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	<title>Georg Benjamin - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;PatrickBrauns: /* Leben und Tod */</title>
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		<updated>2025-12-17T23:31:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Leben und Tod&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Georg Benjamin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[10. September]] [[1895]] in [[Berlin]] – [[26. August]] [[1942]] im [[KZ Mauthausen]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Kinderarzt]] und [[Widerstand gegen den Nationalsozialismus|Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus]]. Er war der Bruder des Philosophen [[Walter Benjamin]] und der Nationalökonomin [[Dora Benjamin]].&lt;br /&gt;
[[Datei:Georg-Benjamin-Portrait1926.jpg|mini|Georg Benjamin im Jahr 1926]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Tod ==&lt;br /&gt;
Benjamin stammte aus einer begüterten assimilierten jüdischen Familie. Er besuchte das [[Walther-Rathenau-Gymnasium|Grunewald-Gymnasium]] in Berlin und begann 1914 in [[Genf]] ein [[Mathematikstudium]], meldete sich dann jedoch freiwillig zum Kriegsdienst. Nach seiner zweiten Verwundung im Ersten Weltkrieg studierte er ab dem Sommersemester 1918 Chemie, Physik und [[Studium der Medizin|Medizin]] in Berlin, anschließend Medizin in [[Marburg]] und wieder Berlin.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klimpel&amp;quot;&amp;gt;[[Volker Klimpel]]: &amp;#039;&amp;#039;Ärzte-Tode. Unnatürliches und gewaltsames Ableben in neun Kapiteln und einem biographischen Anhang.&amp;#039;&amp;#039; Königshausen und Neumann, Würzburg 2005, ISBN 3-8260-2769-8, S. 73–75.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er schloss sich der Sozialen Arbeitsgemeinschaft an, einer losen Verbindung von Studenten und Arbeitern, und zog 1921 für einige Zeit in das [[Ledigenheim Berlin-Wedding]] in der Schönstedtstraße, um die Lebensbedingungen lediger Männer im Berliner [[Bezirk Wedding|Arbeiterbezirk Wedding]] kennenzulernen.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhild H. M. Komander: &amp;#039;&amp;#039;Der Wedding. Auf dem Weg von Rot nach Bunt.&amp;#039;&amp;#039; Berlin Story Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-929829-38-9, S. 179 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Mai 1922 bestand er an der [[Humboldt-Universität zu Berlin|Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin]] das Staatsexamen und wurde Ende des Jahres bei dem Sozialhygieniker [[Alfred Grotjahn]] mit einer Schrift &amp;#039;&amp;#039;Über Ledigenheime&amp;#039;&amp;#039; [[Promotion (Doktor)|promoviert]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hilde Benjamin |Titel=Georg Benjamin. Eine Biographie |Auflage=3. |Verlag=Hirzel |Ort=Leipzig |Datum=1987 |Seiten=45 |Kommentar=Faksimiles der Urkunden Bild 12-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1923 legte er an der Sozialhygienischen Akademie in [[Berlin-Charlottenburg]] die Facharztprüfung ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klimpel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Gesundbrunnen Badstraße 40.jpg|mini|Haus Badstraße 40, Wirkungsstätte Benjamins]]&lt;br /&gt;
Benjamins praktische Arbeit in der Medizin begann mit der Übernahme einer Assistenzarztstelle in der Säuglingsfürsorgeabteilung des Bezirks Wedding. Ab September 1924 arbeitete er zunächst aushilfsweise, nach einer sechsmonatigen Probezeit als amtlicher [[Schularzt|Schul-]] und [[Kinderarzt]] des Bezirks Wedding.&amp;lt;ref&amp;gt;Hilde Benjamin: &amp;#039;&amp;#039;Georg Benjamin. Eine Biographie.