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	<title>Gehirn im Tank - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T13:34:45Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gehirn_im_Tank&amp;diff=1058556&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-43427-72: Grammatik!</title>
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		<updated>2025-12-29T16:59:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Grammatik!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Brain in a vat (de).png|mini|Im Gehirn vorgestellte Realität und tatsächliche Realität stimmen in diesem [[Gedankenexperiment]] nicht überein.]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gehirn im Tank&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (englisch &amp;#039;&amp;#039;brain in a vat&amp;#039;&amp;#039;) ist ein Argument, das in einer Vielzahl von philosophischen [[Gedankenexperiment]]en genutzt wird. Es soll Konzepte wie [[Wissen]], [[Realität]], [[Wahrheit]], [[Geist]], [[Bewusstsein]] und [[Bedeutung (Sprachphilosophie)|Bedeutung]] hinterfragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael McKinsey |Titel=Skepticism and Content Externalism |Sammelwerk=The Stanford Encyclopedia of Philosophy |Auflage=Summer 2018 |Verlag=Metaphysics Research Lab, Stanford University |Datum=2018 |Online=https://plato.stanford.edu/archives/sum2018/entries/skepticism-content-externalism/ |Abruf=2020-08-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorgestellt wird dabei ein in einem Tank künstlich am Leben gehaltenes Gehirn, das von einem Computer mit elektrischen Impulsen stimuliert wird, so wie es die Nervenleitungen eines realen Körpers tun würden, sodass sich aus der Perspektive des Gehirns eine (simulierte) Realität ergibt. Es stellt sich dann die Frage, ob das Gehirn feststellen kann, ob es in einer realen Umgebung, also einem realen Körper, oder in einer [[Simulierte Realität|simulierten Realität]] steckt, und ob dies ethisch und erkenntnistheoretisch relevant ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hilary Putnam]] hat einen viel diskutierten Versuch der Widerlegung des Arguments präsentiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Putnam, Hilary. |Titel=Reason, truth, and history |Verlag=Cambridge University Press |Ort=Cambridge [Cambridgeshire] |Datum=1981 |ISBN=978-0-511-62539-8 |Seiten=1-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Skeptisches Argument ==&lt;br /&gt;
Das Gehirn-im-Tank wird als Argument für [[Skeptizismus]] und [[Solipsismus]] verwendet. Das Argument setzt das Prinzip der Geschlossenheit von [[Wissen]] voraus. Damit ist gemeint: Wenn ich eine [[Proposition (Linguistik)|Proposition]] p weiß, dann weiß ich auch, was aus p logisch folgt. Anders formuliert: Wenn ich nicht weiß, was aus p logisch folgt, dann weiß ich auch p nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; p sei eine beliebige Proposition über die Welt, z.&amp;amp;nbsp;B. dass Wasser H&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine einfache Form des Arguments lautet:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://iep.utm.edu/brainvat/ |titel=Brain in a Vat Argument, The {{!}} Internet Encyclopedia of Philosophy |abruf=2020-08-09 |sprache=en-US}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(I) Wenn ich weiß dass p, dann weiß ich auch, dass ich kein Gehirn im Tank bin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(II) Ich kann nicht wissen, ob ich ein Gehirn im Tank bin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(III) Daher weiß ich nicht, dass p.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Argument ist die heutige Version der Erwägungen, die [[Descartes]] in &amp;#039;&amp;#039;[[Meditationes de prima philosophia]]&amp;#039;&amp;#039; anstellt. Nachdem er festgestellt hat, dass er allein nicht bezweifeln kann, dass es ihn als Erkenntnissubjekt gibt, hält er fest, dass er seinen Wahrnehmungen nicht trauen könne, weil denkbar ist, dass ein [[Genius malignus|böser Geist]] möglicherweise alle seine Erfahrungen steuert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Philosophische Überlegungen ==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahrzehnten haben sich vor allem Vertreter der [[Analytische Philosophie|Analytischen Philosophie]] auf vielfältige Weise mit Fragestellungen dieser Art auseinandergesetzt. Ausgangspunkt war [[Gilbert Ryle]]s Metapher zur Beziehung zwischen Körper und Geist in der Philosophie Descartes’, die er als „Ghost in the Machine“ (Gespenst im Apparat) beschrieb. Davon ausgehend wurden mehrere Gedankenexperimente entwickelt, so das [[Chinesisches Zimmer|Chinesische Zimmer]] von [[John Searle]] und das Gehirn im Tank von [[Gilbert Harman]]&amp;lt;ref&amp;gt;Harman, Gilbert 1973: Thought, Princeton/NJ, p.5.&amp;lt;/ref&amp;gt;, um in der Debatte zur Philosophie des Geistes zwischen  [[Behaviorismus]], Theorien, traditionellem Dualismus und Funktionalismus Stellung zu beziehen. Einige, wie [[Barry Stroud]], sagen, dass hier ein unabweisbarer Einwand gegen jeglichen Wissensanspruch bestünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Putnams Versuch der Widerlegung ===&lt;br /&gt;
