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	<title>Geldnachfrage - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T03:28:46Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Geldnachfrage&amp;diff=156345&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie.</title>
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		<updated>2026-03-28T16:11:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Nettokreditaufnahme (adjusted Loans) privater Sektoren (Euro Area) till April 2024.png|mini|hochkant=2|Beispiel ([[Kreditgeld|Kredit-)Geld]]nachfrage (&amp;#039;&amp;#039;adjusted loans&amp;#039;&amp;#039;) privater Sektoren des Euro-Raumes im Zeitraum 2019–April 2024.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Geldnachfrage&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; versteht man die [[Geldmenge]], die auf dem [[Geldmarkt]] von den [[Wirtschaftssubjekt]]en [[Nachfrage|nachgefragt]] wird. Der Geldnachfrage steht das potenzielle bzw. eingeräumte [[Geldangebot]] gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Der (latente) Geldbedarf wird erst zur Geldnachfrage, wenn die Wirtschaftssubjekte als [[Marktteilnehmer]] auf dem Geldmarkt auftreten und dort [[Geld]] ([[Bargeld]], [[Buchgeld]], [[Geldersatzmittel]]) nachfragen. Die Geldnachfrage resultiert aus dem Wunsch der Wirtschaftssubjekte ([[Privathaushalt]]e, [[Unternehmen]], der [[Staat]] mit seinen Untergliederungen wie [[öffentliche Verwaltung]] oder [[Staatsunternehmen]]), eine bestimmte Geldsumme als [[Kassenbestand]] zu halten.&amp;lt;ref&amp;gt;Gabler Verlag, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Wirtschaftslexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 3, 1984, Sp. 1696&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldangebot und Geldnachfrage stammen von den Marktteilnehmern auf dem Geldmarkt, wozu die [[Zentralbank]]en (Geldangebot), [[Kreditinstitut]]e, [[Finanzintermediär]]e und [[Großunternehmen]] aus dem [[Nichtbank]]ensektor (Geldnachfrage) gehören. Auch [[Transaktion (Wirtschaft)|Transaktionen]] des [[Interbankenhandel]]s und des [[Internationaler Kreditverkehr|internationalen Kreditverkehrs]] zählen zur Geldnachfrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Handelsobjekt]]e sind [[Zentralbankgeld]]guthaben, [[Tages- und Termingeldhandel|Tages- und Termingelder]], [[Rückkaufvereinbarung|Repo-]] und [[Wertpapierleihe|Leihegeschäfte]], kurzfristige [[Wertpapier]]e ([[Geldmarktpapier]]e), [[Fazilität]]en der Zentralbank (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Hauptrefinanzierungsinstrument]] der EZB), Geldmarktderivate ([[Forward Rate Agreement]]s, [[Overnight Index Swap]]s, Geldmarkt-[[Future]]s), [[Schatzanweisung]]en oder [[Wechsel (Urkunde)|Wechsel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung der Geldnachfrage ==&lt;br /&gt;
Geldnachfrage entsteht aus der Notwendigkeit, die zeitlichen Abstände zwischen den [[Einnahme]]n und den [[Ausgabe (Rechnungswesen)|Ausgaben]] zu überbrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernhard Felderer/Stefan Homburg, &amp;#039;&amp;#039;Makroökonomik und neue Makroökonomik&amp;#039;&amp;#039;, 1994, S. 80&amp;lt;/ref&amp;gt; Geldnachfrage entsteht daher, wenn [[Zahlung]]en etwa beim [[Kaufvertrag|Kauf]] für [[Gut (Wirtschaftswissenschaft)|Güter]] und [[Dienstleistung]]en (für [[Konsum]] oder [[Investition]]en), zur [[Finanzprodukt|Geldanlage]] oder zur [[Tilgung (Geldverkehr)|Tilgung]] von [[Schulden]] erforderlich sind ([[Transaktionsmotiv|Transaktionskasse]]). Besteht [[Ungewissheit]] über die Höhe des Transaktionsbedarfs, so entsteht Geldnachfrage zum Schutz vor [[Illiquidität]] ([[Vorsichtsmotiv|Vorsichtskasse]]). Auch Geld für [[Hortung]]szwecke wegen Preis- und Zinserwartungen (Spekulationskasse) lässt Geldnachfrage entstehen. Nimmt in der [[Volkswirtschaft]] das nominale [[Bruttoinlandsprodukt]] zuzüglich des Handels mit Gebrauchtgütern (Transaktionsvolumen) bei konstanter [[Umlaufgeschwindigkeit des Geldes]] zu, so steigt proportional die Geldnachfrage. Sie sinkt bei steigendem [[Zinsniveau]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geldnachfrage- oder Kassenhaltungstheorien ==&lt;br /&gt;
