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	<title>Generative Grammatik - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-27T04:31:58Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Generative_Grammatik&amp;diff=271654&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Alazon: &quot;Grammatik kommt von Grammatik&quot; nicht sinnvoll</title>
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		<updated>2026-03-22T16:48:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&amp;quot;Grammatik kommt von Grammatik&amp;quot; nicht sinnvoll&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Generative Grammatik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{laS|generare}} ‚erzeugen‘) oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Erzeugungsgrammatik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist der Oberbegriff für [[Grammatik]]-Modelle, mit deren Regelsystem sich die Sätze einer [[Natürliche Sprache|Sprache]] &amp;#039;&amp;#039;generieren&amp;#039;&amp;#039; lassen. Dies steht im Gegensatz zu Grammatiken, die ausschließlich die vorfindbaren Phänomene beschreiben. Eine generative Grammatik besteht also nicht nur aus Regeln, die Sätzen Strukturbeschreibungen zuordnen, sondern sie verlangt zudem ein Erzeugungssystem, das nur genau die Strukturbeschreibungen korrekter Sätze herleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptvertreter ist [[Noam Chomsky]] mit der von ihm entwickelten [[Generative Transformationsgrammatik|generativen Transformationsgrammatik]], die im Rahmen der sogenannten [[Interpretative Semantik#The Linguistics Wars - Lakoff gegen Chomsky|&amp;#039;&amp;#039;Linguistics Wars&amp;#039;&amp;#039;]] kontrovers diskutiert und – als Reaktion darauf – in verschiedenen Varianten verändert wurde. In diesem Zusammenhang entstanden auch weitere, alternative, generative Grammatik-Konzeptionen. Infolgedessen bedeutet der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;eine generative Grammatik&amp;#039;&amp;#039; eine bestimmte Art von Grammatikmodell, während die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Generative Grammatik (GG)&amp;#039;&amp;#039; oft als Eigenname für Chomskys Theorie dient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgangsfrage: Woher „weiß“ der Mensch zu sprechen? ==&lt;br /&gt;
Die grundlegende Antwort der generativen Grammatik auf diese Frage lautet: Das Vermögen des Menschen zu sprechen, d.&amp;amp;nbsp;h. grammatikalisch korrekte Aussagen zu machen, fußt auf kognitiven Strukturen, die genetisch vererbt sind. Mit dieser Annahme grenzt sich die generative Grammatik vom [[Behaviorismus]] ab, der davon ausgeht, dass der Mensch ohne angeborene Fähigkeiten –&amp;amp;nbsp;als [[tabula rasa]]&amp;amp;nbsp;– geboren wird und so das Sprechen ausschließlich durch [[Imitationslernen|Imitation seiner Umwelt]] lernen muss. (In diesem Kontext wird in der Linguistik von der [[Kognitive Wende|kognitiven Wende]] gesprochen.) Zwar lernen Kinder das „Wortmaterial“ durch ihre Umwelt kennen – die Anlagen jedoch zu dem Wissen, wie dieses Material grammatisch korrekt zu Sätzen verarbeitet werden kann, d.&amp;amp;nbsp;h. wie „richtige“ Sprache erzeugt wird, sind genetisch vererbt. Im Prozess des Spracherwerbs werden diese Anlagen zu konkreten Sprachbildungsfähigkeiten einer bestimmten Sprache ausgebildet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schwarz&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Monika Schwarz |Titel=Einführung in die kognitive Linguistik |Verlag=Francke |Ort=Tübingen / Basel |Datum=1996 |ISBN=3-7720-1695-2 |Seiten=13–15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