[[Hilary Putnam]] hat versucht, das „Gehirn im Tank“-Szenario zu widerlegen. Er argumentiert dabei für einen [[Semantischer Externalismus|semantischen Externalismus]]. Dieser besagt, dass es eine Reihe von [[Nominator (Logik)|singulären]] und [[Prädikat (Logik)|generellen Termen]] gäbe, die abhängig von der externen Umwelt des Sprechers seien. Demnach könne das „Gehirn im Tank“-Szenario nicht wahr sein. Wenn es wahr wäre, dann würden sich die Worte „Gehirn“ und „Tank“ auf nichts beziehen. Der Satz „Ich bin ein Gehirn im Tank.“ wäre notwendig falsch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Braininvat.jpg|mini|Ein Gehirn im Tank denkt, dass es läuft. Vorstellung und Realität stimmen in diesem Gedankenexperiment nicht überein.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Irvin - La Cité des enfants perdus (2).jpg|mini|Das Gehirn &amp;#039;&amp;#039;Irvin&amp;#039;&amp;#039; im Film &amp;#039;&amp;#039;[[Die Stadt der verlorenen Kinder]]&amp;#039;&amp;#039; (Foto 2019 bei der Ausstellung „Caro/Jeunet“ im Musée Miniature et Cinéma in Lyon)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Gehirn-im-Tank-Motiv in der Populärkultur ==&lt;br /&gt;
In vielen [[Science-Fiction]]-Geschichten kommt die Idee vor, dass ein [[verrückter Wissenschaftler]] einem Menschen das [[Gehirn]] herausoperiert und in einem Tank in Nährlösung aufbewahrt und seine [[Nervenzelle|Neuronen]] durch Drähte mit einem Computer verbindet, der es mit genau den gleichen elektrischen Impulsen versorgt, wie ein Gehirn sie normalerweise empfängt. In derartigen Geschichten simuliert der Computer eine [[Virtuelle Realität]], einschließlich passender Antworten auf den Output des Gehirns, und die Person mit dem körperlosen Gehirn hat weiterhin völlig normale Erlebnisse in ihrem Bewusstsein, ohne dass diese mit Gegenständen oder Ereignissen in der realen Welt zu tun hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Filme greifen ähnliche Ideen auf, etwa &amp;#039;&amp;#039;[[Abre los ojos]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Matrix (Film)|Matrix]]&amp;#039;&amp;#039; und dessen Fortsetzungen. Die Idee, dass das Gehirn – oder abstrakter: sein Bewusstsein – aus dem Körper herausgenommen wird, taucht in einigen der [[Roman]]e von [[Stanisław Lem]] auf, ebenso die verwandte Idee, dass ein künstliches Bewusstsein von einem verrückten Wissenschaftler, der es geschaffen hat, mit künstlichen Reizen gefüttert wird. Im Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Ubik]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Philip K. Dick]] leben kürzlich Verstorbene in einer telepathischen Simulation weiter, während ihre Gehirne in einer Nährlösung ruhen. [[Benjamin Stein]] führt in seinem Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Replay (Roman)|Replay]]&amp;#039;&amp;#039; (2012) das Modell einer [[Gehirn-Computer-Schnittstelle]] durch, das auch die Manipulation von als real erlebten [[Erinnerung (Psychologie)|Erinnerung]]en enthält, ein Motiv, das bereits in dem Film &amp;#039;&amp;#039;[[Strange Days (Film)|Strange Days]]&amp;#039;&amp;#039; (1995) angelegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Georg Kamp: &amp;#039;&amp;#039;Gehirn im Tank.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Jürgen Mittelstraß]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Band 3. Metzler, Stuttgart, Weimar 2008 (mit ausführlichen Literaturangaben)&lt;br /&gt;
* Olaf L. Müller: &amp;#039;&amp;#039;Wirklichkeit ohne Illusion I: Hilary Putnam und der Abschied vom Skeptizismus oder Warum die Welt keine Computersimulation sein kann.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, mentis, Paderborn 2003.&lt;br /&gt;
* Olaf L. Müller: &amp;#039;&amp;#039;Wirklichkeit ohne Illusion II: Metaphysik und semantische Stabilität oder Was es heißt, nach höheren Wirklichkeiten zu fragen.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, mentis, Paderborn 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Brain in a vat}}&lt;br /&gt;
* {{SEP|https://stanford.library.sydney.edu.au/archives/win2011/entries/brain-vat/|Brains in a Vat|Tony Brueckner}}&lt;br /&gt;
* {{IEP|https://www.iep.utm.edu/b/brainvat.htm|The &amp;#039;Brain in a Vat&amp;#039; Argument|Lance P. Hickey}}&lt;br /&gt;
* Joachim Eberhardt: [https://open.fau.de/handle/openfau/241 Gehirne in Tanks – Warum die skeptische Frage offen bleibt], Text von 2004 mit Überblick über die Gegenargumente.&lt;br /&gt;
* [[Niko Strobach]]: [http://www.philo.uni-saarland.de/people/analytic/strobach/neueseite/pdfs/Putnam.pdf Putnams „Gehirne im Tank“: eine neue Dimension des Skeptizismus] (PDF; 41&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [http://www.gehirnimtank.de/ Seite] von [[Olaf Müller (Philosoph)|Olaf Müller]] mit Texten zum &amp;#039;&amp;#039;Gehirn im Tank&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [https://consc.net/papers/matrix.pdf Text] von [[David Chalmers]] zur Metaphysik von [[The Matrix]] (PDF-Datei; 739 kB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gedankenexperiment]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erkenntnistheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Science-Fiction-Konzept]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-43427-72</name></author>
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