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	<title>Georg Erasmus von Tschernembl - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T04:09:41Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2024-12-29T11:54:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Georg Erasmus Freiherr von Tschernembl&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[26. Januar]] [[1567]] in [[Schwertberg]], [[Oberösterreich]]; † [[18. November]] [[1626]] in [[Genf]], [[Schweiz]]) war ein [[Calvinismus|Calvinist]] und Wortführer der Stände in [[Oberösterreich|Österreich ob der Enns]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Georg Erasmus war der Sohn des Hans von [[Tschernembl (Adelsgeschlecht)|Tschernembl]] († 1595). Gemeinsam mit seinem Bruder Hans Christoph immatrikulierte er sich im November 1582 an der [[Universität Altdorf|Altdorfer Akademie]]. Mit [[Paul Melissus]] reisten die Brüder 1584 nach Paris und 1585 nach England. Tschernembls weiterer Ausbildungsweg führte ihn in die calvinistische Stadt [[Genf]] (1586), nach [[Straßburg|Strassburg]] (1587), an die italienischen [[Universität Bologna|Universitäten Bologna]] und [[Universität Siena|Siena]] (1588) und schließlich nach [[Speyer]] (1591). Am 13. Oktober 1599 heiratete er Elise [[Breuner|Preuner (Breuner)]]. Von 1599 bis 1603 war er Verordneten des Herrenstandes von Oberösterreich.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Sturmberger: &amp;#039;&amp;#039;Georg Erasmus Tschernembl. Religion, Libertät und Widerstand. Ein Beitrag zur Geschichte der Gegenreformation und des Landes ob der Enns.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Graz/Köln 1953, {{DNB|454955340}}, S.&amp;amp;nbsp;88&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Calvinist stand Tschernembl dem Hause [[Habsburg]] ablehnend gegenüber und strebte eine Union der [[Protestantismus|Protestanten]] in den habsburgischen Ländern und in Deutschland an. Im &amp;#039;&amp;#039;Bruderzwist des Hauses Habsburg&amp;#039;&amp;#039; unterstützte er aber Erzherzog [[Matthias (HRR)|Matthias]] bei der Auseinandersetzung mit Kaiser [[Rudolf II. (HRR)|Rudolf II.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 12. August 1606 war er Vertreter der oberösterreichischen Stände bei den Verhandlungen in [[Wien]]. Vor allem 1608 verhandelte er mit Ständevertretern in [[Böhmen]], [[Mähren]] ([[Karl der Ältere von Žerotín|Karl von Žerotín]]) und [[Ungarn]]. Nachdem Rudolf II. auf seine Herrschaft in Österreich und Ungarn verzichtet hatte, wollten die Stände Zugeständnisse von König Matthias erreichen („Bewegung von Horn“ – [[Horner Bund]]). Die Verhandlungen darüber zogen sich in die Länge, mit der „Capitalations-Resolution“ vom 19. März 1609 erreichten die Stände freie Religionsausübung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitte 1617 trat Tschernembl zum zweiten Mal das Amt des ständischen Verordneten an. Schon bald nach dem [[Zweiter Prager Fenstersturz|Prager Fenstersturz]] suchten die böhmischen Aufständischen Kontakt mit dem Land ob der Enns und schrieben am 8. Juli 1618 einen Brief an die beiden Verordneten des Herrenstandes mit der Bitte um gegenseitigen Beistand.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Sturmberger: &amp;#039;&amp;#039;Georg Erasmus Tschernembl. Religion, Libertät und Widerstand. Ein Beitrag zur Geschichte der Gegenreformation und des Landes ob der Enns.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Graz/Köln 1953, {{DNB|454955340}}, S.