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	<title>Gegliedertes Schulsystem - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gegliedertes_Schulsystem&amp;diff=392113&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;GünniX: Archivlink geprüft</title>
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		<updated>2025-12-29T03:26:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Archivlink geprüft&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Redundanztext&lt;br /&gt;
|3=Schulsystem in Deutschland&lt;br /&gt;
|4=Gegliedertes Schulsystem&lt;br /&gt;
|12=f|2=Januar 2015|1=--[[Benutzer:Stilfehler|Stilfehler]] ([[Benutzer Diskussion:Stilfehler|Diskussion]]) 15:59, 18. Okt. 2019 (CEST)}}&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;gegliedertes Schulsystem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden Schulsysteme bezeichnet, in denen Schüler in der [[Sekundarstufe I|Sekundarstufe&amp;amp;nbsp;I]] verschiedene Schulformen besuchen. Die [[Einheitsschule]] ist in den anderen Schulsystemen vorhanden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Schulen Wegweiser.jpg|mini|hochkant|Ein Schulwegweiser in [[Lüneburg]]-[[Oedeme]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Situation in Deutschland ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Schulsystem in Deutschland}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Deutsches Bildungssystem-quer.svg|mini|550px|Standard-Bildungsgänge im Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Allgemeinbildende Schule|allgemeinbildenden]] [[Weiterführende Schule|weiterführenden Schulen]] in der [[Deutschland|Bundesrepublik Deutschland]] sind Teile eines gegliederten Schulsystems. Vor der Einführung der [[Gesamtschule]] fasste dieser Begriff die drei im [[Hamburger Abkommen]] festgelegten allgemeinbildenden Schulformen der Sekundarstufe&amp;amp;nbsp;I zusammen: [[Hauptschule]], [[Realschule]] und [[Gymnasium]]. Die Verwendung des Begriffs &amp;#039;&amp;#039;dreigliedriges Schulsystem&amp;#039;&amp;#039; ist nicht ganz korrekt. Diese Systematik ist nämlich seit dem Ende der 1960er Jahre sowie seit der [[Wiedervereinigung Deutschlands]] in einigen Bundesländern modifiziert worden: Die Einführung der Gesamtschule als Regelschule fügte ein weiteres Glied hinzu, während durch die [[Sekundarschule|Sekundar-]], [[Regionale Schule|Regional-]], [[Regelschule (Thüringen)|Regel-]] oder [[Mittelschule (Sachsen)|Mittelschulen]] zwei Glieder vereinigt wurden. Flächendeckend gibt es in Deutschland neben den Schulen im Sekundarbereich, in die [[Grundschule|Grundschüler]] übergehen, auch [[Förderschule (Deutschland)|Sonder- bzw. Förderschulen]], die ein zusätzliches „Glied“ im System der Schulen in der Sekundarstufe&amp;amp;nbsp;I darstellen. Deshalb wird auch gelegentlich vom &amp;#039;&amp;#039;viergliedrigen Schulsystem&amp;#039;&amp;#039; gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schulpolitische Diskussion bezüglich einer Veränderung des gegliederten Schulsystems wird immer weniger [[Ideologie|ideologisch]] geführt. Zwar fordern einerseits sowohl die SPD, die Grünen, die Linke als auch die [[Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft]] (GEW) ein eingliedriges Schulsystem, und andererseits plädieren CDU und [[Deutscher Philologenverband|Philologenverband]] (DPhV) für die prinzipielle Beibehaltung des dreigliedrigen Schulsystems unter Vornahme schulforminterner Änderungen, aber unter CDU-geführten Landesregierungen ([[Schleswig-Holstein]] und [[Sachsen]]) wurde die [[Gemeinschaftsschule]] eingeführt, und die CDU-[[Landesregierung]] in [[Hessen]] hat sich 2007 für die Gesamtschulen als Parallelsystem zum gegliederten Schulsystem im [[Hessischer Landtag|Landtag]] ausgesprochen. Mehrere Wirtschaftsverbände warnen vor einer zu frühen Sortierung der Kinder wegen der volkswirtschaftlichen Effekte. Die Trennung von Haupt- und Realschulen löst sich zunehmend auf. Faktisch setzt sich in allen 16 Bundesländern das vom Bildungsforscher Klaus Hurrelmann schon in den 1980er Jahren prognostizierte „Zwei-Wege-Modell“ durch, bei dem neben dem Gymnasium die Schulformen Hauptschule, Realschule und Gesamtschule zu einer integrierten Sekundarschule mit eigener Oberstufe verschmolzen werden. Hierdurch haben Eltern nach Abschluss der Grundschule für ihr Kind die Wahl zwischen zwei gleichwertigen Typen von weiterführenden Schulen, die (allerdings auf unterschiedlichen pädagogischen und didaktischen Wegen) zu allen Bildungsabschlüssen führen.