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	<title>Georg Kaßner - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-23T09:41:02Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Georg_Ka%C3%9Fner&amp;diff=2494022&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;YMS: Format</title>
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		<updated>2026-04-02T19:55:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Format&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Georg Max Julius Kaßner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[4. Februar]] [[1858]] in [[Lubin]]; † [[30. März]] [[1929]] in [[Münster]]) war ein [[Preußen|preußischer]] [[Chemiker]], [[Pharmazeut]] und [[Geheimer Rat|Geheimer Regierungsrat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Kaßner wurde als Sohn des [[Amtsgerichtsrat]]s J. Kaßner († 1906) geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie es damals üblich war, musste er, bevor er Hochschullehrer und Forscher in der Fachrichtung [[Chemie]] und [[Pharmazie]] werden konnte, zum [[Apotheker]] ausgebildet werden. Danach konnte er seinem lang gehegten Wunsch nachgehen und begann, in [[Basel]], [[Zürich]] und [[Breslau]] zu studieren. Während seines Studiums wurde er 1880 Mitglied der &amp;#039;&amp;#039;[[Burschenschaft]] Teutonia Zürich&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Elsheimer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Verzeichnis der Alten Burschenschafter nach dem Stande vom Wintersemester 1927/28.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1928, S. 242.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem Studium wurde er zum [[Militärdienst]] in [[Posen]] [[Wehrpflicht|verpflichtet]] und kehrte anschließend 1884 nach Breslau zurück. Im Jahre 1886 heiratete er Maria Heintze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst stellte Geheimregierungsrat [[Thomas August Theodor Poleck]] (1821–1906) Kaßner als Assistenten an, und insbesondere hier erfuhr er Eindrücke, die sein späteres Lebenswerk stark beeinflussten. Sein ganzes Leben widmete er der wissenschaftlichen Erforschung von [[Bleioxid]]verbindungen. So begann er bereits unter Poleck, die [[Plumbate]] intensiv zu erforschen und stellte erstmals das [[Calciumplumbat]] (Ca&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;PbO&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;) her. Im Jahre 1889 erfand er mithilfe dieser Verbindung ein Verfahren zur Gewinnung von [[Sauerstoff]] aus der Luft, denn Calciumplumbat spaltet sich mit reiner [[Kohlensäure]] bei 700 °C in [[Calciumcarbonat]], Bleioxid und Sauerstoff. Die Nebenprodukte Calciumcarbonat und Bleioxid bilden beim Erhitzen an der Luft wieder Calciumplumbat. In folgenden Formeln werden beide Prozesse versinnbildlicht:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mathrm{Ca_2PbO_4 + 2 \ CO_2 \longrightarrow (2 \ CaCO_3 + PbO) + O}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mathrm{2 \ CaCO_3 + PbO + 4 \ N + O \longrightarrow 2 \ CO_2 + 4 \ N + Ca_2PbO_4}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Verfahren wurde Thema seiner Habilitationsschrift &amp;#039;&amp;#039;Ein neues Verfahren zur Nutzbarmachung des Sauerstoffs der Luft und die demselben zu Grunde liegenden Verbindungen&amp;#039;&amp;#039;, Breslau 1889, und 1896 patentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Nachfolger von [[Paul Arthur Meyer]] (1850–1922) folgte Kaßner im Jahre 1891 dem Ruf an die [[Königliche Akademie Münster|Königliche Akademie]] in [[Münster]] als außerordentlicher Professor für pharmazeutische Chemie und chemische Technologie.