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Hirzel, Leipzig 1987, S. 51 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; In dieser Funktion unterhielt er ein Arztzimmer in der weltlichen Sammelschule in der [[Pankstraße]] im Ortsteil [[Berlin-Gesundbrunnen|Gesundbrunnen]] und verband die medizinische Betreuung von über 6000 Schulkindern seines Bezirks mit pädagogischen Tätigkeiten. So übernahm er die ärztliche Betreuung eines Erholungslagers für [[Arbeiterkinder]] und leitete [[Jugendweihe]]kurse.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Bernhard Müller |Titel=Wedding. Wege zu Geschichte und Alltag eines Berliner Arbeiterbezirkes |Verlag=Sattbuch |Ort=Berlin |Datum=1990 |Seiten=40 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Sommer 1931 war Georg Benjamin leitender Kinderarzt in einem Kinderlager sowjetischer Kinder in [[Heringsdorf]] ([[Usedom]]). Ein Bericht des zuständigen Polizeipräsidenten der Stadt [[Stettin]] nennt das Missfallen der Ortseinwohner über nackt herumlaufende, ruhestörende Kinder, Propagandaplakate und die Befürchtung, im Kinderheim würden „bolschewistische Geheimsitzungen mit deutschen Kommunisten abgehalten“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Bericht des Polizeipräsidenten Stettin an den Oberpräsidenten der Provinz Pommern |Verlag=Landesarchiv Berlin |Datum= |Seiten=3 |Kommentar=A Pr. Br. Rep. 030 Tit. 95, Nr. 21614}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als im Sozialistischen Ärztebund organisierter Arzt beteiligte sich Benjamin ab 1922 am Aufbau des [[Proletarischer Gesundheitsdienst|Proletarischen Gesundheitsdienstes]], bald auch als dessen 2.&amp;amp;nbsp;Vorsitzender. In dieser Position betrieb er die Wiedereingliederung dieser oppositionellen Gruppierung in den [[Arbeiter-Samariter-Bund]], aus dem er zeitweise ausgeschlossen wurde. Nach der Selbstauflösung des Proletarischen Gesundheitsdienstes im Jahr 1926 engagierte sich Benjamin in der linken Opposition gegen die Leitung des Arbeiter-Samariter-Bunds und gab dessen Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Der oppositionelle Arbeiter-Samariter&amp;#039;&amp;#039; heraus.&amp;lt;ref&amp;gt;Hartwig Hawerkamp: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte des Arbeiter-Samariter-Bundes von dessen Gründung (1888) bis zu dessen Verbot (1933).&amp;#039;&amp;#039; Monsenstein und Vannerdat, Münster 2012, ISBN 978-3-8405-0070-1, {{URN|nbn:de:hbz:6-39389500393}} (medizinische Dissertation, Universität Münster, 2012), S. 86–149.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daneben arbeitete er für die [[Internationale Arbeiterhilfe]]. Wissenschaftlich und sozialpolitisch widmete er sich den Themen [[Kinderarbeit]], [[Kinderfürsorge]] und -Ernährung sowie [[Schwangerschaftsabbruch#Deutsches Reich|Abtreibung]]. Nachdem er 1931 vom sozialdemokratischen Bezirksbürgermeister gemaßregelt und aus dem öffentlichen Dienst entlassen worden war, begann er eine ärztliche Tätigkeit an der sowjetischen Botschaft in Berlin und eröffnete eine Privatpraxis in der Nähe seiner Wohnung im Wedding.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klimpel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch aktiv wurde Benjamin ab 1920 zunächst in der [[Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands|USPD]] und ab 1922 in der [[Kommunistische Partei Deutschlands|KPD]].&amp;lt;ref&amp;gt;Laut Volker Klimpel: &amp;#039;&amp;#039;Ärzte-Tode&amp;#039;&amp;#039; (2005) trat er 1922 in die USPD und 1929 in die KPD ein.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1929 wurde er als Abgeordneter in die [[Bezirk Wedding#Wahlen zur Bezirksverordnetenversammlung|Bezirksverordnetenversammlung Wedding]] gewählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;heye&amp;quot;&amp;gt;[[Uwe-Karsten Heye]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Benjamins. Eine deutsche Familie.&amp;#039;&amp;#039; Aufbau-Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-351-03562-4, S. 37.&amp;lt;/ref&amp;gt; und bei den Wahlen im März 1933 wiedergewählt. Danach arbeitete er in der Bezirksleitung der illegalen KPD.