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Hurrelmann: &amp;#039;&amp;#039;Thesen zur strukturellen Entwicklung des Bildungssystems in den nächsten fünf bis zehn Jahren.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Schule.&amp;#039;&amp;#039; 4, 1988, S. 451–495.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Historische Entwicklung ===&lt;br /&gt;
==== Vom Mittelalter zur allgemeinen Schulpflicht ====&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] und in der [[Renaissance]] gab es in Mittel- und Westeuropa mit der [[Elementarschule]] und der [[Lateinschule]] zwei grundständige Schultypen. Während die Elementarschule nur Grundkenntnisse in Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelte, bereitete die Lateinschule auf ein Studium oder eine kirchliche Laufbahn vor. Daneben entwickelten sich spezialisierte Schulen wie etwa [[Rechenschule]]n. Ein Großteil der Bevölkerung besuchte jedoch keine Schule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeit der [[Zeitalter der Aufklärung|Aufklärung]] entwickelte sich aus der Lateinschule, welche im frühen Mittelalter oft an ein Kloster, später auch an eine Universität angeschlossen war, das Gymnasium. Im Jahre 1717 führte [[Preußen]] die allgemeine [[Schulpflicht]] ein, ohne jedoch flächendeckend Schulen, Lehrer und Schulverwaltung vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bildungsreformen ====&lt;br /&gt;
Die nächste größere Veränderung waren die [[Bildungsreform]]en [[Wilhelm von Humboldt]]s: Auf seine Konzeption hin entstand das klassische [[Humanistisches Gymnasium|Humanistische Gymnasium]], die Elementarschule wurde zur [[Volksschule]] mit ausgebildeten Lehrkräften aufgewertet und das [[Abitur]] allgemeine Studienvoraussetzung. Entgegen Humboldts Intention war das Gymnasium (eigentlich als auf die Volksschule aufbauend konzipiert) jedoch nur einer Minderheit zugänglich. Daneben etablierte sich als Schulform die Realschule, die Realien wie [[Naturwissenschaft]]en und moderne Sprachen im [[Curriculum (Pädagogik)|Curriculum]] hatte, auf die [[Klassische Sprachen|klassischen Sprachen]] jedoch verzichtete und zudem keine Oberstufe besaß. Die Realschule bereitete auf eine [[Mittlerer Dienst|mittlere Beamtenlaufbahn]] oder eine [[Ingenieurschule]] vor. Es entwickelten sich zudem [[Oberrealschule]]n, die auf technische Studien vorbereiteten, und [[Realgymnasium|Realgymnasien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weimarer Republik und Nationalsozialismus ====&lt;br /&gt;
In der Weimarer Republik wurde nach dem [[Weimarer Schulkompromiss]] die [[Grundschule]] allgemeinverpflichtend für Kinder aller gesellschaftlichen Schichten. Die speziellen Vorklassen für das Gymnasium und die Mittelschule fielen weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Nationalsozialismus|nationalsozialistische Regime]] erweiterte das bestehende Schulsystem im Zuge seiner Etablierung in folgender Weise: neben der Volksschule wurde die NS-Hauptschule als gehobene Volksschule in Konkurrenz zur Realschule errichtet. Neben die Gymnasien traten die [[Nationalpolitische Erziehungsanstalten|Nationalpolitischen Erziehungsanstalten]] (Napola) als höhere politische [[Kader]]&amp;amp;shy;schulen. Die Missbilligung der [[Humanismus|humanistischen]] Ideale des klassischen Gymnasiums und damit die Zerstörung der humanistischen Bildung durch die Nationalsozialisten wurden in Westdeutschland 1955 als Argument für die Beibehaltung des gegliederten Schulsystems angeführt, in