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	<title>Georg Seidel - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>~2025-39911-91: b ersetzt durch d</title>
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		<updated>2026-01-13T19:57:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;b ersetzt durch d&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Seidel Grab in Pankow.jpg|mini|228x228px|Grab auf dem [[Friedhof Pankow III]], Feld 32 Nr. 51]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Georg Seidel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[28. September]] [[1945]] in [[Dessau]]; † [[3. Juni]] [[1990]] in [[Berlin]]) war ein deutscher [[Dramatiker]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Georg Seidel absolvierte eine Ausbildung als [[Werkzeugmacher]], machte das Abitur und anschließend ein einjähriges Katechetenjahr. 1967 war er zunächst Bühnenarbeiter am Dessauer Theater und begann dann an der Ingenieurschule Karl-Marx-Stadt (heute: [[Technische Universität Chemnitz]]) ein Maschinenbaustudium. Wegen seiner Verweigerung des Wehrdienstes mit der Waffe wurde er [[Exmatrikulation|exmatrikuliert]]. Dies führte auch dazu, dass später eine bereits zugesagte [[Immatrikulation]] beim [[Deutsches Literaturinstitut Leipzig|Deutschen Literaturinstitut Leipzig]] wieder zurückgezogen wurde. 1969/70 musste er als [[Bausoldat]] Dienst leisten und war anschließend erneut als Bühnenarbeiter in Dessau tätig. Ab 1973 war er in Berlin bei der [[DEFA]] und ab 1975 am [[Deutsches Theater Berlin|Deutschen Theater Berlin]] als [[Beleuchter]] und dort von 1982 bis 1987 als dramaturgischer Mitarbeiter beschäftigt. Seit 1987 war er als freier Schriftsteller tätig. Georg Seidel „gilt […] als der neben [[Heiner Müller]] und [[Volker Braun]] wichtigste Dramatiker der Endphase der DDR“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur&amp;#039;&amp;#039; KLG&amp;lt;/ref&amp;gt; Er starb im Alter von 44 Jahren an Krebs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Über das dramatische Werk ==&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Werk Seidels ist das mit dem „Mülheimer Dramatikerpreis“ ausgezeichnete und 1991 postum uraufgeführte Stück &amp;#039;&amp;#039;Villa Jugend&amp;#039;&amp;#039;, in dem der Autor mit einer deutschen Familiengeschichte ein komplexes Abbild der damaligen politischen Umbruchsituation zeichnet. Das Lehrerehepaar Neitzel, dessen Villa einst Mittelpunkt des kulturellen Lebens eines kleinen Ortes war, will, um dem Gerede zu entgehen, in eine größere Stadt ziehen. Beim Abschiedsfest mit Freunden zeigt sich die ganze Brüchigkeit der Kleinstadtidylle. Das neue Leben in einer öden Neubauwohnung nahe einem Industriegebiet bringt aber keine Änderungen und endet in einer Katastrophe. „In Villa Jugend herrscht Endzeitstimmung. Einst bezogen mit hoffnungsvollen sozialistischen Menschheits-Utopien, ist die Villa längst zum kalten Mausoleum geworden. Seidels Szenen, die zum größten Teil noch vor der „Wende“ entstanden und an [[Anton Pawlowitsch Tschechow|Tschechows]] &amp;#039;&amp;#039;[[Der Kirschgarten|Kirschgarten]]&amp;#039;&amp;#039; erinnern, sind ein Abgesang.“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur – KLG&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Stefan Reinecke]] charakterisierte das Drama als „Endspiel eines Staates, mikroskopiert in prototypischen Familienszenen, das letzte Stück aus der DDR“.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Reinecke: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland! Und dann?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Freitag&amp;#039;&amp;#039; vom 7. Juni 1991.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seidel hinterließ den Text als Fragment, das nach seinem Tod durch Textstellen, die man auf seinem Computer entdeckte, ergänzt wurde. Das Stück gilt als die „vielleicht letzte authentische Bestandsaufnahme des real existierenden Sozialismus der DDR“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur – KLG&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seidel zeigte in seinen Stücken den Alltag der untergehenden DDR: die Zerstörung der Menschen durch den Staat, die dadurch hervorgerufenen zwischenmenschlichen Entfremdungen und sozialen Probleme sowie die Perspektivlosigkeit der Jugend. Er stellte das nicht durch laute Empörung dar, sondern als „sanfter Anarchist“&amp;lt;ref&amp;gt;Maik Hamburger: &amp;#039;&amp;#039;Der sanfte Anarchist&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Theater heute&amp;#039;&amp;#039;. 