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	<title>Gerard Baerends - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Fritz Krischen: /* Belege */</title>
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		<updated>2024-01-19T05:32:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Belege&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gerardus Pieter Baerends&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[30. März]] [[1916]] in [[Den Haag]]; † [[1. September]] [[1999]]) war einer der bedeutendsten Vertreter der so genannten [[Ethologie|klassischen vergleichenden Verhaltensforschung]] in der Tradition von [[Nikolaas Tinbergen]] und [[Konrad Lorenz]]. Baerends&amp;#039; [[Verhaltensbiologie|verhaltensbiologische]] Arbeitsgruppe war die erste dieser Fachrichtung in den [[Niederlande]]n und gilt bis heute als eine der weltweit produktivsten, da aus ihr allein 43 [[Dissertation|Doktorarbeiten]] hervorgingen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[George Barlow (Zoologe)|George Barlow]]: &amp;#039;&amp;#039;Gerardus Pieter Baerends, 30 March 1916 – 1 September 1999.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Ethology]].&amp;#039;&amp;#039; Band 106, Nr. 6, 2000, S. 481–482, [[doi:10.1046/j.1439-0310.2000.00600.x]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1948 gründete Baerends zusammen mit Tinbergen und [[William Thorpe]] die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Behaviour (Zeitschrift)|Behaviour]]&amp;#039;&amp;#039; und blieb bis 1991 deren Herausgeber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Gerard Baerends – wie er sich selber stets nannte – wuchs in Den Haag auf. Bereits im Alter von 12 Jahren trat er dem &amp;#039;&amp;#039;Nederlandse Jeugdbond voor Natuurstudie&amp;#039;&amp;#039; bei; er befasste sich schon als Schüler mit biologischen Themen und lernte in dieser Zeit durch seine Mitgliedschaft im Naturschutzverein Niko Tinbergen kennen, der damals als Student ebenfalls im Verein aktiv und ab 1933 an der [[Universität Leiden]] als [[wissenschaftlicher Assistent]] für [[Zoologie]] angestellt war. Nach dem Abitur im Jahr 1934 begann Baerends in [[Leiden (Stadt)|Leiden]] mit dem Studium der [[Biologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;Gerard P. Baerends: &amp;#039;&amp;#039;Two Pillars of Wisdom.&amp;#039;&amp;#039; In: Donald A. Dewsbury: &amp;#039;&amp;#039;Studying Animal Behavior.&amp;#039;&amp;#039; University of Chicago Press, Chicago und London 1985, S. 13–14, ISBN 0-226-14410-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits im ersten Studienjahr unterstützte Baerends Tinbergen bei dessen verhaltensbiologischen Studien in einer Möwen-Kolonie und verfasste [[Ethogramm]]e zum Verhalten von [[Graureiher]]n während der Paarbildung. Wie zuvor bereits Tinbergen beschäftigte sich auch Baerends dann aber vor allem mit dem Verhalten von [[Grabwespen]], speziell mit &amp;#039;&amp;#039;Ammophila campestris&amp;#039;&amp;#039;. 1941 war er der erste Student, der unter Anleitung von Niko Tinbergen [[Promotion (Doktor)|promoviert]] wurde; ein Jahr später wurde sein Doktorvater von den deutschen Besatzern inhaftiert, weil dieser gegen die Entlassung von drei jüdischen Professoren protestiert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um der Machtübernahme der nationalsozialisten Besatzer auch an den Hochschulen auszuweichen, verzichteten zahlreiche niederländische Wissenschaftler auf ihre akademische Anstellung, und auch Baerends fand 1942 eine Beschäftigung als [[Meeresbiologie|Meeresbiologe]] bei einem staatlichen Institut für Fischereiforschung. Sein Plan, sich künftig in [[Niederländisch-Indien|Niederländisch-Ostindien]] mit tropischer Meeresbiologie zu befassen, wurde jedoch alsbald vereitelt, da dieses Gebiet 1942 von [[Japanisches Kaiserreich|japanischen]] Streitkräften erobert wurde. Immerhin hatte er das Glück, sich während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] und auch noch im Anschluss an diesen zuhause fischereibiologischen Fragen widmen zu können: Baerends untersuchte anhand von Fangaufzeichnungen und anderem Schrifttum den Zusammenhang von Fischfang und Populationsgröße beim [[Atlantischer Hering|Atlantischen Hering]] in der [[Nordsee]]. Er konnte nachweisen, dass der wegen des Krieges reduzierte Fischfang zu einer Erholung der Heringsbestände geführt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;G. P. Baerends: &amp;#039;&amp;#039;The rational exploitation of the sea fisheries with particular reference to the fish stock of the North Sea.