dem das Gymnasium für die höhere Schulbildung eine bildungspolitisch wichtige Stelle einnahm. Die pädagogischen Argumente wurden vom Verbandstag der Philologen (1936) nahtlos übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nach dem Zweiten Weltkrieg ====&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wollten die [[Alliierte]]n zunächst ein Einheitsschulsystem in Deutschland einführen, da sie ein hierarchisch gegliedertes Schulsystem als mitverantwortlich für die Akzeptanz einer militaristischen und totalitären Herrschaft ansahen. In der [[Sowjetisch besetzte Zone|Sowjetisch besetzten Zone]] wurde dies durchgeführt. In den [[Trizone|westlichen Besatzungszonen]] und den [[West-Berlin|Westsektoren Berlins]] hingegen setzten sich die [[Kultusminister]] der neu gegründeten [[Bundesland (Deutschland)|Bundesländer]] durch und erhielten das aus der [[Weimarer Republik]] übernommene dreigliedrige Schulsystem neben der Sonderschule aufrecht. Ähnliches geschah in Österreich (Zweigliedrigkeit).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1970er Jahren etablierten sich unterschiedliche Gesamtschultypen parallel zum dreigliedrigen System. Seither spricht man vom gegliederten Schulsystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nach der Wiedervereinigung ====&lt;br /&gt;
Nach der [[Deutsche Wiedervereinigung|Wiedervereinigung]] wurde von den [[Neue Länder|neuen Ländern]] die Institution des Gymnasiums aus Westdeutschland trotz des Beschlusses des &amp;#039;&amp;#039;Runden Tisches&amp;#039;&amp;#039; (1989) übernommen. Außer in Mecklenburg-Vorpommern entstanden allerdings überall in den östlichen Bundesländern von Anfang an zweigliedrige Schulsysteme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die [[PISA-Studien]] Ende der 1990er und in den 2000er Jahren wurde die soziale Auslesefunktion des gegliederten Systems aufgezeigt. Seitdem gibt es deutliche Kritik von Seiten der [[OECD]], der [[UNESCO]], der [[UNICEF]], der [[EU-Kommission]], der [[Vereinte Nationen|Vereinten Nationen]] und anderer Institutionen.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Bildungsbenachteiligung in der Bundesrepublik Deutschland}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kritik am deutschen Schulsystem ===&lt;br /&gt;
==== Kritik wegen der fehlenden Berufschancen ====&lt;br /&gt;
Gegner kritisieren, das gegliederte Schulsystem zementiere soziale Ungleichheit. Die mehr oder weniger starre Einteilung von Schülern in mehrere Schularten präge ihre Bildungs- und Berufschancen entscheidend vor, und zwar zu einem viel zu frühen Zeitpunkt (je nach Bundesland nach der vierten bzw. sechsten Klasse). Die Kategorisierung sei dabei weniger von der persönlichen Begabung des Schülers abhängig als von seinem sozioökonomischen Hintergrund, insbesondere vom Elternhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kritik wird von zahlreichen Studien bestätigt. Die Tendenz ist rückläufig, aber die Unterschiede sind immer noch deutlich ausgeprägt. So haben laut PISA 2006 Jugendliche aus Familien der oberen sozialen Schichten bei gleichem Wissensstand eine 2,7-mal höhere Chance, ein Gymnasium zu besuchen, als Kinder eines Facharbeiters ([[Auswertung der PISA-Studien: Einfluss des sozialen Hintergrunds]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Langzeitstudie [[LIFE (Studie)|LIFE]] (Lebensverläufe von der späten Kindheit bis ins frühe Erwachsenenalter) von [[Helmut Fend]] kam hingegen zu dem Schluss, dass [[Arbeiterkinder]], die eine hessische Gesamtschule besucht haben, in ihrer späteren Berufsposition nicht besser positioniert sind als Arbeiterkinder innerhalb des gegliederten Schulsystems: „Solange die Schule intern agieren kann, also die Kinder und Jugendlichen beisammenhat und sie nach Leistungen gruppiert, kann sie die soziale Selektivität durchaus reduzieren. Wenn es um die weiteren Bildungsstufen geht, um die risikobehafteten Entscheidungen beim Schulabschluss, bei der Ausbildung und bei den Berufslaufbahnen, dann verliert sich dieser schulische Einfluss, und die familiären Ressourcen in der Gestaltung der Entscheidungen treten in den Vordergrund.