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Marianne Brentzel]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Machtfrau: Hilde Benjamin 1902–1989.&amp;#039;&amp;#039; Links, Berlin 1997, ISBN 3-86153-139-9, S. 78.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wegen dieser Tätigkeit wurde er am 12. April 1933 in „[[Schutzhaft]]“ gestellt, kam nach der Untersuchungshaft Ende April in die [[Strafanstalt Plötzensee]] und im September in das neue [[KZ Sonnenburg]], aus dem er im Dezember 1933 entlassen wurde. Er wurde jedoch mit Berufsverbot belegt und aus der [[Kassenärztliche Vereinigung|Kassenärztlichen Vereinigung]] und der [[Ärztekammer (Deutschland)|Ärztekammer]] ausgeschlossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seiner Entlassung war er Mitarbeiter der illegalen Bezirksleitung Berlin-Brandenburg der KPD. Er schrieb Berichte über die Situation der Arbeiter in Berliner Großbetrieben und übersetzte Artikel aus französischen, englischen und russischen Zeitungen für die Zirkulation in deutschen Widerstandskreisen, darunter für den internen Gebrauch seiner Partei 1936, vor der erneuten Verhaftung, einen Artikel [[Georgi Dimitroff]]s aus der [[Prawda]]. Seine politische Betätigung führte zu einer erneuten Verhaftung am 14. Mai 1936 und zur Einlieferung in das [[KZ Columbia]] in Berlin, anschließend zur Untersuchungshaft im [[Justizvollzugsanstalt Moabit|Gefängnis Moabit]] und nach seiner Verurteilung wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“, im Oktober 1936, zu einer sechsjährigen Zuchthausstrafe, die er im [[Justizvollzugsanstalt Brandenburg a. d. Havel|Zuchthaus Brandenburg-Görden]] verbrachte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klimpel&amp;quot; /&amp;gt; Dort betraf ihn die immer stärker diskriminierende Benachteiligung jüdischer unter den politischen Häftlingen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Leonore Ansorg |Titel=Politische Häftlinge im nationalsozialistischen Strafvollzug: das Zuchthaus Brandenburg-Görden |Verlag=Metropol Verlag |Ort=Berlin |Datum=2015 |ISBN=978-3-86331-246-6 |Seiten=152–165}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Verbüßen dieser Haft stellte der abschließende Führungsbericht des Zuchthauses fest: „Die verbüßte Strafe hat den Juden in keiner Weise beeinflußt. Seine politische Einstellung muß auch jetzt noch negativ bewertet werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Verwaltung Zuchthaus Brandenburg-Görden |Titel=Häftlingspersonalakte Georg Benjamin |Verlag=Brandenburgisches Landeshauptarchiv |Ort=Potsdam |Datum=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dort kam er zunächst ins Arbeitslager Wuhlheide bei Berlin und wurde dann ins [[KZ Mauthausen]] verbracht, wo er im August 1942 kurze Zeit nach Einlieferung ums Leben kam. Die Überstellung ins KZ Mauthausen kam einem Todesurteil gleich. Im Transportbefehl der Gestapo war ausdrücklich vermerkt, eine Rückkehr des Kommunisten und Juden sei unerwünscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Lutz Herden: [https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/der-bruder &amp;#039;&amp;#039;Der Bruder – Literatur Bernd-Peter Lange erinnert an den Arzt und Kommunisten Georg Benjamin&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[der Freitag]]&amp;#039;&amp;#039;, 9. Januar 2020, S. 17&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Totenliste des Lagers gibt als Todesursache „Freitod durch Starkstrom“ an.&amp;lt;ref&amp;gt;Marianne Brentzel: &amp;#039;&amp;#039;Die Machtfrau [[Hilde Benjamin]] 1902–1989.