Die Geldnachfrage- oder Kassenhaltungstheorien analysieren die Determinanten der Geldnachfrage. Als Synonym für das Wort Geldhaltung wird in der Geldnachfragetheorie oft der Begriff Kassenhaltung verwendet. Gemeint ist damit die Haltung von Geld im engeren Sinne, also Bargeld, Zahlungsmittel und Buchgeld. Die Geldnachfragetheorien implizieren, dass Geld nicht nur für Konsum und Investitionen, sondern auch für Geldanlagen gehalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klassiker ===&lt;br /&gt;
Die aus 1885 stammende [[Quantitätsgleichung]] des [[Simon Newcomb]] präzisierte [[Irving Fisher]] im Jahre 1911, wonach das [[Produkt (Mathematik)|Produkt]] aus der Geldmenge &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt; und der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes &amp;lt;math&amp;gt;V&amp;lt;/math&amp;gt; dem Produkt aus [[Preisniveau]] &amp;lt;math&amp;gt;P&amp;lt;/math&amp;gt; und realem Transaktionsvolumen &amp;lt;math&amp;gt;T&amp;lt;/math&amp;gt; entspricht:&amp;lt;ref&amp;gt;Irving Fisher, &amp;#039;&amp;#039;The Purchasing Power of Money: Its Determination and Relation to Credit, Interest and Crises&amp;#039;&amp;#039;, 1911, S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;M \cdot V = P \cdot T&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Die linke Seite der [[Gleichungsarten ökonomischer Modelle#Identitätsgleichung|Identitätsgleichung]] stellt die Geldnachfrage dar, die für die Transaktionen (Käufe) erforderlich ist. Bei konstanter Umlaufgeschwindigkeit des Geldes führt eine Zunahme der Geldmenge zu einer proportionalen Zunahme des Produkts aus Transaktionsvolumen und Preisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Arthur Cecil Pigou]] (1917)&amp;lt;ref&amp;gt;Arthur Cecil Pigou, &amp;#039;&amp;#039;The Value of Money&amp;#039;&amp;#039;, in: Quarterly Journal of Economics, Band 32, 1917, S. 54&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Alfred Marshall]] (1923)&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Marshall, &amp;#039;&amp;#039;Credit and Commerce&amp;#039;&amp;#039;, 1923, S. 41 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; zufolge beruht die Geldnachfrage auf der Abwägung von [[Kosten]] und [[Nutzen (Wirtschaft)|Nutzen]] für den Nachfrager, wobei der Nutzen der Geldhaltung in der Erleichterung von Transaktionen und die Kosten aus entgangenen Erträgen alternativer Geldanlagen ([[Opportunitätskosten]]) bestehe. Pigou verband die Geldnachfrage mit der hierdurch entstehenden [[Kaufkraft (Konsum)|Kaufkraft]], also mit&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\frac{M}{P}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Pigou ging davon aus, dass das [[Einkommen]] &amp;lt;math&amp;gt;Y\,&amp;lt;/math&amp;gt; die Hauptdeterminante der Geldnachfrage ist. Die gesamtwirtschaftliche Geldnachfrage ist demnach unter Berücksichtigung des Kassenhaltungskoeffizienten &amp;lt;math&amp;gt;k\,&amp;lt;/math&amp;gt;:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\frac{M}{P} = kY&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Pigou und Marshall gingen davon aus, dass die (nominale) Geldnachfrage proportional vom Preisniveau und dem Transaktionsvolumen abhängt. Geld wird solange nachgefragt, bis sein [[Grenzertrag]] dem Grenzertrag alternativer Verwendungen entspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Marshall, &amp;#039;&amp;#039;Credit and Commerce&amp;#039;&amp;#039;, 1923, S. 38 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Vermögen ist so strukturiert, dass der [[Grenznutzen]] aller Anlageformen gleich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Motive der Geldnachfrage nach Keynes ===&lt;br /&gt;
