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	<title>Gehringshof - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-05-23T04:10:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gehringshof&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein heute ungenutztes ehemals landwirtschaftliches Anwesen, in dem sich von 1929 bis 1941 und wiederum von 1945 bis 1948 eine landwirtschaftliche Ausbildungsstätte für jüdische Palästina-Auswanderer, danach bis 1983 ein Erholungsheim der [[Arbeiterwohlfahrt]] und schließlich bis 2001 ein Heim für Asylbewerber befanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographische Lage ==&lt;br /&gt;
Der Gehringshof liegt am südwestlichen Rand der Gemarkung von [[Hattenhof (Neuhof)|Hattenhof]], einem Ortsteil von [[Neuhof (bei Fulda)|Neuhof]] im [[Landkreis Fulda]] in [[Osthessen]], am Osthang einer Anhöhe auf etwa 350&amp;amp;nbsp;m Höhe oberhalb des Rehbaches.  Ein asphaltierter Weg führt von der [[Landesstrasse|L 3430]] zwischen Hattenhof und [[Eichenzell#Geographie|Büchenberg]] nach Westen, an Getreidefeldern und naturbelassenen [[Weiher (Gewässer)|Weihern]] vorbei, bis zum Eingang des Geländes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Hof wird um 1630 als „Geringshauk“ erstmals erwähnt und befand sich damals im Besitz der [[Propstei Johannesberg]] bei [[Fulda]].  1641 wird er als „Grunshack“ und 1789 als „Grüßhaug“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hachschara Gehringshof ===&lt;br /&gt;
1929 erwarb die &amp;#039;&amp;#039;Kibbuz-Haddati-Bewegung&amp;#039;&amp;#039;, Mitglieder der zionistischen Jugendorganisation [[Bachad]] (Brith Chaluzim Datiim – Verband religiöser Pioniere), den Gehringshof von Simon Heinrich August Roog. Die Kibbuz-Haddati-Bewegung war 1924 in Betzenrod (heute Ortsteil von [[Eiterfeld]]) gegründet worden und 1926/27 nach [[Rodges]] (heute Stadtteil von [[Fulda]]) umgezogen.  Da Rodges zu klein war, zog die Gruppe schließlich auf den Gehringshof, den sie &amp;#039;&amp;#039;Kibbuz Haddati&amp;#039;&amp;#039; nannte, da sich die Mitglieder hier auf ein Leben im [[Kibbuz]] vorbereiteten. Es handelte sich dabei um eine [[Hachschara]]-Stätte, wo junge Menschen durch eine landwirtschaftliche Ausbildung für die Emigration ([[Alija]]) nach [[Völkerbundsmandat für Palästina|Palästina]] vorbereitet wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Außer dem Gehringshof bestanden in Hessen drei weitere von der Hechaluz betriebene derartige Ausbildungsstätten: in [[Grüsen]] bei [[Gemünden (Wohra)|Gemünden an der Wohra]], in [[Külte]] bei [[Volkmarsen]], und auf der Löhnberger Hütte bei [[Weilburg]].&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mit einer abgeschlossenen landwirtschaftlichen Ausbildung konnte man ein Zertifikat der britischen Regierung zur Einwanderung nach Palästina bekommen. Selbst der Gehringshof erwies sich auf Dauer zu klein, und so arbeiteten mehrere Dutzend jüdischer junger Männer und Frauen bei den benachbarten Bauern in Hattenhof. Die Auszubildenden waren meist Studenten aus allen Teilen Deutschlands, die unter dem NS-Regime nicht weiterstudieren durften.  Unter den in den 1930er Jahren auf dem Gehringshof Ausgebildeten war [[Josef Burg (Politiker)|Josef Burg]] (1909–1999), der 1939 nach Palästina gelangte und in den Jahren 1951 bis 1986 in allen israelischen Kabinetten einen Ministerposten innehatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stätte wurde im Herbst 1941 von den NS-Behörden geschlossen. Diejenigen unter den Bewohnern, denen die Auswanderung oder das Untertauchen noch nicht gelungen war, wurden ins [[Ghetto Riga]] deportiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kibbuz Buchenwald ===&lt;br /&gt;
