<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Georg_Ferdinand_Duckwitz</id>
	<title>Georg Ferdinand Duckwitz - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Georg_Ferdinand_Duckwitz"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Georg_Ferdinand_Duckwitz&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-07T22:39:39Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Georg_Ferdinand_Duckwitz&amp;diff=258673&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Ich esse Rosinen.: Änderung 265659257 von ~2026-19138-36 rückgängig gemacht; das wird belegt, nämlich im Abschnitt &quot;Duckwitz’ Rolle bei der Rettung der dänischen Juden&quot;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Georg_Ferdinand_Duckwitz&amp;diff=258673&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-03-28T09:07:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Diff/265659257&quot; title=&quot;Spezial:Diff/265659257&quot;&gt;265659257&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-19138-36&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-19138-36&quot;&gt;~2026-19138-36&lt;/a&gt; rückgängig gemacht; das wird belegt, nämlich im Abschnitt &amp;quot;Duckwitz’ Rolle bei der Rettung der dänischen Juden&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:WP Georg Ferdinand Duckwitz.jpg|mini|Georg Ferdinand Duckwitz (1960)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Georg Ferdinand Duckwitz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[29. September]] [[1904]] in [[Bremen]]; † [[16. Februar]] [[1973]] ebenda) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Diplomat]], zuletzt [[Staatssekretär]] im Auswärtigen Amt. Als [[Dänemark unter deutscher Besatzung]] stand, leistete er nach herrschender Meinung – die nicht unwidersprochen geblieben ist – einen wesentlichen Beitrag zur [[Rettung der dänischen Juden|Rettung von 7000 dänischen Juden]] vor dem Abtransport in die [[Holocaust|Vernichtungslager]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Vorkriegszeit ===&lt;br /&gt;
Duckwitz stammt aus einer alteingesessenen Bremer Kaufmannsfamilie. Sein Urgroßvater war der Bremer Kaufmann, Reichshandelsminister und Bürgermeister [[Arnold Duckwitz]]. In Bremen besuchte er das humanistische Gymnasium, das er kriegsbedingt erst 1923 abschloss. In der Zwischenzeit leistete er militärischen Dienst in einem [[Freikorps]]. Nach dem Abitur begann er an der [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg]] [[Volkswirtschaft|Nationalökonomie]] zu studieren und schloss sich 1924 dem [[Corps Rhenania Freiburg]] an.&amp;lt;ref&amp;gt;Kösener Corpslisten 1996, 129/973.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er brach das Studium 1925 ab und nahm daraufhin eine kaufmännische Lehre in Bremen auf.&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren trat er 1927 in den Dienst von [[Kaffee Hag]]. Sein Vorgesetzter war hier [[Ludwig Roselius (Unternehmer)|Ludwig Roselius]], der eine deutliche NS-Ausrichtung seines Unternehmens verfolgte. Für die Firma ging Duckwitz 1928 als Niederlassungsleiter nach [[Kopenhagen]]. Von den Ideen [[Adolf Hitler]]s begeistert, trat er schon zum 1. November 1932 der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] bei (Mitgliedsnummer 1.295.253).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/6961066&amp;lt;/ref&amp;gt; Kurz darauf begann er im Sommer 1933 im [[Außenpolitisches Amt der NSDAP|Außenpolitischen Amt der NSDAP]] (APA), das von [[Alfred Rosenberg]] geleitet wurde. Dort war er ab Anfang 1934 als Skandinavienreferent und später bis Sommer 1935 als Leiter der Südost-Abteilung tätig.&amp;lt;ref&amp;gt; Maria Keipert (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 1: Johannes Hürter: A–F. Schöningh, Paderborn u. a. 2000, ISBN 3-506-71840-1, S. 468f. &amp;lt;/ref&amp;gt; Nach [[Hans-Günther Seraphim|Seraphim]] sei Duckwitz einer der dienstältesten Mitarbeiter Rosenbergs im APA gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Günther Seraphim (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Das politische Tagebuch [[Alfred Rosenberg]]s&amp;#039;&amp;#039;. 