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Spec. Sci. Rep. Fish.&amp;#039;&amp;#039; Band 13, U.S.A. Dept. of Int. Fish Wildl. Serv. 1950, S. 1–102.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem Nachruf auf Baerends schrieb [[George Barlow (Zoologe)|George Barlow]]: &amp;#039;&amp;#039;„Diese Studie dürfte eine der ersten Publikationen gewesen sein, in der die Folgen der [[Überfischung]] dokumentiert wurden.“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;That must be one of the first papers to document the effect of over-fishing.&amp;#039;&amp;#039; George Barlow in &amp;#039;&amp;#039;Ethology&amp;#039;&amp;#039;, Band 106, Nr. 6, 2000, S. 481–482.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Niko Tinbergen 1949 an die [[University of Oxford]] wechselte, empfahl er Gerard Baerends als seinen Nachfolger auf dem [[Lehrstuhl]] in Leiden, was dieser jedoch ablehnte. Baerends hatte bereits 1946 – als Nachfolger des Physiologen Engel Hendrik Hazelhoff (1900–1945) – den Ruf auf einen Lehrstuhl für [[Zoologie]] an der [[Reichsuniversität Groningen]] angenommen, wo bis dahin pro Jahr nur eine Handvoll Studenten das Fach Biologie belegt hatten. Als Voraussetzung für seinen Wechsel nach [[Groningen]] hatte er sich ausbedungen, dass er [[Feldstudie]]n durchführen und [[Ökologie|ökologische]] Aspekte mit verhaltensbiologischen verbinden und sich auch weiterhin der Meeresbiologie widmen dürfe. Im Rückblick auf seine Forscherlaufbahn bezeichnete er diese Kombination von Ethologie und Meeresbiologie als „die zwei Säulen der Weisheit“;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerard P. Baerends, &amp;#039;&amp;#039;Two Pillars of Wisdom,&amp;#039;&amp;#039; S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie ungewöhnlich diese Verbindung damals war, wird deutlich, wenn man bedenkt, dass Baerends nach Niko Tinbergen erst der zweite Forscher in den Niederlanden war, der seinen Doktorgrad durch verhaltensbiologische Freilandstudien erworben hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahrzehnten blieb Baerends in Groningen und wurde zum wichtigsten Vertreter der Verhaltensbiologie in den Niederlanden;&amp;lt;ref&amp;gt;so die Einschätzung des Tinbergen-Schülers Hans Kruuk in der von ihm verfassten Biografie &amp;#039;&amp;#039;Niko&amp;#039;s Nature. The Life of Niko Tinbergen and his Science of Animal Behaviour.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, 2003, S. 336, ISBN 0-19-851558-8.&amp;lt;/ref&amp;gt; zeitweise wurde zugleich das &amp;#039;&amp;#039;Nederlands Instituut voor Onderzoek der Zee&amp;#039;&amp;#039; (NIOZ), das &amp;#039;&amp;#039;Nederlands Instituut voor Visserij Onderzoek&amp;#039;&amp;#039; (RIVO) und die &amp;#039;&amp;#039;Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen&amp;#039;&amp;#039; (KNAW) durch ehemalige Baerends-Schüler geleitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Dies erwähnt Rudi Drent in seinem Nachruf auf Baerends im &amp;#039;&amp;#039;NVG Nieuwsbrief&amp;#039;&amp;#039;, 8. Jahrgang, Nr. 2, vom 2. November 1999 der &amp;#039;&amp;#039;Nederlandse Vereniging voor Gedragsbiologie&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der ihm zu verdankende Ausbau und die hiermit verbundene „Modernisierung“ des Faches Biologie trug zugleich dazu bei, dass der Niedergang der zweitältesten Universität der Niederlande gestoppt und sie vor einer zuvor wiederholt drohenden Schließung bewahrt wurde. So sorgte er u.