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	<title>Georg Jellinek - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Woldemar1958 am 28. Februar 2026 um 10:56 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Georg Jellinek&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[16. Juni]] [[1851]] in [[Leipzig]]; † [[12. Januar]] [[1911]] in [[Heidelberg]]) war ein österreichisch-deutscher [[Staatsrechtler]] und [[Staatstheorie|-theoretiker]] sowie [[Rechtsphilosoph]]. Er gehörte gemeinsam mit [[Hans Kelsen]] und dem Ungarn [[Félix Somló]] zur Gruppe der österreichischen [[Rechtspositivismus|Rechtspositivisten]] und galt seinerzeit „als &amp;#039;&amp;#039;der&amp;#039;&amp;#039; Vertreter des Staatsrechts aus Österreich“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christoph Schönberger]]: &amp;#039;&amp;#039;Ein Liberaler zwischen Staatswille und Volkswille. Georg Jellinek und die Krise des staatsrechtlichen Positivismus um die Jahrhundertwende.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Stanley L. Paulson]], [[Martin Schulte (Rechtswissenschaftler)|Martin Schulte]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Georg Jellinek. Beiträge zu Leben und Werk&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;[[Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts]]&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 27), Mohr Siebeck, Tübingen 2000, ISBN 3-16-147377-9, [https://books.google.de/books?id=OcrkceCSNW8C&amp;amp;lpg=PA3&amp;amp;ots=x3mF0Ci6kK&amp;amp;pg=PA3#v=onepage&amp;amp;q=&amp;amp;f=false S. 3 ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis in die Gegenwart bekannt ist Jellinek besonders für die von ihm entwickelte [[Drei-Elemente-Lehre]]. Er lehrte von 1891 bis zu seinem Tod als Professor für allgemeines Staatsrecht, Völkerrecht und Politik an der [[Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg|Universität Heidelberg]].&lt;br /&gt;
[[Datei:Georg Jellinek (HeidICON 28827) (cropped).jpg|mini|hochkant|Georg Jellinek]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werdegang ==&lt;br /&gt;
Jellinek bekam zunächst Hausunterricht und besuchte erst in der Oberstufe das [[Akademisches Gymnasium (Wien)|Akademische Gymnasium]] in [[Wien]]. Nachdem er bereits mit 16 Jahren die Matura abgelegt hatte, studierte er ab 1867 an der [[Universität Wien|Alma Mater Rudolphina]] [[Rechtswissenschaft]]en, [[Kunstgeschichte]] und [[Philosophie]]. Zusätzlich studierte er bis 1872 Philosophie, [[Geschichte]] und Rechtswissenschaften an den Universitäten [[Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg|Heidelberg]] und [[Universität Leipzig|Leipzig]]. 1872 wurde Jellinek in Leipzig mit einer [[Dissertation]] über &amp;#039;&amp;#039;Die Weltanschauungen Leibnitz’ und Schopenhauer’s. Eine Studie über Optimismus und Pessimismus&amp;#039;&amp;#039; zum [[Dr. phil.]] [[Promotion (Doktor)|promoviert]]. 1874 promovierte er in Wien zum [[Dr. jur.]] (nach damaliger Studienordnung ohne Dissertation). Von 1874 bis 1876 arbeitete er als Verwaltungsbeamter im österreichischen Staatsdienst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jellineks Werk &amp;#039;&amp;#039;Die sozialethische Bedeutung von Recht, Unrecht und Strafe&amp;#039;&amp;#039;, das er 1878 als Habilitationsschrift einreichte, wurde von der Wiener Juristischen Fakultät als ungenügend zurückgewiesen, hat aber bis heute internationale Bedeutung in strafrechtlichen und sozialphilosophischen Diskursen. Mit dem Aufsatz über &amp;#039;&amp;#039;Die Klassifikation des Unrechts&amp;#039;&amp;#039; sowie dem Probevortrag &amp;#039;&amp;#039;Über absolutes und relatives Unrecht&amp;#039;&amp;#039; wurde er aber 1879 [[Habilitation|habilitiert]] und lehrte an der Universität Wien anschließend als [[Privatdozent]] für [[Rechtsphilosophie]]. 1881 wurde er zum Mitglied der Staatsprüfungskommission ernannt. Ein Jahr später veröffentlichte er sein Grundlagenwerk &amp;#039;&amp;#039;Die Lehre von den Staatenverbindungen&amp;#039;&amp;#039;, woraufhin seine [[Lehrberechtigung]] auf allgemeines Staatsrecht und Völkerrecht erweitert wurde. 