“&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Fend: &amp;#039;&amp;#039;Schwerer Weg nach oben: Das Elternhaus entscheidet über den Bildungserfolg – unabhängig von der Schulform.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit.&amp;#039;&amp;#039; 3. Januar 2008. [http://www.zeit.de/2008/02/C-Enttaeuschung (online auf: &amp;#039;&amp;#039;zeit.de&amp;#039;&amp;#039;)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kritik wegen der mangelnden Förderung der Intelligenz ====&lt;br /&gt;
Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung interessierte sich für die Frage, ob die besuchte Schulform einen Einfluss auf die Entwicklung der [[Intelligenz]] hat. Es konnten starke Effekte nachgewiesen werden: Bei Kontrolle der Ausgangsleistung im Intelligenztest in Jahrgangsstufe sieben&amp;lt;ref&amp;gt;Normierung des Tests: M=100, SD=15&amp;lt;/ref&amp;gt; konnten die Schüler, die das Gymnasium besuchten, ihre Intelligenzleistung bis zur neunten Jahrgangsstufe um 11,39 Punkte mehr steigern als die Schüler, welche die Realschule besuchten. Kritiker sehen dies als Beleg dafür, dass die Schüler auf den niedrigeren Schulformen schlechtere Entwicklungschancen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Elsbeth Stern]], [[Ilonca Hardy]]: &amp;#039;&amp;#039;Differentielle Psychologie des Lernens in Schule und Ausbildung.&amp;#039;&amp;#039; In: Birbaumer u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie der Psychologie - Themenbereich C: Theorie und Forschung - Serie VIII: Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 5: &amp;#039;&amp;#039;Theorien und Anwendungsfelder.&amp;#039;&amp;#039; Hogrefe Verlag, 2004, ISBN 3-8017-0534-X, S. 580.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kritik wegen der mangelnden Förderung der Fertigkeiten ====&lt;br /&gt;
Beklagt wird ferner, dass das dreigliedrige Schulsystem nicht genügend auf anspruchsvolle Berufe beispielsweise im handwerklichen Bereich vorbereite. Es wird als besonders schlimm angesehen, dass die Hauptschulen nicht mehr in der Lage seien, mit den steigenden Qualifikationsanforderungen im Handwerk mitzuhalten. 39 Prozent der Hauptschüler erreichen nur die Basiskompetenzen; sie können also nur so viel wie ein Grundschüler. So müssten im Handwerk viele Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, weil die jungen Menschen nicht mehr die erforderlichen Qualifikationen mitbringen würden. Besonders würde es an mathematischen und technischen Fähigkeiten mangeln. Dadurch sei die wirtschaftliche Prosperität von ganzen Branchen in Gefahr.&amp;lt;ref&amp;gt;Handwerk in Baden-Württemberg: {{Webarchiv | url=http://www.handwerk-bw.de/39_2007_vom_06.1149.0.html | wayback=20090216163628 | text=PISA bringt für Handwerk Hiobsbotschaften aus der Hauptschule}} (Abgerufen am 1. März 2008)&amp;lt;/ref&amp;gt; Gefordert wird daher eine neunjährige Basisschule für alle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei PISA konnte gezeigt werden, dass der Erwerb von Fertigkeiten stark von zwei Dingen abhängt, nämlich von der sozialen Herkunft und von der besuchten Schulform. Es zeigte sich, dass auf der Hauptschule die Kinder am wenigsten Fähigkeiten erlernen. Außerdem konnte bewiesen werden, dass Mittelschichtskinder auf der Hauptschule (wie auch auf allen anderen Schulformen) weit mehr lernten als Unterschichtskinder, wobei der Effekt am Gymnasium am wenigsten stark ausgeprägt ist. Doch zeigte sich die Gesamtschule nicht so erfolgreich: Der Erwerb von Fähigkeiten hängt auf der Gesamtschule ganz besonders stark von der sozialen Herkunft ab. Diese liegt im Vergleich sowohl zur Realschule als auch zum Gymnasium zurück. Die Tabelle zeigt dies beispielhaft für die mathematischen Kompetenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;5&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot;| PISA-Testleistung (gemessen in „Kompetenzpunkten“)&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot;&lt;br /&gt;