Häufig wird der Begriff auch synonym zu [[generative Transformationsgrammatik]] verwendet, womit alle generativen Grammatiken mit Transformationsregeln gemeint sind. Allerdings gibt es auch eine weitere Auffassung des Begriffs „generative Grammatik“, unter die dann auch alternative [[Grammatik]]-Modelle wie die &amp;#039;&amp;#039;[[Head-driven Phrase Structure Grammar]]&amp;#039;&amp;#039; („kopfgesteuerte [[Phrasenstrukturgrammatik]]“) oder die [[lexikalisch-funktionale Grammatik]] fallen. Die formalen Grundlagen dieser Ansätze wurden jedoch in den 1990er Jahren überarbeitet, so dass diese Modelle nicht mehr zu den generativen Grammatiken im engeren Sinne gehören.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Geoffrey K. Pullum, Barbara C. Scholz |Titel=On the Distinction between Generative-Enumerative and Model-Theoretic Syntactic Frameworks |Sammelwerk=Logical Aspects of Computational Linguistics: 4th International Conference |Reihe=Lecture notes in computer science |Nummer=2099 |Verlag=Springer Verlag |Ort=Berlin |Datum=2001 |ISBN=3-540-42273-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefan Müller |Titel=Grammatiktheorie |Reihe=Stauffenburg Einführungen |NummerReihe=20 |Verlag=Stauffenburg |Ort=Tübingen |Datum=2010 |ISBN=978-3-86057-294-8 |Kapitel=11.2 |Online=[http://hpsg.fu-berlin.de/~stefan/Pub/grammatiktheorie.html hpsg.fu-berlin.de]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den meisten Fällen ist eine generative Grammatik in der Lage, mithilfe [[Rekursion|rekursiver]] Regeln und einer endlichen Zahl von [[Lexem]]en eine unendliche Zahl an Sätzen zu generieren. Diese Eigenschaft ist sehr wünschenswert für ein Modell [[Natürliche Sprache|natürlicher Sprachen]], da menschliche [[Gehirn]]e nur eine endliche Kapazität haben, die Anzahl der möglichen grammatischen Sätze jeder [[Einzelsprache]] aufgrund deren [[Rekursion|Rekursivität]] aber unendlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzungen ==&lt;br /&gt;
Generative Grammatik muss von traditioneller Grammatik unterschieden werden, da letztere oft stark [[präskriptiv]] (statt [[Deskriptive Linguistik|deskriptiv]]) und nicht mathematisch explizit ist und sich meist mit einer relativ kleinen Menge einzelsprachspezifischer syntaktischer Phänomene befasst. Genauso sollte die generative Grammatik von anderen deskriptiven Herangehensweisen unterschieden werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. den verschiedenen [[Funktionale Grammatik|funktionalen]] Grammatiktheorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Grammatik und Strukturalismus ===&lt;br /&gt;
Die generative Transformationsgrammatik baut auf den modernen amerikanischen Strukturalismus auf,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hom2000&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Dietrich Homberger |Titel=Sachwörterbuch zur Sprachwissenschaft |Verlag=Reclam |Ort=Stuttgart |Datum=2000 |ISBN=3-15-010471-8 |Kommentar=Strukturalismus}}&amp;lt;/ref&amp;gt; andererseits bestehen deutliche Unterschiede zum herkömmlichen [[Strukturalismus]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pelz169&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heidrun Pelz |Titel=Linguistik |TitelErg=Eine Einführung |Verlag=Hoffmann und Campe |Ort=Hamburg |Datum=1996 |ISBN=3-455-10331-6 |Seiten=169 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die generative Grammatik soll einen Paradigmenwechsel von der strukturalistischen Sprachwissenschaft weg vollzogen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dürr115&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Dürr, Peter Schoblinski |Titel=Deskriptive Linguistik: Grundlagen und Methoden |Auflage=3 |Verlag=Vandenhoeck und Ruprecht |Ort=Göttingen |Datum=2006 |ISBN=3-525-26518-2 |Seiten=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und „eine grundlegende Neuorientierung in die Sprachwissenschaft gebracht“ haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pelz169&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Unterschiede zwischen dem Strukturalismus (dann im engeren Sinn) und der generativen Transformationsgrammatik werden benannt:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pelz179&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heidrun Pelz |Titel=Linguistik |Datum=1996 |Seiten=179}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Strukturalismus&lt;br /&gt;