&amp;amp;nbsp;262&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tschernembl verfasste daraufhin mehrere Schriften, in denen Kaiser Matthias bewogen wurde, den Aufstand in Böhmen nicht mit Waffengewalt niederzuschlagen, sondern mit gütigen Mitteln zu schlichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Matthias 1619 starb, wurde [[Ferdinand II. (HRR)|Ferdinand II.]] sein Nachfolger, der die [[Gegenreformation]] mit allen Mitteln durchsetzen wollte. Tschernembl stand an der Spitze der Stände von Oberösterreich, die eine Huldigung verweigerten und am 16. August 1619 ein Bündnis mit den aufständischen [[Böhmische Konföderation|böhmischen Ständen]] schlossen. Als [[Johann T’Serclaes von Tilly|Tilly]] im Sommer 1620 mit seinem Heer in Oberösterreich einmarschierte, flüchtete Tschernembl mit Gesinnungsgenossen zu den böhmischen Truppen nach [[Eggenburg]] in [[Niederösterreich]] und mit diesen weiteren nach [[Prag]], wo er auf Bitten böhmischer Landoffiziere Präsident im [[Kriegsrat]] wurde. Nach der Niederlage der böhmischen Stände bei der [[Schlacht am Weißen Berg]] am 8. November 1620 ging er über die Oberpfalz, [[Württemberg]] und [[Heidelberg]] nach [[Genf]] ins [[Exil]], wo er verarmt starb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Geschichte des Christentums in Österreich}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spuren ==&lt;br /&gt;
In der [[Pfarrkirche Schwertberg]] befindet sich außer dem mutmaßlichen Epitaph für Georg Erasmus von Tschernembl im Presbyterium&amp;lt;ref&amp;gt;Günter Merz: &amp;#039;&amp;#039;Fröhliche Auferstehung: Von der Reformation geprägte Grabdenkmäler in Oberösterreich.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. vom [[Evangelisches Museum Oberösterreich|Evangelischen Museum Oberösterreich, Rutzenmoos]]. Edition Tandem, Salzburg/Wien 2010, ISBN 978-3-902606-10-5, S.&amp;amp;nbsp;45 (über das Epitaph der Georg Erasmus von Tschernembl in der Pfarrkirche Schwertberg).&amp;lt;/ref&amp;gt; auch das Epitaph für seine Schwiegermutter Eva Tschernembl im Erdgeschoß des Turmes und das Epitaph für seinen Diener Christoph Wüllheusl an der nördlichen Außenwand.&amp;lt;ref&amp;gt;Norbert Loidol: &amp;#039;&amp;#039;Friedrich Thön im Dienste adeliger Auftraggeber.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines.&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 157, Linz 2012, S.&amp;amp;nbsp;355–359 ({{ZOBODAT |pfad=pdf/JOM_157_0345-0362.pdf}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;De resistentia subditorum adversus principem legitima.&amp;#039;&amp;#039; Unveröffentlichtes Manuskript, 1600 (HHStA Wien, Hs. Bl. 381, fol. 442-469v).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Thomas Lansius]] widmete ihm 1602 seine unter dem Vorsitz von [[David Magirus]] präsentierte Dissertation mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;De lege Regia&amp;#039;&amp;#039;, die sich inhaltlich mit der Legitimation der Macht des Königs befasste, ein Thema das auch Gegenstand von Tschernembls Publikation &amp;#039;&amp;#039;De resistentia subditorum adversus principem legitima&amp;#039;&amp;#039; ist. Siehe Hans Sturmberger: &amp;#039;&amp;#039;Georg Erasmus Tschernembl. Religion, Libertät und Widerstand. Ein Beitrag zur Geschichte der Gegenreformation und des Landes ob der Enns.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Graz/Köln 1953, {{DNB|454955340}}, S.&amp;amp;nbsp;97&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Politische Geschichte Siebenbürgens zwischen 1520 und 1614.&amp;#039;&amp;#039; Verlauf mit Siebenbürgen fürnemblich seit König Johannis de Zapolia Zeit bis hieher, 1614, Manuscript aus dem Nachlass, veröffentlicht 1934 von Kuno von Klebelsberg und von Imre Likinich im Jahrbuch des Wiener Ungarische-Historischen Institutes, S.&amp;amp;nbsp;133&amp;amp;nbsp;ff.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Consultationes Oder Vnderschidliche Rathschläg, Der maisten vnd wichtigisten sachen, welche von Anfang der Böhemischen, vnd andern folgenden Auffständ fürgangen, vnnd zu Werck gericht worden, oder werden sollen.&amp;#039;&amp;#039; 1624 (Bayrische Staatsbibliothek, Sign. 4 Diss. 2685, [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10514889?page=11 digitale-sammlungen.de]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{ADB|38|711|714|Tschernembl, Georg Erasmus Freiherr von|[[Franz Krones|Franz von Krones]]|ADB:Tschernembl, Georg Erasmus Freiherr von}}&lt;br /&gt;