1883 wurde Jellinek zum außerordentlichen Professor für Staatsrecht an die Universität Wien berufen. Ein Ordinariat konnte er dort aber aufgrund des Widerstands antisemitischer und klerikaler Kreise nicht erlangen, weshalb er sein Lehramt in Wien niederlegte und Österreich verließ. Die Berliner Universität erteilte Jellinek 1889 im „Schnellverfahren“, unter Erlass aller Formalitäten die Habilitation. Im Dezember desselben Jahres folgte er einem Ruf als [[ordentlicher Professor]] an die [[Universität Basel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1891 nahm Jellinek einen Ruf an den [[Lehrstuhl]] für allgemeines Staatsrecht, [[Völkerrecht]] und Politik an der [[Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg]] an. Sein verwaltungs-, staats- und völkerrechtliches Seminar genoss einen bedeutenden Ruf und zog Schüler aus dem In- und Ausland an, darunter [[Hans Kelsen]]. Jellinek war mit dem Altphilologen [[Erwin Rohde]], dem Philosophen [[Wilhelm Windelband]], dem Soziologen [[Max Weber]] und dem Theologen [[Ernst Troeltsch]] befreundet und prägte mit ihnen gemeinsam das geistige Leben in Heidelberg um die Jahrhundertwende. Sein Hauptwerk, die &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Staatslehre&amp;#039;&amp;#039;, wurde 1900 veröffentlicht. 1907 wurde er zum ersten [[Geschichte der Juden in Deutschland|deutsch-jüdischen]] [[Liste der Rektoren der Universität Heidelberg|Prorektor der Universität]] gewählt, 1909 wurde er außerordentliches Mitglied der [[Heidelberger Akademie der Wissenschaften]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://www.haw.uni-heidelberg.de/akademie/member.en.html?id=743| titel=Mitglieder der HAdW seit ihrer Gründung im Jahr 1909 | titelerg=Georg Jellinek| hrsg=Heidelberger Akademie der Wissenschaften| zugriff=2016-06-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1909 erlitt er einen Schlaganfall, der seine Schaffenskraft beeinträchtigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Jellinek grab.JPG|mini|hochkant|Grab von Georg und [[Camilla Jellinek]] auf dem [[Bergfriedhof (Heidelberg)|Heidelberger Bergfriedhof]], in der Abt. D 309 am &amp;#039;&amp;#039;Professorenweg&amp;#039;&amp;#039; gelegen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Georg Jellinek kam als Sohn von [[Adolf Jellinek]], einem damals bekannten [[Judentum|jüdischen]] Gelehrten und [[Rabbiner]] der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, und dessen Ehefrau Rosalie, geb. Bettelheim (* 1832 in [[Budapest]]; † 1892 in [[Baden bei Wien]]), zur Welt. Georg Jellineks bekannte Brüder waren der Geschäftsmann und [[Diplomat]] [[Emil Jellinek|Emil Jellinek-Mercédès]] sowie der [[Mediävist]] [[Max Hermann Jellinek]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Georg Jellinek war mit [[Camilla Jellinek]], geb. Wertheim (1860–1940) verheiratet. Camilla Jellinek konnte von [[Marianne Weber (Frauenrechtlerin)|Marianne Weber]] ab 1900 für die Ideen der [[Frauenbewegung]] gewonnen werden und leistete insbesondere durch ihre Zusammenarbeit mit den &amp;#039;&amp;#039;Rechtsschutzstellen für Frauen&amp;#039;&amp;#039; und der Erarbeitung von Reformentwürfen bedeutende Beiträge zum Strafrecht. Ihr wurde 1930 die Ehrendoktorwürde der juristischen Fakultät der [[Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg|Universität Heidelberg]], der [[Doctor iuris utriusque]], für ihr Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz für die Rechte der Frauen verliehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ute Gerhard (Soziologin)|Ute Gerhard]]: &amp;#039;&amp;#039;Frauen in der Geschichte des Rechts. Von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; München 1997, S. 685.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ehepaar Jellinek hatte sechs Kinder, die zwischen 1884 und 1896 zur Welt kamen. Sie wurden von den Behörden als [[Judentum|israelitisch]] geführt, obwohl sie nicht jüdisch im Sinne der [[Halacha]] waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Kempter: &amp;#039;&amp;#039;Die Jellineks 1820–1955. Eine familienbiographische Studie zum deutschjüdischen Bildungsbürgertum&amp;#039;&amp;#039;, Droste Verlag, Düsseldorf 1998, S. 287.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1896 wurden die Kinder in aller Stille getauft.