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	<title>Gelsenkirchener Barock - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T00:32:13Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gelsenkirchener_Barock&amp;diff=99366&amp;oldid=prev</id>
		<title>2001:5A8:49C6:7500:0:0:0:1003: /* Ursprung */</title>
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		<updated>2025-06-23T16:58:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Ursprung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Gelsenkirchener barock schr.jpg|mini|Detail eines typischen Wohnzimmerschranks des &amp;#039;&amp;#039;Gelsenkirchener Barock&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gelsenkirchener Barock&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine ironisch gemeinte Bezeichnung für vorwiegend wuchtige – meist gebauchte und hochglänzend edelholzfurnierte – ornamentreiche Schränke und [[Kommode]]n, wie sie in Deutschland erstmals in den 1930er-Jahren und noch einmal um ca. 1950 produziert wurden und populär waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gelsenkirchen]] steht hier stellvertretend für das Arbeitermilieu der deutschen Kohle- und Stahlindustrie im [[Ruhrgebiet]], wo diese Möbel anfangs überwiegend zu finden waren. Die Bezeichnung [[Barock]] spielt auf die schwungvolle Üppigkeit und Vielfalt der Formen und Verzierungen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Architektur]] ist &amp;#039;&amp;#039;Gelsenkirchener Barock&amp;#039;&amp;#039; ein [[Spottname]] für einen geschmacklosen, mit barocken Formen überfrachteten Stil, der auch in [[Baumarkt|Baumärkten]] bei industriellen Erzeugnissen, wie Haustüren, öfter zu finden ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.architektur-bildarchiv.de/image/Gelsenkirchener-Barock-18821.html |titel=Architektur-Bildarchiv/Gelsenkirchner Barock |abruf=2025-02-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprung ==&lt;br /&gt;
Vorlage für das, was man &amp;#039;&amp;#039;Gelsenkirchener Barock&amp;#039;&amp;#039; nennt, waren Möbel im [[Möbelstil#Zeitliche Einordnung der Möbelstile im europäischen Raum|altdeutschen]] Stil,&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_332.html&amp;lt;/ref&amp;gt; die in Deutschland zwischen etwa 1850 und 1910 noch als handwerkliche Einzelstücke hergestellt wurden. Von diesen wurden dann ab den 1930er-Jahren [[historisierend]]e Kopien oder freie Variationen industriell serienmäßig gefertigt. Das Motiv des kostbaren Prunkmöbels entstammt dem [[Frankfurter Schrank]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Objekte entstanden wahrscheinlich auch als [[Nostalgie|nostalgische]] Reaktion auf die besonders in wohlhabenderen Kreisen zunehmende Verbreitung von heute so genanntem [[Klassische Moderne|klassisch-modernem]] Mobiliar (z.&amp;amp;nbsp;B. leichte [[Freischwinger]] aus Stahlrohr), wie es u.&amp;amp;nbsp;a. das [[Bauhaus]] und der [[Deutscher Werkbund|Werkbund]] hervorbrachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Ära des deutschen [[Wirtschaftswunder]]s nach dem Zweiten Weltkrieg wurden derartige Möbel erneut in großer Stückzahl aufgelegt und erfolgreich verkauft, wobei moderne Produktionstechniken das bereits reichhaltige Formenrepertoire noch vergrößerten. Die Möbel galten als [[Prestige]]objekte. Ihre große Beliebtheit mag unter anderem darin begründet gewesen sein, dass sie die Illusion handwerklicher Gediegenheit vermitteln konnten, was einer vielleicht eher [[kleinbürger]]lichen Sehnsucht nach Tradition, Sicherheit und deutscher [[Gemütlichkeit]] entgegenkam. Gleichzeitig ließ sich mit den unübersehbaren Exponaten vermeintlich bürgerlicher [[Geschichte des Wohnens|Wohnkultur]] der Stolz auf die Überwindung kriegsbedingter Entbehrungen im Alltag zum Ausdruck bringen, insbesondere da man in den [[vitrine]]nartigen Schrankteilen oft auch anderen mehr oder minder wertvollen Besitz – z.&amp;amp;nbsp;B. [[Nippes (Kunsthandwerk)|Nippes]] oder gutes Porzellan – ausstellen konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.arte.tv/de/Videos-auf-ARTE-TV/2264520.html |wayback=20090405035523 |text=Arte-TV Sendung vom 19. Oktober 2008  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;faz-1995085&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle | autor=Jörg Niendorf | url=https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wohnen/haus/ortsmarke-gelsenkirchener-geschmacksverirrung-1995085.html | titel=Gelsenkirchener Geschmacksverirrung | werk=[[Frankfurter Allgemeine Zeitung#FAZ.NET|FAZ.net]] | datum=2010-06-23 |zugriff=2018-10-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://retropedia.de/Wortgeschichte-Worterklaerung-Woher-kommt-das-Wort-Verwendung-des-Wortes.12.0.html?&amp;amp;cHash=f2a8798e1d2cf761e63c2e90cd36de62&amp;amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3 |wayback=20140224032621  |text=&amp;#039;&amp;#039;Gelsenkirchener Barock&amp;#039;&amp;#039;: Wohnkultur der 1950er-und 1960er-Jahre}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Kunstmuseum Gelsenkirchen|Städtische Museum Gelsenkirchen]] veranstaltete 1991 eine Ausstellung über den Gelsenkirchener Barock.