Hieraus leitete [[John Maynard Keynes]] im Februar 1936 in seiner [[Liquiditätspräferenztheorie]] das Transaktionsmotiv der Geldnachfrage ab und fügte das Vorsichts- und Spekulationsmotiv hinzu. Danach resultiert die gesamte Geldnachfrage aus Transaktions-, Vorsichts- und Spekulationskasse, der so genannten Liquiditätspräferenz ({{enS|&amp;#039;&amp;#039;liquidity preference&amp;#039;&amp;#039;}}).&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes, &amp;#039;&amp;#039;[[Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes]]&amp;#039;&amp;#039;, 1936, S. 163 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Während die Transaktionskasse zur Abwicklung der geplanten – aber zeitlich und betragsmäßig nicht deckungsgleich anfallenden – Ein- und Auszahlungen gehalten wird, dient die Vorsichtskasse als Puffer für unvorhergesehene Einnahmen-/Ausgabenströme, die Spekulationskasse ist eine Form der Vermögensanlage.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Spekulationskasse wird als Verzicht auf Geldangebot interpretiert.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie [[Korrelation|korreliert]] positiv mit dem [[Volkseinkommen]] und negativ mit dem herrschenden [[Zinsniveau]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Transaktionskassenmotiv ====&lt;br /&gt;
Die [[Klassische Nationalökonomie|Klassiker]] sehen in [[Geld]] vor allem ein Tauschmittel, welches den Tauschhandel zwischen spezialisierten Wirtschaftssubjekten erlaubt. Man spricht auch von der &amp;#039;&amp;#039;Transaktionskasse&amp;#039;&amp;#039;. Das Halten einer Transaktionskasse dient dem Zweck, die zeitliche Verteilung von Ein- und Ausgaben auszugleichen. Der Umfang der Transaktionskasse hängt von den Größen Zahlungsrhythmus und Umsatz ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man nimmt an, es gibt einen Haushalt, der alle Haushalte repräsentiert und eine Unternehmung, die alle Unternehmungen repräsentiert. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit wird noch weiter abstrahierend angenommen, dass der Haushalt Arbeitsleistungen verkauft und die Unternehmung Güter verkauft. Der durchschnittliche Kassenbestand (durchschnittliche Transaktionskasse) beider Wirtschaftseinheiten verändert sich, wenn sich der Zahlungsrhythmus (zeitliche Verteilung von Ein- und Ausgaben) oder die Höhe der Umsätze verändert. Wenn die durchschnittliche Transaktionskasse bei festgelegtem Jahresumsatz durch den Zahlungsrhythmus determiniert wird, so wird sie umgekehrt bei fixem Zahlungsrhythmus durch die Höhe der Jahresumsätze bestimmt. Im Modell mit gegebenem Zahlungsrhythmus der Zahlungen besteht folgende Beziehung:&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Joachim Jarchow, &amp;#039;&amp;#039;Theorie und Politik des Geldes&amp;#039;&amp;#039;, 1998, S. 40&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;L_t = L_t(h) = \gamma \cdot h \quad \text{mit} \quad \gamma &amp;gt; 0&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierin sind:&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;\gamma&amp;lt;/math&amp;gt;: Proportionalitätskonstante (abhängig von der