1934/35 und 1939/40. Dokumentation. München 1964, S. 52. (Der Herausgeber war der Bruder von [[Peter-Heinz Seraphim]])&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem [[Röhm-Putsch]] begann Duckwitz sich innerlich von der Partei abzuwenden, ohne aber auszutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sommer 1935 quittierte Georg Duckwitz den Dienst für die NSDAP und wechselte ins Reedereigeschäft, wo er als Direktionssekretär bei der [[Hamburg-Amerika-Linie]] in New York tätig wurde. Das hatte seinen Umzug nach [[New York City]] zur Folge. Nach drei Jahren kehrte er nach Hamburg zurück und wurde bei der HAPAG als Prokurist eingesetzt. Im Januar 1939 wechselte er für weitere neun Monate nach New York.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges übernahm Duckwitz im Reichsverkehrsministerium die Aufgaben eines Schiffssachverständigen. Für die Erfüllung der damit verbundenen Aufgaben erhielt er eine Versetzung nach Kopenhagen, wo er im November 1939 an der deutschen Gesandtschaft in Dänemark die damit verbundene Verantwortung wahrnahm. Ab dem Zeitpunkt der deutschen Besetzung des Landes im April 1940 gehörte er mit zum Stab des Reichsbeauftragten für Dänemark [[Cécil von Renthe-Fink (Diplomat)|Cécil von Renthe-Fink]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Duckwitz’ Rolle bei der Rettung der dänischen Juden ====&lt;br /&gt;
Nach herrschender Meinung spielte Duckwitz eine zentrale Rolle bei der [[Rettung der dänischen Juden]]. Im Rahmen seiner Tätigkeit im Stab des Besatzungsregimes erhielt er umfangreiche Informationen über wirtschaftliche, politische und militär-strategische Planungen des Dritten Reiches für Dänemark. Dazu gehörten auch Informationen über bestimmte Schritte der Eingliederung des besetzten Landes in einen Großdeutschen Wirtschaftsraum und Vorhaben zur [[Deportation#Deportationen während des Nationalsozialismus|Deportation]] der jüdischen Bevölkerung. So lief über seinen Tisch die logistische Planung des Seetransportes dieses Personenkreises nach Deutschland. Dieses Wissen gab er im September 1943 an dänische Kreise weiter, um Schritte zur Verhinderung zu ermöglichen. Dabei verhalf er durch seine Verhandlungspolitik Juden zur Flucht nach [[Schweden]]. Nachdem der Deportationsbefehl, durch den neuen Reichsbevollmächtigten in Dänemark [[Werner Best]] vorbereitet, am 18. September 1943 unterschrieben eintraf, konnte Duckwitz den Termin der geplanten Verhaftungsaktion durchsickern lassen und verhandelte unter Duldung Bests&amp;lt;ref&amp;gt;Sebastian Werner: Der völkische Ideologe. In: [[Ronald Smelser]], [[Enrico Syring]], [[Rainer Zitelmann]] (Hg.), Die Braune Elite 2. 21 weitere biographische Skizzen, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 2. aktualisierte Auflage 1999, S. 23 &amp;lt;/ref&amp;gt; bereits drei Tage später in [[Stockholm]] mit der schwedischen Regierung über die Aufnahme jüdischer Flüchtlinge. Damit konnten 7000 dänische Juden vor der Deportation gerettet werden, 477&amp;lt;ref&amp;gt;[[Das Amt und die Vergangenheit]] (broschierte Ausgabe 2012), S. 248.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden in das [[Ghetto Theresienstadt|KZ Theresienstadt]] deportiert, wovon 90 % überlebten. Am 29. März 1971 ehrte ihn die Holocaust-Gedenkstätte [[Yad Vashem]] für seine Rolle bei der Rettung der dänischen Juden als [[Gerechter unter den Völkern]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://db.yadvashem.org/righteous/family.html?language=en&amp;amp;itemId=4042999 &amp;#039;&amp;#039;The Righteous Among The Nations&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Yad Vashems Beurteilung von Duckwitz’ Beitrag zur Rettung der dänischen Juden ist uneingeschränkt positiv.