&amp;amp;nbsp;a. dafür, dass [[Luuk Tinbergen]], der jüngere Bruder von Niko, den Baerends schon seit seiner Schulzeit kannte, ab 1949 an der Reichsuniversität Groningen das Fach Ökologie lehrte. Luuk Tinbergen hatte drei Jahre zuvor in Leiden seine Doktorarbeit über Sperber (&amp;#039;&amp;#039;Accipiter nisus&amp;#039;&amp;#039;) verfasst: Seine Dissertation war nach der von Huib Kluijver erst die zweite tierökologische Freilandstudie, die in den Niederlanden akzeptiert worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang der 1970er-Jahre war Baerends mit den Folgen einer Hochschulreform in den Niederlanden nicht einverstanden, da den Professoren – aus seiner Sicht – zu viel administrative Last aufgebürdet wurde, mit der Folge, dass zu wenig Zeit für die Forschung bleibe. Daraufhin zeigte er sich 1972 entschlossen, das Angebot zur Nachfolge von [[Konrad Lorenz]] am [[Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie]] in Deutschland anzunehmen. Dieser Plan hatte jedoch umgehend zur Folge, dass ihm das niederländische Wissenschaftsministerium zusätzliches wissenschaftliches Personal und einen reinen Forschungslehrstuhl, also die Freistellung von allen administrativen Aufgaben, anbot, so dass er sich 1973 zum Verbleiben in Leiden entschloss.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerard P. Baerends, &amp;#039;&amp;#039;Two Pillars of Wisdom,&amp;#039;&amp;#039; S. 35–36.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerard Baerends war seit 1942 und bis zu ihrem Tod im Jahr 1991 mit der Biologin Dr. Jos van Roon verheiratet, die ihre Doktorarbeit ebenfalls bei Nikolaas Tinbergen verfasst hatte und später u.&amp;amp;nbsp;a. Studien zum [[Spielverhalten]] von [[Hauskatze|Katzen]] publizierte;&amp;lt;ref&amp;gt;J. M. Baerends-van Roon, G. P. Baerends (1979): &amp;#039;&amp;#039;The Morphogenesis of the Behaviour of the Domestic Cat, with a Special Emphasis on the Development of Prey-Catching.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Verh. Kon. Ned. Akad. Wet., Aft. Natuurkunde.&amp;#039;&amp;#039; Band 72, Nr. 2, S. 1–116, {{Webarchiv |url=https://www.dwc.knaw.nl/DL/publications/PU00011544.pdf |text=Volltext. (PDF) |wayback=20171018071935}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; das Ehepaar hatte vier Kinder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsthemen ==&lt;br /&gt;
Nach seinen verhaltensbiologischen Studien zu Grabwespen in Leiden und den fischereibiologischen Studien zum Hering gingen aus Baerends&amp;#039; Arbeitsgruppe u.&amp;amp;nbsp;a. wichtige Studien zum Brutverhalten von [[Buntbarsche]]n und [[Heringsmöwe]]n, zum Sexualverhalten von [[Guppy]]s (&amp;#039;&amp;#039;Poecilia reticulata&amp;#039;&amp;#039;; früher: &amp;#039;&amp;#039;Lebistes reticulatus&amp;#039;&amp;#039;) sowie zum Verhalten von [[Graureiher]]n hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baerends&amp;#039; eigene Studien zu den Heringsmöwen setzten ab 1950 die Arbeit von Niko Tinbergen fort, nachdem dieser die Niederlande verlassen hatte, und zwar auf der Insel [[Terschelling]], wo Baerends inmitten der [[Düne#Dünen in Europa|Dünen]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;landschaft einen [[Bunker (Bauwerk)|Bunker]] aus der Zeit des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] als Beobachtungsstand nutzte. Diese Untersuchungen gingen rasch in die Lehrbücher der Verhaltensbiologie ein. Ein Spezialaspekt, die Mechanismen der Ei-Erkennung bei Heringsmöwen, wurde Jahrzehnte nach dem Beginn der Feldstudien auf Terschelling in zwei umfassenden Übersichtsarbeiten durch Baerends und seinen Schüler [[Rudi Drent]] dargestellt. Unter anderem wurde nachgewiesen, dass die Möwen künstliche, extrem große Eier gegenüber normal großen, selbst gelegten Eiern bevorzugt bebrüten, woraus geschlossen wurde, dass die Eigröße als [[Angeborener Auslösemechanismus|angeborener Auslöser]] im Brutgeschäft der Vögel gedeutet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Untersuchungen zum Guppy ===&lt;br /&gt;
