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	<title>Gegenstempel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T18:18:51Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gegenstempel&amp;diff=100536&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Weners: /* Funktionen von Gegenstempelungen */ Erg.</title>
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		<updated>2026-04-09T11:09:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Funktionen von Gegenstempelungen: &lt;/span&gt; Erg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:LaubtalerGegenstempel.jpg|mini|hochkant=1.2|Französischer Taler (1765) mit Berner Gegenstempel]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gegenstempel röm Provinzialbronze.JPG|mini|rechts|Gegenstempel zur Remonetarisierung einer unkenntlich gewordenen römischen Münze]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gegenstempel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kontermarke&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stempelzeichen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist eine von der Antike bis ins 20. Jahrhundert mit einem kleinen [[Prägestempel|Stempel]] oder einer [[Punze (Werkzeug)|Punze]] angebrachte Markierung (Buchstaben, Zahlen oder Zeichen) auf einer [[Münze]] oder [[Medaille]], die nachträglich eingeschlagen wurde, um anzuzeigen, dass eine bisher ungültige Münze Geltung erhält oder dass der Wert einer bisher kursierenden Münze verändert worden ist. Die Gegenstempelung führt häufig zu einer sekundären [[Fehlprägung (Numismatik)|Fehlprägung]], vor allem zu [[Schrötling]]s&amp;amp;shy;rissen. Die Gegenstempelung unterscheidet sich von einer [[Überprägung (Numismatik)|Überprägung]] dadurch, dass letztere das gesamte vorherige Münzbild beidseitig zu überprägen versucht, während sich die Gegenstempelung auf eine Teilfläche der Münze beschränkt und im Regelfall einseitig erfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich versahen auch Privatpersonen oder Unternehmen Münzen mit Gegenstempeln, beispielsweise zu Prüfzwecken oder als Werbemittel. Gegenstempel kennzeichnen eine bestimmte Phase der Objektgeschichte einer Münze.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernhard Weiser, Objektgeschichtliche Betrachtungsweise in der Numismatik, in: MünzenRevue 9/2020, Seite 167 bis 172 mit weiteren Nachweisen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegenstempel auf griechischen Münzen der Antike ==&lt;br /&gt;
In der griechischen Antike sollten Gegenstempel die Umlauffähigkeit abgenutzter und fremder Münzen dokumentieren. Damit konnten Münzen mit wenig Aufwand umlauffähig gehalten werden, ohne sie komplett umzuprägen oder vorher sogar einschmelzen zu müssen. Gerade bei antiken griechischen Münzen vor der [[Hellenismus|hellenistischen Zeit]], die oft nur schwer zu datieren sind, können Gegenstempel zusätzliche Anhaltspunkte für ihre chronologische Einordnung liefern. Zudem geben sie Hinweise über den Geldumlauf und wirtschaftliche Verflechtungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Franz Mittag, Griechische Numismatik - Eine Einführung, Heidelberg 2016, Seite 31 &amp;lt;/ref&amp;gt; Beispielsweise musste [[Byzantion]] wegen hoher Tributzahlungen an die Kelten nach 280 v. Chr. fremdes Kurantgeld gegenstempeln, um den Bedarf decken zu können. Die Gegenstempel trugen eine Prora und die Buchstaben ΠΥ für Byzantion.