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	<title>Geofakt - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T21:45:06Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Geofakt&amp;diff=62853&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: https, deutsch, Kleinkram</title>
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		<updated>2023-12-08T15:12:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;https, deutsch, Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Eolith 04 Boule.png|mini|Geofakt oder Eolith]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Geofakt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pseudoartefakt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein auf natürliche Weise modifiziertes [[Geröll]], das [[Artefakt (Archäologie)|artefakt]]artige, wie von Menschen geschaffene Merkmale aufweist. Die Merkmale, die bei [[Abschlag (Archäologie)|Abschlägen]] und [[Kern (Archäologie)|Kernen]] durch intentionelle Bearbeitung entstehen, sind bei Geofakten ausschließlich durch Naturkräfte entstanden. Geofakte können Merkmale aufweisen, die eine menschliche Bearbeitung vorspiegeln: Schlagbuckel, Schlagfläche und Schlagnarbe, die auf eine punktförmige Bruchinitialisierung hindeuten, sowie randliche [[Retusche (Archäologie)|Retuschen]], die durch eine gerichtete mechanische Beanspruchung der Kante entstehen, etwa durch Umlagerung (&amp;#039;&amp;#039;vgl. Grafik bei [[Abschlag (Archäologie)|Abschlag]]&amp;#039;&amp;#039;). Solche der Bearbeitung durch gezieltes Schlagen oft sehr ähnlich sehende Bestoßungen können durch Abrollung und Gegeneinanderschlagen in [[Schotter]]n hervorgerufen werden. Passende Szenarien für die Bestoßung bieten auch schnellfließende Gewässer, die Brandung, Erd- oder Eisdruck, Wind-, Temperatur- und Feuchtigkeitsänderungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eolithenstreit ==&lt;br /&gt;
In der Forschungsgeschichte der [[Archäologie]] wurde zunächst das Wort &amp;#039;&amp;#039;Eolith&amp;#039;&amp;#039; (von [[Altgriechische Sprache|griech.]] &amp;#039;&amp;#039;eos&amp;#039;&amp;#039;, die Morgenröte, und &amp;#039;&amp;#039;lithos&amp;#039;&amp;#039;, der Stein) verwendet, um bearbeitet wirkende Geröllgeräte zu beschreiben. Der Begriff „Éolithique“ (Eolithikum) fand bereits 1883 bei [[Gabriel de Mortillet]] in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;Le préhistorique: antiquité de l&amp;#039;homme&amp;#039;&amp;#039; für die Beschreibung des ältesten urgeschichtlichen Zeitalters Verwendung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gabriel de Mortillet]]: &amp;#039;&amp;#039;Le préhistorique. Antiquité de l&amp;#039;homme&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bibliothèque des Sciences Contemporaines.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 8, {{ZDB|919172-0}}). C. Reinwald, Paris 1883 (z.&amp;amp;nbsp;B. Seite 22).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bezüglich der ältesten Objekte waren viele Wissenschaftler im ausgehenden 19. Jahrhundert irrtümlicherweise überzeugt, dass sogar in den Schichten des [[Tertiär]]s gefundene Eolithen, die mit heutigem Wissen auf ca. 25 Mio. Jahre zu datieren sind, menschliche Werkzeuge seien. Das Eolithikum – die vermeintliche „Morgenröte der Menschheit“ – dessen geologisches Alter zu dieser Zeit kaum abschätzbar war, sei demnach bereits mit [[Steinwerkzeug]]en verbunden gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anderer Einschätzung waren zum Beispiel [[Marcellin Boule]], [[Henri Breuil]] und [[Hugo Obermaier]], die ihre Ansichten im Jahre 1905 äußerten. Marcellin Boule publizierte 1905 Beobachtungen aus der Schottermühle von [[Mantes-la-Ville]]. In solchen „Kreidemühlen“ wurden [[Feuerstein]]e industriell zermahlen. Im Ergebnis fand er massenhaft Eolithen, die alle Merkmale menschlicher Bearbeitung aufwiesen, bis zu hauchdünnen Klingen, die für das [[Magdalénien]] typisch wären. Die besonders im Jahre 1905 intensiv geführte Diskussion wird als „Eolithenstreit“ bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;S. Hazzledine Warren: &amp;#039;&amp;#039;On the Origin of Eoliths.