Auch die Ergebnisse der Untersuchungen zum Guppy fanden Eingang in zahlreiche Lehrbücher der Verhaltensbiologie, da hier in exemplarischer Weise u.&amp;amp;nbsp;a. der Einfluss von externen und z. T. ökologischen Faktoren auf das [[Balz]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;verhalten aufgezeigt werden konnte. Zudem konnten bestimmte „Auslöser“ (so genannte [[Schlüsselreiz]]e) bestimmt werden, die nach dem [[Prinzip der doppelten Quantifizierung]] gedeutet wurden. Konkret wurde nachgewiesen, dass die Bereitschaft zur Paarung beim männlichen Guppy kein gleichsam statischer Dauerzustand  ist. Seine [[Handlungsbereitschaft]] wird vielmehr durch das Zusammenwirken mindestens zweier Faktoren beeinflusst: Zum einen sind dies Baerends&amp;#039; Deutung zufolge innere, triebhafte Zustände (spätere Studien anderer Forscher erwähnen hier u.&amp;amp;nbsp;a. Hormone wie z. B. bei Säugetieren das [[Dopamin]] als mögliche Einflussgröße)&amp;lt;ref&amp;gt;Kenneth A. Klivington: &amp;#039;&amp;#039;Gehirn und Geist (The science of mind)&amp;#039;&amp;#039;. 1992: Heidelberg, Berlin, Oxford, Spektrum Akademischer Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt;; zum anderen sind dies äußere Faktoren, die für eine bestimmte Situation typisch sind, regelmäßig auftreten und daher im Verlauf der [[Phylogenese|Stammesgeschichte]] als „Auslöser“ für [[Instinktverhalten]] Gewicht bekamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ausdruck des &amp;#039;&amp;#039;Prinzips der doppelten Quantifizierung&amp;#039;&amp;#039; kann beispielsweise auch das Verhalten eines Menschen gedeutet werden, bei dem lang andauernder Nahrungsentzug (subjektiv empfunden als starkes [[Hunger]]gefühl) auch bei einem extrem schwachen Außenfaktor (beispielsweise einem angeschimmelten Stück Brot) zum Verspeisen der Nahrung führt, während nach überreichlicher Nahrungsaufnahme (subjektiv empfunden als Gefühl der [[Sättigung (Physiologie)|Sättigung]]) allenfalls noch ein kleiner und besonders wohlschmeckender Leckerbissen zu weiterer Nahrungsaufnahme führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Balzverhalten des männlichen Guppys konnte man in Baerends&amp;#039; Arbeitsgruppe nachweisen, dass die Intensität der Färbung seines Schuppenkleides direkt proportional zur – hormonell gesteuerten – Paarungsbereitschaft ist (also Rückschlüsse auf den inneren Zustand des Männchens erlaubt) und dass die Körpergröße des Weibchens aus Sicht des Männchens der äußere Faktor ist: Je ausgeprägter die Farbigkeit des Männchens, desto kleinere Weibchen werden angebalzt; und umgekehrt: Je weniger ausgeprägt das so genannte Hochzeitskleid ist, desto größer ([[Anthropomorphismus|anthropomorph]] formuliert: desto attraktiver) muss ein Weibchen sein, damit es angebalzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Publikationen zur Instinkttheorie ===&lt;br /&gt;
Anders als sein Mentor Tinbergen, der sich vor allem dem Beobachten von zumeist wild lebenden Tieren widmete, profilierte sich Gerard Baerends neben seinen Feldstudien – ähnlich [[Konrad Lorenz]] in Deutschland – in besonderem Maße auch als Theoretiker des Verhaltens&amp;lt;ref&amp;gt;Gerard Baerends: &amp;#039;&amp;#039;Aufbau des tierischen Verhaltens.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Zoologie.&amp;#039;&amp;#039; Band 8: Mammalia. 10. Teil, 1. Hälfte, S. 1–32.&amp;lt;/ref&amp;gt; und veröffentlichte diverse Abhandlungen zur Hierarchie von [[Instinkt]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1958 veröffentlichte Baerends eine Zusammenschau von verhaltensbiologischen und stammesgeschichtlichen Daten,&amp;lt;ref&amp;gt;Gerard Baerends: &amp;#039;&amp;#039;Comparative methods and the concept of homology in the study of behaviour.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archives Neerlandaises de Zoologie.&amp;#039;&amp;#039; Band 13, Suppl. 1. 1958, S. 401–417.