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Kempter: &amp;#039;&amp;#039;Die Jellineks 1820–1955. Eine familienbiographische Studie zum deutschjüdischen Bildungsbürgertum&amp;#039;&amp;#039;, Droste Verlag, Düsseldorf 1998, S. 288.&amp;lt;/ref&amp;gt; Georg Jellinek selbst war in Baden schon vor dem Tod des Vaters 1892 aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten;&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Kempter: &amp;#039;&amp;#039;Die Jellineks 1820–1955. Eine familienbiographische Studie zum deutschjüdischen Bildungsbürgertum&amp;#039;&amp;#039;, Droste Verlag, Düsseldorf 1998, S. 283 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; ab 1894 entrichtete er evangelische Kirchensteuern, ohne je selbst in die Kirche einzutreten.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Kempter: &amp;#039;&amp;#039;Die Jellineks 1820–1955. Eine familienbiographische Studie zum deutschjüdischen Bildungsbürgertum&amp;#039;&amp;#039;, Droste Verlag, Düsseldorf 1998, S. 284.&amp;lt;/ref&amp;gt; Georg und Camilla Jellineks letzte Ruhestätte befindet sich auf dem [[Bergfriedhof (Heidelberg)|Heidelberger Bergfriedhof]] in der sogenannten „Professoren-Reihe“ (Abteilung D, 1. Reihe 309).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Georg und Camillas Kindern erreichten vier das Erwachsenenalter. [[Walter Jellinek]] wurde ebenfalls Jurist und Professor in Heidelberg.&amp;lt;ref&amp;gt;{{NDB|10|394|395|Jellinek, Walter|[[Hans Hugo Klein|Hans Klein]]|118711997}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Tochter Dora Busch (1888–1992) wurde aufgrund der [[Nürnberger Gesetze]] nach [[Ghetto Theresienstadt|Theresienstadt]] deportiert, überlebte die Lagerhaft und kehrte 1946 in den Schuldienst zurück. Der jüngste Sohn Otto verstarb 1943 an den Folgen der Misshandlungen durch die [[Gestapo]] im [[Konzentrationslager]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schaffen ==&lt;br /&gt;
=== Überblick ===&lt;br /&gt;
Jellinek schlug bereits 1885 in einem wegweisenden Buch einen &amp;#039;&amp;#039;[[Verfassungsgerichtshof (Österreich)|Verfassungsgerichtshof]] für Österreich&amp;#039;&amp;#039; vor, der in der Ersten Republik 1919/20 – durch Hans Kelsen noch verfeinert und legistisch umgesetzt – Wirklichkeit wurde. Auf dem 19. Deutschen Juristentag plädierte er auch für die Möglichkeit der gerichtlichen Überprüfung von Wahlen durch einen „Wahlgerichtshof“. Seine Schrift &amp;#039;&amp;#039;System der subjektiven öffentlichen Rechte&amp;#039;&amp;#039; aus dem Jahre 1892 enthält die [[Statuslehre (Recht)|Statuslehre]], die auch zur Systematisierung des deutschen [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|Grundgesetzes]] verwendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Staatslehre&amp;#039;&amp;#039; (1900, siehe [[Allgemeine Staatslehre]], [[Verfassungsrecht]]) gilt als Meilenstein der deutschen Staatslehre und als Jellineks wichtigstes Werk. Aus ihr stammt auch seine [[Drei-Elemente-Lehre]], nach der zur Anerkennung eines [[Staat]]es als [[Völkerrechtssubjekt]] die drei Merkmale „[[Staatsgebiet]]“, „[[Staatsvolk]]“ und „[[Staatsgewalt]]“ erforderlich sind (→&amp;amp;nbsp;[[Völkerrecht]]). Überdies führt er hier den soziologisch inspirierten Begriff von der &amp;#039;&amp;#039;normativen Kraft des Faktischen&amp;#039;&amp;#039; ein (→&amp;amp;nbsp;[[Rechtssoziologie]], [[Rechtsphilosophie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jellinek unterschied sich von seinen deutschen Staatsrechtskollegen, weil er bei der Staatsbetrachtung die soziologische und die rechtliche Analyse integrierte, aber nicht identifizierte („Zweiseitentheorie des Staates“).&amp;lt;ref&amp;gt;In Jellineks Worten: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Soziallehre des Staates&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Staatsrechtslehre&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ging ihm um die gesellschaftlichen Voraussetzungen von Recht und Staat. Ob ein Staatswille durchgesetzt werden könne, sei nach Jellinek keine Frage der Rechtswissenschaft, sondern eine empirische. Dies gelte ebenfalls für die Frage, warum Gehorsam gegenüber [[Rechtsnorm]]en, [[Gesetz]] und [[Verwaltung]] hier selbstverständlich sei, dort aber fehle. Antworten auf diese Fragen könne nur die Soziologie geben.