! generative Transformationsgrammatik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|beschreibend&lt;br /&gt;
|erzeugend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|statisch (endliches Corpus)&lt;br /&gt;
|dynamisch, Sprache als enérgeia&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|von der [[Parole (Sprachwissenschaft)|parole]] realer Sprecher ausgehend&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
von der [[langage]] (= [[Kompetenz (Sprachwissenschaft)|Kompetenz]]) des idealen Sprechers ausgehend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|empirisch&lt;br /&gt;
|mentalistisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pelz179&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Orientierung an den Naturwissenschaften&lt;br /&gt;
|Orientierung am philosophischen [[Rationalismus]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Orientierung am [[Positivismus]]&lt;br /&gt;
|Orientierung an mathematischen und [[Automatentheorie|automaten-theoretischen]] Modellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chomskys syntax-betonte generative Grammatik ==&lt;br /&gt;
Spricht man von generativer Grammatik, ist zumeist die von Chomsky entwickelte gemeint, die zwar mit der Standardtheorie auch semantische Komponenten (Weiteres unter: [[Interpretative Semantik]]) einbezog, jedoch die syntaktische Komponente in das Zentrum stellte. Semantische Repräsentationen werden nach diesem Modell aus den syntaktischen Repräsentationen abgeleitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtmodell enthält neben dem zentralen syntaktischen Modul und dem semantischen Modul ein [[Phonologie|phonologisches]] Modul, das aus den syntaktischen Strukturen und den lexikalischen Wortformen durch sukzessive Anwendung von Regeln eine phonetische Repräsentation erzeugt. Das grundlegende Werk dazu ist &amp;#039;&amp;#039;The Sound Pattern of English&amp;#039;&amp;#039; (1968) von Chomsky und [[Morris Halle]]. Das Grammatikmodell wird auch als &amp;quot;T-Modell&amp;quot; beschrieben, da es von der syntaktischen Basis ausgehend eine Verzweigung in das semantische Modul einerseits und in das phonologische Modul andererseits gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklungsstadien der generativen Grammatik Chomskys ===&lt;br /&gt;
Die generative Grammatik hat bei Chomsky mehrere Entwicklungsstadien durchlaufen:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dürr115&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pelz174&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heidrun Pelz |Titel=Linguistik |Datum=1996 |Seiten=174 ff. |Kommentar=„Erste Version“ – ST – EST – RST – GB, dabei die generative Semantik zwischen ST und EST anführend}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1955–1964: frühe Transformationsgrammatik (Chomskys &amp;#039;&amp;#039;Syntactic Structures&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* 1965–1970: Standardtheorie (ST, Chomskys &amp;#039;&amp;#039;Aspekte&amp;#039;&amp;#039;-Modell)&lt;br /&gt;
* 1967–1980: Erweiterte Standardtheorie (EST) bzw. Revidierte Erweiterte Standardtheorie (REST) (Konzept der Modularität)&lt;br /&gt;
* seit 1980: [[Rektions- und Bindungstheorie|&amp;#039;&amp;#039;Government and Binding Theory&amp;#039;&amp;#039; (GB)]]&lt;br /&gt;
* 1990er Jahre: „[[Minimalistisches Programm]]“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bezug zur Chomsky-Hierarchie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Chomsky-hierarchy.svg|200px|mini|alt=The Chomsky hierarchy.|Die formalen Grammatiken der Chomsky-Hierarchie: uneingeschränkt formale (Typ 0), kontextsensitive (Typ&amp;amp;nbsp;1), kontextfreie (Typ&amp;amp;nbsp;2) und reguläre Grammatiken (Typ&amp;amp;nbsp;3)]]&lt;br /&gt;
