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	<title>Georg Joos - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Georg_Joos&amp;diff=152201&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Weltenspringerin: kleinere Korrekturen</title>
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		<updated>2026-03-16T20:50:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;kleinere Korrekturen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jakob Christoph Georg Joos&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[25. Mai]] [[1894]] in [[Bad Urach|Urach]]; † [[20. Mai]] [[1959]] in [[München]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Physiker]].&lt;br /&gt;
[[File:OMO 22 7.jpg|thumb|Georg Joos, Zeichnung aus Zeiss Archiv Oberkochen, Zeiss OMO 22/7, Datum unbekannt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Joos wurde 1894 als Sohn des [[Notar]]s Georg Joos und dessen Ehefrau Maria (geb. Müller) in [[Bad Urach|Urach]] ([[Königreich Württemberg]]) geboren. Nach dem [[Abitur]] studierte er an der [[Universität Stuttgart|Technischen Hochschule Stuttgart]] Ingenieurwesen, was jedoch vom Beginn des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] unterbrochen wurde. In diesem diente Joos als [[Leutnant]] bei der [[Artillerie]]. Nach dem Krieg studierte er [[Physik]] an der [[Eberhard Karls Universität Tübingen|Universität Tübingen]], wo er bei [[Friedrich Paschen (Physiker)|Friedrich Paschen]] und [[Christian Füchtbauer]] lernte. Im Jahr 1920 promovierte er mit der Schrift &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen über die Frage, wie die Beeinflussung von Absorptionslinien durch ein fremdes, indifferentes Gas von dessen Dichte abhängt&amp;#039;&amp;#039; zum [[Doktor der Naturwissenschaften|Dr. rer. nat.]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{MathGenealogyProject|id=158749|name=Georg Joos|Kommentar=abgerufen am 29. Oktober 2025.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Jahre 1921 bis 1924 verbrachte er als Assistent von [[Jonathan Zenneck]] an der [[Technische Universität München|Technischen Hochschule München]], wo er sich 1922 [[Habilitation|habilitierte]]. Im Jahr 1921 heiratete er Hedwig Brucklacher, mit der er später vier Kinder hatte. Der Sohn [[Peter Joos]] wurde später selbst Physiker.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot;&amp;gt;Walther Gerlach: &amp;#039;&amp;#039;Joos, Georg.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Neue Deutsche Biographie.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 10. München 1974, S. 594f.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Münchener Zeit engagierte sich Joos politisch 1922–1923 in der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]]. Von 1929 bis 1932 war er Mitglied der nationalliberalen Deutschen Volkspartei (DVP).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv Berlin, R 4901/13267; Helmut Maier: &amp;#039;&amp;#039;Forschung als Waffe: Rüstungsforschung in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und das Kaiser-Wilhelm-Institut für Metallforschung 1900–1945/48.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 2. Wallstein Verlag, 2007, S. 1005 Fn. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als ehemaliger Frontkämpfer war Joos auch im [[Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten|Stahlhelm]] und im [[Reichsverband Deutscher Offiziere]] organisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Uwe Hossfeld: &amp;#039;&amp;#039;Kämpferische Wissenschaft – Studien zur Universität Jena im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Köln/Weimar 2003, S. 618.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1924 wurde Joos [[Dozent]] unter [[Max Wien]] an der [[Friedrich-Schiller-Universität Jena|Universität Jena]], wo er [[Quantenmechanik|Quanten-]] und [[Relativitätstheorie]] unterrichtete. Schon im Jahr darauf erhielt er als Nachfolger [[Felix Auerbach]]s die Professur für [[Theoretische Physik]] und wurde Direktor des Physikalischen Instituts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rolle Joos’ in der [[Zeit des Nationalsozialismus]] kann in Anbetracht seiner Tätigkeiten zu dieser Zeit als ambivalent beschrieben werden. Ende 1923 hat er sich von den Nationalsozialisten abgewandt und trat der neugegründeten NSDAP offenbar nicht bei. Persönlich war er ein offener und scharfer Kritiker der Nationalsozialisten.