Länge des Planungszeitraumes)&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;L_t&amp;lt;/math&amp;gt;: Durchschnittliche Transaktionskasse einer Wirtschaftseinheit&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;h&amp;lt;/math&amp;gt;: Umsatz der Wirtschaftseinheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nachfrage nach Geld als Zahlungsmittel ist gemäß der [[Quantitätsgleichung]] umso höher, je höher das [[Einkommen]] und das [[Preisniveau]] sind und je geringer die [[Umlaufgeschwindigkeit des Geldes|Umlaufgeschwindigkeit]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spekulationskassenmotiv ====&lt;br /&gt;
Ergänzend zur [[Neoklassische Theorie|(neo-)klassischen]] Betrachtungsweise ergänzte Keynes in seinem Totalmodell die Geldhaltung zu Transaktionszwecken um die Geldhaltung zu Wertaufbewahrungszwecken. Diese bezeichnete er als &amp;#039;&amp;#039;Spekulationskasse&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;L_S=L_S(i)&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;i&amp;lt;/math&amp;gt;: [[Marktzins]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Individuen teilen ihr Vermögen auf in Geld und andere [[Reinvermögen]]sbestandteile (etwa Sachkapital o.&amp;amp;nbsp;a.). Ihr Ziel ist es, das erwartete Vermögen zu maximieren ([[Risikodiversifikation]]saspekte zur [[Risikominderung]] wurden ursprünglich nicht explizit betrachtet). Erwarten die Wirtschaftssubjekte beispielsweise fallende Wertpapierkurse (da in diesem Zusammenhang unter Wertpapieren i.&amp;amp;nbsp;d.&amp;amp;nbsp;R. Anleihen verstanden werden, korrespondieren fallende Kurse mit steigenden Renditen), dann bietet die Geldhaltung die Möglichkeit, erwartete Kursverluste zu vermeiden (Spekulationskasse). Allerdings bedingt das Halten von Geld [[Opportunitätskosten]] in Form entgangener [[Zinsertrag|Zinserträge]]. Die Geldnachfrage aus dem Spekulationsmotiv hängt daher negativ vom herrschenden [[Zinsniveau]] &amp;lt;math&amp;gt;i&amp;lt;/math&amp;gt; ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorsichtskassenmotiv ====&lt;br /&gt;
Neben der Spekulationskasse führte Keynes auch die &amp;#039;&amp;#039;Vorsichtskasse&amp;#039;&amp;#039; ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;L_v = L_v(h,i)&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie enthält Geld, das von den Wirtschaftssubjekten (genauer: den [[Nichtbank]]en) gehalten wird, um unvorhergesehene [[Transaktion (Wirtschaft)|Transaktionen]] durchführen zu können. Sie ist notwendig, weil die Wirtschaftssubjekte unsicher über ihre zukünftige Situation sind und diese nicht genau vorhersehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je höher das Einkommen, desto größer ist der reale Umfang der Vorsichtskasse. Das liegt daran, dass mit zunehmendem Einkommen auch mehr (vorhersehbare) Transaktionen getätigt werden (siehe Transaktionskasse), die wiederum Unsicherheiten über notwendige Ersatzkäufe oder Reparaturen mit sich bringen. Die Vorsichtskasse wird in Modellen häufig nicht eigenständig berücksichtigt, sondern zur Vereinfachung unter der Transaktionskasse subsumiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Planungssicherheit, die aus Vertrauen entsteht, vermindert das Bestreben, hohe Einlagen in der Vorsichtskasse zu hinterlegen. Deshalb investieren einige Investoren vorausschauend in Aktivitäten, die Vertrauen und Planungssicherheit erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Monetarismus ===&lt;br /&gt;