Generative Grammatiken können mit Hilfe der [[Chomsky-Hierarchie]] verglichen und beschrieben werden, die von Noam Chomsky in den 50er Jahren entworfen wurde. Diese ordnet eine Reihe von verschiedenen Typen [[Formale Grammatik|formaler Grammatiken]] nach ansteigender expressiver Kraft. Sie unterscheiden sich durch ihre Symbol- (Terminal- und Nichtterminal-Symbole) und Produktionsregelsysteme und müssen verschiedenen genau festgelegten Überprüfungsmethoden (z.&amp;amp;nbsp;B. durch [[Turingmaschine]]n) genügen. Typ&amp;amp;nbsp;0 (uneingeschränkt formale Grammatiken) schließt alle formalen Grammatiken ein. Die einfachsten Typen sind die [[Reguläre Grammatik|regulären Grammatiken]] (Typ&amp;amp;nbsp;3). Nach Chomsky sind sie nicht zur Abbildung natürlicher Sprachen geeignet, da sie keine Sätze in einer hierarchischen Anordnung ([[Hypotaxe]]) modellieren können, welche seiner Meinung nach für das menschliche Kommunikationssystem typisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Anforderungen werden dagegen die auf einer höheren Komplexitätsstufe stehenden [[Kontextsensitive Grammatik|kontextsensitiven Grammatiken]] (Typ&amp;amp;nbsp;1) und [[Kontextfreie Grammatik|kontextfreien Grammatiken]] (Typ&amp;amp;nbsp;2) gerecht, z.&amp;amp;nbsp;B. Chomskys „Phrasenstrukturgrammatik“, in der die Ableitung eines Satzes als [[Baum (Datenstruktur)|Baumstruktur]] dargestellt wird. Dieser Ansicht zufolge sind Sätze nicht nur Ketten von Wörtern, sondern strukturierte Objekte mit unter- und übergeordneten Einheiten, die in Bäumen mit Ästen, die durch Knotenpunkte verbunden sind, dargestellt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Baummodell wird in diesem Beispiel dargestellt, in dem der S-Knoten einen Satz dominiert. D repräsentiert einen [[Determinativ (Wortart)|Determinierer]], N ein [[Nomen]], V ein [[Verb]], NP eine Nominalphrase und VP eine Verbalphrase:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/philosophische_fakultaet/iph/thph/braeuer/lehre/putnam_bedeutung/Generative%20Grammatik.pdf |wayback=20150501054539 |text=&amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Grundlagen der Generativen Grammatik&amp;#039;&amp;#039;. |archiv-bot=2025-03-25 07:42:31 InternetArchiveBot }} (PDF) TU Dresden, WS 2003/2004, S.&amp;amp;nbsp;1–19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                     S&lt;br /&gt;
                  /     \&lt;br /&gt;
                NP      VP&lt;br /&gt;
               / \     /   \&lt;br /&gt;
              D   N    V    NP&lt;br /&gt;
            Der Hund fraß  / \&lt;br /&gt;
                           D   N&lt;br /&gt;
                          den Knochen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* S – Satz&lt;br /&gt;
* D – Determinierer&lt;br /&gt;
* N – Nomen&lt;br /&gt;
* V – Verb&lt;br /&gt;
* NP – Nominalphrase&lt;br /&gt;
* VP – Verbalphrase&lt;br /&gt;
* Aux – Hilfsverben&lt;br /&gt;
* A – Adjektive&lt;br /&gt;
* Adv – Adverbien&lt;br /&gt;
* P – Präpositionen&lt;br /&gt;
* Pr – Pronomen&lt;br /&gt;
* C – Komplementierer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der generierte Satz lautet „Der Hund fraß den Knochen“. Ein solches [[Baumdiagramm]] wird auch als Phrasenstrukturmodell bezeichnet. Derartige Baumdiagramme lassen sich aufgrund der zugrundegelegten Regeln automatisch generieren (siehe [[#Weblinks|Weblinks]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Baum kann auch als geklammerter Text dargestellt werden, auch wenn dieser schwieriger zu lesen ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 [&amp;lt;sub&amp;gt;S&amp;lt;/sub&amp;gt; [&amp;lt;sub&amp;gt;NP&amp;lt;/sub&amp;gt; [&amp;lt;sub&amp;gt;D&amp;lt;/sub&amp;gt; Der ] [&amp;lt;sub&amp;gt;N&amp;lt;/sub&amp;gt; Hund ] ] [&amp;lt;sub&amp;gt;VP&amp;lt;/sub&amp;gt; [&amp;lt;sub&amp;gt;V&amp;lt;/sub&amp;gt; fraß ] [&amp;lt;sub&amp;gt;NP&amp;lt;/sub&amp;gt; [&amp;lt;sub&amp;gt;D&amp;lt;/sub&amp;gt; den ] [&amp;lt;sub&amp;gt;N&amp;lt;/sub&amp;gt; Knochen ] ] ] ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugungsregeln für diese Struktur sind von der Form &amp;quot;A → B C&amp;quot;, also etwa &amp;quot;S → NP VP&amp;quot;. Chomsky gelangte zu der Erkenntnis, dass auch die Phrasenstruktur nicht ausreicht, um natürliche Sprachen zu beschreiben. Um das zu beheben, formulierte er das komplexere System der [[Transformationsgrammatik]]. Transformationsregeln haben die Fähigkeit, aus einer Struktur wie der oben dargestellten eine andere Struktur abzuleiten. Sie können z. B. einen Teil der Struktur an einen anderen Platz umsetzen (Bewegungsregeln) oder Teile zu tilgen oder hinzuzufügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wurzeln und Parallelen ===&lt;br /&gt;
; Cartesianische Logik: Chomsky griff bei seinen Überlegungen auf die Cartesianische Logik (s. [[Interpretative Semantik#Sprache und Denken: Geist- und/oder Körper-Philosophie|Cartesianische Linguistik]]&amp;lt;ref&amp;gt;Noam Chomsky: &amp;#039;&amp;#039;Cartesianische Linguistik. Ein Kapitel in der Geschichte des Rationalismus&amp;#039;&amp;#039;. Tübingen 1971. Übersetzung (R. Kruse) von Noam Chomsky: &amp;#039;&amp;#039;Cartesian linguistics: a chapter in the history of rationalist thought&amp;#039;&amp;#039;. University Press of America, Lanham, Maryland 1965. Reprint: University Press, Cambridge 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;) zurück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hom2000&amp;quot; /&amp;gt; Ziel der generativen Transformationsgrammatik „ist es also, durch ein System von expliziten Regeln das implizite Wissen von Sprache abzubilden und damit eine logisch begründete Theorie über das Denken der Menschen zu schaffen“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stolze42&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Radegundis Stolze |Titel=Übersetzungstheorien: eine Einführung |Auflage=4 |Verlag=Narr |Ort=Tübingen |Datum=2005 |ISBN=3-8233-6197-X |Seiten=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, womit „die aufklärerische Idee logischer Formen“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stolze42&amp;quot; /&amp;gt; fortgesetzt wird.&lt;br /&gt;
; Proposition und Satz-Lexem: Die Transformationsgrammatik „zeigt die rein formalen Methoden, wie man einen sprachlichen Ausdruck einer Frage in den eines Befehls z.&amp;amp;nbsp;B. umformt, und setzt dafür bei beides[m&amp;lt;sup&amp;gt;?&amp;lt;/sup&amp;gt;] eine gemeinsame Basis voraus (deep structure)“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menne45&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Albert Menne |Titel=Einführung in die Methodologie: elementare allg. wiss. Denkmethoden im Überblick |Auflage=2 |Verlag=Wissenschaftliche Buchgesellschaft |Ort=Darmstadt |Datum=1984 |Seiten=45}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Tiefenstruktur soll dem Satz-Lexem bei Menne entsprechen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Menne45&amp;quot; /&amp;gt; Das Satz-Lexem korrespondiert mit der [[Proposition (Linguistik)|Proposition]].&lt;br /&gt;
; Kognitive Psychologie: „Bei Chomsky dient die Analyse der Sprache letztlich dazu, Aufbau und Funktionsweise des menschlichen Gehirns zu erforschen, für ihn wird die Linguistik etwas wie die Teildisziplin der Kognitiven Psychologie“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pelz172&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heidrun Pelz |Titel=Linguistik |Datum=1996 |Seiten=172}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Kritisiert wird, dass alle Versuche der Sprachpsychologie zeigen sollen, dass die generative Grammatik „ein logisches, kein psychologisches Modell“ ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schwarze&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Christoph Schwarze, Dieter Wunderlich |Titel=Handbuch der Lexikologie |Verlag=Athenäum |Ort=Königstein/Ts. |Datum=1985 |ISBN=3-7610-8331-9 |Kapitel=Zur Zerlegbarkeit von Wortbedeutungen |Seiten=64, 88}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Semantisch orientierte generative Grammatik George Lakoffs (generative Semantik) ==&lt;br /&gt;