&amp;lt;ref&amp;gt;www.yadvashem.org: [http://www.yadvashem.org/odot_pdf/Microsoft%20Word%20-%206623.pdf Duckwitz, Georg Ferdinand] (pdf, 16. November 2003; zuletzt abgerufen am 7. Oktober 2018)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Frieboeshvile, 2008-05-04.jpg|miniatur|Duckwitz wohnte während und nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] im Landhaus &amp;#039;&amp;#039;Frieboeshvile&amp;#039;&amp;#039;, Lyngby Hovedgade 2, Kongens Lyngby, [[Lyngby-Taarbæk Kommune]]. Es gibt dort heute eine entsprechende [[Gedenktafel]].]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jüngerer Zeit wurde die Duckwitz traditionell zugeschriebene Rolle bei der Rettung der dänischen Juden teilweise in Zweifel gezogen. Der Historiker Vilhjálmur Örn Vilhjálmsson vertrat 2006 entgegen der herrschenden Meinung die Auffassung, Duckwitz habe keine bedeutende Rolle bei der Rettung der dänischen Juden gespielt und die zentrale Rolle, die ihm im Allgemeinen zugeschrieben wird, sei undokumentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vilhjálmur Örn Vilhjálmsson: &amp;#039;&amp;#039;“Ich weiss, was ich zu tun habe.” En kildekritisk belysning af Georg Ferdinand Duckwitz’ rolle i redningen af jøderne i 1943.&amp;#039;&amp;#039; In: RAMBAM. Tidsskrift for jødisk kultur og forskning, 15:2006, S. 72–93, hier S. 72 ([http://fornleifur.blog.is/users/5c/fornleifur/files/ich_weiss_med_forside_lille_17541.pdf Digitalisat] [PDF; 1,3 MB]): „&amp;#039;&amp;#039;Min påstand er, at Duckwitz ikke spillede en betydningsfuld rolle i redningen af jøderne til Sverige, og at den centrale rolle han er blevet tildelt er udokumenteret.&amp;#039;&amp;#039;“&amp;lt;/ref&amp;gt; Er schrieb, der dänische Historiker [[Hans Kirchhoff (Historiker)|Hans Kirchhoff]] habe Duckwitz’ Vita während der NS-Zeit geschönt. Es gebe viele Ungereimtheiten zwischen Duckwitz’ eigener Darstellung seiner Rolle bei der Rettung der dänischen Juden und anderen Quellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vilhjálmur Örn Vilhjálmsson: &amp;#039;&amp;#039;“Ich weiss, was ich zu tun habe.” En kildekritisk belysning af Georg Ferdinand Duckwitz’ rolle i redningen af jøderne i 1943.&amp;#039;&amp;#039; In: RAMBAM. Tidsskrift for jødisk kultur og forskning, 15:2006, S. 72–93 ([http://fornleifur.blog.is/users/5c/fornleifur/files/ich_weiss_med_forside_lille_17541.pdf Digitalisat] [PDF; 1,3 MB]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Historikerin Brunstin-Berenstein (1908–1997) schrieb 1989, Duckwitz habe seine eigene Rolle bei der Rettung der dänischen Juden in ein zu positives Licht gestellt. Seine eigene Darstellung enthalte eine Reihe von Fehlern. Zwar habe Duckwitz die Dänen über die deutschen Pläne informiert, jedoch später als von ihm selbst dargestellt. Insbesondere habe Duckwitz hier nur einen Befehl seines Vorgesetzten Werner Best befolgt. Der Mythos von Duckwitz’ großen Verdiensten und seiner persönlichen Initiative zur Rettung der dänischen Juden sei unhaltbar.&amp;lt;ref&amp;gt;Tatiana Brunstin-Berenstein: &amp;#039;&amp;#039;The Historiographic Treatment of the Abortive Attempt to Deport the Danish Jews&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Michael R. Marrus]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Nazi Holocaust. Part 5: Public Opinion and Relations to the Jews in Nazi Europe&amp;#039;&amp;#039;. Band 2, [[Walter de Gruyter (Verlag)|Walter de Gruyter]], Berlin / Boston 1989, ISBN 978-3-11-184855-6, S. 570–607, 584 (Zitat: “The myth of Duckwitz’ great merit and his personal initiative to save the Jews of Danmark is untenable.”)&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem hat zuletzt Kirchhoff 2015 mit einer differenzierenden Analyse der Vorgänge und der Rolle von Duckwitz widersprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Kirchhoff, Georg Ferdinand Duckwitz - bewegte Zeit in Dänemark, in: &amp;#039;&amp;#039;Corpsstudenten im Widerstand gegen Hitler&amp;#039;&amp;#039;. Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 2014, ISBN 978-3-428-14319-1. 2. Auflage Berlin 2015, ISBN 978-3-428-14498-3, S. 393–406.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kirchhoff resümiert: „Ein Hinweis darauf, wie sein Wirken letztendlich zu bewerten ist, könnte die Art und Weise sein, in der seiner in Israel gedacht wird“, nämlich als Gerechter unter den Völkern.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Corpsstudenten im Widerstand gegen Hitler&amp;#039;&amp;#039;. Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 2014, ISBN 978-3-428-14319-1. 2. Auflage Berlin 2015, ISBN 978-3-428-14498-3, S. 406.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kontakte zum Widerstand ====&lt;br /&gt;
