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	<title>Georg Kelling - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Jesi: /* Studium in Leipzig und Berlin */ lf</title>
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		<updated>2025-08-05T15:58:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Studium in Leipzig und Berlin: &lt;/span&gt; lf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Portrait georg kelling.jpg|mini|Georg Kelling]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Georg Kelling &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[7. Juli]] [[1866]] in [[Dresden]]; † [[14. Februar]] [[1945]] ebenda) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Internist]] und [[Gastroenterologe]]. Er gilt als einer der Erfinder der [[Laparoskopie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Jugend ===&lt;br /&gt;
Georg Kelling wurde am 7. Juli 1866 in Dresden-Friedrichstadt als ältester Sohn des Ingenieurs Emil Kelling und dessen Ehefrau Margarethe geboren. Nach dem Besuch der [[Bürgerschule]], der [[Kreuzschule]] und des [[Vitzthum-Gymnasium|Vitzthumschen Gymnasiums]] in [[Dresden]] verließ Kelling 1885 mit dem Reifezeugnis seine Heimatstadt und studierte [[Humanmedizin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Studium in Leipzig und Berlin ===&lt;br /&gt;
Kelling begann sein Medizinstudium am 21. April 1885 an der [[Universität Leipzig]]. Im Sommer 1887 leistete er als [[Einjährig-Freiwilliger]] seinen [[Militärdienst]] im Grenadier-Regiment Nr. 101 in [[Dresden]] ab und setzte sein Studium im Wintersemester 1887/1888 an der [[Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin]] fort. Hier konnte Kelling Vorlesungen u.&amp;amp;nbsp;a. bei [[Emil Heinrich Du Bois-Reymond]] ([[Physiologie]]), [[Carl Anton Ewald]] ([[Innere Medizin]]), [[Robert Michaelis von Olshausen]] ([[Gynäkologie]]), [[Ernst von Bergmann (Mediziner)|Ernst von Bergmann]] ([[Chirurgie]]) und [[Rudolf Virchow]] ([[Pathologie]]) hören. Am 17. April 1888 schrieb sich Kelling wieder an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig ein und besuchte Vorlesungen u. a. bei [[Felix Victor Birch-Hirschfeld]] (Pathologie), [[Ernst Adolf Coccius]] ([[Augenheilkunde]]), [[Albert Döderlein]] und [[Paul Zweifel (Mediziner)|Paul Zweifel]] ([[Frauenheilkunde]]), [[Paul Flechsig]] ([[Psychiatrie]]) und seinem späteren [[Doktorvater]] Hoffmann (Innere Medizin). Während seines Studiums wurde er Mitglied im &amp;#039;&amp;#039;[[Verein Deutscher Studenten Berlin und Charlottenburg|Verein Deutscher Studenten Berlin]]&amp;#039;&amp;#039; und im &amp;#039;&amp;#039;[[Verein Deutscher Studenten|VDSt]] Leipzig&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Louis Lange (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kyffhäuser-Verband der Vereine Deutscher Studenten. Anschriftenbuch 1931.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1931, S. 109.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er bestand im Juni 1890 die [[Staatsexamen|„Medizinische Staatsprüfung“]] und wurde am 15. Juli 1890 mit der Dissertation „Über die Ermittelung der Magengröße“ zum &amp;#039;&amp;#039;Doktor der Medizin&amp;#039;&amp;#039; [[promoviert]].&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Kelling: &amp;#039;&amp;#039;Über die Ermittlung der Magengröße.&amp;#039;&amp;#039; Medizinische Dissertation, Universität Leipzig, 1890.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die erfolgreiche Promotion beeinflusste seine weitere berufliche Entwicklung ganz wesentlich, denn er entschied sich, seine Weiterbildung auf dem Gebiet der Magen- und Darmkrankheiten zu beginnen. Im Sommer 1891 ging er zur Fortsetzung seiner Ausbildung für fünf Jahre nach [[Berlin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbildung in Berlin ===&lt;br /&gt;