&amp;#039;&amp;#039; Links, Berlin 1997, ISBN 3-86153-139-9, S. 284 ff., [https://books.google.de/books?id=Y-AlsaOGrJwC&amp;amp;pg=PA284 books.google.de];&amp;lt;/ref&amp;gt; Ähnlich spricht die Mitteilung der Kommandantur des KZ Mauthausen an die Witwe vom „Selbstmord durch Berühren der Starkstromleitung“, während die Sterbeurkunde nur erwähnt, der „Arzt Israel Georg Benjamin“ sei am 26. August 1942 um 1.30 nachts verstorben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hilde Benjamin |Titel=Georg Benjamin. Eine Biographie |Verlag=Hirzel Verlag |Ort=Leipzig |Datum=1987 |Seiten=60 u. Bilder 62 und 63}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Hilde Spiel]] schreibt dagegen in ihrer Autobiografie, dass Benjamin erschlagen worden sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexandra Kleinlercher: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Wahrheit und Dichtung: Antisemitismus und Nationalsozialismus bei [[Heimito von Doderer]].&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Wien 2011, ISBN 978-3-205-78605-4, S. 95, [https://books.google.de/books?id=donXEmtx7ckC&amp;amp;pg=PA95 books.google.de]&amp;lt;/ref&amp;gt; Benjamins Grab befindet sich auf dem [[Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf]] im Feld B I-W II-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Berlin Friedrichsfelde Zentralfriedhof, Pergolenweg - Benjamin 03.jpg|mini|Inschrift für Georg Benjamin am Grabstein seiner Frau und seines Sohnes in der [[Gräberanlage Pergolenweg|Gräberanlage „Pergolenweg“]] des Berliner [[Zentralfriedhof Friedrichsfelde|Zentralfriedhofs Friedrichsfelde]]]]&lt;br /&gt;
Georg Benjamin kam aus einer liberalen großbürgerlichen Familie, in der die junge Generation politisch bewusst und teilweise auch politisch aktiv wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Howard Eiland, Michael W. Jennings |Titel=Walter Benjamin. A Critical Life |Verlag=Harvard University Press |Ort=London / Cambridge MA |Datum=2014 |Seiten=12–20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies galt am radikalsten für ihn selbst, seit er seinen Wohnort vom Elternhaus im [[Berlin-Grunewald|Grunewald]] in proletarisch geprägte Gebiete [[Berlin-Friedrichshain]]s und schließlich dauerhaft [[Berlin-Wedding]]s, vor seiner Verhaftung 1933 auch kurzzeitig nach Berlin-Pankow, verlegte. Hier zog er vom [[Ledigenheim Berlin-Wedding]] 1923 in eine kleine Wohnung in der Nazarethkirchstraße, nach der Heirat 1926 in eine geräumige Wohnung in der [[Siedlung Schillerpark|Neubausiedlung von Bruno Taut am Schillerpark]], wo er mit seiner Ehefrau in einer Straßenzelle der KPD arbeitete. 1931 bezogen beide eine Wohnung an den sogenannten [[Pankehallen]] der Tresorfabrik Ade-Arnheim in der [[Badstraße (Berlin)|Badstraße]] am Gesundbrunnen. Georg Benjamins Bruder war der Philosoph Walter Benjamin, der zwar keiner Partei angehörte, aber seit den 1920er-Jahren mit dem Kommunismus sympathisierte. Walter Benjamin wurde von Freunden des Öfteren die politische Betätigung seines Bruders als Vorbild vorgehalten, so etwa von der lettischen Aktivistin [[Asja Lācis|Asja Lacis]]. Die Brüder verband ein lebenslanges Interesse an [[Denkaufgabe]]n und dem [[Schach]]spiel.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernd-Peter Lange: [https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/1942-schach-kassiber &amp;#039;&amp;#039;1942. Schach-Kassiber.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[der Freitag]].&amp;#039;&amp;#039; Ausgabe 35/15, 27. August 2015, S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Ehefrau [[Hilde Benjamin]] war Anwältin. Sie war wie er in der KPD tätig und daneben für die [[Rote Hilfe Deutschlands|Rote Hilfe]] der KPD aktiv. Als Vizepräsidentin des [[Oberstes Gericht der DDR|Obersten Gerichts der DDR]] war sie für viele [[Schauprozess]]e und Todesurteile verantwortlich, ab 1953 war sie [[Ministerium der Justiz (DDR)|Justizministerin der DDR]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Georgs Sohn [[Michael Benjamin|Michael]] wurde 1932 geboren, war nach den Rassengesetzen „[[Nürnberger Gesetze#Reichsbürgergesetz|Halbjude]]“ und wurde deshalb bis 1945 diskriminiert. Er war an der [[Deutsche Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft|Akademie