&amp;lt;ref&amp;gt;Berichte des physikalischen Instituts Giessen an den Staatssekretär im Bayerischen Ministerium 1946, Bericht der University of Istanbul 1946, Erklärung seitens [[Arnold Sommerfeld]], korrespondierendes Mitglied der National Academy of Sciences Washington 1946, Bescheinigung der Geschäftsleitung Carl Zeiss 1946, Gutachten des Rektors der Ludwigs-Universität Gießen 1946.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der jüdische [[Nobelpreis]]träger [[James Franck]] hatte aus Protest gegen die nationalsozialistische Politik seine Professur für [[Experimentalphysik]] und die Leitung des II. Physikalischen Instituts an der [[Georg-August-Universität Göttingen|Universität Göttingen]] niedergelegt. Joos wurde am 1. April 1935 zu dessen Nachfolger berufen. Nach [[Walther Gerlach]] geschah dies zwar gegen Joos’ Wunsch,&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot; /&amp;gt; aber andererseits passte das Thema seiner Antrittsvorlesung, »Die Physik als Waffe im Daseinskampf«, in das nationalsozialistische Konzept.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich – Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt/Main 2005, S. 289.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1938 wurde Joos ehrenamtlich in das Hauptamt für Technik bei der NSDAP-Reichsleitung berufen und betätigte sich in diesem Rahmen auf der Schulungsburg des [[Nationalsozialistischer Bund deutscher Technik|Nationalsozialistischen Bundes deutscher Technik]].&amp;lt;ref&amp;gt;Uwe Hossfeld: &amp;#039;&amp;#039;Kämpferische Wissenschaft – Studien zur Universität Jena im Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;, Böhlau Verlag, Köln/Weimar 2003, S. 618&amp;lt;/ref&amp;gt; In der folgenden Zeit geriet Joos jedoch immer wieder in Konflikt mit dem [[Nationalsozialistischer Deutscher Dozentenbund|Nationalsozialistischen Deutschen Dozentenbund]], was einige Jahre später schließlich zur Aufgabe seiner Professur führte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hentschel&amp;quot;&amp;gt;Klaus Hentschel: &amp;#039;&amp;#039;Physics and national socialism – An anthology of primary sources.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Birkhäuser, Basel 1996, S.XXXIV.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit übergeordneten Dienststellen arbeitete Joos jedoch eng zusammen. So unterrichtete er im April 1939 das [[Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung]] von den Möglichkeiten der [[Kernspaltung]], was den Beginn des deutschen [[Uranprojekt]]es markiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Helmut Maier: &amp;#039;&amp;#039;Gemeinschaftsforschung, Bevollmächtigte und der Wissenstransfer – Die Rolle der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im System kriegsrelevanter Forschung des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Wallstein Verlag, Göttingen 2007, S. 277–284.&amp;lt;/ref&amp;gt; Joos schied erst aus der Mitwirkung an diesem Projekt aus, als er für den Militärdienst vorgesehen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hentschel&amp;quot; /&amp;gt; Seit Ende der 1920er Jahre hatte Joos bei seinen Experimenten eng mit den [[Carl Zeiss (Unternehmen)|Carl-Zeiss-Werken]] zusammengearbeitet. Diese suchten auch nach seiner Übersiedlung nach [[Göttingen]] den Kontakt zu ihm. Die Unternehmensleitung versuchte sogar durch eine Intervention beim Waffenamt der [[Kriegsmarine]] die Abberufung Joos’ zu verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen John, Rüdiger Stutz: &amp;#039;&amp;#039;Die Jenaer Universität 1918–1945.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Traditionen, Brüche, Wandlungen – Die Universität Jena 1850-1995.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Köln/Weimar 2009, S. 542; Uwe Hossfeld: &amp;#039;&amp;#039;Kämpferische Wissenschaft – Studien zur Universität Jena im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Köln/Weimar 2003, S. 617.