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Universität Münster, Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie |url=https://www.uni-muenster.de/Chemie.pz/organisation/geschichte.html |titel=Entwicklungsgeschichte der Pharmazeutischen Chemie in Münster/Westf. |sprache=de |abruf=2025-10-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Akademie, 1907 umgewandelt in die [[Westfälische Wilhelms-Universität Münster]], war zu der Zeit Zentralstelle für Pharmazie der [[Provinz Westfalen]], somit stellte dieser Schritt einen einschneidenden Sprung in seiner Karriere dar. Außer für pharmazeutische Chemie hatte er hier auch einen Lehrauftrag für technologische und forensische Chemie. Zusätzlich richtete er private Fortbildungskurse ein. Er legte besonderen Wert auf maßanalytische Ausbildung, denn nach seinen Erkenntnissen sei [[Titration|Maßanalyse]] für den Apotheker und den Chemiker von besonderer Wichtigkeit. Im &amp;#039;&amp;#039;Deutschen Arzneibuch&amp;#039;&amp;#039; der dieser Zeit neuesten 6. Auflage wurde diese Ansicht voll und ganz bestätigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dab&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1895 verfasste er eine zu der Zeit wichtige Abhandlung: &amp;#039;&amp;#039;Die Beschreibung eines Verfahrens zur Gewinnung und Trennung von Rohrzucker und anderen Zuckerarten aus unreinen, fremde Stoffe enthaltenden Zuckerlösungen wie z. B. aus Melasse, Pflanzensäften und dergl.&amp;#039;&amp;#039; Einige Jahre nach der Entwicklung des Verfahrens zur Sauerstoffgewinnung erfand Linde das [[Linde-Verfahren|Lindesche Verfahren]], bei dem bei deutlich geringeren Kosten ebenfalls reiner, flüssiger Sauerstoff hergestellt wird. Aus ökonomischer Sicht konnte sich das Kaßnersche Verfahren nicht mehr behaupten, er ließ sich dadurch jedoch nicht beeinflussen. In den Jahren 1899 bis 1903 folgten weitere Fachartikel und Abhandlungen, wie unter anderem:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ein neuer Fall von Krystallchloroform, Leprarin-Chloroform&amp;#039;&amp;#039;, 1900&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Über die Tierversuche mit giftigen Gasen, insbesondere mit Kohlenoxyd&amp;#039;&amp;#039;, 1901 – darin beschrieb er die Gréhantschen Versuche ([[Louis François Nestor Gréhant]] (1838–1910)) und insbesondere die Erkenntnis, dass durch [[Kohlenstoffmonoxid]] vergiftetes [[Hämoglobin]] durch Sauerstoff wirksamer behandelt wird als durch Luft&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ueber die Bildung von Mennige durch Licht und Luft&amp;#039;&amp;#039;, 1903&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Inkrafttreten des Gesetzes betreffend Phosphorzündwaren vom 10. Mai 1903 (aufgehoben am 7. September 2005) gab er wertvolle Anregungen zur Verwendung der Plumbate bei der Herstellung sicherer, feuerungefährlicher [[Streichholz|Zündhölzer]], die das von ihm erfundene Calciumplumbat enthielten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach vielen Versuchen gelang Kaßner es 1911, ein noch wirtschaftlicheres Verfahren zur Sauerstoffgewinnung aus der Luft zu entwickeln, und zwar mittels der Doppelverbindung von [[Natriumplumbit]] und [[Natriummanganat]], die er &amp;#039;&amp;#039;Plumboxan&amp;#039;&amp;#039; nannte. Hierbei wird Luft in zwei Phasen in reinen Sauerstoff und nahezu reinen [[Stickstoff]] gespalten. Weitere Vorteile dieses Verfahrens ist die bedeutend geringere Reaktionstemperatur von 400 °C, und eine Kohlensäurequelle ist nicht mehr notwendig. Diese Art von Sauerstoffgewinnung wird mittels folgender Formel dargestellt:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mathrm{(Na_2PbO_3=Na_2MnO_4) + 4 \ H_2O \longrightarrow O + (Na_4PbO_4=MnO_2) + H_2O}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mathrm{(Na_4PbO_4=MnO_2) + 4 \ H + O \longrightarrow Na_2PbO_3 + Na_2MnO_4 + 4 \ N}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1912 folgte ein wichtiger &amp;#039;&amp;#039;Beitrag zur Kenntnis des Aethers&amp;#039;&amp;#039;. Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurden für die [[Rüstungsindustrie]] vermehrt [[Salpetersäure]]verbindungen benötigt. Um Unabhängigkeit von [[Natriumnitrat]] zu gewinnen, dehnte Kaßner sein Forschungsgebiet entsprechend aus und entwickelte 1922 mittels der Doppelverbindung von [[Bariummetaplumbat]] und [[Bariummanganat]] einen [[Katalysator]] zur [[Oxidation]] von [[Ammoniak]] – bei 500 °C wird damit die Übertragung des Sauerstoffs aus der Luft auf das Ammoniakmolekül unter Bildung von Salpetersäure und nitrosen Gasen ermöglicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Erreichen der entsprechenden Altersgrenze wurde Kaßner 1926 als Leiter der Abteilung für Pharmazeutische Chemie am Chemischen Institut [[Emeritierung|emeritiert]]. Zu