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	<title>Georg Wertheim - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T05:45:14Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Georg_Wertheim&amp;diff=51921&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Norman Posselt: more recent photographs</title>
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		<updated>2025-08-03T20:43:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;more recent photographs&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Georg Wertheim von Emil Orlik (ca. 1930).jpg|mini|Georg Wertheim (Porträt von [[Emil Orlik]]), ca. 1930]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Stralsund, Germany, Wertheim-Kaufhaus, Detail (2006-09-29).JPG|mini|Im ersten Wertheim-Kaufhaus, dem Stammhaus des Unternehmens in [[Stralsund]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kaufhaus-A-Wertheim.jpg|mini|Berliner Stammhaus [[Abraham Wertheim]] in der Illumination zur Großjährigkeitserklärung des [[Wilhelm von Preußen (1882–1951)|Kronprinzen]] am 6. Mai 1900]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Warenhaus Wertheim, Berlin 1900.png|mini|Kaufhaus Wertheim am [[Leipziger Platz (Berlin)|Leipziger Platz]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Georg Wertheim&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[11. Februar]] [[1857]] in [[Stralsund]]; † [[31. Dezember]] [[1939]] in [[Berlin]]) war ein deutscher [[Kaufmann]] und [[Unternehmer]] im Textil-[[Einzelhandel]]. Er war einer der Gründer des [[Wertheim-Konzern]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
Wertheim wuchs in Stralsund auf. Nach der kaufmännischen Lehre bei &amp;#039;&amp;#039;Wolff &amp;amp; Apolant&amp;#039;&amp;#039; übernahm er 1876 zusammen mit seinem Bruder Hugo das 1875 gegründete Stralsunder Ladengeschäft für Kurz- und [[Posament]]ierwaren der Eltern [[Abraham Wertheim]] (1819–1896) und Ida Wertheim geb. Wolff (1830–1918).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Brüder brachten schnell neue Ideen in das Geschäft ein: Kunden bekamen die Möglichkeit zum [[Umtausch]] von Waren, die Preise waren nicht mehr verhandelbar aber dafür verlässlich, und verkauft wurde nur gegen [[Barzahlung]]. Da er auf bestimmte bislang gängige Kalkulationsposten ([[Risikoaufschlag]], [[Lagerkosten]]) verzichtete, konnte er seine Waren günstiger als die Konkurrenz anbieten. Die Konzeption war erfolgreich, er konnte ein größeres Geschäft am [[Alter Markt (Stralsund)|Alten Markt]] in Stralsund eröffnen, und nach der Eröffnung einer Filiale in [[Rostock]] wurde 1885 eine erste Niederlassung an der [[Rosenthaler Straße (Berlin)|Rosenthaler Straße]] in [[Berlin-Mitte]] gegründet sowie das Angebot um Haushaltwaren erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertheim erkannte schnell die sich wandelnden Anforderungen der wachsenden Metropole Berlin in der Zeit der [[Industrialisierung]] und eröffnete 1890 an der Ecke [[Moritzplatz (Berlin)|Moritzplatz]] / [[Oranienstraße]] das erste als &amp;#039;&amp;#039;[[Warenhaus]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete Handelsgeschäft. Die Verkaufsräume waren großzügiger und ließen eine bessere Warenpräsentation zu, die Waren wurden frei ausgelegt, und größere Stückzahlen erlaubten einen billigeren Verkauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunehmend zeigten sich jedoch die Beschränkungen, welche die Ladengeschäfte inmitten der Wohnbebauung mit sich brachten: die Räume waren nicht besonders groß und boten dem expandierenden Geschäft kaum Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Georg Wertheim hatte sich an der [[Berliner Kunstakademie]] in Sonntagskursen fortgebildet und begann nun zusammen mit dem Architekten [[Alfred Messel]] ein Gebäude zu konzipieren, das allein dem Verkauf der Waren dienen sollte. 