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1941 erhielt Joos schließlich ein Angebot in das Unternehmen zu wechseln. Aufgrund „sachlicher und persönlicher Schwierigkeiten mit NS-Instanzen“, so Walther Gerlach, entschied sich Joos die Stelle anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1941 bis 1945 bei Carl Zeiss Jena ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1941 bis 1945 arbeitete er bei Carl Zeiss Jena als Chefphysiker in den Bereichen &amp;#039;&amp;#039;Forschung und Entwicklung&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Rechenbüros&amp;#039;&amp;#039; und ab April 1943 in der Geschäftsleitung&amp;lt;ref&amp;gt;  {{Internetquelle |url=https://www.spektrum.de/lexikon/physik/joos/7665 |titel=spektrum.de: Joos |abruf=2025-08-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite book |author=Wolfgang Mühlfriedel und Rolf Walter |authorlink= |title=Zeiss 1905 - 1945 |date=2000|publisher=Böhlau |location=Köln Weimar Wien|page=254|language=DE|isbn=3-412-11096-5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, während er gleichzeitig zum [[Honorarprofessor]] der Universität Jena ernannt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot; /&amp;gt; Er war auch im wissenschaftlichen Führungsstab der Kriegsmarine.&amp;lt;ref&amp;gt;R. Karlsch: &amp;#039;&amp;#039;Hitlers Bombe.&amp;#039;&amp;#039; DVA, München 2005, ISBN 3-421-05809-1, Anmerkung 112 zu Teil 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des Krieges wurde Joos durch das US-amerikanische Militär zunächst nach [[Heidenheim an der Brenz]] gebracht und dann als mutmaßlicher [[Wehrwirtschaftsführer]] in den Gefangenenlagern im [[Taunus]] und in [[Wimbledon (London)]] vernommen. Allerdings wurde er bald freigelassen, sodass er im September 1946 der Berufung an die [[Technische Universität München]] folgen konnte, wo er das Physikalische Institut aufbaute. Diese Stelle behielt er bis zu seinem Tode 1959, nur unterbrochen von einem Aufenthalt in den [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]], wo er von Juni 1947 bis Oktober 1949 als Gastprofessor am Optical Research Laboratory der [[Boston University]] tätig war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot; /&amp;gt; Ab 1935 war er ordentliches und ab 1942 auswärtiges Mitglied der [[Akademie der Wissenschaften zu Göttingen|Göttinger Akademie der Wissenschaften]].&amp;lt;ref&amp;gt;Holger Krahnke: &amp;#039;&amp;#039;Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse.&amp;#039;&amp;#039; Folge 3, Bd. 246 = &amp;#039;&amp;#039;Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse.&amp;#039;&amp;#039; Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 125.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 1947 war Joos Mitglied der [[Bayerische Akademie der Wissenschaften|Bayerischen Akademie der Wissenschaften]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{BAdW|1479 |Name=Georg Joss |Kommentar=mit einem Link zum Nachruf von [[Walther Meißner]] |Datum=29. Oktober 2025}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Mitbegründer der [[Zeitschrift für angewandte Physik]], deren Geschäftsführung er 1951 übernahm.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Jürgen Borchers: &amp;#039;&amp;#039;Georg Joos, 1894–1959.&amp;#039;&amp;#039; In: Karl Arndt, Gerhard Gottschalk, Rudolf Smend, Ruth Slenczka (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Göttinger Gelehrte – Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in Bildnissen und Würdigungen 1751-2001.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1. Wallstein Verlag, Göttingen 2001, S. 454.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem berief ihn sein ehemaliger Lehrer [[Jonathan Zenneck]] 1950 in den Vorstand des [[Deutsches Museum|Deutschen Museums]].&amp;lt;ref&amp;gt;Karen Königsberger: &amp;#039;&amp;#039;»Vernetztes System«? – Die Geschichte des Deutschen Museums 1945–1980 dargestellt an den Abteilungen Chemie und Kernphysik.&amp;#039;&amp;#039; Herbert Utz Verlag, München 2009, S. 47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Georg Joos war der jüngere Halbbruder der Stuttgarter spätimpressionistischen Künstlerin [[Emma Joos]], die er unterstützte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Joos arbeitete erfolgreich in der Theoretischen und in der Experimentalphysik, speziell mit Atomphysik, Optik (wie der Theorie des Mikroskops von [[Ernst Abbe]]) und Festkörperphysik (unter anderem Festkörperoptik, [[Paramagnetismus|Para-]] und [[Diamagnetismus]]) und verschiedene Anwendungen ([[Fotografie|fotografischer Elementarprozess]], Theorie des Röhrenverstärkers in seiner Habilitation).&lt;br /&gt;