für Staat und Recht]] in Potsdam wissenschaftlich tätig und wurde nach 1990 als Repräsentant der [[Kommunistische Plattform|Kommunistischen Plattform]] in der [[Partei des Demokratischen Sozialismus|PDS]] und bis zu seinem Tod (2000) bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörn Schütrump: [http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Utopie_kreativ/119/119_Benjamin.pdf Michael Benjamin (1932–2000)] (PDF) Nachruf in: &amp;#039;&amp;#039;Utopie kreativ&amp;#039;&amp;#039;, Heft 119, September 2000, [[Rosa-Luxemburg-Stiftung]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Cousine war die Dichterin [[Gertrud Kolmar]], die auch nach Benjamins Inhaftierung engen Kontakt zur Familie unterhielt. Sie wurde 1943 als Jüdin umgebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schwester von Walter und Georg, Dora Benjamin, arbeitete in verschiedenen Bereichen der Berliner Sozialfürsorge, ging 1933 ins Exil und starb mit fünfundvierzig Jahren 1946 in der Schweiz.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eva Schöck-Quinteros]]: &amp;#039;&amp;#039;Dora Benjamin: „…&amp;amp;nbsp;denn ich hoffe nach dem Krieg in Amerika arbeiten zu können.“ Stationen einer vertriebenen Wissenschaftlerin (1901–1946).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Barrieren und Karrieren. Die Anfänge des Frauenstudiums in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2000, S. 71–102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Eva Schöck-Quinteros: [http://www.scheinschlag.de/archiv/2001/04_2001/texte/28.html „Kinderarbeit ist eine Kulturschande“. Dora Benjamin (1901 Berlin 1946 Zürich).] In: &amp;#039;&amp;#039;[[scheinschlag]]&amp;#039;&amp;#039;, 04/2001&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ehefrau von Walter Benjamin, die ebenfalls Dora hieß, wurde durch den veröffentlichten Briefwechsel des Philosophen bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Darstellung Benjamins in der bildenden Kunst ==&lt;br /&gt;
* [[Margret Middell]]: Porträt Dr. Georg Benjamin (1966, Porträtbüste, Bronze)&amp;lt;ref&amp;gt;Bildende Kunst, Berlin, 2/1968, S. 93 (Abbildung)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* [[Heinz Mamat]]: Porträtplastik Dr. Georg Benjamin (1985, Bronze) auf dem Gelände der LEAG in Jänschwalde &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedenktafel Badstr 40 (Gesund) Georg Benjamin.jpg|mini|[[Berliner Gedenktafel]] in [[Berlin-Gesundbrunnen]] (Badstraße&amp;amp;nbsp;40)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Berlin erinnern zwei Gedenktafeln an die Stätten seines Wirkens:&lt;br /&gt;
* Badstraße 40, [[Berlin-Gesundbrunnen]] (ehemals Bezirk Wedding)&lt;br /&gt;
* Binzstraße 50, [[Berlin-Pankow]]&lt;br /&gt;
In [[Berlin-Staaken]], Schulstr. 13, ehrt ihn auf dem Gelände des ehemaligen Kreiskrankenhauses Nauen Dr. Georg Benjamin ein [[Denkmäler in Spandau#Gedenkstein Dr. Georg Benjamin (ca. 1960)|Gedenkstein]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benjamins Name ist in der [[Gedenkstätte der Sozialisten]] in Berlin-Friedrichsfelde als Mitglied des antifaschistischen Widerstands aufgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1992 trug eine Schule für [[Körperbehindert]]e in [[Berlin-Lichtenberg]], die nun Carl-von-Linné-Schule heißt, Benjamins Namen. Eine an dieser Spezialschule angebrachte Tafel ist entfernt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine im Sommer 1951 am Weddinger Nettelbeckplatz aufgestellte Gedenktafel für „Hingerichtete und ermordete Weddinger Antifaschisten“, die Georg Benjamins Namen enthielt, wurde bald von Unbekannten entfernt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ursula Schröter |Hrsg=Berliner Geschichtswerkstatt |Titel=Nichts ist vergessen. Die Opfer des Faschismus von der Befreiung bis zur Spaltung |Sammelwerk=Der Wedding – hart an der Grenze. Weiterleben in Berlin nach dem Krieg |Verlag=Nishen |Ort=Berlin |Datum=1987 |Seiten=155}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das NVA-Kurheim [[Sorge (Harz)]] (ehemalige [[Johanniter-Heilstätte Sorge]]) trug bis 1989 ebenso seinen Namen wie das Kreiskrankenhaus in [[Berlin-Staaken|Staaken-West]] in der DDR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akademie der Gesundheit Berlin/Brandenburg e.