Duckwitz bekam über [[Paul Kanstein]], den Hauptabteilungsleiter II im Stab des deutschen Besatzerregimes, Kontakt zu den Widerstandskämpfern des [[Attentat vom 20. Juli 1944|20. Juli 1944]], insbesondere zu [[Ulrich von Hassell]], [[Fritz-Dietlof von der Schulenburg|Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg]] und anderen Mitarbeitern des Auswärtigen Amtes. Wäre der Staatsstreich erfolgreich gewesen, so hätte Duckwitz als neuer Gesandter (er hätte Best ablösen sollen) das [[Dänemark unter deutscher Besatzung|Besatzungsregime in Dänemark]] und [[Norwegen unter deutscher Besatzung|Norwegen]] abwickeln sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachkriegszeit ===&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte Duckwitz zunächst nicht nach [[Deutschland]] zurück, sondern blieb in Kopenhagen, das ihm inzwischen eine zweite Heimat geworden war, und arbeitete dort als Vertreter der westdeutschen Handelskammern an der Knüpfung wirtschaftlicher Kontakte. Bei der Wiedergründung des Auswärtigen Amtes wurde er dort eingestellt und begann seine Tätigkeit beim [[Generalkonsulat]] in Kopenhagen als Leiter der Wirtschaftsabteilung, bevor er 1953 als Konsul nach [[Helsinki]] wechselte. 1955 kehrte er nach Kopenhagen zurück und wurde dort [[Botschafter]] der Bundesrepublik Deutschland. 1958 wurde er Leiter der Ostabteilung des Auswärtigen Amtes in [[Bonn]]. Er forderte, die [[Hallstein-Doktrin]] nicht auf die vom Deutschen Reich überfallenen Staaten wie [[Polen]] und auch nicht auf [[Israel]] anzuwenden. Man müsse hier moralische vor politische Kategorien stellen. Als er sich mit dieser Ansicht nicht durchsetzen konnte, wechselte er auf den Posten des deutschen Botschafters in [[Indien]] nach [[Neu-Delhi]]. 1965 wurde er auf eigenen Wunsch in den [[Ruhestand]] versetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bremen Riensberger Friedhof Georg F Duckwitz.jpg|mini|Grab auf dem Riensberger Friedhof]]&lt;br /&gt;
Duckwitz hatte aus seiner Zeit als Leiter der Ostabteilung des Auswärtigen Amtes enge Kontakte zum damaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin [[Willy Brandt]], mit dem er die Auffassung von der Notwendigkeit einer neuen [[Ostpolitik der Bundesrepublik Deutschland bis 1990|Ostpolitik]] teilte. Als Brandt 1966 Bundesaußenminister wurde, holte er schon im Oktober 1967 Duckwitz als [[Staatssekretär]] in den aktiven Dienst zurück, ein Amt, das er auch unter [[Walter Scheel]] behielt. Nachdem der [[Warschauer Vertrag (1970)|Warschauer Vertrag]] über die deutsch-polnischen Beziehungen – hier war Duckwitz der Verhandlungsführer der Bundesrepublik Deutschland – unterzeichnet worden war, trat er endgültig in den Ruhestand. Er starb am 16. Februar 1973 und wurde auf dem [[Riensberger Friedhof]] in Bremen beigesetzt (Grab V101, Koordinaten: {{Coordinate|NS=53/5/37.18/N|EW=8/51/36.31/E|dim=250|type=landmark|region=DE-HB|name=Grab von Georg Ferdinand Duckwitz auf dem Riensberger Friedhof in Bremen|text=DMS}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Neffe zweiten Grades [[Edmund Duckwitz]] war von 2010 bis 2014 deutscher Botschafter in [[Mexiko]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/edmund-duckwitz-ohne-meinen-onkel-waere-ich-nicht-diplomat/1028526.html „Ohne meinen Onkel wäre ich nicht Diplomat“]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
* 1932 [[Falkenorden]]&lt;br /&gt;