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Jürgen Hartmann, Bernd Meyer: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die politischen Theorien der Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; VS Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-531-14909-1, S. 28&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jellineks Werk &amp;#039;&amp;#039;Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte&amp;#039;&amp;#039; von 1895 gilt als wichtige Schrift zur Geschichte der [[Menschenrechte]]. Diese „bahnbrechende Untersuchung“ habe „die einschlägige Forschung“ zur Geschichte der Menschenrechtserklärung von 1789 „eingeleitet“, so [[Roman Schnur]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Roman Schnur]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte der Erklärung der Menschenrechte&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Wege der Forschung&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 11). Darmstadt 1974, S. X, VII.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Georg Jellinek gehörte zum Kreis um [[Max Weber]], der im Heidelberg der Jahrhundertwende einen großen Einfluss auf die Gelehrtenkultur ausübte. Auch in Jellineks Werk hinterließ das Denken Webers deutliche Spuren.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Hartmann, Bernd Meyer: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die politischen Theorien der Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 2005, S. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geltung und Wirksamkeit von Recht ===&lt;br /&gt;
{{überarbeiten|grund=Es wird hier nicht klar, was nun von Jellinek stammt und was als allgemeine Aussagen unabhängig von Jellineks Thesen gemeint ist. Auch stilistisch verbesserungsfähig.--[[Benutzer:Hubon|Hubon]] ([[Benutzer Diskussion:Hubon|Diskussion]])}}&lt;br /&gt;
Georg Jellinek beschäftigte sich auch mit dem Problem der [[Rechtsgeltung]]. „Geltung“ im rechtlichen Sinn bedeutet nur, dass bestimmte Regeln ([[Rechtsordnung]]) für Menschen Maßgabe des Handelns sind. „Geltung“ und „Wirksamkeit“ müssen zusammenspielen, damit Rechtsnormen effektiv sein können. [[Max Weber]] charakterisiert die „Effektivität“ einer Rechtsordnung als „Chancen der Durchsetzbarkeit“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Geltung einer Rechtsordnung unterscheidet man drei Aspekte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
einen&lt;br /&gt;
# juristischen,&lt;br /&gt;
# soziologischen und&lt;br /&gt;
# ethischen Aspekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All diese Aspekte spielen bei dem Problem der Geltung und Wirksamkeit eine Rolle und machen generelle, allgemeingültige Aussagen für den Einzelfall sehr schwer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was passiert also, wenn Geltung und Wirksamkeit nicht zusammenfallen? Hier hakt Georg Jellinek mit seiner Frage um die „normative Kraft des Faktischen“&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe hierzu Georg Jellinek: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Staatslehre&amp;#039;&amp;#039; (1900). Reprint des 5. Neudrucks der 3. Auflage (1959), bearbeitet von [[Walter Jellinek]], Athenäum, Kronberg/Ts. 1976, S. 338 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; ein. Hierzu zwei Überlegungen:&lt;br /&gt;
# Gilt eine bestehende Regel, die von niemandem befolgt wird?&lt;br /&gt;
# Kann durch ein bestimmtes Verhalten einer Mehrheit eine Regel für alle geschaffen werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Fall wird häufig die Meinung vertreten, dass eine [[Rechtsnorm|Norm]], die über lange Zeit nicht befolgt wird, ihre Wirksamkeit verliert. Keine Einigkeit herrscht aber über die Dauer. Im zweiten Fall liegt das Problem umgekehrt. Durch das „Faktische“ wird auf Grund von Stabilitätsüberlegungen die „Norm“ der Realität angepasst. Ein gutes Beispiel ist die [[Verjährung (Deutschland)|Verjährung]] einer Straftat, denn obwohl der rechtliche Unwert der Tat grundsätzlich immer gleich ist, ist auf Grund der langen Zeit der Unwert der Tat getilgt – dies aus Stabilitätsüberlegungen heraus ([[Rechtssicherheit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtspositivistische Thesen ===&lt;br /&gt;
Georg Jellinek war [[Rechtspositivismus|Rechtspositivist]]. Er vertrat die Auffassung, dass das Recht „nichts anderes als das ethische Minimum“ sei. Er glaubte:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das Recht wird also, als das erhaltende Moment, das Minimum der Normen eines bestimmten Gesellschaftszustandes bilden, d.