Neben der Klinik von [[Adolf Kußmaul]] (1822–1902) in [[Straßburg]] war Berlin das Mekka der [[Gastroenterologie]] um die Jahrhundertwende in Deutschland. Namhafte Gastroenterologen und Physiologen waren in dieser Zeit hier tätig. Kelling arbeitete und hospitierte bei [[Ismar Boas]] (1858–1938) in der Poliklinik für Magen- und Darmkrankheiten an der Friedrichstraße, bei Carl Anton Ewald in der Inneren Abteilung des [[Kaiserin-Augusta-Hospital]]s und unter [[Emil Du Bois-Reymond]] (1818–1896) im Physiologischen Institut der [[Charité]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kellings Lehrer Boas hatte 1886 gegen den Widerstand der Berliner Ärzteschaft das erste [[Poliklinik|Ambulatorium]] für Magen- und Darmkrankheiten an der Berliner Friedrichstraße gegründet. Er führte bis 1906 privatärztliche Kurse über Magen- und Darmkrankheiten durch, die einen sehr regen Zuspruch fanden und auch von Kelling besucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Gründung des Kaiserin-Augusta-Hospitals 1869 im Nordwesten Berlins war dort auch eine leistungsfähige Abteilung für Innere Medizin geschaffen worden, die Ewald von 1888 bis 1915 mit großem ärztlichen und wissenschaftlichen Erfolg leitete und in der Kelling ebenfalls hospitierte.&amp;lt;ref&amp;gt;E. Küster: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Augusta-Hospitals und des Berliner Frauen-Lazarett-Vereins.&amp;#039;&amp;#039; Urban &amp;amp; Schwarzenberg, Berlin 1911.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der praktischen Ausbildung bei Boas und Ewald setzte Kelling seine theoretische Weiterbildung am Physiologischen Institut der Charité fort, das 1877 an der Dorotheenstraße eröffnet wurde. Seine ersten Arbeiten kamen aus der Experimentell-Physiologischen Abteilung unter der Leitung von [[Johannes Gad]] (1842–1926) und aus der Chemisch-Physiologischen Abteilung unter der Leitung des späteren [[Nobelpreis]]trägers [[Albrecht Kossel]] (1853–1927).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kelling suchte offenbar gezielt die wissenschaftliche Nähe zu den bedeutendsten Gastroenterologen und Physiologen seiner Zeit und nutzte diese auch mit großem Erfolg, wie seine klinischen und tierexperimentellen Arbeiten zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirken in Dresden ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wohnhaus Georg Kelling.jpg|mini|links|Haus Christianstraße 30 in Dresden, Kellings Wohnsitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1896 ließ sich Kelling als Arzt für Magen-Darm-Krankheiten in Dresden nieder. Neben dem Aufbau seiner Praxis beschäftigte er sich zunächst intensiv mit endoskopischen Fragestellungen am [[Stadtkrankenhaus Dresden-Friedrichstadt]] sowie an der [[Tierärztliche Hochschule Dresden|Tierärztlichen Hochschule Dresden]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schollmeyer+Schollmeyer&amp;quot;&amp;gt;M. Schollmeyer, Th. Schollmeyer: &amp;#039;&amp;#039;Georg Kelling und die sächsischen Wurzeln der Laparoskopie. 100 Jahre Laparoskopie (1901–2001).&amp;#039;&amp;#039; Druckerei Wagner, Siebenlehn 2001, ISBN 3-00-008382-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Sommer 1898 suchte er den bekannten Chirurgen [[Johann von Mikulicz-Radecki]] an der königlich preußischen Chirurgischen Klinik in [[Breslau]] auf, um auch dort zu hospitieren. Kelling schreibt 1898 im zweiten Teil der Arbeit &amp;#039;&amp;#039;Endoskopie für Speiseröhre und Magen&amp;#039;&amp;#039; über diesen Besuch:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Während meines Aufenthaltes […] hatte ich dank der Güte des Herrn Geheimrath Professor Dr. von Mikulicz mehrfach Gelegenheit mit dem Gründer der Methode, der über außergewöhnliche Geschicklichkeit und Kritik auf diesem Gebiet verfügt zu oesophagoskopieren und zu gastroskopieren.