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	<title>Georg Neithardt - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T07:16:21Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Ichigonokonoha: /* Einzelnachweise */</title>
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		<updated>2026-01-09T17:17:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einzelnachweise&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Nasleep_Eerste_Wereldoorlog,_staatsgrepen,_processen,_Duitsland,_SFA022823679.jpg|mini|Georg Neithardt (im Foto mit 1 gekennzeichnet), Richter im Prozess von 1924]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Georg Neithardt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[31. Januar]] [[1871]] in [[Nürnberg]]; † [[1. November]] [[1941]] in [[Rottach-Egern]]) war Richter am [[Volksgericht (Bayern)|Bayerischen Volksgericht]]. Unter anderem leitete er den infolge des [[Hitlerputsch|Hitler-Ludendorff-Putsches]] eröffneten Hochverratsprozess gegen [[Adolf Hitler]] und seine Mitverschwörer im Frühjahr 1924 (siehe [[Hitler-Prozess]]). Neithardt sympathisierte mit den Putschisten, die die Demokratie in Deutschland beseitigen wollten. Auch deshalb wurden sie nur zu äußerst milden Strafen verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Bayern 2 Radiowissen &amp;#039;&amp;#039;Der Hitlerputsch&amp;#039;&amp;#039;. [https://www.br.de/radio/bayern2/wissen/radiowissen/geschichte/hitlerputsch-weimarer-demokratie-umsturz-nationalsozialismus-100.html br.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Neithardt wuchs als Sohn eines Großkaufmanns in wohlhabenden Verhältnissen auf. Nach dem Gymnasialbesuch in Nürnberg und dem 1888 bestandenen [[Abitur]] studierte er [[Rechtswissenschaften|Jura]] in [[Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg|Erlangen]] und war seit 1890 Mitglied des [[Corps Bavaria Erlangen|Corps Bavaria]].&amp;lt;ref&amp;gt;Kösener Corpslisten 1960, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;20&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, 273.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Jurastudium setzte er an der [[Ludwig-Maximilians-Universität München|Universität München]] fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den juristischen Examina 1892 und 1895, die er mit durchschnittlichem Erfolg absolvierte, trat er in den Justizdienst des [[Königreich Bayern|Königreichs Bayern]] ein und absolvierte dort eine unauffällige Karriere, die ihn 1904 nach [[München]] an das dortige [[Amtsgericht München|Amtsgericht]] und 1911 an das [[Landgericht München I]], zuletzt mit dem Titel eines [[Oberlandesgericht]]srats führte. Am 14. November 1918 unterschrieb Neithardt die Verpflichtungserklärung gegenüber dem neuen [[Volksstaat Bayern]]. Am 14. Mai 1920 leistete er den Treueid auf die neue Verfassung des [[Freistaat (Republik)|Freistaates]] [[Bayern]] und die [[Weimarer Verfassung|Weimarer Reichsverfassung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 wurde Neithard zum bayerischen Volksgericht in München versetzt. Dort leitete er verschiedene politische Prozesse, auf die er in einem Beförderungsgesuch im Januar 1921 eigens hinwies&amp;lt;ref&amp;gt;Strafakten im Staatsarchiv München: Alois Lindner (Stanw. 2709), Alexander Liening (Stanw. 7304), Josef Eisenberger (Stanw. 2436), und Fritz Erhardt (Stanw. 2445)&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ich darf vielleicht ergebenst anregen, bei der dienstlichen Würdigung meiner richterlichen Tätigkeit zu erwähnen, dass ich in einer Reihe wichtiger politischer Strafprozesse [...] die Verhandlung geleitet habe.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So u.&amp;amp;nbsp;a. gegen einen Münchner Versicherungsbeamten Alexander Liening wegen Aufforderung zum gewaltsamen [[Generalstreik]] (ein Jahr [[Festungshaft]] wegen Vorbereitung des [[Hochverrat]]s), gegen [[Fritz Ehrhardt]], Schriftleiter der [[Kommunistische Partei Deutschlands|kommunistischen]] &amp;#039;&amp;#039;Neuen Zeitung&amp;#039;&amp;#039; „wegen Aufforderung zum [[Klassenkampf]] und Aufforderung zum Hochverrat“ (ein Jahr Gefängnisstrafe). Im April desselben Jahres verurteilte er [[Wendelin Thomas]] und zwei weitere Angeklagte wegen Aufreizung zum Klassenkampf zu je zwei Jahren Gefängnis ohne Bewährung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.ardmediathek.de/radio/radioWissen/Zwischen-Bierkeller-und-Salon-Hitler-i/Bayern-2/Audio-Podcast?bcastId=5945518&amp;amp;documentId=22792704 |wayback=20180418031919 |text=BR 2 Radiowissen: Münchner Geschichte(n) Zwischen