* [[Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP]]&amp;lt;ref&amp;gt;Archiv Corps Rhenania Freiburg&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1953 Komturkreuz des dänischen [[Dannebrogorden]]s&lt;br /&gt;
* 1957 Großes [[Bundesverdienstkreuz]] mit Stern, 1969 erhielt er das Schulterband dazu&lt;br /&gt;
* 1960 Großoffizier des [[Christusorden (Portugal)|portugiesischen Christusordens]]&lt;br /&gt;
* 1968 [[Orden El Sol del Perú]]&lt;br /&gt;
* 1971 wurde er von der [[Holocaust]]-[[Gedenkstätte]] [[Yad Vashem]] als [[Gerechter unter den Völkern]] geehrt.&lt;br /&gt;
* Die [[Jüdisches Leben in Berlin|Jüdische Gemeinde Berlin]] verlieh ihm für seinen Einsatz 1970 den [[Heinrich Stahl (Gemeindevorstand)|Heinrich-Stahl]]-Preis.&lt;br /&gt;
* In [[Bremen]], Stadtteil [[Vegesack]], wurde der &amp;#039;&amp;#039;Botschafter-Duckwitz-Platz&amp;#039;&amp;#039; (früher &amp;#039;&amp;#039;Kleiner Markt&amp;#039;&amp;#039;) nach ihm benannt.&lt;br /&gt;
* Eine Gedenktafel an der Deutschen Botschaft in Kopenhagen würdigt seine Verdienste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Indien und wir&amp;#039;&amp;#039;: Vortrag vor dem Übersee-Club im Großen Saal des Patriotischen Gebäudes am 25. Mai 1962, gemeinsam mit Fritz Erler, Hamburg 1962&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Erindringer om et hus i Lyngby.&amp;#039;&amp;#039; Lyngby 1966. („Erinnerungen an ein Haus in Lyngby“)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Wende im Osten.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Außenpolitik.&amp;#039;&amp;#039; Jg. 1970, Heft 1.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Jeg ved, hvad jeg har at gøre&amp;#039;&amp;#039;, Verlag Inter Nationes, Bonn 1985. („Ich weiß, was ich zu tun habe“)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Eckart Conze]], [[Norbert Frei]], Peter Hayes, [[Moshe Zimmermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik.&amp;#039;&amp;#039; Karl Blessing Verlag, München 2010, ISBN 978-3-89667-430-2.&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Herbert]]: &amp;#039;&amp;#039;Best. Biographische Studien über Radikalismus, Weltanschauung und Vernunft 1903–1989.&amp;#039;&amp;#039; Dietz Verlag Bonn 1996.&lt;br /&gt;
* [[Johannes Dose]]: &amp;#039;&amp;#039;Georg Ferdinand Duckwitz in Dänemark. 1943–1945.&amp;#039;&amp;#039; 2. erweiterte Auflage. Auswärtiges Amt – Referat 012-9, Bonn 1992 (&amp;#039;&amp;#039;Reihe Berichte und Dokumentationen.&amp;#039;&amp;#039; {{ISSN|0172-7575}}).&lt;br /&gt;
* [[Roland Kaufhold]]: &amp;#039;&amp;#039;Eine späte Rehabilitierung. Eine Erinnerung von Peter Finkelgruen an einen ehemaligen Widerstandskämpfer (Georg Ferdinand Duckwitz und Michael Jovy)&amp;#039;&amp;#039;, Jüdische Zeitung März 2014, Nr. 97, S. 15. Eine gekürzte Version: http://www.hagalil.com/2013/12/edelweisspiraten-2/.&lt;br /&gt;
* Maria Keipert (Red.): &amp;#039;&amp;#039;Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 1: [[Johannes Hürter]]: &amp;#039;&amp;#039;A–F.&amp;#039;&amp;#039; Schöningh, Paderborn u. a. 2000, ISBN 3-506-71840-1, S. 468f.&lt;br /&gt;
* [[Hans Kirchhoff (Historiker)|Hans Kirchhoff]]: &amp;#039;&amp;#039;Den gode tysker. G. F. Duckwitz. De danske jøders redningsmand.&amp;#039;&amp;#039; 1. udgave, 1. oplag. Gyldendal, Kopenhagen 2013, ISBN 978-87-02-09843-3.&lt;br /&gt;
* Hans Kirchhoff: &amp;#039;&amp;#039;Georg Ferdinand Duckwitz (1904–1973) – Der gute Deutsche&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Bremisches Jahrbuch&amp;#039;&amp;#039; Bd. 94 (2015), S. 192–203.&lt;br /&gt;
* [[Bo Lidegaard]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Ausnahme. Oktober 1943: Wie die dänischen Juden mithilfe ihrer Mitbürger ihrer Vernichtung entkamen&amp;#039;&amp;#039;, Karl Blessing Verlag, ISBN 978-3-89667-510-1.&lt;br /&gt;
* Boris Ruge (Red.): &amp;#039;&amp;#039;Zum Gedenken an Georg Ferdinand Duckwitz 1904–1973.&amp;#039;&amp;#039; Auswärtiges Amt, Berlin 2004, ISBN 3-937570-15-2 ([http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/infoservice/download/pdf/duckwitz.pdf PDF-Download]).&lt;br /&gt;