1892 wurde eine Filiale an der Leipziger Straße eröffnet, und 1894 begann der Verkauf in dem als erstes zu diesem Zweck geplanten und gebauten Warenhaus an der Oranienstraße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bekannte Warenhaus Wertheim am [[Leipziger Platz (Berlin)|Leipziger Platz]], dessen erster Bauabschnitt 1896 begonnen und 1897 eröffnet wurde, ging noch einen Schritt weiter. Wertheim wollte der gehobenen Kundschaft, die sich bislang eher von Warenhäusern ferngehalten hatte, alle Wünsche unter einem Dach erfüllen können, und der Neubau am verkehrsreichsten Platz der Stadt wurde bald eröffnet. In den Folgejahren wurde das Gebäude mehrmals umfangreich erweitert. Das Wertheim am Leipziger Platz wurde in einem Atemzug genannt mit [[Harrods]] in [[London]] und den [[Galeries Lafayette]] in [[Paris]]. Berühmt war vor allem die große Verkaufshalle mit ihrem gewölbten Glasdach, den mehr als zwanzig Meter hohen Vierkantsäulen und der überlebensgroßen Frauenstatue mit Warenkorb, eine Arbeit des Bildhauers [[Ludwig Manzel]]. Auch die Wandgemälde von F. Gehrke&amp;amp;nbsp;– ein antiker Hafen und sein modernes Gegenstück mit dem Dampfer Deutschland&amp;amp;nbsp;– feierten den Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Neubauten an der Rosenthaler Straße (1903), an der Königsstraße (1911) und wieder am Moritzplatz (1913) folgten. In den 1920er-Jahren finanzierte Wertheim eine Streckenverlegung der neuen [[U-Bahn-Linie U8 (Berlin)|U-Bahn-Linie D]] über den Moritzplatz, um den Kunden einen Zugang direkt vom U-Bahnsteig zu ermöglichen, wie es seinem Konkurrenten [[Rudolph Karstadt]] im Kaufhaus am [[Hermannplatz]] gelungen war. Der direkte Zugang ließ sich am Ende trotzdem nicht umsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1905 wurde Georg Wertheim Protestant und heiratete Ursula Gilka, Enkelin des Likörfabrikanten [[J. A. Gilka]], mit der er zwei Kinder hatte. 1911 erwarb Georg Wertheim [[Schloss Saßleben]], in dem die Familie in den folgenden Jahrzehnten ihre Ferien verbrachte. Um seine Frau vor den Auswirkungen der [[Nürnberger Gesetze|NS-Rassengesetze]] zu schützen, ließ sich Georg Wertheim im Dezember 1938 von ihr scheiden und schenkte ihr anschließend das Schloss, womit es den Enteignungsbemühungen der NS-Bürokratie entzogen war. Das Schloss wurde 1945 nach dem Kriegsende durch einen Brand mit ungeklärter Ursache bis auf die Grundmauern zerstört und seine Ruine später abgerissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1913 war der [[Wertheim-Konzern]] das größte deutsche Unternehmen seiner Art. Der Erfolg rief bald auch Neider auf den Plan, und da die meisten Kauf- und Warenhäuser wie auch Wertheim im Besitz jüdischer Familienunternehmen waren, gab es vielfältige Kampagnen gegen die Warenhäuser. Es wurde ihnen unterstellt, mit falschen Maßen zu arbeiten, minderwertige Waren anzubieten, die Angestellten auszubeuten und die Kunden sittlich zu gefährden. Die Familie Wertheim versuchte, solchen Vorwürfen mit besonderer Qualität und mit Sicherheitsvorkehrungen für ihre Angestellten entgegenzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Machtergreifung]] der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] im Jahre 1933 wurden die jüdischen Mitglieder der Familie Wertheim dazu genötigt, die Anteile an dem Geschäft zu [[Arisierung|„arisieren“]]. Zum 1.&amp;amp;nbsp;Januar 1937 schied Georg Wertheim aus dem Unternehmen aus. Die [[Firma]] wurde in &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Warenhandels-Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039; (AWAG) geändert und das Unternehmen für „deutsch“ erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grave of Georg Wertheim.jpg|mini|Familiengrab Wertheim auf dem Dreifaltigkeitskirchhof&amp;amp;nbsp;II in Berlin-Kreuzberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Grave of Georg Wertheim (close).jpg|mini|Familiengrab Wertheim auf dem Dreifaltigkeitskirchhof&amp;amp;nbsp;II in Berlin-Kreuzberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachleben ==&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde die AWAG in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] 1949 enteignet, in der Bundesrepublik Deutschland kaufte der [[Hertie Waren- und Kaufhaus]]-Konzern 1951 die Mehrheit der Anteile und führte den Betrieb unter dem Namen Wertheim weiter. Die Angehörigen der Familie bekamen eine geringe Entschädigung und gaben alle Ansprüche auf die an Hertie verkauften Aktien auf. 1984 erwarb Hertie den Rest der Wertheim-Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lange Zeit war das Warenhaus an