&amp;amp;nbsp;V. in [[Berlin-Buch]] hieß von 1974 bis 1990 „Medizinische Fachschule Dr. Georg Benjamin“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bergarbeiterkrankenhaus des Gesundheitswesens der [[Wismut (Unternehmen)|SDAG Wismut]] in Erlabrunn/Erzgebirge, heute „Kliniken Erlabrunn gGmbH“, trug bis 1992 den Namen „Bergarbeiterkrankenhaus Dr. Georg Benjamin“.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Klußmann: &amp;#039;&amp;#039;Psychosomatische Medizin: Eine Übersicht&amp;#039;&amp;#039;. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 1992, S. 464&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Rehabilitationszentrum Erlabrunn Erzgebirge: Stätte der medizinischen und beruflichen Rehabilitation&amp;#039;&amp;#039;, 16-seitige Broschüre des Rehabilitationszentrums für Berufsbildung beim Bergarbeiterkrankenhaus „Dr.&amp;amp;nbsp;Georg Benjamin“, Erlabrunn 1963&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1974 wurde die neu angelegte [[Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Buch#Georg-Benjamin-Straße*|Georg-Benjamin-Straße]] in [[Berlin-Buch]] nach ihm benannt. Auch in [[Schwerin]] befindet sich eine &amp;#039;&amp;#039;Dr.-Georg-Benjamin-Straße&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeitschriftenbeiträge (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Der sozialistische Arzt]]. Vierteljahreszeitschrift des „Vereins sozialistischer Ärzte“.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Ausbau der Schulhygiene.&amp;#039;&amp;#039; Band II (1926), Heft 4 (Dezember), S. 13–17; {{archive.org |DSA_II_1926_1 |Blatt=n13}}.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Leitsätze zum Ausbau der Sozialhygiene.&amp;#039;&amp;#039; Band III (1928), Heft 4 (April), S. 18 f.; {{archive.org |DSA_III_1928_4 |Blatt=n17}}.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Die gesundheitlichen Verhältnisse des deutschen Volkes im Jahre 1926.&amp;#039;&amp;#039; Band III (1928), Heft 4 (April), S. 32–34; {{archive.org |DSA_III_1928_4 |Blatt=n31}}.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Das „unpolitische“ Deutsche Ärzteblatt.&amp;#039;&amp;#039; Band VIII (1932), Heft 11–12 (November–Dezember), S. 175 f.; {{archive.org |DSA_VIII_1932_9-10 |Blatt=n15}}.&lt;br /&gt;
* Schriften in: Irina Winter: &amp;#039;&amp;#039;Georg Benjamin – Arzt und Kommunist.&amp;#039;&amp;#039; VEB Volk und Gesundheit, Berlin 1962:&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Sozialhygienische und gesundheitspolitische Fragen.&amp;#039;&amp;#039; S. 57–97.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Zu Fragen der Kinderarbeit in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; S. 99–119.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Schulhygiene.&amp;#039;&amp;#039; S. 121–143.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Gewerbehygiene,&amp;#039;&amp;#039; S. 145–182.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hilde Benjamin]]: &amp;#039;&amp;#039;Georg Benjamin. Eine Biographie.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Hirzel, Leipzig 1987, ISBN 3-7401-0105-9.&lt;br /&gt;
* [[Michael Benjamin]]: &amp;#039;&amp;#039;Gedanken an meinen Vater&amp;#039;&amp;#039;. In: Berliner Geschichtswerkstatt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Am Wedding haben sie gelebt. Lebenswege jüdischer Bürgerinnen und Bürger.&amp;#039;&amp;#039; Überarbeitete Neuausgabe. Verlag Walter Frey, Berlin 2022 (Wedding-Bücher; 8), ISBN 978-3-946327-33-2, S. 50–55.&lt;br /&gt;