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offensichtlich hatte Kelling in Breslau auch Gelegenheit, die Bauchchirurgie bei von Mikulicz zu studieren und mit diesem gemeinsam zu operieren, denn er formulierte 1900 in seinem Aufsatz &amp;#039;&amp;#039;Studien zur Chirurgie des Magens&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ich hatte dank der Güte des Geheimrath Prof. Dr. von Mikulicz das Glück durch die Hand dieses Meisters in die Abdominalchirurgie eingeführt zu werden.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Arbeitsbesuch war seiner späteren experimentellen, endoskopischen und chirurgischen Tätigkeit&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Kelling: &amp;#039;&amp;#039;Über die operative Behandlung des chronischen Ulcus ventriculi.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Klinische Chirurgie&amp;#039;&amp;#039;, Band 109 (1918), S. 775 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; außerordentlich förderlich und begründete seinen Ruf als Gastroenterologe und Spezialist für Magen- und Darmkrankheiten. Kellings weitere Arbeit ist vor dem Hintergrund der Tätigkeit der Gesellschaft für Natur und Heilkunde zu Dresden und der Dresdner Medizin zur Exploration und Endoskopie offener und geschlossener Körperhöhlen im ausgehenden 19. Jahrhundert zu sehen.&amp;lt;ref&amp;gt;C. P. Heidel: &amp;#039;&amp;#039;Zur Gründungsgeschichte der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde zu Dresden.&amp;#039;&amp;#039; (Vortrag auf der Tagung „Gelehrte Gesellschaften im mitteldeutschen Raum (1650–1820) – Folge II“ der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig) Leipzig 1999.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;C. P. Heidel, A. Scholz: &amp;#039;&amp;#039;Dresdner Traditionen auf dem Gebiet der Endoskopie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Würzburger medizinhistorische Mitteilungen&amp;#039;&amp;#039;, Band 19 (2000).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kelling trat 1894 in die &amp;#039;&amp;#039;Gesellschaft für Natur- und Heilkunde zu Dresden&amp;#039;&amp;#039; ein und wurde hier mit den Forschungen von [[Alfred Fiedler (Mediziner)|Alfred Fiedler]], [[Justus Schramm-Vogelsang]], [[Maximilian Nitze]] und [[Felix Martin Oberländer]] konfrontiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Fiedler: &amp;#039;&amp;#039;Über die Punktion der Pleurahöhle und des Herzbeutels.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahresbericht Gesellschaft für Natur- und Heilkunde zu Dresden.&amp;#039;&amp;#039; G. A. Kaufmanns Sortimentsbuchhandlung, Dresden 1881, S. 137.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Maximilian Nitze: &amp;#039;&amp;#039;Eine neue Beleuchtungs- und Untersuchungsmethode für Harnröhre, Harnblase und Rektum.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Wiener Medizinische Wochenschrift&amp;#039;&amp;#039;, Band 24 (1879), S. 649.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Felix Martin Oberländer: &amp;#039;&amp;#039;Demonstration der Instrumente zur endovesikalen Geschwulstoperation und des Harnleiter-Kystoskopes von Nitze.&amp;#039;&amp;#039; Sitzung der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde zu Dresden am 14. November 1896 in Dresden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tod in Dresden ===&lt;br /&gt;
[[Datei:DD-Grab-Kelling-2.jpg|mini|Grabplatte des Familiengrabs auf dem Dresdner Annenfriedhof]]&lt;br /&gt;
Georg Kelling und seine zweite Ehefrau Johanna kamen am 13./14. Februar 1945 bei den schweren  [[Luftangriffe auf Dresden#Nachtangriff vom 13. zum 14. Februar 1945|Luftangriffen auf Dresden]] ums Leben. Die totale Zerstörung des Hauses Christianstraße&amp;amp;nbsp;30, in dem sich ihre Wohnung befand, bedeutete auch den Verlust ihrer persönlichen Unterlagen. Sterbliche Überreste von Georg Kelling und seiner Frau waren nicht auffindbar. Der vermutliche Todestag ist auf einer schlichten Grabplatte des Familiengrabs auf dem [[Alter Annenfriedhof|Alten Annenfriedhof]] in Dresden dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der oralen zur abdominalen Insufflation ==&lt;br /&gt;