Der Begründer des [[Monetarismus]], [[Milton Friedman]], betrachtete 1956 die Geldnachfrage als eine der zahlreichen Möglichkeiten, [[Vermögen (Wirtschaft)|Vermögen]] anzulegen, wozu er neben dem Geld selbst und [[Sachkapital]] auch das [[Humankapital]] ([[Arbeitsleistung]]) rechnete.&amp;lt;ref&amp;gt;Milton Friedman, &amp;#039;&amp;#039;The quantity theory of money – a restatement&amp;#039;&amp;#039;, in: Studies in the Quantity Theory of Money, 1956, S. 79&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine wesentliche Determinante der Geldnachfrage stellen für ihn die Kosten der Geldhaltung dar, wozu vor allem das erwartete Preisniveau gehört.&amp;lt;ref&amp;gt;Milton Friedman, &amp;#039;&amp;#039;The quantity theory of money – a restatement&amp;#039;&amp;#039;, in: Studies in the Quantity Theory of Money, 1956, S. 97&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die [[Präferenz (Wirtschaftswissenschaften)|Präferenzen]] hinsichtlich der Geldverwendung spielten für ihn eine Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Milton Friedman, &amp;#039;&amp;#039;The quantity theory of money – a restatement&amp;#039;&amp;#039;, in: Studies in the Quantity Theory of Money, 1956, S. 84&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Keynes’sche Vorsichts- und Spekulationskasse lehnte er ab. Friedman vertrat 1970 die These, dass die [[Zentralbank]] eine Geldvermehrung herbeiführen könne, die sich nicht am Wachstum der Geldnachfrage orientiere.&amp;lt;ref&amp;gt;Milton Friedman, &amp;#039;&amp;#039;A Theoretical Framework for Monetary Analysis&amp;#039;&amp;#039;, in: The Journal of Political Economy vol. 78/2, 1970, S. 195&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch das zusätzliche Geldangebot sinken die Zinsen, die Wirtschaftssubjekte seien jedoch nicht bereit, den größeren Teil der zusätzlichen Zahlungsmittel als Kasse zu halten, weil die wichtigeren Determinanten der Geldnachfrage – Realeinkommen und Preise – vom größeren Geldangebot zunächst nicht berührt würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ab 1973 das [[Federal Reserve System]] die [[Geldmenge#Geldmengendefinitionen|Geldmenge M1]] nach monetaristischem Konzept steuerte, musste es eine instabile Geldnachfrage feststellen und brach 1982 das Experiment ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=0VbBCGjvFjIC&amp;amp;pg=PA116&amp;amp;dq=Geldnachfragetheorie&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjI2qKH_OPYAhVFDCwKHUfkCmUQ6AEIMzAC#v=onepage&amp;amp;q=Geldnachfrage&amp;amp;f=false Klaus Schaper, &amp;#039;&amp;#039;Makroökonomie&amp;#039;&amp;#039;, 2001, S. 128]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Alan Greenspan]] verfolgte ab 1987 ein eher keynesianisches Konzept und ging von instabiler Geldnachfrage aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Determinanten der Geldnachfrage ==&lt;br /&gt;
Die Geldnachfrage verändert sich proportional zum [[Volkseinkommen]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=kbPBqRDa40YC&amp;amp;pg=PA151&amp;amp;dq=Geldmarkt+Geldnachfrage&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwj336OmzeHYAhUmJpoKHbbpAFwQ6AEILzAB#v=onepage&amp;amp;q=Geldnachfrage&amp;amp;f=false Olivier Blanchard/Gerhard Illing, &amp;#039;&amp;#039;Makroökonomie&amp;#039;&amp;#039;, 2009, S. 115 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Steigt der [[Zinssatz]], sinkt die Geldnachfrage und umgekehrt. Ursachen der Geldnachfrage können sowohl nicht monetärer Art sein (Güternachfrage auf dem [[Gütermarkt]] für Konsum oder Investitionen)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=09kvzMQnFIwC&amp;amp;pg=PA476&amp;amp;dq=Geldmarkt+Geldnachfrage&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwj336OmzeHYAhUmJpoKHbbpAFwQ6AEIQjAE#v=onepage&amp;amp;q=Geldnachfrage&amp;amp;f=false Willi Albers/Anton Zottmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, Band 3, 1981, S. 465]&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch monetärer Art sein (Geldnachfrage auf dem Geldmarkt zum Erwerb von [[Finanzprodukt]]en). Die Geldnachfrager können den nominalen, in [[Geldeinheit]]en ausgedrückten Bestand der Geldmenge nicht verändern, weil partielle Kassenminderungen zwangsläufig entsprechende Kassenerhöhungen anderer Marktteilnehmer zur Folge haben und umgekehrt.