* [[Marianne Brentzel]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Machtfrau. Hilde Benjamin 1902–1989.&amp;#039;&amp;#039; Links, Berlin 1997, passim, ISBN 3-86153-139-9.&lt;br /&gt;
* [[Uwe-Karsten Heye]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Benjamins. Eine deutsche Familie.&amp;#039;&amp;#039; Aufbau, Berlin 2014, ISBN 978-3-351-03562-4.&lt;br /&gt;
* [[Volker Klimpel]]: &amp;#039;&amp;#039;Ärzte-Tode. Unnatürliches und gewaltsames Ableben in neun Kapiteln und einem biographischen Anhang.&amp;#039;&amp;#039; Königshausen und Neumann, Würzburg 2005, ISBN 3-8260-2769-8, S. 73–75.&lt;br /&gt;
* [[Luise Kraushaar]] et al.: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Widerstandskämpfer 1933–1945. Biographien und Briefe.&amp;#039;&amp;#039; Dietz, Berlin 1970, Band 1, S. 112–115.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Bernd-Peter Lange (Anglist)|Bernd-Peter Lange]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Georg Benjamin. Ein bürgerlicher Revolutionär im roten Wedding&lt;br /&gt;
   |Verlag=Walter Frey&lt;br /&gt;
   |Ort= [[Berlin]]&lt;br /&gt;
   |Datum=2019&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-946327-17-2}}&lt;br /&gt;
* [[Hans-Rainer Sandvoß]]: &amp;#039;&amp;#039;Widerstand in Wedding und Gesundbrunnen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Schriftenreihe über den Widerstand in Berlin von 1933 bis 1945.&amp;#039;&amp;#039; {{ISSN|0175-3592}}, Band 14). Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin 2003, speziell S. 289 f.&lt;br /&gt;
* Heike Stange: &amp;#039;&amp;#039;Georg Benjamin: Arzt im Wedding.&amp;#039;&amp;#039; In: Berliner Geschichtswerkstatt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Am Wedding haben sie gelebt. Lebenswege jüdischer Bürgerinnen und Bürger.&amp;#039;&amp;#039; Überarbeitete Neuausgabe. Verlag Walter Frey, Berlin 2022 (Wedding-Bücher; 8), ISBN 978-3-946327-33-2, S. 44–49.&lt;br /&gt;
* [[Hermann Wentker]]: &amp;#039;&amp;#039;Justiz in der SBZ/DDR 1945–1953. Transformation und Rolle ihrer zentralen Institutionen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 51). Oldenbourg, München 2001, ISBN 3-486-56544-3, S. 60–63.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Georg Benjamin}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://luise-berlin.de/Gedenktafeln/lic/b/benjamin_georg.htm &amp;#039;&amp;#039;Benjamin, Georg&amp;#039;&amp;#039;.] In: Ehrungsverzeichnis des [[Luisenstädtischer Bildungsverein|Luisenstädtischen Bildungsvereins]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118509020|LCCN=n2014031676|VIAF=62339809}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Benjamin, Georg}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Widerstand gegen den Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Todesopfer im KZ Mauthausen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Opfer der NS-Justiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftling im KZ Sonnenburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftling im KZ Columbia]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pädiater]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:USPD-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KPD-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Walter Benjamin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1895]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1942]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Benjamin, Georg&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Kinderarzt und Widerstandskämpfer&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=10. September 1895&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=26. August 1942&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[KZ Mauthausen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;PatrickBrauns</name></author>
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