&amp;#039;&amp;#039; – In: &amp;#039;&amp;#039;Man.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 5, 1905, {{ISSN|0025-1496}}, S. 179–183.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen Widerhall fand die Diskussion auch in der Dezembersitzung der [[Deutsche Geologische Gesellschaft|Deutschen Geologischen Gesellschaft]] des Jahres 1905, als [[Hans Hahne (Prähistoriker)|Hans Hahne]] die Unterschiede zwischen Geofakten aus Kreidemühlen und Artefakten erläuterte. Die Diskussion wurde angeheizt durch die unterschiedliche Bewertung von Schotterfunden in deutschen Fundplätzen, zum Beispiel in der so genannten „Parkkiesgrube“ von [[Hundisburg]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Max Blanckenhorn]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Frage der Manufakte im Diluvium der Magdeburger und Neuhaldenslebener Gegend.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 57, 1905, {{ISSN|0012-0189}}, S. 220–222.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Favreau: &amp;#039;&amp;#039;Neue Funde aus dem Diluvium in der Umgebung von Neuhaldensleben, insbesondere der Kiesgrube am Schloßpark von Hundisburg.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Ethnologie.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 37, H. 2/3, 1905, {{ISSN|0044-2666}}, S. 275–284.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu unterstützte [[Fritz Wiegers]] die Arbeiten von Breuil und Obermaier.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Wiegers: &amp;#039;&amp;#039;Die natürliche Entstehung der Eolithe im norddeutschen Diluvium.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 57, 1905, S. 485–514.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geofakte als Kunstwerke ==&lt;br /&gt;
Seit [[Jacques Boucher de Perthes]], dem Entdecker altpaläolithischer Artefakte und verdienten Amateur-Vorgeschichtsforscher, wurden in Geofakten immer wieder figürliche Kleinkunstwerke gesehen (vgl. [[Altpaläolithische Kleinkunst]]). Hier regen zufällig entstandene, figürlich wirkende Naturspiele die Fantasie des Betrachters an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktuelle Bewertung ==&lt;br /&gt;
Unter Umständen ist die Entscheidung, ob es sich um ein Geofakt oder um ein von Menschen hergestelltes Steinartefakt handelt, nicht einfach. In diesem Fall kann der Fundkontext zur Entscheidungsfindung dienen (vgl. [[Befund (Archäologie)|Befund]]). Gibt es in der Nähe weitere Spuren menschlicher Aktivität, zum Beispiel Siedlungen, liegt der Schluss nahe, dass es sich um ein Artefakt handelt. Einen isoliert gefundenen angeschlagenen Stein wird man eher als Geofakt einordnen. Auch Geofakte eignen sich unter Umständen als Werkzeuge und können daher in Einzelfällen von [[Hominini|Homininen]] benutzt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heutige Plädoyers für die Anerkennung der Eolithen als Artefakte erfolgen in der Regel nur noch aus weltanschaulichen Gründen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web | url=https://evobioblog.de/vergessene-archaeologie-steinwerkzeuge-so-alt-wie-dinos/ | title=Vergessene Archäologie: Steinwerkzeuge so alt wie Dinos? | publisher=AG EvoBio | author=Martin Neukamm | date=2017-06-26 | accessdate=2019-04-19}} ({{Digitalisat|https://www.ag-evolutionsbiologie.net/pdf/2017/vergessene-archaeologie.pdf}})&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.praehistorische-archaeologie.de/wissen/artefakte/bestimmen/schlagmerkmale/ Geo- und Artefakte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fachbegriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erosion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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