seinem Nachfolger wurde [[Friedrich von Bruchhausen]] berufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaßner genoss großes Vertrauen seiner Mitbürger in Münster und nahm rege am öffentlichen Leben teil. Unter anderem war auch dies eine Voraussetzung für eine mit 15 Jahren sehr lange Amtszeit als [[Stadtverordneter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Georg Kaßner starb am 30. März 1929 in Münster an den Folgen einer [[Lungenentzündung]]. Er hinterließ seine Ehefrau, vier Söhne und drei Töchter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* {{Polytechnisches Journal |Dokumentencode=ar274017 |Autor=Georg Kaſsner |Titel=Ein neues Verfahren zur Nutzbarmachung des Sauerstoffs der Luft und die demselben zu Grunde liegenden Verbindungen |Jahr=1889 |Seiten=136–142 }} ([http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj274/ar274026 S. 183–190], [http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj274/ar274031 S. 226–231], [http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj274/ar274041 S. 270–276])&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Titel=Verfahren zur Herstellung von Erdalkalisalzen der Polybleisäuren|Sammelwerk=Die chemische Industrie|Band=Jg. 19|Nummer=2|Datum=1896|Seiten=35–36|Kommentar=Bericht zur Patentschrift D. P. 82583}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Titel=Verfahren zur Herstellung von Bleioxyd|Sammelwerk=Die chemische Industrie|Band=Jg. 19|Nummer=5|Datum=1896|Seiten=101|Kommentar=Bericht zur Patentschrift D. P. 82985}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=K. et al.|Titel=Verfahren zur Gewinnung von Sauerstoff, bezw. von Sauerstoff und Kohlensäure aus Calciumplumbat|Sammelwerk=Die chemische Industrie|Band=Jg. 19|Nummer=9|Datum=1896|Seiten=187|Kommentar=Bericht zur Patentschrift D. P. 85020}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Titel=Ein neuer Fall von Krystallchloroform, Leprarin-Chloroform|Sammelwerk=Archiv der Pharmazie|Band=239|Nummer=1|Datum=1901|ISSN=0365-6233|Seiten=44–48}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Titel=Ueber die Bildung von Mennige durch Licht und Luft|TitelErg=&amp;#039;&amp;#039;Beitrag zur chemischen Wirkung des Lichtes&amp;#039;&amp;#039;|Sammelwerk=[[Archiv der Pharmazie]]|Band=241|Nummer=9|Datum=1903|ISSN=0365-6233|Seiten=696–708}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Titel=Beitrag zur Kenntnis des Aethers|Sammelwerk=Archiv der Pharmazie|Band=250|Datum=1912|Seiten=436–447}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=Friedrich W. Sierp|Titel=Georg Kaßner †|Sammelwerk=Chemiker-Zeitung|Band=Jg. 35|Nummer=42|Datum=1929|ISSN=0009-2894|Seiten=409 f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;dab&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur|Titel=Deutsches Arzneibuch|Auflage=6. überarb.|Verlag=von Decker|Ort=Berlin|Datum=1926|Seiten=XXXV–XXXVIII}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=117507148|VIAF=47541897}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kassner, Georg}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chemiker (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Apotheker (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Apotheker (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Burschenschafter (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1858]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1929]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Münster)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Pharmazeutische Wissenschaften)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kaßner, Georg&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Kaßner, Georg Max Julius&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=preußischer Chemiker, Pharmazeut und Geheimer Regierungsrat&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=4. Februar 1858&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Lubin]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=30. März 1929&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Münster]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;YMS</name></author>
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