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel|ID=13487923|Titel=Eiche, mundgebissen|Jahr=1991|Nr=32|Seiten=192–194|Datum=1991-08-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Stadt gelang es durch eine selbstironische wie auch kulturwissenschaftliche Herangehensweise sowie durch den großen Ausstellungserfolg,  mit der despektierlich gewordenen Zuordnung Frieden zu schließen, möglicherweise sich auch davon zu emanzipieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.gelsenkirchen.de/de/_meta/aktuelles/artikel/21374-gelsenkirchener-barock-ja-klar Gelsenkirchener Barock? Ja, klar! Vor 25 Jahren mischte ein Kulturfestival Vorurteile auf, Stadt Gelsenkirchen, 17. März 2016]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Die Wortschöpfung &amp;#039;&amp;#039;Gelsenkirchener Barock&amp;#039;&amp;#039; fand vermutlich in den frühen 1950er Jahren Eingang in die deutsche [[Alltagssprache]] und ist heute noch gebräuchlich. Sie ist kein akademischer [[Stil]]begriff, sondern vielmehr dessen [[Persiflage]]. In der Kunstgeschichte bzw. Möbelstilkunde findet sie tatsächlich keine Anwendung. Als durchweg anonyme Massenware, deren formale Elemente aus Versatzstücken beliebig zusammengesetzt werden konnten, kennen die so bezeichneten Möbel keine herausragenden [[Entwerfen|Entwerfer]] oder [[Protagonist]]en. Wollte man Gelsenkirchener Barock dennoch stilkundlich auffassen, könnte man ihn als Retro- oder Neo-Stil ohne großen ästhetischen und finanziellen Wert beschreiben, zumal er im Wesentlichen nur eine industrielle Wiederauflage eines ebenfalls schon [[Eklektizismus|eklektischen]] [[Historismus]] darstellt, der seinerseits nur nachahmte, ohne besonders eigenständig und innovativ zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Umstand erklärt sich die überwiegend negative [[Konnotation]] des Begriffs. In der spöttischen, [[Ironie|ironischen]] Verknüpfung des als [[prolet]]arisch geltenden Berg- und Stahlarbeitermilieus von Gelsenkirchen und Umgebung mit einer bedeutenden europäischen Stilepoche äußert sich eine gewisse intellektuelle Geringschätzung gegenüber einem Phänomen der [[Alltagskultur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Gelsenkirchener Barock&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Volksmund|volksmündlicher]], liebevoll-ironischer bis kritisch-despektierlicher Kommentar zu einer [[Design]]- und Einrichtungskultur, die man als altmodisch, [[Spießbürger|spießig]], geschmacklos und überladen charakterisieren möchte. In der Zeit, in der der Begriff geprägt wurde, standen die gemeinten Objekte in starkem Gegensatz zu den jeweils zeitgenössisch modernen und [[Avantgarde|avantgardistischen]] Möbeln. Er muss deshalb auch als subjektives, geschmäcklerisches Werturteil über eine als konservativ und rückwärtsgewandt wahrgenommene Weltanschauung verstanden werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.kunstwissen.de/fach/f-kuns/design/nachkr0.htm |wayback=20101130052640 |text=Archivierte Kopie |archiv-bot=2025-03-23 02:35:08 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen ist seine Verwendung jedoch nicht mehr ausschließlich auf die oben beschriebenen historischen Möbel beschränkt, sondern er wird durchaus allgemeiner gebraucht, um z.&amp;amp;nbsp;B. unliebsam gewordene Einrichtungsgegenstände als unzeitgemäß und aus der Mode gekommen oder [[kitsch]]ig zu kennzeichnen. Sogar einem PKW, dem [[Ford P2]], attestierte die Presse schon in den späten 1950er Jahren abfällig eine Nähe zum Gelsenkirchener Barock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Stadt Gelsenkirchen, Städtisches Museum (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gelsenkirchener Barock&amp;#039;&amp;#039;. Ed. Braus, Heidelberg 1991, ISBN 3-89466-005-8.&lt;br /&gt;
* Stadt Gelsenkirchen, Städtisches Museum (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gelsenkirchener Barock als Gegensatz zu Werkbund, Bauhaus, Hochschule für Gestaltung in Ulm&amp;#039;&amp;#039;. Heidelberg 1991.&lt;br /&gt;
* Barbara Mundt, Babette Warncke: &amp;#039;&amp;#039;Form ohne Ornament? Angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts zwischen Zweckform und Objekt&amp;#039;&amp;#039;. Nicolai, Berlin 1999, ISBN 3-87584-875-6.&lt;br /&gt;
* Hartmut Häußermann, Walter Siebel: &amp;#039;&amp;#039;Soziologie des Wohnens: Eine Einführung in Wandel und Ausdifferenzierung des Wohnens&amp;#039;&amp;#039;. Juventa, Weinheim 2000, ISBN 3-7799-0395-4.&lt;br /&gt;
* Elisabeth Pfeil, G. Ipsen, H. Popitz: &amp;#039;&amp;#039;Die Wohnwünsche der Bergarbeiter. Soziologische Erhebung, Deutung und Kritik der Wohnvorstellungen eines Berufs&amp;#039;&amp;#039;. Mohr, Tübingen 1954.&lt;br /&gt;
* {{Der Spiegel|ID=13487923|Titel=Eiche, mundgebissen|Autor=Eiche, mundgebissen|Jahr=1991|Nr=32|Seiten=192–194|Datum=1991-08-05}}&lt;br /&gt;
* Jörg Niendorf: &amp;#039;&amp;#039;Gelsenkirchener Geschmacksverirrung&amp;#039;&amp;#039; In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. Juni 2010 [http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/wohnen/ortsmarke-gelsenkirchener-geschmacksverirrung-1995085.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.buergerforum-hsh.de/archiv.php?wahl=presse_waz_06.09.23_baranowski &amp;#039;&amp;#039;Barock-Begriff längst aufgearbeitet&amp;#039;&amp;#039; in: WAZ 23. September 2006]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Ruhrgebiet)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konsumsoziologie]]&lt;/div&gt;</summary>
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