Die [[generative Semantik]] ist eine generative Grammatik, die im Gegensatz zu der von Chomsky (der generativen Grammatik i.&amp;amp;nbsp;e.&amp;amp;nbsp;S.) „der Semantik primäre Wichtigkeit vor der Syntax einräumte“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pelz175&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heidrun Pelz |Titel=Linguistik |Datum=1996 |Seiten=175}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie entstand in kritischer Auseinandersetzung mit der generativen Transformationsgrammatik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ulrich&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Winfried Ulrich |Titel=Wörterbuch linguistische Grundbegriffe |Auflage=5 |Verlag=Gebr.-Borntraeger-Verl.-Buchh. |Ort=Berlin/Stuttgart |Datum=2002 |ISBN=3-443-03111-0 |Kommentar=generative Semantik}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie ist eine „Grammatik-Theorie, in der statt der Syntax die Semantik generative Komponente und Basis der Satzbildung ist“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ulrich&amp;quot; /&amp;gt; Hauptvertreter der generativen Semantik ist [[George Lakoff]].&amp;lt;ref&amp;gt;George Lakoff: &amp;#039;&amp;#039;Linguistik und natürliche Logik.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 1971.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der generativen Semantik ist die &amp;#039;&amp;#039;Tiefenstruktur&amp;#039;&amp;#039; eine abstrakte semantische und die &amp;#039;&amp;#039;Oberflächenstruktur&amp;#039;&amp;#039; eine normalsprachliche syntaktisch korrekte Repräsentationsebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die generative Semantik erreicht durch eine Veränderung der Verb-Subjekt-Objekt-Beziehungen eine Verringerung der Projektionsregeln: V ist nicht mehr VP untergeordnet (Baumgraph s.&amp;amp;nbsp;o.: &amp;#039;&amp;#039;fraß den Knochen&amp;#039;&amp;#039;), sondern in Anlehnung an die [[Prädikatenlogik]] (V = Prädikat fordert NP (1) bzw. NP (2) und NP (3) als Ergänzungen/Argumente) wird V dem S-Knoten direkt unterstellt. Dadurch ergeben sich die Beziehungen V (fraß) → NP (Subj.: der Hund) und V → NP (Obj.: den Knochen) ohne Umweg und das Modell kommt mit weniger Ableitungsregeln aus. Außerdem ermöglicht das GS-System eine „Zerlegung einzelner Lexeme in semantische Merkmale ([[Lexikalische Dekomposition|Dekomposition]]) und Durchführung von &amp;#039;&amp;#039;Transformationen&amp;#039;&amp;#039; bereits vor Einsetzung der [[Lexem]]e in den Stammbaum (=&amp;amp;nbsp;prälexikalische Transformationen)“. Das heißt: Beim Auswahlverfahren der sprachlich korrekten Sätze wird die Wortbedeutung in einem früheren Stadium beteiligt als bei der &amp;#039;&amp;#039;interpretativen Semantik&amp;#039;&amp;#039; mit ihren getrennten, aufeinander folgenden Syntax- und Semantik-Tests. Dadurch werden die Möglichkeiten begrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritiker der generativen Semantik&amp;lt;ref&amp;gt;Heidrun Pelz: &amp;#039;&amp;#039;Linguistik.&amp;#039;&amp;#039; 1996, S. 176.&amp;lt;/ref&amp;gt; führen ins Feld, dass die &amp;#039;&amp;#039;Tiefenstruktur&amp;#039;&amp;#039; „hochgradig abstrakt“ und entsprechend der Transformationsteil „äußerst komplex“ sei. Auch sei der Grundsatz von der Bedeutungserhaltung der Transformationen nicht durchgängig aufrechtzuerhalten, oder mit anderen Worten: die syntaktischen Strukturverhältnisse bestimmten die semantische Interpretation mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Entwicklungen ==&lt;br /&gt;