1990. H. 8&amp;lt;/ref&amp;gt; durch Verknappung und Zuspitzung. Gegen das Stück &amp;#039;&amp;#039;Jochen Schanotta&amp;#039;&amp;#039; (1985) startete [[Margot Honecker]]s Ministerium für Volksbildung eine Kampagne, denn der aus der Norm brechende junge Protagonist entsprach überhaupt nicht dem sozialistischen Leitbild. Auch sein am häufigsten gespieltes Stück &amp;#039;&amp;#039;Carmen Kittel&amp;#039;&amp;#039; (ursprünglich: &amp;#039;&amp;#039;Das langsame Kind&amp;#039;&amp;#039;) mit einer ebenfalls jungen Hauptfigur wurde kritisiert, da es die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der DDR falsch und schädlich darstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* 1988: Preis der Frankfurter Autorenstiftung&lt;br /&gt;
* 1989: [[Deutsche Schillerstiftung#Förderpreis der Deutschen Schillerstiftung von 1859|Förderpreis der Deutschen Schillerstiftung]] für neue Dramatik&lt;br /&gt;
* 1990: Literaturpreis des [[Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft|Kulturkreises im BDI]] (posthum)&lt;br /&gt;
* 1991: [[Mülheimer Dramatikerpreis]] (postum für &amp;#039;&amp;#039;Villa Jugend&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
=== Textveröffentlichungen ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;In seiner Freizeit las der Angeklagte Märchen. Prosa&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. Elisabeth Seidel und [[Irina Liebmann]]. [[Kiepenheuer &amp;amp; Witsch]], Köln 1992, ISBN 3-462-02177-X.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Villa Jugend. Das dramatische Werk in einem Band&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. von Andreas Leusink. Nachwort von [[Martin Linzer]]. henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin/[[Verlag der Autoren]], Frankfurt/M. 1992. ISBN 978-3-88661-139-3.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Friedensfeier. Theaterstück&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Theater der Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;. 1992. H. 3. {{ISSN|0040-5418}}.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Carmen Kittelovaá&amp;#039;&amp;#039;. Dilia, Praha 1991, ISBN 80-203-0201-8.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Jochen Schanotta&amp;#039;&amp;#039;. Lita, Bratislava 1989.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Königskinder. Lustspiel&amp;#039;&amp;#039;. [[Henschelverlag|Henschelverlag Kunst und Gesellschaft]], Berlin 1988.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Carmen Kittel&amp;#039;&amp;#039;. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1988 (zuletzt: Verlag der Autoren, Frankfurt (Main) 1989, ISBN 3-88661-099-3).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Chlorophyll. Drama in fünf Akten&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Minidramen&amp;#039;&amp;#039;. Verlag der Autoren, Frankfurt/M. 1987.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Jochen Schanotta&amp;#039;&amp;#039;. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1985.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kondensmilchpanorama&amp;#039;&amp;#039;. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Theater- und Hörspiel-Aufführungen ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kondensmilchpanorama&amp;#039;&amp;#039;. UA 1980. [[Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Jochen Schanotta&amp;#039;&amp;#039;. UA 1985. [[Berliner Ensemble]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das langsame Kind&amp;#039;&amp;#039;. UA 1987. Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Regie: [[Christine Harbort]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Leiden Christi in Preußen&amp;#039;&amp;#039;. Hörspiel 1987. [[Radio DDR II]]&lt;br /&gt;