Das von Joos verfasste „Lehrbuch der Theoretischen Physik“ prägte Generationen von Physikstudierenden und auch seine Einführung in die höhere Mathematik für &amp;#039;&amp;#039;Praktiker&amp;#039;&amp;#039; war seinerzeit weit verbreitet.&lt;br /&gt;
Bekannt wurde G. Joos u.&amp;amp;nbsp;a. durch seine Arbeiten zur [[Relativitätstheorie]]: 1930 wiederholte er in Jena mit Unterstützung des Zeiss Werkes das berühmte [[Michelson-Morley-Experiment]] mit bisher und bis heute unerreichter Genauigkeit&amp;lt;ref&amp;gt;Die Jenaer Wiederholung des Michelson-Versuches: Annalen der Physik, 5. Folge, 1930, Band 7, Heft 4    &amp;lt;/ref&amp;gt;, widerlegte damit die L[[Lorentzsche Äthertheorie|orentzsche Äthertheorie]] und bestätigte dabei erneut die Einsteinsche [[Spezielle Relativitätstheorie]] (Konstanz der [[Lichtgeschwindigkeit]]).&lt;br /&gt;
Joos wies mit seinem Kollegen [[Wilhelm Hanle]] nicht nur frühzeitig 1939 in einem Schreiben an den Reichserziehungsminister Bernhard Rust auf die Nutzung der Kernenergie hin und nahm mit Hanle an der ersten Sitzung des Reichsforschungsrats am 29. April 1939 zu diesem Thema teil (einberufen von [[Abraham Esau]], Leiter der Abteilung Physik im Reichsforschungsrat und ehemaliger Professoren-Kollege von Joos in Jena), er forschte auch weiter in Göttingen mit Hanle an der Möglichkeit, Graphit als Moderator bei Reaktoren zu verwenden, wozu sie 1940 Graphit in hoher Reinheit herstellten. Die Gruppe des bekannten Kernphysikers [[Walther Bothe]] in Heidelberg hatte dagegen mit unreinem Graphit experimentiert, kam bezüglich der Eigenschaften als Neutronenmoderator zu negativen Ergebnissen und konnte sich mit dieser Ansicht gegen Joos durchsetzen – beide trugen darüber im März 1941 am Kaiser-Wilhelm-Institut vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Karlsch: &amp;#039;&amp;#039;Hitlers Bombe.&amp;#039;&amp;#039; DVA 2005, Kapitel 2.1&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Folge wurde in der deutschen kerntechnischen Forschung auf einen Schwerwasserreaktor gesetzt, während unter der Leitung von [[Enrico Fermi]] in den USA der erste Reaktor in Chicago mit Graphit als Moderator zum Laufen gebracht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jena, Zeiss und das Michelson-Morley Experiment ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Joos wurde 1924 außerordentlicher Professor in Jena und 1928 ordentlicher&lt;br /&gt;
Professor. Sein Lehrbuch der theoretischen Physik, eines der bedeutendsten des&lt;br /&gt;
20. Jahrhunderts, erschienen 1932.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1925 schrieb Joos in einem Brief an Sommerfeld, dass die Firma Carl&lt;br /&gt;
Zeiss einen Apparat für ein Michelson-Morley Experiment am Jungfrau Joch bauen&lt;br /&gt;
würde. Dies wurde aber nicht verwirklicht. Unterstützung für sein Vorhaben&lt;br /&gt;
bekam er von [[Rudolf Straubel]], Geschäftsführer des Zeiss Werkes in Jena. Die&lt;br /&gt;
Aufbauten für das Experiment erforderten einen hohen technischen und konstruktiven&lt;br /&gt;
Aufwand. Unter Leitung von [[Franz Meyer (Ingenieur)|Franz Meyer]]&amp;lt;ref&amp;gt; Peter Bussemer, Jenaer Jahrbuch zur Technik- und Industriegeschichte. – Verein Technikgeschichte in Jena e.&amp;amp;nbsp;V., 24/2021, Seite 168&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde eine Konstruktion erarbeitet, welche an die Grenze der damaligen Möglichkeiten ging. Das Gerät wurde in der Astrowerkstatt gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 10. Mai 1930 wurde das Experiment in einem Kellerraum der Firma Carl Zeiss in&lt;br /&gt;
Jena ausgeführt. Es ist das Experiment mit der bis heute höchsten Genauigkeit,&lt;br /&gt;
welche die Existenz eines Ätherwindes verneint und damit die spezielle&lt;br /&gt;
Relativitätstheorie von Albert Einstein unterstützt.&amp;lt;ref&amp;gt;Is there any Ether Wind? Die Umschau, 35. Jg., 1931.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufbau für das Experiment kam 1935 zum Deutschen Museum nach München. Ein&lt;br /&gt;
kleines Modell des Versuches wurde an der Universität Jena im physikalischen&lt;br /&gt;
Praktikum bis in die 1960er Jahre benutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Joos’ Experimentum Crucis in Jena 1930 and the Fall of the Ethereal Aether,&lt;br /&gt;