Seit der sogenannten Standardtheorie, die in Chomskys Werk &amp;#039;&amp;#039;Aspekte der Syntax-Theorie&amp;#039;&amp;#039; (dt. 1969, engl. 1965) dargestellt wird, hat es zahlreiche Weiterentwicklungen gegeben. Sie enthalten z. B. die [[X-Bar-Theorie|X-bar-Theorie]] und die [[Theta-Theorie]], beide als Teil der [[Rektions- und Bindungstheorie]]. Die Rolle von Transformationen wurde auf [[Bewegung (Linguistik)|Bewegungsregeln]] beschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen ==&lt;br /&gt;
Die generative Grundidee Chomskys wurde durch den Komponisten Fred Lerdahl und den Linguisten [[Ray Jackendoff]] auch zur Beschreibung einer möglichen musikalischen Grammatik aufgegriffen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Fred Lerdahl, Ray Jackendoff |Titel=A Generative Theory of Tonal Music |Verlag=The MIT Press |Ort=Cambridge MA |Datum=1996 |Sprache=en |ISBN=0-262-62107-X |Online=[https://web.archive.org/web/20070220093053/mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;amp;tid=6859 web.archive.org] |Abruf=2021-11-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Wie in der Grammatik der Sprache werden in ihrer Analyse verschiedene Strukturebenen und beschreibende Regeln dafür postuliert. Der französische Komponist [[Philippe Manoury]] übertrug das System der generativen Grammatik auf den Bereich der Musik. Auch im Bereich der computergestützten, algorithmischen Komposition findet die generative Grammatik ihre Anwendung, bspw. bei der Ordnung der musikalischen Syntax in [[Lisp]]-basierenden Programmiersprachen wie [[Open Music]] oder Patchwork.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jonah Katz, David Pesetsky |Titel=The Identity Thesis for Language and Music |Datum=2009 |Online=[http://ling.auf.net/lingBuzz/000959 ling.auf.net]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Musikalische Formensprache ist generell nur innerhalb bestimmter, eng aufgefasster Stile als syntaktisch organisierte Grammatik zu beschreiben. Eine generelle Syntax, etwa der westlichen Grundton-basierten Musik &amp;#039;&amp;#039;(Western tonal music),&amp;#039;&amp;#039; konnte bisher nicht nachgewiesen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Julian Klein, Thomas Jacobsen |Titel=Music is not a Language: Re-interpreting empirical evidence of musical ‘syntax’ |Verlag=Research Catalogue |Datum= |Sprache=en |Kommentar=2008–2012 |Online=[http://www.academia.edu/9957835/Music_is_not_a_Language_Re-interpreting_empirical_evidence_of_musical_syntax_ academia.edu]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Mark Aronoff]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Mark Aronoff]]: &amp;#039;&amp;#039;Word Formation in Generative Grammar.&amp;#039;&amp;#039; MIT Press, Cambridge, Massachusetts, 1976, ISBN 0-262-51017-0.&lt;br /&gt;
* [[Jule Philippi]], [[Michael Tewes]]: &amp;#039;&amp;#039;Basiswissen generative Grammatik.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2010, ISBN 978-3-8252-3317-4.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.beck-shop.de/fachbuch/leseprobe/9783825233174_Excerpt_001.pdf |wayback=20160821234143 |text=Verlagsinfo |archiv-bot=2023-05-09 21:08:23 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.rkm-journal.de/archives/3570 Rezension ] von Kevin Ch. Masalon am 9. August 2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|generative Grammatik}}&lt;br /&gt;
* A. Max: [http://www-clips.imag.fr/geta/aurelien.max/SSC/applet_english.html The Syntax Student’s Companion.] [[Java-Applet]] zur Generierung von Baumdiagrammen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4113707-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Syntax]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Noam Chomsky]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Alazon</name></author>
	</entry>
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