&amp;lt;ref&amp;gt;Willi Albers/Anton Zottmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, Band 3, 1981, S. 465&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Man unterscheidet zwischen der nominalen und realen Geldnachfrage. Die &amp;#039;&amp;#039;nominale Geldnachfrage&amp;#039;&amp;#039; ist die individuelle Nachfrage nach einer gegebenen Geldeinheit (beispielsweise [[Euro]]). Die &amp;#039;&amp;#039;reale Geldnachfrage&amp;#039;&amp;#039; wird in Gütereinheiten ausgedrückt, also die Anzahl von Gütern/Dienstleistungen, die man mit Geld kaufen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=gQk2F8MUvycC&amp;amp;pg=PA300&amp;amp;dq=nominale+Geldnachfrage&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiO6eXusebYAhUQzaQKHYtoAfcQ6AEIJzAA#v=onepage&amp;amp;q=nominale%20Geldnachfrage&amp;amp;f=false Rudiger Dornbusch/Stanley Fischer/Richard Startz, &amp;#039;&amp;#039;Makroökonomik&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S. 300]&amp;lt;/ref&amp;gt; Beträgt beispielsweise die nominale Geldnachfrage 100 Euro und das Preisniveau für eine Ware liegt bei 2 Euro pro Stück, dann beläuft sich die reale Geldnachfrage auf 50 Gütereinheiten. Verdoppelt sich das Preisniveau inflationsbedingt auf 4 Euro, so sinkt die reale Geldnachfrage auf 25 Gütereinheiten. Milton Friedman nahm an, dass die nominale Geldnachfrage bei steigendem Preisniveau zunimmt, damit Wirtschaftssubjekte stets über eine konstante reale Geldnachfrage verfügten. Heute gilt jedoch, dass die [[Inflation]] zu einer Reduzierung der realen Geldnachfrage führt, [[Deflation]] dagegen zu ihrer Erhöhung.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Siebke/Manfred Willms, &amp;#039;&amp;#039;Theorie der Geldpolitik&amp;#039;&amp;#039;, 1974, S. 92 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geldmarktgleichgewicht ==&lt;br /&gt;
Das Geldmarktgleichgewicht stellt sich auf dem Geldmarkt ein, wenn die Geldnachfrage &amp;lt;math&amp;gt;L&amp;lt;/math&amp;gt; mit dem Geldangebot &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt; übereinstimmt:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=eof4BQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA132&amp;amp;dq=Geldmarkt+gleichgewicht+Geldangebot+Geldnachfrage&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjvtr7hleHYAhUIKpoKHZyYCM8Q6AEITTAG#v=onepage&amp;amp;q=Geldmarkt%20gleichgewicht%20Geldangebot%20Geldnachfrage&amp;amp;f=false Ulrich C. H. Blum/Alexander Karmann/Marco Lehmann-Waffenschmidt/Marcel Thum/Klaus Wälde/Bernhard W. Wieland/Hans Wiesmeth, &amp;#039;&amp;#039;Grundlagen der Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S. 130 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;L = M&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Diese so genannte [[LM-Funktion]] führt weder zu Inflation noch zu Deflation auf dem Gütermarkt. Stimmen Geldnachfrage und Geldangebot nicht überein, liegt entweder eine [[Geldlücke]]&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;L &amp;gt; M&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