! width=&amp;quot;160&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; style=&amp;quot;vertical-align:top&amp;quot;| Schulform&lt;br /&gt;
! width=&amp;quot;160&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; style=&amp;quot;vertical-align:top&amp;quot;| Sehr „niedrige“ soziale Herkunft&lt;br /&gt;
! width=&amp;quot;160&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; style=&amp;quot;vertical-align:top&amp;quot;| „Niedrige“ soziale Herkunft&lt;br /&gt;
! width=&amp;quot;160&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; style=&amp;quot;vertical-align:top&amp;quot;| „Hohe“ soziale Herkunft&lt;br /&gt;
! width=&amp;quot;160&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; style=&amp;quot;vertical-align:top&amp;quot;| Sehr „hohe“ soziale Herkunft&lt;br /&gt;
|- align=&amp;quot;center&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Hauptschule     || 400       ||  429 || 436 || 450&lt;br /&gt;
|- align=&amp;quot;center&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Integrierte Gesamtschule]]    || 438  || 469 || 489 ||515&lt;br /&gt;
|- align=&amp;quot;center&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Realschule || 482  || 504 || 528 || 526&lt;br /&gt;
|- align=&amp;quot;center&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Gymnasium     || 578  || 581 || 587 || 602&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;5&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; | &amp;lt;small&amp;gt;PISA 2003&amp;amp;nbsp;– Der Bildungsstand der Jugendlichen in Deutschland&amp;amp;nbsp;– Ergebnisse des zweiten internationalen Vergleiches&amp;lt;ref&amp;gt;Ehmke u. a.: In: PISA-Konsortium Deutschland (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;PISA 2003&amp;amp;nbsp;– Der Bildungsstand der Jugendlichen in Deutschland&amp;amp;nbsp;– Ergebnisse des 2. internationalen Vergleiches.&amp;#039;&amp;#039; Waxmann, Münster / New York 2004, S. 244.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Anhängern des gegliederten Schulsystems wird gegen die Kritik vorgebracht, dass verkannt werde, dass es keinerlei empirischen Beweis dafür gebe, dass das längere gemeinsame Lernen oder gar die Einheitsschule für alle höhere Lernerfolge erbrächten. Es sei eine Tatsache, dass homogene Lerngruppen die höchsten Erfolge erzielen. Es sei „unlogisch“, dass in Zukunft schlechte und lernunwillige Schüler, die auf die Hauptschule gehörten, durch gemeinsamen Unterricht mit anderen intelligenter, lern- und leistungsbereiter werden sollen. In der Diskussion um die Einheitsschule kämen zudem die Begabten, die „Normalen“, die Lernwilligen zu kurz. Das traditionelle Gymnasium sei eine der besten und effizientesten Schulformen der Welt. Die Förderung der Institution Hauptschule sorge für Durchlässigkeit im Bildungssystem, das sei der Weg der Zukunft.&amp;lt;ref&amp;gt;Broschüre &amp;#039;&amp;#039;Mehr Mut für eine bessere Bildung&amp;#039;&amp;#039; aus der Schriftenreihe &amp;#039;&amp;#039;Positionen des Handwerks&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;siehe zum gleichen Thema auch {{Webarchiv | url=http://www.handwerk-bw.de/fileadmin/gruppe_bildung/datei_upload/bwht_pisa_position.pdf | wayback=20070928062732 | text=&amp;#039;&amp;#039;Konsequenzen aus PISA - Positionen des Handwerks.&amp;#039;&amp;#039;}} Baden-Württembergischer Handwerkstag, Juli 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.handwerk-nrw.de/www-whkt/content/aus-weiterbildung/aus-weiterbildung-ausbildung_oecd-pisa.htm handwerk-nrw.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reformen der Sekundarstufe ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesländer mit teilintegrativen Schulsystemen.svg|mini|Bundesländer mit teilintegrativen Gesamtschulen (ohne gymnasialen Zweig)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Saarland&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Saarland besitzt ein gegliedertes Schulsystem aus [[Erweiterte Realschule|Erweiterter Realschule]] und Gymnasium. Die Erweiterte Realschule ersetzt die früheren Schulformen Hauptschule und Realschule und Gesamtschule. Zwischendurch gab es noch einen Modellversuch mit der Sekundarschule, der jedoch wieder auslief.