* Erstaufführung der Neufassung (&amp;#039;&amp;#039;Carmen Kittel&amp;#039;&amp;#039;). Berliner Ensemble 1989 (weitere zum Beispiel im [[Düsseldorfer Schauspielhaus]] 1990 mit [[Anne Weber (Schauspielerin)|Anne Weber]] als Carmen)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Königskinder&amp;#039;&amp;#039;. UA 1988. [[Uckermärkische Bühnen Schwedt|Theater der Stadt Schwedt]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Villa Jugend&amp;#039;&amp;#039;. UA 1991. Berliner Ensemble (weitere Inszenierungen beispielsweise unter [[Lutz Graf]])&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Friedensfeier&amp;#039;&amp;#039;. UA 1992. Vereinigte Bühnen Graz&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zettels Traum&amp;#039;&amp;#039;. UA 1993. [[Staatstheater Cottbus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sekundärliteratur ==&lt;br /&gt;
* [[Kristin Schulz]] (Hrsg.), Georg Seidel: Klartext: Bühne oder Feuer. Szenen, Gedichte, Prosa und Skizzen aus dem Nachlass. Quintus-Verlag 2020, ISBN 978-3-947215-92-8.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Schulz, Kristin |Titel=Klartext: Bühne oder Feuer Szenen, Gedichte, Prosa und Skizzen aus dem Nachlass |Ort=Berlin |Datum=2020 |ISBN=978-3-947215-92-8 |Online=https://www.quintus-verlag.de/buecher/klartext-buehne-oder-feuer.html |Abruf=2020-09-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Frank Busch: &amp;#039;&amp;#039;Im sozialen Stahlnetz. Carmen Kittel&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Süddeutsche Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; vom 2. Februar 1990&lt;br /&gt;
* Robin Detje: &amp;#039;&amp;#039;Das Herz, das sein Gehirn war. Ein Band mit nachgelassener Prosa des Georg Seidel aus Dessau&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039; vom 10. April 1992&lt;br /&gt;
* [[Kerstin Hensel]]: &amp;#039;&amp;#039;Komödie Schlachtfeld&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Freitag (Zeitung)|Freitag]]&amp;#039;&amp;#039; vom 8. Mai 1992&lt;br /&gt;
* [[Irina Liebmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Lieber Georg…. Laudatio zum Mülheimer Dramatikerpreis&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Deutsche Bühne]]&amp;#039;&amp;#039;. 1991. H. 9. {{ISSN|0011-975X}} sowie in: &amp;#039;&amp;#039;[[Theater heute]]. Jahrbuch 1991&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Martin Linzer: &amp;#039;&amp;#039;Sie sind unter uns. Villa Jugend&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Theater der Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;. 1991. H. 3. {{ISSN|0040-5418}}&lt;br /&gt;
* Wolfgang Seibel: &amp;#039;&amp;#039;Georg Seidel&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur]] KLG&amp;#039;&amp;#039;. ISBN 978-3-88377-927-0&lt;br /&gt;
* Horst Wenderoth: &amp;#039;&amp;#039;Gewichtig, aber schwer verdaulich&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; vom 27./28. Mai 1989&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Serke]]: &amp;#039;&amp;#039;Zuhause im Exil. Dichter, die eigenmächtig blieben in der DDR&amp;#039;&amp;#039;. München u.&amp;amp;nbsp;a.: Piper 1998, S. 309 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|121865002}}&lt;br /&gt;
* [https://archiv.adk.de/bigobjekt/11972 Georg-Seidel-Archiv] im Archiv der [[Akademie der Künste (Berlin)|Akademie der Künste, Berlin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=121865002|LCCN=nr/91/24057|VIAF=100967952}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Seidel, Georg}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dramaturg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Deutsch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Drama]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Berlin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1990]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Seidel, Georg&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Bühnenautor&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=28. September 1945&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Dessau]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=3. Juni 1990&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-39911-91</name></author>
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