Bierkeller und Salon – Hitler in München |archiv-bot=2019-04-13 07:22:57 InternetArchiveBot }}, abgerufen am 17. April 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dagegen zeigte er in dem Prozess gegen den aus der rechtsradikalen Szene stammenden Mörder des bayerischen Ministerpräsidenten [[Kurt Eisner]], [[Anton Graf von Arco auf Valley|Graf Arco]], auffallende Milde. Er verhängte gegen ihn zwar die [[Todesstrafe]], die jedoch nicht ernst gemeint war, wie die Urteilsbegründung zeigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Von einer Aberkennung der [[bürgerliche Ehrenrechte|bürgerlichen Ehrenrechte]] konnte natürlich keine Rede sein, weil die Handlungsweise des jungen politisch unmündigen Mannes nicht niedriger Gesinnung, sondern der glühenden Liebe zu seinem [[Volk]]e und [[Vaterland]] entsprang […] und Ausfluß der in weiten Volkskreisen herrschenden Empörung über Eisner war.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon am nächsten Tag wurde der Mörder folgerichtig durch die bayerische Landesregierung zu lebenslanger [[Festungshaft]] begnadigt. Neithardts Beförderung zum Landgerichtsdirektor am Landgericht München I erfolgte bald darauf im Jahr 1922.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Prozess unter seinem Vorsitz war der Prozess im Juni/Juli 1923 gegen die Beteiligten der „[[Blücherbund|Fuchs-Machhaus-Verschwörung]]“,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Lothar Gruchmann]], &amp;#039;&amp;#039;Justiz im Dritten Reich 1933–1940: Anpassung und Unterwerfung in der Ära Gürtner&amp;#039;&amp;#039;, 3. Auflage, München 2001, S. 37.&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem die Verstrickung bayrischer Regierungsstellen in diesen Putschversuch vertuscht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der &amp;#039;&amp;#039;Hitler-Prozess&amp;#039;&amp;#039; ==&lt;br /&gt;
Neithardt kannte Hitler von einer Vorstrafe im Januar 1922. Damals hatte er ihm von einer dreimonatigen Gefängnisstrafe wegen Landfriedensbruchs, nämlich der gewaltsamen Sprengung einer Versammlung des Bayernbundgründers [[Otto Ballerstedt]], zwei Monate auf Bewährung „erlassen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neithardt unterstützte Hitler schon im Vorfeld des Hochverratsprozesses, indem er dessen Überstellung an den gesetzlich zuständigen [[Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik]] des Deutschen Reiches verhinderte, im Einklang mit der Linie der bayerischen Staatsregierung. Deren Justizminister [[Franz Gürtner]] ([[Deutschnationale Volkspartei|DNVP]]) hatte sich schon wenige Tage nach dem [[Hitlerputsch|Putsch]] außer Stande erklärt, den vom zuständigen Staatsgerichtshof in [[Leipzig]] erlassenen Haftbefehl zu befolgen, da, mit Ausnahme der linken, sämtliche andere Parteien der Auffassung seien, der Prozess gehöre nicht vor den Staatsgerichtshof. Neithardt ließ Hitler und den Mitangeklagten breitesten Raum zur politischen Selbstdarstellung. Hitlers damalige Vorstrafen blieben unberücksichtigt, ebenso wie die Tatsache, dass vier Beamte der Münchner Polizei von den Putschisten erschossen worden waren. Entgegen gültigem Recht verurteilte das Gericht Hitler schließlich lediglich zur Mindeststrafe von fünf Jahren und stellte dem bereits bewährungsbrüchigen Straftäter sogar die baldige Strafaussetzung in Aussicht. Tatsächlich verbüßte Hitler nur etwa acht Monate Festungshaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesetzlich vorgeschriebene Ausweisung des österreichischen Staatsangehörigen Hitler unterblieb. Schon während des Prozesses hatte Neithardt einem Politiker, der ihn auf die entsprechende Regelung des [[Republikschutzgesetz]]es hinwies, geantwortet, dies sei nicht in Betracht zu ziehen, weil Hitler im deutschen Heer gekämpft habe. Dem damaligen Staatsrat [[Fritz Schäffer]] erklärte er, der Prozess müsse so geführt werden, dass der „nationale Gedanke“ nicht Schaden leide, womit er sich in weitgehender Übereinstimmung mit der [[öffentliche Meinung|öffentlichen Meinung]] in Bayern wähnte. Vergeblich waren die schwachen Versuche der prozessbeteiligten Staatsanwaltschaft mit [[Ludwig Stenglein]], [[Hans Ehard]] und [[Martin Dresse]], die vorzeitige Entlassung Hitlers auf Bewährung zu verhindern. Auch der später vorgebrachte Einwand, die Verurteilten hätten sich unerlaubt während der Festungshaft in [[Justizvollzugsanstalt Landsberg|Landsberg]] an der illegalen Fortführung und Neuorganisation der Putschistenverbände beteiligt, fand in der bayerischen Justiz ebenfalls kein Gehör.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die weitere Karriere ==&lt;br /&gt;