In seinem am 17. September 1901 vorgelegten Beitrag &amp;#039;&amp;#039;Die Tamponade der Bauchhöhle mit Luft zur Stillung lebensgefährlicher Blutungen&amp;#039;&amp;#039; setzte sich Kelling mit den bis dahin bekannten und offensichtlich insuffizienten Methoden der Blutstillung bei Intestinalblutungen auseinander und stellte dann seine Überlegungen vor, mit einer abdominalen Luftinsufflation eine intraabdominale Gefäßkompression (Lufttamponade) bei Drücken von 50 bis 80&amp;amp;nbsp;mm Hg zu erreichen. Er schrieb: {{Zitat|Um dies festzustellen, schuf ich mir eine Methode der Endoskopie der uneröffneten Bauchhöhle (Coelioskopie).}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 23. September 1901 hielt Kelling auf der 73. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte in Hamburg den denkwürdigen Vortrag „Über die Besichtigung der Speiseröhre und des Magens mit biegsamen Instrumenten“.&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Kelling: &amp;#039;&amp;#039;Über die Besichtigung der Speiseröhre und des Magens mit biegsamen Instrumenten.&amp;#039;&amp;#039; 73. „Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte“ am 22. September 1901 in Hamburg.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach der Besprechung der Ösophagoskopie und [[Gastroskopie]] erläuterte er am Schluss das Prinzip seiner neuen Methode, der Coelioskopie und führte aus: {{Zitat|… Sie beruht darauf, dass die vordere Bauchwand außerordentlich nachgiebig ist. Machen wir also den Magen und den Darm leer und füllen die Bauchhöhle durch Einblasen von Luft, welche durch Watte filtriert wird, so bekommen wir einen großen Kuppelraum, in welchem wir uns bequem orientieren können. Das Einblasen der Luft erfolgt durch einen Fiedlerschen Trokar, welcher bekanntlich so beschaffen ist, dass man nach dem Durchstechen der Bauchwand das Ende stumpf machen kann. Dieses stumpfe Instrument kann gleichzeitig zum Palpieren benutzt werden. Die Besichtigung erfolgt so, indem man einen zweiten Trokar einsticht, durch welchen ein feinstes Nitze’sches Zystoskop eingeführt wird. Ich schließe, m. H, mit dem Wunsche, dass die endoskopischen Methoden für den Verdauungstractus mehr Anwendung finden möchten, als bisher geschehen ist, denn sie sind tatsächlich berufen, die Laparotomie in vielen Fällen ersetzen zu können.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit hatte Kelling die am Tier erprobte Laparoskopie als neue diagnostische Methode bekanntgemacht. Auf der 47. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie im Jahre 1923 nahm Kelling das Thema „Endoskopie“ noch einmal auf. In seinem Vortrag „Zur Cölioskopie und Gastroskopie“ berichtete er, dass er sich in jüngster Zeit wieder der Besichtigung der Bauchhöhle zugewandt hat und formulierte: {{Zitat|… hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen, weil die große Teuerung dazu nötigt, den Patienten Verpflegtage, Verbandstoffe, Medikamente und insbesondere evtl. vermeidbare Operationen, wie Probelaparotomien, nach Möglichkeit zu ersparen ….}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prioritätsstreit ==&lt;br /&gt;