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hamburg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Vorschlag in Hamburg zu dem Thema ist die Umsetzung eines Zwei-Säulen-Modells, [[Stadtteilschule]] und Gymnasium nebeneinander, das zum 1.&amp;amp;nbsp;August 2010 eingeführt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach bieten jetzt Stadtteilschulen alle Schulabschlüsse bis hin zum Abitur nach dreizehn Jahren an. Das Gymnasium führt bereits [[Abitur nach der 12. Jahrgangsstufe|nach zwölf Jahren]] zur [[Hochschulreife]]. Welches Kind in welche Schule geht, wird wie bisher zunächst vorläufig nach der vierten, endgültig dann nach der sechsten Jahrgangsstufe entschieden. Das eine Jahr Unterschied zum Erreichen des Abiturs lässt sich vergleichen mit dem Verkürzen einer Ausbildung um ein halbes Jahr: Es führt zum gleichen Ziel, ist aber etwas schwieriger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rheinland-Pfalz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Rheinland-Pfalz wurde bereits 1997 die [[Regionale Schule]] zur Regelschule. Diese umfasst einen Hauptschul- und einen Realschulzweig. Zu Beginn des Schuljahres 2009/10 begann die Umstrukturierung auf die neue [[Realschule plus]]. Der Prozess ist mittlerweile abgeschlossen. Rheinland-Pfalz hat damit die Hauptschule abgeschafft und ein zweigliedriges Schulsystem etabliert. Daneben wird der Ausbau von Integrativen Gesamtschulen gefördert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Niedersachsen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Schuljahr 2011/2012 gibt es in Niedersachsen neben Real- und Hauptschulen die [[Oberschule (Niedersachsen)|Oberschule]]. Vorerst werden aber nicht alle Real- und Hauptschulen zu Oberschulen zusammengefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Weitere Bundesländer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weitere Reformen der Sekundarstufen gibt es in Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen.&lt;br /&gt;
* Die Schulsysteme in Berlin, Brandenburg, Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Saarland, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen sind zweigliedrig aufgebaut.&lt;br /&gt;
* Die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen halten vorerst am dreigliedrigen System fest, wobei Nordrhein-Westfalen mit der [[Sekundarschule]] langfristig nach Veränderung strebt.&amp;lt;ref&amp;gt;SCHULMINISTERIUM.NRW.DE&lt;br /&gt;
Das Bildungsportal {{Webarchiv | url=http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Sekundarschule/ | archive-is=20130823 | text=Bildungsportal: &amp;#039;&amp;#039;„Sekundarschule“. Zwei Schulformen des längeren gemeinsamen Lernens&amp;#039;&amp;#039;. Juli 2011 Schulpolitischer Konsens für Nordrhein-Westfalen}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In Bayern werden [[Hauptschule]]n mit dem Angebot der [[Mittlere-Reife-Zug|Mittleren Reife]] nun als [[Mittelschule (Bayern)|Mittelschulen]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Situation in Österreich ==&lt;br /&gt;
[[Datei:SCHULSYSTEMösterreich2.png|mini|300px|Das österreichische Bildungssystem]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Bildungssystem in Österreich}}&lt;br /&gt;
Österreich hat, ebenso wie Deutschland, als eines der wenigen Länder in Europa ein gegliedertes Schulsystem ab der fünften Schulstufe. Nach dem Abschluss der Volksschule besuchen Schüler in Österreich entweder die Unterstufe einer [[Allgemein bildende höhere Schule|allgemein bildenden höheren Schule]] (AHS), d.&amp;amp;nbsp;h. eines [[Gymnasium]]s oder [[Realgymnasium]]s, oder eine [[Mittelschule (Österreich)|Mittelschule]] (bis 2016 auslaufend: Hauptschule, bis 2020 Neue Mittelschule). Die Wahl des Schultyps soll nach bisherigem Schulerfolg und Begabung erfolgen; unabhängig davon spielen aber die soziale Stellung der Familie und die Wünsche der Eltern und Lehrer eine große Rolle. In den größeren Städten besucht ein bedeutend höherer Anteil eines Jahrgangs eine AHS als im ländlichen Raum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Situation außerhalb des geschlossenen deutschsprachigen Raumes ==&lt;br /&gt;
