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	<title>Gerberlohe - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T04:07:31Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gerberlohe&amp;diff=103580&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;GünniX: Archivlink geprüft</title>
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		<updated>2026-01-08T06:14:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Archivlink geprüft&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:EichenLoheSchaeler1.jpg|mini|hochkant|Lohlöffel, Werkzeug zum Schälen der Baumrinde]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Oakbark.jpg|mini|hochkant|Rinde einer [[Eichen|Eiche]] mit hohem Gehalt an [[Tannine]]n]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lohschälen im Eichenwald.webm|mini|Video: Lohschälen im Eichenwald, [[Bladersbach]]/[[Waldbröl]], 1976]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Schleissen 2.jpg|mini|Baumrinde mit dem Lohlöffel „schleißen“]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hinterhermsdorf, Walderlebniszentrum Waldhusche - trocknende Lohrinde (01-2).JPG|mini|Nachbau eines Trockengestells für Lohrinde in [[Hinterhermsdorf]] ([[Sächsische Schweiz]])]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Corilagin.svg|mini|Die [[Strukturformel]] des [[Molekül]]s der [[Chemische Verbindung|chemischen Verbindung]] [[Corilagin]] (Gallotannin) [[Ellagitannine]] als ein Beispiel für die [[Polyphenole]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gerberlohe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; beziehungsweise &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lohe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden die früher fast ausschließlich –&amp;amp;nbsp;heute in [[Mitteleuropa]] nur noch selten&amp;amp;nbsp;– zum [[Gerben]] verwendete [[Rinde|Baumrinde]] oder Blätter bezeichnet. Das [[Mittelhochdeutsche Sprache|mittelhochdeutsche]] und [[Althochdeutsche Sprache|althochdeutsche]] Wort &amp;#039;&amp;#039;lō(h)&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;lōch&amp;#039;&amp;#039; bedeutet zum einen ‚niederes Holz‘, ‚Gebüsch‘, ‚bewachsene Lichtung‘, zum anderen geht die Gerberlohe auf mittelhochdeutsch und althochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;lō&amp;#039;&amp;#039; zurück, das (durch [[Rekonstruktion (Sprachwissenschaft)|Sprachrekonstruktion]]) über [[Urgermanische Sprache|urgermanisch]] *&amp;#039;&amp;#039;lawa-&amp;#039;&amp;#039; ‚abgelöste Baumrinde‘ von [[Indogermanische Ursprache|urindogermanisch]] *&amp;#039;&amp;#039;leṷ-&amp;#039;&amp;#039; ‚lösen‘&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Loh&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Lohe²&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Friedrich Kluge]], [[Alfred Götze (Philologe)|Alfred Götze]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]].&amp;#039;&amp;#039; 20. Auflage, hrsg. von [[Walther Mitzka]], De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 445.&amp;lt;/ref&amp;gt; (wohl auch im Sinne von &amp;#039;&amp;#039;abreißen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;schälen&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;löchern&amp;#039;&amp;#039;) ableitbar ist. In der Regel handelte es sich dabei um Rinde, Blätter oder Holz von [[Eichen]] &amp;#039;&amp;#039;(Eichenlohe)&amp;#039;&amp;#039; und [[Fichten]], die sehr [[Gerbstoffe|gerbstoffreich]] sind und in zerkleinerter Form benutzt wurden. Die zur Gewinnung genutzten Wälder wurden auch als [[Lohwald|Lohwälder]] bezeichnet; zur Zerkleinerung wurden oft sogenannte [[Lohmühle]]n betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dieser Lohe leiten sich viele Straßennamen (z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;Am Lohgraben&amp;#039;&amp;#039; in [[Siegen]] und [[Hannover]], &amp;#039;&amp;#039;Lohgrabenstraße&amp;#039;&amp;#039; in [[Regensburg]], &amp;#039;&amp;#039;Lohhain&amp;#039;&amp;#039; in Siegen, &amp;#039;&amp;#039;[[Lohmühlenstraße (Berlin-Alt-Treptow)|Lohmühlenstraße]]&amp;#039;&amp;#039; in [[Berlin]], oder &amp;#039;&amp;#039;Lohgrube&amp;#039;&amp;#039; in [[Ahaus]]) und auch Ortsnamen ab, &amp;#039;&amp;#039;siehe&amp;#039;&amp;#039; [[Lohe]] und Berufe nebst Hausnamen wie &amp;#039;&amp;#039;Lohgerber&amp;#039;&amp;#039; ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Die Loh- oder Rotgerbung erfolgt mit pflanzlichen Stoffen, das sind [[Extraktion (Verfahrenstechnik) |Extrakte]] aus [[Rinde]]n, [[Holz|Hölzern]], [[Blatt (Pflanze)|Blättern]] und [[Frucht|Früchten]] von speziell hierzu geeigneten Pflanzen. Die eigentlichen Pflanzenwirkstoffe, die in der pflanzlichen Gerbung ihre Wirkung entfalten, sind die [[Tannine]] (französisch &amp;#039;&amp;#039;tan&amp;#039;&amp;#039; ‚bräunen‘, ‚gerben‘), die chemisch als [[Polyphenole]] der [[Gallussäure]] zu beschreiben sind. Pflanzlich gegerbtes Leder ist an seiner charakteristischen [[braun]]en bzw. [[Lohfarbe|lohfarbigen]] Färbung zu erkennen. Tannine gehören zu der Gruppe der [[Sekundäre Pflanzenstoffe|sekundären Pflanzenstoffe]]. Die aus pflanzlichen Gerbstoffen hergestellten Leder werden geläufig als „vegetabil gegerbt“ bezeichnet. Hierzu werden Fässer im Sinne der Fassgerbung eingesetzt, aber auch Grubengerbung oder Altgrubengerbung. Je nach Verweildauer können dadurch immer festere und zähere Leder hervorgebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Verfahren sind die [[Sämischgerbung]], die Alaun- oder [[Weißgerbung]] und die [[Chromgerbung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Igualada-Museu de la Pell (7).JPG|mini|Fassgerbung ausgestellt im Ledermuseum Museo de la Piel, [[Igualada]] ({{caS|Museu de la Pell d’Igualada}})]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besondere Formen der Gewinnung von Lohe ==&lt;br /&gt;
Eine besondere Form der Lohegewinnung erfolgte im Rahmen der [[Hauberg]]swirtschaft und des [[Gehöferschaft]]swaldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Louschläissen“ ist eine besondere Form der Waldnutzung in [[Luxemburg]]; in [[Kiischpelt]] wird zur Erinnerung an diese Tradition das „Lohfest“ gefeiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Ginette Clees: {{Webarchiv |url=http://www.wort.lu/wort/web/letzebuerg/artikel/89902/die-tradition-des-lohschaelens-erhalten.php |wayback=20100512033601 |text=&amp;#039;&amp;#039;Die Tradition des Lohschälens erhalten.&amp;#039;&amp;#039;}} [[Luxemburger Wort]], 10. Mai 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werkzeug zur Lohegewinnung und Verfahren ==&lt;br /&gt;
Zum Lösen der gerbstoffhaltigen Rinde der Eichen in möglichst einem Stück dient der „Lohlöffel“.&lt;br /&gt;
Dazu wird die Rinde mit einem Schnitt entlang des noch stehenden Stammes aufgeschnitten und von diesem Schnitt aus zur Seite hin mit dem Löffel abgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Vegetabilgerbung|vegetabile Gerbung]]sprozess benötigt circa 20–30 Monate. Für die eingebrachten Haut- oder Fellstücke werden, je nach Größe, dafür rund 30&amp;amp;nbsp;kg Eichenrinde oder 20&amp;amp;nbsp;kg [[Eicheln]] oder 90&amp;amp;nbsp;kg Eichenholz verbraucht. Die Lohe wird zusammen mit dem zu gerbenden Rohmaterial in eine wassergefüllte Grube gelegt, wodurch