In den Jahren 1910, 1921 und 1932 musste sich Kelling mit Prioritätsansprüchen auseinandersetzen. Der Internist [[Egmont Wildhirt]], langjähriger Mitarbeiter von [[Heinrich Otto Kalk]], beschrieb 1964 die Priorität Kellings wie folgt:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Von ihm stammt aber die Konzeption, die Bauchhöhle mit Luft zu füllen und sich damit ein Gesichtsfeld zu schaffen, um die Bauchorgane besichtigen zu können. […] Kelling muß also als eigentlicher Erfinder der Laparoskopie gelten, wenn auch seine Pionierarbeit wieder in Vergessenheit geraten war.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Laparoskopie am Menschen führte jedoch, noch bevor Kelling seine Laparoskopie-Versuche an Hunden auf den Menschen übertragen konnte, 1910 [[Hans Christian Jacobaeus]] in Stockholm durch.&amp;lt;ref&amp;gt;Günther Seydl: &amp;#039;&amp;#039;Ausgangspunkt der Endoskopie: Die Geschichte der Endoskopie im 19. Jahrhundert in Wien.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Würzburger medizinhistorische Mitteilungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 23, 2004, S. 268 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Würdigung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Medaille georg kelling.jpg|mini|Porträt auf der Medaille „Johannes von Mikulicz-Radecki–Georg Kelling – Förderpreis Endoskopische Chirurgie“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die umfangreiche Bibliographie Kellings belegt die vielseitige wissenschaftliche Arbeit des Dresdner Internisten und Gastroenterologen.&amp;lt;ref&amp;gt;G. Kelling: &amp;#039;&amp;#039;Über die Beseitigung der Narkosedämpfe aus dem Operationssaale.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zbl Chir.&amp;#039;&amp;#039; 5, 1918, S. 602–606.&amp;lt;/ref&amp;gt; Niederschlag findet seine Arbeit in mehreren nach ihm benannten Untersuchungsmethoden und Operationsverfahren, auch wenn diese heute nicht mehr üblich sind oder von der Entwicklung überholt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;G. Kelling: &amp;#039;&amp;#039;Über die Sensibilität im Abdomen und über den Mac Burneyschen Druckpunkt.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Verdauungskrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; 11, 1905, S. 550–573. [[doi:10.1159/000189435]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine späte, aber sehr wertvolle Ehrung erfuhr das Werk Kellings im Oktober 1992 vom Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Unter dem Namen „Johannes von Mikulicz-Radecki–Georg Kelling – Förderpreis Endoskopische Chirurgie“ würdigt die [[Deutsche Gesellschaft für Chirurgie]] jährlich besondere wissenschaftliche und praktische Leistungen aus dem Bereich der endoskopischen Chirurgie.&lt;br /&gt;
In Würdigung der Verdienste Georg Kellings veranstaltete der „Verein Oschatzer Frauenärzte e. V.“ mit Unterstützung der Collm Klinik Oschatz am 22. September 2001 ein „Georg Kelling Symposium“ und veröffentlichte anlässlich des 100. Geburtstages der Laparoskopie am 23. September 2001 das Buch „Georg Kelling und die sächsischen Wurzeln der Laparoskopie – 100 Jahre Laparoskopie“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schollmeyer+Schollmeyer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
* Dem Zeitgeist widersprechend hatte Kelling frühzeitig die endoskopischen Verfahren gegenüber der Probelaparotomie favorisiert (1898).&lt;br /&gt;
* Eine stadiengerechte operative Behandlung bösartiger Erkrankungen wurde von Kelling weitsichtig gefordert und zu diesem Zweck der primäre Einsatz endoskopischer Verfahren angemahnt (1898).&lt;br /&gt;
* Kelling hat erstbeschreibend und vollständig das erforderliche Grundinstrumentarium mit Insufflationsnadel (Fiedlerscherscher Trokar), Insufflationsapparat (Luftpumpe nach Politzer), Optiktrokar und Optik (Nitze Zystoskop) für die Bauchspiegelung zusammengestellt und die Methodik beschrieben (1901).&lt;br /&gt;
* Die ersten Indikationen und Kontraindikationen zur Coelioskopie,  Laparoskopie wurden von Kelling formuliert (1901).&lt;br /&gt;
* Erstmals wurden von Kelling die Möglichkeiten der intraabdominalen Diagnostik mit endoskopischer Inspektion und Palpation aufgezeigt (1901).&lt;br /&gt;