&amp;amp;nbsp;h. diejenigen Normen umfassen, welche die unveränderte Existenz eines solchen sichern.|&amp;#039;&amp;#039;Die sozialethische Bedeutung von Recht, Unrecht und Strafe&amp;#039;&amp;#039;, 2. Aufl., Berlin 1908, S. 45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Weltanschauungen Leibnitz’ und Schopenhauer’s. Ihre Gründe und ihre Berechtigung. Eine Studie über Optimismus und Pessimismus.&amp;#039;&amp;#039; Hölder, Wien 1872 (phil. Dissertation, Universität Leipzig; [https://www.bsb-muenchen-digital.de/~db/1101/bsb11017954/images/index.html Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die socialethische Bedeutung von Recht, Unrecht und Strafe.&amp;#039;&amp;#039; Hölder, Wien 1878 ([https://archive.org/details/diesocialethisc00jellgoog Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die rechtliche Natur der Staatenverträge. Ein Beitrag zur juristischen Construction des Völkerrechts.&amp;#039;&amp;#039; Hölder, Wien 1880 ([https://archive.org/details/dierechtlichena00jellgoog Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Lehre von den Staatenverbindungen.&amp;#039;&amp;#039; Haering, Berlin 1882 ([https://archive.org/details/dielehrevondens01jellgoog Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Österreich-Ungarn und Rumänien in der Donaufrage: Eine völkerrechtliche Untersuchung.&amp;#039;&amp;#039; Hölder, Wien 1884 ([https://archive.org/details/sterreichungarn00jellgoog Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ein Verfassungsgerichtshof für Österreich&amp;#039;&amp;#039;. Hölder, Wien 1885.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gesetz und Verordnung. Staatsrechtliche Untersuchungen auf rechtsgeschichtlicher und rechtsvergleichender Grundlage.&amp;#039;&amp;#039; Mohr, Freiburg im Breisgau 1887 ([https://archive.org/details/gesetzundverord00jellgoog Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;System der subjektiven öffentlichen Rechte.&amp;#039;&amp;#039; Mohr, Freiburg im Breisgau 1892 ([https://archive.org/details/systemdersubjek00jellgoog Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Staatslehre&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Recht des modernen Staates.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1). Berlin 1900; 2. Auflage 1905 ([https://archive.org/details/allgemeinestaat00jellgoog Digitalisat]); 3. Auflage 1914 ([https://www.archive.org/details/allgemeinestaats00jelliala Digitalisat]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Andreas Anter (Politikwissenschaftler)|Andreas Anter]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die normative Kraft des Faktischen. Das Staatsverständnis Georg Jellineks&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage, Nomos-Verlag, Baden-Baden 2020, ISBN 978-3-8487-5919-4.&lt;br /&gt;
* [[Dagmar Drüll-Zimmermann|Dagmar Drüll]]: &amp;#039;&amp;#039;Heidelberger Gelehrtenlexikon 1803–1932&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. v. Rektorat der Ruprecht-Karls-Universität-Heidelberg. Springer, Berlin/Heidelberg 2012, ISBN 978-3-642-70761-2.&lt;br /&gt;
* {{NDB|10|391|392|Jellinek, Georg|[[Alexander Hollerbach]]|118711989}}&lt;br /&gt;
* Camilla Jellinek: &amp;#039;&amp;#039;Georg Jellinek. Ein Lebensbild&amp;#039;&amp;#039;. In: Georg Jellinek: &amp;#039;&amp;#039;Ausgewählte Schriften und Reden&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 1, Neudruck Aalen 1970, S. 5–140.&lt;br /&gt;
* Christian Keller: &amp;#039;&amp;#039;Victor Ehrenberg und Georg Jellinek. Briefwechsel 1872–1911&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-465-03406-3.&lt;br /&gt;
* [[Klaus Kempter]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Jellineks 1820–1955. Eine familienbiographische Studie zum deutschjüdischen Bildungsbürgertum.&amp;#039;&amp;#039; Droste Verlag, Düsseldorf 1998, ISBN 3-7700-1606-8.&lt;br /&gt;