&amp;lt;/ref&amp;gt; die als eines der Hauptwerke der &amp;#039;&amp;#039;vergleichenden Verhaltensforschung&amp;#039;&amp;#039; gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Lynne D. Houck, Lee C. Drickamer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Foundations of Animal Behavior: Classic Papers with Commentaries.&amp;#039;&amp;#039; 1996: University of Chicago Press, ISBN 0226354571.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zu Konrad Lorenz, der in seinem wissenschaftlichen Werk kaum je ökologische Aspekte berücksichtigte, regte Baerends zeitlebens aber auch [[Ökologie|ökologische]] Forschungsprojekte an, so dass die Studenten seiner Arbeitsgruppe stets beinahe zur Hälfte Ökologen waren&amp;lt;ref&amp;gt;ebenfalls laut Hans Kruuk; Baerends&amp;#039; Schüler Rudi Drent erwähnt im Nachruf auf seinen Doktorvater, dass 20 der 43 Doktorarbeiten aus Baerends&amp;#039; Arbeitsgruppe ökologische Themen behandelten.&amp;lt;/ref&amp;gt; und er so auch zu einem Wegbereiter der [[Verhaltensökologie]] wurde. Nach der [[Emeritierung]] von Konrad Lorenz wurde Baerends 1973 von der deutschen [[Max-Planck-Gesellschaft]] angetragen, als Nachfolger von Konrad Lorenz die Direktorenstelle im [[Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie]] zu übernehmen, was Baerends jedoch ablehnte: Er wusste zwar, dass das Institut ein hohes Ansehen genoss; zugleich wusste er aber auch, dass die Arbeitsgruppe von Konrad Lorenz kaum jemals quantitative Methoden in der Verhaltensforschung angewandt hatte. Daher zweifelte er, ob es ihm gelingen würde, in diesem Institut die nötige „wissenschaftliche Revolution“ herbeizuführen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudi Drent formulierte diesen Sachverhalt in seinem Nachruf auf Baerends so: He &amp;#039;&amp;#039;doubted whether he could carry through what amounted to a scientific revolution at the Seewiesen institute.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
Gerard Baerends war seit 1958 Mitglied der &amp;#039;&amp;#039;Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen&amp;#039;&amp;#039; (KNAW) und seit 1968 der &amp;#039;&amp;#039;[[Koninklijke Hollandsche Maatschappij der Wetenschappen]]&amp;#039;&amp;#039; und beeinflusste durch seine Mitarbeit in diesen Institution auch insgesamt die Fortentwicklung der naturwissenschaftlichen Forschung in den Niederlanden. Seit 1959 war er Mitglied der [[Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina|Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1967 bis 1975 gehörte Baerends dem Wissenschaftlichen Beirat des &amp;#039;&amp;#039;[[Serengeti]] Research Institute&amp;#039;&amp;#039; in [[Tansania]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hauptvortrag auf den Jahrestagungen der &amp;#039;&amp;#039;Nederlandse Vereniging voor Gedragsbiologie&amp;#039;&amp;#039; (NVG; &amp;#039;&amp;#039;Niederländische Vereinigung für Verhaltensbiologie&amp;#039;&amp;#039;) heißt seit Baerends&amp;#039; Tod &amp;#039;&amp;#039;Gerard Baerends Lecture&amp;#039;&amp;#039;. Die Universität Groningen hat seinem Andenken den &amp;#039;&amp;#039;Gerard Baerends Visiting Chair of Biology&amp;#039;&amp;#039; – eine Gastprofessur – gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine bekanntesten Schüler waren Rudolf Drent (später [[Vogelkunde|Ornithologe]] an der Universität Groningen) und Piet Wiepkema (später [[Kognition]]s&amp;lt;nowiki&amp;gt;forscher&amp;lt;/nowiki&amp;gt; an der [[Universität Wageningen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Fortpflanzungsverhalten und Orientierung der Grabwespe Ammophila campestris.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Tijdschrift voor Entomologie.&amp;#039;&amp;#039; Band 84, 1941, S. 68–275.&lt;br /&gt;
* mit Jos M. Baerends-van Roon: &amp;#039;&amp;#039;An introduction to the study of ethology in cichlid fishes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Behaviour.&amp;#039;&amp;#039; Suppl. 1, 1950, S. 1–242.&lt;br /&gt;