* Kelling empfahl, offensichtlich die Probleme bei der Ausbildung junger Ärzte voraussehend, endoskopische Verfahren an der Leiche zu üben (1901).&lt;br /&gt;
* Kelling hatte nahezu visionär die ambulante Durchführung endoskopischer Eingriffe, besonders der Bauchspiegelung, vorausgesagt (1901).&lt;br /&gt;
* Im Jahr 1911 erfolgte durch Kelling der erste Versuch, das Querkolon bei der Ösophagoplastik zu nutzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Wilhelm Gierhake: &amp;#039;&amp;#039;Speiseröhre.&amp;#039;&amp;#039; In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung.&amp;#039;&amp;#039; Mit einem Geleitwort von [[Rudolf Nissen]]. Dustri-Verlag Dr. Karl Feistle, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 186–191, hier: S. 188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Weit seiner Zeit voraus, erkannte Kelling die vorteilhaften ökonomischen Aspekte endoskopischer Behandlungsverfahren (1923).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Manfred Schollmeyer]], [[Thoralf Schollmeyer]]: &amp;#039;&amp;#039;Georg Kelling und die sächsischen Wurzeln der Laparoskopie – 100 Jahre Laparoskopie (1901–2001).&amp;#039;&amp;#039; Druckerei Wagner, Verlag und Werbung, Siebenlehn 2001, ISBN 3-00-008382-0.&lt;br /&gt;
* Thoralf Schollmeyer, [[Kurt Semm]]: &amp;#039;&amp;#039;Historischer Überblick in Endoskopische Abdominalchirurgie in der Gynäkologie.&amp;#039;&amp;#039; Schattauer Verlag, 2002, ISBN 3-7945-1965-5.&lt;br /&gt;
* M. Hatzinger, J. K. Badawi, A. Häcker, S. Langbein, P. Honeck, P. Alken: &amp;#039;&amp;#039;Georg Kelling (1866–1945), Der Erfinder der modernen Laparoskopie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Urologe.&amp;#039;&amp;#039; 45, 2006, S. 868–671. [[doi:10.1007/s00120-006-1068-9]]&lt;br /&gt;
* T. Schollmeyer, A. S. Soyinka, M. Schollmeyer, [[Ivo Meinhold-Heerlein|I. Meinhold-Heerlein]]: &amp;#039;&amp;#039;Georg Kelling (1866–1945): the root of modern day minimal invasive surgery. A forgotten legend?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archives of gynecology and obstetrics.&amp;#039;&amp;#039; Band 276, Nummer 5, November 2007, S.&amp;amp;nbsp;505–509. {{ISSN|0932-0067}}. [[doi:10.1007/s00404-007-0372-y]]. PMID 17458553.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url= http://www.ag-endoskopie.de/age/geschichtederendoskopie/georgkelling | archive-is= 20130210| text=&amp;#039;&amp;#039;Georg Kelling&amp;#039;&amp;#039;}} und die sächsischen Wurzeln der Laparoskopie&lt;br /&gt;
* [https://books.google.de/books?id=jpel3RvjITYC&amp;amp;pg=PA8&amp;amp;lpg=PA8&amp;amp;dq=georg+kelling&amp;amp;source=web&amp;amp;ots=jvGEMd65ft&amp;amp;sig=YcgUFhntP6mheFXovgLJos1Fh5s&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result#PPA5,M1 Historischer Überblick von Th. Schollmeyer und K. Semm]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=123457963|LCCN=no/98/96219|VIAF=72301510}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kelling, Georg}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1866]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Dresden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gastroenterologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korporierter im VVDSt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kelling, Georg&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Chirurg und Gastroenterologe&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=7. Juli 1866&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Dresden]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=14. Februar 1945&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Dresden]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jesi</name></author>
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