&amp;lt;ref&amp;gt;Szaivert/Sear, Griechischer Münzkatalog, Band 1, S. 241, Nr. 1850&amp;lt;/ref&amp;gt;  Aus hellenistischer Zeit sind [[Tetradrachme]]n aus der Zeit [[Alexander der Große|Alexanders]] oder der Stadt [[Side (Pamphylien)|Side]] von den [[Seleukiden]] häufig mit einem Anker auf der Porträtseite gegengestempelt worden, um den Umlauf in ihrem Herrschaftsgebiet zu genehmigen. Die Monetarisierung eines großen Teils ihres Herrschaftsbereichs hatte erst durch Alexander eingesetzt, allerdings dann gleich in einem so erheblichen Umfang, dass lange Zeit kein großer Bedarf für weitere Prägungen bestand, so dass die Gegenstempelung als hoheitlicher Akt genügte. Der Anker sollte auf einen Gründungsmythos der Seleukiden verweisen.&amp;lt;ref&amp;gt;Florian Haymann, Antike Münzen sammeln, 1. Auflage 2016, Seite 53 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Münzen mit Gegenstempeln ==&lt;br /&gt;
[[Datei:As mit Gegenstempel für Tiberius.JPG|mini|Römisches As aus Lugdunum mit Gegenstempel für Tiberius]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gegenstempel NCAPR.JPG|mini|Gegenstempel NCAPR auf Sesterz des Nero]]&lt;br /&gt;
Aus der Zeit der [[Römische Republik|Römischen Republik]] sind keine Münzen mit Gegenstempeln bekannt. Recht häufig werden diese dann aber in der frühen [[Römische Kaiserzeit|Kaiserzeit]], in den Jahren zwischen 12 v.&amp;amp;nbsp;Chr. und 69 n.&amp;amp;nbsp;Chr. Die Gegenstempelungen kennzeichnen in den meisten Fällen Geldgeschenke von Truppenkommandeuren an ihre Soldaten, so zum Beispiel mit TIB gegengestempelte Asse wie der aus Lugdunum im Namen des [[Tiberius]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere unter Augustus geprägte Münzen wurden mit &amp;#039;&amp;#039;AVG&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;VES&amp;#039;&amp;#039; ([[Vespasian]]) oder &amp;#039;&amp;#039;NCAPR&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;[[Nero]] Caesar Augustus protavit&amp;#039;&amp;#039; „für weiteren Umlauf“) gegengestempelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Manfred Beier |Titel=Das Münzwesen des Römischen Reiches |Auflage=2. |Ort=Regenstauf |Datum=2009 |Seiten=56}} &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegenstempel auf Münzen der Neuzeit ==&lt;br /&gt;
Meist wurden Münzen mit Gegenstempeln versehen, wenn sie im Lauf einer Münzreform einen neuen [[Nennwert]] erhalten sollten oder wenn ausländische Münzen eines anderen [[Währungsgebiet]]es (zum Beispiel von Nachbarländern) zu einem fixen Kurs für den einheimischen Zahlungsverkehr (Umlauf) zugelassen werden sollten. Das war zum Beispiel bei 2/3 Talern von 1678 aus Sachsen-Lauenburg der Fall, die 1715 mit dem Wismarer Stadtwappen und den Buchstaben N/W für den Umlauf in Wismar gegengestempelt wurden und ihren Nominalwert auf das Doppelte erhöhten.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Schön, Deutscher Münzkatalog 18. Jahrhundert, zu: Wismar Nr. A12&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Brasilien 80 Reis mit Stempel 20.JPG|mini|Brasilianische 80-Reis-Münze von 1826 mit Gegenstempel &amp;#039;&amp;#039;20&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts haben einige Schweizer Kantone Französische Ecu ([[Laubtaler]]) aus der Zeit von 1726 bis 1793 gegengestempelt und damit für den Umlauf in ihrem Kanton zugelassen, wenn sie ein bestimmtes Mindestgewicht aufwiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Günter Schön/Jean-Francois Cartier, Weltmünzkatalog 19. Jahrhundert, Schweiz/Bern Nr. 6: 40 Batzen auf Französischen Laubtaler, Etwa 660&amp;#039;000 Laubtaler wurden auf Grund einer Entscheidung der Berner Behörden aus dem Jahr 1816 so gegengestempelt&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Gegenstempel kann auch zum Zweck der Auf- oder Abwertung und zur Anerkennung des Wertes bei gleichzeitig umlaufenden wertgeminderten ähnlichen Geldstücken erfolgt sein (siehe [[Münzstätte Freiberg #Groschenzeit]]). Bekannt ist auch die Gegenstempelung von [[Gulden]] im [[Fränkischer Reichskreis|Fränkischen Kreis]], mit der die Festsetzung auf 60 [[Kreuzer (Münze)|Kreuzer]] erfolgte.&amp;lt;ref&amp;gt;Kölner Münzkabinett, 105. Auktion, 16. September 2016, Los 679, Gulden von Sachsen-Henneberg-Ilmenau, Jahr 1692&amp;lt;/ref&amp;gt; Somit konnten auch [[Kurantmünze]]n mit Kleinmünzen durch Gegenstempelung in ein festes Verhältnis gesetzt werden, wobei hier der Maßstab ausnahmsweise die Kleinmünze war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe auch die folgenden Beispiele, wie durch Gegenstempelung aus deutschen Talern russische Münzen wurden:&lt;br /&gt;
