch intensiv in der [[Politische Linke|linken]] und [[Antifaschismus|Antifa-Szene]] diskutiert und unter anderem in mehreren Büchern behandelt (siehe Literatur). Auch haben Tausende Demonstranten „gegen die Kriminalisierung des antifaschistischen Widerstandes“ protestiert und die Freilassung der „inhaftierten ausländischen Linken“ gefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Rezeptionen ==&lt;br /&gt;
Der Autor [[Raul Zelik]] beschreibt in dem Roman &amp;#039;&amp;#039;Friß und Stirb trotzdem. Roman zu einem Leben auf der Flucht&amp;#039;&amp;#039; die Sicht eines fiktiven Beteiligten und dessen anschließende Flucht vor den Ermittlungsbehörden und der Polizei nach Lateinamerika. Das Buch diente als Vorlage für ein Theaterstück, das unter anderem am Thalia Theater Halle aufgeführt wurde und im Mai 2007 als Hörspiel im [[Öffentlich-rechtlicher Rundfunk|öffentlich-rechtlichen]] Sender [[Norddeutscher Rundfunk|NDR]] lief.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* autonome L.U.P.U.S.-Gruppe (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Hunde bellen… Von A – RZ. Eine Zeitreise durch die 68er Revolte und die militanten Kämpfe der 70er bis 90er Jahre&amp;#039;&amp;#039;. Unrast, Münster 2002, ISBN 3-89771-408-6.&lt;br /&gt;
* Geronimo: &amp;#039;&amp;#039;Glut &amp;amp; Asche. Reflexionen zur Politik der autonomen Bewegung&amp;#039;&amp;#039;. Unrast, Münster 1997, ISBN 3-928300-63-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.berliner-zeitung.de/archiv/prozess-gegen-beschuldigte-beginnt-am-20--september-mordfall-kaindl-vor-gericht,10810590,8869566.html &amp;#039;&amp;#039;Mordfall Kaindl vor Gericht&amp;#039;&amp;#039;], Berliner Zeitung vom 14. September 1994.&lt;br /&gt;
* [http://www.berliner-zeitung.de/archiv/im-kaindiprozess-wiesen-angeklagte-diesen-vorwurf-zurueck-mord-aus-politischem-hass-,10810590,8872584.html &amp;#039;&amp;#039;Mord aus politischem Haß?&amp;#039;&amp;#039;] Berliner Zeitung vom 28. September 1994&lt;br /&gt;
* [http://www.berliner-zeitung.de/archiv/kaindl-prozess--33jaehriger-freigesprochen-fast-ein-jahr-unschuldig-im-gefaengnis,10810590,8881438.html &amp;#039;&amp;#039;Fast ein Jahr unschuldig im Gefängnis&amp;#039;&amp;#039;], Berliner Zeitung vom 2. November 1994&lt;br /&gt;
* {{Der Spiegel|ID=13691512|Titel=Nichts mehr zu reden. Rechte und linke Extremisten bekämpfen sich mit brutaler Gewalt|Jahr=1992|Nr=49|Datum=1992-11-30|Seiten=18–19}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1297896122|LCCN=|NDL=|VIAF=1207169181053169050000}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kaindl, Gerhard}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:REP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DLVH-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Die-Nationalen-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tötungsdelikt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriminalfall in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1944]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1992]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kaindl, Gerhard&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Ingenieur, Funktionär der Deutschen Liga für Volk und Heimat&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=7. Juli 1944&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=4. April 1992&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-29617-83</name></author>
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