* [[Jens Kersten]]: &amp;#039;&amp;#039;Georg Jellinek und die klassische Staatslehre&amp;#039;&amp;#039;. Mohr Siebeck, Tübingen 2000, ISBN 3-16-147348-5.&lt;br /&gt;
* Jens Kersten: &amp;#039;&amp;#039;Georg Jellinek (1851–1911).&amp;#039;&amp;#039; In: [[Peter Häberle]], [[Michael Kilian (Jurist)|Michael Kilian]], [[Heinrich Amadeus Wolff|Heinrich Wolff]]: &amp;#039;&amp;#039;Staatsrechtslehrer des 20. Jahrhunderts. Deutschland, Österreich, Schweiz&amp;#039;&amp;#039;. De Gruyter, Berlin/Boston (2. Auflage) 2018, S. 77–86, ISBN 978-3-11-054145-8.&lt;br /&gt;
* {{NDB|10|394|395|Jellinek, Walter|[[Hans Hugo Klein|Hans Klein]]|118711997}}&lt;br /&gt;
* Realino Marra: &amp;#039;&amp;#039;La religione dei diritti. Durkheim – Jellinek – Weber.&amp;#039;&amp;#039; Giappichelli, Turin 2006, ISBN 88-348-6617-7.&lt;br /&gt;
* [[Stanley L. Paulson]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Georg Jellinek. Beiträge zu Leben und Werk&amp;#039;&amp;#039;. Mohr Siebeck, Tübingen 2000, ISBN 3-16-147377-9.&lt;br /&gt;
* Sascha Ziemann, [[Andreas Funke]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Georg Jellinek: Allgemeine Staatslehre und Politik. Vorlesungsmitschrift von Max Ernst Mayer aus dem Sommersemester 1896.&amp;#039;&amp;#039; Mohr, Tübingen 2016.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Georg Jellinek}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Georg Jellinek}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118711989}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118711989}}&lt;br /&gt;
* [https://www.mpil.de/shared/data/pdf/oeffentlichesrecht2.pdf Matthias Hartwig: &amp;#039;&amp;#039;Der Staat als Gegenstand des Staatsrechts&amp;#039;&amp;#039;]. Kurzer Text beim Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg, Online-Ressource, zur Drei-Elementen-Lehre&lt;br /&gt;
* [https://www.enzyklopaedie-rechtsphilosophie.net/inhaltsverzeichnis/19-beitraege/102-jellinek Jens Kersten: &amp;#039;&amp;#039;Georg Jellinek&amp;#039;&amp;#039;]. In: [https://www.enzyklopaedie-rechtsphilosophie.net/ &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie zur Rechtsphilosophie&amp;#039;&amp;#039;], im Auftrag der Deutschen Sektion der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie (IVR), hrsg. von Michael Anderheiden (u.&amp;amp;nbsp;a.)&lt;br /&gt;
* [https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/d2195b09-35b5-43c8-b366-01cc316315b1/ Nachlass Bundesarchiv N 1136]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118711989|LCCN=n79144922|NDL=00444629|VIAF=9910860}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Jellinek, Georg}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsrechtler (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsrechtler (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsphilosoph (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsphilosoph (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Wien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Basel)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rektor (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Verbandes für internationale Verständigung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Accademia delle Scienze di Torino]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Judentum)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Judentums (Heidelberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Cisleithanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1851]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1911]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Jellinek, Georg&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsch-österreichischer Staatsrechtler&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=16. Juni 1851&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Leipzig]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=12. Januar 1911&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Heidelberg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Woldemar1958</name></author>
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