{{veraltet|seit=2017}}&lt;br /&gt;
Auch in anderen Ländern gibt es gegliederte Schulsysteme. Allerdings sind Deutschland und Österreich inzwischen die einzigen Länder weltweit, in denen die Mehrheit der Schulkinder nach der vierten Klasse auf getrennte weiterführende Schulen übergeht, nachdem in der [[Schweiz]] und in [[Liechtenstein]] nach 2000 für die Mehrheit der Schulkinder der Übergangszeitpunkt vom Eintritt in die fünfte auf den in die siebente Klasse verlegt worden ist. Dieser Vorgang soll bis zum Schuljahr 2015/2016 abgeschlossen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|text=Der Schweizerische Bildungsserver: &amp;#039;&amp;#039;Sekundarstufe I: Was ist neu?&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.educa.ch/dyn/43964.asp |wayback=20100124174255}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegliederte Schulsysteme ab der siebenten Klasse gibt es in [[Belgien]], [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]], [[Irland]], Liechtenstein, [[Luxemburg]], [[Mexiko]] und in der Schweiz; ab der achten Klasse in den [[Niederlande]]n; ab der neunten Klasse in [[Italien]], [[Polen]], [[Portugal]], [[Russland]], [[Tschechien]] und [[Ungarn]]; ab der zehnten Klasse in [[Frankreich]].&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsches PISA Konsortium 2004, zitiert nach Dieter Katzenbach, Joachim Schroeder: {{Webarchiv|url=http://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion/article/view/2/2 |wayback=20100902075508 |text=&amp;#039;&amp;#039;„Ohne Angst verschieden sein können“. Über Inklusion und ihre Machbarkeit&amp;#039;&amp;#039;.}} In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Inklusion.&amp;#039;&amp;#039; Ausgabe 1. 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Markus Fink, Christian Schneijderberg: &amp;#039;&amp;#039;Wege an die Hochschule. Unterrichtsbausteine zu Hochschulbildung, Bildungspolitik, Bildungs- und Studienfinanzierung.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 2008 ([http://wissenschaft.gew.de/Binaries/Binary28534/Unterrichtsbausteine.pdf online]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.wdr.de/themen/kultur/bildung_und_erziehung/brennpunkt_schule/schulsystem_index.jhtml | wayback=20070929181424 | text=Diskussion über dreigliedriges Schulsystem in Deutschland: „Gemeinsam lernen bis Klasse neun“}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.wdr.de/radio/schulportal2007/schulwelt_hautnah/archiv/dreigliedrigkeit_interview/dreigliedrigkeit_interview.phtml | wayback=20070930035731 | text= Interview mit einem Dortmunder Bildungsforscher zum dreigliedrigen Schulsystem: „Unser Schulsystem ist ein Auslaufmodell“}}&lt;br /&gt;
* [http://www.bildungsklick.de/a/6089/gew-dreigliedriges-schulsystem-ueberholt „Dreigliedriges Schulsystem überholt“]&lt;br /&gt;
* [http://webarchiv.bundestag.de/archive/2010/0824/dasparlament/2005/30-31/Thema/021.html &amp;#039;&amp;#039;Dreigliedriges Schulsystem: Pro&amp;amp;nbsp;– Klare Absage an die ‚Einheitsschule‘.&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [https://www.heise.de/tp/features/Eltern-nicht-geeignet-3418469.html „Eltern nicht geeignet.“ Zum Problem der Auswahl in gegliederten Schulsystemen]&lt;br /&gt;
* [http://www.politikatlas.de/schulreform Politikatlas Schulreform] Interaktive Übersicht zur Debatte, den Modellen und des Status-Quo aller Bundesländer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schulwesen (Deutschland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;GünniX</name></author>
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