* [[Jodocus Stülz]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Charakteristik des Freiherrn Georg Erasmus von Tschernembl und zur Geschichte Österreichs in den Jahren 1608–1610.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen.&amp;#039;&amp;#039; Band 9, Wien 1853 ([https://opacplus.bsb-muenchen.de/Vta2/bsb10011461/bsb:BV021012548?page=1 bsb-muenchen.de]).&lt;br /&gt;
* [[Helmuth Feigl]]: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Biographie des Freiherrn Georg Erasmus von Tschernembl.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation der [[Universität Wien]], 1949.&lt;br /&gt;
* [[Hans Sturmberger]]: &amp;#039;&amp;#039;Georg Erasmus Tschernembl. Religion, Libertät und Widerstand. Ein Beitrag zur Geschichte der Gegenreformation und des Landes ob der Enns.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Graz/Köln 1953, {{DNB|454955340}}.&lt;br /&gt;
* [[Georg Scheibelreiter]], [[Rudolf Leeb (Kirchenhistoriker)|Rudolf Leeb]], [[Peter G. Tropper]], [[Maximilian Liebmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Christentums in Österreich. Von der Antike bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Ueberreuter, Wien 2003, ISBN 3-8000-3914-1.&lt;br /&gt;
* Karl-Reinhart Trauner: &amp;#039;&amp;#039;Beginn einer neuzeitlichen politischen Philosophie in Österreich – Georg Erasmus von Tschernembl.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Brennpunkte militärischer und politischer Ethik&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Schriftenreihe der Landesverteidigungsakademie.&amp;#039;&amp;#039; Band 4). Wien 2007, S.&amp;amp;nbsp;228–238 ([https://www.academia.edu/36165614/Beginn_einer_neuzeitlichen_politischen_Philosophie_in_%C3%96sterreich_Georg_Erasmus_von_Tschernembl_pdf academia.edu]).&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl= |autor=Lieselotte von Eltz|artikel=Georg Erasmus Frh. v. Tschernembl|band=26|spalten=1496-1500}}&lt;br /&gt;
* [[Peter Thaler]]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Conservative Revolutionary: Georg Erasmus von Tschernembl and the Ideology of Resistance in Early Modern Austria&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;History of European Ideas&amp;#039;&amp;#039;, 41 (2015) 4, S. 544–564.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Austriaforum|AEIOU/Tschernembl,_Georg_Erasmus_Freiherr_von}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=115353305|VIAF=52418873}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Tschernembl, Georg Erasmus von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reformierter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiherr]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tschernembl (Adelsgeschlecht)|Georg Erasmus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Schwertberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Österreich ob der Enns 1490–1784)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1567]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1626]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Tschernembl, Georg Erasmus von&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Tschernembl, Georg Erasmus Freiherr von&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Calvinist und Wortführer der Stände in Österreich ob der Enns&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=26. Januar 1567&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Schwertberg]], Oberösterreich&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=18. November 1626&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Genf]], Schweiz&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gmünder</name></author>
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