Schon bald nach Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] in Europa, am 24. Juni 1945, trafen etwa 50 junge jüdische Überlebende aus dem [[KZ Buchenwald]] und anderen Konzentrationslagern auf dem Gehringshof ein.  Sie waren zuvor, am 3. Juni 1945, aus Buchenwald auf einen Hof in [[Egendorf]] bei [[Weimar]] gebracht worden, den sie &amp;#039;&amp;#039;Kibbuz Buchenwald&amp;#039;&amp;#039; nannten, mussten von dort jedoch schon kurz darauf weiter nach Westen ausweichen, da die sowjetische Armee in das Gebiet einrückte. Aus dem Gehringshof wurde so der &amp;#039;&amp;#039;Kibbuz Buchenwald&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Schilde: &amp;#039;&amp;#039;„Die Jugend ist jetzt unsere einzige übriggebliebene Hoffnung. Jüdische Jugendliche und Jugendarbeit in DP-Lagern nach dem Zweiten Weltkrieg“&amp;#039;&amp;#039;, in: Diana Franke, Joachim Henseler, [[Jürgen Reyer]] (Hg.), &amp;#039;&amp;#039;Sozialpädagogik: Vom Therapeutikum zur Weltgesellschaft. Historische und systematische Beiträge,&amp;#039;&amp;#039; Schneider Verlag Hohengehren, [[Baltmannsweiler]] 2005, S. 116–134&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Hof war nahezu vollkommen zerstört, aber man erhielt die Genehmigung der US-Besatzungsbehörden, ihn wieder aufzubauen. Weitere Kibbuznikim zogen hinzu, und bald lebten dort 70 Menschen. Unter ihnen waren [[Sylvia Wagenberg]] und [[Esther Bejarano]], zwei Überlebende des [[Mädchenorchester von Auschwitz|Mädchenorchesters von Auschwitz]]; Esther hatte bereits 1939 auf dem [[Landwerk Neuendorf]] gelebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Anleitung von zwei Vorkriegsausbildern wurde erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg auf deutschem Boden wiederum eine [[Hachschara]]-Stätte zur Vorbereitung für die Ausreise nach Palästina aufgebaut. Die ersten Absolventen reisten bereits im August 1945 dorthin. Nach der [[Gründung Israels]] gründeten einige von ihnen 1948 in [[Bir Salem]] den auch hier zunächst &amp;quot;Kibbuz Buchenwald&amp;quot; genannten&amp;lt;ref&amp;gt;viele der Gründer stammten als Überlebende aus dem [[KZ Buchenwald]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Kibbuz (heute ein Ort, [[Netzer Sereni]]).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Judith Tydor Baumel-Schwartz]] (יהודית תידור באומל-שוורץ): &amp;#039;&amp;#039;Kibbutz Buchenwald: survivors and pioneers&amp;#039;&amp;#039; [קיבוץ בוכנוואלד; Engl.], Dena Ordan (Übs.), New Brunswick (NJ): Rutgers University Press, 1997, ISBN 0-8135-2336-2, p. 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unterstützung erhielten die Gehringshöfer von jüdischen Militärseelsorgern und Soldaten der im Raum Fulda stationierten US-amerikanischen Besatzungstruppen, die aus eigenen Mitteln Lebensmittel, Kleidung, Lesematerial, Möbel, Haushaltsutensilien, Werkzeuge und Spendengelder beisteuerten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://motlc.wiesenthal.com/site/pp.asp?c=gvKVLcMVIuG&amp;amp;b=394979 |wayback=20110521083554 |text=Alex Grobman: &amp;#039;&amp;#039;American Jewish Chaplains and the Shearit Hapletah April-June 1945&amp;#039;&amp;#039; }} (auf der Webseite [[Simon Wiesenthal Center]])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erholungsheim der Arbeiterwohlfahrt; Asylbewerberwohnheim ===&lt;br /&gt;
Ende der 1940er Jahre erwarb die [[Arbeiterwohlfahrt]] (AWO) den Gehringshof und nutzte ihn als Ferienheim für sozial benachteiligte Kinder, das von 1951 bis 1956 von der [[Reformpädagogik|Reformpädagogin]] [[Eva Seligmann]] geleitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1983 wurden die Gebäude von der AWO als Übergangswohnheim für [[Asylbewerber]] genutzt. Diese Nutzung endete im Jahre 2001, als dort noch einige Kriegsflüchtlinge aus dem [[Kosovo]] untergebracht waren, und der Gehringshof steht seitdem ungenutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heutiger Zustand ===&lt;br /&gt;