* Gerd Stolz: &amp;#039;&amp;#039;1943 – Georg Ferdinand Duckwitz und die Rettung der Juden aus Dänemark.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Grenzfriedenshefte&amp;#039;&amp;#039; (1993), Heft 1, S. 41–48 ([https://www.dein-ads.de/fileadmin/download/pdf_grenzfriedenshefte/1993/grenzfriedenshefte-1-1993.pdf Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* [[Therkel Straede]]: &amp;#039;&amp;#039;Oktober 1943 – die dänischen Juden – Rettung vor der Vernichtung.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben vom Königlichen Dänischen Ministerium des Äußeren. Danmark – Udenrigsministeriet, Kopenhagen 1993.&lt;br /&gt;
* Therkel Straede: &amp;#039;&amp;#039;Die Menschenmauer. Dänemark im Oktober 1943. Die Rettung der Juden vor der Vernichtung.&amp;#039;&amp;#039; Tiderne Skifter, Kopenhagen 1997, ISBN 87-7445-592-3.&lt;br /&gt;
* Thomas Wegener Friis / Dieter H. Kollmer: &amp;#039;&amp;#039;Georg Ferdinand Duckwitz. Annäherung an eine vergessene Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Militärgeschichte&amp;#039;&amp;#039; (2022), Heft 2, S. 30–33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Film ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Schindlers – Retter mit Diplomatenpass&amp;#039;&amp;#039;, TV-Dokumentation (ZDF) u.&amp;amp;thinsp;a. über Duckwitz, von Dietmar Schulz, 2007.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Widerstand unter Hitler&amp;#039;&amp;#039;, TV-Dokumentation (Radio Bremen) von Reinhard Joksch, 2017.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.auswaertiges-amt.de/cae/servlet/contentblob/373258/publicationFile/3835/WiderstandBrosch%C3%BCreDuckwitz.pdf PDF des Auswärtigen Amtes in Gedenken an Georg Ferdinand Duckwitz]&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/geschichte/holocaust-ueberlebende-a-948301.html Manfred Ertel: &amp;#039;&amp;#039;Rettung im letzten Moment&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Einestages. Zeitgeschichten auf SpiegelOnline,&amp;#039;&amp;#039; 19. Mai 2009]&lt;br /&gt;
* Irene Dänzer-Vanotti: [https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/duckwitz-100.html &amp;#039;&amp;#039;29.09.1904 - Geburtstag Georg Ferdinand Duckwitz&amp;#039;&amp;#039;] [[WDR]] [[ZeitZeichen (Hörfunksendung)|ZeitZeichen]] vom 29. September 2019.  (Podcast)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119203642|LCCN=no/2003/32418|VIAF=66155351}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Duckwitz, Georg Ferdinand}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gerechter unter den Völkern (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beamteter Staatssekretär (Bundesrepublik Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Botschafter in Indien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Dänemarks 1940–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ministerialbeamter (NS-Staat)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freikorps-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Bremen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des portugiesischen Christusordens (Großoffizier)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kommandeur des Dannebrogordens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Falkenordens (Kommandeur)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Ordens El Sol del Perú]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1904]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1973]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Duckwitz, Georg Ferdinand&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Diplomat&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=29. September 1904&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Bremen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=16. Februar 1973&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bremen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ich esse Rosinen.</name></author>
	</entry>
</feed>