* G. P. Baerends et&amp;amp;nbsp;al.: &amp;#039;&amp;#039;Ethological studies on Lebistes reticulatus (Peters).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Behaviour.&amp;#039;&amp;#039; Band 8, 1955, S. 249–332.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Aufbau des tierischen Verhaltens.&amp;#039;&amp;#039; In: Johann-Gerhard Helmcke: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Zoologie.&amp;#039;&amp;#039; Band VIII, 7. Lieferung. de Gruyter, Berlin 1956, S. 1–32.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Comparative methods and the concept of homology in the study of behaviour.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archives Néerlandaises de Zoologie.&amp;#039;&amp;#039; Band 13, Suppl. 1. 1958, S. 401–417.&lt;br /&gt;
* mit Rudolf H. Drent und anderen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The herring gull and its egg.&amp;#039;&amp;#039; Teil 1 in: &amp;#039;&amp;#039;Behaviour.&amp;#039;&amp;#039; Suppl. 17, 1970, S. 1–312. Teil 2 in: &amp;#039;&amp;#039;Behaviour.&amp;#039;&amp;#039; Band 82, 1982, S. 1–415.&lt;br /&gt;
* mit [[Martin Lindauer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Moderne Methoden und Ergebnisse der Verhaltensforschung bei Tieren.&amp;#039;&amp;#039;  Westdeutscher Verlag, 1972, ISBN 3-531-08218-3.&lt;br /&gt;
* als Herausgeber: &amp;#039;&amp;#039;Function and evolution in behaviour. Essays in honour of Niko Tinbergen.&amp;#039;&amp;#039; Clarendon Press, Oxford 1975, ISBN 0-19-857382-0.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;The functional organization of behaviour.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Animal Behavior.&amp;#039;&amp;#039; Band 24, Nr. 4, 1976, S. 726–738, [[doi:10.1016/S0003-3472(76)80002-4]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Rudolf H. Drent: &amp;#039;&amp;#039;In memoriam Gerard Baerends.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Ardea – Official journal of the Netherlands Ornithologists&amp;#039; Union.&amp;#039;&amp;#039; Band 88, Heft 1, 2000, S. 113–118.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|125983948}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=https://www.knaw.nl/nl/actueel/publicaties/levensberichten-en-herdenkingen-2005/@@download/pdf_file/20041084.pdf |text=Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen: Nachruf von J.A.R.A.M. van Hooff |wayback=20150407093559}}, (niederländisch, PDF-Datei; 124&amp;amp;nbsp;kB). Im Original publiziert in &amp;#039;&amp;#039;Levensberichten en herdenkingen 2005&amp;#039;&amp;#039;, Amsterdam 2005, S. 6–10.&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://137.224.72.238/NVG_nieuwsbrief/NVG%2008_2.pdf | wayback=20070927230922 | text=Nederlandse Vereniging voor Gedragsbiologie}} Nachruf von Rudi Drent auf G. Baerends (englisch, PDF-Datei) &amp;lt;!--auch archiviert unter: http://www.gedragsbiologie.nl/baerends.html --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=125983948|LCCN=n79007318|VIAF=84989704|NDL=00432043}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Baerends, Gerard}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verhaltensforscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Reichsuniversität Groningen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Niederländer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1916]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1999]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Baerends, Gerard&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Baerends, Gerardus Pieter&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=niederländischer Ethologe&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=30. März 1916&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Den Haag]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=1. September 1999&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Fritz Krischen</name></author>
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