oder umgekehrt ein [[Geldüberhang]] vor. Geldlücke oder Geldüberhang erzeugen inflatorische oder deflatorische Wirkungen und werden deshalb im Rahmen der [[Geldpolitik]] von den Zentralbanken durch Steuerung des Geldangebots beseitigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Theorien der Geldnachfrage ==&lt;br /&gt;
Neben den in der [[Makroökonomie|Makroökonomik]] gängigen Theorien der Geldnachfrage von [[John Maynard Keynes|Keynes]] und Fisher erlangte auch das [[Baumol–Tobin-Modell]] Bekanntheit. Das Modell beschreibt einen [[Trade-off]] zwischen Geldnachfrage und Nachfrage nach zinsgebenden Bonds in Abhängigkeit von gewünschten Transaktionen während einer bestimmten Periode.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Baumol, W. J. |Titel=The transactions demand for cash: An inventory&lt;br /&gt;
theoretic approach |Sammelwerk=The Quarterly Journal of Economics |Nummer=66 |Auflage=4 |Datum=1952 |Seiten=545–556}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Wirtschaftssubjekte entscheiden also zwischen nicht verzinstem Geld und verzinsten Bonds. Die optimalen Transaktionen hängen ihrerseits wiederum von den Transaktionenkosten und dem [[Marktzins]] ab. Der Hauptunterschied zu Keynes ist, dass die Annahme getroffen wird, dass das verfügbare Geld im Laufe der Periode vollständig und gleichmäßig ausgegeben wird und somit das einzige Entscheidungsproblem darin besteht, welchen Anteil der jeweils Entscheidende zu Beginn der Periode in Bonds investiert und wie viel in Geld gehalten wird. Einen höheren Anteil des Einkommens in Bonds zu investieren liefert demnach mehr Geld durch zinsen, zwingt jedoch dazu, mehr Transaktionen zu tätigen, um die nicht liquiden Bonds wieder in Geld zu tauschen. Nach [[William J. Baumol|Baumol]] und [[James Tobin|Tobin]] führen demnach höhere Transaktionskosten zu dem Wunsch, mehr Geld zu halten, da Individuen die höheren Kosten beim Tausch von Bonds in Währung vermeiden und weniger Bonds nachfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.economicsdiscussion.net/economics-2/baumol-tobin-model-of-cash-management-with-diagram/3313 |titel=Baumol-Tobin Model of Cash Management |abruf=2021-10-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus dem Modell lassen sich auch Implikationen für die Elastizitäten der Geldnachfrage ableiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[MIU-Modell]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wolfgang Stützel: &amp;#039;&amp;#039;Zum Einfluß der öffentlichen Verschuldung auf den Kapitalmarktzins&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Staatsverschuldung Kontrovers&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg. Diethard B. Simmert, Kurt-Dieter Wagner), Köln 1981, S. 50 f.&lt;br /&gt;
* Rüdiger Pohl: [https://www.saldenmechanik.info/files/saldenmechanik/Ruediger_Pohl_-_Staatsverschuldung_und_Crowding-Out-Debatte_(Auszug_1981).pdf &amp;#039;&amp;#039;Staatsverschuldung und die crowding-out-Debatte.&amp;#039;&amp;#039;] (Auszug; PDF) In: &amp;#039;&amp;#039;Staatsverschuldung Kontrovers&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg. Diethard B. Simmert, Kurt-Dieter Wagner), Köln 1981, S. 366–380.&lt;br /&gt;
* Otmar Issing: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Geldtheorie.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Vahlen, 2003&lt;br /&gt;
* Manfred Borchert: &amp;#039;&amp;#039;Geld und Kredit - Einführung in die Geldtheorie und Geldpolitik&amp;#039;&amp;#039;, 7. Auflage, München - Wien, R. Oldenbourg Verlag, 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4128444-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geldmarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geldpolitik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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