Überlegungen, aus den Wohneinheiten der Anlage Eigentumswohnungen zu machen, konnten nicht umgesetzt werden, ebenso wenig wie der Gedanke, dort ein Museum mit angeschlossener Freizeitstätte einzurichten. Heute verfallen die Gebäude und verwildert das Gelände.&amp;lt;ref&amp;gt;Florian Dietz: {{Toter Link|date=2018-03 |url=http://www.osthessen-news.de/beitrag_H.php?id=1170361 | text=&amp;#039;&amp;#039;„Vergessene Orte“ (2) - Der Gehringshof: Übergangsheim für Asylbewerber&amp;#039;&amp;#039;, Osthessen-News 27. August 2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang 2015 ist das Anwesen im Besitz eines landwirtschaftlichen Unternehmers, der es wieder nutzen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.fuldaerzeitung.de/artikelansicht/artikel/3808139/seit-13-jahren-eine-ruine-gehringshof-hat-jetzt-neuen-besitzer | wayback=20160118173813 | text=&amp;#039;&amp;#039;Seit 13 Jahren eine Ruine: Gehringshof hat jetzt neuen Besitzer&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Fuldaer Zeitung&amp;#039;&amp;#039;, 7. Mai 2015}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Susanne Urban: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;... nach eigenen Angaben in Kibuc Gehringshof&amp;quot;: Displaced Persons in den Akten des ITS&amp;#039;&amp;#039;; Projekte und Einblicke in Forschungsansätze, in:&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Freilegungen: Spiegelungen der NS-Verfolgung und ihrer Konsequenzen,&amp;#039;&amp;#039; Wallstein, Göttingen, 2015, S. 191–214&lt;br /&gt;
* Erhard Lotter: &amp;#039;&amp;#039;Der Gehringshof in der Zeit von 1922–48: ein Beitrag zum Tausend-mal-tausend-Teile-Puzzle einer zionistischen Hachschara-Stätte bei Fulda&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte Neuhofs&amp;#039;&amp;#039;, Band 3, Geschichtskreis Neuhof, 2005, S. 287–302&lt;br /&gt;
* Judith Tydor Baumel: &amp;#039;&amp;#039;Kibbutz Buchenwald and Kibbutz Hafetz Hayyim: Two Experiments in the Rehabilitation of Jewish Survivors in Germany&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Holocaust and Genocide Studies&amp;#039;&amp;#039;, Vol. 9, No. 2, United States Holocaust Memorial Museum, Washington, 1995, S. 231–249&lt;br /&gt;
* Heinz-Jürgen Hoppe: &amp;#039;&amp;#039;„Von Betzenrod zum Kibbuz Rodges. Religiös-zionistische Chaluzarbeit im Raum Fulda.“&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Buchenblätter&amp;#039;&amp;#039; Bd. 62, 1989&lt;br /&gt;
* Y. Walk: &amp;#039;&amp;#039;„The Torah va-Avoda Movement in Germany“&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;Leo Baeck Yearbook 6&amp;#039;&amp;#039;, 1961&lt;br /&gt;
* Aryei Fishman: &amp;#039;&amp;#039;Judaism and Modernization on the Religious Kibbutz&amp;#039;&amp;#039; (Kap. 4: „The foundations of the Religious Kibbutz Movement“), Bar-Ilan University, Israel, 1992, (Online Publication: Oktober 2009), Online ISBN 9780511557330, Hardback ISBN 9780521403887, Paperback ISBN 9780521050272.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=OL|ID=63101803001|titel=„Geringshof, Landkreis Fulda“}}&lt;br /&gt;
* [https://www.fuldawiki.de/fd/index.php?title=Gehringshof Zur Geschichte des Gehringshofs]&lt;br /&gt;
* [http://www.christoph-kaeppeler.de/Radiobeitrage_1999/1999jul02/1999jul02.html Radiobericht aus Fulda vom 2. Juli 1999 des HR]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|NS=50.4478|EW=9.6705|type=landmark|dim=2000|region=DE-HE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in Neuhof (bei Fulda)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zionistische Organisation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jüdische Geschichte (Hessen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weiler in Hessen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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