nach einigen Tagen ein gerbsäurehaltiges Tauchbad entsteht. Das Rohmaterial wird sodann regelmäßig in weiteren Tauchbädern mit höheren Gerbstoffkonzentrationen ausgesetzt &amp;#039;&amp;#039;(Farbengang)&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorgang erfolgt in einer sukzessiv höher [[Konzentration (Chemie)|konzentrierten]] sauren Gerbstoffbrühe. Der besagte Farbengang wird in mehrfach hintereinander angeordneten, etwa zwei mal zwei Meter großen und ebenso tiefen Gerbergruben durchgeführt. In die erste Grube werden die „Blößen“ eingehängt, dann in eine zunächst niedrigkonzentrierte Lösung und über die Zeit von Grube zu Grube mit stärker konzentrierter Gerbstoffbrühe zum „Angerben“ eingebracht. Das Angerben muss langsam und mit niedrigkonzentrierten Gerbstoffbrühen erfolgen, da sonst die Außenflächen des zukünftigen Leders verhärten und der Gerbstoff nicht bis in das Innere des Rohmaterials eindringen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sekundäre Verwendung von Lohe ==&lt;br /&gt;
Benutzte, ausgelaugte Lohe wurde zu Kuchen gepresst (sogenannter [[Lohkäse]]) und als Brennmaterial verwendet. Der schwäbische Spruch „Schwätz au koin Lohkäs“ (‚Erzähl keinen Unsinn‘) leitet sich davon ab. Die Fachliteratur gibt einen relativ hohen Wassergehalt an, der durch Trocknung erst auf beispielsweise 50 % abgesenkt werden musste, sodass beim Abbrand immer noch ein Großteil der Energie für die Verdampfung des Wassers aufgewendet wurde, während der eigentliche Brennwert eher gering blieb.&amp;lt;ref&amp;gt;Wagner, Paeßler: [https://www.lederpedia.de/lederbegriffe/lohkuchen_lohkaes_lohkaese &amp;#039;&amp;#039;Lohkuchen, Lohkäs, Lohkäse&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Lederindustrie&amp;#039;&amp;#039;, 1925&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Lufttrocknung etwa kann zwar der Wassergehalt deutlich stärker reduziert werden, jedoch gehen dabei zugleich auch viele leichtflüchtige, brennbare Komponenten verloren, sodass ein so behandelter Lohkäse am Ende ebenfalls nur noch einen geringen Brennwert aufweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem veralteten Wort ‚Lohe‘ wurde weiterhin eine helle, aufstrebende, lodernde [[Flamme]] bezeichnet und findet sich als Teil im noch heute gebräuchlichen Wort ‚lichterloh‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Lohe (Seefahrt)]] zur Verwendung von Lohe bei der Haltbarmachung von [[Segel]]n und [[Fischernetz]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Gartenlaube |Wikisource=Die unbekannten Gewerbe in Paris |Autor= |Jahr=1853 |Heft=48 |Seite=523–524 und 526–527}}&lt;br /&gt;
* Bernhard Trommer: [https://d-nb.info/973896922/34 &amp;#039;&amp;#039;Die Kollagenmatrix archäologischer Funde im Vergleich zu künstlich gealterten Ledermustern historischer Gerbverfahren.&amp;#039;&amp;#039;] Auf: &amp;#039;&amp;#039;d-nb.info&amp;#039;&amp;#039;, Dissertationsschrift Technische Universität Bergakademie Freiberg, Freiberg 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.mittelalter-handwerk.de/g.htm Berufsbild Gerber]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handwerkstradition]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handwerkstechnik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nichtholzprodukt (Forstwirtschaft)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Waldnutzung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzlicher Rohstoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gerben]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;GünniX</name></author>
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