der Ecke [[Schloßstraße (Berlin-Steglitz)|Schloßstraße]] / Treitschkestraße in Berlin-Steglitz von großer Bedeutung. In den 1960er-Jahren wurde es stark erweitert, was zur Umstrukturierung eines ganzen Wohnviertels (in Richtung Schildhornstraße) führte. In den folgenden Jahrzehnten entstanden direkt neben dem Warenhaus Wertheim ein großes Karstadt-Warenhaus und mehrere überdachte [[Einkaufszentrum|Einkaufszentren]] bis zur Ecke Schloßstraße / Bornstraße, wo sich seit langer Zeit bereits ein Warenhaus der Kette &amp;#039;&amp;#039;Held&amp;#039;&amp;#039;, später &amp;#039;&amp;#039;Hertie&amp;#039;&amp;#039;, befand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1994 ging auch das einzig verbliebene Warenhaus Wertheim am [[Kurfürstendamm]] zusammen mit dem Hertie-Konzern in den Besitz des Unternehmens [[Karstadt]] über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nachkommen der Familie Wertheim leben heute in Deutschland, in den [[Niederlande]]n und den [[USA]] und haben im Jahr 2003 Klagen gegen Karstadt auf Entschädigung angestrengt. Eine von ihnen betriebene Rückübereignung der in der DDR enteigneten Betriebe und Grundstücke scheiterte 2004 vor Gericht. 2005 wurde eine Klage von [[KarstadtQuelle]] zurückgewiesen, eine Entschädigung damit wahrscheinlicher gemacht. Am 30.&amp;amp;nbsp;März 2007 gab der KarstadtQuelle-Konzern bekannt, die Erben der von den Nationalsozialisten enteigneten jüdischen Kaufmannsfamilie Wertheim zu entschädigen. Der Konzern teilte mit, dass mit der [[Jewish Claims Conference]] eine außergerichtliche Einigung über 88 Millionen EUR erzielt worden sei.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Der Spiegel |url=https://www.spiegel.de/wirtschaft/wertheim-entschaedigung-88-millionen-euro-fuer-die-verantwortung-gegenueber-der-geschichte-a-474891.html |titel=Wertheim-Entschädigung: 88 Millionen Euro für die Verantwortung gegenüber der Geschichte – Der Spiegel – Wirtschaft |abruf=2020-09-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Erica Fischer, Simone Ladwig-Winters: &amp;#039;&amp;#039;Die Wertheims. Geschichte einer Familie.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-62292-2.&lt;br /&gt;
* Simone Ladwig-Winters: &amp;#039;&amp;#039;Wertheim. Ein Warenhausunternehmen und seine Eigentümer. Beispiel der Entwicklung der Berliner Warenhäuser bis zur „Arisierung“.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Anpassung, Selbstbehauptung, Widerstand&amp;#039;&amp;#039;, Band 8.) LIT, Münster 1997, ISBN 3-8258-3062-4. (zugleich [[Dissertation]], [[Freie Universität Berlin]], Berlin 1996)&lt;br /&gt;
* {{NDB|27|857|858|Wertheim, Georg|[[Simone Ladwig-Winters]]|142320536}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.knerger.de/html/wertheimunternehmer_28.html &amp;#039;&amp;#039;Georg Wertheim&amp;#039;&amp;#039;] (Kurzbiographie)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[http://www.berlin-judentum.de/bildung/wertheim.htm Das Warenhaus]&amp;#039;&amp;#039;, aus: Jüdische Korrespondenz Nr. 2/2002&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.phila-partner.de/Wertheim.htm | wayback=20120106043448 | text=&amp;#039;&amp;#039;Deutsche Kaufhauskönige&amp;#039;&amp;#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=142320536|VIAF=152044188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Wertheim, Georg}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (Handel)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (Stralsund)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (Berlin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Judentums (Berlin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1857]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1939]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Wertheim, Georg&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Kaufmann und Unternehmer im Textil-Einzelhandel&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=11. Februar 1857&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Stralsund]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=31. Dezember 1939&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Norman Posselt</name></author>
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