* [[Schmalkaldischer Bundestaler#Ende der Münzprägung des Schmalkaldischen Bundes]]&lt;br /&gt;
* [[Dreibrüdertaler (Kursachsen)#Dreibrüdertaler mit Gegenstempel]]&lt;br /&gt;
* [[Vikariatsmünzen (Sachsen)#Vikariatsmünzen 1612]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden vor allem in Brasilien die Kupfermünzen von zehn (X) bis 80 Reis (LXXX) besonders häufig gegengestempelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktionen von Gegenstempelungen ==&lt;br /&gt;
Gegenstempel sind Maßnahmen um Defiziten oder Störungen des Münzgeldumlaufs entgegenzuwirken.&lt;br /&gt;
Zusammengefasst können Gegenstempelungen die folgenden Funktionen erfüllen:&lt;br /&gt;
* Prüfung der Echtheit der Münze und Bestätigung&lt;br /&gt;
* Prüfung und Bestätigung eines bestimmten Mindestfeingehalts (siehe [[Schildgroschen#Pfahlschildgroschen]])&lt;br /&gt;
[[Datei:Schottland, Jakob VI., Ryal, Neubewertung 1578, datiert 1565, CNG.PNG|mini|hochkant=1.7|Schottland, Jakob VI., Ryal, Neuprägung des [[Crookston-Dollar]]s, die ab 1578 mit Gegenstempel „bekrönte Distel“ erfolgte]]&lt;br /&gt;
* Neubewertung der [[Crookston-Dollar]], eine Neuprägung mit vermindertem Silbergehalt, die durch Gegenstempelung gekennzeichnet wurde.&lt;br /&gt;
* Kontrolle der umlaufenden Geldmenge durch die Auflage die Münzen gegenstempeln zu lassen, durch die Erfassung der Zahl der Gegenstempelungen&lt;br /&gt;
* Zulassung fremder Münzen für den eigenen Geldumlauf&lt;br /&gt;
* Weitergeltung fremd gewordener Münzen für einen Übergangszeitraum (zum Beispiel unmittelbar nach der Unabhängigkeit eines Landes)&lt;br /&gt;
* Remonetarisierung einer stark abgeriebenen Münze, deren Herkunft und Gültigkeit zweifelhaft geworden ist&lt;br /&gt;
* Abwertung eines Nominals&lt;br /&gt;
* Aufwertung eines Nominals&lt;br /&gt;
* Nachweis über die Erbringung einer Sondersteuer&lt;br /&gt;
* politische Statements auszulöschen, zu ergänzen oder zu ersetzen&lt;br /&gt;
Zu den Nachteilen von Gegenstempelungen gehören:&lt;br /&gt;
* dass sie leichter zu fälschen sind, als ganze Münzen zu fälschen&lt;br /&gt;
* dass ihre Stapelbarkeit und auch ihre Automatentauglichkeit verloren geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Dieter Faßbender]]: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon für Münzsammler. Über 1800 Begriffe von „Aachener Mark“ bis „Zwittermünze“.&amp;#039;&amp;#039; Battenberg, Augsburg 1991, ISBN 3-89441-016-7.&lt;br /&gt;
* Helmut Kahnt, Bernd Knorr: &amp;#039;&amp;#039;Alte Maße, Münzen und Gewichte. Ein Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Bibliographisches Institut, Leipzig 1986, Lizenzausgabe Mannheim/Wien/Zürich 1987, ISBN 3-411-02148-9, S. 383 f.&lt;br /&gt;
* Manolis I. Stafanakis und Burkhard Traeger,  Counter-stamping coins in Hellenistic Crete. A first approach, in: Carmen Alfaro, Carmen Marco und Palomar Otero (Hgg.), XIII Congreso International de Numismatica,  Madrid 2005, 383–394&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Countermarked coins|Gegengestempelte Münzen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Münzprägung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Weners</name></author>
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