Peter Bussemer and Jürgen Müller, Ann. Phys. (Berlin) 2022, Volume 534, Issue10&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* Georg Joos: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der theoretischen Physik.&amp;#039;&amp;#039; 15. Auflage. Akademische Verlagsgesellschaft, Frankfurt am Main 1989.&lt;br /&gt;
** englische Übersetzung &amp;#039;&amp;#039;Theoretical Physics.&amp;#039;&amp;#039; (Hafner, 1934, 1950, 1957, 1958) (Blackie and Son, 1942, 1946, 1947, 1951, 1953, 1958) (Dover, 1986, 1987)&lt;br /&gt;
* Georg Joos, Ernst Angerer, [[Johannes Stark]]: &amp;#039;&amp;#039;Anregung der Spektren Spektroskopische Apparate und Starkeffekt.&amp;#039;&amp;#039; Akademische Verlagsgesellschaft, 1927.&lt;br /&gt;
* Georg Joos: &amp;#039;&amp;#039;Sammelband mit 3 Sonderdrucken aus dem Hb. der Experimentalphysik.&amp;#039;&amp;#039; Akademische Verlagsgesellschaft, 1928–1929.&lt;br /&gt;
* Georg Joos: &amp;#039;&amp;#039;Atome und Weltall. Ein Vortrag.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Student und Leben.&amp;#039;&amp;#039; Heft 3, Jena 1931.&lt;br /&gt;
* Georg Joos, [[Theodor Kaluza (Physiker)|Theodor Kaluza]]: &amp;#039;&amp;#039;Höhere Mathematik für den Praktiker.&amp;#039;&amp;#039; (Barth, 1947, 1951, 1952, 1954, 1956, 1958, 1964)&lt;br /&gt;
* Georg Joos (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Physik der festen Körper. I, II.&amp;#039;&amp;#039; Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, 1947, 1948.&lt;br /&gt;
** englisch &amp;#039;&amp;#039;Physics of Solids. Part I, II.&amp;#039;&amp;#039; [[FIAT Review of German Science]] 1939–1946, Physics of Solids (Office of Military Government for Germany Field Information Agencies, Technical, 1947, 1948)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Karl Arndt, Gerhard Gottschalk, Rudolf Smend, [[Ruth Slenczka]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Göttinger Gelehrte – Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in Bildnissen und Würdigungen 1751-2001.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1, Wallstein Verlag, Göttingen 2001, ISBN 3-89244-485-4.&lt;br /&gt;
* {{NDB|10|594|595|Joos, Georg|Walther Gerlach|117176664}}&lt;br /&gt;
* [[Klaus Hentschel]]: &amp;#039;&amp;#039;Physics and national socialism – An anthology of primary sources.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Birkhäuser, Basel 1996, ISBN 3-7643-5312-0.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich – Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main 2005, ISBN 3-10-039309-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|117176664}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Wiege der Nachkriegsphysik.&amp;#039;&amp;#039; auf: [http://www.aleph99.org/etusci/ks/t2a11.htm &amp;#039;&amp;#039;Etudes des sciences – Science Studies.&amp;#039;&amp;#039;] (Stand: 17. Juni 2011)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=117176664|LCCN=n/85/803063|VIAF=49288874}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Joos, Georg}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Friedrich-Schiller-Universität Jena)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Georg-August-Universität Göttingen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität München)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Eberhard Karls Universität Tübingen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Bad Urach)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1894]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1959]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jena]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeiss]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Joos, Georg&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Joos, Jakob Christoph Georg (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Physiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=25. Mai 1894&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Bad Urach|Urach]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=20. Mai 1959&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[München]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Weltenspringerin</name></author>
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