Anfang Januar 1933 wurde Neithardt Präsident am [[Landgericht Hof]]. Kurz nach der „[[Machtergreifung]]“ der [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] wurde er Anfang September 1933 zum Präsidenten des [[Oberlandesgericht München|Oberlandesgerichts München]] ernannt. Zum 1. November 1933 trat er der [[NSDAP]] bei. Am 1. Januar 1934 erhielt er zusätzlich das Amt des Präsidenten der [[Reichsdisziplinarkammer]] in München und gehörte ab Anfang September 1934 dem Justizprüfungsamt beim OLG München an. Von Januar bis Dezember 1935 war er zudem in Vertretung am Münchner Erbhofgericht tätig. Er wurde auch Mitglied des Familienrechtsausschusses der [[Akademie für Deutsches Recht]]. Anfang September 1937 wurde Neithardt mit einer persönlichen Dankesurkunde [[Adolf Hitler]]s in den Ruhestand verabschiedet. Am 1. November 1941 starb er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Entnazifizierung]] wurde hinsichtlich der erheblichen Pensionsbezüge seiner Witwe ein [[Spruchkammerverfahren]] gegen seinen Nachlass geführt. Zunächst wurde Neithardt als Hauptschuldiger eingestuft, der Nachlass eingezogen (Spruchkammer München am 11. März 1950). Über verschiedene Instanzen hinweg wurde dieser Vorwurf reduziert. Durch Kassationshofbeschluss des bayerischen Sonderministeriums vom 10. Juli 1951 wurde entschieden, dass Neithardt auch kein so genannter Belasteter mehr sei. Das Verfahren wurde auf Kosten der Staatskasse eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Otto Gritschneder]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Hitler-Prozeß und sein Richter Georg Neithardt. Skandalurteil von 1924 ebnet Hitler den Weg.&amp;#039;&amp;#039; C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-48292-9.&lt;br /&gt;
* Otto Gritschneder: &amp;#039;&amp;#039;Der bayerische Richter Georg Neithardt und sein folgenschweres Hitler-Urteil von 1924.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Juristische Wochenschrift|NJW]]&amp;#039;&amp;#039;, 2001, S. 484 ff.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Hitler-Prozess 1924. Teil 1 bis 4.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Reden, Schriften, Anordnungen: Februar 1925 bis Januar 1933.&amp;#039;&amp;#039; Saur, München 1997–1999, ISBN 3-598-21930-X.&lt;br /&gt;
* Bernhard Huber: &amp;#039;&amp;#039;Georg Neithardt – nur ein unpolitischer Richter?&amp;#039;&amp;#039; in Marita Krauss: &amp;#039;&amp;#039;Rechte Karrieren in München. Von der Weimarer Zeit bis in die Nachkriegsjahre&amp;#039;&amp;#039;, Volk Verlag, München 2010, ISBN 978-3-937200-53-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|122935411}}&lt;br /&gt;
* [[Joachim Lilla]] in ders.: &amp;#039;&amp;#039;Staatsminister, leitende Verwaltungsbeamte und (NS-)Funktionsträger in Bayern 1918 bis 1945&amp;#039;&amp;#039;,  [https://verwaltungshandbuch.bayerische-landesbibliothek-online.de//neithardt-georg Bayerische Landesbibliothek Online]&lt;br /&gt;
* [https://www.nsdoku.de/lexikon/artikel/neithardt-georg-590 &amp;#039;&amp;#039;Georg Neithardt (31.1.1871 Nürnberg – 1.11.1941 Rottach-Egern)&amp;#039;&amp;#039;], nsdoku münchen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=122935411|LCCN=no/2002/47504|VIAF=55042475}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Neithardt, Georg}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Präsident des Oberlandesgerichts München]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Richter (Oberlandesgericht  München)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Präsident (Landgericht)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Richter (Landgericht München I)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Richter (Amtsgericht München)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Weimarer Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Akademie für Deutsches Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1871]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1941]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Neithardt, Georg&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Richter&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=31. Januar 1871&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Nürnberg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=1. November 1941&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Rottach-Egern]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ichigonokonoha</name></author>
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